DE29620099U1 - Sitzmöbel, insbesondere Hocker - Google Patents
Sitzmöbel, insbesondere HockerInfo
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Description
Das Sitzen auf starren, gepolsterten oder ungepolsterten Sitzmöbeln ist eine wesentliche Ursache für Haltungs- und
Gesundheitsschäden. Deswegen und aus Bequemlichkeitsgründen sind bereits zahlreiche Möglichkeiten bekannt, Sitzmöbel so
beweglich zu gestalten, daß sie Kipp- und Seitenbewegungen ausführen können, wie z.B. Schaukelstühle, Kippsessel etc..
Es ist auch schon bekannt geworden, Einbein-Hocker durch ein im Fuß angebrachtes, begrenzt bewegliches Gelenk in gewissem
Maße seitlich beweglich und kippbar zu gestalten.
Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Sitzmöbel, insbesondere einem Hocker, eine begrenzte Seiten- und Kippbeweglichkeit
auf einfache und funktionssichere Weise zu ermöglichen und insbesondere auch die haltungsfördernde Wirkung zu
15 verbessern.
Diese Aufgabe wird durch den Anspruch 1 gelöst.
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Dadurch, daß das Bein eines Einbein-Hockers flexibel ist, kann sich der daran befestigte Sitz zwar seitlich bewegen und
entsprechend kippen, übt aber stets eine erhebliche und mit zunehmender Auslenkung progressive Rückstellkraft in die
Mittellage aus. Der zwischen Sitz und Fuß eingespannte, z.B. aus Edelstahl bestehende Stab biegt sich durch und hält
federnd die Spannung. Dies bewirkt eine Entlastung der gesamten Wirbelsäule, Entkrampfung und Stärkung der Muskulatur.
Außerdem werden die unteren Extremitäten des Benutzers optimal durchblutet, da sie auch während des Sitzens
aktiv sein können. Dadurch wird die Aufrichtung des Körpers aktiv gefördert. Die Muskulatur ermüdet und verspannt sich
nicht so leicht, da die Sitzneigung spielerisch variabel ist. Durch die kräftige Rückstellkraft wird die Muskulatur in
Bewegung gehalten und trainiert.
Die progressiv zunehmende Federkraft begrenzt automatisch die Auslenkung und verhindert somit auch ein Umkippen. Die
Federkraft des flexiblen Beines sollte der Größe und Standfestigkeit des Fußes angepaßt sein, um sicherzustellen, daß
0 auch bei Auslenkung der Schwerpunkt des Benutzers nicht außerhalb des Stützbereiches des Fußes gerät.
Das Bein sollte mit dem Sitz und dem Fuß biegestarr verbunden sein. Somit ist auch eine feste Relation zwischen Seiten- und
Kippbewegung des Sitzes gegeben. Diese Charakteristik kann jedoch bewußt durch sich mit der Höhe des Beines ändernden
Biegeeigenschaften beeinflußt werden. Wenn sich beispielsweise das Bein in der Höhe im Querschnitt verjüngt, so wird
seine Biegelinie zu einer stärkeren Krümmung im oberen Bereich führen und die Kippung der Sitzfläche wird stärker
0 sein als bei einem nicht verjüngten Bein.
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Das Bein sollte aus Material mit im Beanspruchungsbereich
ideal elastischen Eigenschaften bestehen, d.h. in diesem Bereich sollte die Verformung rein elastisch ohne bleibenden
Anteil erfolgen, z.B. bei Stahl unterhalb der Streckgrenze. Das gleiche gilt für eine Herstellung aus verstärkten Kunststoffen,
beispielsweise Kohlfaser oder Kevlar-Werkstoffe.
Außer durch die Querschnittsverjüngung können die Biegeeigenschaften über die Höhe des Beines auch auf andere Weise
beeinflußt werden, beispielsweise durch Formgebung, Wandstärke-Unterschiede
bei Rohrmaterial etc.
Obwohl es bevorzugt ist, daß das Sitzmöbel nach allen Richtungen
hin gleichmäßig flexibel ist, kann es in Sonderfällen erwünscht sein, eine Vorzugsauslenkungsrichtung zu schaffen.
Dies ist durch entsprechende Querschnittswahl des Beines, beispielsweise einen ovalen oder unrunden Querschnitt, oder
andere Mittel zur Schaffung unterschiedlicher Biegeeigenschaften in den unterschiedlichen Richtung möglich. So könnte
beispielsweise ein Kippen in Vor/Rückwärts-Richtung in
stärkerem Maße möglich sein als ein Seitwärts-Kippen.
Der Fuß kann eine relativ massive Platte, z.B. aus Aluminiumguß etc. sein, an der das Bein, insbesondere durch Einsetzen,
befestigt ist. Im Randbereich können in den Fuß Auflagepuffer
eingesetzt sein, die auch für eine Rutschhemmung auf dem Untergrund sorgen, um so bei einem bewußten "Schub" des
Benutzers in Seitenrichtung ein Wegrutschen zu verhindern. Dies könnte aber auch bei Verwendung von Laufrollen durch
entsprechende belastungsaktivierte Bremsen in diesen bewirkt werden. Außer einer Fußgestaltung in Form einer Platte oder
Scheibe kann aber auch ein mehrarmiger Fuß, beispielsweise eine fünfarmige Fußform mit oder ohne Rollen verwendet
werden.
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Um einen möglichst beanspruchungsarmen Übergang von dem
flexiblen Bein auf den Fuß oder Sitz zu ermöglichen, kann das Bein an seinem oberen und/oder unteren Ende eine Hülse
aufweisen oder in eine Hülse eingesetzt sein, die ihrerseits über einen Befestigungsflansch am Sitz oder Fuß angebracht
ist. Insbesondere bei der Sitzanbringung kann diese Hülse gleichzeitig als ein Drehlager für den Sitz dienen.
Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei
die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform
der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausführungen
darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird.
Die Unterteilung der Anmeldung in einzelne Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die unter diesen gemachten
Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden näher erläutert. In den
Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Hockers mit angedeuteten Arbeitspositionen und
Fig. 2 einen senkrechten Teilschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines Hockers.
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Fig. 1 zeigt einen einbeinigen Hocker 11 mit einem ggf. gepolsterten, beispielsweise runden Sitz 12, einem mittleren,
einzigen Bein 13 und einem Fuß 14, der in Form einer z.B. runden Scheibe 15 mit einem mittleren Nabenbereich 16 ausgebildet
ist. Er steht auf dem Fußboden 30.
Das Bein 13 ist sowohl in den Fuß als auch am Sitz im wesentlichen
starr eingesetzt, d.h. an der Verbindungsstelle Bein/Fuß bzw. Sitz/Fuß treten keine nennenswerten Winkelabweichungen
zwischen Bein und Fuß bei seitlicher Belastung auf.
FUNKTION
Bei seitlicher oder zur Beinachse 31 unsymmetrischer Belastung des Sitzes 12 kann dieser sich etwas seitlich bewegen
und gleichzeitig verkippen. Zu diesem Zweck ist das Bein als ein relativ dünner Stab aus einem hochfesten elastischen
Material, beispielsweise Edelstahl hergestellt. Die Flexibilität und insbesondere auch das Verhältnis von Elastizität zu
Bruchfestigkeit kann durch entsprechende Materialwahl 0 und/oder Querschnittsausbildung beeinflußt werden. Auch
faserverstärkte Kunststoffe, beispielsweise unter Verwendung von Kohlefasern, Kevlar oder Glasfasern, sind dafür geeignet.
Durch entsprechende Querschnittsveränderung über die Höhe kann die Biegelinie beeinflußt werden.
Fig. 1 zeigt seitliche Auslenkungspositionen, wobei beim dargestellten Beispiel die Auslenkung hauptsächlich im oberen
Teil des Beins stattfindet. Dies kann durch entsprechende erhöhte Biegeweichheit im oberen Teil des Beines herbeige-
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führt werden, jedoch auch z.B. durch eine bewußte Sitzkippung
(z.B. durch unsymmetrische Belastung in Verbindung mit entsprechendem "Gegenschub11 durch die Beine des Benutzers) .
Auf diese Weise kann der Benutzer sich selbst seine ideale Sitzposition einstellen und diese auch ständig spielerisch
verändern, wodurch er seine Muskeln und Gelenke in Bewegung hält und trainiert ohne die üblichen Sitz-Ermüdungserscheinungen
zu bekommen. Obwohl ein Schwenk- und/oder Kippbereich von allseitig 20° möglich ist, reichen oft schon 5° bis 10°
aus, um die gewünschten Wirkungen zu erreichen.
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform eines Hockers, bei der der
Fuß als ein Gußteil, beispielsweise aus Aluminiumguß hergestellt ist. Es hat die Form einer von einer zentralen Nabe
ausgehenden schwach konischen Scheibe 15 mit einem äußeren fußbodenparallelen Flansch 32, in dem Löcher vorhanden sind,
in die Auflagepuffer 22 eingesetzt sind. Sie stützen den Fuß
14 auf dem Fußboden 3 0 ab und verhindern ein Wegrutschen bei seitlicher Belastung.
In der Nabe 16 ist eine vertikale Bohrung 20 vorhanden, in die passend ein unterer Endabschnitt IS eines Edelstahlstabes
17 eingesetzt ist, der das Bein 13 bildet. Der Endabschnitt
18 ist unter guter Ausrundung gegenüber dem frei nach oben
verlaufenden Stab 17 etwas verdickt, um die Belastungen an der hauptbeanspruchten Einspannstelle zu verringern.
In seinem oberen Abschnitt 19 ist der massive Stab 16 wiederum etwas verdickt und in Form einer Hülse 2 8 mit einer
inneren Bohrung 3 3 ausgebildet. In diese greift ein runder Zapfen 25 eines Anschlußstückes 23 ein, das einen Befestigungsflansch
24 aufweist, der auf beliebige Weise, bei-
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spielsweise durch Schrauben, an der Unterseite des Sitzes befestigt ist. Der Befestigungsflansch hat, den Zapfen 25
umgebend, eine Ringausnehmung 35 innerhalb derer ein in eine Nut im Äußeren der Hülse 28 eingesetzter Sprengring 26 liegt.
Die Ringausnehmung 3 5 ist nach unten durch eine Sicherungsscheibe 27, die am Befestigungsflansch 24 angeschraubt ist,
so verschlossen, daß beim Anheben des Sitzes der Sprengring an ihr anliegt. Auf diese Weise ist der Sitz zwar gegenüber
dem Bein in der Hülse drehbar, jedoch gege axiales Abziehen gesichert.
Im Rahmen der Erfindung sind von dem dargestellten Ausführungsbeispiel
zahlreiche Abwandlungen möglich, von denen einige bereits eingangs beschrieben wurden. Obwohl das
Hauptanwendungsgebiet bei Hockern, d.h. lehnenlosen Sitzmöbeln zu sehen ist, ist aber auch eine Anwendung bei Stühlen
oder anderen Sitzmöbeln in entsprechender Anpassung möglich. Auch die bevorzugte runde Form des Sitzes kann den Anforderungen
entsprechend eine andere, z.B. dreicksförmige oder sattelartige Gestalt haben.
Claims (1)
- AnsprücheSitzmöbel, insbesondere HockerSitzmöbel, insbesondere Hocker, mit einem Fuß (14), einem Sitz (12) und einem diese verbindenden Bein (13), wobei der Sitz (12) gegenüber dem Fuß (14) eine begrenzte Seiten- und Kippbeweglichkeit aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das Bein (13) flexibel ist.Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bein (13) eine erhebliche, progressive, federnde Rückstellkraft in Richtung einer Normalstellung, insbesondere einer zentralen Mittelstellung des Sitzes (12) über dem Fuß (14), aufbringt.Sitzmöbel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bein (13) mit dem Sitz (12) und/oder dem Fuß (14) starr verbunden ist.Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bein (13) einen sich über seine Längserstreckung ändernden, vorzugsweise nachA 31 159 - 2 -oben verjüngenden Querschnitt und/oder sich ändernde Biegeeigenschaften aufweist.5. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bein (13) im wesentlichen aus einem Stahlstab (17) besteht.6. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bein (13) aus vorzugsweise mit Glasfaser, Kevlar oder Kohlefaser verstärktem Kunststoff besteht.7. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des Beines (13), z.B. zur Schaffung einer Vorzugsauslenkungsrichtung, unrund, insbesondere oval ausgebildet ist.8. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (14) scheibenförmig ist und das Bein daran, vorzugsweise durch Einsetzen, befestigt ist.9. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (14) in seinem Randbereich eingesetzte, vorzugsweise rutschhemmende Auflagepuffer (22) aufweist.10. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (14) mehrere, vorzugsweise mit Rollen versehene, sich seitlich erstreckende Arme aufweist.11. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Bein (13) Vorzugs-A 31 159 .J.. «· «5·3·«weise über eine den oberen Beinendabschnitt (19) bildende oder umfassende Hülse (28), ein Befestigungsflansch (24) angebracht ist, an dem der Sitz (12) befestigt ist, wobei die Hülse (28) insbesondere ein Drehlager für den Sitz bildet.
Priority Applications (2)
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Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE29620099U DE29620099U1 (de) | 1996-11-20 | 1996-11-20 | Sitzmöbel, insbesondere Hocker |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE29620099U1 true DE29620099U1 (de) | 1997-01-09 |
Family
ID=8032149
Family Applications (1)
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Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
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| DE (1) | DE29620099U1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB2460938A (en) * | 2008-06-17 | 2009-12-23 | Thomas Oliver Duncan Higgs | Flexible chair with stacking capability |
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-
1996
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-
1997
- 1997-11-14 EP EP97119938A patent/EP0843980A3/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
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Also Published As
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| EP0843980A3 (de) | 1999-05-06 |
| EP0843980A2 (de) | 1998-05-27 |
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