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Optisches Sicht-oder Ziel-gerät, beispielsweise Periskop Es sind
bereits optische Sicht-oder . Zielgeräte der eingangs genannten Art vorgeschlagen
worden, die in einer runden Öffnung in der Plattform des Fahrzeuges gehalten sind
und sich dabei mit einem Ausblickkopf ausreichend hoch über die Plattform hinaus
erheben. Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich vor allem um Panzerfahrzeuge.
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Die bekannten Ausblickköpfe stellen somit aus dem Fahrzeug herausragende
Gehäuseteile des Sicht-oder - Zielgerätes dar, die jeweils mit dem übrigen Gehäuse
des Gerätes um ihre -vertikale Achse drehbar verbunden sind. Jeder Ausblickkopf
enthält dabei eine von einem Schutzglas verschlossene seitliehe Öffnung, die dem
Sichtlinien-Umlenkglied (Prisma oder Spiegel) gegenüberliegt, so daß der Strahlengang
über das Umlenkglied durch das Schuttyas hindurch nach außen geführt wird. Innerhalb
eines solchen Ausblickkopfes als ein aus dem Fahrzeug herausragender Gehäuseteil
des gesamten Sicht-oder Zielgerätes ist also das Umlenkglied aufgehängt. Zusätzlich
zu den hierzu erforderlichen Einrichtungen zum Aufhängen des Umlenkgliedes befinden
sich innerhalb des Ausblickkopfes noch die Einrichtungen zur zweiachsigen Kreiselstabilisierung
des Umlenkgliedes und die Anschlüsse für die Nachführkreise, die die den Bewegungen
des Umlenkgliedes entsprechenden Bewegungen der Nachlaufglieder, wie zum Beispiel
eine Waffe, mit hoher Genauigkeit steuern.
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Es sind bisher im wesentlichen zwei Wege beschritten worden um den
sich widersprechenden technischen Forderungen an dem Ausblickkopf eines Sicht- oder
Zielgerätes weitgehend gerecht werden zu können. Zu diesen Forderungen gehört 1.
daß das den Ausblickkopf umfassende Gehäuseteil des Sicht-oder Zielgerätes zum Schutz
der Teile und Einrichtungen
innerhalb des Kopfes möglichst stoß-
und splittersicher sein muß, 2. daß der Ausblickkopf drehbar sein muß, 3. daß Teile
am drehbaren Ausblickkopf die Öffnung in der Fahrzeugplattform für das Sicht- oder
Zielgerät weitgehend dicht verschlossen halten müssen, 4. daß das Gewicht des Ausblickkopfes
und seine Dichtfunktion die Steuerung der Nachlaufglieder durch die Nachlaufkreise
im wesentlichen nicht beeinflussen und 5. daß außerdem das Gewicht des Ausblickkopfes
die Montage des Sicht- oder Zielgerätes nicht wesentlich beeinträchtigt.
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Die beiden schon vorgeschlagenen Wege zur Lösung dieses vielschichtigen
technischen Problems führten zu technischen Kompromissen, die in verschiedener Hinsicht
nicht befriedigen konnten.
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Bei einem älteren Vorschlag erfolgte die Drehung des Umlenkgliedes
um seine vertikale Achse durch die Drehung des gesamten Ausblickkopfes. Die Reibung
der Dichtung zwischen dem Ausblickkopf und der Öffnung in der Fahrzeugträgerplatte
sowie das relativ hohe Gewicht des nach außen gepanzerten Ausblickkopfes stehen
seiner leichten Drehbarkeit als eine wesentliche Voraussetzung für die mit hoher
Genauigkeit vorzunehmende Drehung des Umlenkgliedes in die Zielrichtung und der
damit zusammenhängenden Nachführungen der Nachlaufglieder durch die Nachführkreise
entgegen.
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Bei einem jüngeren Vorschlag ging man von der Überlegung aus, daß
die Drehbewegung des Ausblickkopfes nicht starr mit der Drehbewegung des Ululelllir;liedes
um stille vci'tii<alo Ae e gelçopzelt; sein muß. Mit anderen Worten wurde das
im Ausblickkopf bezüglich zweier Achsen kreiselstabilisiert aufSehängte IJmlenkglied
zusätzlich um seine vertikale Achse drehbeweglich angeordnet, während das als
Schutzhaube
ausgebildete äußere Gehäuse des Ausblickkopfes getrennt von dem Umlenkglied um seine
vertikale Achse drehbemöglich ausgebildet war, die mit der vertikalen Drehachse
des Umlenkgliedes im wesentlichen zusammenfiel. Die gegen Splitterschutz gepanzerte
Schutzhaube enthielt die von dem Schutzglas abgedeckte seitliche Öffnung zum Austritt
des Sichtstrahles.
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Damit der Sichtstrahl in jeder Stellung des Umlenkgliedes durch das
Schutzglas der Schutzhaube nach außen treten konnte, wurde die Drehbewegung der
Schutzhaube bei dem jüngeren Vorschlag mittels eines besonderen Nachführkreises
in Abhängigkeit von der Drehbewegung des Umlenkgliedes gesteuert. Dabei konnte die
Anforderung an die Genauigkeit dieser Steuerung geringer als die der Nachführkreise
zur Steuerung beispielsweise einer Waffe gehalten werden. Bei der Nachlaufsteuerung
für die Schutzhaube war lediglich sicherzustellen, daß der von dem Umlenkglied abgelenkte
Strahlengang durch das sich über eine bestimmte Fläche erstreckende Schutzglas nach
außen dringen konnte.
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Zur Steuerung der Drehbewegung der Schutzhülle befand sich in der
Drehachse oberhalb des Umlenkgliedes mit seinen beiden Kreiseln ein Getriebe für
die Schutzhaube, das an einem Halteglied am oberen Ende des feststehenden vertikalen
Objektivrohres des Sicht- und Zielgerätes angebracht war und innenseitig mit der
Schutzhaube an deren höchsten Punkt in Verbindung stand.
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Die Schutzhaube stützte sich außerdem mit ihrer unteren Ringfläche
unter Zwischenschaltung eines Lagers auf einem Gehäuseflansch des Sicht- oder Zielgerätes
ab, der an die Öffnung in der Fahrzeugplattform für das Sicht- oder Zielgerät dicht
anschloß.
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Nach dem jüngeren Vorschlag konnten bereits die vorstehend unter Punkt
1. bis 4. aufgeführten Bedingungen an einen Ausblickkopf eines Sicht- oder Zielgerätes
der eingangs genannten Art verbessert werden. Die Grenzen sind jedoch hier durch
das Gesamtgewicht des Sicht- und Zielgerätes gesetzt, das entscheidend
von
der als Ausblickkopf ausgebildeten gepanzerten Schutzhaube abhängt, die sich über
ein Lager auf einem Gehäuseflansch des Sicht- oder Zielgerätes abstützt.
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Das Gewicht des Sicht- oder Zielgerätes nach dem jüngeren Vorschlag
war dabei immerhin so groß, daß eine einfache Montage von Hand im Trägerfahrzeug
praktisch nicht mehr möglich war.
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Vielmehr mußte ein Montagekran zu Hilfe genommen werden, mit dem sich
erst das untere Okularende des mit der gepanzerten Schutzhaube versehenen Gerätes
von oben her durch die Öffnung in der Fahrzeugplattform in das Fahrzeug einbringen
ließ.
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Es ist ohne weiteres klar, daß die Montage eines derart schweren Sicht-
oder Zielgerätes von oben her einen erheblichen Aufwand darstellt, der in vielen
Situationen nicht geleistet werden kann. Außerdem bereitet die Justierung eines
solchen Gerätes in der Öffnung der Fahrzeugplattform erhebliche Schwierigkeiten,
so daß ein einfacher und rascher Geräteaustausch ohne besondere mechanische Hilfsmittel
bisher nicht möglich war.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein optisches Sicht- oder Zielgerät
der eingangs genannten Art anzugeben, dessen Ausblickkopf einen maximalen Splitterschutz
bietet, dabei aber bei ausreichender Abdichtung der Öffnung in der Fahrzeugplattform
und präziser Nachlaufregelung für das Nachlaufglied, beispielsweise einer Waffe,
eine einfache Montage des Gerätes auch vom Fahrzeuginneren aus und ohne besondere
mechanische Hilfsmittel möglich ist.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen
im Anspruch 1 gelöst.
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Vorteilhafte Ausführungen nach der Erfindung ergeben sich aus den
Merkmalen der Unteransprüche und der nachfolgenden Beschreibung, in der ein erfindungsgemäßes
Ausführungsbeispiel aiiiiaiid eillel schematisclicii Zeictiiiuiig Ilähei b£s clii'icbcn
ist.
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In der Zeichnung ist ein abgebrochen dargestellter Teil einer Trägerplatte
eines nicht weiter dargestellten Panzerfahrzeuges mit 1 bezeichnet. In der Trägerplatte
befindet sich eine runde Öffnung 2 zum Durchtritt eines erfindungsgemäßen Sicht-
oder Zielgerätes 3 mit einem abgewinkelten Gehäuse 4, in dem unter anderem das Okular
5, ein erstes Umlenkprisma 6 und das Objektiv 7 untergebracht sind. Am Gehäuse 4
befindet sich ein Flansch 8 mit dem das Gerät 3 innenseitig am Rand 9 der Öffnung
2 der Trägerplatte 1 lösbar befestigt ist. Am oberen Ende des rohrförmigen Gehäuses
4 befindet sich ein Lager 10 mit dem ein Kopfteil 11 um seine senkrechte Achse 12
drehbar auf dem Gehäuseende angeordnet ist. Der Kopfteil 11 dient als Träger für
ein zweites Umlenìiprisma 13, das zur zweiachsi.gell 'Stabilisierung der Ausblickrichtung
im Kopfteil 11 in bekannter Weise schwenkbar aufgehängt ist. Die beiden Kreisel
zur Stabilisierung der Ausblickrichtung sind in der schematischen Zeichnung nicht
dargestellt. Das Umlenkprisma 13 ist im übrigen über nicht dargestellte hoch empfindliche
elektrische Nachführkreise als Meßgeber mit einer zu steuernden Waffe zusammengeschaltet,
die gleichfalls nicht dargestellt ist.
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Auf der Trägerplatte ist am außenseitigen Rand 14 über ein Lager 15
eine gepanzerte Schutzhaube 16 um die Achse 12 drehbar gelagert. In der Schutzhaube
befindet sich eine Ausblicköffnung 17, die von einem Schutzglas 18 verschlossen
ist. Das Umlenkprisma 13 ist weiterhin über einen nicht dargestellten elektrischen
Nachführkreis mit der Schutzhaube 16 zusammengeschaltet.
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Diese elektrischen Nachführkreise sind zweckmäßigerweise weniger empfindlich
ausgelegt als die Nachführkreise zum Steuern der Waffe.
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Wird das Kopfteil 11 mit dem Umlenkprisma 13 um die Achse 12 gedreht,
so sorgt der Nachführkreis zur Steuerung der Schutzhaube 17 dafür, daß der vom Umlenkprisma
abgelenkte Sichtstrahl 19 stets durch das Schutzglas 18 nach außen gelenkt wird.
Dabei spielt es keine 12wolle, all welciler Stelle unci unter welchen Winkel der
Sichtstrahl 19 durch das Schutzglas 18 in der gegenüber dem Umlenkprisma 13 relativ
großen Ausblicköffnung 17 hindurchtritt. Solche hier verwendbaren relativ ungenauen
Nachführkreise
zur Steuerung einer Drehbewegung sind an sich bekannt
und brauchen hier nicht näher erläutert zu werden.
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Dadurch, daß die Schutzhaube 16 als ein von dem Sicht- oder Zielgerät
mechanisch vollkommen getrenntes Nachlaufglied ausgebildet ist, das für sich auf
der Trägerplatte 1 gelagert ist, kann dieses unabhängig vom Gewicht als Splitter-Schutzhaube
optimal ausgelegt werden. Die Schutzhaube 16 kann also jede gewünschte Panzerdicke
aufweisen. Bei Beschädigungen der Schutzhaube kann diese unabhängig von dem Sicht-
und Zielgerät leicht ausgewechselt werden. Hierfür kann es vorteilhaft sein, den
Lagerkörper 15 von der Schutzhaube 16 trennbar auszubilden, so daß gegebenenfalls
nur die Schutzhaube ohne den Lagerkörper ausgewechselt werden kann. In der Zeichnung
deutet die gestrichelte Linie 20 die Trennbarkeit zwischen dem Lagerkörper 15 und
der Schutzhaube schematisch an. Selbstverständlich kann diese Trennungslinie auch
an einer anderen passenden Stelle liegen.
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Die gepanzerte Schutzhaube 16 mit ihrem hohen Gewicht kann somit getrennt
von dem Sicht- oder Zielgerät montiert werden. Da das Gehäuse des Sicht-oder Zielgerätes
nicht von der schweren Panzerhaube belastet ist, kann dieses gegenüber älteren Vorschlägen
besonders leicht ausgebildet werden, wodurch seine Montage ganz wesentlich erleichtert
ist. Besonders vorteilhaft ist dabei, daß das Sicht-oderZielgerät dank seiner leichten
Ausführbarkeit vom Fahrzeuginneren aus relativ geschützt, ohne Zuhilfenahme von
Einhängewerkzeugen oder Kränen montiert werden kann. Wird also bei vorhandener Schutzhaube
16 lediglich das Sicht- oder Zielgerät ausgewechselt, dann kann dieses unabhängig
von den jeweiligen Umweltbedingungen geschützt vom Fahrzeuginneren aus vorgenommen
werden.
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Dank des relativ geringen Gewichtes des erfindungsgemäßen Sicht-oder
Zielgerätes kann die Verbindung zwischen dem Gehäuse des Gerätes und der Trägerplatte
als Bajonettverbindung ausgebildet sein, was bei älteren Vorschlägen schon wegen
des wesentlich
höheren Gesamtgewichtes des Gerätes nicht ohne weiteres
möglich war. Darüber hinaus ist auch die Justierung des besonders leicht ausbildbaren
Sicht- oder Zielgerätes nach der Erfindung wesentlich erleichtert.
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Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Sicht- oder Zielgerätes
gegenüber älteren Vorschlägen besteht auch darin, daß dieAbdichtungen der Öffnung
2 allein zwischen der Schutzhaube 16 und der Trägerplatte 1 angeordnet werden können.
Das Gehäuse für das Sicht- oder Zielgerät kann daher frei von Dichtungsproblemen
ausgelegt werden. Andererseits bestehen keine wesentlichen Schwierigkeiten, eine
optimale Abdichtung der Öffnung 2 zwischen der Schutzhaube 16 und der Trägerplatte
1 anzuordnen. Dem Fachmann bieten sich hierfür eine Reihe von Lösungen ohne weiteres
an, so daß es nicht erforderlich ist, hierauf näher einzugehen.
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Auf Grund der getrennten Anordnung von Schutzhaube und Sicht-oder
Zielgerät ist gegenüber älteren Vorschlägen erst eine rationelle Fertigung möglich.
So kann die Fertigung der gepanzerten Schutzhaube, ihre Lagerung und die Abdichtung
von der Herstellerfirma des Panzerfahrzeuges bzw. der Trägerplatte übernommen werden,
während das Sicht- oder Zielgerät ohne einen bisher üblichen gepanzerten Ausblickkopf
von einer optischen Firma gefertigt werden kann. Die Schutzhaube läßt sich dabei
wesentlich leichter den Gesamtbedürfnissen des Panzer fahrzeuges anpassen als das
bisher möglich war. So können für verschiedene Fahrzeugtypen, die das gleiche Sicht-
oder Zielgerät benutzen, verschiedene den jeweiligen Fahrzeugtypen optimal angepaßte
Schutzhauben vorgesehen sein. Andererseits kann eine bestimmte Schutzhaubentype
zum Schutz verschiedener Sicht- oder Zielgerätetypen vorgesehen sein, die jeweils
vom Fahrzeuginneren aus unter die Schutzhaube in gleicher Weise montierbar sind.
Auf diese Weise ist auch eine Standardisierung der Schutzhauben und/oder der Sicht-
oder Zielgeräte wesentlich erleichtert.
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