DE29920304U1 - Geschossfangeinrichtung - Google Patents
GeschossfangeinrichtungInfo
- Publication number
- DE29920304U1 DE29920304U1 DE29920304U DE29920304U DE29920304U1 DE 29920304 U1 DE29920304 U1 DE 29920304U1 DE 29920304 U DE29920304 U DE 29920304U DE 29920304 U DE29920304 U DE 29920304U DE 29920304 U1 DE29920304 U1 DE 29920304U1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- granulate
- bullet
- wall
- plastic
- bullet trap
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
- 239000008187 granular material Substances 0.000 claims description 41
- 229920003023 plastic Polymers 0.000 claims description 23
- 239000004033 plastic Substances 0.000 claims description 23
- 238000010276 construction Methods 0.000 claims description 22
- 239000002245 particle Substances 0.000 claims description 17
- 229920001971 elastomer Polymers 0.000 claims description 15
- 239000012815 thermoplastic material Substances 0.000 claims description 11
- 238000010304 firing Methods 0.000 claims description 8
- 239000000806 elastomer Substances 0.000 claims description 5
- 239000005038 ethylene vinyl acetate Substances 0.000 claims description 4
- 229920001200 poly(ethylene-vinyl acetate) Polymers 0.000 claims description 4
- 229910000831 Steel Inorganic materials 0.000 claims description 3
- 239000010959 steel Substances 0.000 claims description 3
- 239000000463 material Substances 0.000 description 15
- 238000000034 method Methods 0.000 description 10
- 238000000926 separation method Methods 0.000 description 8
- 238000005054 agglomeration Methods 0.000 description 4
- 230000002776 aggregation Effects 0.000 description 4
- 230000000149 penetrating effect Effects 0.000 description 4
- XTXRWKRVRITETP-UHFFFAOYSA-N Vinyl acetate Chemical compound CC(=O)OC=C XTXRWKRVRITETP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 3
- 238000013461 design Methods 0.000 description 3
- 238000002844 melting Methods 0.000 description 3
- 230000008018 melting Effects 0.000 description 3
- 238000005192 partition Methods 0.000 description 3
- 238000011084 recovery Methods 0.000 description 3
- 229920000426 Microplastic Polymers 0.000 description 2
- 230000005489 elastic deformation Effects 0.000 description 2
- 238000010438 heat treatment Methods 0.000 description 2
- 229910001385 heavy metal Inorganic materials 0.000 description 2
- 238000012423 maintenance Methods 0.000 description 2
- 229920001169 thermoplastic Polymers 0.000 description 2
- 239000004698 Polyethylene Substances 0.000 description 1
- 206010041662 Splinter Diseases 0.000 description 1
- 239000000654 additive Substances 0.000 description 1
- 230000015572 biosynthetic process Effects 0.000 description 1
- 230000001143 conditioned effect Effects 0.000 description 1
- 238000011161 development Methods 0.000 description 1
- 230000007613 environmental effect Effects 0.000 description 1
- 230000009969 flowable effect Effects 0.000 description 1
- 230000003116 impacting effect Effects 0.000 description 1
- 230000001788 irregular Effects 0.000 description 1
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 1
- 230000014759 maintenance of location Effects 0.000 description 1
- 238000005259 measurement Methods 0.000 description 1
- 230000035515 penetration Effects 0.000 description 1
- 230000002093 peripheral effect Effects 0.000 description 1
- -1 polyethylene Polymers 0.000 description 1
- 229920000573 polyethylene Polymers 0.000 description 1
- 239000004576 sand Substances 0.000 description 1
- 239000002689 soil Substances 0.000 description 1
- 239000000126 substance Substances 0.000 description 1
- 229920002725 thermoplastic elastomer Polymers 0.000 description 1
- 239000004416 thermosoftening plastic Substances 0.000 description 1
- 230000000007 visual effect Effects 0.000 description 1
Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F41—WEAPONS
- F41J—TARGETS; TARGET RANGES; BULLET CATCHERS
- F41J13/00—Bullet catchers
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- General Engineering & Computer Science (AREA)
- Aiming, Guidance, Guns With A Light Source, Armor, Camouflage, And Targets (AREA)
Description
18. November 1999
• ·
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießstatidbau * .
Die Erfindung bezieht sich auf eine Geschossfangeinrichtung entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Geschossfangeinrichtungen sind in mannigfacher Form bekannt und zur Aufstellung hinter einer Zielfläche bestimmt. Sie dienen dem Auffangen auftreffender Geschosse, deren Abbremsung bis zum Stillstand und auf diesem Wege deren geordneter Entsorgung. Der Auffangvorgang soll ohne Gefahr für den Schützen sein und es soll darüber hinaus auch keine Gefahr für die Umwelt entstehen, insbesondere soll ein Eintrag von Schwermetall und sonstigen Emissionen des Schießvorgangs zuverlässig unterbunden werden.
Aus der DE OS 15 78 238 sowie der DE OS 38 39 000 sind Geschossfangeinrichtungen bekannt, bei denen in Beschussrichtung eine oder mehrere aufeinander folgende Kunststoffschichten aus einem thermoplastischen Kunststoff vorgesehen sind, die hinsichtlich ihrer werkstofflichen Konsistenz, ihrer Anzahl und/oder Dicke dahingehend ausgelegt sind, dass auftreffende Geschosse innerhalb dieser Schichten bis zum völligen Stillstand abgebremst werden. Für die Entsorgung ergibt sich hieraus die Folgeaufgabe, die Geschosse von der Kunststoffmasse, die häufig in der Form einzelner Blöcke eingesetzt ist, zu trennen. Zwar ermöglichen es die hier als Geschossfangmasse eingesetzten thermoplastischen Kunststoffe, diesen Trennvorgang auf eine Festflüssigtrennung zurückzuführen, wobei anschließend der abgetrennte Kunststoff erneut als Geschossfangmasse gestalt- und verwertbar ist. Praktisch ergeben sich jedoch insoweit Schwierigkeiten, als der eingesetzte Kunststoff vorab durch bestimmte Additive dahingehend konditioniert worden ist, dass dieser in dem zu erwartenden Temperatureinsatzbereich hinreichend konstante elastisch plastische Eigenschaften aufweist und insbesondere nicht zum Splittern neigt. Der
*: : : *: ·: :'::"*: is. November 1999
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießstaijd^bau. · #j# #j# ##· tt* 4188/8
Trennvorgang erfordert eine Mindestviskosität des Kunststoffs, die sich nach Maßgabe dessen Temperatur zwar grundsätzlich erreichen läßt. Gleichzeitig sind einer Aufheizung des Kunststoffs insoweit jedoch Grenzen gesetzt, als ein Entweichen flüchtiger Substanzen infolge Erwärmung unterbleiben muss, da sich ansonsten solche Veränderungen der Werkstoffeigenschaften ergeben können, die schließlich eine unmittelbare erneute Verwendung der Kunststoffmasse unmöglich machen. Dies bedeutet, dass der Vorgang der Trennung der Geschosse von der Kunststoffmasse insbesondere dann mit größter Sorgfalt durchgeführt werden muss, wenn eine Wiederverwertung der &iacgr;&ogr; Kunststoffmasse beabsichtigt ist. In jedem Fall bringt ein solcher Trennvorgang nicht unbeträchtliche Folgekosten für den Betrieb einer Geschossfangeinrichtung mit sich.
Es sind darüber hinaus Geschossfänge in der Form von Sand- oder Erdschüttungen im Gelände bekannt geworden, die jedoch heute aufgrund eines gestiegenen Umweltbewusstseins hinsichtlich des hiermit zwangsläufig verbundenen Schwermetalleintrags in das Erdreich überwiegend abgelehnt werden.
Zur Vereinfachung des Vorgangs der Wiedergewinnung von Geschossen sind ferner Geschossfangeinrichtungen bekannt, bei denen eine Schüttung aus Kunststoffpartikeln zur Abbremsung auftreffender Geschosse benutzt wird. Eine solche Geschossfangeinrichtung ist beispielsweise aus dem DE 295 08 964 U1 bekannt geworden. Hierbei ist eine in Beschussrichtung direkt zugängliche, auf einer, ein Bodenteil, Seitenwandungen und eine Rückwand aufweisenden Aufnahme aufgelagerte Schüttung aus einem Granulat vorgesehen, welches zur Abbremsung auftreffender Geschosse bis zum Stillstand hin bemessen ist. Das Granulat besteht aus Elastomeren oder thermoplastischen Partikeln mit einer Korngröße, die kleiner als die Größe der aufzunehmenden Geschosse gewählt ist und die mit Hinblick auf die Bildung sowie die Stabilität einer Böschung eine unregelmäßige, im Oberflächenbereich abgestumpfte bzw. langgestreckte, zu Verhakungen neigende Gestalt aufweisen. Zur Beseitigung von infolge Einschusskratern entstehenden Unregelmäßigkeiten der
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießstgij^ba.u.
<
18. November 1999 4188/8
Oberfläche der Schüttung ist ein besonderes Fördersystem vorgesehen, über welches das Granulat schichtenweise auf die äußere Oberfläche auftragbar ist. Die Wiedergewinnung von innerhalb des Granulats aufgefangenen Geschossen kann somit grundsätzlich auf einen Klassiervorgang zurückgeführt werden, als dessen Ausgangsprodukte eine Geschossfraktion einerseits und eine aus den Partikeln des Granulats bestehende Kunststofffraktion andererseits gewonnen wird.
Aus dem DE 94 07 238.8 U1 ist eine weitere Geschossfangeinrichtung bekannt, bei welcher eine durch ein Kunststoffgranulat gebildete Schicht zur Abbremsung auftreffender Geschosse bis zum Stillstand benutzt wird, wobei die Korngröße des Granulats wiederum dahingehend bemessen ist, dass der Vorgang des Wiedergewinnens aufgenommener Geschosse auf einen Klassiervorgang zurückführbar ist. Bei dieser bekannten Geschossfangeinrichtung ist ein Hohlraum zur Aufnahme des Granulats gebildet, der rückwandseitig aus einer durchschusssicheren Stahlwand besteht und der beschussseitig durch eine aus blockartig zusammengesetzten Kunststoffplatten bestehende Wandung gebildet ist. Letztgenannte Wandung dient jedoch lediglich als Rückhalteschicht für das Kunststoffgranulat und ist somit in völliger Abkehr von dem eingangs dargelegten Stand der Technik ausschließlich zum Durchschuss bestimmt und nicht dazu, Geschosse bis zum Stillstand abzubremsen. Sowohl die genannte Rückhaltewand als auch das Granulat bestehen aus einem thermoplastischen Werkstoff, hier einem Ethylen-Vinylacetat-Kopolymerisat, bei welchem ein Vinylacetatgehalt 6 Gew.-% bis 45 Gew.-% betragen kann. Die besonderen Vorzüge dieses thermoplastischen Werkstoffs bestehen darin, dass dieser unter dem, infolge eines Durchschusses sich örtlich ergebenden Wärmeeinbringens plastisch fließfähig ist, so dass ein wenigstens teilweises Wiederverschließen eines Durchschusskanals zu erwarten ist. Im Rahmen des Temperaturintervalls, in welchem diese Geschossfangeinrichtungen üblicherweise eingesetzt werden, weist dieser Werkstoff ferner eine ausreichend konstante Elastizität und Zähigkeit auf, so dass eine Splitterbildung, eine Versprödung oder dergleichen unterbleiben.
·1 &Igr; 18. November 1999 · ·
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießst^ijjbaiJi * · · ♦ » 4188/8
In Abhängigkeit von der den auftreffenden Geschossen innewohnenden Energie sowie den Werkstoffeigenschaften des Granulats ergibt sich in einzelnen Fällen jedoch das Problem einer infolge der Abbremsung örtlichen Wärmeentwicklung, welche zu Agglomeriererscheinungen, Verklumpungen und dergleichen bei den Partikeln führt, woraus sich Folgeprobleme für den Trennvorgang von Partikeln und Geschossen ergeben.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Geschossfangeinrichtung der eingangs &iacgr;&ogr; bezeichneten Art dahingehend auszugestalten, dass sich gegenüber dem eingangs dargelegten Stand der Technik eine vereinfachte Wartung und insbesondere Entsorgung der aufgefangenen Geschosse ergibt. Gelöst ist diese Aufgabe bei einer solchen Geschossfangeinrichtung durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des Anspruchs 1.
Erfindungswesentlich ist hiernach, dass das Granulat aus Elastomerpartikeln besteht. Hierbei kann es sich beispielsweise um Gummipartikel handeln - in Betracht kommen auch Partikel aus thermoplastischen Elastomeren. Entscheidend für die werkstoffliche Verwendbarkeit im Rahmen der erfindungsgemäßen Geschossfangeinrichtung ist, dass die Partikel aufgrund der, durch die Abbremsung eindringender Geschosse bestimmten Wärmeentwicklung keine solchen Oberflächeneigenschaften entwickeln, die die Gefahr eines Agglomerierens mit sich bringt, mit dem weiteren Problem, dass in diese Granulatagglomerate auch Geschosse bzw. Geschossteile eingebunden sind. Letzteres würde nämlich die Entsorgung des mit Geschossen befrachteten Granulats, insbesondere die Trennung von Granulatpartikeln einerseits und Geschosspartikeln andererseits in einem bedeutenden Maße behindern bzw. erschweren. Es ist festgestellt worden, dass die Gefahr von Verklumpungen bzw. Agglomeratbildung bei dieser Art der Verwendung des Granulats dann nicht besteht, wenn dieses aus Gummipartikeln oder vergleichbaren Elastomeren zusammengesetzt ist. Die Partikel sind beschussseitig durch eine Kunststoffwandung abgestützt, so dass es keiner Maßnahmen bedarf, um die
: *..: : : '..I*..: 18· November 1999
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießstg^ba^· ,·, .*# JJ* JJ* 4188/8
Gestalt der aus den Partikeln bestehenden Schüttung und damit deren Geschossfangeigenschaften zu stabilisieren. Die Herkunft der Elastomer- bzw. Gummipartikel ist grundsätzlich beliebig. Beispielsweise kann es sich hierbei um ein aus Altreifen hergestelltes Granulat handeln. Die Korngröße des Granulats kann kleiner als die Größe der abzubremsenden Geschosse bemessen sein, um eine Trennung der Geschosse von dem Granulat durch einen Klassiervorgang durchführen zu können.
Gemäß den Merkmalen der Ansprüche 2 und 3 ist die Geschossfangeinrichtung durch eine bis auf die Beschussrichtung durch Stahlwandungen begrenzte Kastenkonstruktion gekennzeichnet, wobei der beschussseitige Abschluss dieser Konstruktion durch eine aus Kunststoff bestehende Abschlusswandung gebildet ist. Im einfachsten Fall kann es sich bei dieser Wandung bereits um die Wandung handeln, die eine Rückhaltefunktion auf das Granulat ausübt. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn der Innenraum der Kastenkonstruktion in eine in Beschussrichtung gesehen hintere Kammer und eine in der gleichen Richtung gesehen vordere Kammer unterteilt ist, wobei lediglich die hintere Kammer zur Aufnahme des Granulats eingerichtet ist. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass im Falle des Verschleißes der das Granulat stützenden Zwischenwand dieses lediglich in die vordere Kammer, nicht hingegen in den Außenraum austritt. Instandhaltungsmaßnahmen, insbesondere ein Austausch der Zwischenwandung ist somit möglich, ohne dass es zu Verunreinigungen der unmittelbaren Umgebung der Geschossfangeinrichtung kommt.
Gemäß den Merkmalen der Ansprüche 4 bis 6 sind sowohl die vorderseitige Abschlusswandung als auch die Zwischenwandung werkstofflich sowie von ihrer Dicke dahingehend bemessen, das sie durch eindringende Geschosse in jedem Fall durchdrungen werden. In Abkehr von dem eingangs dargelegten Stand der Technik haben diese Wandungen somit nicht die Funktion, Geschösse in sich bis zum Stillstand abzubremsen. Der Vorgang des Durchdringens der Wandungen durch ein Geschoss ist mit einem örtlich starken Wärmeeinbringen verbunden, welches zu einem zumindest oberflächlichen Auf-
'* *&iacgr; 2 :: : 18. November 1999 — ···
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießstagd,baj^· #j# e;# ##· &bgr;#· 4188/8
schmelzen des thermoplastischen Werkstoffs führt. Darüber hinaus ist dieser Vorgang durch eine plastische, jedoch auch eine beträchtliche elastische Verformung gekennzeichnet, von der ein Rückstellvermögen im Bereich der Durchschussöffnung herrührt, die in Verbindung mit dem kurzzeitigen oberflächlichen Aufschmelzen im Ergebnis zu einem wenigstens teilweise erneuten Verschließen der Durchschussöffnung führt. Ein in diesem Zusammenhang besonders vorteilhaft einsetzbarer Werkstoff ist ein Ethylen-Vinylacetat-Kopolimerisat, insbesondere dann, wenn das Vinylacetatgehalt im Bereich von 6 Gew.-% bis 45 Gew.-% liegt. Wesentlich für einen in diesem Zusammenhang &iacgr;&ogr; einsetzbaren Werkstoff ist ferner, dass dieser über ein Temperaturintervall, welches den üblicherweise gegebenen Betriebstemperaturen der Geschossfangeinrichtung entspricht, ein hinreichend konstantes werkstoffliches Verhalten aufweist, dies insbesondere hinsichtlich Kerbschlagzähigkeit, Elastizität, plastische Verformbarkeit usw.
Die Zwischenwandung der Geschossfangeinrichtung und gleichermaßen die Abschlusswandung können grundsätzlich als einheitliche Platte ausgestaltet sein. Diese ist innerhalb der Kastenkonstruktion in geeigneter Weise festlegbar, insbesondere formschlüssig sowie mit der Maßgabe, dass diese im Verschleißfall ohne großen Aufwand entfernbar und durch eine neue Platte ersetzbar ist. Beide Wandungen können jedoch gleichermaßen auch aus in der Fläche jeweils bausteinartig zusammengesetzten Teilplatten bestehen, welches den Vorteil mit sich bringt, dass ein Austausch örtlich verschlissener Bereiche möglich ist, unter Beibehaltung der übrigen Bereiche der Wandung. Die genannten Teilplatten können im Umfangsbereich formschlüssig nach Art von Feder und Nut zusammengefügt sein, so dass der Zusammenhalt der Platten untereinander verbessert wird. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, die dem Granulat zugekehrte Wandung als einheitliche Platte auszubilden, da auf diesem Wege der Zusammenhalt gesichert ist und eine zuverlässige Rückhaltefunktion auf das Granulat ausgeübt werden kann, und zwar auch nach erfolgtem intensiven Beschuss. Die Ausbildung der vorderseitigen Abschlusswandung hingegen aus einzelnen Platten eröffnet in einfacher Weise eine visuelle
Gerd Bücheier Schießanlagen und
18. November 1999 4188/8
Betrachtungsmöglichkeit der vorderseitigen Kammer, beispielsweise dahingehend, ob infolge des Beschüsses bereits Granulat in diese Kammer ausgetreten ist, so dass die Zwischenwand ausgetauscht werden muss.
Die Merkmale des Anspruchs 9 eröffnen einfache Beschickungs- und Entleerungsmöglichkeiten der zur Aufnahme des Granulats bestimmten Kammer.
Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf das in den Zeichnungen schematisch wiedergegebenen Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 einen Horizontalschnitt der Geschossfangeinrichtung entsprechen einer Schnittebene l-l der Fig. 2;
Fig. 2 einen Vertikalschnitt der Geschossfangeinrichtung entsprechend einer Schnittebene 11-11 der Fig. 1.
Die erfindungsgemäße Geschossfangeinrichtung wird durch eine in Beschussrichtung 1 offene Kasten konstruktion 2, die ihrerseits entweder zum unmittelbaren Aufsetzen auf dem Boden bestimmt ist oder bodenseitig mit zeichnerisch nicht wiedergegebenen Stützfüßen versehen sein kann. Die Kastenkonstruktion besteht im Einzelnen aus untereinander gleichen Seitenwandungen 3, 4, einer Rückwand 5, einem Boden 6 sowie einer oberseitigen Abschlusswand 7, die untereinander in fester Verbindung stehen können. Insgesamt weist die Kastenkonstruktion 2 eine quaderförmige Grundgestalt auf.
Zumindest die Rückwand 5, zweckmäßigerweise auch die übrigen Wandungen in der Kastenkonstruktion 2 sind derart ausgebildet, dass sie in Abhängigkeit von den eingesetzten Geschosskalibern und Geschossenergien in jedem Fall als durchschusssicher anzusehen sind. Beispielsweise kann die Kastenkonstruktion 2 eine Höhe von ca. 1,80 m, eine Breite von ca. 1,0 m und eine Tiefe von 1,0 m aufweisen. Der Erfindungsgegenstand ist jedoch nicht auf diese Ab-
*\ O "I "5 &iacgr;"&idigr;&idigr;"&idigr; 18. November 1999
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießst^ryJbaJ'i * #·# #·# " **· **J 4188/8
messungen beschränkt und kann unter Beibehaltung seines grundsätzlichen baulichen Prinzips in allen diesen Abmessungen auch verändert werden.
Den beschussseitigen Abschluss der Kastenkonstruktion bildet eine Abschlusswandung 8, die aus einer Übereinanderanordnung einzelner, sich jeweils über die gesamte Breite der Kastenkonstruktion 2 erstreckenden Platten 81 besteht. Die Platten 81 bestehen aus einem thermoplastischen Kunststoff und können untereinander noch in einem Formschluss nach Art von Nut und Federn stehen. Sie sind im übrigen in zeichnerisch nicht wiedergegebener Weise
&iacgr;&ogr; formschlüssig an den Seitenwandungen 3,4 gesichert und beispielsweise in entsprechende Aufnahmeeinrichtungen eingesteckt. Beispielsweise kann es sich bei dem im Rahmen der Platten 81 eingesetzten thermoplastischen Kunststoff um ein Ethylen-Vinylacetat-Kopolimerisat handeln, dessen Vinylacetatgehalt in an sich bekannter Weise 6 Gew.-% bis 45 Gew.-% betragen kann. Wesentlich für den im Rahmen der Wandung 8 eingesetzten Kunststoff, der auch in der Form einer einheitlichen, die gesamte Beschussseite der Kastenkonstruktion 2 überdeckenden Platte eingesetzt sein kann ist, dass dieser über ein bestimmtes betrieblich zu erwartendes Temperaturintervall hinreichend konstante elastisch-plastische Eigenschaften aufweist, zu denen insbesondere auch ein elastisches Rückstellvermögen gehört. Die Abschlusswandung 8 ist in jedem Fall zum Durchschuss und nicht zum Auffangen auftreffender Geschosse bestimmt und es soll deren Werkstoff derart beschaffen sein, dass im Bereich der Durchschüsse, die stets mit einer plastischen, jedoch auch einer elastischen Verformung verbunden sind, ein Rückstellvermögen bereitgestellt wird, so dass sich Durchschussöffnungen - unterstützt durch örtliches Aufschmelzen beim Durchschuss - jedenfalls weitestgehend wieder schließen. Jeder thermoplastische Kunststoff, der diese Eigenschaften aufweist, kann im Rahmen der Abschlusswandung 8 eingesetzt werden.
Mit 9 ist eine, sich parallel zu der Abschlusswandung 8 erstreckende, jedoch mit Abstand von dieser innerhalb der Kastenkonstruktion 2 fixierte Zwischenwandung bezeichnet, die gleichermaßen aus einem thermoplastischen Kunst-
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießstandbau
·■· · t
38. November 1999 I 4188/8
Stoff besteht und die werkstofflich sowie von ihrer Dicke her dahingehend bemessen ist, dass sie ebenfalls ausschließlich zum Durchschuss, nicht hingegen zum Auffangen auftreffender Geschosse bestimmt ist. Die in Beschussrichtung 1 auftreffenden Geschosse durchdringen somit in jedem Fall sowohl die Abschlusswandung 8 als auch die Zwischenwandung 9.
In dem in Beschussrichtung 1 gesehen hinteren Teil der Kastenkonstruktion 2 wird durch die Zwischenwandung 9 einerseits und die Rückwand 5 andererseits eine Kammer 10 definiert, in die eine aus einem Gummigranulat bestehende &iacgr;&ogr; Füllung eingebracht ist. Die obere Abschlusswand 7 kann zu diesem Zweck mit einer schließbaren Befüllöffnung versehen sein und es kann ferner der Boden unterhalb der Kammer 10 mit einer Entnahmeöffnung versehen sein. Auf eine zeichnerische Darstellung dieser beiden letztgenannten Öffnungen nebst Verschlussorganen ist jedoch verzichtet worden.
Die Kammer 10 und damit die in dieser befindlichen, aus Gummigranulat bestehende Schicht ist derart bemessen, dass Geschosse, welche sowohl die Abschlusswandung 8 als auch die Zwischenwandung 9 durchdrungen haben in jedem Fall innerhalb der Granulatschicht bis zum Stillstand abgebremst werden. Das Gummigranulat liegt vorteilhafter Weise in einer Korngröße vor, die kleiner bemessen ist als diejenige der Geschosse. Dies ist jedoch nicht unbedingt notwendig. Wesentlich ist insoweit lediglich ein Korngrößenunterschied zwischen den Korngrößen der Partikel einerseits und der Geschosse andererseits, um eine Trennung durch Klassierung zu
25 ermöglichen.
Mit 11 sind zwei, im Randbereich der Kastenkonstruktion 2 aufgestellte, zueinander parallele und sich vertikal erstreckende Pfosten bezeichnet, die in geeigneter Weise an dem Boden 6 bzw. der oberen Abdeckung 7 fixiert sind. Die sich vertikal erstreckenden Pfosten 11 werden ihrerseits durch zwei, wiederum in den Randbereichen der Kastenkonstruktion 2 angeordnete, sich
Gerd Bücheier Schießanlagen und Schießstandbau 4j# *** ' \
*. IS. Itovember 1999 "·: '*: 4188/8
horizontal und zueinander parallel erstreckende Pfosten 12 gestützt. Auch die Pfosten 12 sind in geeigneter Weise an den Seitenwandungen 3, 4 fixiert.
Die Zwischenwandung 9 kann aus einer einheitlichen Platte bestehen, die gleichermaßen die Pfosten 11,12 aus Polyethylen hergestellt ist. Wesentlich insoweit ist, dass die Zwischenwandung 9 sowie die Abschlusswand 8 eine in Beschussrichtung 1 gesehen vorderseitige Kammer 13 umgrenzen.
In Beschussrichtung 1 auftreffende Geschosse durchdringen sowohl die Abschlusswandung 8 als auch die Zwischenwandung 9 und werden innerhalb des Gummigranulats innerhalb der Kammer 10 schließlich bis zum Stillstand abgebremst. Das Gummigranulat bietet in diesem Zusammenhang den Vorteil, dass ein oberflächliches Zusammenbacken bzw. Agglomeriererscheinungen infolge örtlichen Wärmeeinbringens durch eindringende Geschosse nicht bzw. kaum zu befürchten sind, so dass nach Maßgabe beispielsweise der Korngröße eine einwandfreie Trennung von Granulat und Geschossen möglich ist. Auch im Rahmen der Zwischenwandung 9 sollte ein solcher thermoplastischer Kunststoff eingesetzt werden, der ein elastisches Rückstellvermögen aufweist, so dass Durchschussöffnungen jedenfalls zumindest teilweise aufgrund dieses Rückstellvermögens wieder geschlossen werden. Die innerhalb der Kastenkonstruktion 2 eingerichtete Kammer 13 bringt hierbei den Vorteil mit sich, dass im Verschleißfall der Zwischenwandung 9 Gummigranulat zunächst in dieser Kammer 13 eintritt und somit die kastenförmige Grundkonstruktion der Geschossfangeinrichtung noch nicht verlässt. Durch visuelle Betrachtung der Kammer 13 kann auf diesem Wege anhand der Anwesenheit von Gummigranulat der Verschleißzustand der Zwischenwandung 9 überprüft werden und diese somit im Bedarfsfall ausgewechselt werden, bevor dieses Granulat die Geschosseinrichtung verlässt.
Claims (9)
1. Geschossfangeinrichtung bestehend zumindest aus einer zum Abbremsen auftreffender Geschosse bis zum Stillstand bestimmten Schicht aus einem Granulat, welches - in Beschussrichtung (1) gesehen - durch eine, zum Durchschuss bestimmte, eine Rückhaltefunktion auf das Granulat ausübende Wandung aus Kunststoff gestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Granulat aus Elastomerpartikeln besteht.
2. Geschossfangeinrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Kastenkonstruktion (2), deren Wandungen aus Stahl bestehen und die lediglich beschussseitig durch eine Abschlusswandung (8) aus Kunststoff abgeschlossen ist.
3. Geschossfangeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Kastenkonstruktion (2) eine zur Aufnahme des Granulats bestimmte, in Beschussrichtung (1) gesehen hintere Kammer (10) und eine vordere Kammer (12) gebildet sind, dass die vordere Kammer (12) von der hinteren Kammer (10) durch eine aus Kunststoff bestehende Zwischenwandung (9) getrennt ist und dass die vordere Kammer (12) wiederum in Beschussrichtung (1) gesehen durch die Abschlusswandung (8) begrenzt ist.
4. Geschossfangeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlusswandung (8) und die Zwischenwandung (9) zum Durchschuss bestimmt und eingerichtet sind.
5. Geschossfangeinrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Abschlusswandung (8) als auch die Zwischenwandung (9) aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehen.
6. Geschossfangvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als thermoplastischer Kunststoff bei wenigstens einer der Wandungen (8, 9) ein Ethylen-Vinylacetat-Kopolymerisat eingesetzt ist.
7. Geschossfangeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenwandung (9) aus einer einheitlichen Platte besteht.
8. Geschossfangeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlusswandung (8) aus mehreren, bausteinartig in der Fläche zusammengesetzten Platten besteht.
9. Geschossfangeinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kastenkonstruktion (2) oberseitig mit einer Beschickungsöffnung für das Granulat und unterseitig mit einer Entleerungsöffnung für das Granulat versehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29920304U DE29920304U1 (de) | 1999-11-19 | 1999-11-19 | Geschossfangeinrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29920304U DE29920304U1 (de) | 1999-11-19 | 1999-11-19 | Geschossfangeinrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29920304U1 true DE29920304U1 (de) | 2001-01-04 |
Family
ID=8081799
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29920304U Expired - Lifetime DE29920304U1 (de) | 1999-11-19 | 1999-11-19 | Geschossfangeinrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29920304U1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2017190836A1 (de) * | 2016-05-03 | 2017-11-09 | Schlayer, Marlene | Geschossfang |
-
1999
- 1999-11-19 DE DE29920304U patent/DE29920304U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2017190836A1 (de) * | 2016-05-03 | 2017-11-09 | Schlayer, Marlene | Geschossfang |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2147616A1 (de) | Sicherheitspuffervorrichtung zum Schützen ortsfester Konstruktionen | |
| DE3212781A1 (de) | Kugelfang, insbesondere fuer solche schiessanlagen, die in geschlossenen raeumen angelegt sind | |
| EP3719439B1 (de) | Geschossfang | |
| EP1990599A1 (de) | Vorrichtung zum Auffangen von ballistischen Geschossen, sowie Verfahren und System zu deren Zurückgewinnung | |
| EP2806245B1 (de) | Anordnung zum Schutz eines Objekts gegen anfliegende Projektile | |
| EP2834474A1 (de) | Sicherheitsvorrichtung für das behältnis einer schwungmasse | |
| DE29920304U1 (de) | Geschossfangeinrichtung | |
| DE1272091C2 (de) | Hammerbrecher zum Zerkleinen von Abfaellen, insbesondere von metallischen Gegenstaenden | |
| DE202009015225U1 (de) | Geschossfanganlage | |
| DE102007050660B4 (de) | Flächiges Verbundpanzerungselement | |
| EP1693643A1 (de) | Abbremsvorrichtung | |
| DE69214233T2 (de) | Geschossfang, insbesondere für Kugeln, für Schiessstände | |
| DE3418626A1 (de) | Schichtfolge zur abprallsicherung | |
| DE69609162T2 (de) | Schutz zur hemmung der auslaugung | |
| DE682180C (de) | ||
| DE29508964U1 (de) | Geschoßfang | |
| DE9407238U1 (de) | Geschoßfangvorrichtung | |
| DE4436060B4 (de) | Geschossfangeinrichtung für Innen- und Außenraum-Einsatz | |
| DE102022127601A1 (de) | Vorrichtung zum Brechen von Pflastersteinen und/oder Bordsteinen | |
| DE102007050658B4 (de) | Flächiges Verbundpanzerungselement | |
| DE4317742A1 (de) | Geschoßfang und Geschoßfangkasten für einen solchen Geschoßfang | |
| DE3803497C1 (de) | ||
| DE102016201484A1 (de) | Beschusshemmendes Bauteil zum Bau eines Schutzraumes | |
| DE2339058A1 (de) | Rost fuer eine muehle oder eine andere verarbeitungsanlage | |
| DE19749881A1 (de) | Geschoßfangeinrichtung |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 20010208 |
|
| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20030618 |
|
| R157 | Lapse of ip right after 6 years |
Effective date: 20060601 |