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Die Erfindung betrifft einen Unterwasserzünder zum
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Zünden von Sprengladungen, der mindestens zwei unabhängige Sicherungen
aufweist mit in Form zweier Wasserdrucksicherungen und einer Vorsteckersicherung
mit einem einen Detonator aufweisenden Rotor, der nur über eine Zwangsfolge-Entriegelung
in die Scharfstellung bewegbar ist.
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Ein derartiger, aus der DE-OS 25 30 707 bekannter Unterwasserzünder
wird beispielsweise für einen von einem Schleppseil gezogenen Sprenggreifer zum
Unterwasserkappen der Ankerketten von Seeminen o.dgl. verwendet und weist eine von
der Ankerkette zu betätigende Auslöseplatte auf, die bei Beaufschlagung mit ausreichend
hohem mechanischen Druck eine Schersicherung durchstanzt und dadurch den Zündmechanismus
freigibt, sofern vorher die Wasserdrucksicherung betätigt worden ist und eine Zündnadelsperre
freigegeben hat.
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Die bekannte Anordnung besitzt somit insgesamt drei Sicherungen, die
in der angegebenen Reihenfolge nacheinander zu betätigen sind, um die Zündung auszulösen,
nämlich eine selbst nicht gesicherte Vorsteckersicherung für die Auslöseplatte,
eine Wasserdrucksicherung für die Zündnadel sowie eine Schersicherung, deren Aufhebung
durch mechanische Druckkräfte unmittelbar zur Zündauslösung führt.
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Es erscheint einsichtig, daß ein derartiger Unterwasserzünder zwar
für den angestrebten Zweck bei einem von einem Schleppseil gezogenen Sprenggreifer
zum Räumen von Minen gut geeignet ist, sich jedoch nicht ohne weiteres für sämtliche
möglichen Einsatzzwecke von Sprengladungen einsetzen läßt, bei denen mechanische
Druckeinwirkung aus irgendwelchen Gründen unerwünscht
oder nicht
möglich ist.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Unterwasserzünder
der angegebenen Art zu schaffen, der anstelle der mechanischen Druckauslösung durch
ein bestimmtes Signal ausgelöst wird, das über ein Elektronikteil des Zünders empfangen
und als Zündsignal aufbereitet wird und eine erhöhte Sicherung seines Entriegelungsmechanismus
aufweist, bevor er in die Scharfstellung gelangt.
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Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, einen Unterwasserzünder
der angegebenen Art so auszubilden, daß der Zünder als nacheinander zu betätigende
Sicherungen fllr die Zwangsfolge-Entriegelung einen Sicherungsstecker mit Warnfahne
für einen Vorstecker, eine erste Wasserdrucksicherung, die eine Drehbewegung des
Rotors in die Zündstellung sperrt, eine Vorsteckersicherung, die jede Bewegung eines
Auslösestiftes sperrt, und eine zweite Wasserdrucksicherung, die eine Verschiebung
des Auslösestiftes und eine Drehung des Rotors in die Zündstellung sperrt und unabhängig
von der ersten Wasserdrucksicherung arbeitet, aufweist.
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Weiterbildende Merkmale des erfindungsgemäßen Unterwasserzünders sind
in den Unteransprüchen angegeben.
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Mit dem erfindungsgemäßen Unterwasserzünder steht in vorteilhafter
Weise eine besonders sichere Anordnung zur Verfügung, die insgesamt vier unabhängig
voneinander arbeitende mechanische Sicherungen aufweist, die alle in der konstruktiv
vorgegebenen Reihenfolge entriegelt werden müssen, um die Zündung zu ermöglichen.
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Selbst wenn aber alle vier Sicherungen entriegelt worden sind, so
findet noch keine automatische Zündung der Sprengladung statt, da zu diesem Zweck
noch der Z{indimpuls vom Elektronikteil des Zünders geliefert werden
muß.
Hierbei stehen noch weitere Sicherungsmöglichkeiten dadurch zur Verfügung, daß nur
ganz spezielle Signale in der Lage sind, die Elektronik zu veranlassen, den Zündimpuls
auszulösen.
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In Verbindung mit dem Fortfall einer mechanischen Druckauslösung wird
eine erhöhte Sicherung dadurch erreicht, daß eine zweite Wasserdrucksicherung eingeführt
ist, die bei einem höheren Wasserdruck arbeitet als die erste Sicherung. Die hierdurch
mögliche, logische Verknüpfung mechanischer Abläufe stellt sicher, daß die Mechanik
des Zünders nur dann entriegelt, wenn die Funktionsabläufe in der konstruktiv vorgegebenen
Reihenfolge ablaufen.
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Der erfindungsgemäße Unterwasserzünder ist besonders vorteilhaft verwendbar
in Verbindung mit einem Elektronikteil gemäß der gleichzeitigen Patentanmeldung
(Aktenzeichen P...........) der gleichen Anmelderin.
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Wird der erfindungsgemäße Unterwasserzünder nicht in der vorgegebenen
Reihenfolge seiner Sicherungen betätigt, so ist eine Zündung des Zünders ausgeschlossen.
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Wird z.B. der Sicherungsstecker nicht vor dem Ausbringen des Zünders
ins Wasser entfernt, so kann zwar die erste Wasserdrucksicherung arbeiten und das
ihr zugeordnete Ende des Rotors freigeben, jedoch bleibt der Rotor auch bei einem
für die zweite Wasserdrucksicherung an sich ausreichendem Wasserdruck in seiner
Ruhestellung, da der Vorstecker nicht gezogen und damit der Auslösestift nicht betätigt
werden kann.
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Ist der Sicherungsstecker ordnungsgemäß entfernt und wird der Vorstecker
an Luft oder in einer zu geringen Wassertiefe gezogen, so wird eine Zündung ebenfalls
verhindert,
weil sich dann der federbeaufschlagte Rotor um seine Achse in der Weise dreht, daß
einerseits der Führungsstift der ersten Wasserdrucksicherung in seine Blindstellung
läuft und andererseits der Auslösestift herausgedrückt wird und gegen die Außenoberfläche
des Rotors zur Anlage kommt, wo er keinerlei Drehbeaufschlagung des Rotors mehr
vornehmen kann.
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Das bedeutet, daß in einem solchen Falle eine irreversible Blindstellung
vorliegt, aus der sich der Rotor nicht mehr herausbewegen kann, auch wenn der Zünder
anschließend nacheinander an sich geeigneten Wasserdrucken ausgesetzt wird.
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Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen
und unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung
zeigt in Fig. 1 eine Seitenansicht des Unterwasserzünders, teilweise im Schnitt;
Fig. 2 eine Seitenansicht des Unterwasserzünders nach Fig. 1 von rechts; Fig. 3
eine weitere Seitenansicht des Unterwasserzünders, teilweise im Schnitt längs einer
senkrecht zur Ebene der Fig. 1 verlaufenden Ebene; Fig. 4 einen Schnitt durch den
Rotor und den Kolben der zweiten Wasserdrucksicherung längs der Ebene IV-IV der
Fig. 3; Fig. 5 einen Schnitt durch den Rotor und den Kolben der zweiten Wasserdrucksicherung
längs der Linien V-V der Fig. 4;
Fig. 6 eine Seitenansicht, teilweise
im Schnitt, des Rotors; Fig. 7 einen Schnitt des Rotors längs der Ebene VII-VII
der Fig. 6; Fig. 8 einen Schnitt des Rotors längs der Linien VIIT-VITI und in Fig.
9 eine Draufsicht auf den Rotor in axialer Richtung längs der Linien IX-IX der Fig.
6.
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Aufbau des Zünders Der gesamte Zünder ist in einem Gehäuse 10 untergebracht
und weist als hauptsächliche Baugruppen neben einem Elektronikeinschub 59 eine erste
Wasserdrucksicherung 44, eine zweite Wasserdrucksicherung 54, einen Vorstecker 69,
einen Auslösestift 34, einen Rotor 1 mit einem Detonator 115, einen Kontaktstift
25, einen Zündverstärker 6, eine Übertragungsladung 5 sowie eine Hauptladung 7 auf.
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An der Vorderseite des Gehäuses 10 erkennt man als Halterung für den
Auslösestift 34 und den Vorstecker 69 ein Verschlußstück 3, das dicht im Gehäuse
10 eingebaut ist. Das Verschlußstück 3 ist rohrförmig ausgebildet und an seinem
Vorderende mit einem dichten Verschluß 42 abgeschlossen. Quer zur Achse des Verschlußstückes
3 verlaufen zwei hindurchgehende, ausgefluchtete Bohrungen 68, die 0-Ringe als Dichtungen
70 aufnehmen. Eine entsprechende Umfangsnut 68a am Auslösestift 34 ist in der Ruhestellung
des Zünders mit den Bohrungen 68 ausgefluchtet, so daß der Vorstecker 69 hindurchgesteckt
werden kann.
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Bei der Anordnung nach Fig. 1 erkennt man den durch die Bohrungen
68 durchgesteckten Vorstecker 69, der sich mit seinem Bund 69a auf dem Verschlußstück
3 abstützt. Der Vorstecker 69 besitzt an seinem unteren Ende eine Ose 64, die einen
mit einer Warnfahne 63a versehenen Sicherungsstecker 63 aufnimmt, der ein Herausziehen
des Vorsteckers 69 verhindert. Am oberen Ende des Vorsteckers 69 ist eine Öse 67
vorgesehen, an der ein Zugseil 65 befestigt ist, mit dem der Vorstecker 69 herausgezogen
werden kann, sobald der Sicherungsstecker 63 entfernt ist.
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Der Auslösestift 34 ist in seinem mittleren Bereich am Kolben 36 der
zweiten Wasserdrucksicherunq 54 montiert, die eine elastische Membran 37 aufweist,
welche mit einer Scheibe 38 am Kolben 36 montiert ist.
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Die Membran 37 ist zweckmäßigerweise als Rollmembran ausgebildet und
an ihrem Außenumfang an einem Rohr 41 befestigt. An seiner dem Rotor 1 zugewandten
Seite trägt der Kolben 36 eine Platine 28, die zum Eingriff mit zwei Paaren von
Kontaktstiften 31 vorgesehen ist und mit diesem Schalter für den elektrischen Teil
des Zünders bildet. Dieser aus Kontaktstlften 31 und Platine 28 bestehende Schalter
kann beispielsweise über Leitungen 95, Steckverbindungen 97 und 98, Leitungen 96,
Steckverbindungen 99 und 100 sowie' Leitungen 94 den elektrischen Zündkreis schließen
und an dem schematisch dargestellten Elektronikeinschub 59 anschließen sowie für
eine Spannungsversorgung über eine Batterie 58 sorgen. Die elektrischen Leitungen
und Kontakte sind isoliert im Gehäuse 10 untergebracht, während ein lösbarer Verschluß
61, der mit Dichtungen 75 und 76 versehen ist, einen Zugriff zum Elektronikeinschub
59 und der Batterie 58 ermöglicht. Voraussetzung für das
Schließen
des elektrischen Zündkreises ist allerdings die Einhaltung der konstruktiv vorgegebenen
Reihenfolge bei der Betätigung der einzelnen Sicherungen des Zünders, denn die die
Kontaktstifte 31 schließende Platine 28 ist Teil der zweiten wasserdrucksicherung
54, die von allen Sicherungen zuletzt betätigt wird.
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Wie aus Fig. 1 und 3 erkennbar, steht der Rotor 1 mit seiner Auflagefläche
110 mit dem Auslösestift 34 in Eingriff. In der in Fig. 1 dargestellten Ruhestellung
ist der Detonator 115 des Rotors 1 wegen der elektromagnetischen Verträglichkeit
über einen Kontaktstift 11, der mit einer Druckfeder 12 vorgespannt ist, kurzgeschlossen.
Diese Kurzschlußbrücke wird bei Drehung des Rotors 1 um etwa 90° in seine Zündstellung
aufgetrennt.
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In ähnlicher Weise liegt bei der in Fig. 3 dargestellten Anordnung
der in einer Isolierhülse 24 untergebrachte Kontaktstift 25 gegen den Rotorschaft
107 an und ist über ihn kurzgeschlossen.
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Der Rotor 1 selbst ist über seine oberen und unteren Lagerstifte 118
bzw. 119 drehbar gelagert, wobei die Lagerstifte für eine geringe Reibung sorgen.
An seinem oberen Ende ist der Rotor 1 mit einer Spiralfeder 15 versehen, die in
einem Federgehäuse 16 untergebracht ist, das seinerseits von einer Rotorverschlußschraube
17 gehalten ist, die mit einer Dichtung 72 dicht eingesetzt ist. Die am Rotor 1
und dem Federgehäuse 16 befestigte Spiralfeder 15 spannt den Rotor 1 im Uhrzeigersinn
vor, wobei die Anzahl der Drehungen des mit einem Stift 91 arretierbaren Federgehäuses
16 die Vorsapnnungskraft der Spiralfeder 15 bestimmt, mit dem diese gegen den Auslösestift
34 drückt und einem Drehen des Rotors 1 in die Zündstellung entgegenwirkt.
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Der Auslösestift 34 ist somit in der Ruhestellung
zwischen
der Auflagefläche 110 des vorgespannten Rotors 1 und dem durchgesteckten Vorstecker
69 eingespannt. Damit bei genügendem Wasserdruck und gezogenem Vorstecker 69 der
Rotor 1 in die Zündstellung gedreht werden kann, muß also die von der Spiralfeder
15 ausgeübte Kraft überwunden werden, so daß mit der Vorspannung der Spiralfeder
15 die Wassertiefe vorgegeben werden kann, in der der Zünder scharf gemacht werden
kann, da der Wasserdruck gleichmäßig mit der Tiefe zunimmt.
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In Fig. 3 erkennt man die erste Wasserdrucksicherung 44, die über
Durchführungen 45 mit leichtem Gefälle an ein Sieb 47 (Fig. 2) angeschlossen ist.
Uber diese Öffnungen kann das Wasser durch das Sieb 47 und die Durchführungen 43
eine Membran 19 beaufschlagen, die mit einer Kegelfeder 18, welche einen Kolben
2 umgibt, nach außen vorgespannt ist. Die Membran 19 ist nach außen mit einem Verschluß
20 abgeschlossen, der mit einer Dlchtung 73 dicht abgeschlossen ist.
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An der dem Vorstecker 69 gegenüberliegenden Seite erknnt man die von
einer Ummantelung 5 umschlossene Hauptladung 7, welche mittels Schrauben 89 und
einem abgedichteten Deckel 66 am Gehäuse 10 befertigt ist. Der Zündverstärker 6
wird in der Zündstellung des Rotors 1 vom Detonator 115 gezündet.
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Das Zusammenwirken des Kolbens 2 der ersten Wasserdrucksicherung 44
mit dem Rotor 1 ist in den Fig. 4 und 5 näher dargestellt. Der Kolben 2 weist an
seiner Oberseite einen quer nach außen vorstehenden, radialen Führungsstift 201
auf, der mit der Führungsnut 101 des Rotors 1 in Eingriff steht und in dieser verschiebbar
ist. Der Rotor 1 selbst ist in den Fig. 6 bis 9 im einzelnen dargestellt. In der
Nähe des oberen Lager-
stiftes 119 erkennt man ein Zylinderteil
126, um das die Spiralfeder 15 gewickelt wird. Es schließt sich ein zylinderförmiger
Rotorkörper 106 größeren Durchmessers an. Wie der in Fig. 7 dargestellte Schnitt
des Rotorkörpers 106 zeigt, erstrecken sich vom mittleren, massiven Bereich des
Rotorkörpers 106 zwei asymmetrische Vorsprünge 113 und 114 nach außen zum Außenumfang
124 des Rotorkörpers 106. Diese Vorsprünge 113 und 114 bilden auf der einen Seite
Anschläge 111 ztlm Eingriff mit einem nicht dargestellten Stift und begrenzen die
Drehbewegung des Rotors 1. Auf der anderen Seite bilden die Vorsprünge 113 und 114
die bereits erwähnte Auflagefläche 110 für den Auslösestift 34. Diese Auflagefläche
110 besteht aus zwei geradlinigen Bereichen 120 und 123, die über eine bogenförmige
Ausnehmung 122 miteinander verbunden sind, während an den geradlinigen Bereich 120
unter einem überstumpfen Winkel eine Schräge 121 anschließt, die zum Außenumfang
124 des Rotorkörpers 106 läuft.
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Im montieren Zustand sitzt der Auslösestift 34 auf dem geradlinigen
Bereich 120, also in einer exzentrischen Stellung. Ist nach Ziehen des Vorsteckers
69 die Federkraft der Spiralfeder 15 größer als die vo Auslösestift 34 auf die Auflagefläche
110 ausgeübte Kraft, so dreht sich der Rotor 1 im Uhrzeigersinn und drückt den im
Ring 27 und im Verschlußstück 3 geführten Auslösestift 34 heraus. Dabei gleitet
das vordere Ende des Auslösestiftes 34 vom geradlinigen Bereich 120 über die Schräge
121 auf den Außenumfang 124 des Rotorkörpers 106 und besitzt dann keine Möglichkeit
mehr, eine Drehbewegung auf den Rctor auszuüben.
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Wenn umgekehrt die vom Auslösestift 34 auf die Auflagefläche 110 ausgeübte
Kraft größer als die Federkraft der Spiralfeder 15 ist, so dreht sich der Rotor
1 im Gegenuhrzeigersinn, wobei der exzentrisch angeordnete Auslösestift 34 mit seinem
Vorderende auf der Auflagefläche 110 entlang gleitet. Da der Auslösestift 34 eine
endliche Breite besitzt, verhindert die bogenförmige Ausnehmung 122 ein Verkeilen
von Rotor 1 und Auslösestift 34, da der Querschnitt des Auslösestiftes 34 berücksichtigt
wird. Auf diese Weise kann der Auslösestift 34 den Rotor 1 um einen Winkel von 900
in die Zündstellung drehen.
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An den Rotorkörper 106 schließt sich der Rotorschaft 107 an, der eine
radial hindurchgehende Bohrung aufweist, die den Detonator 115 aufnimmt, der mit:
einer Buchse 116 versehen ist. In der Nähe des unteren Lagerstiftes 118 erkennt
man die Führungsnut 101, die im wesentlichen aus drei Bereichen besteht, nämlich
einem Außenring 102 als Blindstellnut, einem Innenring 104 als Scharfstellnut und
einer axialen Aussparung 103, welche Außenring 102 und Innenring 104 miteinander
verbinden, die sich von der axialen Aussparung 103 ausgehend in Umfangsrichtung
in entgegengesetzte Richtungen erstrecken und auf diese Weise zwei kreisbogenförmige
Bahnen bilden. Der Außenring 102 ist dabei von den beiden Anschlägen 108 und 109
begrenzt, während der Innenring 104 sich über einen längeren Kreisbogen erstreckt
und einen Anschlag 105 besitzt.
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Wie die Draufsicht auf den Rotor 1 gemäß Fig. 9 erkennen läßt, kann
sich der mit der Führungsnut 101 in Eingriff stehende Führungsstift 201 nur dann
in axialer Richtung bewegen, wenn er sich in der Nähe des Anschlages 108 befindet
und mit der axialen Aussparung 103
ausgefluchtet ist. Befindet
er sich zu sehr in der Nähe des anderen Anschlages 109 im Außenring 102, so kann
er sich nicht axialer Richtung bewegen, weil er dann gegen den axialen Anschlag
125 anschlägt. Wird also der Rotor 1 durch die Kraft der Spiralfeder 1 im Uhrzeigersinn
gedreht, so läuft der Führungsstift 201 am Kolben 2 gegen den Anschlag 109 und liegt
damit auch vor dem axialen Anschlag 125, so daß eine spätere Bettigung der ersten
Wasserdrucksicherung 44 den Führungsstift 201 nicht in axialer Richtung verschieben
kann.
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Wirkungsweise Der oben beschriebene Zünder arbeitet folgendermaßen.
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Bevor man den Zünder zu Wasser läßt, wird der Sicherungsstecker 63
mit seiner Warnfahne 63a ani Vorstecker 69 entfernt und vom Bedienungspersonal zu
Kontrollzwecken aufbewahrt, um einen überblick über die ausgesetzten Zünder und
Sprengladungen zu haben. Der Zünder wird dann zu Wasser gelassen und mit einem geeigneten
Fahrzeug an seinen Einsatzort gebracht. Zu diesem Zeitpunkt nehmen die einzelnen
Baugruppen des Zünders die in Fig. 1 und 3 bis 5 dargestellten Ruhestellung ein,
in der sich der Führungsstift 201 im Außenring 102 befindet und gegen den Anschlag
108 anliegt, so daß er mit der axialen Aussparung 103 ausgefluchtet ist.
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Bei zunehmender Wassertiefe wird die von der Kegelfeder 18 vorgespannte
Membran 19 über eindringendes Wasser vom Sieb 47 und den Durchführungen 45 in zunehmendem
Maße beaufschlagt und ins Innere des Gehäuses 10 hineingedrückt. Dabei wird gleichzeitig
der Kolben 2 und der daran befestigte Führungsstift 201 in der axialen Aussparung
103 vorgeschoben, bis er gegen die innere Seitenwand des Innenringes 104 zur
Anlage
kommt. Während der Führungsstift 201 in seiner Ruhestellung gegen den Anschlag 108
anliegt und damit eine Drehbewegung des Rotors 1 im Uhrzeigersinn in die Zündstellung
sperrt, leistet der Führungsstift 201 nunmehr im Innenring keinen Widerstand gegen
eine Drehung des Rotors 1 im Gegenuhrzeigersinn, so daß sich dieser bei Uberwindung
der Federkraft der Spiralfeder 15 in die Scharfstellung oder Zündstellung drehen
läßt.
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Sobald die vorgegebene Wassertiefe erreicht ist, die die erste Wasserdrucksicherung
betätigt und den Führungsstift 201 in den Innenring 104 als Scharfstellnut geschoben
hat, kann bei Erreichen der Funktions-Wassertiefe der zweiten Wasserdrucksicherung
der Vorstecker 69 mit dem Zugseil 65 gezogen werden, ohne daß der vorgespannte Rotor
1 den Auslösestift 34 herausdrücken kann, denn nunmehr liegt der Führungsstift 201
in der axialen Aussparung 103 gegen den Anschlag 105 an und verhindert eine entsprechend
Drehung des Rotors 1 im Uhrzeigersinn.
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Bei gezogen«>m Vorstecker 69 bilden die Bohrungen 68 Wassereintrittsöffnungen
zur Beaufschlagung der Membran der zweiten Wasserdrucksicherung 54, verhindern jedoch
eine schlagartige Belastung der Membran, damit keine Beschädigungen und Verformungen
auftreten können. Dabei wird der Auslösestift 34 durch den Wasserdruck auf die Membran
37 nach innen gedrückt und dreht den Rotor 1 um einen Winkel von 90°, wobei der
Auslösestift 34 auf der mit der bogenförmigen Ausnehmung 122 versehenen Auflagefläche
110 entlanggleitet, ohne daß die Gefahr einer Verkeilung besteht. Ist die Drehung
des Rotors 1 um 900 erfolgt, so liegt der Detonator 115 dem Kontaktst:ift 25 gegenüber,
der über seine Druckfeder 26 den Detonator 15 kontaktiert.
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Gleichzeitig mit dem Hineindrücken des Auslösestiftes 34 erfolgt der
Vorschub der am Kolben 36 montierten Platine 28, bis diese die Kontaktstifte 31
überbrückt. Die Kontaktstifte 31 sind im Kontaktstiftgehäuse 8 untergebracht, das
seinerseits mit Befestigungsstiften 85 und 86 montiert ist. Die Kontaktstifte 31
sind mit Federn 32 beaufschlagt, welche auf der einen Seite für einen sicheren Kontakt
mit der Platine 28 sorgen und auf der anderen Seite an eine Kontaktplatine 35 angeschlossen
sind, welche wiederum elektrisch mit den Leitungen 85 verbunden ist, um an dieser
Stelle den Schaltkreis zu schließen.
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Ein Ziehen des Vorsteckers 69 an Luft oder in zu geringer Wassertiefe
hat zur Folge, daß der Rotor 1 mit seinem Detonator 115 in eine irreversible Blindstellung
gelangt, in der der Auslösestift mit dr Auflagefläche 110 des Rotors 1 außer Eingriff
kommt, während der Führungsstift 201 des Kolbens 2 der ersten Wasserdrucksicherung
44 sich in seine Blindstellnut bewegt.
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Wie die vorstehenden Erläuterungen zeigen, stellt der Rotor 1 ein
ganz wesentliches Bauteil des neuartigen Zünders dar, wobei die Gestalt der Führungsnut
101 eine wichtige Rolle spielt Wickelt man die Führungsnut 101 in eine Ebene ab,
so hat man sich diese Führungsnut etwa als stilisiertes S vorzustellen, wobei die
oberen und unteren Balken (Innenring 104 und Außenring 102) jeweils unter einem
rechten Winkel an den senkrechten Balken (axiale Aussparung 103) anschließen.
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In der Ruhestellung des Zünders befindet sich der Führungsstift 201
am äußeren Ende der axialen Aussparung 103 und damit gleichzeitig im Außenring 102,
wobei er gegen den Anschlag 108 anliegt. In dieser Ruhestellung übt der Führungs-
stift
201 eine doppelte Funktion aus: Einmal verhindert er eine Drehung des Rotors 1 im
Gegenuhrzeigersinn in die Scharf stellung des Zünders, denn diese Drehung wäre verfrüht,
weil der vorgesehene Wasserdruck noch nicht aufgebaut ist, der die erste Wasserdrucksicherung
44 betätigt. Zum anderen ist der Führungsstift 201 in dieser Ruhestellung für das
Hineinschieben in die Scharfstellung vorbereitet, sofern der erforderliche Wasserdruck
auf die erste Wasserdrucksicherung 44 ausgeübt wird.
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Ist die erste Wasserdrucksicherung 44 ordnungsgemäß betätigt worden,
so hat sich der Führungsstift 201 längs der axialen Aussparung 103 in den Innenring
104 als Scharfstellnut bewegt und der Führungsstift 201 liegt gegen den Anschlag
105 an und verhindert eine Drehung des Rotors 1 im Uhrzeigersinn, durch die der
Auslösestift 34 nach Ziehen des Vorsteckers 69 herausgedrückt würde, da sich über
der Membran 37 der zweiten Wasserdrucksicherung nach Ziehen des Vorsteckers 69 zunächst
ein Druck aufbauen muß, bevor der Auslösestift 34 den Rotor 1 in die Zündstellung
gegen die Kraft der Spiralfeder 15 schwenken kann.
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Für den Fall, daß eine zu frühe Betätigung des Vorsteckers 69 erfolgt
ist und sich der Rotor 1 im Uhrzeigersinn gedreht hat, ist eine Relativbewegung
zwischen Führungsstift 201 und Rotor 1 erfolgt, die den Führungsstift 201 auf dem
Außenring 102 gegen den radialen Anschlag 109 zur Anlage gebracht wird. Auch dieser
Position kommt eine doppelte Funktion zu, denn einerseits verhindert der Anschlag
109 eine weitere Drehung des Rotors 1 und andererseits begrenzt der dem Führungsstift
201 gegenüerliegende axiale Anschlag 125 die Axialbewegung des Führungsstiftes 201
und verhindert, daß der Führungsstift 201 jetzt noch in den Innenring 104 als Scharfstellnut
gelangen kann, da der Rotor 1 mit seiner Spiralfeder 15 entsprechend vorgespannt
ist.
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Wie bereits erwähnt, muß eine Zündung des Zünders auch dann nicht
zwangsläufig erfolgen, wenn der Rotor sich in die Scharfstellung gedreht hat, denn
die Zündung selbst ist vom Eingang eines geeigneten Zündimpulses am Empfangsteil
des Elektronikeinschubes 59 abhängig. Ist ein empfangener Zündimpuls nicht mit der
Zündelektronik kompatibel oder geht überhaupt kein Zündimpuls ein, so bleibt die
Zündung in diesen Fällen aus. Nach einer bestimmten Bereitschaftszeit zerstört sich
dann die Zündelektronik selbst und stellt so sicher, daß nach dieser Zeit eine Funktion
des Zünders ausgeschlossen ist.
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Es darf noch darauf hingewiesen werden, daß der vorstehend beschriebene
Zünder auch gegenüber irgendwelchen willkürlichen Manipulationen unempfindlich ist.
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Die erste Wasserdrucksicherung 44 befindet sich weit im Inneren des
Gehäuses 10. Ihre Wasserdurchführungen 45 sind über einen schräg abfallenden Kanal,
der ein Abfließen des Wassers ermöglicht, an das Sieb 47 an der Stirnseite des Zünders
angeschlossen (vgl. Fig. 2). Die zweite Wasserdrucksicherung 54 befindet sich an
einer unzugänglichen Stelle im Innern des Gehäuses 10 und kann überhaupt nur über
den Auslösestift 34 bzw. das durch die Bohrungen 68 und 68a über einen kleinen Querschnitt
eintretende Wasser beaufschlagt werden. Versucht man an dieser Stelle eine Manipulaion,
so erfordert dies ein Herausziehen des Vorsteckers 69, was jedoch in der angegebenen
Weise dazu führt, daß sich der Rotor 1 in seine Blindstellung dreht und eine Zündung
des Zünders unmöglich macht, weil der Rotor 1 mit seiner Spiralfeder 15 entsprechend
vorgespannt ist. Auf diese Weise stellt der vorstehend beschriebene Zünder eine
extrem sichere Anordnung dar, die auch höchsten Anforderungen genügt.