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GERÄT FUR DIE BALNEO-THERAPIE
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät für die Balneo-Therapie mit
einer wannenförmigen Sitzmulde, insbesondere zur Aufnahme einer Heilmittel- oder
Kräuterdispersion.
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Um über die Haut aufnehmbare physikalisch-therapeutische Effekte und
über die Haut aufnehmbare Heileffekte erzielende Wirkmittel effektiv applizieren
zu können, sind, wie zum Beispiel die DE-AS 14 91 549 zeigt, besonders ausgebildete
Bade-Geräte erforderlich.
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Solche Bade geräte sind relativ teuer und erfordern einen hohen Installationsaufwand.
Zur besseren Ausnutzung derartiger Investitionen und zur Optimierung der Applizierung
physikalisch-therapeutischer Effekte im Rahmen einer Balneo-Therapie ist gemäß der
DE-OS 24 36 850 ein an unterschiedliche Körperstellungen eines Patienten anpaßbares
Badegerät bekannt geworden. Dort ist eine als Bad gerät dienende Sitzbadewanne durch
eine verschiebbar gelagerte Bodenplatte in eine Liegewanne mit ebenem Boden verwandelbar.
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Eine weitere Schwierigkeit in der Balneo-Therapie ist darin zu sehen,
daß infolge der Größe solcher Badegeräte an sich nicht erforderliche, relativ große
Mengen an Heilmitteldispersionen für eine Applikation benötigt werden, ganz abgesehen
davon, daß solche Badegeräte viel Raum beanspruchen und daher in besonders dafür
hergerichteten Räumen aufgestellt werden müssen. Die Investitionskosten sind daher
hoch. Die Größe solcher Badegeräte hat aber noch einen weiteren Nachteil für die
Therapie; Patienten mit Störungen im Bewegungsapparat, insbesondere mit Bandscheiben-
und Wirbelsäulenschäden, sind ohne besondere Hilfsgeräte nur mit Mühe in solche
Badegeräte zu bringen, ihr Herausbringen aus dem Badegerät ist noch problematischer.
Schließlich sind insbesondere in der Rheuma-Therapie gleichzeitige Wechselbäder
für die menschlichen Extremitäten angezeigt, die stets mehrere Behälter zur Aufnahme
von in der Temperatur unterschiedlichen Badeflüssigkeiten erfordern. Die Bereitstellung
und Handhabung mehrerer Behälter ist ebenfalls umständlich.
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Aus all diesen Gründen konnte die Balneo-Therapie trotz ihrer anerkannten
Heilerfolge bisher noch keine allgemeine Anwendung, insbesondere im Haushalt, finden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neues wohlfeiles Gerät
für die Balneo-Therapie zu schaffen, das eine Mehrzahl von dem jeweiligen Anwendungszweck
besonders angepaßter Behälter zur Aufnahme der zu applizierenden ilussigkeiten und/oder
Heilmittel- und Kräuterdispersionen zu einem leicht zu handhabenden, für den Patienten
besonders einfach benutzbaren integralen Gebrauchsgegenstand vereint.
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Ausgehend von einem Gerät für die Balneo-Therapie mit einer wannenförmigen
Sitzmulde ist diese Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Sitzmulde
zwischen zwei Auflager bildenden Wangen angeordnet ist, die die Bodenseite der Sitzmulde
gleichmäßig
überragen und mit ihrer Oberkante fluchten, daß innerhalb
des von den der Sitzmulde abgewandten Außenflächen der Wangen umschlossenen Raumes
jeweils mehrere, als Fuß- und Handbecken dienende Behältnisse vorgesehen sind, deren
Offenseiten in die gleiche Richtung etwa rechtwinkelig zur Offenseite der Sitzmulde
weisen.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind zwei als
Handbecken dienende Behältnisse von im Längsschnitt etwa dreieckförmigem Querschnitt
in der einen Wange vorgesehen, die einen stumpfen Winkel miteinander einschließen
und sich von der AuBenfläche der Wange aus in Richtung zur Sitzmulde hin erstrecken,
und daß die der Sitzmulde zugewandten Stirnseiten der Behältnisse mit der Außenfläche
der Wange jeweils einen gleichgroßen spitzen Winkel einschließen.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind vier als Fußbecken
dienende Behältnisse etwa rechteckförmig ausgebildet und paarweise parallel nebeneinanderliegend
auf der Innenfläche der anderen Wange angeordnet, die Längsseiten der Behältnisse
sind zur Grundfläche der sie tragenden Wange entsprechend der paarweisen Anordnung
der Behältnisse spitzwinkelig nach außen gerichtet geneigt und weisen die Behältnisse
eine sie teilweise bedeckende Abdeckung auf.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Das erfindungsgemäße Gerät weist eine Reihe von überraschenden Vorteilen
auf. Alle für die Anwendung der Balneo-Therapie unbedingt notwendigen Behälter sind
zu einem integralen Bauteil vereint. Das Gerät ist, sofern es aus faserverstärktem
Kunststoff gefertigt ist, infolge des geringen Gewichtes leicht zu handhaben und
einfach zu reinigen. Im T.nblick auf sparsamen Heilmittelverbrauch sind die Behälter
in ihrer Größe den zu behandelnden Körperteilen angepaßt,
so daß
das Gerät in seinen Ausmaßen die Größe eines üblichen Sessels nicht übersteigt,
also wenig Raum beansprucht. Da alle Behälter den von den Wangen umschlossenen Raum
nicht überragen, sind keine Vorsprünge und sonstigen störenden Teile vorhanden,
so daß das Gerät für Großanwendungen in Instituten leicht stapelbar, im Haushalt
dagegen leicht verstaubar ist. Durch die beidseitigen Wangen ist die Sitzmulde so
weit über den Boden angehoben, daß auch bewegungsgestörte Patienten in der Regel
allein unter Zuhilfenahme ihrer Arme die Sitzbadestellung einnehmen und wieder verlassen
können. Hierbei dienen die als Griff schalen ausgebildeten Ausnehmungen in den Wangen
als Halt gebende Handgriffe. Die Badeflüssigkeit, die erst nach Einnehmen der Sitzstellung
eingefüllt werden sollte, läßt sich nach Verlassen der Sitzstellung leicht ausschütten.
Bei Aufstellung des Gerätes auf die eine Außenfläche der Wangen bieten sich dem
Benutzer mehrere Hand- und Fußbecken in vorteilhafter Höhe angeordnet dar. Die obere
Wangenfläche dient bei der Verabreichung von Handbädern als Abstützung der Unterarme
oder bei der Verabreichung von Armbädern als Stütze für den Oberkörper. In die dann
freie Griffschale ist in einfacher Weise ein Spiegel einsteckbar, so daß auch kosmetische
Behandlungen und Manikürarbeiten mit Hilfe dieses Gerätes durchführbar sind. Durch
die Schrägstellung der Längsseiten der Fußbecken wird der Benutzer gezwungen, die
Füße nach außen geneigt leicht schräg zu stellen.
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Infolge der ebenen Grundflächen der Fußbecken liegen die Füße nur
mit ihren Außenkanten auf der Grundfläche auf, so daß auch die Fußsohlen von der
Badeflüssigkeit umspült werden. In dieser Stellung des erfindungsgemäßen Gerätes
sind Wechselbäder besonders einfach verabreichbar, und zwar für Hände und Füße gleichzeitig,
wie es die modernen Erkenntnisse der Rheuma-Therapie vorschreiben.
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Durch die teilweise Abdeckung der Fußbecken wird das Ausschütten der
Badeflüssigkeit in hohem Maße erleichtert, da beim Bewegen des Gerätes in die eine
Ausschüttstellung erst die Badeflüssigkeit in den Handbecken abfließen kann, während
die Badeflüssigkeit in den Fußbecken durch die Abdeckungen am Abfließen gehindert
wird.
Durch Kippen des Gerätes in die entgegengesetzte Stellung können daraufhin auch
die Fußbecken ohne Schwierigkeiten geleert werden. Alle Badeflüssigkeit aufnehmenden
Behälter sind in ihrem Volumenaufnahmevermögen gerade so groß bemessen, daß die
zu behandelnden Körperteile des Patienten von der Badeflüssigkeit benetzt werden
können. Schließlich wird durch die Anordnung, insbesondere Einformung der Fuß- und
Handbecken in die die Sitzmulde tragenden Wangen deren mechanische Steifigkeit so
stark erhöht, daß diese trotz Anwendung der sogenannten Leichtbauweise fest genug
sind, auch korpulente Patienten, die die Sitzmulde einnehmen, zu tragen. Durch die
Anwendung der Leichtbauweise wird wiederum die Handhabung des erfindungsgemäßen
Gerätes sehr erleichtert, was für das Bedienungspersonal von besonderem Vorteil
ist. Die flächige Verbreiterung der als Auflage für die Unterarme eines Patienten
dienenden Oberkanten der die Sitzmulde tragenden Wangen ist benutzerfreundlich und
gibt ein gefälliges Aussehen.
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Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
nachfolgend beschrieben.
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Im einzelnen zeigen: Figur 1 eine perspektivische Darstellung des
Gerätes gemäß der Erfindung in einer Wechselbäder der menschlichen Extremitäten
erlaubenden Gebrauchsstellung; Figur ? einen Schnitt durch das Gerät gemäß Figur
1; Figur 3 eine teilweise geschnittene Frontansicht des Gerätes gemäß Figur 1 in
der Sitzbadestellung; Figur 4 eine Seitenansicht des Gerätes nach Figur 1 in der
Sitzbadestellung in Richtung des Pfeiles IV in Figur 3 gesehen und
Figur
5 einen Schnitt gemäß der Linie V-V in Figur 2.
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Eine wannenförmige Sitzmulde 10 eines BadegerätesBG ist von zwei Wangen
11 und 12 gehalten, die die Bodenfläche 14 der Sitzmulde derart gleichmäßig überragen,
daß diese sich in der in Figur 3 dargestellten Gebrauchsstellung etwa in der Sitzhöhe
eines üblichen Sessels befindet. Mit BF ist die Bodenfläche bezeichnet, auf der
das Badegerät aufgestellt ist. Die Sitzmulde weist eine gegenüber den Oberkanten
der Wangen 11 und 12 tiefgesetzte abgerundete Kante 16 und gegenüberliegend eine
hochgezogene, mit der Seitenbegrenzung der Wangen bündig abschließende abgerundete
Kante 17 auf, vgl. Figur 3. Die sich paarweise einander gegenüberliegenden Seitenwände
der Sitzmulde sind, wie sich aus den Figuren 2 und 3 eindeutig ergibt, schräg nach
innen gezogen und gehen mit einer leichten Rundung in die Bodenfläche 14 über.
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Wie die Figuren 2 und 4 zeigen, sind die Wangen 11 und 12 von geraden,
parallel zueinander verlaufenden Kanten 19 und 20, die Auflager sowohl für die Sitzmulde
10 auf der Bodenfläche BF als auch für die Arme eines in der Sitzmulde Platz nehmenden,nicht
dargestellten Patienten bilden, und von halbkreisförmigen Stirnseiten 21 und 22
begrenzt, die die Kanten 19 und 20 übergangslos miteinander verbinden.
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Die Wange 11 weist ferner zwei im Längsschnitt dreieckförmige, mit
ihren zugewandten Seitenflächen einen stumpfen Winkel - einschließende Handbecken
24 und 25 auf, die sich von der ebenen Oberfläche der Wange ausgehend zur Sitzmulde
10 hin erstrecken, vgl.
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auch Figur 2. Die der Sitzmulde 10 zugewandten Stirnseiten 26 und
27 dieser Handbecken schließen mit der in Figur 2 waagerechten Fläche der Wange
11 einen spitzen Winkel p ein. Der stumpfe Winkel cc ist entsprechend der üblichen
abgewinkelten Lage der Unterarme eines vor dieser Wange sitzenden Patienten gewählt.
Schließlich weist die Wange 11 der Oberkante 19 der Sitzmulde 10 benachbart eine
als Griffschale dienende Aussparung 28 auf.
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Die Waage 12 trägt auf der der Sitzmulde 10 zugewandten Seite paarweise
angeordnete Fußbecken 30, 31 und 32, 33 von rechteckförmigem Querschnitt, vgl. die
Figuren 1 und 5. Gegenüber der in Figur 5 waagerechten ebenen Fläche der Wange 12
sind die Seitenwände 35, 36, 37 bzw. 38, 39, 40 entsprechend der paarweisen Anordnung
der Fußbecken jeweils nach außen geneigt, derart, daß der von den Seitenwänden der
Fußbeckenpaare 30, 31 bzw. 32, 33 mit der Wange 12 eingeschlossene Winkel jeweils
der gleiche spitze Winkel r ist. Auf diese Weise wird ein das Gerät benutzender
Patient zu einer Schräghaltung seiner Füße gezwungen, so daß die Füße auf den Bodenflächen
der Fußbecken jeweils nur mit den Fußaußenkanten aufliegen. Damit wird erzwungen,
daß auch die Fußsohlen von der zu applizierenden Badeflüssigkeit umspült werden.
Die genannten Fußbeckenpaare sind jeweils von einer Platte 41 und 42 teilweise abgedeckt,
vgl. insbesondere Figur 2.
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Schließlich weist auch die Wange 12 der Oberkante der Sitzmulde 10
benachbart eine Griff schale 28' auf, die ebenfalls, wie die Griffschale 28, als
ein einem das Gerät als Sitzbadewanne benutzenden Patienten das Hineinsetzen und
Wiederaufstehen erleichternder Handgriff dient.
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Um das Gerät für die Benutzung und Pflege optimal zu gestalten, ist
es aus faserverstärktem Kunststoff geformt, so daß Sitzmulde, Wangen und die dort
angeordneten Hand- und Fußbecken ein integrales Bauteil nach Art eines Sessels bilden,
dessen Außenabmessungen etwa 46,5 x 70 x 67 cm (Höhe, Breite, Tiefe) betragen. Das
Gerät wird in der in Figur 3 dargestellten Gebrauchslage als Sitzbadewanne benutzt.
Ein Patient kann infolge der sesselähnlichen Ausbildung auch bei gestörtem Bewegungsapparat
oder Bandscheiben-und Wirbelsäulenschäden unter Zuhilfenahme seiner Arme sich selbst
in die Sitzmulde setzen und daraus wieder aufstehen. Wird hierbei Hilfe benötigt,
so ermöglicht es die sesselartige Ausbildung infolge der geringen Höhenunterschiede
dem Hilfspersonal besser als bisher, dem Patienten behilflich zu sein.
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Wird das Gerät in der in Figur 1 dargestellten Gebrauchslage benutzt,
so dient es der gleichzeitigen Anwendung von Hand- und Fuß-Wechselbädern oder zur
Anwendung von Handbädern. Es kann aber auch sehr vorteilhaft für die Verabreichung
von bei der Pediküre und flanikdre notwendigen Bädern dienen, da die Zargenbreite
der Wangen der normalen Höhe eines Arbeitstisches angepaßt ist. Um dies zu veranschaulichen,
ist in Figur 2 eine Sitzgelegenheit gestrichelt angedeutet. Infolge der Abdeckungen
41 und 42 läßt sich die Badefläseigkeit nach Anwendung der durchzuführenden Bäder
problemlos aus den Handbecken 24 und 25 ausgießen. Während dieser Zeit wird die
Badeflüssigkeit der Fußbecken in dem von den Abdeckungen umschlossenen Raum gehalten.
Nach Ausgießen der Handbecken können dann auch die Fußbecken ohne Schwierigkeiten
entleert werden. Die raumsparende Ausbildung des Gerätes ist nicht nur für dessen
Unterbringung vorteilhaft, sondern spart Material- und Fertigungskosten, insbesondere
aber werden die für die balneologische Therapie erforderlichen Kräuter- und Heilmittel-Mengen
auf das notwendige Maß begrenzt.
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Schließlich bilden die in die Wangen eingefornten fland- bzw. Fußbecken
die Wangen versteifende Zellen, so daß auch bei Verwendung von Kunststoffen oder
faserverstärkten Kunststoffen die gewünschte Leichtbauweise beibehalten werden kann.
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Ohne den Erfindungsgedanken zu verlassen, können die als Handbecken
dienenden Behältnisse 24, 25 etwa parallel zu der dem Körper des Benutzers zugewandten
Kante der Wange 11 verlaufend hintereinander angeordnet sein.
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Der Längs schnitt der Behältnisse kann daher auch rechtwinklig ausgebildet
sein, um Wechselbäder der Unterarme eines Benutzers zu ermöglichen.
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L e e r s e i t e