-
Mähfinger für Eingerbalkenmähwerke
-
Die Erfindung betrifft einen Mähfinger für Fingerbalkenmähwerke, die
hauptsächlich bei Erntemaschinen Anwendung rinder.
-
Fingerbalkenmähwerke, bei denen die Mähfiner die Gegenschneide für
vorzugsweise dreieckige Mähmesserklingen bilden, sind seit langen bekannt. Die Finger
werden entweder als Cesenkschmiedeteil oder als Gußteil hergestellt und bestehen
im wesentli(her aus dem stabilen Fingerunterteil, welches an seinem hintererl Ende
am Fingerbalken verschraubt ist, der spitz auslaufenden, nach vorne weisenden Eingerspitze
und der Fingerlippe oder dem Fingeroberteil,das sich von der Fingerspitze nach hinten
erstreckt und mit dem Fingerunterteil einen Spalt bildet, in welchem die Messerklinge
hi- und herbewegt wird. Die seitlichen Flanken des Mähfingers, und zwar sowohl des
Mähfingerunterteils als auch des Mähfingeroberteils bilden dabei im Bereich der
Mähmesserklinge die Gegenschneiden für ds Mähmesser.
-
Bei diesen bekannten Mähfingern werden alle vertikalen Kräfte, die
beispielsweise infolge von Bodenunebenheiten oder aufgrund der am Mähfinger befestigten
Zusatzgeräte, wie beispielsweise den Ährenhebern, auf den Mähfinger einwirken, lediglich
von dem Fingerunterteil aufgenommen.
-
Alle horizontalen Kräfte, die durch das zu schneidende Gut und durch
gelegentliche Fremdkörper von der hin- und hergehenden Messerklinge auf den Mähfinger
übertragen werden, müssen ebenfalls von dem Fingerunterteil aufgenomnien werden.
Der Fingerunterteil des Mähfingers ist daher relativ kräftig ausgebildet, um diese
in horizontaler Richtung zur Einwirkung kommenden Kräfte aufzufangen und zu diesem
Zweck sind die Mähfinger weiterhin mit Abstandflügeln versehen, die jeweils am Abstandfltigel
des Nachbarfingers anliegen.
-
In neuerer Zeit werden auch häufig jeweils zwei Mähfinger über solche
Abstandflügel fest miteinander verbunden, sie sind also häufig einstückig ausgebildet
und werden in dieser Form als 11Doppelfinger" bezeichnet. Mit solchermaßen als Doppelfinger
ausgebildeten Mähfingern lassen sich die horizontal zur Einwirkung kommenden Kräfte
relativ gut abfangen. Andererseits können die "Doppelfinger" auch seitlich noch
mit Abstandflügeln versehen sein, die ihrerseits an die Abstandflügel der benachbarten
Doppelfinger anstoßen und sich so abstützen. Auf diese Weise wird eine noch größere
Stabilität der Mähfinger in bezug auf die in horizontaler Richtung zur Einwirkung
kommenden Kräfte erzielt.
-
Das Fingeroberteil (auch Fingerlippe genannt) ist jedoch sehr häufig
den horizontal zu Einwirkung kommenden kräften nicht gewachsen, da dieses Oberteil
ja nur mit seinem einen Ende an der Fingerspitze befestigt ist. Die an seinem freien
Ende zur Einwirkung kommenden Kräfte verursachen daher häufig wegen der langen Hebelwirkung
ein Abreißen des Fingeroberteiles.
-
Was die vertikalen Kräfte betrifft, so konnte bis heute noch keine
zufriedenstellende Lösllng q,eitnden werden, um diese in
ausreichender
Weise abzufangen, da dieselben einzig allein über das Mähfingerunterteil auf den
Fingerbalken übertragen werden. Zur Vermeidung von Beschädigungen aufgrund der auftretenden
vertikalen Kräfte müssen daher die Mähfinger und insbesondere die Unterteile der
Mähfinger sehr stahil ausgebildet sein, um diesen in vertikaler Richtunq zur Einwirkung
kommenden Kräften gewachsen zu sein.
-
Es wurde bereits versucht, die Fingerlippe durch eine zusätzliche
Fingerandruckplatte zu ersetzen, die mit ihrem einen Ende mit der Mähfinger-Befestigungsschraube
am Fingerbalken verschraubt wird und mit ihrem anderen Ende in eine Ausnehmung an
der Fingerspitze eingreift. Dabei wird die aus Federstahl gefertigte Platte so unter
Vorspannung verschraubt, daß ein Gegendruck auf die Fingerspitze einwirkt. Der Mähfinger
wird dabei in begrenztem Umfange nach unten gedrückt, so daß dadurch die am Mähfinger
zur Einwirkung kommenden, nacll oben gerichteten Kräfte kompensiert werden. Eine
solche Anordnung ist indessen für die nach unten gerichteten Kräfte, wie sie insbesondere
von Zusatzgeräten wie Ärenebern und dergleichen verursacht werden, völlig ungeeignet,
weil sie diese Kräfte noch unterstützt statt zu kompensieren.
-
Da die Andruckplatte nicht mit der Fingerspitze fest verbunden ist,
den horizontalen Kräften des Mähwerkes aber ebenso ausgesetzt ist wie das Mähfingerunterteil,
müssen jeweils zwei enachbarte Andruckplatten mit einem Steg verbunden sein, um
nicht aus der Ausnehmung an der Fingerspitze herausgedrückt zu werden. Dieser Verbindungssteg
liegt aber über der Messerklinge und behindert das Abgleiten des Mähgutes, so daß
insgesamt gesehen die Fingerandruckplatte keine befriedigende Lf5-sung des Problemes
darstellt.
-
Die notwendige Stabilität des Mähfingerunterteiles ist daher nur durch
ein recht aufwendiges Herstellungsverfahren zu erreichen. Die Mähfinger sind daher
relativ teuer, weil bei den üblicherweise im gesenkgeschmiedeten Mähfingern der
Schlitz für das Mähmesser und die Bildung der Fingerlippe eingefräst
werden
muß, weil die Schnittkante für das Mähmesser genau parallel zu diesem angeordnet
sein muß.
-
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen wesentlich
leichteren, in der Herstelllung billigeren Mähfinger für Fingerbalkenmähwerke zu
schaffen, der dennoch eine ausreichende Stabilität aufweist, um auch die Montage
von Zusatzgeräten, wie bespeilsweise Ährenhebern,Gleitkufen und dergleichen am Mähfinger
zu ermöglichen.
-
Gelöst wird diese erfindungsgemäße Aufgabe mit einem Mähfinger für
Fingerbalkenmähwerke aus einem endseitig am Fingerbalken verschraubten Unterteil
mit sich nach vorne erstreckender Mähfingerspitze, von der sich das Fingeroberteil
unter Ausbildung der Messerklingenspalte nach hinten erstreckt und zusammen mit
dem Unterteil die Gegenschneiden für das Mähmesser bildet, wobei dieser erfindungsgemäße
Mähfinger dadurch gekennzeichnet ist, daß das Fingeroberteil bis zum Fingerbalken
verlängert und dort abgestützt ist.
-
Durch diese erfindungsgemäße Ausführungsform werden die nach oben
gerichteten vertikalen Kräfte, die auf den Mähfinger zur Einwirkung kommen, in einfacher
Weise abgefangen, ohne daß zusätzliche Montagemittel notwendig sind, die, wie eingangs
in Verbindung mit der Fingerandruckplatte geschildert, das Abgleiten des Mähgutes
behindern.
-
Gemäß einer weiteren, besonders voLteilhaften Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung ist das Fingeroberteil endseitig am Fingerbalken verschraubt.
-
Eine solche Ausführungsform kompensiert dabei in einfacher Weise sowohl
die nach oben gerichteten, als auch die nach unten gerichteten vertikalen Kräfte,
wobei dann, wenn diese Verschraubung des freien Endes des Mähfingeroberteiles über
die Mähfingerbefestigungssschraube erfolgt, keinerlei zusätzliche Montagemittel
erforderlich sind, was sich sowohl kostenmäßig vorteilhaft
bemerkbar
macht, als auch im praktischen Betrieb eine Behinderung des Schnittgutes vermeidet.
-
Bei einer solchen Ausführungsform werden alle in vertikaler Richtung
auf den Mähfinger zur Einwirkung kommenden Kräfte in optiialer Weise abgefangen.
Bei einer Belastung nach oben werden auf das Oberteil Druckkräfte und auf das Unterteil
Zugkräfte übertragen und bei einer Belastung nach unten werden auf das Oberteil
Zugkräfte und auf das Unterteil Druckkräfte übertragen.
-
Insbesondere bei den heute bekannten Mähwerken für Erntemaschinell
tritt die Belastung nach unten in verstärktenl24aße auf. In Gegensatz zt en Mähwerken
für Gras- und andere Grünfutterarten laufen die Mäfifinger nicht im Kontakt mit
und parallel zu ihrer Längsachse über den Boden, sondern sie weisen einen nach unten
geneigten Winkel von etwa 13 bis 20° auf. Trifft die Spitze auf ein Hindernis, so
wird sie infolge des zusätzlich wirksamen Fallrwiderstandes besonders stark nach
unten gezogen.
-
Bei den erfindungsgemäß ausgebildeten Mähfingern sind das Fingerunterteil
und das Fingeroberteil zweckmäßig als Gesenksclllniedestücke gefertigt. Gemäß einer
anderen vorteilhaften Ausfüirungsform der vorliegenden Erfindung sind das Fingerunterteil
und das Fingeroberteil als Gußteilstücke gefertigt.
-
Als besonders zweckmäßig hat es sich erwiesen, wenn das Fingerunterteil
und das Fingeroberteil als Stanzteile gefertigt sind, weil ein derartiges Herstellungsverfahren
relativ billig durchführbar ist. Das Fingeroberteil und das Fingerunterteil können
dabei entweder einstückig gefertigt sein, was insbesondere bei der Herstellung nach
dem Cesenkschmiedeverfahren oder nach den Gießverfahren ohne weiters möglich ist,
oder sie können zweckmäßig vor dem Messerspalt miteinander verschweißt, vernietet
oder verschraubt sein. Diese let-ztgenannten drei Ausführungsformen sind insbesondere
für die erfindungsgemäßen Mähfinger besonders geeignet, bei denen das Fingerunterteil
und das Fingeroberteil als STanzteile gefertigt sind.
-
Da, wie vorstehend bereits erwähnt, die Spitze des Mähfingers einen
nach unten geneigten Winkel von etwa 13 bis 200 aufweist, wenn sie im Betrieb des
Mähdreschers über den Boden geführt wird, ist es nicht mehr notwendig, die Mähfingerunterseiteohne
Ansätze, also besonders gleitfähig zu gestalten, um das Festsetzen von Halmteilen,
Unkraut bzw. Erde zu vermeiden. Es bestehen somit überhaupt keine Schwierigkeiten,
den Mähfinger wie bei den vorstehend geschilderten erfindungsgemäßen Ausführungsformen
aus verschiedenen Bauteilen zusammenzusetzen und dieselben beispielsweise, durch
Verschweißen, Vernieten oder Verschrauben miteinander zu verbinden. Es erübrigt
sich dabei in der Regel eine besondere Nachbearbeitung der Mähfingerunterseite,
so daß sich die He,-stellung der erfindungsgemäßen Mähfinger als besonders einfach
und wirtschaftlich erweist.
-
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Auführungsform der vorliegenden
Erfindung, ist das Fingerunterteil und/oder das Fingeroberteil auf der Außenseite
mit einer Verstärkungsrippe versehen.
-
Eine solche Verstärkungsrippe verleiht dem erfindungsgemäßen Mähfinger
eine zusätzliche Stabilität, ohne daß die Abmessungen der Werkstückteile und vor
allem das Gewicht des erfindungsgemäßen Mähfingers übermäßig erhöht werden.
-
Bei dem erfindungsgemäßen Mähfinger kann die Messerschiene mit den
daran befestigten, in der Regel dreieckigen, Schneidmessern in an sich bekannter
Weise in einem in das Fingerunterteil eingelassenen Sitz geführt werden.
-
Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist indessen eine seitliche Messerschienenführungsplatte zwischen Mähfingerunterteil
und dem Fingerbalken angeordnet, die der Messerschiene die seitliche Führung gibt.
-
Bei einer solchen Ausführungsform braucht lediglich auf der gegenüberliegenden
Seite noch eine zweite Führungsfläche für die Messerschiene vorgesehen zu werden,
um derselben im Betrieb eine ausreichende Führung zu geben. Dadurch erübrigen sich
bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Mähfinger umfangreiche Fräsarbeiten, pilne
ganz Mähfinger relativ teuer
machten.
-
Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist die seitliche Messerschienenführungsplatte zwischen Mähfingeroberteil
und dem Fingerbalken angeordnet Auch eine solche AusfdhrungsforTIl ffihrt zu den
gleichen, vorstehend geschilderten Vorteilen.
-
Es hat sich dabei weiterhin als zweckmäßig erwiesen, wenn die Messerschienenführungsplatte
entweder direkt mit dem Mähfingerunterteil oder mit deni Mähfingeroberteil verbunden
ist, was durch Schweißen, Nieten, Schrauben und dergleichen erfolgeii kann.
-
Bei einer solchen losen Ausführungsform lassen sich auch Verschleißerscheinungen
an dieser Messersctieieriführungsplatte sehr leicht: beheben, indem einfach diese
Messerschienenführunqsplatte ausgetauscht wird.
-
Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung besteht das Fingerunterteil aus einer Messerplatte, auf der das Schneidmesser
hin- und hergleitet und einem Halter für diese Messerplatte, der durch Schweißen,
Schrauben, Nieten oder dergleichen damit fest verbunden ist und zur B-festigung
des Unterteiles an der Mähfingerbefestigungsschraube dient.
-
Eine solche Ausführungsform ist herstellungstechnisch außerordentlich
einfach zu verwirklichen und besitzt darüber hinaus die notwendige Stabilität, um
allen in vertikaler Richtung auf den Mähfinger zur Einwirkung kommenden Kräften
standzuhalten.
-
Die Stabilität des erfindllngsgemäßen Mähfingers wird insbesondere
gegenüber Kräften, die in horizontaler Richtung auf ihn einwirken gemäß einer weiteren
verteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dadrcI weiter verbessert,
daß
jeweils zwei oder mehr Einzelfinger durch Stege miteinander
verbunden sind. Bei der Verbindung von drei oder mehr Mähfingern zu einem einstückigen
Teil wird zwar eine wesentlich höhere Stabilität erzielt, es ergibt sich indessen
häufig dann ein Nachteil, wenn ein Mähfinger beschädigt wird, weil dann alle drei
Mähfinger ausgetauscht werden müssen.
-
Es hat sich als besonders zweckmäßig erwiesen, wenn die Verbindung
von zwei oder mehr Mähfingern jeweils durch Stege erfolgt, die zwischen den einzelnen
Messerauflageplatten der einzelnen Mähfinger angeordnet sind. Gemäß anderen vorteilhaften
AusfUhrungsformen der vorliegenden Erfindung sind die Fingerunterteile und/oder
die Fingeroberteile durch Stege miteinander verbunden.
-
Weitere Stabilität wird erfindungsgemäß dadurch erhalten, daß die
Verbindungsstege profiliert ausgebildet sind und daß die erfindungsgemäßen Mähfinger
oder die Doppel- bzw. Mehrfachmähfinger an ihren freien Seiten mit Abstandflügeln
versehen sind, mit denen sie sich gegen die entsprechenden Abstandflügel des benachbarten
Mähfingers oder Doppel- oder Mehrfachmähfingers abstützen.
-
Dadurch, daß der Oberfinger genauso wie der Unterfinger bis zum Fingerbalken
geführt und dort befestigt ist, haben beide die gleiche Stabilität gegenüber den
horizontal wirkenden Kräften des hin- und hergehenden Mähmessers.
-
Unter- wie Oberfinger eignen sich daher auch als Gegenschneiden für
die Messerklingen des Mähmessers. Es können daher auch Mähmesser eingesetzt werden,
deren Anschliff an der Unterseite der Klingen ist. Sind also beispielsweise die
unteren Schneidkanten der Mähfinger verschlissen, werden die Klingen des Mähmessers
mit dem Anschliff nach unten befestigt und dadurch die noch scharfen Schneidkanten
des Oberfingers benutzt. Der Schneidspalt zwischen Ober- und Unterfinger wird für
die wechselweise Verwendung so eng gewählt, daß er nur wenig breiter als die Dicke
der Klinge ist.
-
Zusammenfassend ergibt sich somit, daß durch die vorliegende Erfindung
ein neuer Mähfinger für Fingerbalkenmähwerke geschaffen wird, der gegenüber den
bisher bekannten Ausführungsformen eine wesentlich größere Stabilität bei geringerem
Gewicht aufweist und der darüber hinaus wesentlich einfacher und billiger herstellbar
ist.
-
Anhand der in den anliegenden Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
der erfindungsgemäßen Mähfinger wird nachfo 1 cend die Erfindung im einzelnen näher
erläutert.
-
In den Zeichnungen zeigen: Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Mähfinger,
dessen Unterteil auf herkömmliche Weise ausgebildet: ist; Fig. 2 eine bevorzugte
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mähfingers; Fig. 3 eine andere Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Mähfingers; Fig. 4 eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Mähfingers; Fig. 5 eine besonders stabile Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Mähfingers; Fig. 6 einen Doppelmäbfinger gemäß der vorliegenden Erfindung, der dem
Einfachmähfinger gemäß Fig. 4 entspricht, von der Unterseite aus gesehen; Fig. 7
einen Doppelmäbfinger gemäß der vorliegenden Erfindun<j, der der Ausführun(wsf(-)rm
nach Fig. 2 ent-spricht, V(!1 der Oberseite her gesehen; Fig. 8 den Doppelmäbfinger
gemäß Fig. 7 von der Unterseite aus gesehen;
Fig. 9 eine Draufsicht
auf den niit Doppelmähfingern bestückten Fingerbalken mit eingesetztem Mähmesser.
-
Der dargestellte Mähfinger 1 besteht aus dem Mähfingerunterteil 2
und dem Mähfingeroberteil 3, die mit der Mähfingerbefestigungsschraube 4 am Fingerbalken
5 verschraubt sind. Das Unterteil 2 ist dabei unter und das Oberteil 3 ist über
dem Schenkel 6 des bei Mähdreschern und anderen Erntemaschinen vorzugsweise winkelförmigen
Fingerbalkens 5 fest verschraubt.
-
Der Schenkel 7 des Fjngerbalkens ist gegenüber dem Schenkel 6 rechtwinklig
nach unten geneigt. Zwischen Unter- und Oberteil befindet sich der Messerspalt 8
der von diesen beiden Teilen gebildet wird und vorzugsweise nur wenig breiter ist
als die Dicke der Messerklinge 9. Diese bewegt sich quer zur Längsachse des
Mähfingers
hin und her, wobei das zu schneidende Gut zwischen der vorzwgsweise dreieckigen
Klinge 9 und der Schneidkante 10 abgeschnitten wird.
-
Fig. 1 stellt dabei eine Ausführungsform dar, bei der das rlähfingerunterteil
2 in herkömmlicher Bauart als Guß- oder Gesenkschmiedeteil hergestellt ist und das
Mähfingeroberteil bei 11 mit dem Unterteil fest und unnachgiebig verbunden ist.
In dicsem Ausführungsbeispiel erfolgte diese Verbindung durch Scl1weißen, wobei
indessen ganz allgemein ein lösbares oder unlösbares Verbinden der beiden Teile
in Frage kommt.
-
Das Fingeroberteil 3 ist im Bereich der Messernieten, mit denen die
Mosserklingen 9 auf der Messerschiene 23 befestigt ist, mit einer Wölbung 12 ausgebildet.
Diese Wölbung kann unterschiedlicl hoch sein. An der Messerantriebsseite ist beispielsweise
oberhalb der Messerklinge noch der Messerkopf ueber dem Bereich einiger Klingen
vernietet. In diesem Bereich, der in der Regel etwa zwei Doppelfingerbreiten entspricht,
muß die Wölbung entsprechend höher ausgebildet sein.
-
Aufgrund der Tatsache, daß der Messerspalt 8 bei der beschriebenen
Ausführungsform durch Fingerunterteil und Fingeroberteil gebildet wird, ist diese
erfindungsgemäße Ausführungsform e3egenüber den bisher bekannten Ausführungsformen
wesentlich billiger, da es bisher notwendig war, den Messerspalt einzufräsen bzw.
einzuschneiden, während bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform lediglich die
Flanken der Messerschienenführung planparallel ausgebildet werden müssen, was darüber
hinaus bei Verwendung eines guten Gesenkwerkzeuges unter Umständen auch noch entfallen
kann.
-
Darüber hinaus erweist sich die Ausbildung des Mähfingerunterteiles
ebenfalls aus einem oder mehreren Kalt-Stanzteilen, wie sie in den Ausführungsfornen
gemäßen Figuren 2 bis 5 gezeigt sind,noch wesentlich preisgünstiger in der Herstellung,
während die Stabilität gegenüber den bisher bekannten Ausführungsformen in keiner
Weise beeinträchtigt ist.
-
Fig. 2 zeigt eine solche Ausführungsform, bei der das Mähfingeroberteil
3 so weit nach vorne gezogen ist, daß es gleichzeitig die Mähfingerspitze 13 bildet.
Das Mähfingerunterteil besteht aus der Messerplatte 14 und dem Halter 15. Letzterer
ist bei 16 mit der Messerplatte, und die Messerplatte 14 bei 17 mit dem Mähfingeroberteil
verbunden. Das Oberteil und das Unterteil bilden dadurch eine Einheit, und sie sind
beide mit der Mähfingerbefestigungsschraube 4 am Schenkel 6 des Fingerbalkens 5
verschraubt.
-
Je größer der Zwischenraum zwischen Ober- und Unterteil im Bereich
der Mähfingerbefestigungsschraube 4 ist, umso größer ist die Stabilität des Mähfingers
in vertikaler Richtung. Aus diesem Grunde ist die Messerschienenführungsplatte 18
als Zwischenplatte ausgebildet, die zwischen dem Schenkel 6 des Fingerbalkens 5
und dem Mähfingeroberteil 3 ebenfalls mit der Mähfingerbefestigungsschraube 4 verschraubt
ist. Die Messerschienenführungsplatte 18 kann ein separates Teil sein, welches bei
der Montage einfach zwischengeschoben wird. Es kann aber auch fest mit dem Mähfingeroberteil
3 verbunden sein. Die Ausbildung als separates Teil hat den Vorteil, daß es als
Verschleißteil schnell und billig ausgewechselt werden kann.
-
Um die seitlich wirkenden Kräfte aufzufangen, sind in an sich bekannter
Weise zweckmäßig je zwei Mälifinger einstückig miteinander ausgebildet. Figur 7
zeigt die Ansicht des in Fig. 2 beschriebenen Mähfingers als Doppelfinger von oben
gesehen, und Fig. 8 zeigt den gleichen Doppelfinger von unten gesehen. Die Messerplatten
14 der beiden Mähfinger sind dabei durch den Steg 19 miteinander verbunden und zweckmäßigerweise
einstückig als ein Stanzteil ausgebildet. Die Fingerhalter 15 sind ebenfalls durch
einen Steg 20 miteinander verbunden und auch einstückig als Stanzteil ausgebildet.
Die Mähfingeroberteile 3 können sowohl separat als auch einstückig hergestellt sein.
Im letzteren Falle sind die Oberteile 3 ebenfalls zwischen den Schraubenbohrungen
durch einen Steg (nicht eingezeichnet) miteinander verbunden. Durch die Stege 19
und 20 ergibt sich eine große Seiten-
Stabilität der Mähfinger.
Es kann dadurch in den meisten Füllen auf die Abstandflügel 22, wie sie in Fig.
6 dargestellt sind, verzichtet werden. Gleichwohl können diese in Ausnahrnefällen,
beispielsweise bei sehr steinigen Böden als Schutz für die Messerschiene Anwendung
finden und ggf. auch notwendig sein.
-
In Fig. 3 ist eine Variante des Mähfingers gemäß Fig. 2 dargestellt.
Die Messerführungsplatte 24 ist bei dieser Ausführungsform als Winkelstück ausgebildet
und unterhalb des Steges 6 des Fingerbalkens 5 angeordnet. Sie kann dabei entweder
als separates Teil ausgebildet, eingeschoben und mit der Mfirigerbefestigungsschraube
4 verschraubt werden, oder sie kann auch fest mit dem Halter 15 verbunden sein.
Im letzten Falle erübrigt sich dann der Steg 20 gemäß Fiy. 8 bei der Doppelfingerausführungsform,
da dieser dann von der Messerschienenführungsplatte 24 gebildet wird.
-
Figur 4 zeigt einen erfindungsgemäßen Mähfinger, der aus nur zwei
Stanzteilen besteht. Das Mähfingerunterteil 25 ist gleichzeitig Halter und Messerplattenführung,
und mit dem Mähfingeroberteil 3 bei 17 fest verbunden. Als Doppelfinger ausgebildet,
zeigt diese Ausführungsform des erfindungsgemä.-ßen Mähfingers, wie in Figur 6 dargestellt,
einen Verbindungssteg 26, der als Winkelstück ausgebildet ist, entsprechend dem
Knick 27 des Fingerunterteiles 25. Dadurch erhöht sich seine Stabilität ganz wesentlich.
-
Fig. 5 zeigt schließlich einen erfindungsgemäßen Mähfinger, dessen
Halteteil 28 ebenfalls bei 17 mit dem Mähfingeroberteil 3 fest verbunden ist, im
Gegensatz zu den vorhergehenden Ausführungsformen jedoch nicht abgestuft, sondern
formschlissig bis zur Verbindungsstelle 17 geführt ist. Die Messerführungsplatte
29 ist in diesem Falle als Winkelstück ausgebildet und bei 30 und 31 mit dem Halter
28 fest verbunden.
-
Die Möglichkeiten der Kombination der verschiedenen Bauteile erschöpft
sich indessen keineswegs in den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen.
Schon allein eine unterschiedliche Kombination der Bauteile in den vorstehend beschriebenen
Bauformen ergibt eine Vielzahl von weiteren Ausführungsbeispielen.
-
An dieser Stelle sei ausdrücklich vermerkt, daß es sich als besonders
vorteilhaft gezeigt hat, jeweils ein Fingerpaar aus vier Bauteilen herzustellen
und an der Mähfingerunterseite miteinander zu verschweißen. Dabei können die Bauteile
sowohl Stanzteile und/oder Schmiedeteile und/oder Gußteile sein.
-
Allen Ausführungsbeispielen gemeinsam ist die Möglichkeit, sowohl
das Mähfingeroberteil und/oder das Mähfingerunterteil an bestimmten Stellen zu profilieren
und damit zusätzliche Steifigkeit und Stabilität zu erreichen. So können beispielsweise,
wie auch in den Ausführungsbeispielen 1 bis 5 gezeigt, die Fingeroberteile in Längsrichtung
mit der Profilierung 32 versehen sein. Dadurch wird neben der zusätzlichen Stabilität
auch ein besseres Abgleiten des Erntegutes an den Oberteilen bewirkt. Am Fingerunterteil
führt insbesondere am Halteteil 15 die Profilierung 33 ebenfalls zu einer Versteifung
und Erhöhung der Stabilität sowohl gegen Kräfte, die in vertikaler Richtung auf
den Mähfinger einwirken, als auch solche, die seitlich einwirken.
-
Die in Figur 9 dargestellte Draufsicht auf den mit Doppelmähfingern
bestückten Fingerbalken 5 zeigt den Anschliff 34 der mit der Messerschiene 23 verbundenen
Messerklingen 9.
-
Dieser Anschliff 34 befindet sich dabei auf der Oberseite der Messerklingen
9, die dann beim Betrieb mit den unteren Schneidkanten der Messerplatten 14 der
Mähfinger zusammenwirken.
-
Wenn sich der Anschliff 34 stattdessen auf der Unterseite der Messerklingen
9 befindet, dann können die Messerklingen 9 beim Betrieb gli t: den Schneidkanten
der am Oberteil des N'iiifingers vorgesehen 4esserplatten 14 znsammenwirken.
-
Leerseite