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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum maschinellen Melken
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mittels Melkbechern, deren die Zitze aufnehmender, durch einen elastischen
Zitzengummi begrenzter Innenraum an eine Unterdruckquelle angeschlossen werden kann,
wobei der Zitzengummi periodisch mit unterschiedlichen Drücken beaufschlagt wird,
um während des Saugtaktes ein öffnen und während des Entlastungstaktes ein Kollabieren
des Zitzengummis zu bewirken. Ferner ist die Erfindung auf eine Vorrichtung zur
Durchführung dieses Verfahrens gerichtet.
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Es sind Melkverfahren bekannt, bei denen der Zitzengummiinnenraum
ständig an Unterdruck angeschlossen und der Melkbecherzwischenraum periodisch mit
Unterdruck und Atmosphärendruck beaufschlagt wird, so daß der Zitzengummi im Saugtakt,
d.h. während derjenigen Zeitspanne, in der sowohl der Melkbecherinnenraum als auch
der Melkbecherzwischenraum an Unterdruck liegen, im wesentlichen seine gestreckte,
zylindrische Gestalt annimmt, während er im sogenannten Entlastuntstakt kollabiert,
d.h. aufgrund der dann unterhalb der Zitze vorliegenden Druckdifferenz zwischen
dem an Unterdruck liegenden Melkbecherinnenraum und dem auf Atmosphärendruck liegenden
Melkbecherzwischenraum zusammengedrückt wird.
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Da bei diesen bekannten Verfahren Zitzengummis mit relativ großer
Wandstärke verwendet werden, kann durch das erwähnte Zusammendrücken des Zitzengummis
unterhalb der Zitze auch eine die Zitze massierende, bzw. zusammendrückende Kraft
auf die Zitzenspitze übertragen werden.
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Ungünstig bei diesen bekannten Verfahren ist vor allem, daß der zylindrische
Zitzengummi aufgrund des durch die Druckdifferenz bewirkten Zusammendrückens keinen
Abschluß der Zitze von der Unterdruckquelle gewährleisten kann und auch die über
den Zitzengummi übertragbaren Massagekräfte beschränkt sind. Diese Nachteile haben
unter anderem zur Folge, daß eine echte Entlastung der Zitze während des Entlastungstaktes
nicht möglich ist, da aufgrund des an der Zitzenspitze ständig anliegenden Vakuums
und der ungenügenden Massage bzw. Zitzenabstützung, der Blutkreislauf in der Zitze
zumindest
beeinträchtigt wird. Ferner entsteht während des sich ständig abwechselnden Öffnens
und Kollabierens des Zitzengummis im Zitzengummiinnenraum sowie in der sich anschließenden
Milchabflußleitung eine gewisse Pumpwirkung, die zur Folge hat, daß die Milch nicht
kontinuierlich abfließen kann, sondern immer wieder nach oben in Richtung der Zitze
gepumpt und auch gegen die Zitzenspitze gespült wird. Dies wirkt sich vor allem
bei starkkem Milchfluß negativ aus.
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Es ist auch bereits bekannt, den Zitzenaufnahmeraum während des Entlastungstaktes
vollständig von der Unterdruckquelle abzuschließen, und zwar mittels eines in einem
Steuer stück angeordneten Verschlußorgans. Bei diesem bekannten Verfahren,bei dem
der Melkbecherzwischenraum während des Massagetakes bevorzugt mit überdruck beaufsich
schlagt wird, ergibt / eine Reihe von Vorteilen, und zwar insbesondere eine wesentlich
bessere Annäherung des Melkvorgangs an das natürliche Kalbsaugen mit der Folge einer
Schonung der Zitzen unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Blutkreislaufes in
der Zitze und Verbesserung des mengenmäßigen Melkergebnisses. Auch bei diesem Verfahren
können insbesondere bei starkem Milchfluß noch unerwünschte Rückspüleffekte auftreten.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine maschinelles Melkverfahren zu schaffen,
das einerseits während des Entlastungstaktes eine praktisch vollständige Entlastung
der Zitze durch Abschluß von der Unterdruckquelle erbringt und andererseits einen
störungsfreien Milchabfluß unter weitestgehender Ausschaltung von Rückspüleffekten
gewährleistet.
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Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß eine in
der milchführenden Verbindung zwischen Melkbecherinnenraum und Unterdruckquelle
vorgesehene Vorrichtung zur Veränderung des freien Strömungsquerschnitts während
des Entlastungstaktes in Abhängigkeit von der Stärke des Milchflusses gesteuert
wird.
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Durch diese Maßnahme der milchflußabhängigen Steuerung des Abschlusses
zur Unterdruckquelle, die so gewählt werden kann, daß ein flüssigkeitsfreier Strömungsquerschnitt
während des Entlastungstaktes
im Steuerungsbereich vermieden wird,
ist es möglich, bei freiem Milchabfluß eine Entlastung des Zitzengummiinnenraums
auf Atmosphäre bzw. auf einen vorgebbaren Wert zu erreichen, ohne die genannten
Rückspüleffekte zu verursachen. Dadurch wird auch die Haftung der Melkbecher an
den Zitzen stark unterstützt und jeglicher Abfalltendenz entgegengewirkt.
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Vorzugsweise wird der freie Strömungsquerschnitt zumindest im wesentlichen
zwischen dem Wert Null und einem vorgebbaren,auch im Entlastuntstakt einen im wesentlichen
freien Milchabfluß ermöglichenden Wert variiert, wobei dieser Variationsbereich
zweckmäßigerweise einstellbar ist.
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Ferner bietet sich die vorteilhafte Möglichkeit, die Höhe des Vakuums
im Saugtakt in der Phase des erhöhten Milchflusses automatisch zu reduzieren, so
daß je nach Veranlagung des Tieres ein individuelles Melken erreicht werden kann,
da sich im Trockenlauf bzw. bei geringem Milchfluß ein stärkeres Vakuum und damit
eine größere Saugkraft einstellt als bei starkem Milchfluß.
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Eine besonders vorteilhafte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
unter Verwendung eines ein Abschlußorgan aufweisenden Steuerstücks, dessen Milchsammelraum
einerseits mit den Zitzengummiinnenräumen der angeschlossenen Melkbecher und andererseits
über eine Verbindungsleitung mit der Unterdruckquelle verbunden ist, zeichnet sich
dadurch aus, daß das der Verbindungsleitung zugeordnete Abschlußorgan entgegen seiner
Schließrichtung vorgespannt ist, daß der Milchsammelraum vorzugsweise eine vorgebbare
Undichtheit zur Atmosphäre aufweist, und daß die Vorspannkraft für das Abschlußorgan
derart gewählt ist, daß eine milchflußbedingte Verringerung des freien Querschnitts
der Verbindungsleitung eine Kräfteverschiebung zugunsten der Vorspannkraft bewirkt.
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Mittels dieser Vorrichtung ist eine konstruktiv und damit auch wirtschaftlich
besonders einfache Realisierung des Verfahrens nach der Erfindung möglich, da ausgehend
von einem bekannten Steuerstück mit einem Minimum an Umrüstaufwand praktisch alle
durch die Erfindung
erbrachten Vorteile realisiert werden können.
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Vorzugsweise ist das Abschlußorgan als Kolben ausgebildet, der koaxial
zu der vom Milchsammelraum bodenseitig abgeführten Verbindungsleitung bewegbar ist,
u dieser Kolben ist entgegen einer Vorspannfeder an einer elastischen Membran gehaltert,
die einen dichten Abschluß zum Milchsammelraum bildet. Zweckmäßigerweise ist der
Kolben dabei in einer den Milchsammelraum begrenzenden Trennwand mit Spiel geführt,
und die Vorspannfeder ist in dem belüfteten Raum zwischen Membran und Trennwand
angeordnet.
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Die dem über die Verbindungsleitung wirksam werdenden Vakuum ausgesetzte
Kolbenfläche sowie die Kraft der Vorspannfeder werden so gewählt, daß bei einem
Absinken des Vakuums im Milchsammelraum aufgrund eines erhöhten, den freien Strömungsquerschnitt
in der Verbindungsleitung verringernden Milchflusses und aufgrund der vorhandenen
Undichtheit des Milchsammelraums zur Atmosphäre ein Verschieben des Kräftegleichgewichts
zugunsten der Vorspannfeder auftritt, wodurch der Kolben seine Schließstellung nicht
mehr erreichen kann oder sogar entgegen seiner Schließrichtung bewegt wird, so daß
sich auch im Entlastungstakt stets eine einwandfreie Abflußmöglichkeit für die Milch
unter gleichzeitiger Entlastung der Zitzen vom Vakuum ergibt.
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Zum Zwecke einer gezielten und gegebenenfalls verstärkten Einleitung
von Atmosphäre in den Milchsammelraum während des Entlastungstaktes kann zweckmäßigerweise
in der Kolbenwandung zumindest auf einem Teil des in der Trennwand geführten Bereichs
wenigstens eine Nut vorgesehen sein, die ab einer bestimmten Stellung des Kolbens
durch Einsteuerung von Atmosphäre in den Milchsammelraum dazu beiträgt, daß die
Vorspannfeder stärker wirksam wird.
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Die Kraft der Vorspannfeder kann insbesondere durch eine entgegenwirkende,
einstellbare Feder in einem bestimmten Bereich variiert werden, wodurch es möglich
ist, die Höhe der Entlastung im Milchsammelraum bzw. im Zitzengummiinnenraum während
des Entlastungstaktes in einem bestimmten Bereich einzustellen bzw. nachzustellen.
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Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Kolben an einem
Halteelement der Membran mit Spiel aufgehängt, wobei diese mechanische Verbindung
zwischen Halteelement und Kolben als spielbehaftete T-Nutverbindung realisiert sein
kann. Diese spezielle Halterung des Kolbens an der Membran ist deshalb vorteilhaft,
weil sich dadurch der Kolben in seiner Führung in der Trennwand einstellen kann
und demgemäß die Anforderungen an die Fertigungs- und Montagegenauigkeit nicht sehr
hoch sein müssen und dennoch eine einwandfreie Funktion gewährleistet ist.
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Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Milchsammelraum
unmittelbar durch die Membran begrenzt, wobei der Kolben bevorzugt unmittelbar an
die Membran angeformt, bzw. einteilig mit dieser ausgebildet ist. Wie bei der vorstehend
beschriebenen Ausführungsform ist auch bei dieser Variante eine Federvorspannung
entgegen der Kolbenschließrichtung vorgesehen. Um bei dieser Ausführungsvariante
im Entlastungstakt ein Einsteuern von Atmosphäre in den Milchsammelraum zu gewährleisten,
ist ein vorzugsweise durch die Membranbewegung betätigtes Steuerelement vorgesehen,
das mit Beginn der Schließbewegung des Kolbens eine aus dem Milchsammelraum zur
Atmosphäre führende Bohrung freigibt.
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Diese Ausführungsform zeichnet sich durch besondere Einfachheit aus.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in der Zeichnung zeigt: Fig. 1 eine
schematische Längsschnittdarstellung eines Steuerstücks mit einem gemäß der Erfindung
ausgebildeten, milchflußabhängig arbeitenden Abschluß, und Fig. 2 eine Teilschnittansicht
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
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Nach Figur 1 besteht das allgemein mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnete
Sammelstück aus einem Milchsammelgehäuse 9 mit mehreren Anschlüssen 8 zur Verbindung
mit den Innenraum von Zweiraum-Melkbechern und einer ständig an Vakuum liegenden
Absaug-oder Verbindungsleitung 13. Auf das abnehmbar ausgebildete Milchsammelgehäuse
9 ist eine pneumatisch betätigte Steuervorrichtung aufgesetzt, wobei zur Betätigung
dieser Steuervorrichtung ein handelsüblicher Pulsator verwendet werden kann.
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Diese Steuervorrichtung weist zwischen zwei schalenförmig ausgebildeten
Gehäuseteilen 3, 4 eine an ihrem Außenumfang eingeklemmte Membran 10 auf, durch
die der durch die beiden Gehäuseteile 3, 4 festgelegte Raum in einen unteren Raum
17 und in einen oberen Raum 19 unterteilt wird. In der Mitte der beispielsweise
aus Gummi, einem mit Gewebe verstärkten Gummi oder Kunststoff bestehenden Membran
10 ist ein sich nach unten durch den Raum 17 erstreckender und in den Milchsammelraum
11 eingreifender Kolben 12 befestigt. Dieser vorzugsweise aus Kunststoff bestehende
Kolben 12 ist in einer den Milchsammelraum gegenüber dem unterhalb der Membran 10
gelegenen Raum 17 abschließenden Trennwand 28 mit Spiel 27 geführt. An dem Kolben
12 ist ferner eine Steuernut 14 vorgesehen, mittels der in der Schließstellung des
Kolbens 12 der Milchsammelraum 11 mit Atmosphäre verbunden werden kann, da der unterhalb
der Membran 10 gelegene Raum 17 eine zur Atmosphäre führende Öffnung 16 aufweist.
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In den oberhalb der Membran 10 gelegenen Raum 19 ist über einen Anschlußstutzen
18 im Betrieb abwechselnd Atmosphärendruck und Vakuum einsteuerbar.
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Auf das Gehäuseteil 4 ist unter Zwischenlage einer Dichtung 6 ein
kappenförmiges Kopfteil 2 aufgesetzt, das zur Aufnahme einer in einer Führung 26
verschiebbar angeordneten und durch die Membran 10 betätigbaren Steuerhülse 15 dient
und einerseits Anschlüsse 21 für die Verbindungsleitungen zu den Außenräumen von
Zweiraum-Melkbechern und andererseits einen Anschluß 31 aufweist, der zur Verbindung
mit einer Druckquelle bestimmt ist.
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Zur Lagefixierung der Steuerhülsenführung 26 ist eine Halterung 35
vorgesehen, welche auf dem Gehäuseteil 4 aufsitzt, zwischen der Steuerhülsenführung
26 und dem Kopfteil 2 einen Ringraum 36 festlegt und außerdem am membranseitigen
Ende der Steuerhülse die Aufgabe der Führungshülse übernimmt.
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Im oberen Teil des Kopfteils 2 ist eine Ausnehmung zur Aufnahme einer
Feder 20 vorgesehen. Diese Ausnehmung ist axial ausgerichtet mit einer entsprechenden
Ausnehmung 33 im oberen Teil der Steuerhülse 15, in die diese Feder 20 eingreift.
Mittels einer Stellschraube 25 kann die Feder 20 in gewünschter Weise gegen die
Steuerhülse 15 und damit gegen die Membran 10 vorgespannt werden.
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In der Steuerhülsenführung 26 ist eine von der Steuerhülse 15 im Verlauf
ihrer Bewegung überfahrende Querbohrung 22 vorgesehen, welche in den Ringraum 36
mündet. Dieser Ringraum 36 steht über Verbindungsleitungen 21 mit den Melkbecheraußenräumen
in Verbindung. Die Steuerhülsenführung 26 legt ferner mit der Halterung 35 einen
ringförmigen Raum 7 fest, der über eine mit einem Rückschlagventil 24 versehene
Öffnung 23 mit dem Ringraum 36 in Verbindung steht und in der dem Saugtakt entsprechenden
Stellung der Steuerhülse 15 über eine in der Steuerhülse vorgesehene Steueröffnung
13 und eine axiale Steuerhülsenbohrung 5 mit dem über der Membran 10 gelegenen Raum
19 verbunden ist. Am membranseitigen Ende der Steuerhülse sind Queröffnungen 29
vorgesehen, um sicherzustellen, daß die Steuerhülsenbohrung 5 auch bei anliegender
Membran nicht verschlossen ist.
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Im Rahmen der Erfindung ist im Zusammenhang mit dem beschriebenen
Steuerstück die Ausgestaltung der unterhalb der Membran 10 gelegenen Teile von besonderer
Bedeutung. Der Kolben 12, der mit seinem freien Ende in einer Endstellung die Verbindungsleitung
13 verschließen kann, ist als Stufenkolben ausgebildet, so daß neben der freien
Stirnfläche des Zentralteils auch die Ringfläche 34 als Arbeitsfläche wirksam ist.
Dieser in der Trennwand 28 mit Spiel geführte Kolben 12
ist entgegen
seiner Schließrichtung mittels einer Feder 30 vorgespannt, die in dem gezeigten
Ausführungsbeispiel einerseits an der Trennwand 28 und andererseits an einem membranseitigen
Ringansatz des Kolbens 12 abgestützt ist. Zusätzlich zu der bereits erwähnten Steuernut
14 besitzt der Kolben noch eine in einem vorgebbaren Abstand von der Ringfläche
34 endende Nut 37, mittels der bei einer vorgegebenen Auslenkung des Kolbens in
Richtung der Verbindungsleitung 13 ein vergrößerter Zuströmquerschnitt für die Atmosphäre
zum Milchsammelraum 11 geschaffen werden kann.
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Die Funktionsweise dieses unter Federvorspannung stehenden, speziell
ausgebildeten Steuerkolbens 12 wird noch im einzelnen erläutert.
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Vorerst soll jedoch kurz die Funktionsweise des Steuerstücks allgemein
beschrieben werden, um das Verständnis des Gesamtsystems zu erleichtern.
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Es wurde bereits erwähnt, daß an den Anschlußstutzen 18 mittels einer
nicht dargestellten Einrichtung, z.B. mittels eines Pulsators, abwechselnd Atmosphärendruck
und Vakuum angelegt wird, und daß die Anschlußleitung 31 ständig mit einer Druckquelle
verbunden ist, welche die für den Entlastungstakt benötigte Druckluft liefert.
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Herrscht im Raum 19 Vakuum, so wird die Membran 10 aufgrund des im
Raum 17 herrschenden Atmosphärendrucks nach oben durchgebogen, so daß der Kolben
12 die Verbindungsleitung 13 freigibt und die Steuerhülse 15 axial nach oben verschoben
wird, so daß eine Verbindung des Außenraums der Zweiraum-Melkbecher mit dem an Vakuum
bzw. Unterdruck liegenden Raum 19 über die Verbindungsleitungen 21, die Öffnungen
23, das Rückschlagventil 24, die Steuerhülsenöffnung 30 und die Steuerhülsenbohrung
5 sowie die Öffnungen 29 hergestellt wird. Die Öffnung 22 in der Steuerhülsenführung
26 ist dabei durch die Steuerhülse 15 verschlossen, so daß eine Druckluftzuführung
zum Melkbecheraußenraum nicht möglich ist.
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Wird in den Raum 19 Atmospärendruck eingesteuert, so ist sowohl im
Raum 19 als auch im Raum 17 Atmosphärendruck vorhanden, wodurch
aufgrund
des im Milchsammelraum 11 herrschenden Unterdrucks entgegen der Kraft der Feder
30 und unterstützt durch die Feder 20 die Membran 10 nach unten in Richtung der
Verbindungsleitung 13 bewegt wird. Im Verlauf der Auslenkung der Membran 10 nach
unten, d.h. während des letzten Teils dieser Bewegung überfährt die von dem Ende
der Steuerhülse 15 gebildete Steuerkante die Querbohrung 22 in der Steuerhülsenführung
26, so daß ein von der Druckzuführleitung 31 zu den Melkbecher-Außenräumen führender
Strömungsweg freigegeben wird, der über die gegebenenfalls als Drossel ausgebildete
Öffnung 22, den Ringraum 36 und die Verbindungsleitung 21 führt. Die beiden vorstehend
geschilderten Vorgänge laufen bei abwechselndem Anlegen von Atmosphärendruck und
Vakuum an den Raum 19 ständig nacheinander ab.
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Im folgenden wird das Zusammenwirken des mit Spiel in der Trennwand
geführten Kolbens 12 mit der Vorspannfeder 30 erläutert.
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Die Vorspannfeder 30 wirkt der Abwärtsbewegung der Membran 10 und
damit des Kolbens 12 entgegen. Das über die Verbindungsleitung 13 geschaffene Vakuum
erzeugt über die Stirnfläche des Kolbens 12 und über dessen Ringfläche 34 eine nach
unten gerichtete Kraft, und zwar in Abhängigkeit von der jeweiligen Höhe des Vakuums
gegenüber dem Atmosphärendruck. Erfolgt nun eine Beschickung des Raums 19 mit Atmosphäre
oder überdruck, so bildet sich eine nach unten gerichtete Schließkraft des Kolbens
12 aus, die sich zusammensetzt aus dem Differenzdruck, der auf die Druckangriffsflächen
des Kolbens wirkt, sowie der Kraft der Druckfeder 20, die über die Steuerhülse 15
auf die Membran 10 drückt.
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Mittels der der Feder 20 zugeordneten Stellschraube 25 kann der Druck
dieser Feder 20 in einem begrenzten Bereich verändert werden.
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über das Spiel 27 zwischen Kolben 12 und Trennwand 28 erfolgt stets
ein gewisser Eintritt von Atmosphäre in den Milchsammelraum 11.
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Diese erwünschte Undichtheit wird noch gezielt durch die zusätzliche
Nut 37 erhöht, die nach einer gewissen Bewegung des Kolbens 12
nach
unten wirksam wird, und zwar vor dem Wirksamwerden der ausgeprägteren Steuernut
14.
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Fließt über die Verbindungsleitung 13 keine oder nur sehr wenig Flüssigkeit
ab,so wirken sich diese Undichtheiten praktisch nicht aus, da sie bezogen auf den
großen Absaugquerschnitt vernachlässigbar sind und keinen merkbaren Vakuumabfall
bezüglich der eingestellten Höhe der Hauptleistung erbringen.
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Bei stärkerem Flüssigkeitsdurchfluß wird jedoch der Querschnitt der
Leitung 13 so verändert, daß sich ein Absinken der Vakuumhöhe im Sammelraum 11 ergibt.
Die üblicherweise verwendeten Verbindungsleitungen besitzen einen Durchmesser von
etwa 13 mm, und bei einem solchen Durchmesser tritt der beschriebene Effekt bereits
oder kleinerem ausgeprägt auf. Würde eine Verbindungsleitung mit größerem/Durchmesser
verwendet, so wären die Undichtigkeiten entsprechend zu wählen.
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Durch die milchflußbedingte Verringerung des Vakuums wirkt auf die
Angriffsflächen des Kolbens 12 eine geringere Kraft, was zur Folge hat, daß sich
das Kräfteverhältnis zugunsten der Vorspannfeder 30 verschiebt, die dadurch in Abhängigkeit
vom Durchfluß die Abwärtsbewegung des Kolbens reguliert.
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Diese Vorspannfeder 30 ist vorzugsweise so dimensioniert, daß die
von ihr erzeugte Hubkraft größer ist als die vom Vakuum an der freien, der Verbindungsleitung
13 zugeordneten Stirnfläche des Kolbens 12 erzeugte Zugkraft, so daß ein Abheben
des Kolbens vom Schließsitz nach Beendigung des Melkvorgangs sichergestellt ist.
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Damit werden spezielle Löse- oder Hebeleinrichtungen überflüssig.
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Bei der Ausführungsform nach Figur 2 ist der Kolben 12 einstückig
mit der Membran 10 ausgebildet und ebenfalls entgegen seiner Schließbewegung durch
eine Feder 30 vorgespannt. Da in diesem Falle eine spezielle Führung des Kolbens
12 in einer Trennwand entfällt, muß dafür Vorsorge getragen werden, daß während
des Entlastungstaktes
in den Milchsammelraum 11 Atmosphäre eingesteuert
wird. Dies erfolgt zweckmäßigerweise in Abhängigkeit von der Membranbewegung, wie
dies beispielsweise und schematisch durch einen Steuerhebel 38 dargestellt ist,
der mit einer Öffnung 16 zusammenwirkt, die im Saugtakt geschlossen und im Massagetakt
gezielt geöffnet wird.
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Bei dieser Ausführungsform ist die Veränderung der Schließkräfte um
so größer, je größer die Fläche der Membran ist, die dem sich ändernden Differenzdruck
ausgesetzt ist.
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Prinzipiell ist es möglich, die über die Öffnung 16 erreichte Undichtheit
zur Atmosphäre ständig vorzugeben, aber vorzugsweise erfolgt eine Steuerung dieser
Undichtheit in der beschriebenen Weise in Abhängigkeit von der Abwärtsbewegung der
Membrane 10.
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Wichtig ist bei allen Ausführungsformen, daß sich aufgrund des Zusammenwirkens
von einander entgegengerichteten Kräften eine milchflußabhängige Steuerung des Abschlusses
ergibt, die dadurch erreicht wird, daß zumindest eine der wirksam werdenden Kräfte
von der Milchflußstärke abhängig ist, wobei die Relationen stets so gewählt werden
können, daß sich insgesamt ein optimales Verhalten ergibt, das insbesondere während
des Entlastungstaktes eine weitestgehende Annäherung an die Verhältnisse beim natürlichen
Kalbsaugen erbringt und dabei einen sicheren Halt der Melkbecher an den Zitzen gewährleistet.