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Fahrzeug-Rückspiegel
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Die Erfindung betrifft einen Fahrzeug-Rückspiegel mit zwei im Winkel
zueinander verlaufenden Spiegelscheiben, von denen die eine ein normaler Rückspiegel
ist und die andere für den sogenannten toten Winkel bestimmt ist.
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Bei den herkömmlichen Rückspiegeln besteht bekanntlich der Nachteil,
daß mit ihnen der sogenannte tote Winkel nicht erfaßt werden kann. Ein überholendes
Fahrzeug, das sich gerade im toten Winkel befindet, ist in dem Rückspiegel nicht
zu erkennen. Dadurch können sich gefährliche Situationen im Straßenverkehr einstellen,
wenn der Kraftfahrer, der aufgrund eines Blickes in seinen Rückspiegel das im toten
Winkel befindliche Fahrzeug nicht wahrnimmt, seinerseits zum überholen eines anderen
Fahrzeuges ausscheren will. Auch beim Einfädeln in den fließenden Verkehr auf Autobahnen
und Autostraßen sowie beim Ausparken können sich gefahrliche Situationen ergeben.
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Es ist daher bekannt geworden (DT-OS 24 25 502), einen gesonderten
zusätzlichen Spiegelkörper auf einen Teil des normalen Rückspiegels aufzukleben.
Dieser Spiegelkörper besitzt einen keilförmigen Untergrund, so daß er sich in einem
bestimmten Winkel zum Rückspiegel befindet. Der Winkel ist so gewählt, daß der zusätzliche
Spiegelkörper den Bereich des toten Winkels erfaßt.
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Zwar läßt sich somit eine größere Sicherheit im Straßenverkehr erreichen,
jedoch ist die bekannte Anordnung nicht
ohne. Nachteile. Es gibt
bekanntlich eine Vielzahl verschiedener sich laufend ändernder Spiegelformen, an
die der zusätzliche Spiegelkörper jeweils angepaßt werden muß. Daher ergibt sich
für den Händler das Problem einer relativ umfangreichen Lagerhaltung.
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Es kann auch vorkommen, daß, wenn der Klebevorgang nicht sorgfältig
genug erfolgt ist, sich der zusätzliche Spiegelkörper wieder löst und abfällt. Auch
bei Benutzung einer Auto-Waschanlage kann es leicht passieren, daß sich der zusätzliche
Spiegelkörper infolge nicht ausreichender Verklebung von dem Rückspiegel löst. Außerdem
ist die Spiegelfläche des zusätzlichen Spiegelkörpers relativ schmal, so daß nur
eine geringe Erfassungsbreite vorhanden ist Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
einen Rückspiegel der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem keine Klebeprobleme
auftreten, die beiden Spiegelscheiben dennoch sicher gehalten sind, und die Spiegelfläche
der für den toten Winkel vorgesehenen Spiegelscheibe größer als bisher ausgelegt
werden kann.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist vorgesehen, daß eine erste Spiegelscheibe
vollflächig auf ihrer ganzen Oberfläche als Spiegel ausgebildet ist, daß die zweite
etwa gleichgroße Spiegelscheibe mindestens einen durchsichtigen, nicht verspiegelten
Bereich aufweist, und daß die zweite Spiegelscheibe in Blickrichtung vor der ersten
Spiegelscheibe in dem vorgegebenen Winkel angeordnet ist.
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Durch die Erfindung wird ein völlig neuartiger Rückspiegel geschaffen,
bei der zwei Spiegelscheiben mit im wesentlichen gleicher Fläche vorgesehen sind,
die in Blickrichtung
gesehen nicht nebeneinander,sondern voreinander
angeordnet sind.
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Die beiden Spiegelscheiben können von einem gemeinsamen Rahmen gehalten
werden, so daß ein Aufkleben nicht mehr erforderlich ist. Die Spiegelfläche der
vorderen Spiegelscheibe ist durch durchsichtige, nicht verspiegelte Bereiche unterbrochen,
durch welche der Blick auf die hintere Spiegelscheibe freigegeben wird.
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Der durchsichtige Bereich kann in vorteilhafter Weise aus mehreren
kreisförmigen Zonen bestehen, die jeweils durch einen Spiegelbereich voneinander
getrennt sind. Es sind jedoch auch andere Konfigurationen denkbar, z.B. können rechteckförmige,
durchsichtige Bereiche vorgesehen werden.
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Es ist weiter vorteilhaft, die Gesamtfläche der durchs sichtigen
Bereiche auf der vorderen Spiegelscheibe größer als dessen Spiegelfläche auszulegen.
Dem Betrachter bieten sich zwei Spiegelflächen an, nämlich die der hinteren Spiegelscheibe,
auf die er wegen der durchsichtigen Bereiche blicken kann, und die demgegenüber
kleinere Spiegelfläche der vorderen Spiegelscheibe.
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Die hintere Spiegelscheibe kann dabei dem Hauptfeld und die vordere
dem Nebenfeld mit dem toten Winkel zugeordnet sein. Zur Unterscheidung der beiden
sich dem Betrachter anbietenden Spiegelflächen kann es vorteilhaft sein, die Spiegelflächen
unterschiedlich zu tönen.
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Anders als der einleitend erwähnte bekannte Rückspiegel enthält der
erfindungsgemäße Rückspiegel keine geknickten Teile mehr, was von großer Wichtigkeit
für eine einfache Produktion ist. Es ist auch noch der Vorteil vorhanden, daß der
durch die vordere Spiegel scheibe völlig verdeckte hintere Spiegel keiner Verschmutzung
durch Umwelteinflüsse mehr unterliegt. Von besonderem Vorteil ist weiterhin die
Tatsache, daß der Rückspiegel
bzw. die beiden Spiegel scheiben
wegen des gemeinsamen Rahmens völlig vibrationsfrei ist bzw. sind.
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Anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform wird die
Erfindung nachstehend näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine vereinfachte Draufsicht
auf einen an einem Fahrzeug befestigten Rückspiegel, Fig. 2 den Ausschnitt einer
Frontansicht des Rückspiegels in Blickrichtung und Fig. 3 - 5 verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung.
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In Fig. 1 ist ein Rückspiegel 10 in vereinfachter Draufsicht dargestellt.
Er enthält eine erste Spiegelscheibe 1 mit einer Spiegelfläche 2 und eine zweite
Spiegel scheibe 5 mit einer teilweisen Spiegelfläche 6. Die beiden Spiegelscheiben
sind in einem gemeinsamen Rahmen 3 gehalten. Uber ein Befestigungsteil 4 ist der
Rückspiegel 10 an einem nicht gezeigten Fahrzeug befestigt.
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Die in Blickrichtung des Betrachters hinter der zweiten Spiegel scheibe
5 angeordnete erste Spiegelscheibe 1 ist vollflächig ausgebildet, d.h. ihre Spiegelfläche
2 ist nicht unterbrochen.
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Demgegenüber ist die vordere Spiegel scheibe 5 anders ausgebildet.
Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, enthält sie durchsichtige, z.B. kreisförmige Bereiche
9, die jeweils durch die Spiegelfläche 6 voneinander getrennt sind. Der Betrachter,
der auf den Rückspiegel 10 blickt, kann durch die durchsichtigen Bereiche 9 hindurchschauen
und auf die Spiegelfläche 2 der hinteren Spiegelscheibe 1 blicken. In Fig. 2 ist
die Spiegelfläche 1 durch eine gepunktete Struktur dargestellt, um sie von der Spiegelfläche
6 der vorderen Spiegelscheibe 5 zu unterscheiden. In der Praxis kann eine Unterscheidung
der beiden Spiegelflächen 2 und 6 in vorteilhafter Weise dadruch erfolgen, daß sie
unterschiedlich getönt werden. Beispielsweise kann die Spiegelscheibe 2 leicht dunkel
getönt sein, während die Spiegelfläche 6 als üblicher ungetönter Spiegel ausgebildet
ist.
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Die durchsichtigen Bereiche 9 nehmen auf der Spiegelscheibe 5 einen
größeren Bereich als die Spiegelfläche 6 ein.
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Durch die durchsichtigen Bereiche 9 wird die Spiegelfläche 2 der ersten
Spiegelscheibe 1 sichtbar. Dem Betrachter bieten sich somit zwei verschiedene Spiegelflächen
dar, nämlich ein relativ großer Ausschnitt der Spiegelfläche 2 und eine demgegenüber
kleinere Spiegelfläche 6.
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Die hintere Spiegelscheibe 1, deren Spiegeloberfläche 2 sich dem
Betrachter in einem größeren Bereich als die Spiegelfläche 6 der zweiten Spiegelscheibe
5 darbietet, dient als normaler Rückspiegel und umfaßt das durch die gestrichelten
Linien 7 angedeutete Hauptfeld, welches den sogenannten toten Winkel nicht enthält.
In Fig. 1 ist zu erkennen, daß die zweite Spiegelscheibe 5 nicht parallel, sondern
unter einem bestimmten Winkel zur ersten Spiegelscheibe 1 angeordnet ist. Die zweite
Spiegelscheibe 5 umfaßt daher einen anderen Bereich, der durch die gestrichelten
Linien
8 angedeutet ist und als Nebenfeld bezeichnet wird. Der erwähnte Winkel zwischen
den beiden Spiegelscheiben 1 und 5 ist so gewählt; daß das Nebenfeld 8 den sogenannten
toten Winkel mit umfaßt.
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Der Kraftfahrer, der in den erfindungsgemäßen Rückspiegel schaut,
blickt gleichzeitig auf zwei Spiegelflächen. Die Spiegelfläche 2 mit dem größten
Bereich gibt ihm dabei - wie jeder normale Rückspiegel - die Verhältnisse im rückwärtigen
Hauptfeld 7 an. Gleichzeitig kann er aber durch die kleinere Spiegelfläche 6 auch
überschauen, ob sich im toten Winkel ein Fahrzeug befindet, welches er mit Hilfe
der Spiegelfläche 2 allein nicht sehen kann. Der neue Rückspiegel trägt somit in
erheblichem Maße zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr bei. Da er keine
geknickten Teile enthält - wie z.B. der eingangs erwähnte bekannte Spiegel - und
einfach im Aufbau ist, eignet er sich in vorzüglicher Weise zur Massenproduktion.
Es ist noch zu erwähnen, daß die zweite Spiegelfläche 6 nicht störend wirkt und
den Betrachter auch nicht irritiert, da ihre Fläche kleiner als die Spiegelfläche
2 für das Hauptfeld ist. Unter Beachtung dieser Tatsache lassen sich in Fig. 1 Haupt-
und Nebenfeld miteinander vertauschen, so daß die vordere Spiegelscheibe 5 als normaler
Rückspiegel dient und die hintere Spiegel scheibe 1 für den toten Winkel bestimmt
ist. In diesem Fall muß lediglich die gegen seitige Lage der beiden Spiegel scheiben
1 und 5 zueinander entsprechend geändert werden und die durchsichtigen Bereiche
müssen insgesamt verkleinert werden, so daß die Spiegelfläche für das Hauptfeld
größer als die Spiegelfläche für das Nebenfeld wird.
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Für die einzelnen durchsichtigen Bereiche sind dabei die verschiedensten
Konfigurationen denkbar, z.B. rechteckförmig, dreieckförmig, streifenförmig usw.
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In Fig. 3 bis 5 sind drei weitere mögliche Ausführungsformen dargestellt,
wobei in Fig. 3 die verspiegelte Fläche 6 etwa in der Mitte der zweiten Spiegelscheibe
5 angeordnet ist und eine kleinere Fläche als die Fläche des durchsichtigen Bereichs
9 aufweist. In Fig. 4 ist die verspiegelte Fläche 6 längs der Umrandung des Rückspiegels
angeordnet und in Fig. 5 befindet sie sich auf der linken Seite. Dabei ist die verspiegelte
Fläche 6 jeweils kleiner als die Fläche des durchsichtigen Bereichs 9.
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