DE2942343A1 - Verfahren zur herstellung von kunstharzen auf vinylchloridbasis - Google Patents
Verfahren zur herstellung von kunstharzen auf vinylchloridbasisInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung technischer Kunstharze auf der Basis von Vinylchlorid
der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art.
Speziell betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung technischer Kunstharze auf Vinylchloridbasis, die
mit einer Polymerlatex modifiziert sind. Die Vinylchloridharze sind dabei durch Suspensionspolymerisation des monomeren
Vinylchlorids oder eines Monomerengemisches, das hauptsächlich aus Vinylchlorid besteht, hergestellt. Die Suspensionspolymerisation
dieser Vinylchloridharze erfolgt im wässrigen Medium.
Es ist bekannt, daß Polyvinylchloridharze ("PVC-Harze") überwiegend
durch Suspensionspolymerisation des Monomers oder Monomerengemisches in einem wässrigen Medium in Gegenwart
eines Suspensionsmittels und eines Polymerisationsinitiators durchgeführt werden, der in der monomeren Phase löslich ist.
Die so hergestellten PVC-Harze werden zu den verschiedensten Formteilen verarbeitet, die zu den verschiedensten Zwecken
eingesetzt werden. Gebräuchlicherweise werden die Kenndaten der Kunstharze bzw. die Kenndaten der aus solchen Kunstharzen
hergestellten Formteile, dadurch verbessert und den jeweils beabsichtigten Einsatzzweck angepaßt, daß den technischen
Kunstharzen vor der Verarbeitung verschiedene Additive zugesetzt werden. Solche Additive sind beispielsweise Schlagzähigkeitsverbesserer
("Flexibilatoren"), Wärmestabilisatoren, Verarbeitungshilfsmittel und andere.
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So kann beispielsweise die Schlagzähigkeit von Formteilen
aus Kunstharzen auf Vinylchloridbasis durch Zumischen verschiedener Arten von Polymeren zum Harz verbessert werden.
Solche Polymere sind beispielsweise Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisate,
sogenannte ABS-Harze/ Methylmethacrylat-Butadien-Styrol-Copolymerisate,
sogenannte MBS-Harze, Ethylen-Vinylacetat-Copolymerisate, sogenannte EVA-Harze, und andere.
Die Verarbeitbarkeit solcher technischer Kunstharzpulver kann durch Harze auf der Basis von Methacrylsäureestern und
Harze auf Styrolbasis verbessert werden.
Zur Erzielung einer optimalen Verbesserung der Kenndaten der technischen Harze oder der aus ihnen hergestellten
Formteile ist es erforderlich, daß die Modifikatorharze dem Vinylchloridharz ("VC-Harz") so intensiv und homogen
wie nur irgendmöglich zugemischt werden. Da die beiden Harzkomponenten möglichst mikroskopisch fein miteinander
vermischt sein sollen, ist es erforderlich, daß das Modifikatorpolymer
in möglichst feinpulvriger Form vorliegt.
Solche feinkörnigen Pulver der vorstehend genannten Modifikatorpolymeren
zur Verbesserung der Schlagzähigkeit der Formteile oder der Verarbeitbarkeit von PVC-Harzen
werden üblicherweise dadurch hergestellt , daß aus den Monomeren der Modifikatorpolymeren durch Emulsionspolymerisation
im wässrigen Medium eine Latex der entsprechenden Polymeren hergestellt wird, die dann getrocknet und pulvrisiert
wird. Die Handhabung der so hergestellten Polymerpulver ist häufig nicht einfach. Insbesondere bereitet
das homogene Vermischen dieser Modifikatorpulver mit dem
PVC-Harz erhebliche Schwierigkeiten. Durch die beim Trockenmischen auftretenden Schwierigkeiten werden nicht selten
Harze erhalten, deren tatsächliche Kenndaten nicht den angestrebten Solldaten entsprechen.
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Wegen der beim Trockenmischen auftretenden Schwierigkeiten sind bereits auch Naßverfahren entwickelt worden, nach
denen das Modifikatorpolymer als Emulsion oder Latex der wässrigen Polymerisataufschlämmung des PVC-Harzes zugemischt
wird. Das Naßvermischen erfolgt nach dem Abschluß der Polymerisation des PVC-Harzes, so daß die Teilchen des
Modifikatorpolymers auf den PVC-Harzteilchen absorbiert
oder adsorbiert werden. Anschließend wird dann die wässrige Aufschlämmung der Vinylchloridpolymerisatteilchen mit den
auf deren Oberflächen adsorbierten Modifikatorpolymerteilchen entwässert und getrocknet, wobei das modifizierte Kunstharz
erhalten wird. Dieses Verfahren weist jedoch zwei Nachteile auf. Zum einen tritt nicht immer eine verläßlich vollständige
Adsorption der Teilchen des Latexpolymers ein, so daß zumindest im mikroskopischen Bereich keine ausreichende Homogenität
der Mischung des PVC-Harzes mit dem Modifikatorharz erhalten wird. Zum anderen enthält das bei der Entwässerung
der Polymeraufschwämmung anfallende Abwasser erhebliche Anteile an suspendiertem Latexpolymer. Das dadurch getrübte
Abwasser kann aus Umweltschutzgründen nicht ohne vorherige Reinigung der Hydrospähre der Umgebung zugeführt werden.
Die beim Naßmischen anfallenden Abwasser müssen daher mit erheblichem Kostenaufwand gereinigt werden, ehe sie wieder
der Umwelt zugeführt werden können.
Zur Unterdrückung der beim Zusetzen der Modifikatorpolymerlatex
zur wässrigen Aufschlämmung des PVC-Harzes nach Abschluß der Polymerisationsreaktion auftretendenen Nachteile
ist weiterhin bekannt, die Latex des Modifikatorpolymers dem wässrigen Polymerisationsmedium für die Suspensionspolymerisation
des Vinylchlorids zuzusetzen und die Polymerisation des Vinylchlorids in Gegenwart der Latex
des Modifikatorpolymers durchzuführen. Nachteilig an diesem Verfahren ist der ungünstige Einfluß des Latexzusatzes
auf den Dispersionszustand der Monomertröpfchen des Vinyl-
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Chlorids in der wässrigen Phase. Dies wiederum führt zur Bildung gröberer Teilchen des PVC-Harzes und zur Bildung
von Polymerverkrustungen auf den Wänden des Polymerisationsreaktors.
Außerdem ist selbst bei dieser Art des Zusatzes des Modifikatorpolymers die Adsorption der Latexteilchen auf
den PVC-Harzteilchen nicht ausreichend vollständig, so daß vor allem das Abwasser nach wie vor dispergierte Latexteilchen
enthält und nicht unbehandelt wieder der Umwelt zugeführt werden kann. Die nicht vollständige Adsorption
der Modifikatorlatexteilchen an den* PVC-Harzteilchen bringt darüber hinaus auch spürbare Verluste an Modifikatorpolymer
mit sich, da die im Abwasser verbleibenden Modifikatorharzanteile
bei der Aufbereitung des Abwassers verlorengehen..
Angesichts dieses Standes der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung mit
Polymerlatices modifizierter PVC-Harze der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem die vorstehend geschilderten
Nachteile nicht auftreten, speziell beim Zusatz der ModifIkatorlatex
zum Vinylchlorid-Polymerisationssystem keine Teilchenvergrößerung der PVC-Harzteilchen eintritt und die Adsorption
der Teilchen des Latexpolymers auf den PVC-Harzteilchen so vollständig ist, daß ein mikroskopisch feines und homogenes
Gemisch des Modifikatorpolymers mit dem PVC-Harz erhalten wird und das beim Entwässern der wässrigen Polymerisataufschlämmung
anfallende Abwasser so klar und frei von Latexverunreinigungen ist, daß es ohne weitere Aufbereitung wieder
der Umwelt zugeführt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren der eingangs genannten Art vorgeschlagen, das erfindungsgemäß die im
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kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten Merkmale aufweist.
Die Erfindung schafft also ein Verfahren zur Herstellung von technischen Kunstharzen auf Vinylchloridbasis, wobei
diese Kunstharze unter Verwendung einer Polymerlatex modifiziert sind. Dabei wird das Vinylchloridmonomer oder
ein Monomerengemisch, das hauptsächlich aus Vinylchlorid besteht, im wässrigen Medium der Suspensionspolymerisation
unterworfen. Das wässrige Polymerisationsmedium enthält ein wasserlösliches Suspensionsmittel und einen in der
Monomerphase löslichen Polymerisationsinitiator. Nach Beginn der Polymerisationsreaktion, und zwar dann, wenn 30 bis
95 % der Monomeren oder des Monomerengemisches umgesetzt sind, wird dem Polymerisationsgemisch eine Latex des
Modifikatorpolymers zugesetzt. Gleichzeitig mit oder vor der Zugabe der Modifikatorpolymerlatex wird dem Polymerisationsgemisch
ein staubfeines Pulver einer anorganischen Substanz zugesetzt. Nach Abschluß der Zugabe der Latex
des Modifikatorpolymers wird die Polymerisationsreaktion zumindest noch solange fortgesetzt, bis der Umsetzungsgrad
der Monomeren um mindestens 2 % größer ist als zum Zeitpunkt der Zugabe der Latex des Modifikatorpolymers.
Bis auf den Zusatz der Latex des Modifikatorpolymers
und des staubfeinen anorganischen Pulvers unterscheidet sich das Verfahren der Erfindung nicht wesentlich vom
herkömmlichen Verfahren zur Herstellung technischer Kunstharze auf Vinylchloridbasis durch Suspensionspolymerisation
von Vinylchloridmonomeren oder eines im wesentlichen, also etwa mindestens 50 Gew.-%, Vinylchlorid enthaltenden
Monomerengemisches mit einem oder mehreren copolymerisierbaren Comonomeren in einem wässrigen Medium, das ein wasserlösliches
Suspensionsmittel und einen in der Monomerphase
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löslichen Polymerisationsinitiator enthält.
Das Verfahren der Erfindung kann nicht nur für die Homopolymerisation, sondern auch für die Copolymerisation
mit einem oder mehreren Comonomeren verwendet werden, solange die Hauptkomponente des zu polymerisierenden
Monomerengemisches Vinylchlorid ist. Dies heißt, daß das Vinylchlorid im Monomerengemisch zu mindestens ungefähr
50 Gew.-% vorliegen sollte. Als Beispiele für Comonomere, die im Rahmen des Verfahrens für die Copolymerisation mit
Vinylchlorid geeignet sind, seien die folgenden genannt: Acrylsäure, Methacrylsäure und deren Ester, Maleinsäureanhydrid,
Acrylnitril, Vinylether, Vinylester, insbesondere Vinylacetat, Vinylfluorid, aromatische Vinylverbindungen,
insbesondere Styrol und Vinylidenhalogenide, insbesondere Vinylidenchlorid.
Das wasserlösliche Suspensionsmittel, das dem wässrigen Polymerisationsmedium zugesetzt wird, ist eine wasserlösliche
polymere Substanz, vorzugsweise ein verseiftes Polyvinylacetat, ein wasserlöslicher Celluloseether, ein
Vinylacetat-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisat, Polyvinylpyrrolidon
und ein Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisat. Das Suspensionsmittel wird vorzugsweise in einer Menge
von 0,05 bis 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Monomers oder der Monomeren, zugesetzt.
Der Polymerisationsinitiator ist vorzugsweise in der Monomerphase löslich und im wässrigen Medium unlöslich.
Als Beispiele für solche Polymerisationsinitiatoren seien die folgenden genannt: organische Peroxide, beispielsweise
Lauroylperoxid, Benzoylperoxid, tert-Butylperoxypivalat
oder Acetylcyclohexylsulfonylperoxid, und organische Azoverbindungen, beispielsweise α,α' -Azobisisobutyronitril,
α./ α' -Azo-bis^^-dimethylvaleronitril, α ,α' -Azo-bis-4-methoxy-2,4-dimethylvaleronitril,
Diisopropylperoxydicarbonat
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oder Di-2-ethylhexylperoxydicarbonat.
Die vorstehend genannten wasserlöslichen Suspensionshilfsmittel und die Polymerisationsinitiatoren können
jeweils sowohl einzeln als auch zu zweit oder zu mehreren im Gemisch miteinander eingesetzt werden. Die zur Durchführung
des Verfahrens der Erfindung einzuhaltenden Polymerisationsbedingungen, beispielsweise also der Wasseranteil,
die Polymerisationstemperatur, der Druck im Polymerisationsreaktor oder die Dauer der Polymerisationsreaktion, sind keinen speziellen kritischen Bedingungen
unterworfen und können in herkömmlicher Weise festgelegt werden.
Das Polymerisationsgemisch kann zur Einstellung bestimmter
Bedingungen die verschiedensten Zusätze enthalten. Solche zusätzlichen Bedingungen sind beispielsweise die Unterdrückung
der Bildung von Polymer-verkrustungen an den Reaktorwänden, die Regelung der Polymerisationsgeschwindigkeit,
die Regulierung der Teilchengrößenverteilung der durch die Polymerisations entstehenden Harzteilchen und
der Einstellung des mittleren Polymerisationsgrades. Zur Erzielung dieser Wirkungen und Einstellungen solcher
Bedingungen können dem Polymerisationsgemisch beispielsweise folgende Additive zugesetzt werden: Mittel zur
Einstellung des pH-Wertes, beispielsweise Natriumphosphat oder Natriumhydroxid, ein Kohlenwasserstoff als Lösungsmittel,
beispielsweise Hexan oder Pentan, sowie ein halogenierter Kohlenwasserstoff oder ein Mercaptan als
Regler, beispielsweise Trichlorethylen, Perchlorethylen, 2-Mercaptoethylalkohol oder Laurylmercaptan. Solche Additive
können auch im Rahmen des Verfahrens der Erfindung in üblichen Mengen und in üblicher Art eingesetzt werden.
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Die Art des Modifikatorpolymers, das dem Polymerisationsgemisch in Form einer Latex zugesetzt wird, richtet sich
nach der Aufgabenstellung und der Art der Kenndaten des PVC-Harzes, die verbessert werden sollen, und ist darüber
hinaus an sich nicht kritisch. Eine Auswahl von Monomeren, deren Emulsionspolymerisation zur Modifikatorpolymerlatex
führt, die im Verfahren der Erfindung eingesetzt wird, i-st im folgenden zusammengestellt: Acrylsäureester, vorzugsweise
Methylacrylat, Ethylacrylat und 2-Ethylhexylacrylat;
Methacrylsäureester, vorzugsweise Methylmethacrylat und Butylmethacrylat; Vinylchlorid; aromatische Vinylverbindungen,
vorzugsweise Styrol und o-Methylstyrol; Monoolefine,
vorzugsweise Ethylen und Propylen; Diene, vorzugsweise Butadien und Isopren; Vinylidenhalogenide, vorzugsweise
Vinylidenchlorid; Vinylester, vorzugsweise Vinylacetat und Vinylpropionat; Acrylnitril und Methacrylnitril.
Verfahren zur Emulsionspolymerisation einer oder mehrerer dieser Monomeren in einem wässrigen Medium sind
an sich bekannt. Die erhaltene Polymerlatex enthält üblicherweise ungefähr 10 bis 50 Gew.-% feste Polymerteilchen
mit einem Teilchendurchmesser im Bereich von ungefähr 0,05 bis 0,5 um.
Im einzelnen hängt die Auswahl der Modifikatorpolymerlatex
von der Art der Eigenschaften des Vinylchloridharzes ab,
die durch den Zusatz des Modifikatorpolymers verbessert
werden sollen. So kann beispielsweise die Verarbeitbarkeit des Kunstharzes durch den Zusatz einer Copolymerlatex
aus Methylmethacrylat und 2-Ethylhexylacrilat verbessert
werden, während die Schlagzähigkeit von Formteilen aus solchen Kunstharzen durch den Zusatz einer Copolymerlatex
aus Butadien und Styrol, einer Copolymerlatex aus Ethylen und Vinylacetat oder einer Copolymerlatex verbessert
werden kann, deren Copolymer im wesentlichen aus Methylacrylat und/oder Butylacrylat besteht.
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Als anorganische Substanzen, die dem Polymerisationsgemisch in Form staubförmiger oder feinkörniger Pulver gleichzeitig
mit oder vor dem Zusatz der Modifikatorpolymerlatex zugesetzt werden, seien folgende Substanzen genannt:
feinverteiltes Siliciumdioxid, Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat,
Bentonit, Kaolin, Serizit, Aluminiumoxid, Titandioxid, Ton, Talkum, Calciumphosphat, Calciumsulfat, Diatomeenerde
und Bariumsulfat. Diese feinpulvrigen anorganischen Substanzen werden vorzugsweise mit mittleren Korngrößen
von kleiner als 50 μΐη, insbesondere kleiner als 10 μπι, eingesetzt.
Die Zugabe der Modifikatorpolymerlatex zum Polymerisationsgemisch kann nur dann erfolgen, wenn die Umsetzung des
Vinylchloridmonomers oder des Monomerengemisches zum Polymer 30 bis 95 %, vorzugsweise 60 bis 85 %, beträgt. Wenn die
Modifikatorpolymerlatex zu früh zugesetzt wird, also wenn weniger als 30 % der Monomeren umgesetzt sind, enthält das
so erhaltene PVC-Polymerisat einen großen Anteil gröberer Teilchen und weist eine unerwünschte Korngrößenverteilung auf,
während bei zu spätem Zusatz der Modifikatorpolymerlatex, also bei einem Zusatz zu einem Zeitpunkt, zu dem der
Monomerenumsatz bereits größer als 95 % ist, zu einer nur unvollständigen Adsorption der Latexpolymerteilchen
an den PVC-Harzteilchen führt, so daß die Trübung der aus der Polymerisataufschlämmungs-Entwässerungsstufe stammenden
Abwasser durch einen zunehmenden großen Anteil von Latexpolymerteilchen ein nicht mehr tolerierbares Ausmaß
annimmt.
Die Menge der dem Vinylchlorid-Polymerisationsgemisch zuzusetzenden
Modifikatorpolymerlatex hängt von zahlreichen Einzelfaktoren ab und liegt üblicherweise im Bereich von
0,1 bis 50 Sew.-%, effektiver im Bereich von 1 bis 50 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt der Latex und das
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Gewicht des Monomers oder der Monomeren, die vor Beginn der Polymerisation in den Polymerisationsreaktor eingeführt
werden. Bei einem Zusatz von Latexmengen von kleiner als 0,1 Gew.-% wird die angestrebte Wirkung der
Modifizierung der Harzkenndaten nicht mehr erzielt, während bei Zusatz von über 50 Gew.-% Latex, immer bezogen auf
den Feststoffgehalt, die den Kunstharzen auf Vinylchloridbasis
innewohnenden guten physikalischen Eigenschaften zerstört werden. In Verfahrenshinsicht werden bei einem Zusatz
von mehr als 50 Gew.-% Latex auch wieder merkliche Anteile überschüssiger Latexfeststoffteilchen im Abwasser beobachtet,
was auf eine zunehmende Unvollständigkeit der Adsorption der Latexpolymerteilchen an den PVC-Harzteilchen zurückzuführen
ist.
Das anorganische staubfeine Pulver muß dem Polymerisationsgemisch gleichzeitig mit oder vor der Zugabe der Modifikatorpolymerlatex
zugesetzt werden. Wird die Modifikatorpolymerlatex dem Reaktionsgemisch vor dem anorganischen staubfeinen
Pulver zugesetzt, so wird die mit dem Verfahren der Erfindung angestrebte Wirkung nur unvollständig erzielt. Weiterhin
wird das staubfeine anorganische Pulver' dem Reaktionsgemisch auch nicht zu früh zugesetzt, beispielsweise möglichst
nicht vor dem Beginn der eigentlichen Polymerisationsreaktion, da dadurch die Korngröße und die Homogenität der Korngrößenverteilung
der Kunstharzteilchen ungünstig beeinflußt werden können. Vorzugsweise wird das staubfeine anorganische Pulver
dem Polymerisationsgemisch zugesetzt, wenn die Monomerumwandlung einen Grad von mindestens 10 % erreicht hat.
Die Menge des dem Polymerisationsgemisch zuzusetzenden staubförmigen anorganischen Pulvers ist eine Funktion der
Menge und der Art der zuzusetzenden Modifikatorpolymerlatex.
Sie wird häufig auf den Einzelfall abzustimmen und für den Einzelfall empirisch zu ermitteln sein. Üblicherweise wird
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jedoch ein Zusatz in der Größenordnung von 0,05 bis 50 Gew.-%,
vorzugsweise 0,3 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des dem Polymerisationsreaktor anfänglich zugeführten
Monomers oder Monomerengemisches, zu zufriedenstellenden
Ergebnissen führen.
Weiterhin ist von Bedeutung, daß zusätzlich zur zeitlich abgestimmten Zugabe des anorganischen staubförmigen Pulvers
und der Modifikatorpolymerlatex zu dem Gemisch, in dem die Polymerisationsreaktion des Vinylchlorids abläuft, diese
Polymerisationsreaktion zumindest solange weitergeführt und erst dann abgebrochen oder abgeschlossen wird, wenn der
Monomerumsatz mindestens 2 %, vorzugsweise mindestens 5 % größer als zu dem Zeitpunkt ist, zu dem die Modifikatorpolymerlatex
zugesetzt worden ist. Wenn die Polymerisationsreaktion bereits kurz nach der Zugabe der Modifikatorpolymerlatex
zum Polymerisationsgemisch abgebrochen wird, kann der mit dem Verfahren der Erfindung angestrebte Erfolg nur in
vermindertem Ausmaß erhalten werden.
Durch den Zusatz des staubfeinen anorganischen Pulvers zum Polymerisationsgemisch zum vorstehend genannten Zeitpunkt
wird die Adsorption der Modifikatorpolymerisatteilchen an den Teilchen des PVC-Harzes wirksam unterstützt,
ohne dabei die Bildung größerer Teilchen im Polymerisat in Kauf nehmen zu müssen. Dadurch ist das nach der Entwässerungsstufe
der Polymerisataufschlämmung anfallende
und aufgetragene Abwasser ebenso klar als wäre die Polymerisation des PVC-Harzes ohne die Verwendung irgendeiner
Modifikatorpolymerlatex durchgeführt worden.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand von Ausführungsbeispielen und Vergleichsbeispielen näher beschrieben.
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Ein 20 1 - Polymerisationsreaktor aus Edelstahl wird mit 8 kg Wasser, 4 kg monomerem Vinylchlorid, 4 g Hydroxypropylmethylcellulose
und 1 g Diisopropylperoxydicarbonat beschickt. Unter Rühren wird das Polymerisationsgemisch auf
57 0C erwärmt, wobei die Polymerisation des Vinylchlorids
einsetzt. Während des Verlaufs der Polymerisationsreaktion werden dem Polymerisationsgemisch ein anorganisches staubfeines
Pulver und in Form einer Latex ein Modifikatorpolymer zugesetzt. Art und Menge des zugesetzten staubfeines anorganischen
Pulvers und der Polymerlatex sowie die Zeitpunkte, zu dem diese Additive dem Polymerisationsgemisch zugesetzt
werden, sind in der Tabelle 1 angegeben. Die in der Tabelle in Stunden angegebene Zeit ist die Zeit vom Beginn des
Erwärmens des Polymerisationsgemisches bis zur Einführung des Pulvers oder der Latex in den Reaktor. Im Versuch Nr. 1,
einem Vergleichsversuch, fällt das Produkt in Form koksartiger Agglomeratbrocken an. Im Versuch Nr. 6, ebenfalls
einem Vergleichsversuch, wird die Latex dem Polymerisationsgemisch erst nach Abschluß der Polymerisation und nach Entfernen
des restlichen noch nicht umgesetzten Monomers zugesetzt.
Die so durchgeführte Polymerisationsreaktion wird abgebrochen,
wenn der Innendruck im Polymerisationsreaktor auf 4,9 bar abgesunken ist, was einem Monomerumsetzungsgrad von ungefähr
91 % entspricht. Der Abbruch der Polymerisation wird dabei durch Abkühlen des Polymerisationsreaktors auf Raumtemperatur
bewirkt. Lediglich beim Versuch Nr. 5, ebenfalls einem Vergleichsversuch, bei dem die Polymerisationsreaktion erst
10 h nach Beginn der Aufheizung des Polymerisationsgemisches unterbrochen wird, wird die Polymerisation durch Verbrauch
der Monomeren abgeschlossen.
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Die nach Abschluß der Polymerisationsreaktion erhaltene wässrige Polymerisataufschlämmung wird anschließend durch
Trennung in der Zentrifuge entwässert. Das entwässerte Kunstharz wird anschließend zum Endprodukt getrocknet. Die
Trübung des von der Zentrifuge abfließenden Abwassers und die Korngrößenverteilung des als Endprodukt erhaltenen
PVC-Harzes werden gemessen. Die erhaltenen Daten sind ebenfalls in der Tabelle 1 zusammengestellt.
In der Tabelle 1 und ebenso in allen folgenden Tabellen wird die nachstehend erläuterte Notation verwendet:
Anorganische staubförmige Pulver:
S-1: Eine Rauchkieselsäure mit einem mittleren Teilchendurchmesser von ungefähr 12 nm.
S-2: Ein Bentonit mit einem mittleren Teilchendurchmesser
von ungefähr 0,03 um.
S-3: Calciumphosphat mit einem mittleren
Teilchendurchmesser von ungefähr 0,8 μπι.
S-4: Diatomeenerde mit einem mittleren Teilchendurchmesser
von ungefähr 5 um.
Modifikatorpolymerlatex:
E-1: Eine Copolymerlatex aus Methylmethacrylat und Butylacrylat im Gewichtsverhältnis von
9:1 mit einem mittleren Feststoffteilchendurchmesser
von ungefähr 0,2 μπι und einem Feststoffgehalt von 25 %.
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E-2: Ein Latexgemisch aus einer Polystyrollatex und einer Polyethylacrylatlatex im Gew.-Verhältnls
1:1 mit einem mittleren Feststoffteilchendurchmesser
von ungefähr 0,15 μπι und einem Gesamtfeststoff gehalt von
33 Gew.-%.
E-3: Eine Copolymerlatex aus Styrol und Butadien im Gew.-Verhältnis 3:7 mit einem mittleren
Teilchendurchmesser von ungefähr 0,05 μπι und einem Feststoffgehalt von 38 Gew.-%.
E-4: Eine Copolymerlatex aus Methylmethacrylat und 2-Ethylhexylacrylat im Gew.-Verhältnis
19:1 mit einem mittleren Teilchendurchmesser von ungefähr 0,1 μπι und einem Feststoffgehalt
von 20 Gew.-%.
E-5: Eine Polymethylacrylatlatex mit einem
mittleren Teilchendurchmesser von 0,3 μπι und einem Feststoffgehalt von 36 Gew.-%.
Abwassertrübung:
A: Das Abwasser ist ebenso klar wie bei der
üblichen, ohne den Zusatz einer modifizierenden Polymerlatex durchgeführten Suspensionspolymerisation
von Vinylchlorid.
B: Durch mitgeführte Latexanteile ist das Abwasser erkennbar weiß getrübt.
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Körnung des PVC-Harzproduktes:
A: Die Korngrößenverteilung ist ebenso gut wie die Korngrößenverteilung üblicher
PVC-Harze, die ohne Zusatz einer Modifikatorpolymerlatex erhalten werden. Mindestens
95 Gew.-% des erhaltenen Harzes passieren ein Prüfsieb mit einer lichten Maschenweite von 0,25 mm.
B: Gegenüber A etwas weniger gutes Korngrößenverteilung. Mindestens 95 Gew.-% des Materials
passieren ein Prüfsieb mit einer lichten Maschenweite von 0,35 mm.
C: Schlechte Korngrößenverteilung. Weniger als 95 Gew.-% des Produktes passieren ein Prüfsieb
mit einer lichten Maschenweite von 0,35 mm.
Der Zusammenhang zwischen der in Stunden angegebenen Polymerisationsdauer,
gerechnet vom Beginn der Erwärmung des Polymerisationsgemisches an, und dem Monomerenumsatz ist
in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Polymerisationsdauer (h) | 1 : 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 9 |
| Monomerenumsatz (%) | 8 j 20 i |
35 | 61 | 78 | 89 | 95 |
030017/0932
tt>
CU
Vers.
Nr.
1*
2*
3*
4*
5*
6*
10
11
12
13
14*
15
16
17
1β*
19
Art
Zusatzzeitpunkt
Zusatz menge
υ η η ο ohniohne
ohne ohne
I ohne
1S-I . S-I I S-2
S-3 S-2 S-4 S-I j S-I
is-i
S-2 S-2 S-2 S-I
4.
4.5
4.
2.
5.5
Art
40
30
200
300
100
500
300 30
E-I
K-J
E-I
E-I
E-I
E-I
E-I
E-I
E-2
E-3
E-I
E-3
E-I
E-I
E-4
E-5
E-4
E-I
E-I
odifikatorpolymerlatex
Zusatz-Ze i tpunkt
(Ti)
0
2
3
5
- 2
r;
5
5
4
5
3
5
2
6
Zusatzmenge auf Feststoff basis (σ)
0. 2 0.2 0.2 0.2
0.2 0. 2
0. 2
0 . 2
0. 2
1 . 5 0. 2 0.2 0.2 0. 2 1.2 0.2
1.5 0.2
Abwasser trübung
Korngrößen befund
A A A A Λ A
B A
) Vergleichsversuch
1) Bildung von Agglomeratbrocken
2) Zusatz nach Entfernen des nicht umgesetzten Monomers
- 1 ) C C C
A A
A A A B C A A Λ
C A
Die in der Tabelle 1 zusammengestellten Ergebnisse zeigen
deutlich, daß die Zugabe der Modifikatorlatex ohne einen
gleichzeitigen oder vorhergehenden Zusatz irgendeines
staubförmigen oder feinpulvrigen anorganischen Pulvers
insofern zu unbefriedigenden Ergebnissen führt, als das
bei der Entwässerung anfallende Abwasser getrübt ist und/oder der Korngrößenbefund des Kunstharzproduktes unbefriedigend ist (Versuche Nr. 1-6). Im einzelnen führt dabei eine zu
frühe Zugabe der Latex sowohl zur Abwassertrübung als auch zu unbefriedigender Korngröße und Korngrößenverteilung
(Versuche Nr. 1 und 2), führt eine Zugabe der Latex im
mittleren Stadium der Polymerisation zwar zu einem klaren
ungetrübten Abwasser, bewirkt jedoch eine nicht zufriedenstellende Korngrößenverteilung bei zu grober Körnung, und
bewirkt schließlich eine zu späte Zugabe der Latex
(Versuche Nr. 5 und 6) eine Trübung des Abwassers bei durchaus zufriedenstellenden Korngrößenbefund.
deutlich, daß die Zugabe der Modifikatorlatex ohne einen
gleichzeitigen oder vorhergehenden Zusatz irgendeines
staubförmigen oder feinpulvrigen anorganischen Pulvers
insofern zu unbefriedigenden Ergebnissen führt, als das
bei der Entwässerung anfallende Abwasser getrübt ist und/oder der Korngrößenbefund des Kunstharzproduktes unbefriedigend ist (Versuche Nr. 1-6). Im einzelnen führt dabei eine zu
frühe Zugabe der Latex sowohl zur Abwassertrübung als auch zu unbefriedigender Korngröße und Korngrößenverteilung
(Versuche Nr. 1 und 2), führt eine Zugabe der Latex im
mittleren Stadium der Polymerisation zwar zu einem klaren
ungetrübten Abwasser, bewirkt jedoch eine nicht zufriedenstellende Korngrößenverteilung bei zu grober Körnung, und
bewirkt schließlich eine zu späte Zugabe der Latex
(Versuche Nr. 5 und 6) eine Trübung des Abwassers bei durchaus zufriedenstellenden Korngrößenbefund.
Das selbst die Zugabe des staubfeinen anorganischen Pulvers zum Polymerisationsgemisch nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt
erfolgen kann, zeigt der Versuch Nr. 14, bei dem das staubförmige anorganische Pulver nach der Zugabe der Modifikatorpolymerlatex
erfolgt. Die unter diesen Bedingungen erhaltene Korngrößenverteilung und mittlere Korngröße des Kunstharzproduktes
sind unbefriedigend. Selbst wenn das staubfeine
anorganische Pulver dem Polymerisationsgemisch vor der Latex zugesetzt wird (Versuch Nr. 18), die Latex dem Polymerisationsgemisch jedoch während eines zu frühen Stadiums der Polymerisation zugesetzt wird, werden Ergebnisse erhalten, die sowohl hinsichtlich der Abwassertrübung als auch hinsichtlich der Körnung des Harzproduktes nicht zufriedenstellen sind.
anorganische Pulver dem Polymerisationsgemisch vor der Latex zugesetzt wird (Versuch Nr. 18), die Latex dem Polymerisationsgemisch jedoch während eines zu frühen Stadiums der Polymerisation zugesetzt wird, werden Ergebnisse erhalten, die sowohl hinsichtlich der Abwassertrübung als auch hinsichtlich der Körnung des Harzproduktes nicht zufriedenstellen sind.
Weiterhin wird die Verarbeitbarkeit der nach den Versuchen Nr. 5, 7 und 9 erhaltenen Kunstharzprodukte mit der Verarbeitbarkeit
von Gemischen aus einem im Handel erhältlichen
030017/0932
homopolymeren PVC-Harz mit aus den getrockneten Latices E-1
und E-2 hergestellten Polymerpulvern sowie mit trockenem Bentonit verglichen. Als Maß für die Verarbeitbarkeit der
Kunstharzmischungen dient dabei die Gelierzeit bei 170 0C.
Diese Gelierzeit wird in der Weise bestimmt, daß Formmassen aus je 100 g des Kunstharzes bzw. der Kunstharzmischung,
1,0 g Bleistearat, 3 g dreibasisches Bleisulfat und 0,5 g Bariumstearat auf einem Plastizitätsmeßgerät ausgemessen
werden. Gemessen wird die Zeitspanne bis zum Eintritt des maximalen Drehmoments. Diese Zeitspanne ist im Rahmen der
vorliegenden Beschreibung als "Gelierzeit" des Kunstharzes bzw. der Kunstharzmischung bezeichnet. Die erhaltenen
Ergebnisse sind in der Tabelle 2 zusammengefaßt.
| Kunstharz bzw. Harzmischung | Gelierzeit (min) |
| Harz nach Versuch Nr. 5 | 7 |
| Harz nach Versuch Nr. 7 | 4 |
| Harz nach Versuch Nr. 9 | 5 |
| Handels-PVC und Trockenpulver von E-1 im Gewichtsverhältnis 94:6 |
10 |
| Handels-PVC und Trockenpulver von E-2 im Gewichtsverhältnis 94:6 |
12 |
| Handels-PVC, Trockenpulver von E-1 unc Bentonit im Gewichtsverhältnis 94:6:1 |
10 |
030017/0931
Ein 20 1 - Polymerisationsreaktor aus Edelstahl wird mit 8 kg Wasser, 3,7 kg Vinylchloridmonomer, 0,3 kg Vinylacetatmonomer,
6 g eines partiell verseiften Polyvinylacetats, 4 g Di-2-ethylhexylperoxydicarbonat und 20 g
Trichlorethylen beschickt. Das Polymerisationsreaktionsgemisch wird zur Auslösung der Polymerisation der Monomeren
unter Rühren auf 60 0C erwärmt. Im Verlauf der Polymerisationsreaktion werden ein staubfeines anorganisches Pulver und
eine Modifikatorpolymerlatex der in der Tabelle 3 spezifizierten Art dem Polymerisationsgemisch zu einem Zeitpunkt
und in einer Menge zugesetzt, die ebenfalls in der Tabelle angegeben sind.
Die Polymerisationsreaktion wird abgebrochen, wenn der Innendruck im Polymerisationsreaktor auf 2,9 bar abgesunken
ist, was einem Monomerenumsatz von ungefähr 93 % entspricht. Der Abbruch der Polymerisationsreaktion wird
durch Abkühlen des Reaktors auf Umgebungstemperatur herbeigeführt. Nach Rückgewinnung der nicht umgesetzten
Monomeren aus dem Reaktionsgemisch und Zusetzen von 0,1 g Aluminiumchlorid wird die Polymerisataufschlämmung
in der Zentrifuge entwässert und anschließend getrocknet. Das auf diese Weise erhaltene Endprodukt, nämlich das
trockene Kunstharz, wird hinsichtlich seiner Korngrößenverteilung untersucht. Die erhaltenen Ergebnisse sind
in der Tabelle 3 zusammengefaßt. Außerdem sind die für die Trübung des bei der Entwässerung der Polymerisataufschlämmung
anfallenden Abwassers erhaltenen Bewertungen in der Tabelle 3 dargestellt.
030017/0932
O O
O CD
| Vers. Nr. |
I Anorganisches Pulver |
Art | Zusatzzeit punkt (h) |
Zusatz menge (g) |
Modifikatorpolymerlatex | Zusatzzeit punkt (h) |
Zusatzmenge auf Fest- stoffbasis (g) |
Abwasser trübung |
Korngrößen befund im Produktharz |
| 20 | S-1 | 4 1) | 40 | Art | 4.5 2) | 0.2 | A | A | |
| 21 | S-2 | 4 1) | 40 | E-1 | 4.5 2) | 0.3 | A | A | |
| 22*) | ohne | - | - | E-4 | 4.5 2) | 0.3 | A | C | |
| E-4 |
N)
*) Vergleichsversuch
1) Monomerumsatz : 65 %
2) Monomerumsatz : 75 %
to
K) to
U)
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von mit einer Polymerlatex
modifizierten technischen Kunstharzen auf Vinylchloridbasis durch Suspensionspolymerisation von monomerem
Vinylchlorid oder einem Monomerengemisch, das hauptsächlich aus monomerem Vinylchlorid besteht, in einem wässrigen
Medium in Gegenwart eines wasserlöslichen Suspensionsmittels und eines in der Monomerenphase löslichen
Polymerisationsinitiators,
dadurch gekennzeichnet , daß die Modifikatorpolymerlatex dem Vinylchloridpolymerisationsgemisch zu einem Zeitpunkt zugesetzt wird, zu dem der Umsatz des Monomers oder der Monomeren zum Polymer einen Wert im Bereich von 30 % bis 95 % erreicht
dadurch gekennzeichnet , daß die Modifikatorpolymerlatex dem Vinylchloridpolymerisationsgemisch zu einem Zeitpunkt zugesetzt wird, zu dem der Umsatz des Monomers oder der Monomeren zum Polymer einen Wert im Bereich von 30 % bis 95 % erreicht
030017/0931
ORIGINAL INSPECTED
29A2343
hat,
daß gleichzeitig mit der Zugabe der Modifikatorpolymerlatex
oder vor diesem Zeitpunkt das Polymer!sationsgemisch
mit einem feinzerteilten anorganischen Pulver versetzt wird und
daß die Polymerisationsreaktion anschließend zumindest
solange fortgeführt wird, bis der Monomerenumsatz um mindestens 2 % größer als zu dem Zeitpunkt ist, zu
dem die Modifikatorpolymerlatex dem Polymerisationsgemisch zugesetzt wird. .
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet , daß das feinzerteilte anorganische Pulver dem Polymerisationsgemisch
zu einem Zeitpunkt zugesetzt wird, zu dem der Umsatz des Monomers oder des Monomerengemisches
zum Polymer mindestens 10 % beträgt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet ,
daß der mittlere Teilchendurchmesser des feinzerteilten anorganischen Pulvers nicht größer als 50 μπι ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet ,
daß das feinzerteilte anorganische Pulver ein feinzerteiltes Siliciumdioxid, Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat,
Bentonit, Kaolin, Serizit, Aluminiumoxid, Titandioxid, Ton, Talkum, Calciumphosphat, Calciumsulfat,
Diatomeenerde und/oder Bariumsulfat ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet ,
daß das feinzerteilte anorganische Pulver in einer Menge von 0,05 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
des Monomers oder Monomerengemisches, zugesetzt wird.
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