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Beschreibung:
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Die Erfindung bezieht sich auf einen Backofen, insbesondere einen
Haushalts-Backofen, mit einer Klapptür, die um eine horizontale untere Gelenkachse
schwenkbar ist und in der Nähe ihres oberen Randes einen Handgriff aufweist.
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Backofentüren müssen einen bequem erfaßbaren Griff aufweisen, mit
dem die Backofentür auch bei heißem Backofen geöffnet werden kann. Der Griff soll
keine so hohe Temperatur erreichen können, daß das Erfassen des Griffes unangenehm
werden kann. Bei bekannten Backöfen ist der Griff der Backofentür (meist ist der
Backofen Bestandteil eines Herdes, auf dessen Oberseite sich elektrische Kochplatten
und/oder Gasbrenner befinden) auf diese aufgesetzt, d.h.
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er bildet ein vorstehendes Teil. Der Griff kann deshalb hinderlich
sein, insbesondere bei beengten Platzverhältnissen, und kann z.B. das öffnen und
Schließen einer anderen Tür einer Einbauküche behindern.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Backofen den Türgriff
so auszubilden, daß er bei Nichtgebrauch nicht über die allgemeine vordere Begrenzungsfläche
des Backofens vorragt und bei Gebrauch dennoch bequem erfaßbar ist und durch die
Umgebungsluft genügend gekühlt wird.
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Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß der Handgriff
in einer Aussparung der Tür angeordnet und um
eine horizontale Achse
schwenkbar ist, wobei der Handgriff in einer Ruhestellung die Vorderfläche der Tür
nicht überragt und in einer Gebrauchsstellung, in die er durch Schwenkung um die
genannte Horizontalachse bringbar ist, über die genannte Vorderfläche zum bequemen
Erfassen vorragt.
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Bei Nichtgebrauch des Backofens, also dem meist bestehenden Zustand,
ist der Griff innerhalb der Tür angeordnet, bildet also nicht ein vorstehendes Teil,
wie bekannte Griffe. Der Griff ist dann auch nicht mehr hinderlich im Wege und kann
nicht mehr das öffnen und Schließen anderer Türen behindern.
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Auch erhält man eine insgesamt ebene Vorderfläche eines Backofens
bzw. Herdes, an der man sich nicht stoßen kann, während dies bei einem konventionellen,
vorragenden Griff leicht passieren kann. Wenn der Backofen in Gebrauch genommen
wird, wird der Griff in seine Gebrauchsstellung ausgeklappt, wobei er über die allgemeine
Vorderfläche des Backofens vorragt. Der Griff wird dann auch dank der Luftströmung,
die infolge Auftriebes an der warmen Vorderwand der Backofentür stattfindet, gekühlt
und dadurch auf einer relativ niedrigen Temperatur gehalten, so daß das Anfassen
des Griffes nicht unangenehm ist.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist in den
Unteransprüchen angegeben. Zu diesen Ansprüchen wird folgendes bemerkt.
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Die Ausbildung des Griffes als Griffmuschel gemäß Anspruch 2 bringt
den Vorteil, daß bei relativ kleinen Abmessungen des Griffes ein bequemes Erfassen
möglich ist.
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Ein Griff mit kleinen Abmessungen läßt sich leicht innerhalb der Dicke
der Backofentür unterbringen. Die Anordnung von Durchbrechungen gemäß den Ansprüchen
3 und 4 begünstigt die Kühlung, da die Durchbrechungen verhindern, daß sich im Hohlraum
der Griffmuschel heiße Luft sammelt, die den
Griff unzulässig erwärmt.
Auch die Verwendung von schlecht wärmeleitendem Material gemäß Anspruch 5 begünstigt
die Erhaltung einer niedrigen Temperatur.
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Mit der oberen Anschlagleiste gemäß Anspruch 6 erhält man mit einfachen
und billigen Mitteln eine genaue Fixierung der Ruhestellung. Eine innere Griffleiste
gemäß Anspruch 7 erleichtert das sichere Erfassen des Griffes.
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Die schwenkbare Lagerung der Griffmuschel läßt sich besonders einfach
ausführen, wenn gemäß Anspruch 8 an die Griffmuschel Endwände angeformt werden,
die gemäß Anspruch 9 Lagerzapfen oder Lagerbohrungen aufweisen.
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Eine vorteilhafte Art der Lagerung ist in den Ansprüchen 10 und 11
angegeben. Selbstverständlich kann man Zapfen und Lagerbohrungen austauschen, d.h.
man könnte an der Griffmuschel Lagerbohrungen und an den Verkleidungsteilen Zapfen
anbringen, statt der in der noch zu besprechenden Zeichnung gezeigten Ausführungsform,
bei der an der Griffmuschel Zapfen und an den Verkleidungsteilen Bohrungen angeordnet
sind.
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Mit der Arretierungseinrichtung gemäß den Ansprüchen 12 bis 14 erhält
man ein sicheres Festhalten des Griffes in der Ruhestellung und in der Gebrauchs
stellung, wodurch verhindert wird, daß der Griff unbeabsichtigt aus seiner Ruhestellung
heraus nach vorne fällt oder etwa von der Gebrauchsstellung in die Ruhestellung
zurückfällt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 eine Vorderansicht eines Haushaltsherdes mit Backofen,
Fig.
2 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1 im Bereich II der Fig.- 1, Fig. 3 eine
Ansicht in Richtung des Pfeiles III in Fig. 2, wobeider Griff und beiderseits des
Griffes angeordnete Verkleidungsteile gezeigt sind, Fig. 4 einen Schnitt nach Linie
IV-IV in Fig. 2 in einem gegenüber Fig 2 vergrößerten Maßstab, Fig. 5 einen Schnitt
nach Linie V-V in Fig. 2 im gleichen Maßstab, der auch für die Fig. 4 verwendet
wurde, -Fig. 6 einen senkrechten Teilschnitt durch den Backofen nach Fig. 1 entsprechend
der Schnittlinie II-II in Fig. 1 in einem gegenüber Fig. 1 vergrößerten Maßstab,
wobei sich der Griff in der Ruhestellung befindet und Fig. 7 einen der Fig. 6 entsprechenden
Schnitt, wobei sich jedoch der Griff in der Gebrauchsstellung befindet.
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Fig. 1 zeigt als Bestandteil einer Einbauküche einen insgesamt mit-H
bezeichneten Herd, dessen Oberteil mit elektrischen Kochplatten 1 ausgerüstet ist
und der einen insgesamt mit B bezeichneten Backofen aufweist. Der Backofen B hat
eine Klapptür 2, die um eine untere horizontale Achse klappbar ist. Die Lage-dieser
Achse ist durch die strichpunktierten Linien 3 angegeben. In bekannter Weise wird
die Tür durch Federkraft in der Schließstellung gehalten und kann unter Überwindung
der Federkraft in eine horizontale öffnungsstellung bewegt werden. Zur Betätigu-ng
der Tür dient der insgesamt mit G bezeichnete Griff, dessen Beschaffenheit und Lagerung
nachfolgend anhand der Fig. 2 bis 7
betrachtet werden solI.
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Der Griff ist als sogenannte Griffmuschel ausgebildet. Vorzugsweise
ist die Griffmuschel aus einem schlecht wärmeleitenden Material, vorzugsweise einer
Kunststoff-Preßmasse gebildet. Der dargestellte Muschelgriff ist ein einstückiges
Formteil.
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Der Querschnitt der Griffmuschel ist aus Fig. 4 ersichtlich. Die Griffmuschel
hat eine Rückwand 4, eine Bodenwand 5 und eine obere Wand 6, die allerdings nicht
geschlossen ist. Ferner hat die Griffmuschel Endwände 7 und 8.
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In der Längsmitte der Griffmuschel sind an ihrer Außenseite zwei Wulste
9 und 10 angeformt. Aus Fig 2 ist zu ersehen, daß diese Wulste verhältnismäßig kurz
sind An die Endwände 7 und 8 sind zylindrische Lagerzapfen 11 und 12 angeformt.
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Die obere Wand 6 ist von fensterartigen Durchbrechungen 53 durchbrochen,
die in einer Reihe angeordnet sind. Die Durchbrechungen 1-3 sind durch Stege 6a
voneinander getrennt. Die Stege 6a sind also die übriggebliebenen Teile der oberen
Wand 6.
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Längs des oberen Randes der Griffmuschel- erstreckt sich eine Anschlagleiste
14 mit einer Anschlagfläche 14a. Unterhalb der Anschlaqleiste 14 erstreckt sich
eine Griffleiste 15, die überein Abrundung 16 in die untere Wandfläche 6b übergeht.
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Um eine Vorstellung von den ungefähren tatsächlichen Abmessungen zu
geben, sei erwähnt, daß Fig. 4 ein Querschnitt im Maßstab 1 : 1 ist. Die Länge 1
kann z.B. ca. 21(Y mm betragen.
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Die Griffmuschel ist in Verkleidungsteilen 17 und 18 gelagert. Die
Verkleidungsteile sind Strangpreßteile aus
aluminium, die stellenweise
ausgefräst sind Der Querschnitt dieser Strangpreßteile ist in Fig. 5 dargestellt.
An der Frontseite befinden sich Verzierungsleisten 19 und an der Rückseite ein-
Befestigungssteg 20. Der Befestigungssteg 20 ist über einen Haltesteg 21 mit der
Vorderwand 22 verbunden, an der sich die Zierleisten 19 befinden. Am Übergang vom
Haltesteg 21 zu der Vorderwand 22 ist eine Lagerbohrung 23 für die Griffmuschel
eingeformt. Diese Lagerbohrung hat einen Längsschlitz 23a, der sich aus herstellungstechnischen
Gründen ergibt.
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Wie man aus den Fig. 2 und 3 erkennen kann, sind der Verbindungssteg
21 und der Haltesteg 20 über einen Teil der Länge des Verkleidungsteiles entfernt.
Außerdem enthalten die Verkleidungsteile einige Durchbrechungen 24.
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Die Griffmuschel G greift mit ihren beiden Lagerzapfen 11 und 12 in
die Lagerbohrungen 23 der Verkleidungsteile 17 und 18 ein. Es sei darauf hingewiesen,
daß die Verkleidungsteile 17 und 18 nicht genau gleich sind, sondern spiegelbildlich
zueinander, so daß also zu jedem Backofen ein linkes Verkleidungsteil 17 und ein
rechtes Verkleidungsteil 18 gehört. Bei dieser Montage kann man die Verkleidungsteile
auf die Lagerzapfen 11, 12 aufschieben und diese Gesamtheit an dem Backofen befestigen.
Man kann aber auch zunächst ein Verkleidungsteil befestigen, dann einen Lagerzapfen
in dieses Verkleidungsteil einschieben und danach das andere Verkleidungsteil befestigen,
nachdem es durch Längsverschiebung auf den anderen Lagerzapfen aufgeschoben wurde.
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Die montierte Stellung der Griffmuschel ist in den Fig.
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6 und 7 dargestellt. Aus diesen Figuren ist zu erkennen, daß zu der
Griffanordnung auch eine insgesamt mit 25 bezeichnete Blattfeder gehört. Diese Blattfeder
hat eine Breite von z.B. 25 mm und ist mittels einer selbstschnei-
denden
Blechschraube 26 an einem Blech 27 der Backofentür 2 befestigt. Die Blattfeder 25-ist
wellenförmig gebogen, so daß sie zwei Mulden 25a und 25b bildet.
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Die Griffmuschel G liegt in einer Ausnehmung 28 der Backofentür 2.
Diese Ausnehmung wird von dem bereits erwähnten Blech 27 und einem weiteren Blech
29 begrenzt. Das Blech 27 kann auch als obere Halteleiste für eine Glasscheibe 30,
nämlich eine sogenannte Panoramascheibe, bezeichnet werden.
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Das Blech 29 bildet den eigentlichen Körper der Backofentür. Hinter
der Panoramascheibe 30 ist eine innere Backofenscheibe 31 angeordnet, die unter
Zwischenfügung einer Dichtung 32 an das Blech 29 angepreßt ist. Der Backofenraum
33 ist mittels einer die oeffnung des Backofens umgebenden Dichtung 34, an der die
Tür 2 in ihrer Schließstellung anliegt, nach außen abgedichtet. In den Fig. 6 und
7 ist auch ein Teil des Backofenrahmens 35 sichtbar.
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An dem Backofenrahmen 35 ist ein insgesamt mit 36 bezeichnetes Teil
angeschraubt, das als Träger für die Armaturen, wie Schaltern und dergleichen dient.
Solche Armaturen sind in der Zeichnung nicht dargestellt.
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Die Ruhestellung der Griffmuschel G ist in Fig. 6 dargestellt. In
dieser Ruhestellung liegt die Anschlagfläche 14a der Anschlagleiste 14 am Rand des
Bleches 29 an. Die beiden Mulden 25a und 25b des Bleches 25 umgreifen die Wulste
9 und 10 des Griffes, der dadurch sicher in seiner Ruhestellung gehalten wird. Die
Vorderfläche 15a der Griffleiste 15 liegt in der gleichen Ebene wie die Außenfläche
27a des Bleches 27, so daß der Griff nicht über die allgemeine vordere Begrenzungsfläche
des Backofens vorsteht.
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Wenn der Backofen in Gebrauch genommen wird, wird die Griffmuschel
G in die Stellung nach Fig. 7 geschwenkt.
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Dies geschieht durch einfaches Herausziehen, wobei mit den Fingerkuppen
unter die Griffleiste 15 gefaßt wird.
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Hierbei werden die Lagerzapfen 11 und 12 in den Lagerbohrungen 23
verdreht. Die geometrische Achse der Zapfen
11 und tZ ist-mit 40
bezeichnet. 40 ist die geometrische Achse, um die die Griffmuschel schwenkt, wenn
sie von der Stellung nach Fig. 6 in die Stellung nach Fig. 7 gebracht- wird und
umgekehrt. Die Arbeitsstellung wird dadurch fixiert, daß der untere Wulst 1-G nun
in die obere Mulde 25a der Blattfeder 25 eingera-stet wird. In dieser Stellung stützt
sich auch die--Endabrundung 25c der Blattfeder an dem Wulst-9- ab. In dieser Gebrauchsstellung
ragt der Griff über die allgemeine vordere Begrenzungsebene des Backofens so weit
vor, daß sich die Fenster 13 mindestens teilweise in dem vorragenden Bereich befinden.
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An der Vorderfront 2a der Backofentür infolge von- Konvektion- auf
steigenffe Luft kann deshalb die Griffmuschel G intensiv umspuleri. Die Luft nimmt
dabei etwa den durch den Pfeil 37 angedeuteten-Wege Auch die Rückseite der Griffmuschel
wird umspült, was durch-den Strömungspfeil 38 angedeutet ist. Die Fenster 13 verhindern
eine Stauung heißer Luft innerhalb der Griffmuschel. Gleichzeitig wird eine große
Oberfläche der Griffmuschel erreicht. Die Küh-lung ist am intensivsten im Bereich
der Griffleiste 15, so daß die Gewähr gegeben ist, daß dle Griffmuschel stets eine
solche Temperatur behält, daß das Anfassen nicht unangenehm ist.
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Die Griffmuschel versteift so lange in der Gebrauchsstellung nach
Fig. 7, wie der Backofen benutzt wird. Wenn--der Backofen nach Benutzung abgekühlt
ist, wird der Griff wieder. in die Stellung nach Fig. 6 zurückgedrückt Der Griff
ist in dieser Stellung vollständig in die Back- -ofentür 2 integriert und kann nicht
mehr hinderlich sein