DE29812595U1 - Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen Muskulatur - Google Patents
Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen MuskulaturInfo
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Description
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Postbank: Dortmund 5989 - 460 (BLZ 440100 46)
VNR: ii 58 51
Lfd. Nr. 12875/98 CJK/CD
vom 13.07.98
Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen Muskulatur
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen Muskulatur.
Derartige Vorrichtungen sind im Stand der Technik bisher nicht bekannt.
Im Stand der Technik sind bisher Mundvorhofplatten bekannt.
Sie besteht aus einem vestibulären Schild, an das mittels eines Steges eine ringförmige
Handhabungsvorrichtung angeformt ist.
Die Mundvorhofplatte soll die Behandlung von Zahnärzten, Kieferorthopäden und Logopäden unterstützen. Das
vestibuläre Schild der Mundvorhofplatte wird in den
Mundraum, zwischen Lippen und Zahnreihen, eingesetzt. Es
verschließt den Mundraum, wobei es von den Lippen festgehalten wird indem der Träger einen Kußmund formt.
Das vestibuläre Schild bietet nach kurzer Zeit keinen Reiz mehr für die Lippen, so daß besonders bei
ausgeprägter Mundatmung und/oder bei starker saggitaler Frontzahnstufe durch die Mundvorhofplatte kein
dauerhafter Mundschluß erreicht wird. Sowohl das Anpassen des vestibulären Schildes als auch
das Tragen von Mundvorhofplatten ist häufig äußerst schwierig, da es nur zwei genormte Größen gibt. In
vielen Fällen paßt das vestibuläre Schild nicht in den Mund des Trägers und/oder kann, wenn es zu klein ist,
von den Lippen nicht gehalten werden. Es ist nur mit sehr großem Aufwand möglich, das vestibuläre Schild den
individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Trägers anzupassen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu
schaffen, die ein Training der gesamten orofazialen Muskulatur gewährleistet und jedem Träger in einfacher
Weise individuell angepaßt werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 1 dargestellt.
Bevorzugt ist dabei vorgesehen, daß das vestibuläre Schild und/oder der Lippenkeil aus flexiblem
Kunststoffmaterial bestehen.
Außerdem ist bevorzugt vorgesehen, daß das vestibuläre Schild und/oder der Lippenkeil durchsichtig sind.
Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, daß der Lippenkeil im Querschnitt elliptisch ausgebildet ist.
Desweiteren ist bevorzugt vorgesehen, daß der Lippenkeil die Querschnittsform einer Schnabelellipse aufweist.
Dabei ist bevorzugt vorgesehen, daß der Lippenkeil einstückig an das vestibuläre Schild angeformt ist.
Bevorzugt ist dabei vorgesehen, daß der Lippenkeil eine geringere Breite aufweist als die Mundöffnungsbreite des
Trägers.
Außerdem ist bevorzugt vorgesehen, daß das Schild aus schneidbarem Material besteht.
Weiterhin ist dabei vorgesehen, daß das Schild die Form einer gebogenen Platte aufweist, von deren konvexer
Frontseite der Lippenkeil etwa radial abragt.
Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, daß die längere Achse des Lippenkeils parallel zu der längeren Achse des
vestibulären Schildes ausgerichtet ist.
Desweiteren ist dabei bevorzugt vorgesehen, daß der Lippenkeil ganz oder teilweise als Hohlkörper
ausgebildet ist.
Durch diese Ausbildung ist das Trainieren der gesamten orofazialen Muskulatur gewährleistet und das
individuelle Anpassen des vestibulären Schildes an den jeweiligen Träger in einfacher Weise möglich.
Das flexible Kunststoffmaterial bietet durch die hohe Elastizität und die Durchsichtigkeit einen hohen
Tragekomfort und wird somit vor allem auch von erwachsenen Patienten akzeptiert. Die Zungenlage kann
kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werde. Das vestibuläre Schild kann ohne großen Aufwand mit jeder
Schere für Patienten jeden Alters individuell zugeschnitten werden.
Der elastische Lippenkeil liefert einen ständigen Reiz für die Lippenmuskulatur, wobei der ringförmige
Lippenmuskel den Keil automatisch umfaßt und ihn durch die hohe Elastizität stimuliert ständig zusammenpreßt.
Dadurch wird auch die angrenzende Muskulatur aktiviert, wobei der Tonus der Wangenmuskulatur beziehungsweise der
gesamten Kaumuskulatur erhöht wird. Die Lippen halten also nicht nur das vestibuläre Schild, sondern werden
überdies kontinuierlich ohne weitere Übungen trainiert. Ein zusätzliches Trainingsprogramm ist nicht
erforderlich, da die Muskulatur ständig Bewegungsimpulse
erhält. Der ständige Druckaufbau im Lippen- und Kaumuskelbereich tonisiert die Zunge und bringt sie in
die physiologisch korrekte Position.
Es ist schon im frühen Alter möglich, die Entstehung von Dysgnathien, das heißt von Zahn- und
Kieferfehlstellungen aufgrund von Fehlfunktionen (Dyskinesien) im inneren und äußeren orofazialen
Funktionskreis zu verhüten und zu behandeln. Schädliche Habits wie Daumenlutschen, Fingernägelkauen,
Lippen- oder Wangenbeißen, können so spielerisch und ohne jeglichen Zwang abgewöhnt werden, da man inform
eines spielerischen Zusammendrückens des Lippenkeils einen Ersatz bietet.
Aufgrund der einfachen Anpassung ist der Einsatz sogar bei starken Fehlbildungen möglich und sinnvoll. Ob bei
ausgeprägten Dysgnatien, bei Asymetrien, z.B. aufgrund einer Fazialisparese, oder bei anderen Behinderungen,
die die Abläufe beim Essen, Trinken und Atmen betreffen, wie nach einem Unfall, oder bei Funktionsverbesserung
kann die Größe ständig dem neuen Status ohne Aufwand durch schrittweise Verkleinerung angepaßt werden.
Die Vorrichtung bietet dem Kieferorthopäden und dem Zahnarzt eine gute Basis für ihre Arbeit. Vor, während
oder nach der Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen können störende Dyskinesien und
schlechte Angewohnheiten (Lutschabits) abgestellt werden.
Der mykofunktionell arbeitende Sprachbehandler kann störende Lutschgewohnheiten sowie die habituelle
Mundatmung leichter therapieren und die physiologische Ruhelage schneller anbahnen.
Da die Vorrichtung grundsätzlich der Entstehung störender Weichteilfunktionen entgegenwirkt, kann sie
bei der Behandlung Erwachsener eingesetzt werden und zwar dann, wenn der Patient z.B. aufgrund von
Zungenpressen, Lippenbeißen oder anderer Habits, Probleme beim Tragen seiner Teil- oder Totalprothese
hat, oder aber überkronte Zähne durch zuviel Druck der Weichteile belastet werden.
Ein weiterer, angesichts des stets wachsenden Problemfeldes keinesfalls zu unterschätzender Vorteil
ist die Einsatzmöglichkeit beim Abstellen des Zähneknirschens, das bekanntermaßen besonders die
Kiefergelenke belastet und deshalb zu nicht unerheblichen Folgeschäden führen kann.
Der Kieferorthopäde, der kieferorthopädisch arbeitende Zahnarzt und der Sprachbehandler wissen, daß die Zunge
ohne korrekte Ruheposition an der Papilla incisiva am Gaumen keinen konstanten Fixpunkt und somit gegen die
Zähne und den Unterkiefer drückt. Dies hat zur Folge, daß der Unterkiefer verschoben und somit die Funktion
der Kiefergelenke unphysiologisch belastet wird. Schläft der Patient, werden Probleme sozusagen über die Zunge,
die keinen korrekten Ruhepunkt hat, verarbeitet. Der Unterkiefer wird verschoben, es kommt zu dem schädlichen
„ Knirschen „ (Bruximus). Die bekannten, sogenannten
Aufbißschienen gegen Bruxismus können Kiefergelenke zwar kurzfristig entlasten (der Unterkiefer kann wegen der
Schiene nicht bewegt werden), aber die Zungenposition wird nicht korrigiert. Das heißt, die Orientierung gegen
die Zähne und den Unterkiefer wird nicht abgestellt. Das Problem beziehungsweise der Schmerz tritt ohne die
Schiene sofort wieder auf. Die Aufbißschienen verhindern zwar Symptome, behandeln aber nicht die Ursache.
Die Zungenposition wird positiv beeinflußt. Indem die
korrekte Ruhelage der Zunge an der Papilla incisiva erreicht wird, fallen der negative Druck der Zunge gegen
den Unterkiefer oder zwischen die Zahnreihen ebenso weg wie die unphysiologische Bewegung des Unterkiefers und
das daraus resultierende Knirschen. Bei ausgeprägten Schluckfehlfunktionen sollte zusätzlich eine
Myofunktioneile Therapie durchgeführt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung gezeigt und im folgenden näher beschrieben.
Es zeigt:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Ansicht;
Fig. 2 desgleichen in Frontansicht, teilweise geschnitten;
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel in Frontansicht, teilweise geschnitten.
Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen Muskulatur besteht aus einem
vestibulären Schild 1 mit einem von dessen Frontseite
abragenden Lippenkeil 2. Der Lippenkeil 2 ist einstückig an das vestibuläre Schild 1 angeformt. Das vestibuläre Schild 1 weist die Form einer gebogenen Platte auf, von deren konvexer Frontseite der Lippenkeil 2 etwa radial abragt. Der Lippenkeil 2 ist im Querschnitt elliptisch ausgebildet, wobei der Lippenkeil 2 eine geringere
Breite aufweist als die Mundöffnungsbreite des
Benutzers. Das vestibuläre Schild 1 und der Lippenkeil 2 sind aus flexiblem, schneidbarem Kunststoff gefertigt, wobei der Kunststoff durchsichtig ist.
abragenden Lippenkeil 2. Der Lippenkeil 2 ist einstückig an das vestibuläre Schild 1 angeformt. Das vestibuläre Schild 1 weist die Form einer gebogenen Platte auf, von deren konvexer Frontseite der Lippenkeil 2 etwa radial abragt. Der Lippenkeil 2 ist im Querschnitt elliptisch ausgebildet, wobei der Lippenkeil 2 eine geringere
Breite aufweist als die Mundöffnungsbreite des
Benutzers. Das vestibuläre Schild 1 und der Lippenkeil 2 sind aus flexiblem, schneidbarem Kunststoff gefertigt, wobei der Kunststoff durchsichtig ist.
Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel
beschränkt, sondern im Rahmen der Offenbarung vielfach variabel.
beschränkt, sondern im Rahmen der Offenbarung vielfach variabel.
Alle neuen in der Beschreibung und/oder Zeichnung
offenbarten Einzel- und Kombinationsmerkmale werden als erfindungswesentlich angesehen.
offenbarten Einzel- und Kombinationsmerkmale werden als erfindungswesentlich angesehen.
Claims (11)
1. Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen
Muskulatur, bestehend aus einem vestibulären Schild
(1) mit einem von dessen Frontseite abragenden Lippenkeil (2).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das vestibuläre Schild (1)
und/oder der Lippenkeil (2) aus flexiblem Kunststoffmaterial bestehen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das vestibuläre Schild (1)
und/oder der Lippenkeil (2) durchsichtig sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lippenkeil (2) im
Querschnitt elliptisch ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lippenkeil (2) die
Querschnittsform einer Schnabelellipse aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Lippenkeil (2)
einstückig an das vestibuläre Schild (1) angeformt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Lippenkeil (2) eine
geringere Breite aufweist als die Mundöffnungsbreite des Trägers.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das vestibuläre Schild
(1) aus schneidbarem Material besteht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das vestibuläre Schild
(1) die Form einer gebogenen Platte aufweist, von deren konvexer Frontseite der Lippenkeil (2) etwa
radial abragt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die längere Achse des
Lippenkeils (2) parallel zur längeren Achse des vestibulären Schildes (1) ausgerichtet ist.
-12-
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Lippenkeil (2) ganz
oder teilweise als Hohlkörper ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29812595U DE29812595U1 (de) | 1998-07-15 | 1998-07-15 | Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen Muskulatur |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29812595U1 true DE29812595U1 (de) | 1998-10-15 |
Family
ID=8059894
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29812595U Expired - Lifetime DE29812595U1 (de) | 1998-07-15 | 1998-07-15 | Vorrichtung zum Trainieren der orofazialen Muskulatur |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29812595U1 (de) |
-
1998
- 1998-07-15 DE DE29812595U patent/DE29812595U1/de not_active Expired - Lifetime
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Effective date: 19981126 |
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Owner name: BERNDSEN, SABINE, DE Free format text: FORMER OWNER: DREVE-DENTAMID GMBH, 59423 UNNA, DE Effective date: 19990409 Owner name: DREVE-DENTAMID GMBH, DE Free format text: FORMER OWNER: DREVE-DENTAMID GMBH, 59423 UNNA, DE Effective date: 19990409 |
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