DE29900128U1 - Hybridkabel mit zugfestem Element - Google Patents
Hybridkabel mit zugfestem ElementInfo
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Description
Hybridkabel mit zugfestem Element
Beschreibung
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Hybridkabel mit einer oder mehreren optischen Fasern,
zumindest einem elektrischen Leiter sowie einem zugfesten Element, das ganz oder teilweise
aus einem erhärteten, flüssigen Material besteht.
Häufig ist es notwendig, in Kabeln zur optischen Datenübertragung einen oder mehrere
elektrische Leiter vorzusehen, die zum Beispiel zur Stromversorgung von aktiven elektrooptischen Komponenten wie Zwischenverstärkern dienen. Entsprechend sind
unterschiedliche Typen von Hybridkabeln bekannt, bei denen beispielsweise elektrische Adern
mit optischen Bündeladern verseilt sind oder elektrische und optische Adern in Ausnehmungen
des Kernelementes eines Kammerkabels eingelegt sind. Außenseitig ist die Kabelseele zum
Schutz vor mechanischen Belastungen und Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit in der Regel mit
einer Bewicklung, gegebenenfalls Schutzlagen oder Armierungen sowie mit einem äußeren
Mantel versehen.
Um die optischen Adern und speziell darin verlaufende optische Glasfasern vor unzulässigen
Zugbelastungen zu schützen, enthält das Hybridkabel zudem eines oder mehrere zugfeste
Elemente, die beispielsweise im Zentrum des Kabels oder auch in seinem Mantel angeordnet
sind. Gebräuchlich sind zur Zugentlastung insbesondere Stäbe aus einem faserverstärkten
Kunststoff, auf die die optischen Adern in vielen Fällen aufgeseilt werden. Die Herstellung der
Stäbe erfolgt i. a., indem die Faserverstärkungen mit einem flüssigen Kunststoff getränkt bzw.
darin eingebettet werden, der nachfolgend zum Material des Stabes polymerisiert.
In zunehmendem Maße ist es üblich, Kabel zur optischen Datenübertragungen in vorhandenen
Rohrleitungen für fluide Medien zu verlegen, vorzugsweise in Abwasserleitungen. Dabei ist ein
möglichst geringer Kabelquerschnitt erforderlich um eine unzulässige Verringerung des freien
Leitungsquerschnitts zu vermeiden. Auch für andere Kabeltypen und zum Transport ist ein
möglichst geringer Kabelquerschnitt von Vorteil. Ferner ist es erwünscht, daß das Kabel aus
möglichst wenigen Elementen besteht, um seine Herstellung zu vereinfachen.
Davon ausgehend hat es sich die Erfindung zur Aufgabe gestellt, ein Hybridkabel mit geringem
Querschnitt zu entwickeln, das kostengünstig herstellbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß einer oder mehrere elektrische Leiter
in das zugfeste Element eingebettet sind.
Auf diese Weise entsteht ein kompakter Aufbau des Kabels, da Zwickelräume zwischen den
elektrischen Adern und dem zugfesten Element vermieden werden. Insbesondere ist der
Querschnitt des zugfesten Elementes frei von Hohlräumen herstellbar. Vorzugsweise sind die
Leiter vollständig vom Material des zugfesten Elementes umschlossen, das gleichzeitig als
Isolierung dienen kann. Die Herstellung des Kabels vereinfacht sich, da sich die Zahl der
Elemente in seinem Aufbau reduziert. Hingegen ist der Aufwand zur Herstellung des zugfesten
Elementes nicht signifikant erhöht, wenn die Leiter gemeinsam mit den verstärkenden Fasern
des Elementes in das flüssige Material für seine Matrix eingebettet werden, bei dem es sich i. a.
um ein viskoses Harz handelt. Möglich ist es, daß die optischen Fasern einzeln oder zu Adern
zusammengefaßt in Ausnehmungen der Oberfläche des zugfesten Elementes geführt sind, so
daß ein Kammerkabel (slotted core) entsteht.
Denkbar ist, lediglich einen einzelnen elektrischen Leiter in das zugfeste Element einzubetten,
etwa wenn mehrere zugfeste Elemente vorhanden sind oder sich andere Elemente im Kabelaufbau zur Rückleitung des Stroms eignen. In der Regel ist es jedoch zweckmäßig, daß
mehrere, gegeneinander isolierte Leiter im zugfesten Element verlaufen. Sofern ein
hinreichender Querschnitt des zugfesten Materials verbleibt, ist die Art der elektrischen Leiter
grundsätzlich beliebig. Es kann sich beispielsweise um Drähte, Litzen oder koaxiale, durch ein
Dielektrikum gegeneinander isolierte Leiter handeln. Als Material der Leiter sind insbesondere
Metalle wie z. B. Kupfer geeignet.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bildet das zugfeste Element gleichzeitig einen
Stauchschutz des Kabels. Zu diesem Zweck ist ein hinreichend steifes Material des zugfesten
Elementes erforderlich, insbesondere für das Material seiner Matrix. Damit werden speziell bei
Verlegung des Kabels Beschädigungen der optischen Adern vermieden.
Bevorzugt ist das zugfeste Element ein Stab aus einem faserverstärkten Kunststoff. Zur
Verstärkung sind beispielsweise Glasfasern, Aramidfasem, Kohlefasern oder Mischungen
unterschiedlicher Fasern geeignet.
Vorzugsweise ist das zugfeste Element das Kernelement im Zentrum des Kabels. Dabei ist es
möglich, die optischen Fasern als Bündeladern um das Kernelement zu verseilen oder die
Fasern in Ausnehmungen des Kernelementes zu führen (slottet core- oder Kammerkabel).
Weiterhin ist denkbar, zugfeste Elemente im Mantel des Kabels anzuordnen. 5
Bevorzugt verlaufen die elektrischen Leiter nahe der Oberfläche des zugfesten Elementes, also
außerhalb seines Zentrums. Dabei befindet sich lediglich eine geringe Schichtdicke vom
Material des zugfesten Elementes über den elektrischen Leitern. Vorzugsweise sind keine oder
wenige Faserverstärkungen zwischen den Leitern und der Oberfläche des zugfesten Elementes
angeordnet. Auf diese Weise erleichtert sich die Kontaktierung der Leiter, da sich die dazu zu
entfernende Materialmenge verringert und das Material leichter zu entfernen ist. Möglich ist es,
eine Kontaktierung der Leiter durch Schneidklemmen vorzunehmen.
Sofern durch den Einlauf der Leiter bei der Herstellung des zugfesten Elementes sichergestellt
ist, daß sie voneinander beabstandet sind, lassen sich blanke Leiter verwenden. In diesem Fall
wird die Isolierung ausschließlich durch das Material des zugfesten Elementes gebildet. Zur
Verbesserung der Isolierung sind auch Lackdrähte geeignet. Besteht dagegen eine erhöhte
Anforderung an die Isolierung oder die Gefahr einer gegenseitigen Berührung im zugfesten
Element, sind Leiter mit einer äußeren Isolierung bevorzugt, etwa aus einem Polyolefin.
20
Im folgenden Beschreibungsteil wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der
prinzipienhaften Zeichnung näher erläutert. Sie zeigt den Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Hybridkabel.
Der grundsätzliche Aufbau des Kabels besteht darin, daß um ein zentrales zugfestes Element
(1) sechs Bündeladern (2) verseilt sind, die außenseitig mit einer Bewicklung (3) versehen sind.
Diese Elemente bilden die Kabelseele, welche von einem äußeren Mantel (4) umschlossen ist.
In jeder Bündelader (2), die beispielsweise aus Polypropylen besteht, verlaufen eine oder
mehrere optische Fasern (5). Ferner weisen die Bündeladern (2) vorzugsweise eine Füllung aus
Petrolat auf. Auch bei der Verseilung verbleibende Hohlräume (6) sind bevorzugt mit einer
hydrophoben oder quellfähigen Füllung versehen, um eine Feuchtigkeitsausbreitung in
Längsrichtung des Kabels auszuschließen. Als optische Fasern (5) sind beispielsweise
Einmoden- oder Gradientenindex-Glasfasern geeignet. Für das Material des äußeren Mantels
(4) bietet sich ein Polyolefin an, etwa vemetztes Polyäthylen. Denkbar ist es, zwischen der
Bewicklung (3) und dem Außenmantel (4) eine wasserdampfdichte Lage oder eine Bewehrung
vorzusehen, die bei der Verlegung in Abwasserleitungen insbesondere als Schutz vor
Nagetieren dient. Zu diesen Zwecken ist ein zum Rohr geformtes, längsnahtverschweißtes
Kupferband von Vorteil, das vorzugsweise quer zur Kabellängsrichtung oder schraubenförmig
gewellt ist und ggf. gleichzeitig als elektrischer Leiter dient.
Das zugfeste Element (1) des Kabels ist ein Stab aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der
neben der Zugentlastung auch den Stauchschutz des Kabels bildet. Sein Durchmesser
entspricht vorzugsweise dem der Bündeladern (2). Neben den verstärkenden Glasfasern (7)
sind vier elektrische Leiter (8) in das Material der Matrix (9) des zugfesten Elementes
eingebettet. Als elektrische Leiter (8) sind beispielsweise Kupferadern von 0,5 mm Durchmesser
geeignet, wobei es sich sowohl um blanke Adern als auch Lackdrähte handeln kann. Die
Herstellung des zugfesten Elementes (1) erfolgt zweckmäßig, indem die elektrischen Leiter (8)
gemeinsam mit den verstärkenden Fasern (7) des Elementes (1) mit dem flüssigen Ausgangsmaterial der Matrix (9) getränkt werden, welches nachfolgend zu einem elastischen
Kunststoff erhärtet. Durch eine sorgfältige Kontrolle beim Einlauf der Leiter (8) in das Material
zur Tränkung läßt sich erreichen, daß sie voneinander beabstandet angeordnet sind. Damit ist
ihre gegenseitige Isolierung sichergestellt. Vorzugsweise verlaufen die Leiter (8) nahe der
Oberfläche (10) des Elementes (1), so daß sie zur Kontaktierung leicht von seiner Außenseite
zugänglich sind.
Die elektrischen Leiter (8) dienen insbesondere zur Versorgung aktiver elektronischer Elemente
im Verlauf des Kabels. Dabei ist aufgrund der Anordnung im zugfesten Element (1) ein
minimaler Querschnitt des Kabels erreichbar, so daß es sich insbesondere zur Verlegung in
Leitungen für fluide Medien eignet. Zudem läßt sich das erfindungsgemäße Kabel kostengünstig
herstellen.
Claims (8)
1. Hybridkabel mit einer oder mehreren optischen Fasern (5), zumindest einem elektrischen
Leiter (8) sowie einem zugfesten Element (1), das ganz oder teilweise aus einem erhärteten,
flüssigen Material besteht, dadurch gekennzeichnet, daß einer oder mehrere elektrische
Leiter (8) in das zugfeste Element (1) eingebettet sind.
2. Hybridkabel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zugfeste Element (1)
einen Stauchschutz des Kabels bildet.
3. Hybridkabel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das zugfeste Element (1) ein
Stab aus einem faserverstärktem Kunststoff ist.
4. Hybridkabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das zugfeste Element (1) das zentrale Element des Kabels ist.
5. Hybridkabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die elektrischen Leiter (8) nahe der Oberfläche (10) des zugfesten Elementes (1) verlaufen.
6. Hybridkabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die elektrischen Leiter (8) blanke Leiter oder Lackdrähte sind.
7. Hybridkabel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
elektrischen Leiter (8) eine Isolierung aufweisen.
8. Hybridkabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Kabel eine Bewehrung oder eine wasserdampfundurchlassige Schicht aufweist.
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| DE (1) | DE29900128U1 (de) |
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