DE2919370C2 - Keramischer Formkörper für die spanende Bearbeitung und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Keramischer Formkörper für die spanende Bearbeitung und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
45
Die Erfindung geht aus von einem keramischen Formkörper der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1
angegebenen Gattung. Ein solcher keramischer Formkörper ist bereits aus der DE-OS 27 41 295 bekannt und
kann neben Aluminiumoxid als Hauptkomponente 0,5 bis 35 Gew.-°/o Zirkoniumoxid, 03 bis 35 Gew.-% Oxide,
Carbide, Nitride und/oder Boride des Titans, Zirkoniums, Hafniums, Vanadiums, Niobs, Tantals, Chroms,
Molybdäns sowie Wolframs enthalten, wobei außerdem 0,2 bis 5 Gew.-% eines oder mehrerer Oxide des
Ytiriums, Thoriums und der Lanthaniden enthalten sein können.
Keramische Formkörper dieser Art haben sich in der Praxis nicht als Werkzeugwerkstoffe für die spanende
Metallbearbeitung durchsetzen können, weil sie über unbefriedigende Festigkeits- und Temperaturwechselbeständigkeitseigenschaften
verfügen. Insbesondere kommt es bei Werkstoffen der bekannten Art dazu, daß
sich ein Teil des in den Carbiden enthaltenen Kohlenstoffs mit AI2Oa unter Bildung von sprödem W2C
umsetzt, wodurch die Werkstoffestigkeit deutlich herabgesetzt wird. Außerdem neigen die bekannten
Werkstoffe zu einem beträchtlichen Kornwachstum der Al^rKristalle, wodurch die Temperaturwechselbeständigkeit
nachteilig beeinflußt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen keramischen Sinterförmkörper der im Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 angegebenen Gattung so auszubilden, daß deutlich verbesserte Gebrauchseigenschaften
bei Verwendung als Werkzeug für die spanende Bearbeitung erreicht werden. Diese Aufgabe wird bei
einem keramischen Formkörper der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung durch die im
Kennzeichenteil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst
Die Erfindung bezweckt ferner das Schaffen eines Verfahrens zur Herstellung der erfindungsgemäßen
keramischen Formkörper. Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 5 angegebene Erfindung gelöst
Der mit Hilfe der Erfindung erzielbare technische Fortschritt ergibt sich in erster Linie daraus, daß das
heiß zu verpressende Pulvergemisch den im Patentanspruch 1 angegebenen Kohlenstoffanteil aufweist, da
durch diesen Kohlenstoffanteil die Bildung der unerwünschten Sprödphase W2C weitgehend unterbunden
werden kann. Außerdenm wird durch die erfindungsgemäße Dosierung des Kohlenstoffzusatzes ein unerwünschtes·
Kornwachstum der Kristalle im Werkstoff verhindert
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungs- und Vergleichsbeispielen sowie unter
Bezug auf die Zeichnung näher erläutert In dieser zeigt
F i g. 1 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen dem Quotienten aus dem Al2O3-Volumen und
dem Gehalt an Al2O3+WC+TiN und der Schnittzahl
bis zum Bruch,
Fig.2 eine graphische Darstellung der Beziehung
zwischen dem Volumenverhältnis von TiN zu der Summe aus WC+TiN und der Schnittzahl bis zum
Bruch,
Fig.3 eine graphische Darstellung der Beziehung
zwischen Zw2C(101 )//wc(l 11) und dr? Schnittzahl bis zum
Bruch, und
Fig.4 eine graphische Darstellung der Beziehung
zwischen der zugesetzten Kohlenstoffmenge und dem Intensitätsverhältnis.
Versuch 1
Zu einem «-Al2O3-Pulver mit einer Reinheit von
99,9% und einem mittleren Partikeldurchmesser von 0,7 μπι werden hinzugesetzt: WC-Pulver einer Reinheit
von 99,0% einem mittleren Partikeldurchmesser von 0,6 μπι und einem Kohlenstoffgehalt von 6,18%,
TiN-Pulver mit einer Reinheit von 99,0% einem mittleren Partikeldurchmesser von 1,1 μπι und einem
Stickstoffgehalt von 21,2% und 0,6 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht von WC-Pulver und TiN-Pulver,
Kohlenstoffpulver. Die Pulver vermischt man 40 Stunden in herkömmlicher Weise. Das Volumenverhältnis
von WC-Pulver zu TiN-Pulver hält man konstant bei 1 :1,1 :10 bzw. 10 :1 zur Herstellung von entsprechenden
Gemischen (a) bis (c). Das Gemisch füllt man in eine Graphitform und preßt es 15 Minuten heiß bei einer
Temperatur von 2073° K (1800° C) und einem Druck von
200 kg/cm2. Die heißgepreßte Struktur schleift man mittels eines Diamantenschleißmittels zu einer Spitze
mit der Abmessung von 12,7 χ 12,7 χ 4,8 mm und unterwirft sie einem Bruchtest beim Fräsen unter den
folgenden Bedingungen.
Fräsbedingungen
Schneidgeschwindigkeit:
177 m/min
Schnitt:
Schnitt:
1,0 mm
Zufuhr:
Zufuhr:
03 mm/Klinge
Schneidwerkzeug:
Schneidwerkzeug:
NLFO 6R
(verwendet mit einer Einzelklinge)
Angriffswinkel:
Angriffswinkel:
20°
Werkstück:
Werkstück:
100x100 mm
Oberfläche Chrom-Molybdän-Stahl
(HRC 39-41)·)
Testmethode:
Testmethode:
Es wird die Schnittzahl bis zum Bruch der Spitze bestimm:. Der Test wird lOmal wiederholt und der
Mittelwert wird berechnet.
*) Härtewert gemessen nach JIS Z 2245 durch Rockwell C-Scala
Die Ergebnisse des Versuchs sind in F i g. 1 gezeigt In F i g. 1 bezieht sich (a) auf das Gemisch, bei welchem das
Volumenverhältnis von WC-Pulver zu TiN-Pulver 1 :1 beträgt; (b) bezieht sich auf das Gemisch, bei welchem
das Verhältnis 1:10 beträgt; und (c) bezieht sich auf das Gemisch, bei welchem das Verhältnis 10:1 beträgt
Aus den erhaltenen Ergebnissen ist ersichtlich, daß dann, wenn die Menge an AI2O3 mehr als 95 Vol.-%
ausmacht, der Zusatz von WC und TiN wirkungsvoll bleibt, und daß bei weniger als 60 Vol.-% kein
kompakter Sinterkörper mit kleiner Korngröße und ausreichender Festigkeit erhalten wird.
Der nachstehende Versuch 2 demonstriert, daß das Volumenverhältnis der Komponenten WC und TiN
etwa 5 :95 bis 95 :5, vorzugsweise etwa 1 :2 bis 2 :1, am
meisten bevorzugt etwa 9 :10 bis 10 :9 sein sollte.
Versuch 2
Der Versuch 1 wird wiederholt mit der Ausnahme, daß insgesamt 14 Vol.-% WC-Pulver und TiN-Pulver
mit variierenden Volumenverhältnissen, und 0,6 Gew.-% Kohlenstoff, bezogen auf das Gesamtgewicht
der WC- und TiN-Pulver, zu 86 Vol.-% <x-Al2O3-Pulver
hinzugesetzt werden. Es wird derselbe Bruchtest beim Fräsen wie in Versuch 1 durchgeführt und die
Ergebnisse sind in F i g. 2 gezeigt.
Die Ergebnisse demonstrieren klar, daß in dem Fall, wo nicht das Volumenverhältnis von WC und TiN
innerhalb des erfindungsgemäßen Bereiches liegt, der synergistische Effekt der beiden Komponente WC und
TiN sind nicht gezeigt und ein gesinterter Körper hinreichender Festigkeit nicht erhalten werden kann.
Wenn der gesinterte Körper nur aus AI2O3 und WC
besteht, so entspricht er dem Fall, in welchem TiN/(WC+TiN) in Fig.2 gleich Null ist und die
Schnittzahl bis zum Bruch beträgt lediglich 23. Wenn in ähnlicher Weise der gesinterte Körper nur aus Aj2Q3
und TiN besteht, so entspricht dieses dem Fall, wo TiN/(WC+TiN) in Fig.2 gleich 1 ist und die
Schnittzahl bis zum Bruch lediglich 3,9 ist. Wenn der gesinterte Körper aus AI2O3, WC und TIN besteht, so
steigert sich die Anzahl Schnitte bis zum Bruch durch
die synergistische Wirkung von WC und TiN.
Beim erfindungsgemäßen gesinterten Körper geht ein Teil des Wolframcarbid» bisweilen in W2C über.
Wenn die Menge an WC, weiche in W2C übergeht unterhalb fiiner bestimmten Grenze liegt, so ist die
Festigkeit des sich ergebenden Produktes nicht bemerkenswert herabgesetzt Durch Messen des Intensitätsverhältnisses
/w2c(101)//wc(lll) bei der Röntgenstrahlenbeugung
unter Anwendung von CuKa-Strafalen als Maß für das Verhältnis von W2C zu WC, sowie auf
der Basis der Ergebnisse des nachstehenden Versuches 3 ist ersichtlich, daß das sich ergebende Produkt für
Schneidwerkzeuge voll brauchbar ist, falls dieses Intensitätsverhältnis nicht mehr als etwa 0,5 beträgt
Versuch 3
Der Versuch 2 wird mit der Ausnahme wiederholt, daß die Menge an Kohlenstoffpulver nicht auf 0,6
Gew.-°/o festgesetzt, sondern variiert wird. Der Bruchtest
beim Fräsen wird in der gleichen Weise wie in Versuch 2 durchgeführt Es wird das Intensitätsverhältnis
der Rön'genstrahlenbeugung gemessen.
Verfahrensbedingungen der Röntgeftftrahlenbeugung
Gestalt der Probe:
12,7 χ 12,7 χ 4,8 mm
12,7 χ 12,7 χ 4,8 mm
Bedingungen:
Cu-Kathode
Ni-Filter
35 KV-2OmA
zn Zeitkonstante (T. C.)=4 sek.
Cu-Kathode
Ni-Filter
35 KV-2OmA
zn Zeitkonstante (T. C.)=4 sek.
Rotationsgeschwindigkeit (G. S.)= l°/n>in
Spaltbreite = l-1-O3
Spaltbreite = l-1-O3
Die Ergebnisse sind in Fig.3 gezeigt Aus den
α Ergebnissen ist ersichtlich, daß der sich ergebende
gesinterte keramische Körper hohe Bruchfestigkeit besitzt, wenn /W2C(IOIyZWc(Il)) nicht größer als 0,5 ist
Es ist wesentlich, daß der erfindungsgemäße gesinterte Körper aus den Komponenten A12O3- WC4-W2C und
TiN einen mittleren KristallpartikeldurchinessüT von
nicht mehr als 2 μπι, vorzugsweise 1 μπι oder weniger
besitzt Wie aus den folgenden Beispielen und Vergieichsbeispielen klar ersichtlich, wird der gesinterte
keramische Körper spröde und kann dem Fräsen nicht 5 standhalten, wenn die Kristailkorngröße des gesinterten
Körpers im Mittel oberhalb 2 μπι liegt.
Zum Herstellen des erfindungsgemäßen gesinterten Körpers werden Al2O3, WC, TiN und C zunächst in den
angegebenen Verhältnissen miteinander vermischt Das pulvrige Ausgangsgemisch wird dann bei hoher
Temperatur und hohem Druck gesintert. Das Sintern vollzieht man gewöhnlich mittels einer einachsigen
Heißpresse in einer Graphitform oder mittels einer hydrostatischen Heißpresse. Die Sintertemperatur beträgt
Tf. allgemeinen etwa 1873 bis 2173°K (1600 bis
1900°C) und die Sinterzeit beträgt im allgemeinen etwa
5 bis 30 Minuten, 'm allgemeinen erhält man besser
gesinterte Körper bei höheren Drucken. Gewöhnlich beträgt der Druck etwa 100 bis 300 kg/cm2 in einer
Heißpresse und etwa 500 bis 2000 kg/cm2 in einer hydrostatischen Hdßpresse. Die hydrostatische Heißpresse
ist geeignet zum Gewinnen einheitlicher kompakter gesinterter Körper auf Massenprodaktionsbasis.
Es wurde gefunden, daß der Zusatz an Kohlenstoffpulver dazu dient, die Umwandlung einer großen Menge
von WC in W2C während des Sinterns zu verhindern.
Wenn eine große Menge an W2C gebildet wird, so
vermindert sich die Festigkeit des gesinterten Körpers, wie dies oben erläutert ist. Der Versuch 4 zeigt, daß das
Kohlenstoffpulver maximal in solcher Menge zugesetzt werden soll, daß das Intensitätsverhältnis Av2C(IOl)/
Avc(l 11) etwa 0,5 nicht überschreitet, jedoch die mittlere
> Kristallkorngröße des gesinterten Keramikmaterials nicht mehr als 2 μπι beträgt. Die untere Grenze des
Kohlenstoffanteils ■ beträgt 0,05 Gewichtsteile je 100 Gewichtsteile WC und TiN.
Versuch 4
Kohlenstoffpulver (Ruß) wird in variierenden Mengen hinzugesetzt zu (1) einem Ausgangspulvergemisch,
bestehend aus 71 Vol.-% a-AI2O3-Pulver, 16 Vol.-%
WC-Pulver und 13 Vol.-% TiN-Pulver, und auch zu (2) r> einem Ausgangspulvergemisch, bestehend aus 93
Vol.-% .X-Al2O3-Pulver, 4 Vol.-% WC-Pulver und 3
Vol.-% TiN-Pulver. Das Sintern erfolgt in der gleichen
bei Versuch 1 beschrieben, benutzt.
Die Ergebnisse sind in Fig.4 gezeigt. In Fig.4
bezieht sich (d) auf den Fall des Hinzusetzens von Kohlenstoffpulver zu dem obigen Ausgangspulvergemisch
(1) und (e) bezieht sich auf den Fall seines Hinzusetzens zum obigen Ausgangspulvergemisch (2).
Aus F i g. 4 ist ersichtlich, daß dann, wenn die Menge an Kohlenstoff pulver weniger als 0,05 Gewichtsteile je 100
Gewichtsteile des kombinierten WC und TiN beiträgt, Av2Ci 101 )//wc{Hl) · 0.5 überschreitet (d.h. die Menge
des gebildeten W2C nimmt zu), der sich ergebende gesinterte Keramikkörper dem Fräsen nicht standhalten
kann. Wenn die Menge an Kohlenstoffpulver stark zunimmt, so findet die Bildung von W2C nicht statt, tritt
jedoch ein Kornwachstum der AIjO3- und WC-Kristalle
auf. Aus diesem Grunde ist die obere Grenze des Kohlenstoffanteils so bestimmt, daß die mittlere
Kristallkorngröße des gesinterten keramischen Stoffes nicht mehr als 2 μΐπ beträgt. Beispielsweise, im Falle des
Ausgangspulvers (1) in Versuch 4, beträgt die obere Grenze des Kohlenstoffpulvers 0,8 Gewichtsteile. Im
Falle des Ausgangspulvergemisches (2), beträgt die obere Grenze der Menge an Kohlenstoffpulver 0,3
Gewichtsieile. Spezifische Beispiele an Kchlenstoffpulver
sind Ruß und Acetylenschwarz. Wenn es wahrscheinlich ist, daß Kohlenstoff aus anderen Rohmaterialien
während der Herstellung des gesinterten keramischen Materials anfällt, so kann die Menge des
Kohlenstoffzusatzes entsprechend herabgesetzt werden.
Der erfindungsgemäße gesinterte keramische Körper zur Verwendung bei Schneidwerkzeugen besitzt eine
ausgezeichnete Temperaturwechselbeständigkeit und Schneidwerkzeuge, welche aus diesem keramischen
Körper hergestellt sind, zeigen eine mehr als zweimal so hohe Beständigkeit gegen Bruch wie herkömmliche
Schneidwerkzeuge.
Die folgenden Beispiele und Vergleichsbeispiele erläutern die Erfindung noch näher.
Beispiel 1 und Vergleichsbeispiel 1
Das gleiche «-A^OrPulver, WC-Pulver, TiN-Pulver
und Ruß, wie in Versuch 1 verwendet, werden in den in Tabelle I angegebenen Mengen vermischt. In einer
.'i Kugelmühle aus rostfreiem Stahl werden 0,5 kg des sich
ergebenden Gemisches 40 Stunden mit 5 kg Superlegierungskugeln und 0,4 kg Aceton kugelgemahlen. Das
Aceton wird verflüchtigt und es bildet sich ein Testansatz. Den Ansatz füllt man in eine Graphitform
jo und preßt 5 Minuten heiß bei einer Temperatur von
1973 bis 2173° K(1700 bis 1900° C) und einem Druck von
200 kg/cm3. Die Gestalt dor Heißpresse ist 13,5 χ 13,5x5,3 mm. Die heißgepreßten Gegenstände
unterwirft man einem Bruchtest beim Fräsen in der gleichen Weise, wie in Versuch 1. Die Ergebnisse sind in
Tabelle I zusammengestellt.
Zum Vergleich werden andere Massen, welche in Tabelle I angegeben sind, heißgepreßt und einem
Bruchtest beim Fräsen wie oben unterworfen. Die
■Ό Ergebnisse sind ebenfalls in Tabelle I zusammengestellt
( C) Gew. härte
Partikel- lebensdauer durchm. beim Fräsen Schnittzahl
| 1 | 86 | 7 | 7 | 0,5 |
| 2 | 93 | 4 | 3 | ο,ι |
| 3' | 71' | 16 | 13 | 0,3 |
| 4· | 60 | 25 | 15 | 0,9 |
| 5 | 86 | 7 | 7 | 0,05 |
| 6 | 86 | 7 | 7 | 0,8 |
| 7 | 70- | |||
| 8 | 80 | 15 | ||
| 9 | 86· | 14 | 0,1 | |
| 10 | 60 | 25 |
30
15
1800 4,87 2010 Al2Oj, WC. TiN
4,46 1880 Ai1O11WCTiN1W1C(W1C/
WC*2) = 0,4)
5,98 1920 AI2O11WCTiN1W2C(W1C/
WC = 0,3)
1850 6,95 1850 AI2O1, WC, TiN
4,91 1980 AI1O31WC1TiN1W1CZW1C/
WC = 2,5)
1800 4,85 1780 AI2O11WCTiN
1800 4,3 1950 Al2O31TiC
1650 5,95 1790 AI2O1, WC, Co
1800 5,86 1640 Al2Oj1WC
1850 7,01 1850 Al2Oj1(Ti1W)C
| 0,8 | 14,50 | erfinclungs gemäß |
| 1,2 | 11.20 | erfindungs gemäß |
| 0,9 | 12,80 | erfindungs gemäß |
| 1.0 | 13,50 | erfindungs gemäß |
| 0.9 | 1,35 | Vergleich |
| 3,0 | 2,50 | Vergleich |
| 2,1 | 4,90 | Vergleich |
| 3,2 | 2,60 | Vergleich |
| 3,5 | 2,20 | Vergleich |
| 2,1 | 5,20 | Vergleich |
♦') Kohlenstoffmenge.(C) (Gewiehtsteile je 100 Gewiehtsteile des kombinierten WC- und TiN-Pulvers).
•2) W2C/WC steht für /w2c (101)//wc
■MKWBSii,
Aus den in Tabelle I gezeigten Ergebnissen ist ersichtlich, daß die Proben Nr. 1 bis 4, bei denen die
Bestandteile innerhalb der erfindungsgemäß gekennzeichneten Bereiche liegen, eine weit bessere Bruchlebensdauer
beim Fräsen zeigen, als die Proben Nr. 5 und 6, bei denen ein Bestandteil außerhalb der erfindungsgemäßen
Bereiche liegen. Die Proben Nr. 7 bis 10, welche unterschiedliche Bestandteile gegenüber den erfindungsgemäßeii
keramischen Massen besitzen, weisen eine unterlegene Bruchlebensdauer beim Fräsen auf.
Beispiel 2 und Vergleichsbeispiel 2
Man vollzieht einen Schneidtest unter den folgenden Bedingungen unter Verwendung der in Beispiel 1 und
Vergleichsbeispiel 1 hergestellten Spitzen und man mißt die Lebensdauer der Schneidwerkzeuge, welche dauert,
bis Vb =»0,4 mm erreicht sind. Die Ergebnisse sind in Tabelle II gezeigt.
Werkstück:
Graues Gußeisen FC20
Sch neidgeschwindigkeit:
Sch neidgeschwindigkeit:
500 m/min, 200 m/min
Schnitt:
Schnitt:
1,0 mm
Zufuhr:
Zufuhr:
03 mm/rev.
Werkzeugprofil:
-5, -7,5,7.15,15,08
Probe Schneidgeschwindigkeit (m/min.) Bemerkungen Nr/) 500 200
| 1 | 56 Minuten | 131 Minuten | Erfindung |
| 2 | 49 Minuten | 116 Minuten | Erfindung |
| 3 | 61 Minuten | 140 Minuten | Erfindung |
| 7 | 40 Minuten | 101 Minuten | Vergleich |
| 8 | 15 Minuten | 49 Minuten | Vergleich |
| 9 | Schneiden | 2 Minuten | Vergleich |
*') Die verwendeten Proben besitzen die gleiche Zusammensetzung
wie in Beispiel 1 und Vergleichsbeispiel 1.
Die Ergebnisse in Tabelle !! zeiger·, daß die
erfindungsgemäßen gesinterten Keramikkörper Schneidwerkzeuge mit langer Betriebslebensdauer
liefern.
Die Erfindung ist nicht auf die hier beispielsweise wiedergegebenen Ausführungsformen allein abgestellt.
Im Rahmen der Erfindung sind dem Fachmann vielmehr mannigfaltige Abänderungen ohne weiteres gegeben.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Keramischer Formkörper für die spanende Bearbeitung, enthalten 60 bis 95 VoL-% Al2O3 und 5
bis 40VoL-% WC+TiN, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens 0,05 Gewichtsteile Kohlenstoff je 100 Gewichtsteile WC+TiN vorhanden
sind, daber maximal lediglich soviel Kohlenstoff vorhanden ist, daß das Intensitätsverhältnis
/W2C(IOl)ZrWc(IIl) bei der Röntgenstrahlbeugung
unter Verwendung von CuK«-Strahlung maximal 0,5 beträgt und die Kristallkomgröße des fertigen
Formkörpers 2 μπι nicht überschreitet, und daß das
Volumenverhältnis von WC zu ΉΝ 5 :95 bis 95 :5
beträgt
2. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Volumenverhältnis von WC zu TiN
I:2bis2:l beträgt.
3. Formkörper nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet
tlarch einen Al2O3-GeIIaIt von 85 bis 87
Gew.-%, Rest im wesentlichen Wolframcarbid und Titannitrid, wobei WC und TiN in einem Volumenverhältnis
von 9 :10 bis 10 :9 vorliegen.
4. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Al2O3-Gehalt 65
bis 90 VoL-% beträgt.
5. Verfahren zum Herstellen eines 60 bis 95 Vol.-% Al2O3 und 5 bis 40 Vol.-% WC+TiN enthaltenden
Formkörpers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einem Ausgangspulver der vorstehenden
Zusammensetzung wenigstens 0,05 Gewichtsteile Kohlenstoff je 100 Gewichtsteile WC+TiN
zugesetzt werden, jedoch maximal lediglich soviel Kohlenstoff zugesetzt wird, daß die Kristallkorngröße
des fertigen Formkörpers 2 μπι nicht überschreitet und das Intensitätsverhältnis /W2c(101)//wc(lll)
bei der Röntgenstrahlbeugung unter Verwendung von CuKx-Strahlung maximal 0,5 beträgt, und daß
das Gemisch bei einer Temperatur von 1600 bis 1900° C und einem Druck von 100 bis 300 kg/cm2
heißgepreßt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE2919370C2 true DE2919370C2 (de) | 1983-08-04 |
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|---|---|---|---|
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| DE2741295C2 (de) * | 1977-09-14 | 1989-12-14 | Fried. Krupp Gmbh, 4300 Essen | Keramischer Formkörper |
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1978
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