DE29716945U1 - Doppelflächige, wendbare Strickware - Google Patents
Doppelflächige, wendbare StrickwareInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D04—BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
- D04B—KNITTING
- D04B1/00—Weft knitting processes for the production of fabrics or articles not dependent on the use of particular machines; Fabrics or articles defined by such processes
- D04B1/10—Patterned fabrics or articles
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- D04B1/126—Patterned fabrics or articles characterised by thread material with colour pattern, e.g. intarsia fabrics
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Description
Die Erfindung betrifft eine doppelflächige, wendbare Strickware,
insbesondere für Bekleidungsstücke, welche auf beiden Seiten gleiche oder unterschiedliche, sogenannte Jaquard-
oder Norwegermuster aufweist.
Bekannte Strickwaren dieser Art haben den Nachteil, daß sie immer eine "rechte" und eine "linke" Seite besitzen. Nicht
für das Muster benötigte Fäden werden auf der Rückseite lose mitgeführt und bilden Schlaufen, die beim Anziehen eines aus
dieser Strickware hergestellten Kleidungsstückes herausgerissen werden können.
Ein beidseitiges Tragen eines solchen Kleidungsstückes ist nicht möglich.
Bekannt sind weiterhin Strickwaren und Verfahren zu ihrer Herstellung, die aus zwei völlig separat gefertigten Gestrickbahnen
oder auf einer zwei Nadelbetten aufweisenden Strickmaschine gleichzeitig hergestellt sind. Durch eingearbeitete
Fanghenkel oder Polfäden können beide Gestrickbahnen miteinander verbunden werden. Eine saubere, mustergerechte
Doppelflächigkeit der Strickwaren wird nicht erreicht. Durch die Einarbeitung der Verbindungsmaschen in die jeweilige Gestrickbahn
wird das Erscheinungsbild der Muster gestört.
Aus der DE 40 08 057 Al ist ein doppel flächiges, schlauchartiges
Strickgebilde bekannt, das einstückig auf einer zweibettigen Flachstrickmaschine herstellbar ist. Beide Gestrickbahnen
werden dann durch eine dritte Gestrickbahn miteinander verbunden.
Eine derartige Strickware läßt sich nur auf einer Strickmaschine wirtschaftlich herstellen und ist stricktechnisch kompliziert
aufgebaut. Eine manuelle Herstellung der Strickware ist in einem Arbeitsgang, da mindestens drei Fäden benötigt
werden, nicht möglich.
In einer anderen bekannten Lösung, DE 44 05 609 Al, wird die doppelflächige Strickware aus zwei, gleichzeitig auf einer
zweifontourigen Strickmaschine parallel zueinander gefertigten
Rechts-/ Links- Maschenverbänden hergestellt und beide Maschenverbände dann, durch mit einem gesonderten Verbindungsfaden
hergestellte Rechts-/ Rechts- Fangreihen miteinander
verbunden.
Auch diese Maschen- und Fadenanordnung sowie das damit verbundene Verfahren zur Herstellung einer solchen Strickware
ist sehr kompliziert. Diese Lösung benötigt ebenfalls mindestens drei Fäden und ist in einem Arbeitsgang manuell nicht
herstellbar.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine doppelflächige, wendbare
Strickware in einem sogenannten Jaquard- oder Norwegermuster zu schaffen, welche beidseitig tragbar ist, insgesamt ein festes
Strickwerk bildet und einfach in einem Arbeitsgang manuell herstellbar ist.
Die Aufgabe wird mit den erfindungsgemäßen Merkmalen des 1.
Schutzanspruchs gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die doppelflächige, wendbare Strickware, die insbesondere für
Bekleidungsstücke in einem sogenannten Jaquard- oder Norwegermuster geeignet ist, weist auf beiden Seiten gleiche oder
unterschiedliche Muster auf, die in einem Strickprozeß beidseitig aus zwei Fäden, die jeweils recht und links gestrickt
sind, hergestellt ist.
Zu Beginn des Strickens werden aus den beiden Fäden, die aus unterschiedlichen Farben, der Farbe y und der Farbe z, bestehen,
Doppelmaschen aufgenommen. Aus diesen zweifarbigen Doppelmaschen wird anschließend mit dem Faden y oder dem Faden &zgr;
in einzelnen Maschen weitergestrickt, wobei die dem Stricker zugewandte Seite als Vorderseite und die Gegenseite als Rückseite
bezeichnet ist. Die Maschen der Vorderseite werden dementsprechend rechts und die der Rückseite links gestrickt.
Beide Fäden werden dann abwechselnd zwischen der Vorder- und der Rückseite mitgeführt. Auf diese Weise entsteht nach beiden
Seiten in der Ansicht ein Rechtsgestrick.
Strickt man nun so weiter, entsteht je nach Breite ein Band oder Schal, bei dem jeweils eine Seite in der Farbe y und die
andere Seite in der Farbe &zgr; gestrickt ist.
Um einen sauberen Rand zu erreichen, ist es zweckmäßig, die erste Masche einer Reihe mit beiden Fäden immer rechts abzustricken
und die letzte Masche wird als Doppelmasche nur links abgehoben.
Die letzte Reihe wird mit beiden Fäden so abgestrickt, daß die Masche der Vor- und Rückseite zusammen als eine Masche
abgestrickt wird. Das ganze Strickwerk ist insgesamt praktisch ein rechtsgestrickter, zweifarbiger Schlauch.
Bei richtiger Durchführung läßt sich in das Gestrick ein beliebiges
Muster einarbeiten. Man setzt dazu über eine rechte Masche in der Farbe y eine rechte Masche in der Farbe z, indem
man den Faden in der Farbe &zgr; vorholt, den Faden in der Farbe y über die hintere linke Masche in der Farbe &zgr; setzt
und links abstrickt. Auf der Nadel sind jetzt zwei Maschen im Rechts/Linkswechsel in der Farbe y und davor zwei Maschen in
der Farbe z. Bis zu einem neuerlichen Farbwechsel wird nun wieder rechts und links im Wechsel gestrickt, so daß vorn die
Farbe &zgr; und hinten die Farbe y erscheint. Bei einem erneuten Wechsel der Farben käme wieder y nach vorn und &zgr; nach hinten.
Bei einem auf beiden Seiten gleichen Muster, dem sogenannten Wendejaquard, erscheint die "rechte" und die "linke" Seite,
d. h. beide tragbare Seiten, der Strickware mustergleich bei Farbwechsel.
Es ist auch möglich, die Muster auf beiden Seiten unterschiedlich zu gestalten. Da ein solches wendbares Muster wie
"Hexerei" erscheint, wird es Hexenjaquard genannt. Das Muster
auf der hinteren Seite wird so abgewandelt, daß bei gleicher Farbwahl keine umgekehrte Mustergleichheit entsteht.
An Hand von Zeichnungen wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Lösung näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. la die Aufnahme der Maschen zu Beginn des Strickens,
Fig. la die Aufnahme der Maschen zu Beginn des Strickens,
Fig. Ib das fortlaufende Stricken in zwei Farben ohne Musterwechsel
,
Fig. Ic die Fadenmitnahme zwischen den Maschen,
Fig. 2a ein Muster aus Karos von 3 mal 3 Maschen vom Strikker aus betrachtet,
Fig. 2b ein Muster gemäß Fig. 2a von beiden Seiten aus betrachtet,
Fig. 3 fortlaufender Wechsel der Farben von einer Seite aus gesehen
Fig. 4 das Erscheinungsbild der Maschen auf der Nadel.
In Fig.la ist die Anordnung der Maschen 1 zu Beginn eines manuellen
Strickvorganges für eine doppelflächige wendbare Strickware dargestellt. Auf einer der beiden angedeuteten
Stricknadeln 3 sind die aus zwei Fäden unterschiedlicher Farbe y und &zgr; hergestellten Doppelmaschen 2 aufgenommen.
Gemäß Fig. Ib werden dann aus den Doppelmaschen 2 die einzelnen
Maschen Iy und Iz im Wechsel weiter gestrickt, z. B. die
Masche Iy als erste Masche rechts und die Masche Iz als zweite
Masche links. Rechts gestrickte Maschen sind in den Fxguren mit einem Kreuz X und links gestrickte Maschen mit einem
Kreis O dargestellt.
Der jeweils ungenutzte Faden 4 wird, wie in Fig.Ic angedeutet,
zwischen den beiden Maschen Iy und Iz entlang geführt,
nachdem die erste Masche 5 als Doppelmasche zusammengestrxckt wurde. Die letzte auf der Stricknadel 3 befindliche Doppelmasche
6 wird ebenfalls zusammen abgehoben.
Wird nun in dieser Form farbgleich weiter gestrickt, erscheint die dem Stricker zugewandte Seite als ein glattes
Rechtsgestrick und die andere, entgegengesetzt betrachtete Seite ebenfalls als ein Rechtsgestrick. Wird diese Strickart
farbgleich beibehalten, entsteht ein schlauchähnliches Gebilde, welches auf der einen Seite die Farbe y und auf der anderen
Seite die Farbe &zgr; besitzt.
Je häufiger ein Faden- bzw. Farbwechsel von y nach &zgr; und umgekehrt
(Musterbildung) zwischen der Vorder- und der Rückseite vorgenommen wird, verliert das Gestrick seinen schlauchartigen
Charakter.
In Fig. 2a und 2b ist ein Muster dargestellt, das beispielsweise aus Karos von 3 mal 3 Maschen besteht. Während in Fig.
2a die Strickweise im Wechsel der Farben y und &zgr; und der Rechts- und Linksmaschen X und O abgebildet ist, ist in Fig.
2b das Strickergebnis sowohl von vorn als auch von hinten gesehen abgebildet.
In Fig. 3 ist ein fortlaufender Wechsel der Farben y und &zgr; von einer Seite aus gesehen dargestellt. Nach jeweils drei
Reihen erfolgt ein Wechsel der Farben.
Bei jedem Farbwechsel ändert sich das Erscheinungsbild auf der Stricknadel 3, wie in Fig. 4 zu sehen ist. Es wechseln
nicht mehr die Farben y und &zgr; mit jeder Masche ab, sondern an der Wechselstelle liegen zweimal y- und zweimal z- Maschen
nebeneinander.
Auf der oberen Stricknadel 3 sind die Maschen Iy und Iz ohne
und auf der unteren Nadel 3 bei Farbwechsel dargestellt.
Dabei ist darauf zu achten, daß nur zwei Maschen 1 mit gleieher
Farbe nebeneinander liegen. Bei einer Aufeinanderfolge von drei gleichfarbigen Maschen auf dem Nadelbild liegt ein
Musterfehler vor.
Claims (5)
1. Doppelflächige, wendbare Strickware, insbesondere für Bekleidungsstücke,
welche auf beiden Seiten gleiche oder unterschiedliche
Muster aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Strickware in einem Strickprozeß beidseitig aus
zwei Fäden (Iy, Iz), die jeweils rechts und links gestrickt
sind, hergestellt ist.
2. Doppelflächige, wendbare Strickware nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß für die Herstellung von Mustern die beiden Fäden (Iy, Iz) aus unterschiedliche Farben (y,
z) bestehen, die Fäden (Iy, Iz) zwischen der Vorder und
der Rückseite abwechselnd mitgeführt sind und ein Musterwechsel durch ein Wechsel der verschieden farbigen Fäden
(Iy, Iz) von rechts nach links gebildet ist.
3. Doppelflächige, wendbare Strickware nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß am Anfang und Ende der Strickbahn sowie an den Rändern Doppelmaschen (5, 6) aufgenommen
bzw. gestrickt sind.
4. Doppelflächige, wendbare Strickware nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß beide Seiten der Strickware gleiche Muster aufweisen.
5. Doppelflachige, wendbare Strickware nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß beide Seiten der Strickware unterschiedliche Muster aufweisen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29716945U DE29716945U1 (de) | 1997-09-16 | 1997-09-16 | Doppelflächige, wendbare Strickware |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29716945U DE29716945U1 (de) | 1997-09-16 | 1997-09-16 | Doppelflächige, wendbare Strickware |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29716945U1 true DE29716945U1 (de) | 1997-11-27 |
Family
ID=8046307
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29716945U Expired - Lifetime DE29716945U1 (de) | 1997-09-16 | 1997-09-16 | Doppelflächige, wendbare Strickware |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29716945U1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19835174A1 (de) * | 1998-08-04 | 2000-02-10 | Stoll & Co H | Verfahren zur Herstellung eines Jaquard-Gestricks |
| EP2042629A1 (de) * | 2007-09-28 | 2009-04-01 | Bodet & Horst GmbH & Co. KG | Strickerzeugnis |
-
1997
- 1997-09-16 DE DE29716945U patent/DE29716945U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19835174A1 (de) * | 1998-08-04 | 2000-02-10 | Stoll & Co H | Verfahren zur Herstellung eines Jaquard-Gestricks |
| EP2042629A1 (de) * | 2007-09-28 | 2009-04-01 | Bodet & Horst GmbH & Co. KG | Strickerzeugnis |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| R086 | Non-binding declaration of licensing interest | ||
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19980115 |
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| R156 | Lapse of ip right after 3 years |
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