DE2831384A1 - Filterhilfsmittel zur aufbereitung von suspensionen, insbesondere von kommunal-, industrie- und sonstigen schlaemmen fuer die nachfolgende entwaesserung - Google Patents
Filterhilfsmittel zur aufbereitung von suspensionen, insbesondere von kommunal-, industrie- und sonstigen schlaemmen fuer die nachfolgende entwaesserungInfo
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Description
HEINZ H. PUSCHMANA' · PATENTANWAL^g3 <] Og /
D 8000 MÜNCHEN 22 · THCMAS-WIMMER-IUNG 14
TELEFONli- J/227887
Gebrüder Weiss K.G. München, 10.07.1978
Kupferwerkstraße P 54-7/78
634-0 Dillenburg'2 (Frohnhausen) Pu/rei
Filterhilfsmittel zur Aufbereitung von Suspensionen, insbesondere von Kommunal-, Industrie- und sonstigen
Schlämmen für die nachfolgende Entwässerung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Filterhilfsmittel zur Aufbereitung
von Suspensionen, insbesondere von Kommunal-, Industrie- und sonstigen Schlämmen für die nachfolgende Entwässerung.
Die Entwässerung von Schlämmen, insbesondere von Klärschlämmen, ist infolge der kleinen Korngrößen der Schlammpartikel, der Oberflächenspannung
des Schlammwassers, der Viskosität, der hohen Kompressibilität und anderer Eigenschaften, die zu einem hohen
spezifischen Filter-Widerstand der Schlämme führen, nur mit sogenannten Filterhilfsmitteln möglich. Bekannte Filterhilfsmittel
sind Eisen- und Aluminium-Salze in Verbindung mit Kalkhydrat sowie neuerdings hochmolekulare wasserlösliche Polymere mit kationischem
Charakter. Durch die dosierte Zugabe solcher Filterhilfsmittel und deren Mischung mit dem Schlamm vor seiner Entwässerung
werden infolge Austausches von elektrischen Ladungen an suspendierte Schlammteilchen die Teilchenoberflächen entstabilisiert
und zur Koagulation und Flockung befähigt; vgl. U. Möller, "Zur Technologie der Schlammentwässerung", Städtehygiene 3/1967, Seiten
54 bis 59-
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Die durch, den Einsatz von Polymeren gebildeten Flocken sind in
ihrer Struktur sehr viel lockerer als die aus einer konventionellen Koagulation, so daß sich ein geringerer Endwassergehalt des
maschinell entwässerten Schlammes einstellt. Sie sind jedoch sehr empfindlich gegen mechanische Beanspruchung, so daß nicht alle
bekannten Entwässerungsverfahren ohne weiteres anwendbar sind.
Wie ferner festgestellt wurde, wirkt sich eine längere Belüftung des Schlammes ebenfalls ungünstig auf die Flocken aus und führt
zu deren Zerstörung. Da insbesondere Kommunalschlämme täglich in
großer Menge anfallen, erhöhen solche Filterhilfsmittel die Betriebskosten
von Kläranlagen erheblich. Schließlich belasten chemische Zuschlagstoffe den biologischen Haushalt, insbesondere dann,
wenn der anfallende Klärschlamm als Kompost in den biologischen Kreislauf rückgeführt werden soll.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein neues, wohlfeiles Filterhilfsmittel
für die Entwässerung von Suspensionen, insbesondere von Schlämmen, zu schaffen, das im wesentlichen aus biologisch-physikalisch
v/irkenden Stoffen besteht, durch die zumindest die Teilchengröße und -dichte der in der Suspension gelösten Teilchen
dauerhaft für die nachfolgende Filtration erhöht, die Viskosität der Suspension dagegen erniedrigt wird, sowie ein neues Verfahren
zur Entwässerung von Suspensionen, insbesondere von Schlämmen unter Benutzung solcher Filterhilfsmittel zu schaffen.
Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß als Filterhilfsmittel ein die Schlammpartikel und die Ballastflüssigkeit
aufnehmendes Gemenge aus porösen organischen Stoffen hoher Flüssigkeits-Aufnahmefähigkeit ist, dessen Partikel wesentlich
größer als die Schlammpartikel sind.
Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird als Filterhilfsmittel ein weit abgebauter, biologisch jedoch noch aktiver
Kompost von faseriger Struktur und hoher Wasseraufnahmefä-
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higkeit verwendet, dessen Wassergehalt etwa 30 bis 50 Gewichtsprozent
beträgt.
Ein Verfahren zur Entwässerung von Suspensionen, insbesondere von Schlämmen, unter Verwendung der genannten Filterhilfsmittel ist
dadurch gekennzeichnet, daß auf das Siebband einer Siebbandpresse
eine Schicht Filterhilfsmittel von ca. 2 bis '10 cm Stärke gleichmäßig
locker aufgelegt wird, daß diese Schicht mit der zu entwässernden Suspension durch übersprühen mit dem Fünf- bis Zehnfachen
der aufgebrachten Schicht getränkt und anschließend druckentwässert wird.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Verwendung von Kompost oder Weißtorf als biologisch unj^oder
physikalisch wirkende Filterhilfsmittel weist eine Reihe von Vorteilen
auf. Durch den auf das Siebband aufgelegten Kompost oder Weißtorf wird bei der dosierten Zugabe von Schlamm die Korngröße
der Schlammpartijtel erheblich vergrößert, da diese bei der Flüssigkeitsaufnahme
durch den Kompost oder Weißtorf mit in deren Kapillaren überführt werden. Wie bei einer Tiefenfiltration dringen
also die Teilchen, die kleiner sind als die Porengröße der Kompost- oder Torfteilchen, in deren Kapillaren ein und lagern
sich dort ab. Die Vikosität des Schlammes wird durch die faserige Struktur des Kompostes oder Weißtorfes erheblich vermindert. Da
ferner mit dem Einbringen von Klärschlamm in eine Kompostschicht sofort biologische exotherme Uiasetzprozesse einsetzen, erhöht sich
die Temperatur des Schlammes, was zu einer Verringerung der Oberflächenspannung des Schlammwassers führt. Kompost und Torf bleiben
beim mechanischen Entwässerungsvorgang stabil. Die bei chemischen Flockungsmitteln beobachtete Rücklösung der Schlammpartikel bei
der nachfolgenden mechanischen Entwässerung oder Belüftung tritt also nicht mehr ein. Selbst Industrieschlämme, die sich schwer
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oder nicht flocken lassen, können auf die erfindungsgemäße Art
entwässert werden. Durch Zugabe von Kompost oder Torf wird weder der Rotteprozeß zur Überführung von beispielsweise Klärschlamm
in Kompost, noch das vom Schlamm getrennte Ballastwasser chemisch belastet. Darüber hinaus wird der Kohlenstoffanteil im Filterkuchen
erhöht, was sich bei einer späteren biologischen Verwertung, zum Beispiel durch Verrotten, positiv auf das Kohlenstoff-/
Stickstoff-Verhältnis auswirkt. Dies bringt den weiteren Vorteil, daß im Falle der Verrottung des unter Verwendung von Weißtorf als
Filterhilfsmittel gewonnenen Filterkuchens in einer gesteuerten Rotte keinerlei Kohlenstoffträger, bei Verwendung von Kompost als
Filterhilfsmittel dagegen kein Rotterückgut zum Zwecke der Beimpfung
und Strukturverbesserung des entwässerten Schlammes zugegeben werden müssen. Die Zugabe solcher den Rotteprozeß ermöglichenden
Zuschläge ist bereits in der Verfahrensstufe "Entwässerung" erfolgt. Es brauchen also für die nachfolgende Verfahrensstufe der Schlammbeseitigung nur noch Filterkuchen und Kohlenstoff
träger dem Rotteprozeß zugeführt zu werden, was sich auf den einem Rotteprozeß stets vorgeschalteten Hischvorgang ebenfalls
günstig auswirkt.
Durch das Filterhilfsmittel Kompost wird sowohl der Filterkuchen als auch das abfließende Filtrat mit Mikro-Organismen beimpft.
Die über den Kompost in den Filterkuchen überführten Mikro-Organismen initiieren einen spontanen biologischen Abbauprozeß, also
einen Rottestart. Da in diesem Stadium genügend Luftsauerstoff vorhanden ist, weist dieser Abbauprozeß aeroben Charakter auf,
so daß keine unangenehmen Gerüche vorhanden sind. Der aufgebrachte Kompost absorbiert also weitgehend die aus den Schlämmen austretenden,
mit unangenehmen Gerüchen behafteten Gase. Dies erweist sich bei der Zwischenlagerung oder beim Transport des entwässerten
Schlammgutes als besonders vorteilhaft. Die ebenfalls mit dem Kompost in das Filtrat, also das Preß- oder Ballastwasser gelangenden
Mikro-Organismen werden in aller Regel dem biologischen Klärprozeß wieder zugeführt und wirken sich dort ebenfalls als
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biologische Beimpfung aus, was den Klärprozeß günstig beeinflußt.
Durch die durch das Filterhilfsmittel verbesserte Filtration wird auch der Anteil an kollodialen Teilchen im Filtrat erheblich verringert
.
Darüber hinaus können solche Filterhilfsmittel am Orte der Kläranlage
aus den anfallenden Schlämmen gewonnen werden, brauchen also nicht mehr von Dritten bezogen zu werden. Auch entfallen die
bei chemischen Filterhilfsmitteln erforderlichen Mischvorrichtungen,und
Rührwerke. Schließlich wirkt sich die bei der Verwendung der erfindungsgemäßen Filterhilfsmittel bereits am Orte der Entwässerung
erfolgende Geruchsbindung auch auf das Bedienungspersonal günstig aus.
Die Filterhilfsmittel und ihre Anwendung nach Art einer Anschwemm-Filtration
sind nachfolgend in Verbindung mit einer in der Zeichnung schematisch dargestellten Siebbandpresse beschrieben.
Auf das freie Teil A des umlaufenden Siebbandes 1 einer Siebbandpresse
BP herkömmlicher Bauart wird eine aus Kompost oder Weißtorf bestehende Schicht Filterhilfsmittel von 2 bis 10 cm Stärke
mittels einer vibrierenden, über die Breite des Siebbandes sich erstreckenden Schurre 2 locker aufgelegt. Das Filterhilfsmittel
wird einem Behälter 3 entnommen. Die aufgelegte Schicht wird anschließend mit der aufzubereitenden Suspension, im vorliegenden
Ausführungsbeispiel in Form von kommunalem Klärschlamm, getränkt, und zwar mit etwa dem Fünf- bis Zehnfachen der aufgelegten Kompostmenge.
Die Grenze der Tränkung ist durch den Umstand gegeben, daß das flüssige, etwa 93 bis 96 Gewichtsprozent Wasser enthaltende
Gemenge nicht vom Siebband abläuft. Das Tränken erfolgt ebenfalls mit Hilfe einer sich über die Breite des Siebbandes erstreckenden
Schurre 4-, die von einem Behälter 5 gespeist ist. Beiden Behältern ist noch eine nicht näher dargestellte Dosiervorrichtung
6, 7 zugeordnet, um die aufzugebenden Mengen von Filterhilfsmittel
und Suspension bestimmen zu können. Beim Aufbringen
•Dosienmmpen 909885/0207 -8-
der Suspension saugt sich das Filterhilfsmittel nach Art eines Schwammes voll. Dabei werden die mitgeführten Schlammpartikel
in seine Kapillaren überführt und festgehalten. Die Schlammdispersion
liegt also nicht mehr wie bisher direkt auf dem Siebband auf. Das auf diese V/eise aufgelegte Gemenge wird durch das Siebband
1 unter das Ireßband 8 transportiert und in bekannter Weise druckfiltriert. Das Filtrat läuft in einen Behälter 9» während
der Filterkuchen in einen Behälter 10 überführt wird. Die mechanische Entwässerung erfolgt also in an sich bekannter Weise, wobei
der Filtereffekt dos Siebbandes durch das Filterhilfsmittel bedeutend erhöht wird.
Falls es sich aurch die Art des zu entwässernden Schlammes notwendig
erweist, Jcann auf die mit der Suspension getränkte Schicht
eine v/eitere Schicht Filterhilfsmittel von ca. 1 bis 5 cm Stärke
in der "beschriebenen V;eise aufgebracht werden, wobei als Filterhilfsmittel
vorzugsweise Kompost oder handelsüblicher Veißtorf zu
verstehen ist, deren Feuchtigkeitsgehalt so niedrig wie möglich gehalten ist. Ais Dosiervorrichtungen dienen beispielsweise Dosierschnecken.
Kommunaler Klär schlamm, mit Iu bis 15 # eines natürlichen Kohlenstoff
trägers vermischt, wird innerhalb eines geschlossenen Belüftungsreaktors, wie er beispielsweise in der DE-OS 25 4-1 O7O beschrieben
ist, verrottet und nach seinem Austrag einer Nachrotte von ca. ein bis zwei Wochen bei Temperaturen von ca. 30 ^>is A-O0C
unterworfen. Der auf diese Weise gewonnene, biologisch aktive, also stark mit rlikro-Organismen, Actinomyceten, Bakterien, Kleintieren
u.a. besetzte Kompost ist ohne längere Zwischenlagerung sofort als Filterhilfsmittel zu verwenden.
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- J-
Handelsübliclier Weißtorf ist mechanisch zu zerkleinern und zu
egalisieren bis zu einer Korngröße gleich oder kleiner als Ί0 cm.
Sein Wassergehalt soll ca. 4-0 Gevixchtsprozent nicht übersteigen.
Der so behandelte Weißtorf ist sofort als Filterhilfsmittel zu
verwenden.
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-AO-
Leerseite
Claims (3)
1. Filterhilfsmittel zur Aufbereitung von Trüben und Suspensionen,
insbesondere von Kummunal-, Industrie- und sonstigen Schlämmen für die nachfolgende Entwässerung, dadurch
gekennzeichnet , daß es ein die Schlammpartikel
und Ballastflüssigkeit aufnehmendes Gemenge aus porösen organischen Stoffen hoher Flüssigkeitsaufnahmefähiglceit
ist, dessen Partikel wesentlich größer als die Schlammpartikel sind.
2. Filterhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß es ein weit abgebauter, biologisch
jedoch noch aktiver Kompost von faseriger Struktur und hoher Wasseraufnahmefähigkeit ist, dessen Wassergehalt etwa
30 bis 50 Gevjichtsprozent beträgt.
3. Filterhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß es ein etwa 40 Gewichtsprozent Wassergehalt
auf v/eisender handelsüblicher Weißtorf ist, der mechanisch in eine gleichmäßige Struktur mit einer durchschnittlichen
Korngröße von ca.= 1o cm überführt worden ist.
4-. Verfahren zum Entwässern von Trüben und Suspensionen, insbesondere
von Kommunal-, Industrie- und sonstigen Schlämmen mittels tJberdruckfiltration und unter Verwendung von Filterhilf
smitteln gemäß den Ansprüchen 1 bis 3» dadurch gekennzeichnet , daß auf das Siebband einer Sieb-
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ORtGlNAL INSPECTED
_ ο
bandpresse eine Schicht Filterhilf smittel von ca. 2 bis 10 cm
Stärke gleichmäßig locker aufgelegt wird, daß diese Schicht mit der zu entwässernden Suspension durch Übersprühen mit
dem Fünf- bis Zehnfachen der aufgebrachten Schicht getränkt
und anschließend druckentwässert wird.
5· Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß auf die mit der Suspension getränkte Schicht eine weitere, etwa 1 bis 5 cm Stärke aufweisende Schicht
Filterhilfsmittel gleichmäßig aufgelegt wird.
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