DE29716742U1 - Werkzeug zum Spritzgießen von aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien bestehenden Kunststoffgegenständen - Google Patents
Werkzeug zum Spritzgießen von aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien bestehenden KunststoffgegenständenInfo
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Description
Werkzeug zum Spritzgießen von aus mindestens zwei
unterschiedlichen Materialien bestehenden Kunststoffgegenständen
Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Spritzgießen von aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien bestehenden Kunststoffgegenständen,
das aufweist:
- mindestens zwei zusammenwirkende Werkzeughälften, die von Werkzeugaufspannplatten mit einer Schließkraft beaufschlagt
werden und
- mindestens eine Kavität, die die Geometrie des zu fertigenden Kunststoffgegenstandes definiert.
Bei der Herstellung von Kunststoffgegenständen, die aus mehreren Rohmaterialien bestehen, kommt es darauf an, diese möglichst gut vor
dem Einspritzen ins Formwerkzeug zu vermischen, damit aus den beiden unterschiedlichen Rohstoffen ein möglichst homogener Spritzgießwerkstoff
entsteht. Der intensiven Vermischung der einzelnen Materialkomponenten kommt dabei eine große Bedeutung zu.
Aus der DE-GM 74 14 436 ist eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art bekannt. Dort werden Mehrkomponenten-Kunststoffe, insbesondere
Polyurethan, verarbeitet, indem einer Mischkammer die zu vermischenden einzelnen Komponenten zugeführt werden. Dabei werden
die einzelnen Komponenten über Zufuhrungsleitungen in die Mischkammer gefördert. Gleichzeitig wird ein Rührwerk, das sich in der
Mischkammer befindet, in Gang gesetzt. Damit beginnt auch der Austritt des durchmischten Kunststoffes aus der Austrittsöffhung der
Mischkammer in die Werkzeugkavität.
Nachteilhaft ist bei der bekannten Vorrichtung, daß eine recht aufwendige apparative Anordnung erforderlich ist, um die Mischung der
einzelnen Kunststoffkomponenten vor dem Einspritzen in die Werkzeugkavität zu bewerkstelligen. Das bedingt auch eine relativ
unflexible Anwendung der Spritzgießmaschine, was sich besonders dann
auswirkt, wenn sie auf eine neue Spritzgießaufgabe umgerüstet werden soll.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte
Vorrichtung zu schaffen, mit der es möglich ist, die Spritzgießmaschine schnell und einfach auf neue Anforderungen umzurüsten, namentlich von
normalem Spritzgießbetrieb auf das Spritzgießen einer Kunststofrmischung, die aus mindestens zwei Komponenten besteht, die
vermischt werden müssen.
Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist gekennzeichnet
durch
ein Mischelement (7), das fest, jedoch lösbar, mit einer Werkzeughälfte (2) verbunden ist (15),
wobei das Mischelement (7) von mindestens zwei Förderelementen (8, 9) fur mindestens zwei zu verarbeitende
Materialien (Kl, K2) gespeist wird.
Das Mischelement, das aus dem Stand der Technik als separat arbeitende
Einheit vor dem Spritzgießwerkzeug bekannt ist, ist erfindungsgemäß also als Element ausgeführt, das in eine Werkzeughälfte integriert ist und
somit bei Bedarf an dieser Werkzeughälfte befestigt wird.
Gemäß einer ersten Weiterbildung ist vorgesehen, daß das Mischelement
(7) zur Vermischung der mindestens zwei Materialien (Kl, K2) Mischoder Scherelemente (10) aufweist, die von einem Antrieb (11),
insbesondere einem elektrischen oder hydraulischen Antrieb, angetrieben werden.
Weiterhin kann es vorteilhaft sein, daß das Mischelement (2) eine von
dem Antrieb (11) angetriebene Welle (12) aufweist, auf der Misch-
und/oder Scherelemente (10) angeordnet sind. Diese Misch- oder Scherelemente (10) können eine im wesentlichen zylindrische
Außenkontur aufweisen, und in einer zylindrischen Bohrung (13) des
Gehäuses des Mischelements (7) rotieren.
Ferner kann vorgesehen werden, daß zwischen Mischelement (7) und Kavität (6) eine Verschlußdüse (14) angeordnet ist.
Zur besonders leichten Bedienung ist schließlich vorgesehen, daß die
feste, jedoch lösbare Verbindung (15), die das Mischelement (7) an der
Werkzeughälfte (2) befestigt, als Schnellwechselverbindung ausgeführt
ist.
In der Zeichnung ist ein Ausfuhrungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Lösung dargestellt. Die Figur zeigt schematisch den Schnitt durch eine Spritzgießvorrichtung für die Verarbeitung zweier Kunststoffkomponenten
Kl und K2.
Zwei unterschiedliche Kunststoffe Kl und K2 werden in jeweils einem
Plastifizierextruder 8 und 9 aufgeschmolzen, d. h. der Kunststoff wird zunächst in den jeweiligen Schneckeneinheiten plastifiziert. Die beiden
Schmelzeströme werden einem Mischelement 7 zugeführt, d. h. der piastifizierte Kunststoff für das nächste zu fertigende Formteil wird von
den üblichen Spritzeinheiten (in der Figur nicht näher dargestellt) der Extruder 8, 9 in das Mischelement geleitet.
Das Mischelement 7 ist erfindungsgemäß mit einer Schnellwechselverbindung
15, z. B. zwei Schrauben-Muttern-Verbindungen, mit einer
der beiden Werkzeughälften 1, 2, nämlich mit der Hälfte 2, verbunden. Das Werkzeug 1, 2 weist eine Kavität 6 auf, die die Kontur eines zu
fertigenden Kunststoffgegenstandes 3 definiert. Das Werkzeug 1, 2 ist wiederum von zwei Werkzeugaufspannplatten 4 und 5 aufgenommen, die
in bekannter Weise relativ zueinander bewegbar sind.
Im Mischelement 7 werden die Schmelzekomponenten Kl und K2 vermischt und homogenisiert, bevor sie in die Kavität 6 des Werkzeugs 1,
2 eingespritzt werden. Dadurch entsteht in bekannter Weise ein Spritzgießformteil 3.
Das Mischelement 7 weist - in bekannter Weise - Misch- und/oder
Scherelemente 10 auf. Diese können über einen Elektro- oder Hydromotor 11 rotatorisch angetrieben werden, so daß es zu einer
Vermischung beider Komponenten Kl und K2 im Mischelement 7 kommt. Hierzu steht der Elektro- oder Hydromotor 11 mit einer Welle 12
in drehfester Verbindung, auf der die Misch- und Scherelemente 10 angeordnet sind.
Die Anordnung der Elemente 10 auf der Welle 12 kann an die aktuellen
Bedürfhisse angepaßt werden. Hierzu werden Mischelemente oder Scherelemente in gewünschten Sequenzen auf der Welle angeordnet,
wobei Erfahrungswerte die Anordnung bestimmen.
Vor der Einspritzung der Kunststoffkomponenten Kl und K2 wird der Elektro- oder Hydromotor 11 aktiviert, womit sich die Misch- und
Scherelemente 10 in Bewegung setzen. Bereits das erste eintretende Material Kl wird so mit dem ebenfalls in das Mischelement 7
eintretenden Material K2 effizient durchmischt. Für die Drehzahl der Welle 12 kann ein Zeitprofil vorgegeben werden, daß den rheologischen
Verhältnissen Rechung trägt. Die Durchmischung wird damit vom Einspritzvorgang abgekoppelt.
Die gezeigte und beschriebene Vermischung erfolgt aktiv, d. h. durch
einen 'dynamischen Mischer1. Genauso kann der Erfindungsgegenstand auch bei einem 'statischen' Mischer verwendet und eingesetzt werden, bei
dem also keine separaten Mischelemente vorhanden sind, sondern die
Vermischung der Komponenten Kl, K2 bei der Durchströmung des Mischelements 7 erfolgt.
Die gute Vermischung der Einzelkomponenten ist insbesondere dann besonders wichtig, wenn die Komponenten eine chemische Reaktion
ausüben. Durch die gute Vermischung können beispielsweise auch Kunststoffschmelzen mit stark unterschiedlicher Viskosität gut
durchmischt verarbeitet werden.
Zur Maximierung der Vermischungsleistung kann vorgesehen sein, daß
der Antriebsmotor 11 des Mischelements 7 die Durchmischung bereits
aktiviert, bevor Schmelze Kl bzw. K2 in das Mischelement 7 eintritt, und daß der Antrieb auch noch für gewisse Zeit nach dem Ende des
Einspeisens von Schmelze in das Mischelement fortgesetzt wird.
Wenngleich der Fall nicht dargestellt ist, kann auch vorgesehen werden,
anstelle der in der Figur dargestellten Konzeption ein Mischelement vorzusehen, bei dem zwei ineinandergreifende (ggf. verzahnte)
Mischzylinder zum Einsatz kommen.
Erfindungsgemäß ist lediglich wesentlich, daß das Mischelement 7 direkt
mit einer Werkzeughälfte verbunden ist.
Obwohl grundsätzlich beim Spritzgießen zunächst ein Dosieren des Kunststoffes über die Schneckenschubeinheit des Extruders erfolgt und
danach der Kunststoff über die Schnecke als Kolben eingespritzt wird und somit erst dann Schmelze in das Mischelement 7 gelangt, ist es
jedoch genauso möglich, bereits während der Plastifizierung den Kunststoff dem Mischelement 7 zuzuführen und somit den
normalerweise getrennten Dosier- und Einspritzvorgang durch einen gleichzeitigen Vorgang der Plastifizierung und Einspritzung
vorzunehmen. Dies ist z. B. beim sog. Intrusionsverfahren der Fall.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Mischbewegung im Mischelement
7 gemäß einer vorgegebenen Zeitfunktion (n(t)) erfolgt. D. h. es wird
beispielsweise von der Maschinensteuerung für die Drehzahl des Antriebs 10 ein Zeitverlauf vorgegeben, der unabhängig von anderen
Prozeßparametem ist. Damit wird es insbesondere möglich, bereits vor
der Zuführung der zu mischenden Komponenten die Mischvorrichtung zu aktivieren, so daß von Anfang an eine optimale Durchmischung der
Materialien erreicht werden kann.
· »A
1,2 Spritzgießwerkzeug
3 Kunststoffgegenstand
4, 5 Werkzeugaufspannplatten
6 Werkzeugkavität
7 Mischelement
8, 9 Förderelemente für die Materialien Kl und K2; Extruder
10 Misch- oder Scherelemente
11 Antrieb
12 Welle
13 Bohrung des Gehäuses des Mischelements
14 Verschlußdüse
15 Schnellwechselverbindung
Kl erstes spritzgießfähiges Kunststoffmaterial K2 zweites Material
Claims (6)
1. Werkzeug (1, 2) zum Spritzgießen von aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien (Kl, K2) bestehenden Kunststoffgegenständen
(3), das aufweist:
- mindestens zwei zusammenwirkende Werkzeughälften (1, 2), die von Werkzeugaufspannplatten (4, 5) mit einer Schließkraft
beaufschlagt werden und
- mindestens eine Kavität (6), die die Geometrie des zu fertigenden Kunststoffgegenstandes (3) definiert,
gekennzeichnet durch
ein Mischelement (7), das fest, jedoch lösbar, mit einer Werkzeughälfte
(2) verbunden ist (15),
wobei das Mischelement (7) von mindestens zwei Förderelementen (8, 9)
für mindestens zwei zu verarbeitende Materialien (Kl, K2) gespeist wird.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischelement (7) zur Vermischung der mindestens zwei Materialien
(Kl, K2) Misch- oder Scherelemente (10) aufweist, die von einem Antrieb (11), insbesondere einem elektrischen oder hydraulischen
Antrieb, angetrieben werden.
• ••*a · * *
3. Werkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischelement (2) eine von dem Antrieb (11) angetriebene Welle (12)
aufweist, auf der Misch- und/oder Scherelemente (10) angeordnet sind.
4. Werkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischoder
Scherelemente (10) im wesentlichen eine zylindrische Außenkontur aufweisen, und daß sie in einer zylindrischen Bohrung (13) des Gehäuses
des Mischelements (7) rotieren.
5. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Mischelement (7) und Kavität (6) eine Verschlußdüse (14)
angeordnet ist.
6. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die feste, jedoch lösbare Verbindung (15), die das Mischelement (7)
an der Werkzeughälfte (2) befestigt, als Schnellwechselverbindung ausgeführt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29716742U DE29716742U1 (de) | 1997-09-18 | 1997-09-18 | Werkzeug zum Spritzgießen von aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien bestehenden Kunststoffgegenständen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29716742U DE29716742U1 (de) | 1997-09-18 | 1997-09-18 | Werkzeug zum Spritzgießen von aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien bestehenden Kunststoffgegenständen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29716742U1 true DE29716742U1 (de) | 1997-11-13 |
Family
ID=8046154
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29716742U Expired - Lifetime DE29716742U1 (de) | 1997-09-18 | 1997-09-18 | Werkzeug zum Spritzgießen von aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien bestehenden Kunststoffgegenständen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29716742U1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19902990A1 (de) * | 1999-01-26 | 2000-08-10 | Battenfeld Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zum Spritzgießen von Formteilen |
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| DE7414436U (de) * | 1974-04-25 | 1977-07-21 | Wikolin Polymer Chemie Gmbh, 2800 Bremen | Vorrichtung zum taktweisen einspritzen bzw. vergiessen von fliessfaehigen mehrkomponenten-kunststoffen, insbesondere polyurethan |
| GB1575716A (en) * | 1976-08-09 | 1980-09-24 | A 1 Eng Inc | Apparatus and method for homogenisation of flowable material |
-
1997
- 1997-09-18 DE DE29716742U patent/DE29716742U1/de not_active Expired - Lifetime
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|---|
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19980102 |
|
| R163 | Identified publications notified |
Effective date: 19980202 |
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Effective date: 20001214 |
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Effective date: 20050926 |
|
| R081 | Change of applicant/patentee |
Owner name: ADCURAM MASCHINENBAUHOLDING GMBH, DE Free format text: FORMER OWNER: BATTENFELD GMBH, 58540 MEINERZHAGEN, DE Effective date: 20070219 |
|
| R071 | Expiry of right |