-
Schlüsselschloß für einen Wertbehälter,
-
insbesondere Tagestresor Die Erfindung betrifft ein Schlüsselschloß
für einen Wertbehälter, insbesondere Tagestresor, mit einem Schubriegeleinschluß
am Behältergehäuse und einer Behältertür mit dem dem Schubriegeleinschluß zugeordneten
Schloß.
-
Wertbehälter und insbesondere Tagestresore bestehen regelmäßig aus
Stahlblech und werden ortsfest installiert, z. B. in Schreibtischuntersätzen, unter
Zahltischen oder Kassen fest verschraubt.
-
In dem Wertbehälter befindet sich im allgemeinen ein Fachboden
mit
zumindest einer offenen Kassette als Auffangschale für die durch den Einwurfschlitz
über ein Leitblech eingeworfenen losen oder gebündelten Geldscheine bzw. Münzen.
- Ein zunehmendes Problem bei Raubüberfällen bilden die sogenannten Blitztäter,
die im Zuge des Uberfalls das Aufschließen eines Wertbehälters bzw.
-
Tagestresors erzwingen, um dann in Minutenschnelle mit dem geraubten
Geld wieder zu verschwinden, noch ehe die z. B. über eine Alarmanlage herbeigerufene
Polizei erscheinen kann. Minutenschnell meint in diesem Zusammenhang einen Zeitraum
von nur wenigen Minuten, weil driach die Blitztäter das Erscheinen der Polizei befürchten
müssen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schlüsselschloß für
einen Wertbehälter, insbesondere Tagestresor, zu schaffen, bei dem das durch einen
Überfall erzwungene Aufschließen des Schlosses mit einem Schlüssel gleichzeitig
eine Kurzzeit-Verriegelung der Behältertür auslöst, so daß erst nach Ablauf einer
vorgegebenen Verzögerungszeit die Behältertür zum öffnen freigegeben wird.
-
Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem Schlüsselschloß für einen
Wertbehälter, insbesondere Tagestresor, der eingangs beschriebenen Art dadurch,
daß dem Schubriegel türschloßseitig eine Kurzzeit-Verriegelungseinrichtung zugeordnet
ist, die eine durch den Schubriegel im Zuge seiner zurückfahrenden Öffnungsbewegung
auslösbar Zeitschaltvorrichtung und einen darüber betätigten Sperrmechanismus aufweist,
der erst nach Ablauf der mittels der Zeitschaltvorrichtung eingestellten Verzögerungszeit
die Behältertür freigibt. - Diese Maßnahmen der Erfindung haben zur Folge, daß selbst
bei einem erzwungenen Aufschließen des Schlosses die Kurzzeit-Verriegelungseinrichtung
dafür sorgt, daß die Behältertür erst nach einem Zeitraum freigegeben wird, der
mittels der Zeitschaltvorrichtung
einstellbar ist. Dieser Zeitraum
mag wahlweise 5 Minuten bis 10 Minuten betragen. Jedenfalls werden bei dem erfindungsgemäßen
Schlüsselschloß Blitztäter an einem Geldraub im Rahmen eines minutenschnellen überfall
gehindert.
-
Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind im folgenden aufgeführt.
Nach einem Vorschlag der Erfindung, dem selbständige Bedeutung zukommt, ist vorgesehen,
daß die Kurzzeit-Verriegelungseinrichtung als Zeitschaltvorrichtung ein aufziehbares
Uhrwerk und als Sperrmechanismus einen Schwenkhebeltrieb mit einerseits an dem Schubriegel
angeschlossenem Schubhebel, andererseits Verriegelungsstange aufweist, die über
einen auf der Aufzugswelle für das Uhrwerk gelagerten Schwenkhebel mit dem Schubhebel
gelenkig in Verbindung steht und bei durch den Schubriegel zurückgedrücktem Schubhebel
in ein Verriegelungsloch in dem Schubriegeleinschluß bzw. in dessen Schließleiste
an dem Behältergehäuse einfährt, wobei das Uhrwerk über den Schwenkhebel aufgezogen
und die Verriegelungsstange im Zuge des Ablaufens der mittels des Uhrwerkes eingestellten
Verzögerungszeit von dem Schwenkhebel aus dem Verriegelungsloch in Ausgangsstellung
zurückgeführt wird und dadurch die Behältertür freigibt. Insoweit wird also ein
einfacher mechanischer Betätigungsmechanismus zum Auslösen der Zeitschaltvorrichtung
verwirklicht, der sich durch Funktionssicherheit auszeichnet. Dieser Betätigungsmechanismus
dient zugleich zum Aufziehen der Zeitschaltvorrichtung bzw. ihres Uhrwerkes. - Es
gibt verschiedene Möglichkeiten, die Verzögerungszeit einzustellen, die für die
Dauer der Kurzzeit-Verriegelung zuständig ist. Das kann einerseits über ein einstellbares
Uhrwerk geschehen, andererseits über die Eindringtiefe der Verriegelungsstange in
das zugeordnete Verriegelungsloch. - Weiter sieht die Erfindung vor, daß der Schubhebel
an dem Schubriegel bzw. einer den Schubriegel tragenden Schubriegelplatte schwenkbar
gelagert ist und in Ausgangsposition
einerseits mit einer Schulter
gegen den Schwenkhebel, andererseits mit einer Schrägfläche gegen einen Ablenkbolzen
anliegt und dadurch im Zuge der zurück fahrenden öffnungsbewegung des Schubriegels
den Schwenkhebel betätigt und aus dem Rückstellweg des Schwenkhebels herausschwenkbar
ist. Dadurch wird erreicht, daß der Schwenkhebel bei in öffnungsstellung befindlichem
Schubriegel in seine Ausgangsstellung zurückschwenken und dabei die Verriegelungsstange
mitnehmen, also mit der entsprechenden mit verzögerung aus dem Verriegelungsloch
zurückfahren kann. Der aus dem Rückstellweg des Schwenkhebels herausgeschwenkte
Schubhebel gibt also die Rückstellbewegung des Schwenkhebels und damit die öffnungsbewegung
der Verriegelungsstange frei, so daß die zeitverzögerte Öffnungsbewegung stattfinden
kann.
-
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin
zu sehen, daß ein Schlüsselschloß für einen Wertbehälter, insbesondere Tagestresor,
geschaffen wird, das sich durch eine Kurzzeit-Verriegelung auszeichnet, die nach
der Betätigung des Schlosses mit einem Schlüssel zunächst noch nicht öffnet, sondern
vielmehr erst nach Ablauf einer einstellbaren Verzögerungszeit die Behältertür freigibt.
Dieser Zeitbereich, der über eine Zeitschaltuhr auf z. B. 5 Minuten bis 10 Minuten
eingestellt werden kann, verhindert Geldraub im Zuge eines Blitzüberfalls, weil
eben das durch den Überfall erzwungene Aufschließen des Schlosses gleichzeitig eine
Verriegelung der Behältertür über eine solche Zeitspanne mit sich bringt, daß die
Freigabe der Behältertür erst nach Eintreffen der alarmierten Polizei sichergestellt
ist, jedenfalls Blitztäter sich beunruhigt unverrichteter Dinge zurückziehen müssen.
Das erfindungsgemäße Schlüsselschloß mit Kurzzeit-Verriegelung kann unschwer auch
nachträglich bei jedem Wertbehälter, Tresor od. dgl. eingebaut werden.
-
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigen: Fig. 1 einen Wertbehälter mit
einem erfindungsgemäßen Schlüsselschloß in perspektivischer Darstellung, Fig. 2
einen Ausschnitt aus dem Gegenstand nach Fig. 1 im Bereich des Schlosses und einer
Kurzzeit-Verriegelungseinrichtung in Ausgangsstellung und Fig. 3 den Gegenstand
nach Fig. 1 im Zuge des öffnungsvorganges mit zurückgefahrenem Schubriegel und vorgefahrener
Verriegelungsstange.
-
In den Figuren ist ein Wertbehälter 1, insbesondere Tagestresor, mit
einem Einwurfschlitz 2 im Behältergehäuse 3 und darunter angeordneter Behältertür
4 mit einem Schlüsselschloß 5 dargestellt.
-
Der Wertbehälter 1 besteht aus Stahlblech und besitzt einen Fachboden
6, auf dem sich eine offene Kassette 7 als Auffangschale und unter dem sich eine
geschlossene Kassette 8 befinden. Die obere offene Kassette 7 nimmt die durch den
Einwurfschlitz 2 über ein Leitblech eingeworfenen losen oder gebündelten Geldscheine
bzw.
-
Münzen auf. Die untere Kassette 8 beinhaltet Tageswechselgeld oder
weitere von der oberen Kassette 7 umgestapelte Geldscheintageseinnahmen. Dieser
Wertbehälter 1 wird im Gebrauch ortsfest installiert, das nicht gezeigt ist. Am
Behältergehäuse befindet sich ein Schubriegeleinschluß 9, der dem Schlüsselschloß
5 zugeordnet ist. Das Schlüsselschloß 5 besitzt einen Schubriegel 10, dem türschloßseitig
eine Kurzzeit-Verriegelungseinrichtung zugeordnet ist, die eine durch den Schubriegel
10 im Zuge seiner zurückfahrenden öffnungsbewegung
auslösbar Zeitschaltvorrichtung
11 und einen darüber betätigten Sperrmechanismus 12-15 aufweist, der erst nach Ablauf
der mittels der Zeitschaltvorrichtung 11 eingeschalteten Verzögerungszeit die Behältertür
4 freigibt. Die Kurzzeit-Verriegelungseinrichtung weist als Zeitschaltvorrichtung
ein aufziehbares Uhrwerk 11 und als Sperrmechanismus 12-15 einen Schwenkhebeltrieb
mit einerseits einem an den Schubriegel 10 angeschlossenen Schubhebel 12, andererseits
einer VerriegelunFstange 13 auf, die über einen auf der Aufzugswelle 14 für das
Uhrwerk 11 gelagerten Schwenkhebel 15 mit dem Schubhebel 12 gelenkig in Verbindung
steht und bei durch den Schubriegel 10 zurückgedrücktem Schubhebel 12 in ein Verriegelungsloch
16 in dem Schubriegeleinschluß 9 bzw.
-
in dessen Schließleiste an dem Behältergehäuse 3 einfährt, wobei das
Uhrwerk 11 über den Schwenkhebel 15 aufgezogen und die Verriegelungsstange 13 im
Zuge des Ablaufens der mittels des Uhrwerks 11 eingestellten Verzögerungszeit von
dem Schwenkhebel 15 aus dem Verriegelungsloch 16 in Ausgangsstellung zurückgeführt
wird und dadurch die Behältertür 4 freigibt. Der Schubhebel 12 ist an dem Schubriegel
10 bzw. an einer dem Schubriegel tragenden Schubriegelplatte 17 schwenkbar gelagert
und liegt in Ausgangsstellung einerseits mit einer Schulter 18 gegen den Schwenkhebel
15, andererseits mit einer Schrägfläche 19 gegen einen Ablenkbolzen 20 an. Dadurch
betätigt der Schubhebel 12 im Zuge der zurück fahrenden öffnungsbewegung des Schubriegels
10 den Schwenkhebel 15 und wird außerdem aus dem Rückstellweg des Schwenkhebels
15 herausgeschwenkt. Bei der anschließenden Schließbewegung und folglich Vorwärtsbewegung
des Schubriegels 10 wird der Schubhebel 12 mitgenommen und fällt in Ausgangsstellung
zurück, so daß seine Schulter 18 wieder gegen den Schwenkhebel und seine Schrägfläche
19 nach wie vor gegen den Ablenkbolzen 20 anliegen und dadurch bei einem erneuten
Aufschließen des Schlüsselschlosses 5 die
Zeitschaltvorrichtung
wieder ausgelöst bzw. das Uhrwerk 11 wieder aufgezogen wird. Der Wertbehälter 1
kann auch anders ausgebildet, z. B. als Tresor od. dgl., ausgeführt sein.
-
Leerseite