DE29723901U1 - Einrichtung zur Belüftung von Flüssigkeiten - Google Patents
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Description
Einrichtung zur Belüftung von Flüssigkeiten
Die Erfindung befasst sich mit einer Einrichtung zur Belüftung von Flüssigkeiten,
die erst bei einer Oberflächenvergrösserung und einem daraus resultierenden
Kontakt mit einer umgebenden Atmosphäre ihre erwünschten Eigenschaften entfalten, wie das insbesondere bei Weinen und weinhaltigen Getränken
sowie anderen hochwertigen Flüssigkeiten, wie Pharmaka und Kosmetika, der Fall ist.
Bekannt ist, dass Weine, insbesondere Rot- und Portweine, vor ihrem Verzehr
eine Belüftung erfahren sollen, damit sich vorhandene sensorische Eigenschaften voll entfalten ("Der grosse Johnson", Hallwag-Verlag Bern und Stuttgart, 10.
Auflage 1996, Seiten 589 ff.). Sehr häufig erfolgt dieses üblicherweise, indem
das Gefäss, in dem sich der Wein befindet, eine bestimmte Verweilzeit geöffnet stehen gelassen wird. Einschlägige Veröffentlichungen sprechen von Zeiten bis
zu 6 Stunden, die erforderlich seien, damit sich notwendige Reaktionen zur vollen Entfaltung der Duft- und Geschmacksstoffe vollziehen können.
Ebenso tritt dieser Effekt als Nebeneffekt ein, wenn der Wein dekantiert wird,
also beim Trennen des Weines von etwaigen Ablagerungen durch Umfüllen des Flascheninhaltes in handelsübliche Dekantierkaraffen.
Beides erweist sich jedoch als zeitaufwendig. So bedarf es beim Umfüllen des
Weines in Dekantierkaraffen einiger Vorsicht und Geschicklichkeit, um einerseits
Weinstein und/oder andere Ablagerungen im Lagergefäß zu belassen und andererseits den Karaffenrand nicht zu übergießen. Bei Zuhilfenahme handelsüblicher
Trichter wird der Einfüllvorgang zwar vereinfacht, jedoch gelangt die Flüssigkeit in einem relativ kompakten Strahl in in die Karaffe, ohne eine hinrei-
chende Belüftung der Flüssigkeit zu erzielen. Ein längeres Stehenlassen einer
geöffneten Flasche - Fachleute sprechen von Zeiten bis zu 24 Stunden - verbietet
sich nahezu schon fast aus hygienischen Gesichtspunkten, zumal diese Verweilzeit ohnehin einer relativ schnellen Verwendung der Flüssigkeit entgegensteht.
Nach dem DE-Gm 1794088 ist ein Trichter bekannt, dessen Auslauf verschlossen,
dafür jedoch in unmittelbarer Nähe dieses Verschlusses gießkannenartig durchbrochen ist. Damit tritt die Flüssigkeit mit intensivem Verwirbeln - geschaffen
wurde dieser Trichter für das Umfüllen von heissem Fruchtsaft in Flaschen nicht mehr mit einem geschlossenen Strahl in die Flasche ein. Ziel dieser
Erfindung war, ein schnelleres Abkühlen zu ermöglichen und die zu befüllende Flasche leichter aufzuheizen. Dieser Trichter ist für den vorgesehenen Zweck
geeignet, er versagt jedoch, wo die Flüssigkeit schonend ohne intensives Verwirbeln und trotzdem breit gefächert in anderes Gefäss umzufüllen ist, wie
das vergleichsweise bei Wein der Fall ist.
Das DE-Gm 1 685 548 beschreibt einen Trichter, der auf seinem Aussenkegel
gleichmässig verteilt drei vertikale Leisten aufweist, die verschiedenenen
Durchmesserbereichen zuordenbar entsprechend treppenartig gestuft sind und für einen sicheren Sitz des Trichters auf dem Gefäss sorgen, auf das er aufgesetzt
wurde. Gerade Leisten sieht ein Trichter vor, der im DE-Gm 1912795 beschrieben ist. Beide Trichter haben keinerlei Einflüsse auf das einzufüllende
Gut. Sie sind für ein schonendes Umfüllen von Flüssigkeiten, wie das bei Wein der Fall erwünscht ist, nicht geeignet.
Die FR-PS 2 208 397 beschreibt einen Trichter, der zunächst wieder einen verschlossenen
unteren Auslauf besitzt, aber dafür in Nähe dieses Verschlusses seitlich angebrachte Ausnehmungen vorhanden sind, durch die die Flüssgkeit
austreten kann. Um die Luft ohne Störung des einzufüllenden Gutes abzuführen,
ist der Trichter mit einem Doppelmantel ausgeführt oder weist mittig ein Entlüftungsrohr auf.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Einrichtung zu entwickeln, mit deren
Hilfe sich das Belüften einer umzufüllenden auf allgemeine Bewegungsvorgänge empfindlich reagierenden Flüssigkeit, auch häufig als Atmen bezeichnet,
kurzzeitig während der Durchführung des Umfüllvorganges verbessern lässt und gleichzeitig ein intensives Verwirbeln vermieden wird.
Erfindungsgemäss wird die Aufgabe gelöst, indem zum Umfüllen ein Trichter
eingesetzt wird, der so konstruiert ist, daß er abweichend von bisherigen Lösungen
an seinem unteren Ende einen oder mehrere von der Senkrechten in Richtung der Horizontalen abweichende Auslässe besitzt.
Diese Auslässe weisen vorzugsweise einen freien Flächenquerschnitt auf, der
geringfügig grosser ist, als der untere Querschnitt des eigentlichen Trichters,
damit beim Austreten eine Beruhigung der umzufüllenden Flüssigkeit eintritt. Erfindungsgemäss sind die Auslässe in der Horizontalen so weit geführt, dass
unter Berücksichtigung der Austrittsparabei die Flüssigkeit die Wandung des neuen zu befüllenden Gefässes erreicht und an dieser nach unten rinnt. Dadurch
wird die Oberflächenbenetzung der umzufüllenden Flüssigkeitsmenge vergrössert, indem die in das neue Lagergefäß eintretende Flüssigkeit zunächst
in Form eines Films die seitlichen Wandungen des neuen Lagergefässes benetzt und sich im weiteren dünnschichtig nahezu auf die gesamte Innenfläche
dieses neuen Lagergefässes verteilt. Damit wird die notwendige Verweilzeit der Flüssigkeit an der Luft zur Entfaltung erwünschter sensorischer
Eigenschaften verringert und durch ein kurzzeitig schonendes intensives In-Berührung-Bringen
mit Luft ersetzt.
Eine weitere vorzugsweise Ausbildung der Erfindung besteht darin, dass auf
der Aussenseite des Trichters Erhebungen angeordnet sind, die im wesentlichen kreisringförmig um den Trichter mit einen Gasaustritt in der Senkrechten
ermöglichenden Ausnehmungen versehen sind. Zweckmäßigerweise sind das auf mindestens zwei bezogen auf die Senkrechte übereinander befindlichen
Kreisbahnen angeordnete punktförmige Erhebungen, die damit einerseits einen
Gasdurchgang von unten nach oben ermöglichen, andererseits den Trichter, bezogen auf eine regelmässig das Gefäss an seinem oberen Teil befindliche
Verengung, arretieren. Alternativ können das ebenso erhaben ausgebildete bekannte
vorzugsweise senkrecht angeordnete erhabene Leisten sein, die sich zweckmässigerweise über den an der Verengung des zu befüllenden Gefässes
anliegenden Teil des Trichters erstrecken.
Bei Einsatz einer erfindungsgemässen Einrichtung ist ein intensiver Kontakt der
umzufüllenden Flüssigkeit mit der anstehenden Atmosphäre bei schonender Behandlung vorhanden, so dass durch diesen intensiven Kontakt der umzufüllenden
Flüssigkeit mit der umgebenden Atmosphäre Reaktionen ausgelöst werden, die regelmässig erwünscht sind.
Erfindungswesentlich ist, dass die Flüssigkeit insoweit beruhigt austritt, so dass
eine zusätzliche Beschleunigung der Austrittsgeschwindigkeit, die beispielsweise
durch den Druck einer darüber befindlichen Flüssigkeitssäule ausgeübt wird, unterbleibt, und die umzufüllende Flüssigkeit mit einem quasi ruhigen
Plätschern in das neue Gefäss eintritt. Bei diesem Eintritt nimmt die Flüssigkeit
aus der sie umgebenden Atmosphäre Bläschen mit und ein intensiver Kontakt der Flüssigkeit mit dieser sie umgebenden Atmosphäre ist gegeben. Damit ist
die erfindungsgemässe Einrichtung überall dort einsetzbar, wo eine geringe Menge hochwertiger Flüssigkeit recht schnell mit der sie umgebenden Atmo-
Sphäre intensiv in Kontakt gebracht werden muss und bei der eine andauernde
Bewegung, beispielsweise ein ständiges nachfolgendes Rühren, unerwünscht ist. Das ist beispielsweise bei der Herstellung hochwertiger Pharmaka und in
der Kosmetikindustrie der Fall und überall dort, wo ein schonendes kurzzeitiges intensives In-Kontakt-Bringen mit einer umgebenden Atmosphäre Reaktionen,
beispielsweise im Sinne eines Ausfällens unerwünschter Beimengungen oder im Sinne des Erreichens eines Farbumschlages, erwünscht ist.
Die Erfindung soll im folgenden an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert
werden.
In der zugehörigen Zeichnung zeigt
Fig. 1 den Querschnitt eines auf eine Weinkaraffe aufgesetzten Trichters mit einem Auslass und auf dem äusseren Umfang
verteilten punktförmigen Erhebungen,
Fig 2 den Querschnitt eines auf eine Weinkaraffe aufgesetzten Trichters mit mehreren Auslässen und auf dem äusseren Umfang
verteilten erhabenen Leisten.
Ausführungsbeispiel 1:
Auf eine Karaffe 1 mit eingezogenem Hals 2 ist ein Trichter 3 aufgesetzt. Dieser
Trichter 3 weist an seinem unteren Ende einen zur Horizontalen abgewinkelten Auslauf 4 auf, der bezogen auf den zur Senkrechten des Trichters 3 unteren
Flächenquerschnitt 5 einen größeren Querschitt aufweist. Damit ist im Moment des Eintretens des Weines, mit dem die Karaffe zu füllen ist, eine Beruhigung
des austretenden Weines gegeben, und er tritt mit unbeeinflusster Geschwindigkeit, die sich nahezu ausschliesslich aus der Wirkung der Schwer-
kraft ergibt, in die Karaffe ein. Dabei werden Luftbläschen mitgerissen, und der
Wein verteilt sich entlang der Wandung der Karaffe. Der dadurch enstehende intensive Kontakt mit der umgebenden Atmosphäre führt dazu, dass der Wein
sein Aroma und seinen Geruch recht schnell entfaltet, ohne dass eine länger andauernde intensive Bewegung zu Qualitätsverlusten führt.
Des weiteren weist der Trichter 3 an seinem äusseren Mantel punktförmige Erhebungen
9 zu dessen Zentrierung auf.
Ausführungsbeispiel 2:
Auf eine Karaffe 1 mit eingezogenem Hals 2 ist ein Trichter 6 aufgesetzt. Dieser
Trichter 6 weist an seinem unteren Ende mehrere zur Horizontalen abgewinkelte Ausläufe 7 auf, die bezogen auf den zur Senkrechten des Trichters 6
unteren freien Flächenquerschnitt 8 einen unvergleichlich grösseren Querschitt besitzen. Für das Eintreten des erwünschten Effektes ist es unerheblich, ob die
Abwinklung zur Horizontalen mehr oder weniger winklig erfolgt.
Auch hier führt der entstehende intensive Kontakt mit der umgebenden Atmosphäre
dazu, daß der Wein sich selbst aufbaut und Aroma und Geruch sich im erwünschten Maße und recht schnell entfalten.
An seinem äusseren Mantel weist der Trichter 6 erhabene Leisten 10 zu seiner
Zentrierung auf.
Claims (5)
1. Trichterförmige Einrichtung (3; 6) zur Belüftung von Flüssigkeiten
während deren Einfüllen in ein Lagergefäss (1), die an ihrem unteren Ende wenigstens einen von der Senkrechten in
Richtung der Horizontalen abweichenden einer grösseren Flüssigkeitsmenge den Austritt ermöglichenden Auslass (4; 7) aufweist,
der soweit bis in die Nähe der Wandung des zu befüllenden Lagergefässes (1) geführt ist, dass unter Berücksichtigung der
Austrittsparabel der einzufüllenden Flüssigkeit die Wandung des Lagergefässes (1) benetzt wird.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
bei der der freie Flächenquerschnitt des oder der Auslässe (4; 7) größer ist als der untere freie Flächenquerschnitt (5; 8) des senkrechten
Teils der trichterförmigen Einrichtung (3; 6).
3. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der auf der im wesentlichen nahezu senkrechten Aussenseite der
trichterförmigen Einrichtung (3; 6) im Bereich eines zu vermutenden Kontaktbereiches mit dem zu befüllenden Lagergefäss
(1) punktförmige Erhebungen (9) vorhanden, diese im wesentlichen kreisringförmig um die trichterförmige
Einrichtung (3; 6) angeordnet und
mit dazwischenliegenden einen Gasaustritt in der Senkrechten ermöglichenden Ausnehmungen versehen sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, bei der
die Erhebungen (9) in mehr als einer Ebene angeordnet sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der
auf der Aussenseite im Bereich eines zu vermutenden Kontaktbereiches
mit dem zu befüllenden Lagergefäss (1) im wesentlichen senkrecht oder geneigt zur Senkrechten und zueinander
beabstandet erhabene Rippen (10) angeordnet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29723901U DE29723901U1 (de) | 1997-11-19 | 1997-11-19 | Einrichtung zur Belüftung von Flüssigkeiten |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29723901U DE29723901U1 (de) | 1997-11-19 | 1997-11-19 | Einrichtung zur Belüftung von Flüssigkeiten |
| DE19753038 | 1997-11-19 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29723901U1 true DE29723901U1 (de) | 1999-08-12 |
Family
ID=26042027
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29723901U Expired - Lifetime DE29723901U1 (de) | 1997-11-19 | 1997-11-19 | Einrichtung zur Belüftung von Flüssigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29723901U1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| USD605465S1 (en) | 2008-01-18 | 2009-12-08 | Westport Global Limited | Combined wine aerator and stand |
| EP2346380A4 (de) * | 2008-11-18 | 2012-04-11 | Chevalier Collection Ltd | Trinkglas mit interner dekantierungs-, filterungs-, mischungs- und belüftungszelle |
| US8196906B2 (en) | 2006-02-27 | 2012-06-12 | Westport Global Limited | Liquid aerator |
| USD683586S1 (en) | 2008-11-18 | 2013-06-04 | James R Burroughs | Beverage glass with internal decanting, filtering, mixing and aerating cell |
| US8757048B2 (en) | 2008-11-18 | 2014-06-24 | James R. Burroughs | Beverage glass with internal decanting, filtering, mixing and aerating cell |
-
1997
- 1997-11-19 DE DE29723901U patent/DE29723901U1/de not_active Expired - Lifetime
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| USD683586S1 (en) | 2008-11-18 | 2013-06-04 | James R Burroughs | Beverage glass with internal decanting, filtering, mixing and aerating cell |
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Effective date: 19990923 |
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Effective date: 20010911 |
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