DE2927049A1 - Anlage und system zum austrocknen von bauwerken - Google Patents
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Description
- ANLAGE UND SYSTEM ZUM AUSTROCKNEN VON BAUWERKEN
- Die Erfindung bezieht sich auf Anlagen mit besonderen Elektroden und Anspeisungen für aktiv elektrische bzw. elektroosmotische Anlagen zum Austrocknen von Bauwerken.
- Zur Durchführung aktiv elektrischer Mauertrocknungsanlagen wurden bisher - sofern Elektroden eingesetzt wurden, welche zuverlässig nicht korrodieren bzw. im Gleichstrom nicht abbauen, -hauptsächlich Stab-Elektroden verwendet, zu deren Einbau geradlinig verlaufende Fugen erforderlich sind, für die erhebliche, mitunter sogar komplizierte Stemmarbeiten notwendig sind Die Montage der Stab-Elektroden ist ferner durch Einpassen von Verbindungsstücken (Kupplungen) Einspeisungsstücken, etc. schwierig, zeitaufwendig und dementsprechend teuer.
- Zur Vermeidung größerer Stemmarbeiten verwendet man als Elektrode auch breiiges bzw. plastisches Material. Da sich dies Material dem Verlauf der Mauerfugen anpasst, ist zwar die Herstellung der Einbaufugen wesentlich weniger arbeits- und zeitaufwendig, doch muß das Elektrodenmaterial erst vor Einbringung gemischt und verlegereif gemacht werden. Diese Vorbereitungsarbeiten sind sehr zeitaufwendig und bereiten viel Schmutz. Auch das Abbinden, bzw. Erhärten des Materials muß abgewartet werden,bevor die Mauerfugen mit den Elektroden wieder geschlossen werden können.
- Man versuchte auch, um Stemmarbeiten zu vermeiden, die Elektroden durch einen Anstrich der Fuge oder des Mauerwerks mit Graphitfarbe oder sonstigen Graphitmischungen zu ersetzen, was aber die große Gefahr unerwünschter Unterbrechungen der Anlage beinhaltet. Bei einem derartigen Anstrich ist der Dicke des Anstrichs eine enge Grenze gesetzt und ist bei jeder gelegentlich notwendigen Verputz- oder sonstigen Arbeit an der Mauer die Gefahr einer Unterbrechung der Stromzuführung durch Beschädigung des Anstrichstreifens gegeben. Auch das Mitführen einer Begleitleitung, um die gleichmäßige Stromversorgung der Anlage zu gewährleisten, ist kaum möglich.
- Da die Elektroden, Anoden wie auch Kathoden, blank in das Mörtelbett eingebettet in der Mauer liegen, strahlt der über diese Elektroden eingespeiste Strom kurzschlußartig durch das nasse Mauerwerk zwischen Anode und Kathode und wird zwangsläufig mit dem Abstand von der Einspeisungsstelle immer kleiner, bis er unwirksam ist. Die Stromverluste bei einseitig eingespeisten Elektroden sind nach verhältnismäßig kurzen Strecken so groß, daß die Wirksamkeit, die man von einer elektroosmotischen Anlage verlangt, nicht mehr vorhanden ist.
- Es wurde deshalb parallel mit der Elektrode ein Begleitleiter in die Mauerfuge gelegt, von dem aus die Elektrode in regelmäßigen Abständen immer wieder eingespeist wird.
- Nicht genügend kontrollierbare und nicht ausreichende Stromstrahlungen bringen auch Anlagen mit sich, bei welchen, statt mitlaufender Kathodenleitungen, der Minuspol der Stromquelle nur mit Erdungsstäben verbunden wird.
- Mit der Erfindung soll deshalb die Aufgabe gelöst werden,eine aktive elektrische Anlage zum Aus trocknen von Bauwerken zu schaffen, bei der nicht korrodierende, vorgefertigte Elektroden sich dem Verlauf der Mauerfugen anpassen und ein Verputzen der Mauerfugen gleichzeitig mit dem Einlegen der Elektroden in das Mauerwerk möglich ist. Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
- Mit der in Anspruch 1 angegebenen Erfindung werden die genannten Nachteile bekannter Entfeuchtungsanlagen beseitigt, die Installation der Anlage wesentlich vereinfacht und verbilligt,sowie durch die Einspeisung der Elektroden in vorbestimmten Abständen die Wirksamkeit der Anlage erhöht (Fig.2). Ausgeschaltet sind damit auch Störungsmöglichkeiten, welche durch Schäden an den anderweitig notwendigen, immerhin sehr empfindlichen Kupplungen und Einspeisungsstücken, welche überdies mit höchster Präzision und größter Gewissenhaftigkeit eingebaut werden müssen, ausgelöst werden. Ausgeschaltet sind nunmehr auch die erst nach langer Ausbildungszeit selbständig einsetzbaren, teuren Arbeitskräfte, was neben dem Wegfall der Störungsmöglichkeiten auch geringere Montagekosten mit sich bringt.
- Beim Gegenstand des Anspruch 1 wird also in die Steinfugen, welche nur zum Teil ausgekratzt werden, als Elektrode ein flexibler Stromleiter welcher bevorzugt aus Fäden in gebündelter, gedrehter, gezwirnter, geflochtener oder schnurartiger Form aus nicht korrodierendem bzw. im Gleichstrom nicht abbauendem Material, bevorzugt kohlenstoffhaltiges Material, eingebracht. Gleichzeitig wird eine isolierte Begleitleitung miteingebracht, welche in vorbestimmten Abständen die Elektroden immer wieder neu einspeist, wodurch über die ganze Länge der Anlage eine annähernd gleichmäßige Stromdurchflutung erreicht wird.
- Ein großer, nicht zu unterschätzender Fortschritt liegt in der besonders einfachen, unkomplizierten und besonders betriebssicheren Art in der man bei dem hier zur Anwendung kommenden schnurartigen Elektrodenmaterial, Elektrodenabzweigungen, Elektrodenverlängerungen, Elektrodenverbindungen und besonders die Anspeisungs- und Kontrollpunkte herstellen kann. Alle Elektrodenverbindungen können bei dem vorgenannten Elektrodenmaterial durch einfaches Verknotet der entsprechenden Teile durchgeführt werden.
- Ein Ausfahrungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend an Hand der Figuren erläutert.
- Es zeigt: FIG. 1a und 1b: Die die Stromverteilung zwischen Anode und Kathode in einem Mauerwerk bei einer elektroosmotischen Austrocknungsanlage.
- (A = Anode, K = Kathode) FIG. 2: Eine Elektrode mit einem isolierten Begleitleiter,welcher die Elektrode in vorbestimmten Abständen einspeist.
- A = Anspeisungsleitung, E = Elektrode FIG. 3: zeigt Mauerwerk mit eingelegten Kathoden kombiniert mit Erdsonden.
- A = Anode, K = Kathode Fig. 1a und 1b zeigen die Stromverteilung zwischen Anode und Kathode.
- In einem Mauerwerk sind zwei Fugen ausgebildet, die sich dem Verlauf der Mauersteinbegrenzung anpassen. In jede Fuge sei eine nicht korrodierende Elektrode eingelegt, die jeweils an einen Pol entgegengesetzter Polarität einer Stromquelle geführt wird. Dabei wird sich die in Fig.la und 1b symbolisch dargestellte Ableitungsstromverteilung einstellen, durch die eine elektroosmotische Wasserbewegung und Austrocknung der Mauer bewirkt wird. Man erkennt, daß der Ableitungsstrom sich in der Nähe der beiden Eingangspunkte verteilt und daß davon weiter entfernt liegende Mauerteile nicht mehr mit Ableitungsströmen durchsetzt werden, wodurch die elektroosmotische Wirkung des Stroms in den von der Eingangsstelle weiter entfernt liegenden Mauerteilen nicht mehr eintritt.
- Ein Mauerwerk oder eine Betonmauer,welche trozkengelegt werden sollen, wird von anhaftendem Putz befreit und bloßgelegt.Dann wird in einem vorbestimmten und doch die Art der Mauer und den Umfang der Durchfeuchtung vorgegebenem Abstand etwa horizontal oder etwa vertikal verlaufende Fugen der Stein- oder Betonmauer ausgekratzt. In die Fugen wird anschließend die flexible Elektrode eingelegt. Da die Elektrode flexibel ist, kann sie einer beliebigen Mauersteinbegrenzung oder Betonfuge folgen, also auch krummlinig verlaufen. Gleichzeitig mit dem Einlegen der flexiblen Elektroden wird ein ebenfalls flexibler niederohmiger Begleitleiter in jede ausgekratzte Fuge eingelegt, von dem aus in vorgegebenen Abständen eine elektrische Verbindung zu den Elektroden hergestellt wird. An diesen elektrischen Verbindungspunkten erfolgt die elektrische Einspeisung der Elektroden, so daß entlang der ganzen Elektrode immer eine ausreichende Stromstrahlung vorhanden ist. Unmittelbar nach dem Einlegen der Elektrode und des Begleitleiters in die Fuge wird die Fuge wieder mit Mörtel gefüllt und geschlossen, so daß sich eine innige Berührung der Elektrode mit dem Mauerwerk ergibt.
- Die Elektrode kann aus Kohlefäden bestehen, die in gebündelter, gedrehter, gezwirnter, geflochtener oder schnurartiger Form verseilt sind und so eine ausreichende mechanische Festigkeit ergeben. Der Begleitleiter ist ein niederohmiges Unterputzkabel bekannter Art.
- Für Einspeisungs- und Kontrollpunkte braucht man nicht wie bisher besondere, aber immer empfindliche und störungsanfällige Anspeisungsstücke. Die schnurartige Elektrode wird lediglich zu dem außenliegenden Kontrollpunkt herausgeführt und dort mit dem Abzweigungskabel der Begleitleitung verbunden (Fig.2). Da hierbei keine Lötarbeiten notwendig sind, ist auch das Verbinden und das im Falle von Kontrollen nötige Lösen dieser Verbindungen unkompliziert, einfach und schnell durchführbar. Ob dies zu Routineüberprüfungen, oder zur Strahlungskontrolle einzelner Abschnitte der Anlage, oder um Teile der Anlage auszuschalten, gemacht wird, in jedem Falle zeigt sich durch die neue Elektroden- und Einspeisungsart um wieviel größer die Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit dieser neuartigen Anlage ist.
- Infolge der enormen Vereinfachung des Einbaues und der Montage des Elektrodenmaterials wird es nunmehr auch als Kathode verwendet, was wiederum die Wirtschaftlichkeit und ganz besonders auch die Betriebssicherheit beachtlich erhöht. Durch den Wegfall metallischer Kathoden ist auch sichergestellt, daß bei Ausfall der Stromzufuhr keine Elementströme im Mauerwerk entstehen können, welche u.U. sich nachteilig auswirken könnten. Die Stromversorgung der Kathode ist die gleiche wie bei der Anode.
- Der Verlauf von Anoden und Kathoden, welche in etwa gleichen Abständen im Mauerwerk fortlaufend geführt werden, gewährleistet, besonders auch durch die Anspeisungen, die gewünschte, kontinuierliche zum Erfolg führende Stromstrahlung.
- Um bei dieser Stromstrahlung noch eine meilr in die Tiefe gehende Trockenwirkung im Mauerwerk herbeizuführen, kann man in vorbestimmten Abständen, zusätzliche Kathoden-Erdsonden einbringen, welche von dem Minuspol der Anlage eingespeist werden. Dies kann entweder durch Anschluß an die Kathode der bestehenden Stromversorgung geschehen, oder die Erdsonden werden mit dem Minuspol eines separaten Gerätes verbunden, dessen Pluspol mit der bestehenden Anlage verbunden ist. (Fig.3) Zusätzlich zu den horizontalen oder vertikalen Fugen können auch in vorgegebenen Abständen Löcher in die Mauer gebohrt werden, in welche Elektrodensonden einsteckbar sind, die außen mit dem Begleitleiter oder mit der laufenden Elektrode verbunden werden. Durch die Flexibilität der Sonden können diese durch einfaches Verknoten mit der Anlage verbunden werden, bzw. können auch von den laufenden Elektroden durch schlingenartiges Abzweigen Sonden hergestellt werden. Die Sondenlöcher werden durch Einspritzen von Mörtel geschlossen und es wird dadurch ein inniger Kontakt der Sonden mit dem Mauerwerk hergestellt.
- Leerseite
Claims (9)
- PATENTANSPRÜCHE 1. Anlage zum Austrocknen von Bauwerken mittels Gleichstrom, der über Anoden und Kathoden das Mauerwerk durchfließt,wobei die Elektroden jeweils mit einem Anspeisungsleiter in die Mauerfugen eingebettet sind, dadurch gekennzeichnet,daß zur Trocknung von Mauerwerk Elektroden verwendet werden,welche aus flexiblen Fäden in gebündelter, gedrehter, gezwirnter, geflochtener oder schnurartiger Form aus nicht korrodierendem bzw. in einem elektrischen Feld nicht abbauendem Material bestehen.
- 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anoden und Kathoden aus dem gleichen Material mit dem gleichen Anspeisungssystem bestehen.
- 3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,daß die Elektroden aus kohlenstoffhaltigem Material bestehen.
- 4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolation des Begleitleiters in vorbestimmten Abständen entfernt ist und an diesen Stellen mit der Elektrodenschnur verbunden wird.
- 5. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrodenschnur in vorbestimmten Abständen Unterbrechnungen aufweist, wodurch Elektrodenabschnitte entstehen, welche jeweils an beiden Enden vom Begleitleiter elektrisch angespeist werden.
- 6. Anlage nach Anspruch 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß der isolierte Begleitleiter in vorbestimmten Abständen nach außen geführt ist und dort mit den jeweiligen Endstücken der Elektrodenschnur, welche nach außen geführt werden, zur Anspeisung verbunden wird.
- 7. Anlage nach Anspruch 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß in vorbestimmten Abständen Elektrodensonden in etwa horizontal in die Mauer gebohrte Löcher eingelegt werden und jeweils mit dem Anspeisungsleiter, oder der entlang laufenden Elektrode elektrisch verbunden werden.
- 8. Anlage nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu der Kathode im Mauerwerk ein oder mehrere Erdsonden neben dem Mauerwerk in das Erdreich eingebracht werden, die mit der Kathode verbunden sind.
- 9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zu der Kathode im Mauerwerk ein oder mehrere Erdsonden neben dem Mauerwerk in das Erdreich eingebracht werden, die mit dem Minuspol einer zusätzlichen Stromquelle verbunden sind, deren Pluspol mit der Anode der Anlage in Verbindung steht.
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