Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Aufnahme
stereophoner Tonsignale, die zur Tonübertragung auf üb
lichen stereophonen Kanälen und zur anschließenden Wieder
gabe über einen Kopfhörer vorgesehen sind, der die gleiche
Übertragungsfunktion wie das äußere menschliche Ohr auf
weist (für frontalen Schalleinfall freifeldentzerrter
Kopfhörer nach DIN 45 500, Teil 10, vom September 1975), mit
einer kopf
bezogenen Mikrophonanordnung und
einem elektrischen Klangfilter für die
Mikrophonsignale, dessen Frequenzgang invers zur Außenohr-
Übertragungsfunktion
ist.
Als kopfbezogene Mikrophonanordnung
kommt sowohl eine
Anordnung entzerrter Sondenmikrophone in den Gehörgängen
einer Versuchsperson als auch ein Kunstkopf in Frage.
Eine Sondenmikrophonanordnung ist z. B. aus Radio Mentor
Electronic 42 (1976), Heft 3, S. 97 bis 100 bekannt, ein
Kunstkopf z. B. aus der US-Patentschrift 41 43 244.
Mit Hilfe entzerrter Sondenmikrophone in den Gehörgängen
einer Versuchsperson können, mit bestimmten Einschränkungen,
recht genaue elektrische Entsprechungen natürlichen Ohr
signale gewonnen werden (vgl. Radio Mentor Electronic
a. a. O.). Dies gilt sowohl für die Richtcharakteristik,
die häufig in Form von richtungs- und frequenzabhängigen
interauralen Amplituden- und Laufzeitunterschieden dar
gestellt wird, als auch für die Frequenzbewertung durch
die kopfbezogene Mikrophonanordnung, die häufig als Frei
feldübertragungsfunktion oder Außenohr-Übertragungsfunktion
bezeichnet wird.
Zwar gelingt es auch mit Kunstköpfen - durch die Nachbildung
der Geometrie von Hals, Kopf und Ohrmuscheln und durch die
Ankopplung von Mikrophonen in den Gehörgängen - zwei Mikro
phonsignale zu gewinnen, deren richtungsabhängige Unterschiede
gut mit den richtungsabhängigen interauralen Unterschieden
beim natürlichen Hören übereinstimmen; anders als bei einer
Sondenmikrophonanordnung weicht jedoch die Frequenzbewertung
bei Kunstköpfen von der Frequenzbewertung durch das natür
liche Außenohr ab, wie z. B. aus der US-Patentschrift 41 43 244
zu entnehmen ist.
Zur Wiedergabe der kopfbezogenen Stereosignale ist es all
gemein bekannt, eine verzerrungsfreie Kopfhöreranordnung
zu verwenden, d. h. einen elektrisch entzerrten Kopfhörer,
der die wiederzugebenden elektrischen Signale ohne lineare
Verzerrungen in den Gehörgang des Zuhörers überträgt. Eine
solche verzerrungsfreie Kopfhöreranordnung wird deshalb im
allgemeinen als ideal für die kopfbezogene Stereophonie an
gesehen.
Im Falle der Aufnahme durch einen Kunstkopf ist es aus der
US-Patentschrift 41 43 244 zusätzlich bekannt, bei der
elektrischen Entzerrung der Wiedergabeseite den frontalen
Unterschied der Frequenzbewertung zwischen dem Kunstkopf
und dem natürlichen Gehör auszugleichen. Dadurch erhält
der Zuhörer auch im Fall einer Kunstkopfaufnahme Ohrsignale
mit seiner natürlichen Frequenzbewertung. Eine möglichst
genaue Entzerrung hilft Übertragungsfehler zu vermeiden.
Als Bedingung für eine genaue Gesamtentzerrung gilt, daß
die Übertragungsfunktion der gesamten Übertragungsstrecke
vom Kunstkopf bis zum Kopfhörer gleich der natürlichen
Außenohr-Übertragungsfunktion sein muß. Das Einhalten
dieser Bedingung garantiert die originalgetreue Repro
duktion der Klangfarbe einer Schallquelle und - in Verbindung
mit der guten Nachbildung der interauralen Unterschiede - die
Lokalisation.
Diese summarische Bedingung läßt sich jedoch nicht ohne
weiteres anwenden, wenn die an der Schnittstelle zwischen
Aufnahme- und Wiedergabeseite vorhandenen kopfbezogenen
Stereosignale auf üblichen stereophonen Kanälen (Rundfunk,
Tonband, Schallplatte) übertragen werden sollen. Die Wie
dergabe erfolgt dann räumlich oder zeitlich getrennt von
der Aufnahme. Die genauen Eigenschaften der Aufnahme- und
der Wiedergabeseite sind in der Regel auf der jeweils
anderen Seite nicht bekannt, wie die folgende Betrachtung
der oben erwähnten kopfbezogenen Übertragungsanordnungen zeigt.
Bei der Übertragung mit Sondenmikrophonen und verzerrungs
freiem Kopfhörer müßte zur Durchführung der Entzerrung
zunächst die sogenannte Bezugsebene im Gehörgang genau
definiert werden, also diejenige Stelle im Gehörgang, an
der aufnahmeseitig der Schalldruckverlauf entnommen wird
und bis zu der wiedergabeseitig der Kopfhörer verzerrungs
frei ist. Bereits diese Definition wäre aufgrund der ana
tomischen Gegebenheiten im Ohrkanal sehr schwierig und wurde
daher bis jetzt nicht vorgenommen. Wenn sie trotzdem ge
länge, müßte die Kopfhöreranordnung des Zuhörers auf der
Wiedergabeseite mit Hilfe einer Sondenmikrophonmessung
so entzerrt werden, daß sie keine linearen Verzerrungen
aufweist. Zu diesem Zweck müßte das Sondenmikrophon so
in den Gehörgang eingeführt werden, daß die Mündung der
Sonde in der definierten Bezugsebene liegt, ohne jedoch
die Schallausbreitung unter dem Kopfhörer zu stören. Auf
nahmeseitig müßten die Sondenmikrophone in ähnlicher Weise
an einer Versuchsperson angeordnet werden.
Trotz dieses aufwendigen Entzerrungsverfahrens wäre die
erforderliche Genauigkeit nicht gegeben, da beim wieder
gabeseitigen Zuhörer die Ohrsignale der aufnahmeseitigen
Versuchsperson reproduziert würden. Es ist jedoch bekannt,
daß die individuellen Streuungen dieser Außenohr-Übertra
gungseigenschaft beträchtlich, d. h. größer als die ent
sprechenden Wahrnehmungsschwellen des Gehörs sind. Die
Frequenzbewertung der Ohrsignale des jeweiligen Zuhörers
würde daher von seiner natürlichen Frequenzbewertung
erheblich abweichen. Nur bei Identität von aufnahmesei
tiger Versuchsperson und wiedergabeseitigem Zuhörer wäre
durch diese Art der Entzerrung eine originalgetreue Re
produktion der Hörereignisse zu gewährleisten.
Diese Schwierigkeiten bei aufnahmeseitig und wiedergabeseitig
unterschiedlichen Außenohr-Übertragungsfunktionen können
umgangen werden, wenn die Entzerrung gemäß der US-Patent
schrift 41 43 244 vorgenommen wird. Dort wird auf die er
wähnte Gesamtbedingung zurückgegriffen, um so die Unter
schiede zwischen dem Kunstkopf und dem Zuhörer auszugleichen.
Zu diesem Zweck werden wiederum Sondenmikrophone in den
Gehörgängen des Zuhörers angeordnet. Anschließend wird der
Zuhörer zweifach beschaltet, zunächst direkt von einer
frontalen Schallquelle und dann über den Kunstkopf, ein
einstellbares Entzerrerfilter und den Kopfhörer. Die je
weils gemessenen Ohrsignale werden im Zeit- oder Frequenz,
bereich miteinander verglichen und das Filter wird dann so
eingestellt, daß die Ohrsignale in beiden Beschallungs
fällen gleich sind.
Auf diese Art können für jeden individuellen Zuhörer Ohr
signale mit der natürlichen Frequenzbewertung erzeugt
werden. Jedoch wäre es zur praktischen Durchführung dieses
Entzerrungsverfahrens notwendig, bei jedem Zuhörer auf
der Wiedergabeseite den Kunstkopf zur Verfügung zu haben.
Die Entzerrung einer kopfbezogenen Übertragungsstrecke ist
also nach dem Stand der Technik darauf angewiesen, daß die
verwendete kopfbezogene Aufnahmeanordnung entweder dem
Zuhörer von vorneherein in der Frequenzbewertung sehr
ähnlich ist oder auf der Wiedergabeseite verfügbar ist.
Demgegenüber besteht die Aufgabe der Erfindung darin,
die
kopfbezogene Mikrophonanordnung ohne Sondenmikrophon
messungen an wiedergabeseitigen Zuhörern zu entzerren,
d. h. insbesondere: die Entzerrung der Aufnahmeseite soll
zeitlich und örtlich völlig getrennt von der Entzerrung
der Wiedergabeseite erfolgen können.
Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung gemäß dem
Oberbegriff des Hauptanspruchs von einer Anordnung
aus, die aus der Literaturstelle
"Rundfunktechnische Mitteilungen 22 (1978), Heft 1, S. 22-27"
bekannt ist. Dort wird die oben beschriebene Übertragungs
anordnung mit Sondenmikrophon und verzerrungsfreiem Kopf
hörer dahingehend weiterentwickelt, daß wiedergabeseitig
ein Filter eingefügt wird, dessen Übertragungsfunktion
gleich der mittleren natürlichen, bei Schalleinfall von
vorn wirksamen Außenohr-Übertragungsfunktion ist. Der
Kopfhörer ist auf diese Art für einen mittleren Zuhörer
freifeldentzerrt. Aufnahmeseitig ist hinter dem Sonden
mikrophonentzerrer ein Filter mit einer zur Freifeldentzerrung inversen
Übertragungsfunktion vorgesehen. Auf diese Art bleibt
die ursprüngliche Gesamtübertragungsfunktion, bei welcher
der aufnahmeseitige Schalldruckverlauf p r (t) wiedergabe
seitig reproduziert wird, erhalten. Die gestellte Aufgabe
ist mit dieser Anordnung nicht zu lösen, da die Entzerrung
der Aufnahmeseite auf Sondenmikrophonmessungen an wieder
gabeseitigen Zuhörern beruht und da bei dem bekannten
Entzerrungsvorschlag eine Übereinstimmung zwischen Auf
nahmekopf und Zuhörer vorausgesetzt wird, die in der
Praxis aus verschiedenen Gründen nicht gegeben ist.
Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe durch die im Haupt
anspruch gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Bei der erfindungsgemäßen Anordnung wird bezüglich der
Frequenzbewertung keine Übereinstimmung zwischen Kunst
kopf und natürlichem Hören vorausgesetzt. Die praktische
Entzerrung der Aufnahmeseite kann völlig unabhängig von
der praktischen Entzerrung der Wiedergabeseite erfolgen.
Hierfür wird das frontale Freifeldübertragungsmaß des
verwendeten Kunstkopfs bestimmt und dessen Frequenzgang
durch die aufnahmeseitige elektrische Filterung kompensiert,
so daß die Übertragungsfunktion der gesamten Aufnahmeanordnung
frequenzunabhängig für frontalen Schalleinfall ist. Dabei ist es
vorteilhafterweise völlig
unerheblich, wie stark der Kunstkopffrequenzgang vom na
türlichen Frequenzgang des Zuhörers abweicht. Dies erleich
tert die Konstruktion eines geeigneten Kunstkopfs wesent
lich.
Da die Bestimmung des aufnahmeseitig zu entzerrenden
Kunstkopf-Übertragungsmaßes nach üblichen Mikrophonmeß
verfahren erfolgen kann (DIN 45 591) und da die Bestimmung
des Freifeld-Übertragungsmaßes des wiedergabeseitig zu
entzerrenden Kopfhörers nach dem üblichen Kopfhörermeß
verfahren erfolgen kann (DIN 45 619), sind sowohl für die
aufnahmeseitige als auch für die wiedergabeseitige Ent
zerrung keine Sondenmikrophone notwendig. Dennoch ist für
jeden Zuhörer eine individuell genaue Entzerrung und
Reproduktion der Hörereignisse möglich, weil bei Bedarf
der wiedergabeseitige Kopfhörer individuell genau frei
feldentzerrt werden kann.
Ein besonderer Vorteil liegt darin, daß die Erfindung
einen zweckmäßigen Weg für die Standardisierung der Auf
nahmeseite weist, die in der kopfbezogenen Stereophonie
noch ungelöst ist.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen,
daß die innere Geometrie des Kunstkopfs (Gehörgang, Trom
melfell, Art und Ankopplung des Schallwandlers), die im
Gegensatz zur äußeren Geometrie von Hals, Kopf und Ohrmuscheln
bekanntlich keinen Einfluß auf die Richtcharakteristik,
sondern nur Einfluß auf die Frequenzbewertung hat, bei
der konstruktiven Ausgestaltung abgestimmt werden kann
auf die aufnahmeseitige elektrische Filterung, so daß ent
weder die innere Geometrie oder das Klangfilter vereinfacht
werden können.
Vorteilhaft ist ferner, daß der Kunstkopf aufgrund der
elektrischen Kompensation im gesamten Hörfrequenzbereich
von etwa 40 Hz bis etwa 15 kHz genau entzerrt werden kann.
Die Erfindung hat auch den Vorteil, daß der Kunstkopf für
die besondes kritische frontale Schalleinfallsrichtung
besonders genau entzerrt werden kann, ohne das schwer
meßbare und individuell stark streuende frontale Außenohr-
Übertragungsmaß des Zuhörers auf der Wiedergabeseite
expliziert kennen zu müssen.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß der linke und der
rechte Mikrophonkanal unabhängig voneinander entzerrt wer
den können. Bei einer Links-Rechts-Unsymmetrie des Kunstkopfs,
die praktisch immer gegeben ist, kann das links und rechts
unterschiedliche frontale Freifeld-Übertragungsmaß durch
eine jeweils unterschiedliche Filterung im linken und
rechten Mikrophonkanal entzerrt werden. Die beim Zuhörer
vorhandene und dessen natürlichen Höreindruck mitbestim
mende Links-Rechts-Unsymmetrie für frontalen Schalleinfall
wird vorteilhafterweise auf der Wiedergabeseite durch die
Freifeldentzerrung des Kopfhörers erfaßt und nachgebildet.
Ein beachtlicher Vorteil ist auch, daß die erfindungsgemäß
entzerrten Kunstkopfsignale zur Übertragung über gebräuch
liche stereophone Kanäle und zur Wiedergabe über Lautsprecher
wesentlich besser geeignet sind als übliche, mit einer
Frequenzbewertung behaftete Kunstkopfsignale. Damit wird
die für eine breitere Anwendung des Verfahrens bedeutsame
Kompatibilität zur konventionellen raumbezogenen Stereophonie
verbessert.
Schließlich ist der Vorteil bei der Verwendung einer Ketten
schaltung von Brücken-T-Gliedern darin zu sehen, daß diese
Realisierung des Klangfilters besonders geeignet ist für
die Entzerrung eines komplizierten Kunstkopffrequenzgangs,
insbesondere mit Hilfe eines Rechnerprogramms. Außerdem
tragen diese passiven Filterstufen nicht zum Eigenrauschen
der Aufnahmeanordnung bei.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 den Frequenzgang Δ L N (f) des Freifeldübertragungsmaßes
des äußeren Ohrs für frontalen Schalleinfall, der
mit dem Frequenzgang des Übertragungsmaßes eines
nach DIN 45 500 freifeldentzerrten Kopfhörers über
einstimmt;
Fig. 2 den Frequenzgang Δ L K (f) des Freifeld- oder Außenohr-
Übertragungsmaßes eines bekannten Kunstkopfs für
frontalen Schalleinfall (mit ausgezogener Linie
gezeichnete Kurve) sowie den Frequenzgang Δ L E (f)
des Übertragungsmaßes des erfindungsgemäß für
diesen Kunstkopf vorgesehenen Klangfilters (mit
gestrichelter Linie gezeichnete Kurve);
Fig. 3 ein elektrisches Schaltbild eines Ausführungsbei
spiels des erfindungsgemäß vorgesehenen Klangfilters.
Wie ein Vergleich mit dem Frequenzgang Δ L N (f) des natür
lichen Außenohrs (Fig. 1) zeigt, weicht die Frequenzbe
wertung des verwendeten Kunstkopfs (Δ L K (f) in Fig. 2)
- wie bei allen Kunstköpfen - vom natürlichen Hören ab.
So zeigt der Kunstkopf nach Fig. 2 zwei Pegelanhebungen
von etwa 8 dB und 10 dB bei 1,4 und 4,2 kHz gegenüber
nur einer Anhebung von 12 dB bei 3 kHz in Fig. 1. Die
10 kHz-Absenkung beträgt bei diesem Kunstkopf - 35 dB
gegenüber - 9 dB beim natürlichen Hören. Entsprechend
der Erkenntnis, daß die Nachbildung der
natürlichen Frequenzbewertung eines Zuhörers mit Hilfe
eines Kunstkopfs weder erreichbar noch wünschenswert ist,
wird der Frequenzgang des Kunst
kopfs für frontalen Schalleinfall noch vor der Tonüber
tragung mit Hilfe eines Klangfilters kompensiert,
wie in Fig. 2 mit der gestrichelt eingezeichneten Kurve
angedeutet ist. Als Ergebnis dieser Maßnahme wird in der
Übertragungskette vom Kunstkopf zum Kopfhörer für fron
talen Schalleinfall nur noch der vom freifeldentzerrten
Kopfhörer nachgebildeten Frequenzgang des Freifeldüber
tragungsmaßes des äußeren Ohrs gemäß Fig. 1 wirksam, so
daß der Zuhörer aufgrund der wiedergabeseitigen Frequenz,
bewertung durch den Kopfhörer den natürlichen Höreindruck
hat.
Die in Fig. 3 anhand eines Ausführungsbeispiels dargestellte
Filteranordnung besteht aus der Kettenschaltung eines Bandpasses
10 und zweier Bandsperren 20, 30, wobei die Schaltungsbestandteile
10, 20 und 30 durch senkrechte gestrichelte Linien voneinander
getrennt sind. Der Bandpaß 10 und die Bandsperren 20, 30 sind
in Form von Brücken-T-Gliedern ausgebildet. Der Querzweig des
Bandpasses 10 umfaßt einen Parallelschwingkreis mit einer Induk
tivität L 1, einer Kapazität C 1 und einem ohmschen Widerstand R 1,
ferner einen Serienwiderstand R 2. Der Brückenzweig des Bandpasses
10 umfaßt einen Serienschwingkreis mit einer Induktivität L 3,
einer Kapazität C 3 und einem ohmschen Widerstand R 3, ferner einen
Parallelwiderstand R 4. Der Längszweig des Bandpasses 10 umfaßt
zwei ohmsche Widerstände R. Dies gilt in gleicher Weise auch für
die Längszweige der beiden Bandsperren 20 und 30.
Bei der ersten Bandsperre 20 umfaßt der Querzweig einen Serien
schwingkreis mit einer Induktivität L 5, einer Kapazität C 5 und einem
ohmschen Widerstand R 5. Der Brückenzweig der Bandsperre 20 umfaßt
einen Parallelschwingkreis mit einer Induktivität L 6, einer Kapazität
C 6 und einem ohmschen Widerstand R 6 .
Bei der zweiten Bandsperre 30 umfaßt der Querzweig einen Serien
schwingkreis mit einer Induktivität L 7, einer Kapazität C 7 und einem
ohmschen Widerstand R 7. Der Brückenzweig der Bandsperre 30 umfaßt
einen Parallelschwingkreis mit einer Induktivität L 8, einer Kapazität
C 8 und einem ohmschen Widerstand R 8.
Dem Eingang 11 der Filteranordnung nach Fig. 3 ist zur Impedanzan
passung ein ohmscher Widerstand R 9 vorgeschaltet.
Eine praktisch verwirklichte Filteranordnung gemäß Fig. 3 besaß eine
Einschaltdämpfung von 37 dB. Aufgrund der ausschließlichen Verwendung
passiver Bauelemente zeigt die Filteranordnung nach Fig. 3 kein Eigen
rauschen.
Die Wirkungsweise der Filteranordnung nach Fig. 3 ist am besten aus
dem Frequenzgang gemäß Fig. 2 (gestrichelt eingezeichnete Kurve) er
sichtlich. Der Bandpaß 10 bewirkt die Anhebung des Frequenzgangs bei
10 kHz, während die Bandsperren 20, 30 die Absenkungen bei 1,4 kHz
bzw. 4,2 kHz bewirken.