DE29710804U1 - Anlage zum Kalandrieren einer Kartonbahn - Google Patents
Anlage zum Kalandrieren einer KartonbahnInfo
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Description
• · I
18.06.1997
Akte: FOR 3910GM/DE
Anmelder:
Valmet Corporation
Panuntie 6
FIN-00620 Helsinki
Finnland
Panuntie 6
FIN-00620 Helsinki
Finnland
Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Kalandrieren einer
Kartonbahn, bestehend aus einem mit einem aus zwei Kalanderwalzen gebildeten heissen und harten Kalanderspalt ausgerüsteten
Kalander, durch dessen Kalanderspalt die Kartonbahn geführt wird und in dem Kalander mindestens eine der Kalanderwalzen
derart ausgeführt ist, dass sie auf eine Temperatur geheizt wird, bei der die Oberflächenschicht der Kartonbahn
auf der Seite der betreffenden Walze im Kalanderspalt Glasierungstemperatur erreicht.
Im allgemeinen versteht man unter Kalandrieren das Pressen einer Kartonbahn in einem aus zwei Walzen gebildeten
Spalt. Die Durchmesser und Härten der den Spalt bildenden Walzen können entweder gleich oder verschieden sein. Die
Hauptaufgabe des Kalandrierens von Karton besteht darin, das Dickenprofil der Kartonbahn auszugleichen und die Glätte des
Kartons zu verbessern, indem die Kartonbahn gegen eine glatte Walzenoberfläche gepresst wird, wobei an der Oberfläche
der Kartonbahn plastische Verformungen stattfinden und die Walzenoberfläche auf die Kartonoberfläche kopiert wird. Da
der im Kalanderspalt erzeugbare Pressdruck begrenzt und die Verweilzeit im Spalt sehr kurz, in der Grössenordnung
-Z-
&ngr;&ogr;&eegr; einigen Millisekunden, ist, wird die Kalanderwirkung im
allgemeinen durch einen heissen Kalanderspalt verstärkt.
Eine Kartonbahn wird aus Holzfaser erzeugt, die ein plastisches Material ist, das sich aus verschiedenen organischen
Polymeren wie amorphem Lignin und Heini zellstoff sowie zum
Teil kristallinem Zellstoff zusammensetzt. Mit steigender Temperatur und Feuchtigkeit werden die Plastifizierungstemperatüren
der Fasern niedriger.
Beim Kalandrieren findet immer auch ein Zusammenpressen
der Kartonbahn statt, als dessen Folge die Kartondichte vergrössert wird, d.h. das spezifische Volumen nimmt ab, und
die Steifigkeit des Kartons wird schlechter. Bei Verpakkungskarton sind zwei der wichtigsten Eigenschaften gerade
das spezifische Volumen und die Steifigkeit. Verpackungskarton muss im Verhältnis zum Gewicht möglichst dick und steif
sein. Deswegen muss das Kalandrieren des Kartons mit Kalandrierverfahren
durchgeführt werden, die das spezifische Volumen schonen. Als Kalander für Kartonbahnen werden in zunehmendem
Masse sowohl bei beschichteten Verbraucherverpackungsqualitäten als auch anderen Kartonsorten Softkalander
verwendet. Mit Softkalandern soll eine höhere Kalandriertemperatür
erreicht werden und ein verlängerter Spalt genutzt werden, um die beim Kalandrieren von Karton stattfindende
Verformung zu verbessern. Beispielsweise will man sich von den Yankee-Zylindern trennen, indem man diese durch
Softkalander ersetzt. Ausserdem will man sich wegen verschiedener schlechter Eigenschaften von den zum Kalandrieren
von Karton verwendeten sog. Wet-Stack-Kalandern trennen, indem
man sie durch Softkalander ersetzt.
Eine herkömmliche Anordnung in einer Produktionslinie mit Oberflächenleimung und/oder Beschichtung sowie Kalan-
-3-
drierung besteht darin, dass die Kartonbahn zuerst z.B.
durch eine Filmleimpresse geführt wird, wonach die Kartonbahn in einer Trockengruppe getrocknet wird, die sich aus
mehreren Trockenzylindern zusammensetzt. Nach der Trocknungseinheit hinter der Filmleimpresse wird die Kalandrierung
der Kartonbahn durchgeführt, die im allgemeinen mit einem sog. Wet-Stack-Kalander erfolgte. Die Verwendung des
Wet-Stack-Kalanders beruht hauptsächlich darauf, dass die Kartonbahn in der vorherigen Trocknungseinheit zu stark
ausgetrocknet wurde, weswegen sie im Kalander auf den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt befeuchtet werden musste. Im
Wet-Stack-Kalander wird der Kartonoberfläche entweder mit Nebelstrahl vor dem ersten Spalt oder mit Wasserschabern an
einer oder mehreren Kalanderwalzen Wasser zugefügt. Nur die oberste Schicht der Kartonbahn wird mit Wasser befeuchtet,
wobei eine gute Glätte erzielt werden kann, ohne dass der Karton zu dünn gepresst wird. Der Wet-Stack-Kalander setzt
sich im allgemeinen aus mehreren zu Walzenstapeln angeordneten untereinander Spalte bildenden Walzen zusammen.
Nach dem Kalandrieren wird die Kartonbahn wieder getrocknet, weil die Wassermenge, die der Kartonbahn im Wet-Stack-Kalander
zugefügt wurde, während des Kalandrierens nicht in ausreichendem Mass aus der Bahn verdunstet, weshalb
nach dem Kalandrieren wieder eine Trocknung in einer Trokkengruppe
durchgeführt wird, die sich aus mehreren Trockenzylindern zusammensetzt. Nach dieser zweiten Trocknung wird
die Kartonbahn schliesslich durch den Maschinenkalander geführt. Wie aus dem vorstehenden hervorgeht, erfordert die
herkömmliche Anordnung in Maschinenrichtung sehr viel Platz, weil die Oberflächenleimung ihre eigene Trocknung und die
Kalandrierung im Wet-Stack-Kalander ihre eigene Trocknung erforderte. Diesen grossen Raumbedarf will man einsparen.
-4-
Um einen ausreichenden Feuchtigkeitsgradienten zu schaffen, wurde in mehreren Kartonmaschinen vor dem Kalander
zusätzlich ein Dampfkasten zur Befeuchtung der Oberflächenschicht der Kartonbahn eingebaut. Ein bedeutendes Problem
bei der Dampfkastenbefeuchtung ist die hohe Temperatur, denn die betreffende Temperatur sollte wesentlich unter 700C sinken,
damit genügend Dampf an der Oberfläche der Kartonbahn kondensiert. Dies wiederum setzt eine Abkühlung der Bahn
voraus, was weiter zusätzliche Probleme wegen des Raumbedarfs und der Tropfungen von den Kühlzylindern sowie der
Rostprobleme verursacht. Das Kühlen der Bahn mit anderen Mitteln als mit Zylindern ist wirtschaftlich nicht rentabel
und technisch schwierig.
Bis heute ist es noch nicht ganz gelungen, eine Lösung zu schaffen, mit der der Wet-Stack-Kalander vollständig
durch einen Softkalander ersetzt werden könnte. Deswegen wurde auch versucht, den Softkalander in Richtung der Gradientkalandrierung
zu entwickeln. Die Werkstoffe für weiche Walzen wurden weiter entwickelt, damit sie höhere Temperaturen
vertragen und die Spalttemperatur ist ständig erhöht worden und die Entwicklung zu immer höheren Temperaturen
geht weiter. Diese äusserst hohen Temperaturen verursachen beim Kalandrieren ihre eigenen Schwierigkeiten.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine neue Anlage zu schaffen, die die oben erläuterten an
die Kalandrierung einer Kartonbahn gestellten Anforderungen erfüllen und gegenüber den bisherigen Oberflächenleimungs-/Beschichtungs-
und Kalanderanlagen und Prozessen eine bedeutende Verbesserung mit sich bringen. Zur Lösung dieser
Aufgabe lehrt die Erfindung, dass die Anlage mit einer in Maschinenrichtung unmittelbar vor dem Kalanderspalt ange-
ordneten Filmpresse ausgerüstet ist, die aus einem Filmpressspalt besteht, durch den die Kartonbahn geführt wird,
und der Filmpressspalt ausgeführt ist, eine Flüssigkeitsschicht auf die Oberfläche der Kartonbahn zu übertragen, um
die Kartonbahn zu befeuchten derart, dass die Kartonbahn ausgeführt ist, vom Filmpressspalt in den Kalanderspalt zu
laufen, wobei die Oberflächenschicht der Bahn die von der Filmpresse bestimmte Feuchtigkeit hat, um einen kontrollierten
Feuchtigkeitsgradienten zu schaffen.
Mit der Erfindung werden bedeutende Vorteile gegenüber den bekannten Anlagen und Verfahren vom Stand der Technik
erzielt, wovon einer der wesentlichsten Vorteile darin besteht, dass der Raumbedarf im Vergleich zu vorher wesentlich
geringer geworden ist. Die Anlage braucht somit in Maschinenrichtung bedeutend weniger Platz als bisher. Ein wesentlicher
Vorteil gegenüber früheren Lösungen besteht auch darin, dass die Kosten der Anlage niedriger liegen als früher,
weil auf die zweite Trocknungseinheit ganz verzichtet werden kann. Hinsichtlich des Prozesses selbst ist die erfindungsgemässe
Anlage einfacher und leichter beherrschbar als vorher. Die übrigen Vorteile und Merkmale der Erfindung
gehen aus der folgenden ausführlichen Beschreibung der Erfindung hervor.
Im folgenden wird die Erfindung an Beispielen unter Hinweis auf die Abbildungen der beigefügten Zeichnung
erläutert, die alternative Lösungen der Erfindung zeigen.
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform, in der die Oberflä-
chenleimung/Beschichtung und die Kalandrierung in einer und derselben Einheit durchgeführt werden.
-6-
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform, in der die Oberflächenleimung/Beschichtung
und die Kalandrierung ohne Nachtrocknung in einer und derselben Einheit
durchgeführt werden.
5
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Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform, in der die Oberflächenleimung/Beschichtung
und die Kalandrierung hintereinander in separaten Einheiten durchgeführt werden.
10
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Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform, in der die Oberflächenleimung/Beschichtung
und die Kalandrierung hintereinander in separaten Einheiten durchgeführt werden und der Kalander mit Vorheizung ausgerüstet
ist.
Bei der Anordnung nach Fig. 1 wird die Kartonbahn W in den Spalt N1 der Filmleimpresse 10 und von dort unmittelbar
in den Hartspalt-Heisskalander 20 geleitet. Nach dem Kalandrieren wird die Kartonbahn getrocknet, indem die Bahn W vom
Kalander spalt N2 durch die Trockengruppe 30 in den Maschinenkalander
40 geführt wird. Die Filmleimpresse 10 besteht in normaler Weise aus Filmpresswalzen 11,12, die mit Applikationsvorrichtungen
13,14 ausgerüstet sind, mit denen bei der erfindungsgemässen Lösung Wasser, Stärkeoberflächenleim
oder Ähnliches oder Pigmentbeschichtungsstoff als Film auf
die Oberfläche der Leimpresswalzen 11,12 verteilt wird derart,
dass der betreffende Stoff im Filmleimpressenspalt N1 auf die Oberfläche der Kartonbahn W übertragen wird. Der
Körper der FiI &tgr;&eegr; leimpresse 10 ist mit Bezugszeichen 15 bezeichnet
und in der Ausführungsform nach Fig. 1 ist der erste heisse Hartspalt-Kalander 20 der erfindungsgemässen
Anlage unmittelbar hinter der Filmleimpresse 10 angeordnet
-7-
derart, dass der Kalanderspalt N2 des betreffenden Kalanders
20 aus den Kalanderwalzen 21,22 gebildet wird und in denselben Ständer mit den Leimpresswalzen 11,12 eingebaut ist. In
der betreffenden Anordnung wird die Kartonbahn W somit vom Filmpressenspalt N1 ohne Zwischenphasen direkt in den ersten
Kalanderspalt N2 übertragen. Durch die Applikation von Flüssigkeit
wie Wasser auf die Kartonbahn W unmittelbar vor dem heissen Kalanderspalt wird ein kontrollierter Feuchtigkeitsgradient
erzielt. Mit der Filmübertragungstechnik anwendenden Filmleimpresse 10 lässt sich im Filmleimpressenspalt N1
in kontrollierter Weise eine gleichmässige Flüssigkeitsschicht der Grössenordnung 5-40 g/m2 auf die Oberfläche der
Kartonbahn W übertragen. Diese Flüssigkeitsmenge dringt in der Kartonbahn W bis zur Tiefe von 40-45 g/m2, d.h. gerade
durch die Oberflächen- oder Unterlagenschicht ein, aber nicht durch die ganze Kartonbahn W, wie dies bei der Anwendung
von herkömmlichen Tauchleimpressen der Fall ist.
In der Filmleimpresse 10 kann reines Wasser oder Starkeoberflächenleim
auf die Kartonbahn W appliziert werden, wobei die Oberflächenleimung der Bahn W mit dem selben Prozess
erfolgt. Hinsichtlich der Glasierungstemperatur der Oberflächenschicht der Kartonbahn W kann der Auftrag von
Stärke vorteilhaft sein, weil die betreffende Temperatur der Stärke niedriger ist als die Glasierungstemperatur von Zellstoff
asern. In der Filmleimpresse 10 können auch andere Chemikalien als Stärke auf die Kartonbahn W appliziert werden,
wie z.B. Protein oder Ähnliches, die früher beispielsweise in Wet-Stack-Kalandern vom Stand der Technik verwendet wurden.
Mit der erfindungsgemässen Anlage ist auch möglich, die Kartonbahn W zu pigmentieren oder die eigentliche Beschichtungsschicht
in der Filmleimpresse 10 zu applizieren. Es wurde festgestellt, dass ein Pigmentzusatz von einigen Gramm
-8-
vor dem ersten Kalander 20 die Mikroglätte und das Aussehen
der Oberflächenschicht: der Kartonbahn W verbessert.
Wie schon weiter oben erwähnt, wird die Kartonbahn W nach der FiTml einpresse 10 nicht getrocknet, bevor sie in
den ersten Kalanderspalt N2 kommt. Damit ist die Oberflächenschicht
der Kartonbahn W nass und in dem unmittelbar folgenden heissen Kalanderspalt N2 leichter formbar. Der
Wärmeübergang im heissen Kalanderspalt N2 auf die nasse Kartonbahn
W ist wesentlich effektiver als bei einer trockenen Bahn. Die erfindungsgemässe Anlage ist speziell vorgesehen
zum Kalandrieren der Kartonbahn W am ersten Kalanderspalt N2
vor dem Beschichten der Kartonbahn W in Unabhängigkeit von der Kartonqualität. Wie schon weiter oben erläutert, wird
die Kartonbahn W nach dem ersten Kalanderspalt N in der aus Trockenzylindern gebildeten Trockengruppe 30 getrocknet, wonach
die Kartonbahn W auf normale Weise in den Maschinenkalander 40 geführt wird, der aus an den Maschinenkalanderständer
43 montierten Kalanderwalzen 41,42 besteht, die zwischen sich den Kalanderspalt N3 bilden. Nach dem !Maschinenkalander
40 kann die kalandrierte Kartonbahn W in den eigentlichen Beschichtungsprozess geleitet werden.
Die Lösung nach Fig. 2 unterscheidet sich von der Lösung nach Fig. 1 dadurch, dass die Kartonbahn W nach dem
Befeuchten und dem Kalandrieren nicht mehr nachgetrocknet wird, sondern die Kartonbahn W kann danach z.B. direkt in
den eigentlichen Beschichtungsprozess geleitet werden. So wird denn in der Anordnung nach Fig. 2 die Bahn W von der
Vortrocknungsgruppe 5 in den Filmleimpressspalt N1 gebracht,
der zwischen den Filmpresswalzen 11,12 gebildet wird. Die 'Filmleimpresse 10 in der Ausführungsform nach Fig. 2 entspricht
der Presse die schon im Zusammenhang mit Fig. 1
· < f t
-9-
erläutert wurde derart, dass die Filmpresswalzen 11,12 mit
Applikationsvorrichtungen 13,14 ausgerüstet sind, mit denen Wasser oder eine gewünschte Flüssigkeit als Film auf die
Oberfläche der Filmpresswalzen 11,12 appliziert wird derart, dass er im Filmleimpressenspalt N1 in kontrollierter Weise
und gewünschter Menge auf die Oberfläche der Kartonbahn W
übertragen wird. Unmittelbar nach der Filmleimpresse 10 ist der Hartspalt-Kalander 20 in entsprechender Weise eingebaut
wie bei der Ausführungsform nach Fig. 1. Für diesen Teil ist die Lösung nach Fig. 2 mit der von Fig. 1 identisch derart,
dass die Kartonbahn W aus dem Filmleimpressenspalt N1 ohne
irgendwelche Zwischenphasen direkt in den Kalanderspalt N2
geleitet wird und derart, dass die Kalanderwalzen 21,22 mit den Filmpresswalzen 11,12 an denselben Ständer 15 montiert
sind.
Die in Fig. 3 gezeigte Lösung ist sehr weitgehend gleich und .identisch mit der in Fig. 1 gezeigten und schon
erläuterten Ausführungsform. Konstruktionsmässig unterscheidet
sich die Ausführungsform nach Fig. 3 nur dadurch, dass bei der Lösung nach Fig. 3 die Kalanderwalzen 21,22 des ersten
auf die Filmleimpresse 10 folgenden heissen Hartspalt-Kalanders 20 auf einen eigenen Ständer montiert sind und
nicht an denselben Ständer 15 zusammen mit der Filmleimpresse 10. Somit wird die Kartonbahn W in der Ausführungsform
nach Fig. 3 vom Filmpressspalt N1 in den ersten Kalanderspalt
N2 gebracht, wobei sie von einer Leit- und Umlenkwalze
24 geführt wird. Hinsichtlich der Behandlung der Bahn wird zwischen dem Filmpressenspalt N1 und dem ersten Kalanderspalt
N2 an der Bahn W nichts ausgeführt, womit die Ausführung
nach Fig. 3 identisch mit der nach Fig. 1 ist. Vom ersten Kalander spalt N2 wird die Kartonbahn W zur Nachtrocknungsgruppe
30 und von dieser weiter in den Kalanderspalt N3 des Maschinenkalanders 40 geführt. Für diesen Teil wird auf
-10-die
erfolgte Erläuterung von Fig. 1 hingewiesen.
erfolgte Erläuterung von Fig. 1 hingewiesen.
Die in Fig. 4 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der Lösung nach Fig. 3 darin, dass die Kartonbahn W
vorgeheizt wird bevor sie vom Filmpressenspalt N1 in den
ersten heissen und harten Kalanderspalt N2 kommt. Somit wird
in der Ausführungsform nach Fig. 4 die vom Filmpressenspalt N1 kommende befeuchtete Kartonbahn W durch eine die Bahn
nicht berührende Luftumlenkvorrichtung 16 zur Vorheizvorrichtung 17 und erst von dort in den ersten heissen Kalanderspalt
N2 geführt. Die Vorheizvorrichtung 17 ist eine die
Bahn nicht berührende Heizvorrichtung, vorzugsweise Infra^
rotheizvorrichtung. Damit wird die Bahn W in der Ausführungsform
nach Fig. 4 zuerst im Filmpressenspalt N1 befeuchtet,
danach in der Vorheizvorrichtung 17 vorgeheizt, womit die Bahn W in heissem und befeuchtetem Zustand in den Kalanderspalt
N2 geschickt werden kann. Mit dieser Lösung konnte die Glasierungstemperatur der Oberflächenschicht der Bahn W
weiter herabgesetzt werden. Für alle anderen Teile entspricht die Ausführungsform nach Fig. 4 der Lösung nach Fig.
3, womit an dieser Stelle auf die weiter oben angeführte Erläuterung
hingewiesen wird.
Zur Begründung der erfindungsgemässen Lösung ist noch
folgendes herauszustellen. Die wichtigsten Teilfaktoren in Bezug auf die Wärmeleitfähigkeit von Karton sind die molekularen
Wärmeleitfähigkeiten der Fest- und der in den Poren des Kartons vorhandenen Stoffe. Die Wärmeleitfähigkeit von
Karton verbessert sich, wenn die Kartondichte z.B. durch Mahl-, Nasspress- und Kalandereinwirkung zunimmt. Ausreichend
hohe Temperatur und Feuchtigkeit der Faserschicht wirken bedeutend auf die interne Wärmeübertragung der Bahn über
den Wasserverdampfungs-Kondensierungsprozess. Wasser, das
sich an einer heissen Fläche befindet, verdampft und strebt
zu einer kälteren Fläche bis die Bahntemperatur niedriger ist als die Verdampfungstemperatur des Wassers. Aufgrund
durchgeführter Untersuchungen ist der Verdampfungs-Kondensierungsprozess
sehr intensiv, wenn die Temperatur der Kartonbahn 1000C übersteigt. Dabei erfolgt die Wärmeübertragung
sehr schnell durch den sog. Heizrohreffekt. Bezüglich des Mechanismus des Heizrohreffekts wird auf folgenden Artikel
hingewiesen: Jukka Lehtinen, The heat pipe process in intraweb heat transfer in hot-surface paper drying, der Zeitschrift
Paperi ja Puu - Paper and Timber, vol 74/No.7/1992,
Seiten 560-571. Die Durchgangsgeschwindigkeit des Dampfes im Kalanderspalt wird im wesentlichen davon beeinflusst, ob der
Dampf durch eine Luftschicht diffundieren muss oder ob der Dampf ohne zu diffundieren sich in der Kartonbahn bewegen
kann. Ist die Bahn an der kalten Seite geschlossen, diffundiert der Dampf zum Teil durch die Luftschicht, wobei die
Wärmeübertragung in ihrer Intensivität rund 2-3mal grosser
ist als die an den Faseroberflächen erfolgende Wärmeentweichung. Der Hei&zgr;rohreffekt kann in der Bahn erzielt werden,
indem der Bahn Luft entzogen wird, z.B. mit Hilfe von Dampf oder durch Wasserapplikation, bevor die Kartonbahn in Kontakt
mit dem heissen Kalanderspalt kommt. Dabei wird die Wärmeübertragung im kurzen Spalt lOmal intensiver gegenüber
der an den Faseroberflächen der trockenen Bahn erfolgenden Wärmeentweichung. Bei einer an der kalten Seite offenen Bahn
und einer Temperatur an der Oberfläche der heissen Seite der nassen Bahn von über 1000C wurde kein wesentlicher Unterschied
in der internen Wärmeübertragung der Bahn festgestellt unabhängig davon, ob die Bahn Luft oder Dampf enthielt.
Dies beruht darauf, dass der Dampf die in der Bahn vorhandene Luft verdrängt, die durch die offene kalte Oberfläche
austritt.
-12-
Im vorstehenden wurde die Erfindung anhand von Beispielen unter Hinweis auf die Abbildungen der beigefügten Zeichnung
erläutert. Die Erfindung soll jedoch nicht auf die in den Abbildungen gezeigten Beispiele begrenzt werden, sondern
die einzelnen Ausführungen der Erfindung können im Rahmen
des in den beigefügten Schutzansprüchen definierten erfinderischen
Gedankens variieren.
Claims (11)
1. Anlage zum Kalandrieren einer Kartonbahn, bestehend aus einem mit einem aus zwei Kalanderwalzen (21,22) gebildeten
heissen und harten Kalanderspalt (N2) ausgerüsteten Kalander
(20), durch dessen Kalanderspalt (N2) die Kartonbahn
(W) geführt wird, und in dem Kalander (20) mindestens eine der Kalanderwalzen (21/22) derart ausgeführt ist, dass sie
auf eine Temperatur geheizt wird, bei der die Oberflächenschicht der Kartonbahn (W) auf der Seite der betreffenden
Walze im Kalanderspalt (N2) Glasierungstemperatur erreicht,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mit einer in Maschinenrichtung unmittelbar vor dem Kalanderspalt (N2) angeordneten
Filmpresse (10) ausgerüstet ist, die aus einem Filmpressspalt (N1) besteht, durch den die Kartonbahn (W) geführt
wird, und der Filmpressspalt (N1) ausgeführt ist, eine Flüssigkeitsschicht auf die Oberfläche der Kartonbahn (W) zu
übertragen, um die Kartonbahn (W) zu befeuchten derart, dass die Kartonbahn (W) ausgeführt ist, vom Filmpressspalt (N1)
in den Kalander spalt (N2) zu laufen, wobei die Oberflachenschicht
der Bahn (W) die von der Filmpresse (10) bestimmte Feuchtigkeit hat, um einen kontrollierten Feuchtigkeitsgradienten
zu schaffen.
-14-
2. Anlage nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die im Filmpressspalt (N1) auf die Oberfläche der Kartonbahn (W) applizierte Feuchtigkeitsschicht aus Wasser
besteht.
3. Anlage nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Filmpresse (10) eine Leimpresse ist, die im Filmpressspalt (N1) angebracht ist, um auf die Oberfläche
der Kartonbahn (W) eine Stärkeoberflächenleimschicht zu applizieren, um die Oberfläche der Kartonbahn (W) zur gleichen
Zeit mit der Befeuchtung der Bahn unmittelbar vor dem Kalandrieren der Bahn zu beleimen.
4. Anlage nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Filmpresse (10) ausgeführt ist, um auf die Oberfläche der Kartonbahn (W) eine Flüssigkeitsschicht zu
applizieren, die Protein oder eine Chemikalie mit ähnlichen Eigenschaften enthält.
5. Anlage nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die im Filmpress spalt (N1) zu applizierende Flüssigkeit
zumindest eine kleine Menge Pigment enthält, um die Mikroglätte der Oberflächenschicht der Kartonbahn (W) zu
verbessern.
6. Anlage nach Schutzanspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Filmpresse (10) ausgeführt ist, bei der Befeuchtung der Kartonbahn (W) vor dem Kalandrieren der Bahn
auf der Kartonbahn (W) die pigmenthaltige eigentliche Be-Schichtungsschicht
zu bilden.
7. Anlage nach Schutzanspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die Filmpresse (10) ausgeführt ist, auf die
-15-
Kartonbahn (W) entsprechend den von der Kartonbahn (W) geforderten
Eigenschaften eine Flüssigkeitsschicht der Grössenordnung 5-40 g/m2 zu applizieren.
8. Anlage nach Schutzanspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen Filmpressspalt (N1) und Kalanderspalt
(N2) Heizvorrichtungen (17) angeordnet sind, um die Bahn (W) vor dem Kalanderspalt (N2) vorzuheizen.
9. Anlage nach Schutzanspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizvorrichtungen aus einer berührungslosen
Heizvorrichtung, vorzugsweise Infrarotheizvorrichtung (17), bestehen.
10. Anlage nach Schutzanspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Kalanderspalt (N2) Mittel (30) zum Trocknen der Kartonbahn (W) angebracht sind.
11. Anlage nach Schutzanspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlage mit einer hinter dem Kalanderspalt
(N2) angeordneten Nachtrocknungsgruppe (30) zum Trocknen der
Kartonbahn (W) sowie mit einem Maschinenkalander (40) zum Kalandrieren der Bahn (W) ausgerüstet ist.
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| FI960404U FI2664U1 (fi) | 1996-07-16 | 1996-07-16 | Laitteisto kartonkirainan kalanteroimiseksi |
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1997
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- 1997-07-16 US US08/895,195 patent/US6200424B1/en not_active Expired - Fee Related
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| DE19821820A1 (de) * | 1998-05-15 | 1999-11-18 | Voith Sulzer Papiertech Patent | Vorrichtung zur Oberflächenbehandlung einer laufenden Materialbahn, insbesondere aus Karton |
Also Published As
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