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Die Erfindung betrifft ein Sportgerät mit zwei im Abstand von
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mehreren Metern voneinander angeordneten Stützen und einem Querteil
das im wesentlichen senkrecht zu den Stützen diese miteinander verbindend angeordnet
und so ausgebildet ist, daß es das Gewicht einer oder mehrerer Personen tragen kann.
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Sportgeräte wie Recks und Schwebebalken dienen zur Körperertüchtigung
und werden insbesondere in Turnhallen aufgestellt. Dabei ist es in der Regel notwendig,
daß bei der Benutzung derartiger Geräte Sportleiter oder sonstige ausgebildete Personen
den Betrieb an den Sportgeräten überwachen. Die Obungen am Schwebebalken sollen
insbesondere zur Verbesserung der Körperhaltung und der Selbstbeherrschung dienen,
während über die Obungen am Reck die verschiedenen Muskelpartien trainiert und beansprucht
werden. Insbesondere beim Schwebebalken ist von Nachteil, daß der kantige und meist
aus Holz bestehende Balken bei Ausrutschern, Fehltritten und ähnlichem zu teilweise
unangenehmen Verletzungen führen kann. Trotz des mit den Obungen am Schwebebalken
verbundenen Körperertüchtigungs- und Körperbeherrschungs- verbessernden Effektes
sind daher die Übungen am Schwebebalken nicht sehr beliebt und werden häufig gemieden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein variables Sportgerät
zu schaffen, das gleichzeitig für Schwebebalken- und auch für Reckübungen verwendet
werden kann und das Verletzungen vermeidend ausgebildet ist.
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Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Stützen
im Abstand variabel zueinander und das Querteil als spannbares Seil ausgebildet
sind.
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Mit einem solchen Sportgerät können die bisher auf dem Schwebebalken
ausgeführten Übungen ohne weiteres durchgeführt werden, ohne daß durch scharfkantige
Ecken oder ähnliches Verletzungen entstehen können.
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Bei entsprechender Abspannung und Vorspannung des Seiles kann das
Sportgerät gleichzeitig auch für Reckübungen benutzt werden, wenn
das
Seil in ausreichender Höhe über dem Boden angeordnet ist.
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Dabei wird das Seil bei Verwendung für Schwebebalkenübungen jeweils
so gespannt, daß es je nach Ausbildungsgrad des Sportlers stramm oder weniger stramm
gespannt ist (als Schlappseil oder federnd).
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Um einerseits den Durchmesser des Seils nicht zu groß wählen zu müssen
und um andererseits doch eine möglichst große Lauffläche zu erhalten, ist gemäß
der Erfindung vorgesehen, daß das Querteil als Doppelseil oder Band ausgebildet
ist, deren einzelne Seile horizontal nebeneinanderliegend angeordnet und von einem
Mantel, der sie eng zusammenpreßt, umgeben sind. Ein solches Doppelseil kann genauso
mit den Stützen verbunden sein wie ein einzelnes Seil und kann von daher die gleichen
Aufgaben bei größerer Lauffläche erfüllen. Der Mantel besteht dabei vorzugsweise
aus einem möglichst griffigen Kunststoff, der wartungsfreundlich ist und auch bei
einem Abrutschen vom Seil Verletzungen zusätzlich verhindert bzw. den Grad der Verletzungen
wesentlich vermindert.
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Zur Erhöhung der Sicherheit, insbesondere bei Anfängern, dient eine
Ausbildung der Erfindung, nach dermehrere Seile als Querteil parallel und im Abstand
von wenigen Zentimetern zueinander vorgesehen sind.
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Auch bei einem Abgleiten von dem als Tragseil dienenden Querteil dienen
die übrigen dazu parallel verlaufenden Seile als Sicherheitsnetz und verhindern
ein Herunterfallen von dem Sportgerät. Der wesentliche Effekt ist aber darin zu
sehen, daß die Personen sich aufgrund der nebeneinanderliegenden Seile wesentlich
sicherer fühlen und von daher ihre Unsicherheit schneller verlieren.
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Die Breite der Lauffläche kann erfindungsgemäß variiert werden und
damit ein Schwebebalken unterschiedlicher Breite nachgebildet werden, indem die
das Querteil bildenden Seile über Abstandshalter jeweils an mehreren Stellen miteinander
verbindbar sind. Mit wachsendem Ausbildungsgrad kann somit die Breite reduziert
und schließlich dem üblichen Schwebebalken angeglichen werden.
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Eine günstige Verspannung des Seiles ist gegeben, wenn wie erfindungsgemäß
vorgesehen, das das Querteil bildende Seil jeweils über die Umlenkrollen tragenden
Stützen hinaus bis auf den Boden verlängert ist. Mit Hilfe von üblichen Spannvorrichtungen,
die in dem Bereich zwischen Boden und Stütze angeordnet sind, kann das das Querteil
bildende Seil auf einfache Art und Weise verspannt oder entspannt werden, dient
somit zur Stabilisierung des Gerätes und stellt gleichzeitig den wesentlichen Teil
des Sportgerätes selbst dar.
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Der Zugang zum Sportgerät, d.h. das Hinaufsteigen, wird wesentlich
dadurch vereinfacht, daß gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung die Stützen
aus jeweils zwei durch ein Gelenk, an dem auch das Querteil befestigt ist, verbundene
Flachleitern gebildet sind, deren Anstellwinkel durch Traversen begrenzt sind. Dabei
dienen die Flachleitern sowohl als Stützen als auch als Leitern im eigentlichen
Sinne. Als besonders vorteilhaft wirkt sich aus, daß diese Leitern jeweils zwei
Auflagerpunkte aufweisen und über ein einfaches Gelenk so miteinander verbunden
werden können, so daß die Gesamthöhe des Gerätes, d.h. insbesondere des Seiles,
über dem Boden durch Veränderung des Anstellwinkels ohne weiteres verändert werden
kann. Durch entsprechende Ausbildung der Traversen, z.B. in Form von Ketten oder
ähnlichem kann dabei der jeweilige Anstellwinkel auf einfache Art und Weise fixiert
werden. Die Flachleitern selbst bieten eine optimale Standfestigkeit für das Sportgerät
je größer der Anstellwinkel ist. Das Optimum wird durch Anordnung von Anschlägen
an den Flachleitern fixiert bzw. kenntlich gemacht.
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Auch einfache Stützen sind verwendbar, indem einfache ineinandersteckbare
Rohre verwendet werden, die in der eingeschobenen Stellung weniger als einen halben
Meter über dem Boden enden. Ein solches Sportgerät ist insbesondere für Anfänger
geeignet, da aufgrund der
geringen Höhe über dem Boden die Unsicherheit
nur eine untergeordnete Rolle spielt. Auch bei ängstlich veranlagten Personen ist
eine solche Ausbildung vorteilhaft, soweit das Sportgerät wie ein Schwebebalken
eingesetzt werden soll.
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Um derartige Geräte auch außerhalb von speziell dafür eingerichteten
Plätzen oder Hallen einzusetzen zu können, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die
Stützen zusätzlich über einen auf oder dicht über dem Boden angeordneten und parallel
zum Querteil verlaufenden Träger, der Streben aufweist, miteinander verbunden sind.
Bei einem solchen als Bock ausgerüsteten Sportgerät kann grundsätzlich auf die unmittelbare
Verspannung mit dem Boden verzichtet werden, da das Gerät bei entsprechend schräg
nach außen verlaufenden Stützen und bei ausreichend dimensionierten Streben Uber
eine sehr große Standfestigkeit in beide Richtungen verfügt.
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Ein oder mehrere Seile parallel nebeneinander können ohne weiteres
angebracht werden, wenn nach der weiteren Ausbildung die Stützen im oberen Bereich
Querträger aufweisen, an denen das oder die Querteile schräg oder senkrecht dazu
verlaufend befestigt sind.
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Zur Verminderung der Verletzungsgefahr ist nach einer weiteren Ausbildung
vorgesehen, daß das Querteil Schlaufen zum Anschlagen vom Dämpfungselementen aufweist.
Diese Dämpfungselemente, insbesondere Federanordnungen, können dabei als Verbindungsmittel
zwischen Querträger und Querteil bzw. Seil angeordnet sein oder aber oberhalb der
Spannvorrichtung im Bereich der Abspannung oder aber auch an beiden Stellen. Die
Dämpfungselemente geben dem Querteil bei plötzlicher Belastung, d.h. bei Fall, eine
ausreichende Elastizität, um wesentliche Verletzungen sicher zu unterbinden. Eine
solche Anordnung von Dämpfungselementen ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn das
Sportgerät Schwebebalkenfunktionen Ubernehmen soll und wenn plötzliche
Belastungen
im eigentlichen Übungsprogramm nicht auftreten. Durch die Ausbildung der Dämpfungselemente,
d.h. zum Beispiel durch die Wahl der Federn, kann das Seil jeweils so unter Spannung
gehalten werden, wie es für den jeweiligen Verwendungzweck notwendig bzw.
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zweckmäßig ist.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der bevorzugteAusführungsbeispiele
mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt sind. In der
Zeichnung zeigen: Fig. 1 ein Sportgerät mit versenkbaren Stützen in Seitenansicht,
Fig. 2 einen Schnitt durch ein die Stützen verbindendes Querteil Fig. 3 eine Draufsicht
auf eine Stütze, Fig. 4 eine weitere Ausführungsform in Vorderansicht, Fig. 5 eine
weitere Ausführungsform in Seitenansicht und Fig. 6 die Ausführungsform des Sportgerätes
nach Fig. 5 in Draufsicht.
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Das in Fig. 1 dargestellte Sportgerät ist allgemein mit 1 bezeichnet.
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Zwischen den beiden versenkbar ausgeführten Stützen 2, 3 ist als Querteil
5 ein Seil verspannt, das über geeignete Hilfsmittel am Boden angreift. Als Spannvorrichtung
8 können Spannschlösser oder ähnliche Aggregate dienen, die im dargestellten Beispiel
innerhalb der Abspannung 9 zwischen Boden und Stütze 2 angeordnet sind.
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Das Querteil 5, das an dem in den Fuß 4 einschiebbaren Anziehteil
11 befestigt ist, erhält eine ausreichende Nachgiebigkeit über die Dämpfungselemente
6, 7,
Zwischen den beiden Füßen 4 der Stützen 2, 3 ist eine Matte
12 angeordnet, um beim Verlassen bzw. Herabspringen oder Herabfallen von Personen
dämpfend zu wirken und Verletzungen zu vermeiden.
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Fig. 2 zeigt ein als Einzel seil bzw. Doppelseil oder Band ausgebildetes
Querteil 5, das von einem Mantel lo umgeben bzw. umhüllt ist. Der Mantel 12 dient
dabei sowohl zum Schutz des eigentlichen Seiles bzw. Querteiles 5 als auch zum Schutz
der Personen und bei der Doppelseilausführung auch zur Fixierung der beiden Seile,
um dadurch die Lauffläche 13 möglichst groß zu gestalten.
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Fig. 3 zeigt eine Stütze 3, deren Ausziehteil 11 bzw. deren Spitzen
über einen Querträger 23 zusammengefaßt sind. Dieser Querträger 23 dient zum Befestigen
eines oder mehrerer Querteile 5, die parallel zueiiiander in der gleichen Ebene
verlaufen. Es können jeweils mehrere solcher Seile oder auch nur ein einzelnes Seil
für die einzelne übung verwendet werden. Im letzteren Fall dienen die übrigen Seile
dann als eine Art Sicherheitsnetz insbesondere auf phsychologischer Basis. über
nicht dargestellte Abstandshalter kann eine Querverstrebung bzw. Zusammenfassung
der Seile erreicht werden.
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Die Stützen 2, 3 sind bei der Ausführungsform nach Fig. 4 von zwei
Flachleitern 14, 15 gebildet, die im Gelenk 16 zusammengehalten werden.
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Ihr Anstellwinkel kann verändert werden, wobei die Traverse 17 zur
jeweiligen Fixierung eines vorgegebenen Anstellwinkels dient. Die Flachleitern 14,
15 können bei der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsform gleichzeitig auch zum Hinaufklettern
benutzt werden. Das Gelenk 16 dient als Anschlag für das Querteil 5, das mit Hilfe
der Flachleitern 14, 15 sehr leicht zu erreichen ist.
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Das Sportgerät 1 nach den Fig. 5 und 6 besteht aus einer Art Bock,
der von den Stützen 2, 3 und dem Träger 19 gebildet ist, und dem dazwischen verspannten
Querteil 5. Auch hierbei ist zweckmäßigerweise ein Dämpfungselement 6 vorgesehen,
das im dargestellten Beispiel in der Verbindung zwischen Stütze 2 und Querteil 5
liegt. Das das Querteil 5 bildende Seil ist dabei über den Anschlagpunkt an der
Stütze 2 hinaus verlängert und am Träger 19 befestigt. Durch die Rolle 22 ist das
Seil so an den Stützen 2, 3 geführt, daß es über die Spannvorrichtung 8 im Bedarfsfalle
gespannt bzw. entlastet werden kann. Die Querstreben 20, 21 am Träger 19 geben dem
Sportgerät 1 insgesamt die notwendige Stabilität, während durch die geneigte Anordnung
der Stützen 2, 3 auch in der anderen Richtung eine ausreichende Stabilität bzw.
Standfestigkeit gewährleistet ist.