DE29510068U1 - Speiser zur Verwendung beim Gießen von geschmolzenem Metall - Google Patents
Speiser zur Verwendung beim Gießen von geschmolzenem MetallInfo
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Description
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Chemex GmbH 381-010
Speiser zur Verwendung beim Gießen von geschmolzenem Metall
Die Erfindung betrifft einen Speiser zur Verwendung beim Gießen von
geschmolzenen Metall. Speiser werden bei der Herstellung einer Gießform in diese integriert und bilden einen geschlossenen oder offenen, von Formstoff
umgebenen Raum, der beim Gießen von der Gießströmung mit flüssigem Metall
gefüllt wird, um das Volumendefizit bei der Erstarrung eines Gußstücks zu kompensieren und auf diese Weise die Bildung sog. Lunker (das sind Schwindungshohlräume,
die durch die Metall-Volumenkontraktion beim Erstarrungsvorgang
entstehen) zu verhindern.
Es sind Speiser bekannt, die Wandungen aus einem exothermen Material,
beispielsweise aus Aluminium und Eisenoxid besitzen. Ein solches Material wird durch das flüssige Metall gezündet, und es läuft deshalb nach dem Eindringen
der Gießströmung in einen solchen Speiser eine exotherme, beispielsweise aluminothermische Reaktion ab, durch die dem im Speiserinnenraum
befindlichen Metall Wärme zugeführt wird. Dieses bleibt durch die Wärmezufuhr langer flüssig als das Metall in den sonstigen (Form-)Hohl räumen
der Gießform.
Die Aufgabe der Erfindung war es, einen exothermen Speiser anzugeben,
der eine sehr kleine Stellfläche, ein hohes Speisermodul (Verhältnis von Volumen zu Oberfläche des Speisers), ein ausreichend großes Speiservolumen
und einen sehr hohen Wirkungsgrad für die exotherme Reaktion aufweist.
Ferner sollte es die äußere Gestalt des Speisers erlauben, da8 ein Formstoff
bei der Herstellung einer Gießform in den üblichen Formmaschinen überall gut in Kontakt mit der Speiseraußenfläche gebracht und überall in
"-der Umgebung des Speisers gut verdichtet werden kann.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung darstellt, näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1: Die Längsschnittansicht eines erfindungsgemäßen Speisers und
Fig. 2: Querschnittsegmente eines erfindungsgemäßen Speisers; Schnitte
nach den Linien A-A, B-B, C-C der Fig. 1.
Ein in den Figuren 1 und 2 dargestellter geschlossener Speiser ist
äußerlich im wesentlichen eiförmig, mit einer in Fig. 1 dargestellten Mittelachse M-M und kreisförmigen Querschnitten seiner Außenwandung (vgl.
Fig. 2), er besitzt aber abgeflachte Unter- und Oberseiten, wobei die Unterfläche deutlich kleiner als die Oberfläche ist. Der Speiser umfaßt
einen Brechkern 1 aus Croning-Sand 2 und eine Speiserkapsel 3 aus exothermem Material, die auf dem Brechkern 1 aufgelagert ist.
Der Brechkern 1 besitzt eine um die Mittelachse M-M zentrierte Verbindungsöffnung
4 zu einem nicht dargestellten Gießmodell oder Formhohlraum. Diese Verbindungsöffnung ist zuunterst als flacher zylindrischer
Führungsabschnitt 5 ausgebildet und wird dort seitlich von einem Einschnürelement
2 begrenzt, dessen Breite der Breite eines nicht dargestellten Dorns angepaßt ist, mit dem der Speiser während eines Formvorgangs am
Gießmodell befestigt werden kann. Der Führungsabschnitt 5 mündet in einen flachen trichterförmigen Abschnitt 6, der sich unter einem öffnungswinkel
von ungefähr 90* nach oben hin aufweitet und seinerseits an seinem Oberende
mit einem -zweiten trichterförmigen Abschnitt 7 in Verbindung steht: Dieser
zweite trichterförmige Abschnitt hat eine deutlich größere Höhe als der trichterförmige Abschnitt 6 und weitet sich ebenfalls nach oben hin auf,
wobei der Trichter-Öffnungswinkel aber nur ca. 10' beträgt. Der Führungsabschnitt
5 der Verbindungsöffnung 4 entspricht in üblicher Weise der Einschnürung eines Brechkerns und erleichtert nach einem Gießvorgang das
Trennen des Speisers vom Gußstück.
Der Brechkern 1 besitzt um den Führungsabschnitt 5 herum eine
ringförmige (in einigen Ausführungsformen oval-ringförmige) Stellfläche 8, die mit der abgeflachten Unterseite des Speisers identisch ist, und eine
-sich von dieser Stellfläche aus zunächst im wesentlichen konisch aufweitende
Außenwand 9. Diese Außenwand 9 springt unterhalb der Oberkante der Verbindungsöffnung 4 ringsum in Richtung auf die Verbindungsöffnung
einwärts, so daß sich insgesamt eine Stufe 10 in der Außenwand 9 ergibt, auf der die Speiserkapsel 3, die die Stufe 10 mit einem an die Stufe
angepaßten Vorsprung übergreift, paßgerecht angebracht ist.
Die seitliche Außenwand 19 der Speiserkapsel 3 schließt (im Bereich
des Ringvorsprungs) bündig mit dem konischen Bereich der Außenwand 9 des Brechkerns 1 ab. Sie ist zur Oberseite des Speisers hin so gerundet, daß
sich insgesamt dessen eiförmige Außengeometrie ergibt.
Die Speiserkapsel 3 besitzt einen faßähnlichen Innenraum 13 zur Aufnahme
flüssigen Metalls, und dieser Innenraum steht über einen unterseitig, auf Höhe der Linie C-C angesetzten Kapselhals 21 mit der Verbindungsöffnung
4 des Brechkerns 1 in offener Verbindung. Verbindungsöffnung 4 und Kapselhals 21 bilden somit gemeinsam den Speiserhals; die den Speiserhals
umschließenden Wandungsabschnitte des Speisers, nämlich der Brechkern 1 und
der Speiserkapselabschnitt von der Stufe 10 bis zur Höhe der Linie C-C
bilden das Standstück des Speisers. An der Verbindungsstelle des Kapselhalses 21 zum zweiten trichterförmigen Abschnitt 7 der Verbindungsöffnung 4
schließt die Wandung des Kapselhalses 21 mit der Wandung der Verbindungsöffnung
ab. Von dort aus nach oben hin verjüngt sich der Speiserhals zunächst konisch und geht dann in einen zweiten zylindrischen Führungsabschnitt
12 über, der den gleichen Querschnitt wie der Führungsabschnitt 5 des Standstücks 1 besitzt, mit diesem fluchtend angeordnet ist und daher
gemeinsam mit diesem eine sichere Fixierung des Sefestigungsdorns gewährleistet.
;
Auf Höhe der in Fig. 1 dargestellten Linie C-C mündet der Speiserhals
mit dem Führungsabschnitt 12 in den Innenraum 13 der Speiserkapsel 3. Dort beschreibt die Innenwand des Speisers eine breite Stufe 14, so daß sich
beim übergang vom Speiserhals zum Innenraum 13 der Innenquerschnitt stark
aufweitet und die Wandungsstärke der Speiserkapsel 3 stark verringert. Der
Innenraum 13 erstreckt sich von der Stufe 14 bis zu einer inneren Oberwand
15 des Speisers. Die innere Seitenwand' des Innenraums 13 ist mit drei
zwischen äer Stufe 14 und der Oberwand 15 vertikal durchlaufenden Rippen
^-versehen. Wie insbesondere aus den Segmentansichten der Fig. 2 ersichtlich
ist, ragen diese Rippen aus der im Querschnitt ansonsten kreisförmigen inneren Seitenwand radial in Richtung auf die Mittelachse M-H einwärts. Die
Rippen 16 sind bezüglich der Mittelachse im jeweils gleichen Winkelabstand
zueinander angeordnet und verjüngen sich jeweils nach Art eines gleichschenkligen
Trapezes in Richtung auf diese. Jede der drei Rippen endet in einer Innenfläche 17, die in jedem beliebigen Querschnitt durch die Speiserkapsel
den gleichen Abstand zur Mittelachse M-M besitzt.
Insgesamt stellt die Speiserkapsel 3 also ein geschlossenes System
dar, das eine üblicherweise bei der Herstellung der Speiserkapsel aufgeschossene
Einschnürung von der Stufe 10 bis zur Linie C-C sowie mehrere in den sich oberhalb der Linie C-C anschließenden, faßähnlichen Innenraum 13
hineinragende, aufgeschossene, durchlaufende Rippen aufweist.
Bei einem typischen Formvorgang zur Vorbereitung eines Gießvorgangs
wird der 1n den Fig. 1 und 2 dargestellte Speiser mittels eines Domes, der
durch die Führungsabschnitte 5 und 12 fixiert ist, auf einem Gießmodell befestigt und gemeinsam mit diesem in einen nach oben offenen Formkasten
eingebaut; daraufhin wird impulsartig von oben Formsand (oder ein anderer
Formstoff) in den Formraum zwischen Modell bzw. Speiser und Formkastenwand gefüllt und dabei verdichtet (Schießen des Formsandes). Der äußere Stellflächendurchmesser
des Speisers, mit dem dieser auf dem Modell steht, ist sehr klein, im Ausführungsbeispiel der Figuren 1 und 2 kleiner als 25 mm,
und der größte Durchmesser des Speisers auf Höhe der Linie A-A befindet sich vergleichsweise weit oberhalb der Stellfläche 8. Aufgrund dieser
äußerlichen Ausgestaltung des im wesentlichen eiförmigen Speisers wird dem Formsand während des Formvorgangs ein nur geringer Strömungswiderstand
entgegengesetzt, und es werden - selbst im problematischen Bereich um das Speiser-Standstück herum - besonders gut verdichtete Formsande erhalten.
Nach dem Formen des Formsandes werden der Formkasten und das Modell
inklusive Befestigungsdorn entfernt, während der Speiser innerhalb des Formsandes verbleibt; der Speiser steht dann über seinen Speiserhals mit
dem Formhohlraum in Verbindung, der sich durch die Entfernung des Modells
im Formsand ergeben hat.
Zu Beginn eines typischen Gießvorgangs wird der Speiser von der Gießströmung mit flüssigem Metall gefüllt, flüssiges Metall strömt dabei
aus dem Formhohlraum durch den Speiserhals (Verbindungsöffnung 4 und Kapselhals 21) in den Speiserinnenraum 13 ein. Das flüssige Metall bewirkt
dann eine Zündung der exothermen Speiserheizmasse, aus der die Wandung der Speiserkapsel 3 besteht.
Im folgenden läuft eine exotherme Reaktion ab, bei der die Speiserkapselwandung
Wärme an das flüssige Metall im Spei serinnenraum 13 abgibt.
Hierbei erweisen sich die radialen Rippen 16 des Speiserinnenraums als besonders
effektive Wärmequellen, die lokal das Angebot an exothermer Reaktionswärme verstärken. Die bei der exothermen Reaktion des Rippenmaterials
freiwerdende.Wärme wird nahezu vollständig über die Flanken und Innenflächen
der Rippen an das flüssige Metall innerhalb des Speisers abgegeben; Heizverluste durch Wärmeabtransport auf die Außenwand der Speiserkapsel 3
und von dort weiter an den Formsand, der den Speiser umhüllt, sind minimal.
Bei der Erstarrung des Gußstücks entsteht im Formhohlraum ein Metallvolumen-Defizit,
das durch das flüssige Metall im Speiser ausgeglichen wird. Dazu fließt dieses flüssige Metall, das aufgrund der Beheizung durch
den Ablauf der exothermen Reaktion später erstarrt als das Metall innerhalb des angrenzenden Formhohlraums, aus dem Speiserinnenraum 13 durch den Speiserhals
hindurch in den Formhohlraum hinein. Die besondere Bauweise und Innengeometrie des erfindungsgemäßen Speisers gewährleistet dabei eine
sichere Dichtspeisung des Gußstücks.
Nach Beendigung des Gießvorgangs wird der Speiser vom Gußstück abgetrennt, was durch die Gestaltung der Verbindungsöffnung 4 beträchtlich
erleichtert ist. Entartungen am Gußteil durch Wärmestrahlung des exothermen Materials werden durch das günstige Verhältnis von Brechkernhöhe, Durchlaß
und Stellfläche vermieden.
Das Gesamtinnenvolumen des Speisers (Speiserhalsvolumen plus Volumen
des Innenraums 13) ist in einem typischen Anwendungsfall nur geringfügig
größer als der berechnete Speisungsbedarf des Gußstücks. Das in den Figuren
1 und 2 dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Speisers hat - bezogen auf das Speiservolumen - ein sehr geringes Gewicht. Gegenüber
'-den vergleichbaren, bisher bekannten Speisertypen mit ebenfalls exothermen
Wänden beträgt die Gewichtsersparnis mindestens 50 %.
In den Figuren 1 und 2 ist ledigliches eines der bevorzugten Ausführungsbeispiele
des erfindungsgemäßen Speisers dargestellt. Andere, nicht dargestellte Ausführungsbeispiele besitzen zum Teil abweichende Merkmale.
Insbesondere die Gestaltung des Innenraums des Speisers kann variiert werden. So können statt der Rippen eine Vielzahl anderer exothermer (Verstärkungs-)Elemente
für eine lokale Verstärkung des exothermen Angebots sorgen, beispielsweise wabenartige Strukturen, die einzelne Heizzellen innerhalb
des Speisers definieren. Es muß bei der Gestaltung des Innenraums jedoch immer darauf geachtet werden, daß die im Gießbetrieb freiwerdende Reaktionswärme
optimal an das flüssige Metall im Innenraum des Speisers abgegeben und nicht im wesentlichen auf die Außenwand des Speisers abtransportiert
wird.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1 und 2 befinden
sich zwei Führungsabschnitte 5, 12 für einen Befestigungsdorn innerhalb des Speiser-Standstücks. Auf diese Weise können vergleichsweise kurze Dorne
eingesetzt werden, und es stört nicht, wenn (abweichend von dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel) der mit den Führungsabschnitten
fluchtende zentrale Bereich des Speiser-Innenraums verbaut ist. Um einen guten Wirkungsgrad für die exotherme Reaktion zu erreichen, kann
dies sogar bevorzugt sein. In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung bewirkt bereits ein einzelner Führungsabschnitt innerhalb des
Standstücks eine gute Fixierung eines Befestigungsdorns.
Die Speiserkapsel eines erfindungsgemäßen Speisers kann einteilig (so
wie in den Fig. 1 und 2 dargestellt) oder mehrteilig ausgestaltet sein. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung entspricht dem in den Figuren 1 und 2
dargestellten Ausführungsbeispiel, besitzt aber in Höhe der Linie A-A eine Teilungsebene zwischen einem Kapseloberteil und einem Kapselunterteil.
Insbesondere bei komplizierteren Speiserinnengeometrien mit besonders
effektiver Heizwirkung ist es manchmal günstig, die Kapsel zweistückig
auszubilden, da dadurch die Herstellung des Speisers erleichtert und/oder
dessen Stabilität erhöht werden kann.
Ein erfindungsgemäßer Speiser besitzt, wenn es die Betriebsbedingungen
erfordern, einen Luftkern, Luftstift o. dgl.
Die eiförmige Außengeometrie des dargestellten erfindungsgemäßen
Speisers wird in weiteren nicht dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung
variiert; manche Ausführungsbeispiele besitzen ein äußerlich zylindrisches oder stumpfkegeliges Standstöck und ein darauf aufgesetztes, für
sich im wesentlichen eiförmiges Speiseroberteil mit abgeflachter Oberseite.
Andere Ausführungsbeispiele der Erfindung besitzen eine nahezu tropfenförmige Außengeometrie und daher einen besonders geringen Strömungswiderstand;
wieder andere Ausführungsbeispiele weichen im Querschnitt von der Kreisform ab und besitzen beispielsweise äußerlich ungekrümmte Seitenwandpartien.
Zur Herstellung erfindungsgemäßer Speiser und zur Erzeugung der für
den angestrebten Erfolg wichtigen Innengeometrien werden vorzugsweise entfernbare Kerne (Innenelemente) aus einem Kunststoffmaterial wie Styropor
&ogr;. dgl. verwendet. Diese Kerne können je nach Bedarf aus dem Speiserinneren
herausgelöst werden oder werden bei der Fertigstellung des Speisers bzw. dem Abgießen mit Metall pyrolysiert.
Claims (1)
1.) Speiser, umfassend Wandungen aus einem exothermen Material
sowie einen Brechkern, dadurch gekennzeichnet, daß der Speiser eine
im wesentlichen faßartige Innengeometrie, zumindest einen Führungsabschnitt zur Aufnahme eines Domes und ein Speiseroberteil mit einer
im wesentlichen ei- oder tropfenförmigen Außengeometrie besitzt.
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