DE29919856U1 - Vorrichtung zum Entschwefeln von geschmolzenem Eisen - Google Patents
Vorrichtung zum Entschwefeln von geschmolzenem EisenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entschwefeln von geschmolzenem Eisen und insbesondere eine Vorrichtung, bei der zwei mit Abstand angeordnete Lanzen gleichzeitig eingesetzt werden können, um die Durchsatz-Zeit einer Entschwefelungsstation zu vermindern.
Es ist bei der Stahlherstellung allgemein üblich, geschmolzenes Eisen aus einem Hochofen abzustechen, einer Entschwefelung zu unterziehen und das Eisen in einen basischen Sauerstoffofen zum Entfernen von Kohlenstoff zu überführen und dann das resultierende flüssige Produkt kontinuierlich zu vergießen. Aus praktischer Sicht ist es erwünscht, den Entschwefelungsprozeß ohne unzuträgliche Verzögerung durchzuführen, um die stromabwärtige Wei-
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terbehandlung nicht unterbrechen zu müssen. Wenn eine Unterbrechung des Materialflusses stattfindet und das Band aus kontinuierlich gegossenem Material bricht, sind Kosten von 100.000 US $ oder mehr erforderlich, um das kontinuierliche Bandgießen erneut zu starten. Es ist daher wichtig, daß die Entschwefelung des Eisens aus dem Hochofen ohne signifikante Unterbrechung stattfindet.
Bei Einsatz einer einzigen Lanze mit einer einzigen Leitung gemäß einer Konstruktion nach dem Stand der Technik, wie sie bisher von der Anmelderin und anderen vermarktet worden ist, werden zwei Zuführbehälter gemeinsam eingesetzt, nämlich einer für Magnesiumreagens-Pulvermischungen (üblicherweise mit Korngrößen in der Größenordnung von 0,2-1,0 mm Durchmesser) und einer für ein pulverisiertes Reagens, welches aus Kalk, Karbid oder einem anderen Produktgemisch bestehen kann (üblicherweise mit Korngrößen von etwa 75 Mikron Durchmesser), wobei das pulverisierte Reagens zum Transport des Magnesiumreagens eingesetzt wird. (Während üblicherweise zwei Zuführbehälter benutzt werden, können in einzelnen Fällen auch nur ein Behälter oder mehr als zwei Behälter eingesetzt werden). Jeder Behälter ist unter Druck gesetzt. Am Boden jedes der beiden Behälter ist eine Öffnung vorgesehen. Diese Öffnung kann von einem variablen Ventil der Bauart gemäß US-Patent 5,108,075 gebildet sein oder eine Öffnung fester Größe sein. Bei fester Größe können die Strömungsraten oder Durchflüsse durch Verändern des Druckes im Behälter oder durch Verändern der Öffnung variiert werden. Wenn feste Öffnungen eingesetzt werden, ist ferner erforderlich, ein Absperrventil oder dergleichen vorzusehen.
Zunächst wird ein inertes, unter Druck stehendes Gas, welches üblicherweise als Transportgas bezeichnet wird, in ein Rohr unterhalb der Öffnung im Zuführbehälter für pulverisiertes Reagens eingelassen, um die Strömung des pulverisierten Reagens zu initiieren. Das Transportgas strömt anfänglich von einem Ort unterhalb der Öffnung des Zuführbehälters für das pulverisierte Reagens zu einer Stelle unterhalb der Öffnung des Zuführbehälters für Magnesiumreagens, so daß das pulverisierte Reagens das Magnesiumreagens aufnehmen und zu einer Lanze transportieren kann.
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Sobald sich die Strömung gebildet hat, wird in dem Transportsystem ein weiterer Einsatz von Transportgas minimiert. Üblicherweise werden die Pulvermischung aus pulverisiertem Reagens und Magnesiumreagens in einem Verhältnis 3:1 gemischt, d.h. 75 Gewichtsanteile von pulverisiertem Reagens pro Minute auf 25 Gewichtsanteile von Magnesiumreagens pro Minute, wenngleich auch andere Verhältnisse verwendet werden könnten. Dieses gemischte Produkt wird dann in eine Gießpfanne eingebracht, welche zwischen 100 und 300 t Eisen aufnehmen kann. Dieses gemischte Produkt wird dann in den Boden der Gießpfanne über eine Lanze in eine „Reaktionszone" eingebracht, wo das Magnesiumreagens mit dem Schwefel im geschmolzenen Eisen reagiert, um den Schwefel auszutreiben. Die Lanze weist ein monolithisches feuerfestes Element auf, das üblicherweise aus einem runden Rohr von 3" Durchmesser oder aus einem Rohr mit quadratischem Querschnitt gebildet ist, wobei dieses Rohr ein weiteres Rohr von 1A", 3A" oder 1" Durchmesser aufnimmt und wobei das Magnesiumreagens und das pulverisierte Reagens durch dieses innere Rohr innerhalb des erstgenannten Rohres strömen.
Im Betrieb der beschriebenen einzigen Lanze mit einer einzigen Leitung gibt es eine maximale Durchsatzrate, bei welcher das Magnesiumreagens in die einzige Reaktionszone eingeführt werden kann. Dies verhält sich deshalb so, weil Magnesium einen hohen Dampfdruck hat. Bei zu schnellem Einführen kann unerwünschtes Verspritzen und Turbulenz zu einem Eisenverlust führen und die Wirksamkeit des Reagens vermindern. Daher kann in bestimmten Fällen, in denen ein hoher anfänglicher Schwefelgehalt im geschmolzenen Eisen zu verarbeiten ist (z.B. 0,10% Schwefel zur Beginn der Behandlung mit einem gewünschten Ergebnisprozentsatz am Ende der Behandlung von 0,005% Schwefel), eine unerwünscht lange Zeit zwischen dem Beginn und der Beendigung der Entschwefelung vergehen.
In einer früheren Vorrichtung sind zwei Reaktionszonen dadurch erreicht, daß eine Lanze mit einer einzigen Leitung vorgesehen ist, welche an ihrem Austrittsende in einem T-Fitting endet. Während das Reagens in zwei getrennte Reaktionszonen auf den beiden Seiten der Lanze ausgebracht wird, sind Schwierigkeiten entstanden. So neigt ein T-Fitting bei dieser Lanzen-
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bauart eher zu einem Verstopfen als eine Lanze mit einer einzigen Leitung. Wenn einer der beiden T-Zweige verstopft, entsteht nur eine einzige Entschwefelungszone auf der einen Seite der Lanze.
Um diese Schwierigkeiten bei einzeben Lanzen mit nur einer einzigen Leitung zu beheben, wurde in der US-PS 5,188,661 eine einzige Lanze mit zwei Leitungen für das Einführen des Entschwefelungs-Materials vorgeschlagen. Bei dieser einzigen Lanze mit zwei Leitungen sind gemäß den Zeichnungen der US 5,188,661 zwei Stahlleitungen 16 in einem keramischen Körper 28 untergebracht, die in einem Mundstück 24 enden, wobei eine abgewinkelte Verlängerung durch ein Ellbogen-Fitting 30 gebildet ist. Während diese einzelne Lanze mit zwei inneren Leitungen zwei Reaktionszonen schafft, welche ein Einbringen des Magnesiumreagens mit größerer Geschwindigkeit als mit einer einzeben Lanze mit nur einer Leitung erlaubt, bleibt ein gemeinsames Problem mit der Konstruktion mit nur einer Lanze und nur einer Leitung. Wenn nämlich eine Leitung verstopft, muß die ~Lzxize aus dem geschmolzenen Eisen in der Gießpfanne herausgezogen und die Entschwefelung gestoppt werden bis eine neue Lanze eingeführt werden kann. Wenngleich ein Verstopfen weniger oft als bei der Konstruktion mit T-Fitting stattfindet, weil der Druck in jeder Leitung die Ausgabeöffnung vor einem Verstopfen besser schützt, findet ein solches Verstopfen gleichwohl statt. Da ferner die beiden Reaktionszonen eng beieinander liegen, kann nicht eine ausreichende Bewegung sämtlichen Eisens in der Gießpfanne erzeugt werden, so daß ein Teil des Eisens nicht vollständig entschwefelt wird.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, die ein Entschwefeln von geschmolzenem Eisen ohne signifikante Unterbrechung ermöglicht.
Diese Aufgabe ist durch Anspruch 1 gelöst.
Demgemäß sieht die Erfindung eine Vorrichtung zum Entschwefeb von geschmolzenem Eisen vor, bei der erste und zweite voneinander mit Abstand angeordnete Lanzen unabhängig
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voneinander bewegbar sind. Jede Lanze hat ihre eigene einzige Leitung, durch welche die Entschwefelungs-Materialien aus den Zuführbehältern in das geschmolzene Eisen in die Gießpfanne einströmen. Es sind erste und zweite, unabhängig voneinander betreibbare Hebe- und Senkeinrichtungen vorgesehen, wobei die erste Hebe- und Senkeinrichtung mit der ersten Lanze und die zweite Hebe- und Senkeinrichtung mit der zweiten Lanze verbunden ist. Beide Hebe- und Senkeinrichtungen sind dazu fähig, die zugehörige Lanze zwischen einer angehobenen Position, in welcher das untere Ende der Lanze von der Oberfläche des geschmolzenen Eisens einen Abstand hat, und einer abgesenkten Position zu bewegen, in welcher das untere Ende der zugehörigen Lanze in der Gießpfanne sich in einer geeigneten Höhe zum Entschwefeln des geschmolzenen Eisens befindet. Die beiden Hebe- und Senkeinrichtungen sind voneinander mit ausreichendem Abstand angeordnet, so daß die Reaktionen selbst bei maximaler Durchflußrate der Entschwefelungs-Materialien nicht überlappen.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Vorrichtung nach der Erfindung sind erste und zweite Zuführbehälter vorgesehen. Der erste Zufuhrbehälter ist normalerweise mit der ersten Lanze verbunden, während der zweite Zuführbehälter normalerweise mit der zweiten Lanze verbunden ist. Ferner können Querverbindungen bzw. Überbrückungen vorgesehen sein, um den ersten Zuführbehälter mit der zweiten Lanze und den zweiten Zuführbehälter mit der ersten Lanze zu verbinden.
Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen an einem bevorzugten Ausführungsbeispiel mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Ansicht einer Vorrichtung nach der Erfindung;
Figur 2 und 3 im größeren Maßstab Teile der Vorrichtung nach Figur 1;
Figur 4 eine Seitenansicht einer Lanze, wie sie bei der Vorrichtung nach der Erfindung
eingesetzt werden kann;
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Figur 5
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eine Seitenansicht der Lanze nach Figur 4 in größerem Maßstab.
Gemäß Figur 1 sind getrennte erste und zweite Lanzen 10 und 12 für die Entschwefelung von geschmolzenem Eisen in einer Gießpfanne 16 od. dgl. vorgesehen. Bei der Ausführung gemäß den Zeichnungen hat die Gießpfanne einen Durchmesser von etwa 3,3m (10 Fuß) und eine Tiefe von etwa 3,63m (12 Fuß), so daß die Gießpfanne etwa 200t geschmolzenes Eisen aufnehmen kann. Die Erfindung kann jedoch auch mit anderen Gießpfannen-Größen realisiert werden. Die ersten und zweiten Lanzen sind im wesentlichen identisch und bestehen beide aus je einem monolithischen, feuerfesten Element 18 (Figur 5), welches eine Länge von 3,8m (12,5 Fuß) und einen Durchmesser von 20cm (8") haben kann. Das monolithische feuerfeste Element umgibt ein Rohr 20 mit einem Durchmesser von 7,6cm (3"), das quadratischen oder runden Querschnitt haben kann, wobei sich dieses innere Rohr bis auf die letzten 7,6mm (3") des monolitischen feuerfesten Elementes 18 über die Länge des Elementes 18 sowie oben darüberhinaus um etwa 3m erstreckt. Eine Leitung in Gestalt eines Rohres 22 eines Durchmesssers von 0,5", 0,75" oder 1" erstreckt sich über die Länge des monolithischen feuerfesten Elementes 18 sowie des inneren Rohres 20, über welches sie um einen Abstand hinausragt, der zum Verbinden mit einem Reagens-Leitung ausreicht. Das innere Rohr 20 ist mit einem Hebe- und Senkmechanismus für eine Lanze verbunden. Hierzu ist eine Stahlplatte 24 mit dem Rohr 20 durch Schweißung od. dgl. verbunden. Die Stahlplatte 24 hat ihrerseits Öffnungen 26, durch welche geeignete Befestiger, wie Bolzen, hindurchpassen, um das Rohr 20 mit dem Hebe- und Senkmechanismus zu verbinden.
Gemäß der Erfindung ist die erste Lanze 10 mit einer ersten Hebe- und Senkeinrichtung 28 verbunden, während die zweite Lanze mit einer zweiten Hebe- und Senkeinrichtung 30 verbunden ist. Beide Hebe- und Senkeinrichtungen sind im wesentlichen gleich aufgebaut und als Motor- Getriebe-Anordnungen mit Kettenabtrieb dargestellt. Alternativ können sie jeweils von einer hydraulischen Zylinderanordnung gebildet sein. In beiden Fällen bewegt sich die Hebe- und Senkeinrichtung vertikal und nimmt dabei einen Lanzentreibkopf 32 in Gestalt einer Klammer oder einer Platte 32 vertikal mit, wobei die Platte 24 an dem Lanzentreibkopf
• ·
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32 befestigt ist. Dieser wird durch die Hebe- und Senkeinrichtung derart auf- und abwärts bewegt, daß das untere Ende der zugehörigen Lanze in der vollständig angehobenen Position mit Abstand über den geschmolzenen Eisen und in abgesenktem Zustand in einer geeigneten Höhe zum Entschwefeln innerhalb der Gießpfanne angeordnet ist. Diese Höhe kann typisch etwa 46cm (18") über dem Boden der Gießpfanne liegen.
Es sei darauf hingewiesen, daß beim Entschwefeln geschmolzenen Eisens gelegentlich nötig sein kann, eine Lanze durch eine andere auszutauschen. Um das Ersetzen einer Lanze zu erleichtern, ist jede Lanze mit einer umgekehrt U-förmigen Schlaufe 34 (Figur 5) versehen, die mit dem oberen Ende des Rohres 20 verschweißt oder andersartig verbunden ist, wobei die umgekehrt U-förmige Schlaufe sich oberhalb des Rohres 20 bis zu einem ausreichenden Abstand erstreckt, so daß sie einen Haken (nicht gezeigt) aufnehmen kann, der von einem Lastseil 36 eines Ausleger-Kranes 38 getragen wird. Um eine Lanze zu ersetzen, wird sie zunächst in eine Position oberhalb des geschmolzenen Eisens angehoben, worauf der Haken in die Schlaufe 34 eingeführt wird. Dann wird die Platte 24 von dem Lanzentreibkopf 32 gelöst, worauf das Lastseil 36 und der Ausleger-Kran in einer dem Fachmann bekannten Weise betätigt werden. Durch Einsetzen zweier getrennter Lanzen, von denen jede eine eigene Leitung aufweist, kann eine zweckmäßige Wartung von entfernten Lanzen durchgeführt werden. Wenn beispielsweise eine der beiden Lanzen in einem Ausmaß verstopft ist, daß sie nicht langer betriebsfähig ist, kann sie entfernt und durch eine neue (oder reparierte) Lanze ersetzt werden. Somit ist durch Einsetzen zweier getrennt montierbarer Lanzen, von denen jede ihre eigene Leitung aufweist, die Wartung der Lanzen unter Fortführen eines kontinuierlichen Betriebes des Entschwefelungsprozesses ermöglicht. (Die Lanzen nach der beschriebenen Konstruktion können repariert werden. Wenn also eine Lanze verstopft ist, wird das obere Ende des Rohres 22 durch Hinzufügen einer Kupplung oder einer weiteren Rohrlänge aufgebaut, das Rohr wird dann durch das feuerfeste Element 18 hindurchgetrieben, bis der verstopfte Abschnitt des Rohres sich unterhalb des feuerfesten Elementes 18 befindet, und der verstopfte Abschnitt wird dann abgeschnitten).
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Wie üblich sind die ersten und zweiten Lanzen an geeignete Zuführbehälter angeschlossen. Die erste Lanze 10 ist typisch mit ersten, unter Druck stehenden Zufuhrbehältern 40, 42 verbunden, während die zweite Lanze 12 typisch mit zweiten, unter Druck stehenden Zuführbehältern 44 und 46 verbunden ist. Für die Zwecke dieser Beschreibung seien beide Zufuhrbehälter als gleich betrachtet. Somit ist jeder Zufuhrbehälter mit einem Einlaß 48 zum Aufnehmen geeigneter Materialien sowie mit einem Auslaß 50 versehen, durch welche diese Materialien ausgegeben werden. Ein Ventil 52 mit variabler Öffnung zum Steuern der Material-Durchsätze und ein Absperrventil 54 sind in einer Auslaßleitung unterhalb des Auslasses 50 jedes Zufuhrbehälters vorgesehen. Die Zufuhrbehälter 40 und 44 nehmen eine pulverisierte Reagens-Mischung auf, während die Zufuhrbehälter 42 und 46 eine Magnesiumreagens-Pulvermischung aufnehmen. Es ist ersichtlich, daß die Magnesiumreagens-Pulvermischung und die pulverisierte Reagensmischung aus den Zufuhrbehältern 40, 42 in die erste Leitung 56 strömen. Die Strömung durch die Leitung 56 wird durch Einspeisen eines inerten Transportgases aus einer unter Druck stehenden Transportgasquelle 58 in dem Fachmann bekannter Weise erleichtert. Der Durchfluß aus den beiden Zufuhrbehältern in die Leitung 56 wird über das Ventil 52 mit variabler Öffnung gesteuert, sofern das Absperrventil 54 offen ist. In ähnlicher Weise strömen die Magnesiumreagens-Pulvermischung und das pulverisierte Reagens aus den Zufuhrbehältern 44,46 in die zweite Leitung 60, wobei der Durchfluß ebenfalls durch ein Ventil mit variabler Öffnung gesteuert wird. Wie aus Figur 1 ersichtlich, sind die Leitung 56 mit der ersten Lanze 10 und die Leitung 60 mit der zweiten Lanze 12 verbunden.
Es ist ein Merkmal der Erfindung, daß die ersten und zweiten Leitungen 56 und 60 alternativ mit den ersten und zweiten Lanzen 10 und 12 durch Vorsehen von Querverbindungen oder Überbrückungen verbunden werden können. So kann vorkommen, daß die erste Lanze aus dem Betrieb entfernt ist und einer der Zufuhrbehälter für die zweite Lanze entweder keine Materialien mehr enthält oder nicht richtig funktioniert. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, ist es dann erwünscht, daß die zweite Lanze die Abgabe von Entschwefelungs-Materialien in das geschmolzene Eisen fortsetzt. Dies kann durch ein Überbrückungs-Netzwerk erreicht werden, welches gemäß der Erfindung vorzugsweise eine dritte Leitung 62 umfaßt, die sich von der ersten Leitung 56 zur zweiten Leitung 60 erstreckt, sowie eine vierte Leitung 64, die
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sich von der zweiten Leitung 60 zur ersten Leitung 56 erstreckt. Um die Strömung bei einer Überbrückungsoperation richtig zu steuern, ist jede der Leitungen 56, 60, 62, 64 mit Absperrventilen 66, 68, 69, 70, 72 versehen, wobei das Absperrventil 66 in der ersten Leitung 56, die Absperrventile 68,69 in der zweiten Leitung 60, das Absperrventil 70 in der dritten Leitung 62 und das Absperrventil 72 in der vierten Leitung 64 eingebaut sind. Bei normalem Betrieb unter Verwendung beider Lanzen sind die Absperrventile 66, 68 und 69 offen, während die Absperrventile 70 und 72 geschlossen sind. Wenn nur die Lanze 10 mit Speisung von den Zufuhrbehältern 40 und 42 in Betrieb ist, ist nur ein Absperrventil 66 in Offenstellung, während die anderen Absperrventile 68 bis 72 geschlossen sind. Wenn alternativ die Lanze 10 mit Speisung von den Zuführbehältern 44 und 46 eingesetzt wird, sind die Absperrventile 68 und 72 in Offenstellung, während die übrigen Absperrventile geschlossen sind.
Aus der vorangehenden Beschreibung ist ersichtlich, daß viele Schwierigkeiten im Stand der Technik durch die vorliegende Konstruktion überwunden sind. So können die beiden getrennten Lanzen in geeignetem Abstand voneinander plaziert werden, damit die Reaktionszonen ebenfalls einen geeigneten Abstand im geschmolzenen Eisen voneinander bekommen, was erhöhte Strömungsgeschwindigkeiten und eine erhöhte Wirksamkeit des eingesetzten Materials im Vergleich zu einer Lösung gewährleistet, bei der zwei Leitungen in einer einzigen Lanze untergebracht sind.
Geeignete Steuervorrichtungen sind für einen korrekten Betrieb der Vorrichtung vorgesehen. So kann ein einziger Bediener den Prozeß des Zuführens von Entschwefelungs-Materialien zu den Lanzen über einen Kontroll-Bildschirm 74 (Figur 1) steuern, der in geeigneter Weise mit den verschiedenen, oben beschriebenen Steuerkomponenten verbunden ist, wobei zusätzliche übliche Meßvorrichtungen (nicht gezeigt) vorhanden sind, die zum Bestimmen der Materialgewichte und Strömungsgeschwindigkeiten, bzw. Durchsätze eingesetzt werden. Da der Bediener den anfänglichen Schwefelgehalt des geschmolzenen Eisens ebenso kennt wie den gewünschten Schwefelgehalt des geschmolzenen Eisens nach der Entschwefelung, kann er bestimmen, ob eine oder zwei Lanzen einzusetzen sind, und er kann ferner den Durchfluß oder
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die Durchflüsse durch die Lanzen festlegen, um das gewünschte Endprodukt zu erhalten. Der Bediener kann ferner die Durchflüsse wie gewünscht variieren, um wirkungsvoll den angestrebten Produktionsfluß zu gewährleisten.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und den Zeichnungen offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
Claims (7)
1. Vorrichtung zum Entschwefeln von geschmolzenem Eisen, umfassend:
eine Gießpfanne (16), welche das zu behandelnde geschmolzene Eisen aufnimmt;
Zuführbehälter (40, 42, 44, 46) zum Einfüllen von Entschwefelungs-Materialien in das geschmolzene Eisen, welche eine Magnesiumreagens-Pulvermischung enthalten;
erste und zweite Lanzen (10, 12), von denen jede eine einzige Leitung (22) aufweist, durch welche die Entschwefelungs-Materialien von den Zuführbehältern in das geschmolzene Eisen in der Gießpfanne strömen kann, wobei die Entschwefelungs- Materialien eine Reaktionszone schaffen, sobald sie in das geschmolzene Eisen eingebracht sind; und
erste und zweite, unabhängig voneinander betätigbare Hebe- und Senkeinrichtungen (28, 30), welche die ersten und zweiten Lanzen in die Gießpfanne absenken und daraus anheben können, wobei beide Hebe- und Senkeinrichtungen die zugehörige Lanze zwischen einer angehobenen Position, in welcher das untere Ende der zugehörigen Lanze von der Oberfläche des geschmolzenen Eisens in der Gießpfanne einen Abstand hat, und einer abgesenkten Position bewegen können, in welcher das untere Ende der zugehörigen Lanze in der Gießpfanne in einer zum Entschwefeln geeigneten Höhe ist, und wobei die ersten und zweiten Hebe- und Senkeinrichtungen einen ausreichenden Abstand voneinander haben, um die Reaktionszonen selbst bei maximaler Strömungsrate der Entschwefelungs-Materialien nicht überlappen zu lassen.
eine Gießpfanne (16), welche das zu behandelnde geschmolzene Eisen aufnimmt;
Zuführbehälter (40, 42, 44, 46) zum Einfüllen von Entschwefelungs-Materialien in das geschmolzene Eisen, welche eine Magnesiumreagens-Pulvermischung enthalten;
erste und zweite Lanzen (10, 12), von denen jede eine einzige Leitung (22) aufweist, durch welche die Entschwefelungs-Materialien von den Zuführbehältern in das geschmolzene Eisen in der Gießpfanne strömen kann, wobei die Entschwefelungs- Materialien eine Reaktionszone schaffen, sobald sie in das geschmolzene Eisen eingebracht sind; und
erste und zweite, unabhängig voneinander betätigbare Hebe- und Senkeinrichtungen (28, 30), welche die ersten und zweiten Lanzen in die Gießpfanne absenken und daraus anheben können, wobei beide Hebe- und Senkeinrichtungen die zugehörige Lanze zwischen einer angehobenen Position, in welcher das untere Ende der zugehörigen Lanze von der Oberfläche des geschmolzenen Eisens in der Gießpfanne einen Abstand hat, und einer abgesenkten Position bewegen können, in welcher das untere Ende der zugehörigen Lanze in der Gießpfanne in einer zum Entschwefeln geeigneten Höhe ist, und wobei die ersten und zweiten Hebe- und Senkeinrichtungen einen ausreichenden Abstand voneinander haben, um die Reaktionszonen selbst bei maximaler Strömungsrate der Entschwefelungs-Materialien nicht überlappen zu lassen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebe- und Senkeinrichtungen (28, 30) von einer hydraulischen Zylinderanordnung gebildet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebe- und Senkeinrichtungen (28, 30) Motor-Getriebe-Anordnungen mit Kettenabtrieb aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß erste und zweite Zuführbehälter (42, 46) für die Magnesiumreagens-Mischung vorgesehen sind, wobei der erste Zuführbehälter (42) normalerweise mit der ersten Lanze (10) über eine erste Leitung (56) und der zweite Zuführbehälter (46) normalerweise mit der zweiten Lanze (12) über eine zweite Leitung (60) verbunden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuervorrichtung (74, 52) zum unabhängigen Steuern der Strömungsraten aus den ersten und zweiten Zuführbehältern (42, 46) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten und zweiten Zuführbehälter (42, 46) unter Druck setzbare Zuführbehälter für Magnesiumreagens-Pulvermischungen sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß dritte und vierte Leitungen (62, 64)die ersten und zweiten Leitungen (56, 60) miteinander verbinden, wobei die ersten, zweiten, dritten und vierten Leitungen mit Sperrventilen (66, 68-70, 72) versehen sind und wobei ferner eine Steuervorrichtung (74) zum Betätigen der Sperrventile derart vorgesehen ist, daß der Auslaß des ersten Zuführbehälters mit der zweiten Lanze oder alternativ der Auslaß des zweiten Zuführbehälters mit der ersten Lanze verbindbar ist.
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