DE29616585U1 - Schneid- und Ritzwerkzeug - Google Patents
Schneid- und RitzwerkzeugInfo
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Description
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8070/VIII
Essmann + Schaefer GmbH + Co. KG
Remscheider Str. 71, D-42369 Wuppertal
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Schneid- und Ritzwerkzeug
Die Erfindung betrifft ein Schneid- und Ritzwerkzeug, vorzugsweise
für den Druckschnitt, bestehend aus einer Klinge mit einer Schneidkante und mindestens einer an einer Klingenlängsseite ausgebildeten
mit der anderen Klingenlängsseite einen Keilwinkel einschließenden Fase, wodurch beim Schneiden eine Normalkraftkomponente
und eine Querkraftkomponente auftreten.
Derartige Werkzeuge werden z.B. in der Kartonagenindustrie eingesetzt,
um aus einem Karton- oder Pappmaterial Zuschnitte für Kartons oder Schachteln (z.B. Zigarettenschachteln) herzustellen.
Dies geschieht üblicherweise mittels Stanzvorrichtungen, die die klingenförmigen Werkzeuge mit zumindest beim Schneidvorgang zur
Materialebene senkrechter Klinge so aufnehmen, daß die an einer Klingenlängsseite vorhandene Fase senkrecht zur Materialebene
durch Hub- oder Rotationsbewegung in das Material eindringt. Hierdurch können die Zuschnitte einerseits ausgeschnitten sowie
andererseits auch zur Bildung von Faltlinien durch ein nur teilweises
Ausschneiden angeritzt werden, wobei die FaItlinien ein Auffalten des Zuschnittes, z.B. zu einer Schachtel ermöglichen.
Die Schneide des Schneid- und Ritzwerkzeuges hat die Form eines Keiles, dessen Seitenflächen einen Keilwinkel bilden. Die Wirkung
einer solchen Schneide wird beispielweise in Spaethe-Trzebiatowsky: Metallbearbeitung Bd. 1, Ölten - Freiburg i. Br., 6.
Aufl. 1965, S. 67 beschrieben. Diese Wirkung ist von der Stellung und Bewegung der Schneide relativ zum Werkstück abhängig. Bei der
beim Druckschneiden erfolgenden senkrechten Anstellung wird das
Gut durchschnitten oder getrennt, während bei schräger Anstellung Späne abgetrennt würden. Durch die aufgebrachte Schnittkraft wird
der Keil in den Werkstoff eingetrieben. Dabei muß er den Werkstoff verdrängen. Der zu überwindende Schnittwiderstand ist abhängig
von den Festigkeitseigenschaften des zu schneidenden Werkstoffes, von der Größe des Keilwinkels und der wirksamen Schneidenlänge.
Bei schlankem Keil mit kleinem Keilwinkel ist weniger Werkstoff zu verdrängen als bei großem Keilwinkel. Der Schnittwiderstand
ist deshalb geringer. Jedoch hat der schlanke Keil eine geringere Festigkeit, bricht leicht oder die Schneide
stumpft leicht ab. Beim Trennen zerlegt sich die Schnittkraft in recht-winklig zu den Seitenflächen gerichtete Seitenkräfte. Die
entstehende Reibung erfordert einen höheren Kraftaufwand. Die
Seitenkräfte teilen sich in senkrechte und waagerechte Teilkräfte {Normal- und Querkraftkomponenten). Die senkrechten Kräfte bewirken
den Vortrieb, wobei sich unter Umständen vor der Schneidkante ein Riß bilden bzw. eine sogenannte Berstung im zu stanzenden
Material auftreten kann. Übersteigen die waagerechten Teilkräfte (Querkraftkomponenten) die Festigkeit des Stanzgutes, so wird es
auseinandergerissen. Es erfolgt ein Bruch mit rauher Bruchfläche, während die eigentliche Schnittfläche glatt ist.
In der DE-A- 2 743 258 wird ausgeführt, daß zum Schneiden von Karton, Papier usw. normalerweise Klingen aus gehärtetem Stahl
verwendet werden, die beim üblichen Anschleifen eine Rauheit von einem Mikrometer oder weniger besitzen und sehr oft ersetzt und
neu angeschliffen werden müssen. Obgleich es auch Klingen mit einer Plattierung aus Wolframcarbid für derartige Zwecke gibt,
welche diesen Nachteil nicht aufweisen, sind diese Ausführungen jedoch außerordentlich kostspielig und wenig verbreitet. Zweck
des Anmeldegegenstandes dieser Schrift ist daher eine Verbesserung der Klingen aus gehärtetem Stahl für Stanz-/Schneidmaschinen
in der Weise, daß ihre Standzeit verlängert und gleichzeitig
das Eindringen der Klinge in das zu bearbeitende Stanzgut erleichtert
wird. Es wird eine Klinge aus gehärtetem Stahl beschrieben, die eine erste geschliffene Seitenfläche mit einer
Rauheit von maximal 0,9 &mgr;&tgr;&agr; aufweist, welche einen Winkel von 19
bis 22 Grad mit einer flachen Klingenseite bildet, und die weiterhin eine zweite geschliffene Seitenfläche mit einer Rauheit
von maximal 0,02 &mgr;&tgr;&agr; aufweist, welche einen Winkel mit der flachen
Klingenseite bildet, der um 1 bis 5 Grad größer ist als der Winkel der ersten geschliffenen Seitenfläche. Die gewünschte Verbesserung
wird also insbesondere durch eine sehr ausgeprägte Glätte und der Feinheit der Klinge, d.h. durch eine teilweise extrem
geringe Oberflächenrauheit erreicht, womit ein beträchtlicher Fertigungsaufwand verbunden ist.
Insbesondere bei der Verarbeitung von folien- oder aluminiumkaschiertem
Karton bildet sich bei der Bearbeitung mit bekannten Schneid- und Ritzwerkzeugen Kantenstaub an den Zuschnitten,
vielfach auch "Fusseln" genannt. Dieser Stanzstaub muß zum Teil in mühsamer Handarbeit, mit Bürsten, Schwingschleifer, Druckluft
oder ähnlichen Hilfsmitteln von den Zuschnitten entfernt werden. Daher sind verschiedene technische Lösungen zur Vermeidung des
Kantenstaubes vorgeschlagen worden.
Bei der Herstellung der auch unter dem Namen "Schneidlinien" bekannten
Schneid- und Ritzwerkzeuge aus Stahl, wie sie beispielsweise in der DE-A- 3 919 536 beschrieben ist, wird zunächst ein
Stahlband durch eine spanabhebende Bearbeitung, wie beispielsweise durch Schaben oder Strählen, mit Anfasungen versehen, die
die Schneid- bzw. Ritzkante bilden. Danach wird das Stahlband insbesondere im Bereich der Schneid- und Ritzkante gehärtet.
Dieses Härten erfolgt durch Erwärmen auf die erforderliche Härtetemperatur und eine anschließende definierte Abkühlung. Das
Erwärmen kann dabei in vorteilhafter Weise im Induktionsverfahren
mit Hochfrequenz erfolgen, da die Härtung insbesondere im Bereich der Schneid- und Ritzkante nur mit einer geringen Tiefe in der
Dicke des Stahlbandes erfolgen muß. Der Bereich der Schneid- bzw. Ritzkante erhält dadurch in einem kontinuierlich durchführbaren
Arbeitsgang die erforderliche Härte, so daß die Schneid- und Ritzwerkzeuge auch eine lange Standzeit aufweisen. Beim Hochfrequenz-Erwärmen
bis auf die erforderliche Härtetemperatur erfolgt jedoch ein Anlaufen und Verzundern der Oberfläche des
Stahlbandes. Solche Verzunderungen an den Flächen der Anfasungen beeinträchtigen das glatte Eindrücken in Karton, Papier oder
dergleichen, so daß an den Schnittkanten des Kartons, Papiers oder dergleichen Schnittstaub und Ausfaserungen entstehen. Dem
Anlaufen und Verzundern kann, wie die DE-A 3 919 536 vorschlägt, durch eine Schutzgasbehandlung entgegengewirkt werden.
Betrachtet man den Querschnitt der Klingen bekannter Schneid- und Ritzwerkzeuge, so läßt sich eine Vielzahl verschiedener Formen
feststellen. Der Querschnitt kann symmetrisch oder asymmetrisch ausgebildet sein (vgl. US-A- 2 276 376) . Die Klinge kann eine
konkave Gestalt, wie beispielsweise entsprechend der US-A- 2 211 213, oder eine konvexe Gestalt, wie beispielsweise entsprechend
der US-A- 2 049 157 oder der US-A- 2 276 376, besitzen. Allen Klingen gemeinsam ist jedoch mindestens eine Anfasung im Bereich
der Klingenspitze, die in jedem Fall eben ausgebildet ist.
Die überwiegende Zahl der bekannten Schneid- und Ritzwerkzeuge besitzt insbesondere entweder eine geschabte oder eine geschliffene
Fase (FR-A- 1 483 301, DE-A- 2 304 237, DE-A- 2 743 258), d.h. bei dem Vorprodukt, einem kaltgewalzten, gehärteten
und angelassenen Stahlstreifen aus Federbandstahl, wird die Fase entweder durch Schleifen oder durch Schaben gebildet. Unter
Schaben versteht man eine spanabhebende Bearbeitung, bei der das zu bearbeitende Werkstück relativ zu einem feststehenden Werk-
zeug, z.B. einem Hartmetallziehstein oder dergleichen bewegt wird, d.h. der Stahlstreifen wird zur Bildung der Fase in
Längsrichtung durch mindestens eine Ziehstation gezogen.
In der EP-A- 0 234 009 werden die Vor- und Nachteile der bekannten
entweder geschliffenen oder geschabten gattungsgemäßen Schneid- und Ritzwerkzeuge beschrieben. Die geschliffene Fase
weist einen minimalen Hohlschliff auf, wodurch sich eine hervorragende Schärfe ergibt, so daß ein geringer Stanzdruck erforderlich
ist. Jedoch ist die Maßhaltigkeit einer derartigen Fase nicht für alle Zwecke zufriedenstellend. Geschabte Fasen
besitzen aufgrund ihrer Herstellung im Ziehverfahren eine sehr gute Maßhaltigkeit, so daß sie bei hohen Ansprüchen an die Maßgenauigkeit
eingesetzt werden. Da die Fase aber schwach konvex ist, ist die Schärfe dieser Fase gering und sie wirkt nicht
schneidend sondern druckend auf das Material ein, so daß höhere Stanzdrücke erforderlich sind. In den genannten Schriften wird
ein Schneid- und Ritzwerkzeug, bzw. ein Herstellungsverfahren für ein Werkzeug vorgeschlagen, das sich insbesondere durch eine
außerordentlich hohe Maßhaltigkeit, d.h. eine sehr geringe Höhentoleranz, auszeichnet, was für den oben beschriebenen
Anwendungsfall insofern besonders wichtig ist, als die Schneidkante genau linear sowie parallel zu der Ebene des zu schneidenden
und/oder zu ritzenden Materials verlaufen muß, da ansonsten nur ein ungleichmäßiges Ausschneiden bzw. Anritzen zu erreichen
wäre. Ferner besitzt das Werkzeug eine erhöhte Standzeit und es wird die Bildung von Schnittstaub weitestgehend vermieden. Das
Schneid- und Ritzwerkzeug besitzt dazu eine ausgehend von der Fasenspitze schabriefenfreie feingeschliffene Oberfläche auf der
an einer an einer Klingenlängsseite ausgebildeten geschabten Fase. Der Anschliffwinkel des Feinschliffes beträgt dabei in
einer vorteilhaften Ausführung ca. 45° bis 60°.
In der EP-A- O 715 933 werden Stanzmesser vorgestellt, die sich
von allen vorstehend beschriebenen dahingehend unterscheiden, daß die Schneidenspitze eine bewußt angestrebte Verrundung aufweist.
Diese Verrundung wird als das entscheidende Merkmal angesehen, durch welches verhindert werden soll, daß die Schneide bei Überdruck
beschädigt, d.h. plattgedrückt wird und ein Grat entsteht. Die Belastbarkeit einer solchen abgerundeten Schneide sei dreimal
höher als die einer spitzen Schneide, wobei die Schnittqualität auch über hohe Auflagen erhalten bliebe. Bei einer solchen Ausführung
muß von hohen notwendigen Schnittkräften ausgegangen werden.
Eine derartige stumpfe Schneide entsteht herstellungsbedingt auch beim Schaben von Fasen an der Klinge.
Aus den vorstehenden Angaben gehen die hohen Ansprüche an die beim Schneiden und Ritzen verwendeten Werkzeugen hervor, die sich
wie folgt zusammenfassen lassen. Das geschnittene Gut muß eine hohe Schnittqualität bzw. -gute aufweisen, die sich durch die
Erfüllung verschiedener Anforderungen auszeichnet:
Einhaltung der geometrisch genauen Schnittfläche;
keine, z.B. durch Messerbeschädigungen verursachte, Streifenbildung in Schnittrichtung;
keine, z.B. durch Messerbeschädigungen verursachte, Streifenbildung in Schnittrichtung;
keine, z.B. durch wechselnde Härte über die Höhe eines zu schneidenden Stapels hervorgerufenen, wellenartigen Ausbuchtungen
;
minimale Rauheit der Schnittfläche;
keine Rißbildung bzw. Bersten vor der Schneidkante;
minimaler Anfall von Schneidstaub, als dessen Hauptursache eine zu hohe Rauheit des Schneidwerkzeugs angesehen wird.
minimaler Anfall von Schneidstaub, als dessen Hauptursache eine zu hohe Rauheit des Schneidwerkzeugs angesehen wird.
Aus den Anforderungen an die Qualität des Schnittgutes leiten
sich dann die nachstehenden Forderungen an die Schneidwerkzeuge ab:
■-"&EEgr;- · U9 ■ 96
hohe Schneidhaltigkeit, und zwar
* eine sehr geringe Höhentoleranz der Klinge, weil die Schneidkante genau linear sowie parallel zu der Ebene
des zu schneidenden und/oder zu ritzenden Materials verlaufen muß;
* Maßhaltigkeit der Fase,·
* geringe, aber hinsichtlich der Herstellungskosten optimierte Rauheit der Klinge;
hohe Standzeit des Werkzeugs durch
* Festigkeit der Klinge - insbesondere darf diese auch bei überhöhtem Schneiddruck nicht beschädigt werden;
* Härte der Klinge zur Gewährleistung einer hohen Verschleißfestigkeit
;
Gewährleistung eines optimalen Ablaufs des Schneidvorgangs hinsichtlich
* eines schneidenden (nicht drückenden) Eindringens in das Stanzgut;
* eines geringen Stanzdruckes durch minimalen Schnittwiderstand
und kleine Reibungskräfte beim Schneiden;
möglichst niedriger Herstellungsaufwand;
kurze Zurichtzeiten bei der Bemesserung der Stanzformen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schneid- und Ritzwerkzeug
der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, mit dem diese sich teilweise antagonistisch zueinander verhaltenden Forderungen
besser erfüllt werden können.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Fase eine derart konvexe
Krümmung aufweist, daß jede in Richtung der Schneidkante an die Fase angelegte Tangente mit einer in Schnittrichtung durch
die Schneidkante verlaufenden Achse einen Winkel einschließt, der kleiner als 90° ist.
Erfindungsgemäß kommt es zur Bildung einer grundsätzlich scharfen,
spitzwinkligen Schneidkante, aber während des Eindringens der Klinge des Schneidwerkzeugs in das zu schneidende Gut über
die Schnittiefe zur Ausbildung jeweils unterschiedlicher wirksam werdender Keilwinkel, die durch die Winkel zwischen den in Richtung
der Schneidkante an die Fase angelegte Tangenten und der in Schnittrichtung durch die Schneidkante verlaufende Achse bestimmt
werden. Ausgehend von der Schneidkante des Werkzeugs in Richtung auf die Oberkante des zu schneidenden Gutes nehmen diese Winkel
stetig ab. Mit dieser Winkelveränderung ist ursächlich von der Schneidkante des Werkzeugs ausgehend über die Länge der Fase eine
Veränderung des Verhältnisses der Normalkraftkomponente zur Querkraftkomponente
der Schnittkraft verbunden. An der Schneidkante ist die Normalkraftkomponente im Vergleich zur Querkraftkomponente
groß, während am anderen Ende der Fase ein Minimalwert des Verhältnisses von Normalkraftkomponente zur Querkraftkomponente
erreicht wird. Durch die Größe und den Verlauf der konvexen Krümmung der Fase kann dieses Verhältnis vorteilhafterweise,
angepaßt an die Beschaffenheit des zu schneidenden Gutes, kontrolliert gesteuert werden, wodurch auch eine Rißbildung bzw.
Berstung vor der Schneidkante wirksam vermieden wird.
Es hat sich gezeigt, daß es zweckmäßig ist, wenn die konvexe Krümmung der Fase derart ausgebildet ist, daß beim Eindringen in
das zu schneidende Gut das Verhältnis der Normalkraftkomponente zur Querkraftkomponente von der Schneidkante ausgehend über die
Länge der Fase von maximal etwa 100 auf minimal etwa 0,2 abnimmt. Innerhalb dieses Bereiches muß insbesondere eine derartige Krümmung
der Fase als optimal angesehen werden, bei der beim Eindringen des Werkzeugs in das zu schneidende Gut das Verhältnis
der Normalkraftkomponente zur Querkraftkomponente von der
Schneidkante ausgehend über die Länge der Fase von maximal etwa 5 auf minimal etwa 0,5 abnimmt.
Mit einem derartigen Kräfteverlauf ist nicht nur ein schneidendes
Eindringen der Schneidkante in den Karton oder den Papierstapel garantiert, sondern es kann auch bei einem vergleichsweise geringen
Stanzdruck gearbeitet werden, da das zu schneidende Gut dem erfindungsgemäß ausgebildeten Schneidwerkzeug nur einen minimalen
Schnittwiderstand entgegensetzt. Auch der Verlauf der Reibungskräfte zwischen der Klinge und dem zu schneidenden Gut
kann vorteilhafterweise durch die Größe und den Verlauf der konvexen Krümmung beim Schneiden kontrolliert gesteuert werden.
Außerdem hat sich auch gezeigt, daß sich die erfindungsgemäße Ausbildung der Fase im Hinblick auf eine Reduzierung des Anfalls
von Schneidstaub günstig auswirkt. Im Vergleich zu den bekannten Werkzeugen besitzt das erfindungsgemäße Schneid- und Ritzwerkzeug
des weiteren aufgrund der konvexen Ausbildung des Schneidenkeils im Bereich der Fase eine höhere Festigkeit der Klinge. Diese kann
auch bei hohem Schneiddruck nicht beschädigt werden kann und neben einer verbesserten Maßhaltigkeit wird auch eine Standzeitverlängerung
möglich. Eine im gestanzten Gut durch Messerbeschädigungen verursachte, unsaubere Schnittkante ist unterbunden.
Diesen überraschend vielen Vorteilen stehen keine Qualitätseinbußen, sondern sogar weitere Verbesserungen der Gebrauchs- und
Fertigungseigenschaften des Schneid- und Ritzwerkzeugs gegenüber.
Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung enthalten. Anhand mehrerer in den beiliegenden Zeichnungsfiguren dargestellter
Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 im Querschnitt und vergrößert gegenüber der natürlichen Größe, eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schneid- und Ritzwerkzeuges,
Fig. 2 in einer der Fig. 1 entsprechenden Darstellung, eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schneid- und Ritzwerkzeuges,
Fig. 3 in einer der Fig. 1 entsprechenden Darstellung, eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schneid- und Ritzwerkzeuges,
Fig. 4 in einer der Fig. 1 entsprechenden Darstellung, eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schneid- und Ritzwerkzeuges,
Fig. 5 ein Oberflächenprofil einer Fase eines erfindungsgemäßen
Schneid- und Ritzwerkzeuges.
In den verschiedenen Figuren der Zeichnung sind gleiche Teile stets mit denselben Bezugszeichen versehen, so daß sie in der
Regel auch jeweils nur einmal beschrieben werden.
Wie Fig. 1 zeigt, besteht eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schneid- und Ritzwerkzeuges, das vorzugsweise für den Druckschnitt vorgesehen ist, aus einer Klinge 1, die eine
scharfe Schneidkante 2 aufweist. An den beiden Klingenlängsseiten
3 sind Fasen 4 ausgebildet, die miteinander einen Keilwinkel a
einschließen. Dadurch treten beim Schneiden an jeder Stelle der Fasen 4 jeweils eine Normalkraftkomponente Fn und eine Querkraftkomponente
Fs auf. Die Fasen 4 weisen eine derart konvexe Krümmung
auf, daß jede in Richtung der Schneidkante 2 an die Fase 4 angelegte Tangente T-T mit einer in Schnittrichtung {dargestellt
durch die Schnittkraft F) durch die Schneidkante 2 verlaufenden Achse X-X einen Winkel &bgr; einschließt, der kleiner als 90° ist.
Die in Schnittrichtung F durch die Schneidkante 2 verlaufende
:!"H IQ.Qk
- li -
Achse X-X ist eine Mittenachse, hinsichtlich derer die Klingenlängsseiten
3 mit den konvexen Fasen 4 symmetrisch ausgebildet sind. Wahlweise können die Klingenlängsseiten 3 mit ihren Fasen
auch asymmetrisch zueinander ausgebildet sein. Der von den Fasen 4 an den beiden Klingenlängsseiten 3, bzw. von den Tangenten T-T
eingeschlossene wirksame Keilwinkel &agr; ändert sich stetig mit zunehmenden
Abstand von der Schneidkante 2. Bei einer symmetrischen Ausbildung der Klinge 1 ergibt er als doppelter Wert des Winkels
&bgr; zwischen der an einer Klingenlängs-seite 3 in Richtung der
Schneidkante 2 an die Fase 4 angelegte Tangente T-T mit der Mittenachse X-X.
Die konvexe Krümmung der Fase 4 ist derart ausgebildet, daß aufgrund
der Veränderung des Keilwinkes &agr; beim Eindringen in das zu
schneidende Gut das Verhältnis der Normalkraftkomponente Fn zur
Querkraftkomponente Fs von der Schneidkante 2 ausgehend über die
Länge der Fase 4 abnimmt.
Die Klinge 1 kann zweckmäßigerweise eine Dicke D im Bereich von 0,3 bis 2,0 mm aufweisen. Eine bevorzugte Ausführung hat eine
Dicke D von etwa 0,7 mm. Ein Winkel &ggr; zwischen einer von der Schneidkante 2 ausgehenden, zum anderen Ende der Fase 4 verlaufenden
Sekante S-S und der in Schnittrichtung F durch die Schneidkante 2 verlaufenden Achse X-X sollte zweckmäßigerweise
im Bereich von 15° bis 35° liegen. Vorzugsweise kann dieser Winkel &ggr; bei etwa 27° liegen. Durch die Angabe der Dicke D der
Klinge 1 und des Winkels &ggr; ist die Länge L der Sekante S-S festgelegt. Sowohl vom fertigungstechnischen Standpunkt als auch vom
Standpunkt des Schneidvorganges aus hat es sich nun als günstig erwiesen, wenn die Fase 4 durch einen Kreisbogenabschnitt mit
einem Radius R begrenzt ist, der den drei- bis fünffachen Wert der Sekantenlänge L aufweist. Im o.g. bevorzugten Fall einer
Dicke D der Klinge 1 von etwa 0,7 mm und einem Winkel &ggr; von etwa
27° kann der Radius R derart günstigerweise einen Wert von etwa 2,8 mm annehmen.
Das in Fig. 2 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel der Erfindung
unterscheidet sich von dem ersten Ausführungsbeispiel durch eine hinsichtlich der in Schnittrichtung F durch die
Schneidkante 2 verlaufenden Achse X-X asymmetrische Ausbildung. An den Klingenlängsseiten 3 befinden sich Fasen 4, 5 unterschiedlicher
Länge. Die Fase 4 größerer Länge weist die erfindungsgemäße konvexe Krümmung auf. Die kürzere Fase (Gegenfase 5)
ist in bekannter Weise eben ausgebildet. Bedarfsweise könnte aber auch die kürzere Gegenfase 5 erfindungsgemäß ausgebildet sein.
Der von den Fasen 4 an den beiden Klingenlängsseiten 3 eingeschlossene
wirksame Keilwinkel &agr; ändert sich beim zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung ebenfalls stetig mit zunehmenden Abstand von der Schneidkante 2 . Bei der asymmetrischen Ausbildung
der Klinge 1 ergibt er als Summe des Winkels &bgr; zwischen der an einer Klingenlängsseite 3 in Richtung der Schneidkante 2 an die
Fase 4 angelegte Tangente T-T mit der in Schnittrichtung F durch die Schneidkante 2 verlaufenden Achse X-X und eines Winkels &dgr;
zwischen der Gegenfase 5 an der anderen Klingenlängsseite 3 und der Achse X-X.
Auch hier ist die konvexe Krümmung der Fase 4 derart ausgebildet, daß beim Eindringen in das zu schneidende Gut das Verhältnis
der Normalkraftkomponente Fn zur Querkraftkomponente F3 von der
Schneidkante 2 ausgehend über die Länge der Fase 4 abnimmt. Zur besseren Veranschaulichung dieses Sachverhalts sind in Fig. 2 an
zwei unterschiedlichen Stellen die Normalkraftkomponente Fn und
die Querkraftkomponente F3 eingetragen. In der Nähe der Schneidkante
ist die Normalkraft komponente mit F1n und die Querkraftkomponente
F31 bezeichnet. An einem weiter von der Schneidkante ent-
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fernten Punkt auf der Fase trägt die Normalkraftkomponente die
Bezeichnung FN2 und die Querkraftkomponente die Bezeichnung F32.
Wie aus der Zeichnung deutlich zu erkennen ist, ist das Verhältnis von Normalkraftkomponente FN1 zu Querkraftkomponente F81 größer
als das Verhältnis von Normalkraftkomponente FK2 zu Querkraftkomponente
F32. Mit zunehmendem Abstand von der Schneidkante
wächst die Querkraftkomponente Fs relativ zur Normalkraftkomponente
Fn an.
Im bekannten, erfindungsgemäß zu vermeidenden Fall, daß die Fase
4 eine derart konvexe Krümmung aufweist, daß eine an der Schneidkante 2 an die Fase 4 angelegte Tangente T-T mit der in Schnittrichtung
F durch die Schneidkante 2 verlaufenden Achse X-X einen rechten Winkel &bgr; einschließt, wäre die Normalkraftkomponente Fn
gleich der Schnittkraft F und die Querkraftkomponente F3 ungünstigerweise
gleich Null.
Es hat sich gezeigt, daß es zweckmäßig ist, wenn die konvexe Krümmung der Fase 4 so ausgebildet ist, daß beim Eindringen in
das zu schneidende Gut das Verhältnis der Normalkraftkomponente Fn zur Querkraftkomponente Fs von der Schneidkante 2 ausgehend
über die Länge der Fase 4 von maximal etwa 10 0 auf minimal etwa 0,2 abnimmt. Insbesondere erscheint eine Abnahme von einem Maximalwert
von etwa 5 auf einen Minimalwert von etwa 0,5 als optimal. Die Klinge 1 dringt sehr leicht in das zu schneidende Gut
ein und trennt dieses, ohne daß Berstungen oder nennenswerte Beträge an Schneidstaub auftreten.
Fig. 3 veranschaulicht das dritte Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Dieses unterscheidet sich von den beiden anderen dadurch, daß die Klingenlängsseiten 3 jeweils eine weitere Abschrägung
6 aufweisen. Diese kann mit den Fasen 4 einen Viererschliff bilden. Eine solche Abschrägung 6 kann in figürlich nicht
- 14 -
dargestellter Weise auch nur an einer der Klingenlängsseiten 3 vorgesehen sein, wobei diese dann mit der Fase 4 einen Doppelschliff
bilden kann. Durch die facettenartige Ausbildung mit der zusätzlichen Abschrägung 6 erhält die Klinge eine schlankere Gestalt
und kann so an die Dicke des Schneidgutes angepaßt werden. Die erfindungsgemäßen Fasen 4 können in diesem Fall hinsichtlich
der Länge L ihrer Sekanten S-S besonders kurz ausgebildet sein.
In Fig. 4 ist ein viertes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Wie im zweiten Aufuhrungsbeispiel handelt es sich dabei um ein asymmetrisch ausgebildetes Schneid- und Ritzwerkzeug, welches
aber nur an einer Klingenlängsseite 3 eine, erfindungsgemäß ausgebildete Fase 4, jedoch an der anderen Längsseite 3 keine
Gegenfase 5 aufweist.
Die erfindungsgemäße Ausbildung eines Schneid- und Ritzwerkzeuges
ist besonders dann von Vorteil, wenn die Klinge 1 aus einem zumindest im Bereich der Fase 4 gehärteten, vorzugsweise induktionsgehärteten,
und anschließend, vorzugsweise bei einer Temperatur von 250 bis 500 0C, angelassenen Federbandstahl besteht.
Bei der thermischen Behandlung durch das Härten und Anlassen kann der im Stahl enthaltene Kohlenstoff ausdiffundieren, wodurch es
im Werkstoff zu einer Randentkohlung kommt. Diese Randentkohlung ist an einer Kante oder Spitze größer als an einer eben oder konkav
ausgebildeten Fläche und zieht das Entstehen einer weichen Randschicht nach sich. Die Dicke einer solchen Randschicht ist
an einer Kante wie der Schneidkante 2 größer als an anderen Stellen der Fase 4. Daher kann der Werkstoff an dieser Stelle besonders
leicht spanabhebend entfernt werden, um zu einem erfindungsgemäßen
Schneid- und Ritzwerkzeug zu kommen. Jedoch könnte aber auch eine hartstoffbeschichtete Fase erfindungsgemäß ausgebildet
sein.
- 15 -
Die Fase 4 (oder ggf. 5) kann vorteilhafterweise durch Schleifen erzeugt werden. Weiterhin ist es im Hinblick auf den Schneidvorgang
günstig, wenn die Fase 4 (bzw. 5) einen Querschliff aufweist .
Hinsichtlich der Bearbeitungsgenauigkeit der Fase 4 hat es sich gezeigt, daß die Fase 4 vorteilhafterweise im Gegensatz zum eingangs
dargestellten Stand der Technik mit einer maximalen Rauhtiefe Rt von weniger als 2,5 /im, vorzugsweise von 0,5 bis 1,5 /im
ausgeführt werden kann, wenn sie ein Rauheitsprofil aufweist, bei dem der Traganteil tp in einer Tiefe, die der halben Rauhtiefe Rt
entspricht, etwa 3 0 bis 85 Prozent, vorzugsweise über etwa 50 Prozent, beträgt. Trotz der etwas größeren Rauhtiefe Rt ergeben
sich glatte Schnittflächen und wenig Kantenstaub. Ein solches
Profil ist in Fig. 5 dargestellt. Es handelt sich dabei um ein idealisiertes Oberflächenprofil mit einem Traganteil tP von 75
Prozent in einer Tiefe, die der halben Rauhtiefe Rt entspricht.
Die Profilausbildung kann durch die Wahl der Art und der technologischen
Parameter des spanabhebenden Bearbeitungsverfahrens an der Fase 4 bestimmt werden.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die vorstehenden Ausführungsbeispiele.
So ist es beispielsweise auch möglich, die Krümmung der Fase 4 nicht kreisbogenförmig sondern als Teil einer
Ellipse oder einer anderen konvexen Kurve auszuführen, bei der jede in Richtung der Schneidkante 2 an die Fase 4 angelegte
Tangente T-T mit einer in Schnittrichtung F durch die Schneidkante 2 verlaufenden Achse X-X einen spitzen Winkel &bgr; einschließt,
ohne daß der Rahmen der Erfindung verlassen wird.
Bezugszeichen
1 Klinge
2 Schneidkante
3 Klingenlängsseite
4 Fase
5 kurze Fase (Gegenfase)
6 Abschrägung an
D Dicke von 1
F Schnittkraft, Schnittrichtung
Fn Normalkraftkomponente
Fs Querkraftkomponente
F111 Normalkraftkomponente (in der Nähe von 2)
F31 Querkraftkomponente (in der Nähe von 2)
FN2 Normalkraftkomponente (entfernt von 2)
F32 Querkraftkomponente (entfernt von 2)
L Länge von S-S
R Radius für 4
S-S Sekante an 4
T-T Tangente an
X-X Achse von 1 durch
&agr; Keilwinkel
&bgr; Winkel zwischen T-T und X-X
&ggr; Winkel zwischen S-S und X-X
&dgr; Winkel zwischen 5 und X-X
Claims (11)
1. Schneid- und Ritzwerkzeug, vorzugsweise für den Druckschnitt,
bestehend aus einer Klinge (1) mit einer Schneidkante (2) und mindestens einer an einer Klingenlängsseite
(3) ausgebildeten mit der anderen Klingenlängsseite (3) einen Keilwinkel (&agr;) einschließenden
Fase (4), wodurch beim Schneiden eine Normalkraftkomponente (Fn) und eine Querkraftkomponente (Fs) auftreten,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fase (4) eine derart konvexe Krümmung aufweist, daß
jede in Richtung der Schneidkante (2) an die Fase (4) angelegte Tangente (T-T) mit einer in Schnittrichtung
(F) durch die Schneidkante (2) verlaufenden Achse (X-X) einen Winkel (ß) einschließt, der kleiner als 90°
ist.
2. Schneid- und Ritzwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die konvexe Krümmung der Fase (4) derart ausgebildet ist, daß beim Eindringen in das zu schneidende Gut das Verhältnis der Normalkraftkomponente (Fn) zur Querkraft komponente (Fs) von der Schneidkante (2) ausgehend über die Länge der Fase (4) von maximal etwa 100 auf minimal etwa 0,2 abnimmt.
dadurch gekennzeichnet, daß die konvexe Krümmung der Fase (4) derart ausgebildet ist, daß beim Eindringen in das zu schneidende Gut das Verhältnis der Normalkraftkomponente (Fn) zur Querkraft komponente (Fs) von der Schneidkante (2) ausgehend über die Länge der Fase (4) von maximal etwa 100 auf minimal etwa 0,2 abnimmt.
3. Schneid- und Ritzwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die konvexe Krümmung der Fase (4) derart ausgebildet ist,
daß beim Eindringen in das zu schneidende Gut das Verhältnis der Normalkraftkomponente (Fn -) zur Querkraft
komponente (F3) von der Schneidkante (2) ausgehend über die Länge der Fase (4) von maximal etwa 5 auf
minimal etwa 0,5 abnimmt.
4. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1
bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die in Schnittrichtung (F) durch die Schneidkante (2) verlaufende
Achse (X-X) eine Mittenachse ist, hinsichtlich derer die Klingenlängsseiten (3) mit den konvexen
Fasen (4) symmetrisch ausgebildet sind.
5. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3 ,
gekennzeichnet durch eine hinsichtlich der in Schnittrichtung (F) durch die
Schneidkante (2) verlaufenden Achse (X-X) asymmetrische Ausbildung, wobei sich an den Klingenlängsseiten
(3) Fasen (4, 5) unterschiedlicher Länge befinden und zumindest die Fase (4) größerer Länge die konvexe
Krümmung aufweist.
6. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1
bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Klinge (1) eine Dicke (D) im Bereich von 0,3 bis 2,0
mm, vorzugsweise etwa 0,7 mm, aufweist, ein Winkel (&ggr;) zwischen einer von der Schneidkante (2) ausgehenden,
zum anderen Ende der Fase (4) verlaufenden Sekante (S-
S) und der in Schnittrichtung (F) durch die Schneidkante
(2) verlaufenden Achse (X-X) im Bereich von 15° bis 35°, vorzugsweise bei etwa 27°, liegt und die Fase
(4) durch einen Kreisbogenabschnitt mit einem Radius (R) begrenzt ist, der den drei- bis fünffachen Wert
der Sekantenlänge (L) aufweist.
7. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Klinge (1) aus einem zumindest im Bereich der Fase (4)
gehärteten, vorzugsweise induktionsgehärteten, und anschließend, vorzugsweise bei einer Temperatur von 250
bis 500 0C, angelassenen Federbandstahl besteht.
8. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1
bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fase (4) geschliffen ist.
9. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fase (4) einen Querschliff aufweist.
10. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Klingenlängsseite (3) eine weitere Abschrägung
(6) aufweist.
11. Schneid- und Ritzwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fase (4) eine maximale Rauhtiefe Rt von weniger als 2,5
&mgr;&tgr;&agr;, vorzugsweise von 0,5 bis 1,5 &mgr;&idiagr;&eegr;, und ein Rauheitsprofil
aufweist, bei dem der Traganteil· tp in einer Tiefe, die der halben Rauhtiefe Rt entspricht, etwa 3 0
bis 85 Prozent, vorzugsweise über etwa 50 Prozent, beträgt .
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| DE19741089A DE19741089A1 (de) | 1996-09-24 | 1997-09-18 | Schneid- und Ritzwerkzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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Publications (1)
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ID=8029630
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|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19980312 |
|
| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20000111 |
|
| R151 | Utility model maintained after payment of second maintenance fee after six years |
Effective date: 20021210 |
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| R152 | Utility model maintained after payment of third maintenance fee after eight years |
Effective date: 20050121 |
|
| R071 | Expiry of right |