DE2920441A1 - Verfahren zur herstellung von aminoanthrachinon und danach hergestelltes aminoanthrachinon - Google Patents
Verfahren zur herstellung von aminoanthrachinon und danach hergestelltes aminoanthrachinonInfo
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Möhlstraße 37 D-8000 München 80
Tel.: 089/982085-87 Telex: 0529802 hnkl d
Telegramme: ellipsoid
Dr.F/rm
21. MAS 1979
SUMITOMO CHEMICAL COMPANY LIMITED Osaka / Japan
Verfahren zur Herstellung von Aminoanthrachinon und danach hergestelltes Aminoanthrachinon
§09349/0623
2920U1
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Aminoanthrachinons aus einem Nitroanthrachinon, insbesondere
von 1-Arainoanthraehinon aus 1-Nitroanthrachinon. Im
Rahmen des Verfahrens gemäß der Erfindung erfolgt die Reduktion eines Nitroanthrachinons mit einem Alkalisulfid unter
Bildung eines entsprechenden Aminoanthrachinons.
1-Aminoanthrachinon, das eines der wesentlichen Zwischenprodukte
bei der Herstellung von Anthrachinonfarbstoffen darstellt,
wurde bisher durch Sulfonieren und anschließendes Aminieren von Anthrachinon hergestellt. Nachteilig an diesem
Verfahren ist jedoch, daß sich einerseits die als Katalysatoren
verwendeten Quecksilberverbindungen durch eine starke Toxizität auszeichnen und andererseits sehr viel Abwasser
anfällt. Darüber hinaus ist das bekannte Verfahren auch noch mit den Nachteilen behaftet, daß es nur eine niedrige
Ausbeute liefert und zu einem niedrigen Umwandlungsgrad führt.
Ein zweckmäßigeres Verfahren zur Herstellung von Aminoanthrachinonen
ist die sogenannte Nitrierung, bei der zunächst Anthrachinon nitriert und das erhaltene Nitrierungsprodukt
dann reduziert wird. Die Erfindung ist nun mit einer Verbesserung der Reduktionsstufe im Rahmen der geschilderten
Nitrierung zur Herstellung von Aminoanthrachinonen befaßt.
Zur Reduktion eines bei der Nitrierung von Anthrachinon angefallenen
Nitroanthrachinons gibt es die verschiedensten Verfahren. So kann man beispielsweise ein Metallpulver, z.B.
Eisenpulver, in einem sauren Lösungsmittel, z.B. Schwefel-
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säure, ein Hydrosulfit, Hydrazin oder Glucose, verwenden oder mit Ammoniak aminieren, katalytisch hydrieren oder
ein Alkalisulfid verwenden.
Einige dieser Verfahren sind jedoch mit wirtschaftlichen
Nachteilen behaftet, d.h. die Umwandlung der Nitrogruppe(n) zu der (den) Aminogruppe(n) findet zusammen mit den verschiedensten
Nebenreaktionen, die die Aminoanthrachinonausbeute beeinträchtigen, statt. Darüber hinaus braucht man
großdimensionierte Anlagen bzw. größere zeitliche Aufwendungen zur Behandlung von unweigerlich anfallenden Abfällen.
Von den genannten Reduktionsverfahren findet die Verwendung
von Alkalisulfiden bei der Herstellung von Aminoanthrachinonen durch Reduktion von Nitroanthrachinonen im Laboratorium
weitgehende Bevorzugung, da bei solchen Reduktionsverfahren nur in untergeordnetem Maße die Gefahr von Nebenreaktionen
besteht. Solche Reduktionsverfahren werden beispielsweise beschrieben in:
(1) Roemer »Ber.», 1£, 1786 (1882)
(2) Boettger und Petersen "Ann.", 166, 147 (1873)
(3) Lauth »Bull. soc. chim. Fr.», 2£, 1132 (1903)
(4) Beisler und Jones "J. Am. Chem. Soc", 44, 2304 (1922)
(5) Haworth und Lapworth "J. Chem. Soc", Vl^, 774 (1921)
(6) "The Chemical Age (Dyestuffs Monthly Supplement)",
8, 10, 1927.
Nachuntersuchungen der in den genannten Literaturstellen beschriebenen
Verfahren zeigten jedoch, daß sämtliche Verfahren hinsichtlich der Ausbeute zu wünschen übrig lassen und
daß sich die bei den bekannten Verfahren erhaltenen Produkte
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durch sehr schlechte Filtrationseigenschaften auszeichnen, da die gebildeten Anthrachinone in Form feiner nadelartiger
Kristalle in der Größenordnung von etwa 3 bis 5 ui χ 1 bis
2 um vorliegen. Auch die Herstellung von Farbstoffen läßt
zu wünschen übrig, sofern nicht das an den Kristallen haftende Abwasser aus der Reduktionsstufe in ausreichendem Maße
entfernt wird. Zur Abtrennung und Entfernung des Abwassers aus der Reduktionsstufe ist aber ein großes Volumen Waschwasser
erforderlich. Weiterhin erhöht sich die Viskosität des Reaktionsgemische im Laufe der Reduktion von Nitroanthrachinonen
zu Aminoanthrachinonen, weswegen als Lösungsmittel für das jeweils gewünschte Produkt aus Verarbeitungs- und Sicherheitsgründen
eine große Menge Wasser benötigt wird. Aus diesen Gründen eignen sich die geschilderten Verfahren nicht
zur großtechnischen Herstellung von Aminoanthrachinonen.
Bei genauen Untersuchungen der Reduktion von Witroanthrachinonen
zu Aminoanthrachinonen unter Verwendung von Alkalisulfiden im Hinblick auf deren großtechnische Durchführbarkeit
hat es sich überraschenderweise gezeigt, daß man das gewünschte Aminoanthrachinon in für die Industrie höchst vorteilhafter
Weise erhält, wenn man ein Nitroanthrachinon einer kontinuierlichen Wärmebehandlung mit einer ganz speziellen
Menge eines Alkalisulfids bei einer Temperatur im Bereich
von 80° bis 14O°C unterwirft.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung
eines Aminoanthrachinons durch Reduktion eines Nitroanthrachinons,
welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Reduktion in einem wäßrigen Medium durchführt, indem
ein Nitroanthrachinon und ein Alkalisulfid einer auf einer Temperatur von 80° bis 14O°C gehaltenen Reaktionszone zuge-
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führt werden, wobei das Alkalisulfid in der mindestens 1,6-fachen
Menge Molzahl der Nitrogruppen zum Einsatz gelangt, und daß man das Reaktionsgemisch aus der Reaktionszone abzieht.
Wenn man das Verfahren gemäß der Erfindung mit 1-HLtroanthrachiron
durchführt, erhält man das entsprechende 1-^minoanthrachinon
in einer Ausbeute von 98 bis 1OO?6 der Theorie.
Diese Ausbeute ist etwa 5 bis 10% höher als sie nach anderen bekannten Reduktionsverfahren erreichbar ist, und ferner 2
bis 3% höher als die experimentellen Ergebnisse der unter
Verwendung von Alkalisulfiden durchgeführten bekannten Verfahren.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens gemäß der Erfindung besteht
in der Senkung der erforderlichen Menge an Reaktionslösungsmittel.
Wie bereits erwähnt, ist es bei Durchführung der bekannten, chargenweise durchgeführten Reduktionsverfahren
unter Verwendung von Alkalisulfiden wegen der hohen Viskosität des Reaktionsgemische erforderlich, pro Gewichtsteil
Nitroanthrachinon 20 bis 100 Gewichtsteile Wasser einzusetzen. Im Rahmen des Verfahrens gemäß der Erfindung benötigt
man dagegen für die Reaktion weniger als 20 Gewichtsteile Wasser.
Der durchschlagendste Erfolg des Verfahrens gemäß der Erfindung
besteht darin, daß man das gewünschte Aminoanthrachinon in Form von im Vergleich zu den anderen bekannten Alkalisulfid-Reduktionsverfahren
sehr großen Kristallen erhält. Infolgedessen läßt sich das Reaktionsprodukt weit besser
filtrieren. Die im Rahmen des Verfahrens gemäß der Erfindung anfallenden Kristalle besitzen, wie die Figuren 1 und
2 zeigen, durchschnittliche Größen von 10 bis 200 um χ 10
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bis 50 ^im. Die Tatsache der Gewinnung derart großdimensionierter
Kristalle in Verbindung mit der geschilderten Verringerung der zur Reaktion benötigten Wassermenge führt zu
einem drastisch erhöhten Wirkungsgrad der Trennung der Aminoanthrachinonkristalle
von dem Abwasser aus der Reduktionsstufe. Neben sonstigen wirtschaftlichen Vorteilen, z.B.
einer meßbaren Verkürzung der Filtrationsdauer und einer weitestgehenden Verkleinerung der benötigten Filter, erreicht
man hierdurch eine etwa 10-fache Verbesserung des Filtrierens.
Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung werden
beide Reaktionsteilnehmer, nämlich das Nitroanthrachinon
und das Alkalisulfid, kontinuierlich ohne Unterbrechung oder
mit Unterbrechung, d.h. intermittierend, einer Reaktionszone zugeführt. Das Reaktionsgemisch wird bei kontinuierlicher
Zufuhr der Reaktionsteilnehmer kontinuierlich oder intermittierend
oder bei intermittierender Zufuhr der Reaktionsteilnehmer intermittierend, d.h. nach und nach, abgezogen.
Zweckmäßigerweise werden im Rahmen des Verfahrens gemäß der Erfindung beide Reaktionsteilnehmer kontinuierlich zugeführt,
während das Reaktionsgemisch kontinuierlich oder nach und nach abgezogen wird. Vorzugsweise erfolgen sowohl die
Zufuhr beider Reaktionsteilnehmer als auch das Abziehen dee Reaktionsgemische kontinuierlich.
Die Zufuhr der beiden Reaktionsteilnehmer zu der Reaktionszone erfolgt zweckmäßigerweise getrennt.
Die Reduktion des Nitroanthrachinons erfolgt erfindungsgemäß
in einem wäßrigen Medium. Die benötigte Wassermenge beträgt
pro Gewichtsteil Nitroanthrachinon nicht mehr als 20, in
der Regel 5 bis 20, zweckmäßigerweise 8 bis 10 Gewichtsteile .
Unter "Nitroanthrachinon11 sind im vorliegenden Falle 1-Nitroanthrachinon,
2-Nitroanthrachinon, 1,5-, 1,8-, 1,6-, 1,7-, 2,6- und 2,7-Dinitroanthrachinone und deren Mischungen zu
verstehen. Die bevorzugten Ausgangsmaterialien sind erfindungsgemäß einfach nitrierte Gemische mit 1-Nitroanthrachinon
als Hauptbestandteil, die durch Mononitrierung von Anthrachinon
erhalten wurden und ferner ^nitroanthrachinone als Verunreinigungen enthalten, oder durch Reinigen solcher Gemische
erhaltenes hochreines 1-Nitroanthrachinon.
Das Nitroanthrachinon kann in Form eines trockenen Pulvers zugeführt werden, vorzugsweise gelangt es jedoch in Form
einer wäßrigen Aufschlämmung zum Einsatz. Zweckmäßigerweise sollte die Konzentration der Aufschlämmung an Nitroanthrachinon
so groß wie möglich gemacht werden, um die Menge an Lösungsmittel so gering wie möglich zu halten, in anderen
Worten gesagt, um die Menge an aus der Reduktionsreaktion stammendem Abwasser weitestgehend zu senken. Im Hinblick auf
etwaige Beschränkungen infolge operativer Bedingungen sollte im Rahmen des Verfahrens gemäß der Erfindung die Konzentration
der Aufschlämmung zweckmäßigerweise 5 bis 50, vorzugsweise 10 bis 25 Gew.-96 betragen.
Im Rahmen des Verfahrens gemäß der Erfindung verwendbare Alkalisulfide
sind Alkalimetall-, Erdalkalimetall- und Ammoniumsalze von Schwefelwasserstoff und deren Polysulfide.
Beispiele für verwendbare Alkalisulfide sind Lithiumsulfid, Natrium-, Kalium* Beryllium-, Magnesium-, Calcium-,
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Baritun-, Ammoniumsulfid, Natrium-, Kaliian- und Ammoniumhydrogensulfid,
Natrium- oder Kaliumpolysulfid und dergleichen, vorzugsweise Natriumsulfid, Natriumhydrogensulfid
und Natriumpolysulfid.
Das Alkalisulfid gelangt.in Form eines wasserfreien Feststoffs,
eines kristallwasserhaltigen Feststoffs und/oder einer wäßrigen Lösung, vorzugsweise in Form einer wäßrigen
Lösung, zum Einsatz. Die Alkalisulfidkonzentration in der erfindungsgemäß verwendeten wäßrigen Alkalisulfidlösung "beträgt
zweckmäßigerweise 5 bis 50, vorzugsweise 10 bis 35 Gew.-%. Zur Vermeidung einer Freisetzung von gasförmigem
Schwefelwasserstoff sollte die Temperatur der zugeführten Alkalisulfidlösung auf unter 90°, zweckmäßigerweise unter
50°, vorzugsweise unter 35°C gehalten werden.
Die Molzahl an Nitrogruppen wird durch folgende Gleichung bestimmt:
Molzahl der _ Molzahl Mononitro- + Molzahl Dinitroanthra-Nitrogruppen
= anthrachinon chinon
Die theoretisch erforderliche Menge Alkalisulfid beträgt 1,5 Mole pro Molzahl Nitrogruppen, im Rahmen des Verfahrens
gemäß der Erfindung muß jedoch ein Alkalisulfidüberschuß
gegenüber diesem theoretischen Irfordernis eingesetzt werden.
Obwohl die Anwesenheit von Alkalisulfiden in großem Überschuß die Reaktion nicht beeinträchtigt, gelangt das Alkalisulfid
aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten allgemein in der 1,6- bis 6,0-, zweckmäßigerweise in der 1,75- bis
4,0-, vorzugsweise in der 2,0- bis 3,0-fachen Menge der Molzahl Nitrogruppen zum Einsatz.
S09849/Q62&
Erfindungsgemäß wird die Umsetzung bei einer Temperatur im Bereich von 80° bis 140°, zweckmäßigerweise von 90° bis
120°, vorzugsweise von 95° bis 1050C durchgeführt. Wenn man
die Umsetzung bei einer Temperatur oberhalb des Kochpunkts des Reaktionsgemischs durchführt, wird sie unter Druck
durchgeführt.
Wenn die Zufuhr der Reaktionsteilnehmer und das Abziehen des Reaktionsprodukts kontinuierlich erfolgen, kann die Reaktion
bei relativ niedriger Temperatur und verlängerter durchschnittlicher Aufenthaltsdauer oder bei relativ hoher
Temperatur und verkürzter Aufenthaltsdauer durchgeführt werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sollte jedoch
allgemein 5 min bis 24 h bei einer Reaktionstemperatur von 80° bis 14O°C, insbesondere 10 min bis 12 h bei einer Temperatur
von 90° bis 1200C und vorzugsweise 30 min bis 3 h bei
einer Temperatur von 95° bis 1050C betragen. In einem solchen
Falle kann das Reaktionsprodukt aus der Reaktionszone
nach und nach entnommen werden.
Wenn die Zufuhr der Reaktionsteilnehmer intermittierend erfolgt,
ist es möglich, die kontinuierliche Zufuhrdauer von Nitroanthraohinon und Alkalisulfid unter Einhaltung einer
relativ niedrigen Reaktionstemperatur zu verlängern und die Zufuhrdauer durch Einhaltung einer relativ hohen Reaktionstemperatur zu verkürzen. Von wesentlicher Bedeutung ist es
jedoch, eine zur Beendigung der wesentlichen Umsetzung zu einem Zeitpunkt, an welchem die kontinuierliche Zufuhr von
Nitroanthrachinon und Alkalisulfid beendet wurde, ausreichende Zufuhrdauer zu wählen. So empfiehlt es sich, eine kontinuierliche
Zufuhrdauer von 30 min bis 24 h, zweckmäßigerweise 1 bis 24 h, bei einer Reaktionstemperatur von 80° bis
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14O°C, insbesondere 1 bis 12 h bei einer Temperatur von 90°
bis 120°C und vorzugsweise 1 bis 8 h bei einer Reaktionstemperatur von 95° bis 1050C zu wählen.
Das Verfahren gemäß der Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Einzelbeispiels näher erläutert.
Das Hitroanthrachinon in Form einer wäßrigen Aufschlämmung
und das Alkalisulfid in Form einer wäßrigen Lösung werden getrennt einem mit einem Rührwerk versehenen Reaktionsgefäß
(bei welchem ein Produktabzug am unteren Ende bzw. Boden möglich ist) in gegebener Menge zugeführt. Wenn der Gefäßinhalt
ein Absetzvolumen angenommen hat, wird mit dem Abziehen des Reaktionsgemische am Bodenauslaß begonnen. Das Abziehen erfolgt
mit Hilfe einer Pumpe in Übereinstimmung mit der Gesamtzufuhrgeschwindigkeit, so daß keine Änderung des Volumeninhalts
im Gefäß stattfindet. Da der Inhalt des Reaktionsgefäßes aus einem ungleichförmigen System mit unlöslichen Bestandteilen
besteht, sollte dafür Sorge getragen werden, daß im Gefäß ein ausreichendes Vermischen und eine ausreichende
Bewegung des Reaktionsgemische sichergestellt sind. Bis zum Erreichen eines stetigen Zustande im Gefäß ist die etwa
2- bis 5-fache Zeit der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer erforderlich. Das mit Hilfe der Pumpe abgezogene Reaktionsgemisch wird in üblicher Weise, beispielsweise durch Filtrieren,
in eine wäßrige Lösung und die unlöslichen Bestandteile (Aminoanthrachinon) getrennt.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann auch wie folgt durchgeführt
werden: Die wäßrige Aufschlämmung des Nitroanthrachinone und die wäßrige Alkalisulfidlösung werden mit gegebener
Geschwindigkeit einem mit einem Rührwerk ausgestatte-
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Ar
ten Reaktionsgefäß (das am unteren Ende geleert werden kann) zugeführt. Nachdem der Gefäßinhalt ein Absatzvolumen angenommen
hat, wird die Zufuhr der Reaktionsteilnehmer beendet
und für eine Aufrechterhaltung der Temperatur Sorge getragen. Nachdem sichergestellt ist, daß die Umsetzung beendet
ist, wird das Reaktionsgemisch vollständig am Bodenauslaß abgezogen und in üblicher bekannter Weise in eine wäßrige Lösung
und die unlöslichen Bestandteile getrennt. Bei dieser Ausführungsform muß während der Zufuhr der Reaktions teilnehmer
besonders darauf geachtet werden, daß die Aufschlämmung und die Lösung in ausreichendem Maße miteinander gemischt
werden, und daß die Reaktionsgemischtemperatur innerhalb eines gegebenen Bereichs bleibt.
Auch die im folgenden beschriebene Verfahrensvariante kann durchgeführt werden: Ein zuvor hergestelltes Reduktionsreaktionsgemisch
wird zum Teil in das Reaktionsgefäß eingespeist und unter ausreichender Bewegung bei einer gegebenen Temperatur
gehalten. Danach werden eine wäßrige Aufschlämmung des Nitroanthrachinons und die wäßrige Alkalisulfidlösung in
gegebener Menge zugespeist. Wenn der Inhalt des Gefäßes ein Absetzvolumen erreicht hat, wird die Zufuhr der Reaktionsteilnehmer gestoppt und für eine Aufrechterhaltung der Temperatur
Sorge getragen. Schließlich wird das Reaktionsgemisch in der geschilderten Weise abgezogen, ein Teil des Reaktionsgemische
bleibt jedoch für die nächste Charge (im Reaktionsgefäß) zurück.
Bei den zuletzt geschilderten beiden Verfahrensvarianten ist es erforderlich, den Reaktionsverlauf derart zu steuern,
daß die Reaktion weitestgehend beendet wird, während die wäßrige Aufschlämmung des Nitroanthrachinons und die Alkali-
&09849/06ÄÖ
sulfidlösung zugeführt werden, und daß das Ausmaß der Reaktion
durch Aufrechterhalten der Temperatur auf einen vernachlässigbaren Grad beschränkt wird.
Bei einer anderen empfehlenswerten Verfahrensvariante wird
eine gegebene Menge eines vorher hergestellten Reaktionsgemische in das Reaktionsgefäß eingespeist und auf einer gegebenen Temperatur gehalten. Danach werden die wäßrige Aufschlämmung
des Nitroanthrachinone und die wäßrige Alkalisulfidlosung in das Gefäß eingeleitet, während gleichzeitig
Reaktionsgemisch aus dem Gefäß mit derselben Geschwindigkeit, wie die Reaktionsteilnehmer zugeführt werden, abgezogen
wird.
Gegebenenfalls kann (können) die wäßrige Aufschlämmung des
Nitroanthrachinone und/oder die Alkalisulfidlösung portionsweise zugeführt werden.
Zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung eignen sich sämtliche kontinuierlich arbeitenden Reaktoren, z.B.
solche vom Tanktyp, vom Röhrentyp, vom Turmtyp und dergleichen. Da jedoch sowohl die Ausgangsmaterialien als auch das
Reaktionsprodukt kaum wasserlöslich sind, empfiehlt sich wegen seines einfachen Betriebs ein kontinuierlich arbeitendes
Reaktionsgefäß vom Tanktyp. Bei derartigen Reaktoren vom Tanktyp wird (werden) in der Regel 1 bis 3 kontinuierlich
arbeitende(r),mehrstufige(r) Tank(s) verwendet, für die erfolgreiche
Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung reicht jedoch bereits ein Tank aus.
Das bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung in der Reaktionszone befindliche Reaktionsgemisch kann ein
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organisches Lösungsmittel oder oberflächenaktives Mittel enthalten. Ferner wird der erfindungsgemäß angestrebte Erfolg
auch durch Anwesenheit anorganischer Salze, z.B. von Natriumsulfat, Natriumnitrat und dergleichen, wie sie bei
der Herstellung von Nitroanthrachinon anfallen, oder von
Verunreinigungen, z.B. von Natriumcarbonat, wie sie in dem zur Umsetzung verwendeten Alkalisulfid enthalten sind, im
Reaktionsgemisch nicht beeinträchtigt.
Der Vorteil des Verfahrens gemäß der Erfindung besteht darin, daß man Aminoanthrachinone aus Nitroanthrachinonen in höherer
Ausbeute und mit höherem Wirkungsgrad als bei bekannten Verfahren herstellen kann. Neben der erhöhten Ausbeute und
einer Verkleinerung der benötigten Anlage (im Vergleich zu üblichen Reduktionsverfahren) lassen sich erfindungsgemäß
auch die Menge des zu verwerfenden Abwassers und der Ablauf erheblich verringern. Dies ist aus Gründen eines Umweltschutzes
von besonderem Vorteil.
Die erfindungsgemäß hergestellten Aminoanthrachinone eignen sich als Zwischenprodukte zur Herstellung von Farbstoffen
und Pigmenten.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
Soweit nichts anderes angegeben, beziehen sich sämtliche Teile- und Prozentangaben auf das Gewicht.
Eine Aufschlämmung von Nitroanthrachinon in Wasser und eine 12,O96ige wäßrige Natriumhydrogensulfidlösung werden gleichzeitig
unter Rühren und unter Aufrechterhalten einer Innentemperatur des Gefäßes von 94° bis 960C in einen 1500 VoIu-
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menteile fassenden Glaskolben gegossen. Die Zufahrgeschwindigkeit
der Nitroanthrachinonaufschlämmung einer Nitroanthrachinonkonzentration
von 17,27% und der 12,O?6igen Natriumhydrogensulfidl8sung
werden auf 805 Teile/h bzw. 722 Teile/h gehalten. 1 h nach Beginn des Eingießens wird mit
dem Abziehen des Reaktionsgemische vom unteren Ende des Kolbens begonnen. Die Abziehgeschwindigkeit wird konstant auf
1527 Teilen/h gehalten. Die Menge an als trockener Kuchen nach dem Filtrieren und Väschen des abgezogenen Reaktionsgemische
nach Erreichen eines stetigen Zustande im Gefäß erhaltenem
Aminoanthrachinon beträgt 117 Teile/h.
Das verwendete Nitroanthrachinon besteht aus 74,396 1-Nitroanthrachinon,
0,696 2-Nitroanthrachinon und 22,396 Dinitroanthrachinonen,
der 1-Aminoanthrachinongehalt in dem als trokkener Kuchen erhaltenen Aminoanthrachinonprodukt beträgt 77,096.
Die Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon, berechnet als Reinheit,
.beträgt 99,096. Die dem Gefäß zugeführte Wassermenge beträgt
das 9,4-fache des Nitroanthrachinone. Das erhaltene Aminoanthrachinongemisch
läßt sich hervorragend filtrieren. Die Figur 1 stellt eine Mikrophotographie der im vorliegenden
Beispiel angefallenen Aminoanthrachinonkristalle dar.
30 Teile des bei der Reduktionsreaktion des Beispiels 1 erhaltenen
Reaktionsgemische werden in ein 50 Volumenteile fassendes Gefäß aus rostfreiem Stahl gefüllt. Danach wird
der Kessel mit einem Nitroanthrachinon/Wasser-Gemisch einer Aufschlämmungskonzentration von 12,896 und eine 2O,O96ige
wäßrige Natriumhydrogensulfidlosung in einer Menge von 21,3 Teilen/h bzw. 8,7 Teilen/h beschickt. Während der Zugab·
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wird der Gefäßinhalt bewegt und die Temperatur im Bereich von 95° bis 980C gehalten. Gleichzeitig mit der Zugabe der
Reaktionsteilnehmer wird aus dem Kessel Reaktionsgemisch in einer der Gesamtzufuhrmenge (30 Teile/h) entsprechenden
Menge abgezogen, so daß die Menge Reaktionsgemisch in Gefäß
konstant bleibt. Die Austragmenge an als trockener Kuchen erhaltenem Aminoanthrachinon beträgt 2,25 Teile/h.
Das verwendete Nitroanthrachinon besteht aus 69,196 1-Nitroanthrachinon,
0,796 2-Nitroanthrachinon und 26,896 Dinitroanthrachinonen,
der 1-Aminoanthrachinongehalt in dem ausgetragenen trockenen Aminoanthrachinonkuchen beträgt 73,6%. Die
Reduktionsausbeute von 1-Nitroanthrachinon zu 1-Aminoanthrachinon
beträgt 99»7%. Die im vorliegenden Beispiel und in
den folgenden Beispielen 2 bis 6 erhaltenen Aminoanthrachinonkristalle sind durch die Mikrophotographie der Figur 2 dargestellt.
Sie lassen sich sowohl mit Hilfe eines drehbaren Vakuumfilters als auch eines Druckfilters hervorragend filtrieren
und in wirksamer Weise von dem Abwasser aus der Reduktionsstufe abtrennen.
30 Teile des im Beispiel 2 erhaltenen Reaktionsgemischs werden in ein 50 Volumenteile fassendes Gefäß aus rostfreiem
Stahl gefüllt und darin unter ausreichendem Bewegen auf einer Temperatur im Bereich von 95° bis 980C gehalten. Danach
wird das Gefäß mit einem Nitroanthrachinon/Wasser-Gemisch einer Aufschlämmungskonzentration von 10,396 und Natriumsulfidkristallen
einer Reinheit von 60% in einer Menge von 31,7 Teile/h bzw. 4,3 Teile/h beschickt. Gleichzeitig
wird das Reaktionsgemisch in der Gesamtzufuhrmenge entsprechender Menge abgezogen, so daß keine Änderung der Menge
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Reaktionsgemisch im Kessel stattfindet. Die Austragmenge an
als trockener Kuchen angefallenem Aminoanthrachinon beträgt 2,68 Teile/h.
Der 1-Nitroanthrachinongehalt in dem trockenen Nitroanthrachinonkuchen
bzw. der 1-Aminoanthrachinongehalt in dem trokkenen
Aminoanthrachinonkuchen beträgt 70,696 bzw. 74,0%. Der
Rest besteht hauptsächlich aus Dinitro- bzw. Diaminoanthrachinonen.
Die Menge an verwendetem Natriumsulfid beträgt das 2,3-fache der molaren Menge Nitrogruppen. Die Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon
beträgt 97,6%.
Eine Aufschlämmung aus 98,0% reinem 1-Nitroanthrachinon und
Wasser einer Aufschlämmungskonzentration von 17»2% und eine
12,0%ige wäßrige Lösung von Natriumhydrogensulfid werden
tropfenweise unter Bewegen in ein 2000 Volumenteile fassendes Glasgefäß unter Aufrechterhalten einer Innentemperatur
in dem Gefäß von 94° bis 96°C eingetragen. Die Zufuhrgeschwindigkeiten des 1-Nitroanthrachinon/Wasser-Gemischs und
der 12,0%igen wäßrigen Natriumhydrogensulfidlösung werden
konstant auf 1055 Teilen/h bzw. 945 Teilen/h gehalten. 1 h nach Beginn des Eintragens wird mit dem Abziehen des Reaktionsgemische
am Kolbenboden begonnen. Die Abziehgeschwindigkeit wird konstant auf 2000 Teilen/h gehalten. Die Austragmenge
an 98,5% reinem 1-Aminoanthrachinon in dem von der 6. Stunde an und danach erhaltenen Ablaufs beträgt 158 Teile/h.
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Bezogen auf das Ausgangs-1-Nitroanthrachinon beträgt die
Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon 99»3%. Die erhaltenen 1-Aminoanthrachinonkristalle
lassen sich hervorragend filtrieren.
Eine Aufschlämmung aus Nitroanthrachinon und Wasser mit darin gelöstem Natriumsulfat und Natriumnitrat (Nitroanthrachinonkonzentration:
5,28%; Natriumsulfat- und -nitratkonzentration: 4%; Rest Wasser) und eine 30,9%ige wäßrige
Natriumhydrogensulf idlSsung werden unter Bewegen in einer
Menge von 383,3 Teilen/h bzw. 41,7 Teilen/h in ein 1500 Volumenteile fassendes Gefäß aus rostfreiem Stahl eingetragen.
3 h nach Beginn des Eintragens wird mit dem Abziehen von Reaktionsgemisch in konstanter Menge von 425 Teilen/h
begonnen. Währenddessen wird die Reaktionstemperatur auf 97° bis 980C gehalten. Der Ablauf wird auf 70° bis 800C gekühlt,
filtriert, gewaschen und getrocknet, wobei Aminoanthrachinon in Form eines trockenen Kuchens erhalten wird.
Die ausgetragene Aminoanthrachinonmenge von der 6. h nach Beginn des Abziehens an und danach beträgt 16,8 Teile/h.
Das als Ausgangsmaterial verwendete Nitroanthrachinon besteht aus 74,9% Mononitroanthrachinon und 23,5% Dinitroanthrachinonen.
Der 1-Aminoanthrachinongehalt in dem als trokkener Kuchen erhaltenen Aminoanthrachinonprodukt beträgt
78,2%. Die Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon, berechnet als
Reinheit, beträgt 98,7%.
Das Verfahren des Beispiels 1 wird unter Aufrechterhalten der Temperatur in dem kontinuierlich arbeitenden Reaktions-
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gefäß auf einem Wert von 102° bis 1O3°C wiederholt. Das verdampfte
Wasser wird in einem Kühler kondensiert und in das Gefäß rückfließen gelassen. Die Zufuhrmenge an der 12,Obigen
Natriumhydrogensulfidlösung wird bei 580 Teilen/h gehalten.
Die Abzugmenge wird bei 1385 Teilen/h gehalten. Man erhält
Aminofnthrachinon als trockener Kuchen in einer Menge von 117 Teilen/h.
Der 1 -Aminoanthrachinongehalt in dem als trockener Kuchen angefallenen
Aminoanthrachinon beträgt 77,7%. Die Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon, ausgedrückt als Reinheit, beträgt 99,9%.
10 Teile des stetigen Ablaufs des aus der Reduktionsreaktion von Beispiel 1 erhaltenen Reaktionsgemischs werden in ein
60 Volumenteile fassendes Gefäß aus rostfreiem Stahl eingetragen. Das zugeführte Ausgangsprodukt wird zum gründlichen
Vermischen ausreichend bewegt und auf einer Temperatur von 98° bis 1010C gehalten. Danach werden in das Gefäß innerhalb
von 3 h 18,3 Teile eines Nitroanthrachinon/Wasser-Gemischs einer Nitroanthrachinonkonzentration in der Aufschlämmung
von 20% und 26,7 Teile einer 1Oxigen wäßrigen NatriumsulfidlSsung
eingetragen. Bei dem verwendeten Nitroanthrachinon handelt es sich um dasselbe Nitroanthrachinon, wie es auch
im Beispiel 1 verwendet wurde. Nun wird das Gemisch unter Aufrechterhalten der Temperatur innerhalb des angegebenen
Bereiches 30 min lang bewegt. Nach dem Abkühlen auf 70°C werden 45 Teile des Reaktionsgemischs entnommen.
Die in dem Gefäß verbliebenen restlichen 10 Teile Reaktionsgemisch werden mehrmals in der geschilderten Weise behandelt,
wobei bei jeder Behandlung aus dem Reaktionsgemisch durchschnittlich
3,09 Teile Aminoanthrachinon als trockener Kuchen abgezogen werden.
Der 1-Aminoanthrachinongehalt in dem als trockener Kuchen
angefallenen Aminoanthrachinon beträgt durchschnittlich 76,9#. Die Reduktionsausbeute vom Ausgangs-1-Nitroanthrachinon
zu 1-Aminoanthrachinon beträgt 99,2%.
Die erhaltenen Aminoanthrachinonkristalle besitzen praktisch dieselbe Größe wie die im Beispiel 2 erhaltenen Aminoanthrachinonkristalle.
Darüber hinaus lassen sie sich hervorragend filtrieren.
Ver^leichsbeispiel 1 (gemäß Literaturstelle 2)
15 Teile des im Beispiel 1 verwendeten Nitroanthrachinons
eines 1-Nitroanthrachinongehalts von 74,3% werden gründlich
pulverisiert und bei Raumtemperatur in 279 Teilen Wasser suspendiert. Wach Zugabe von 30,7 Teilen einer 30,5#igen
wäßrigen Natriumhydrogensulfidlösung erwärmt sich das Ganze sehr stark, wobei die Farbe der Lösung in grün übergeht.
Während des Temperaturanstiegs innerhalb von 30 min auf 95°C wird das Reaktionsgemisch sehr viskos, der Temperaturanstieg
geht jedoch weiter. Während eines weiteren 4-stündlgen
Bewegens bei einer Temperatur von 95° bis 980C schreitet
die Reduktionsreaktion nur sehr langsam voran. Schließlich wird das Reaktionsgemisch auf 700C abgekühlt, filtriert,
gewaschen und getrocknet, wobei 12,5 Teile eines Aminoanthrachinone mit 75,656 1-Aminoanthrachinon erhalten werden. Die
erhaltenen Aminoanthrachinonkristalle besitzen, wie die Mikrophotographie der Figur 3 ausweist, eine maximale Länge
von 3 bis 5 um. Die Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon, berech-
Ö09849/062Ö
net als Reinheit, beträgt 96,2%. Die zur Umsetzung benötigte
Wassermenge beträgt das 20-fache des Nitroanthrachinons, da
jedoch das Reaktionsgemisch während des Temperaturanstiegs zu viskos wird, bereitet es Schwierigkeiten, die Wassermenge
unter den angegebenen Gehalt zu senken. Auch die Filtrationsgeschwindigkeit ist wegen der geringen Kristallgröße
sehr gering, d.h. die Filtration dauert etwa 10-mal langer
als die Filtration im Beispiel 1.
Vergleichsbeispiel 2 (gemäß Literaturstelle 3)
5500 Teile Wasser werden zu einem Gemisch aus 200 Teilen des
im Beispiel 4 verwendeten Nitroanthrachinons mit einem 98,Obigen Gehalt an 1-Nitroanthrachinon und 400 Teilen
32%igen Natriumsulfids zugegeben, worauf das Ganze von
Raumtemperatur bis zum Sieden erhitzt wird. Dies dauert 70 min. Danach wird ein Teil des Reaktionsgemische entnommen,
worauf mit dem Erhitzen fortgefahren wird, bis durch Gaschromatographie
praktisch kein nicht-umgesetzter Nitro-Reaktionsteilnehmer
mehr nachweisbar ist. Hierzu werden etwa 3 h benötigt. Danach wird das Reaktionsgeei.sch auf 700C
abgekühlt, filtriert, ausreichend gewaschen und getrocknet, wobei 171 Teile 1-Aminoanthrachinon erhalten werden. Die
Reinheit des 1-Aminoanthrachinons, bestimmt durch Gaschromatographie,
beträgt 98,196. Die Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon
aus 1-Nitroanthrachinon beträgt 97,1#. Die erhaltenen
1-Aminoanthrachinonkristalle besitzen praktisch dieselbe
Größe wie die im Vergleichsbeispiel 1 erhaltenen Aminoanthrachinonkristalle,
weswegen sie schlecht filtrierbar sind. Zur Trennung derselben von dem aus der Reduktion stammenden
Abwasser ist ein großer Zeit- und Arbeitsaufwand erforderlich.
§09849/0 621
Vergleichsbeispiel 5 (gemäß Literaturstelle 4)
10 Teile des im Beispiel 1 verwendeten Nitroanthrachinoi s
werden mit 23,9 Teilen Natriumsulfidflocken einer Reinheit
von 60$ und 11 Teilen Wasser angeteigt, worauf die erhaltene
dunkelgrüne Paste in 800 Teile heißen Wassers bei einer Temperatur von 95° bis 980C gegossen wird. Der Rest wird
durch Überwaschen mit 170 Teilen kalten Wassers in das heiße Wasser eingetragen. Nun wird 2 h lang bei einer Temperatur
von 97° bis 1000C gerührt, worauf das Reaktionsgemisch
bei 70° bis 800C filtriert wird. Nach dem Waschen und Trocknen
erhält man 8,38 Teile eines Aminoanthrachinons einer
Reinheit von 75,0#. Die Ausbeute an 1-Aminoanthrachinon beträgt
96,0%. Die Aminoanthrachinonkristalle besitzen vornehmlich, wie die Mikrophotographie von Figur 4 ausweist,
eine Größe von 1 bis 2 um. Ein Teil der Kristalle besitzt eine Größe von 5 bis 10 um. Die Filtrierbarkeit des Reaktionsprodukts
ist ebenso schlecht wie die Filtrierbarkeit der Reaktionsprodukte der Vergleichsbeispiele 1 und 2.
Die Figuren 1 bis 4 stellen Mikrophotographien von Aminoanthrachinonkristallen
dar. Im einzelnen geben wieder:
Fig. 1 eine Mikrophotographie der im Beispiel 1 erhaltenen Kristallej
Fig. 2 eine Mikrophotographie der im Beispiel 2 erhaltenen Kristalle;
Fig. 3 eine Mikrophotographie der im Vergleichsbeispiel 1 erhaltenen Kristalle; und
909849/0 628
Iff
Fig. 4 eine Mikrophotographie der im Vergleichsbeispiel 3 erhaltenen Kristalle.
90984 9/0
Claims (15)
1.. Verfahren zur Herstellung eines Aminoanthrachinons durch
/ Reduktion eines Nitroanthrachinons, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reduktion in einem wäßrigen Medium durchführt,
indem ein Nitroanthrachinon und ein Alkalisulfid einer auf einer Temperatur von 80° bis 14O°C gehaltenen
Reaktionszone zugeführt werden, wobei das Alkalisulfid in der mindestens 1,6-fachen Menge Molzahl der Nitrogruppen
zum Einsatz gelangt, und daß man das Reaktionsgemisch aus der Reaktionszone abzieht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Nitroanthrachinon in Form einer wäßrigen Aufschlämmung
zuführt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Konzentration des Nitroanthrachinons in der wäßrigen Aufschlämmung 5 bis 50 Gew.-% beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Alkalisulfid ein Alkalimetall-, Erdalkalimetalloder
Ammoniumsalz von Schwefelwasserstoff verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Alkalisulfid in Form einer wäßrigen Lösung zuführt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Konzentration des Alkalisulfids in der wäßrigen Lösung 5 bis 50 Gew.-% beträgt.
809849/0fcSβ
2920U1
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Alkalisulfid in der 2,0- bis 3,0-fachen Menge
der Molzahl der Nitrogruppen zum Einsatz bringt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man d
hält.
hält.
man die Temperatur der Reaktionszone bei 90° bis 1200C
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Wassermenge pro Gewichtsteil Nitroanthrachinon
bei 5 bis 20 Gewichtsteilen (Wasser) hält.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Nitroanthrachinon und das Alkalisulfid (der
Reaktionszone) getrennt zuführt.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Nitroanthrachinon und das Alkalisulfid kontinuierlich
zuführt und das Reaktionsgemisch kontinuierlich oder von Zeit zu Zeit abzieht.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Nitroanthrachinon und das Alkalisulfid kontinuierlich
zuführt und das Reaktionsgemisch kontinuierlich abzieht.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufenthaltsdauer (des Reaktionsgemischs) in der Reaktionszone
5 min bis 24 h dauert.
14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Nitroanthrachinon ein einfach nitriertes Gemisch
Q09S49/06-/H
eines Anthrachinons, das im wesentlichen aus 1-Nitroanthrachinon
besteht, verwendet.
15. Aminoanthrachinon, hergestellt nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche.
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|---|---|---|---|
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| Bull. Soc. Chim. Fr. 29, 1903, 1132-1133 * |
| RÖMPP: Chemie-Lexikon, 1987, S. 4046 * |
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