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Beschreibung
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Die Erfindung betrifft einen Blindniet nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
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Derartige Nieten sind außer für der Schaftlänge normalerweise entsprechende
Klemmbereiche auch für geringere ERemmstärken verwendbar, da der überstehende Schaftbereich
mit geringerer Wandstärke zwischen der Materialoberfläche und dem Schließkopf einen
kragenförmigen Wulst bildet. Ihr ausgedehnter Einsatzbereich erspart die Herstellung,
Anschaffung und Vorratshaltung einer großen Auswahl von Blindnietgrößen für alle
vorkommenden Klemmstärken.
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Aus offenkundiger Vorbenutzung ist ein Blindniet aus Aluminium bekannt;
dessen Schaft etwa in der Mitte seiner Länge einen Bereich verriagerten Außendurchmessers
und damit verringerter Wandstärke aufweist. Dies wird bei der Herstellung dadurch
erreicht, daß der Schaft des Blindniets in seinem inneren Bereich zwischen Klemmbacken
eingepreßt wird.-Der Nietwerkstoff Aluminium weicht dabei beidseitig der Backen
in die nicht geklemmten Schaftbereiche aus. Die Herstellung dieses bekannten Blindnietes
ist aufwendig. Vor allem läßt sich die geschilderte Verformung nur bei Aluminiumnieten
erzielen. Bei Stahlnieten ist dies nicht möglich.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Niet nach dem Oberbegriff zu schaffen,
der aus beliebigem Material, insbesondere Stahl, einfach herstellbar ist und trotzdem
einen großen Klenmbereich überdeckt.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Merkmal des Anspruchs 1
gelöst.
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Der Blindniet nach der Erfindung ist auf einfache Weise herstellbar,
da nur ein Teil seiner Längsbohrung mit größerem Durchmesser hergestellt werden
muß, im einfachsten Fall
durch Bohren. Der Nietwerkstoff kan beliebig
sein, da ihm bei der Herstellung kein Ausweichen oder Fließen zugemutet wird. Der
äußere Scbaftdurchmesser bleibt durchlaufend gleich. Dies hat den wesentlichen Vorteil,
daß bei Nieten im gröBtmöglichen Klemmbereich der Schaft überall gleichmäßig an-
der Lochleibung anliegt. Wird der Niet in einem kleineren Klemmbereich verwendet,
so beginnt beim Stauchen des Nietes die radiale Werkstoffbewegung bereits beim Außendurchmesser
des Nietes, im Gegensatz zu dem eingangs geschilderten bekannten Niet, bei dem der
erste Teil des Radialweges dazu dient, erst den normalen Schaftaußendurchmesser
und damit den Durchmesser der Nietbohrung zu erreichen.
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Vorteilhaft ist die Durchmesservergrößerung in Form einer Stufe ausgebildet.
Das im Bereich der Stufe rascher vordringende Material drängt den Bereich mit größerem
Bohrungsdurchmesser nach außen und bestimmt damit die Ausbeulrichtung. Dadurch zieht
sich im weiteren Stauchprozeß der Kopf des Zugdornes allmählich zwischen die ausgebauchten
Schaftwände.
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Die Stufe kann vorteilhaft im Bereich der halben Schaftlänge liegen.
Damit steht sowohl bei Ausnützen der größtmöglichen Klemmstärke für die Eopfbildung,
als auch bei der kleinstmöglichen Stärke genügend Zange für das Bilden eines kragenförmigen
Wulstes zur Verfügung.
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Die Abschnitte der Längsbohrung beidseits der Stufe können jeweils
zylindrisch verlaufen, als durch einfaches Bohren herstellbar sein.
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Bei einer weiteren Ausführungsform erweitert sich die Längsbohrung
von der Stufe an bis zur Öffnung im Nietkopf konisch.
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Die Wandstärken sind also umso dünner, je geringer die Klemmdicke
ist, so daß die bereits geringste Wandstärke des über den Klemmbereich vorstehenden
Scha£tteiles unmittelbar über der Anlagefläche des sich bildenden kragenförmigen
Wulstes ist Eine gute Ausbeulung und damit sichere Überdeckung und Anlage wird auf
diese Weise gewährleistet.
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Eine vorteilhafte Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Blindniets,
für die selbständiger Schutz beansprucht wird, besteht darin, daß der Zugdorn einen
etwa halbkugeligen Kopf mit mindestens drei Abschrägungen aufweist, deren Flächen
sich etwa von der Kreisfläche des Kopfes nach oben innen hinein erstrecken. Der
Kopf des Zugdornes zieht sich durch die Abschrägungen besonders gut in den sich
verformenden Nietschaft und wird vom Nietmaterial einwandfrei übergriffen und gehalten.
Damit ist auch bei Hohlnieten aus Stahl ein guter Halt des Zugdornkopfes erzielbar.
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Ausführungsbeispiele r Erfindung werden anhand der nachstehenden Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Blindniet im Schnitt ohne
Zugdorn, Fig. 2 eine andere Ausführungsform eines Blindnietes im Schnitt ohne Zugdorn,
Fig. 3 eine Nietverbindung im Längsschnitt, Fig. 4 eine weitere Nietverbindung im
Längsschnitt, Fig. 5 eine Ansicht eines Zugdornes und Fig. 6 eine Draufsicht auf
den Zugdorn.
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Der in Fig. 1 dargestellte Blindniet weist einen linsenförmigen Setzkopf
1 und einen Schaft 2 auf. Durch den gesamten Blindniet erstreckt sich eine als ganzes
mit 3 bezeichnete Längsbohrung. Sie setzt sich aus einem zylindrischen Abschnitt
3a mit einem Durchmesser dl und einem zylindrischen Abschnitt 3b mit einem Durchmesser
d2 zusammen, wobei der Durchmesser d2 einige Zehntel Millimeter größer ist als der
Durchmesser di. Der Abschnitt 3a erstreckt sich vom kopffernen Ende des Schaftes
2 etwa bis zur Hälfte der Schaftlänge 1, der Abschnitt 3b anschließend bis zur Oberfläche
des Setzkopfes 1. Der Übergang vom Abschnitt 3a zum Abschnitt 3b erfolgt sprunghaft
unter Bildung einer Stufe 4.
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Der dargestellte Niet besteht aus Stahl. Die nachstehend aufgeführten
Abmessungen sollen ein ungefähres Bild der Maßverhältnisse liefern: Schaftlänge
1 12mm Schaftaußendurchmesser D 4,75 mm Lange des Abschnittes 3a,11 6 mm Bohrungsdurchmesser
dl des Abschnittes 3a 2,8 mm Bohrungsdurchmesser d2 des Abschnittes 3b 3,5 mm mögliche
Klemmstärken s von 1-8 mm Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform
eines Blindnietes mit einem Setzkopf 1', einem Schaft 2' und einer Längsbohrung
3'. Die Längsbohrung 3' weist einen zylindrischen Abschnitt 3a' auf, der sich mit
einem Durchmesser di vom kopffernen Schaftende bis etwas vor dessen Längsmitte erstreckt.
Dort schließt sich unter Bildung einer Stufe 4' und einem Durchmesser d2 ein Abschitt
3b' an, der sich von der Stufe 4' an bis zur Oberfläche des Setzkopfes 1' konisch
bis zu einem Öffnungdurchmesser d3 erweitert. Auch der Niet nach Fig. 2 besteht
aus Stahl.
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Die Fig. 3 und--4 zeigen jeweils im Längsschnitt eine mit einem Blindniet
nach Fig. 1 hergestellte Nietverbindung, und-zwar mit unterschiedlich dicken Slemmbereichen.
Fig. 3 ist das Beispiel für eine geringe Elemmdicke s1, Fig. 4 für-- -eine größere
Klemmdicke s2. Die Bildung des Schließkopfes 5-erfolgt jeweils unter Verwendung
eines Zugdornes 6 mit Hilfe einer Sollbruchstelle 7 im Zugdornschaft-8.-Bei einer
Nietverbindung mit geringer-Elemmstärke ist si ragt~der Schaft des Mehrbereichsnietes
nach Fig. 1 weiter aus der Nietbbhrung heraus, als zum Bilden eines Schließkopfes
erforderlich ist. Sobald durch den Zug am Zugdorn 6 der Stauchvorgang beginnt, weicht
der Schaftbereich mit den Bohrungsabschnitt 3b, also mit geringerer Wandstärke-,
nach außen aus. Der sich im Anschluß bildende Schließkopf 5 und der tiefer in die
Bohrung eindringende Kopf 6a des Zugdorne s 6 drückt den ausgebeulten Schaftbereich
als kragenförmigen Wulst 9 an die Oberfläche des zu vernietenden Materials und bewirkt
damit den festen Sitz des Nietes. Fig. 3 zeigt die fertige Terbindung nach Abreißen
des Zugdornsschaftes 8.
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Fig. 4 zeigt eine Nietverbindung, bei welcher die Dicke des Klemmbereiches
s2 etwa die größte der Schaftlänge 11 entsprechende Klemmdicke beträgt. Der Schaftbereich
mit verringerter Wandstärke, also der gesamte Bohrungsab schnitt 3b mit vergrößertem
Durchmesser,befindet sich innerhalb der Nietbohrung.Beim Nietvorgang hat sich ein
normaler Schließkopf 5' gebildet. Im Rahmen des Spiels zwischen Schaftdurchmesser
und Nietbohrung hat sich der Bereich mit verringerter Wandstärke durch leichte Auswölbung
besonders gut an die Lochleibung angelegt.
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Der in den Fig. 5 und 6 dargestellte Zugdorn 6 weist an seinem Kopf
6a drei Abschrägungen 10 auf. Deren Flächen
erstrecken sich etwa
von der dem Schaft zugewandten Kreisfläche ii des Kopfes 6a zur Oberfläche des Kopfes
nach innen geneigt. Beim Eindringen des Zugdornkopfes in die Nietbohrung kann dadurch
das Nietmaterial den Kopf im Bereich der Abschrägungen besonders gut übergreifen
und dadurch den Kopf besonders gut festhalten.
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Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt. So
kann die Längsbohrung des Schaftes auch drei sich zum Setzkopf erweiternde Abschnitte
mit unterschiedlichen Durchmessern aufweisen. Ferner kann der Übergang anstelle
einer radialen Stufe auch in Form einer kurzen Abschrägung erfolgen. Je nach Hohlniet-Material
kann die Länge der Bohrungsabschnitte variieren. Selbstverständlich kann auch der
Setzkopf je nach Bedarf unterschiedliche Formen aufweisen.
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Die Ausbildung des Zugdorn-Kopfes mit Abschrägungen, für die selbständigerSchutz
beansprucht wird, kann ebenfalls variieren; statt drei können auch vier oder mehr
Abschrägungen vorgesehen sein. Die Neigung der Abschrägungen kann, insbesondere
für unterschiedliches Hohlnietmaterial, ebenfalls variieren. Die Abschrägungen können
auch bis zur unteren Kopffläche verlaufen, so daß Segmente der Ereisfläche fehlen.