DE2800556A1 - Ventil zur entlueftung und belueftung insbesondere einer abwasserleitung - Google Patents
Ventil zur entlueftung und belueftung insbesondere einer abwasserleitungInfo
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Description
2600556
Ventil zur Entlüftung und Belüftung
insbesondere einer Abwasserleitung
insbesondere einer Abwasserleitung
Entlüftungsventile, die zugleich eine Belüftung eines
Flüssigkeitssystems (entweder einer Leitung oder auch eines Behälters) besorgen können, sind seit langem bekannt. In ihrer
einfachsten Form bestehen sie aus einem an das System angeschlossenen Gehäuse mit einem Zulauf an der Unterseite und einer Öffnung an der Oberseite, wobei unterhalb der Öffnung Führungen für einen als Kugel ausgebildeten Schwimmer angeordnet sind. Bei diesen Ventilen befindet sich die Kugel, solange das System nicht
völlig mit Flüssigkeit gefüllt ist und nur Luft in dem Gehäuse
enthalten ist, im Abstand unterhalb der öffnung, so daß bei Betriebsbeginn während des Füllens des Systems die Luft durch die Öffnung hindurch ungehindert nach außen entweichen kann. Wenn
dann im Verlaufe des Füllvorgangs die Flüssigkeit in das Gehäuse eintritt, schwimmt die Kugel auf und verschließt die obere Öffnung, bevor der Flüssigkeitsspiegel dorthin gelangt ist und
Flüssigkeit nach außen austreten kann. Der umgekehrte Vorgang
spielt sich bei Betriebsende während des Entleerens des Systems
ab, d.h. dann sinkt der Flüssigkeitsspiegel in dem Gehäuse wieder ab, die Kugel gibt die obere öffnung wieder frei und das
System kann sich wieder belüften.
Flüssigkeitssystems (entweder einer Leitung oder auch eines Behälters) besorgen können, sind seit langem bekannt. In ihrer
einfachsten Form bestehen sie aus einem an das System angeschlossenen Gehäuse mit einem Zulauf an der Unterseite und einer Öffnung an der Oberseite, wobei unterhalb der Öffnung Führungen für einen als Kugel ausgebildeten Schwimmer angeordnet sind. Bei diesen Ventilen befindet sich die Kugel, solange das System nicht
völlig mit Flüssigkeit gefüllt ist und nur Luft in dem Gehäuse
enthalten ist, im Abstand unterhalb der öffnung, so daß bei Betriebsbeginn während des Füllens des Systems die Luft durch die Öffnung hindurch ungehindert nach außen entweichen kann. Wenn
dann im Verlaufe des Füllvorgangs die Flüssigkeit in das Gehäuse eintritt, schwimmt die Kugel auf und verschließt die obere Öffnung, bevor der Flüssigkeitsspiegel dorthin gelangt ist und
Flüssigkeit nach außen austreten kann. Der umgekehrte Vorgang
spielt sich bei Betriebsende während des Entleerens des Systems
ab, d.h. dann sinkt der Flüssigkeitsspiegel in dem Gehäuse wieder ab, die Kugel gibt die obere öffnung wieder frei und das
System kann sich wieder belüften.
Wenn sich während des laufenden Betriebes nicht zusätzlich Gas aus der Flüssigkeit abscheidet bzw. bei kurzen Betriebsperioden, beispielsweise bei einer stetig abwechselnden Füllung
und Entleerung eines Behälters oder einer Leitung reichen diese einfachen Ventile vollständig aus. Aber schon bei leicht verun-
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reinigten Flüssigkeiten, beispielsweise bei normalem Flußwasser ist eine Gasabscheidung so gut wie unvermeidbar. Diese Gasabscheidung
führt dazu, daß sich im Laufe längerer Betriebsperioden das Gehäuse mit Luft füllt, aber der innerhalb des Gehäuses
vorherrschende Druck es verhindert, daß die Kugel mit dem absinkenden Flüssigkeitsstand von der Öffnung abfällt. Damit ist
selbst dann, wenn sich das gesamte Gehäuse mit Luft gefüllt hat, keine Entlüftung des Systems mehr möglich. Erst bei nachlassendem
Druck, also bei Unterbrechung des Betriebes,fällt die Kugel von der Öffnung ab und die erforderliche Entlüftung tritt ein.
Zur Beseitigung dieses Mangels sind bereits Ventile entwickelt worden, die mit zwei Öffnungen direkt an der Oberseite
des Gehäuses ausgerüstet sind, nämlich einer großen Öffnung zur schnellen Entlüftung und Belüftung bei Betriebsbeginn, Betriebsende
bzw. einer Betriebsunterbrechung, und einer kleine Öffnung, die während des laufenden Betriebes wirksam ist. Beiden Öffnungen
ist dabei jeweils ein annähernd gleich großer, als Kugel ausgebildeter Schwimmer zugeordnet, und der Durchmesser der
kleinen Öffnung ist so gewählt, daß die Kugel bei absinkendem Flüssigkeitsspiegel infolge einer Gasabscheidung während des
laufenden Betriebes auch dann abfallen kann, wenn sich innerhalb des Gehäuses eine Druckdifferenz zwischen dem Gehäuseinnendruck
und dem Umgebungsdruck außerhalb des Gehäuses aufgebaut hat. Dadurch kann das laufend abgeschiedene und in dem Gehäuse eingeschlossenen
Gas durch die kleine Öffnung hindurch entweichen, bis der dann ansteigende Flüssigkeitsspiegel die Kugel für die ■
kleine Öffnung soweit angehoben hat, daß die kleine Öffnung wie-| der abgedichtet ist.
Diese etwas aufwendigeren Ventiltypen sind zwar für einfache Anlagen und für relativ saubere Flüssigkeiten mit einer
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relativ geringen Gasabscheidung durchaus geeignet, nicht aber für Abwasseranlagen und insbesondere Abwasserleitungen. Eine
erhebliche Schwierigkeit bei Abwasserleitungen besteht darin, daß die im Abwasser mitgeführten Verunreinigungen insbesondere
die kleine öffnung innerhalb des Ventils sehr rasch zusetzen, so daß schon nach einer kurzen Zeit von z.T. weniger als einem Tag
die kleine öffnung gereinigt werden muß. Oftmals ist sogar eine Reinigung notwendig, wenn sich die kleine öffnung noch nicht
ganz zugesetzt hat, denn die bei der Förderung von Abwasser abzuführenden Gasmengen sind oftmals so beträchtlich, daß bereits
eine geringe Querschnittsverengung im Bereich der kleinen Öffnung zu einer mangelhaften Entlüftung führt. Dieser hohe Gasanteil
rührt nicht nur aus Fäulnisgasen innerhalb des Abwassers her, sondern entsteht vor allem auch dadurch, daß einem über
längere Entfernungen von beispielsweise mehreren Kilometern transportierten Abwasser fortlaufend Luft bzw. Sauerstoff zugeführt
werden muß, damit es am Ende der Transportstrecke noch genauso leicht abbaubar bleibt wie vorher. Auch diese Gase
müssen entlang der Transportstrecke langsam wieder beseitigt werden, da es anderenfalls durch Gaseinschlüsse in der Leitung zu
so starken Rückschlägen kommen kann, daß die Gefahr eines Leitungsbruches besteht.
Bei längeren Abwasserleitungen genügt nicht ein einzelnes Ventil, sondern es muß eine größere Anzahl von Ventilen entlang der Leitung angeordnet werden. Dadurch wird der Aufwand i
für die ständige Reinigung der Ventile vervielfacht, dadurch · entsteht aber auch noch ein anderer wesentlicher Nachteil. In
der ersten Entlüftungsphase während des Betriebsbeginns entweicht zunächst mit sehr hoher Geschwindigkeit die in der Leitung
befindliche Luft durch die große Öffnung jedes Ventils. Ent-
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sprechend dem Vorankommen der Abwasserfront innerhalb der Leitung werden dann die großen öffnungen der Ventile aufeinanderfolgend
geschlossen, wobei allerdings noch nicht jegliches Gas aus der Leitung entfernt ist. Vielmehr sind in diesem Anfangsstadium noch überall Gaseinschlüsse vorhanden, die zum Teil erheblich
komprimiert werden. Das führt an den noch offenen Ventilen zu besonders hohen Geschwindigkeiten sowohl des ausströmenden
Gases als auch der herannahenden Flüssigkeit. Das wiederum hat zur Folge, daß die großen Öffnungen der Ventile immer
schlagartiger verschlossen werden, weil durch das Abbremsen der Wassersäule innerhalb des Ventiles ein sehr starker Druckstoß
entsteht. Diese Ventile müssen deshalb Druckspitzen widerstehen, die annähernd dem 20-fachen des Nenndruckes entsprechen.
Entsprechend aufwendig und teuer müssen diese Ventile gestaltet sein.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Ventil zur Entlüftung und Belüftung insbesondere einer Abwasserleitung zu schaffen,
das die Mangel der bisher bekannten Ventile vermeidet, indem es einen störungsfreien und dementsprechend wartungsfreien Betrieb
über eine lange Zeitdauer gewährleistet und zugleich keine nennenswerten Druckspitzen beim Verschließen der großen Öffnung
entstehen läßt.
Die Erfindung besteht darin, daß zwischen der großen
öffnung und der zugehörigen Schließringfläche für die Kugel ein von oben in das Gehäuse hineinragendes Rohr eingefügt ist j
und der zum Verschließen der kleinen Öffnung dienende Schließkörper
ein mit mindestens einem an seinem oberen Ende angeordneten, in eine buchsenartige Führung eingreifenden Führungsstifif.
senkrecht geführter Hohlkörper ist, wobei die Schließringfläche am unteren Ende des Rohres unterhalb derjenigen Wasserstandshöhe
in dem Gehäuse angebracht ist, bei der der Schließ-
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j körper für die kleine Öffnung diese infolge seines Aufschwimmens
zu schließen beginnt. Zweckmäßig ist dabei der Schließkörper für die kleine Öffnung als mit einem Ballaststoff füllbarer Zylinder
auszubilden, der auch an seinem unteren Ende einen in eine buchsenartige Führung eingreifenden Führungsstift besitzt.
Gemäß dem Vorschlag der Erfindung ist der Ventilsitz für die der großen Öffnung zugeordnete Kugel von der Gehäuseoberseite
aus in das Gehäuseinnere hinein verlagert, so daß die große Öffnung bereits bei einem sehr niedrigen Flüssigkeitsstand innerhalb
des Ventilgehäuses verschlossen wird. Dies bedeutet, daß die bei Betriebsbeginn zunächst turbulent mit sehr hoher Geschwindigkeit
in das Gehäuse einschießende Flüssigkeit nach dem Verschließen der großen öffnung einen sehr großen Puffer in Form eines oberhalb
des Flüssigkeitsspiegels verbleibenden Gaspolsters vorfindet, von dem sie relativ weich abgebremst wird. Damit können die
bisher bei den bekannten Ventilen auftretenden hohen Druckspitzen vermieden werden. Außerdem führt diese Maßnahme dazu, daß
sich bereits in verhältnismäßig großem Abstand von der kleinen Öffnung ein verhältnismäßig ruhiger Flüssigkeitsspiegel ausbildet
und zugleich eine verhältnismäßig große Gasmenge durch die kleine Öffnung hindurch entweichen muß, bevor diese sich ebenfalls
schließt. Diese beiden Effekte wiederum haben zur Folge, daß die kleine Öffnung gut gegen Schmutzwasser-Spritzer geschützt
werden kann und zugleich für einen besonders langen Zeitraum kräftig durchgeblasen wird, wodurch einer Verschmutzung und ei-
nem eventuellen Zusetzen der kleinen Öffnung vorgebeugt wird. '
Der obere Führungsstift am Schließkörper für die kleine Öffnung besorgt (ggfs. in Verbindung mit dem zweiten unteren Führungsstift)
nicht nur eine reibungsfreie senkrechte Führung dieses Schließkörpers, sondern kann auch sehr vorteilhaft für den
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Schließvorgang herangezogen werden. Das kann in unterschiedlicher Weise geschehen.
In einer ersten, für den rauhen Feldbetrieb besonders geeigneten Ausführungsform ist dabei vorgesehen, daß der obere Führungsstift
des Schließkörpers unmittelbar in der kleinen öffnung geführt ist und an seinem unteren Ende eine kegelstumpfartige
Verdickung zur eigentlichen Abdichtung der kleinen Öffnung aufweist. Der Führungsstift ist dabei im Durchmesser kleiner
als die lichte Weite der kleinen Öffnung, so daß er die Öffnung nicht verschließt, sondern permanent den Durchgang freihält. Die
kegelstumpfartige Verdickung am unteren Ende dieses Führungsstiftes wird beim Aufschwimmen des Schließkörpers gegen den unteren
Rand der kleinen öffnung gedrückt, wo sich vorzugsweise ein O-Ring zur besseren Abdichtung befindet. Da in der Regel ein intermittierendes
Entlüften durch die kleine Öffnung hindurch stattfindet, ist der Schließkörper durch den sich fortwährend absenkenden
und wieder ansteigenden Flüssigkeitsspiegel dauernd in einer Aufwärts- und Abwärtsbewegung begriffen, die ein ständiges Freistoßen
der kleinen öffnung mit Hilfe des Stiftes, also eine ständige zusätzliche Reinigungswirkung zur Folge hat.
Eine alternative Ausführungsform besteht darin, daß die
kleine Öffnung mit Hilfe eine Elektro-Magnet-Ventils verschließ-ι
bar ist, welches nach Maßgabe eines berührungslosen Schalters ; öffnet oder schließt, wobei der Schalter von dem oberen Führungs-f
stift am Schließkörper für die kleine öffnung nach Maßgabe der Wasserstandshöhe im Gehäuse betätigt ist. Das Elektro-Magnet-Ventil
kann dabei so gelegt werden, daß es vor Spritzern und damit vor Verunreinigungen geschützt ist. Es besteht deshalb auct
nicht die Gefahr, daß es sich mit der Zeit zusetzt. Diese alter-
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native Ausführungsform des Ventils hat den Vorteil, daß der Öffnungsvorgang
nicht mehr von der Druckdifferenz zwischen dem Gehäuseinnendruck und dem Ongebungsdruck abhängig ist. Daher ist sie
besonders für die Fälle geeignet, in denen der Schließkörper, wie es mit den bekannten Zweikugel-Ventilen und auch mit der erstgenannten
Ausführungsform der Erfindung bei extrem hoher Druckdifferenz geschehen kann, trotz absinkendem Wasserspiegel innerhalb
des Gehäuses die kleine Öffnung nicht mehr freigibt, sondern durch den starken Innendruck unverändert gegen die kleine Öffnung
gedrückt bleibt. Allerdings benötigt diese alternative Ausführungsform eine elektrische Versorgung, ggfs. einen Verstärker sowie
zusätzlich den Näherungsschalter und das Elektro-Magnet-Ventil,
sie ist also insgesamt etwas aufwendiger als die erstgenannte Ausführungsform.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen, die in der Zeichnung dargestellt sind, näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Querschnittsansicht
eines ersten Ausführungsbeispiels der ! Erfindung,
Fig. 2 im Schema zwei Betriebszustände des
vereinfacht dargestellten Ventils gemäß Fig. 1 und
Fig. 3 eine schematische Schnittansicht als
Ausschnitt einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
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In Fig. 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Ventils 1 dargestellt. Dieses Ventil besitzt ein Gehäuse 2, das an seinem unteren Rand einen Zulauf 4 aufweist.
Dieser kann z.B. das Gehäuse 2 mit einer Leitung oder-einem Behälter
verbinden. Zum ersten Abbremsen der einströmenden Flüssigkeit ist oberhalb des Zulaufes 4 ein Prallteller 5 angeordnet.
An der Oberseite des Gehäuses befindet sich auf der linken Seite eine große Öffnung 6 und auf der rechten Seite eine kleine
öffnung 8. Durch diese beiden Öffnungen 6 und 8 entweichen
die entlüfteten Gase ins Freie.
Von der großen öffnung 6 aus ragt in das Innere des Gehäuses
2 hinein ein Rohr herab, an dessen unteren Ende als Schließringfläche 12 ein O-Ring angeordnet ist. Er dient mit Hilfe
einer Kugel 14, die unterhalb des Rohres 10 innerhalb eines Käfigs 16 geführt ist, zur Abdichtung des Rohres 10 und damit der
großen Öffnung 6. Die Kugel 14 ist als Schwimmer ausgebildet, also gemäß dem bevorzugten Verwendungszweck des Ventils leichter
als das Abwasser.
Es hat sich gezeigt, daß trotz des Pralltellers 5 bei
heftig in das Gehäuse 2 hineinschießendem Abwasser eine geringe Menge Wasser auf die Kugel 14 zuströmt. Die Gestalt des sie umgebenden
Käfigs 16 jedoch sorgt dafür, daß eine Ablenkung des Abwassers von der Schließringfläche 12 auf die Außenseite des j
Rohres 10 erfolgt. Sollte eine geringe Abwassermenge dennoch ; in das Rohr 1O gelangen, so dringt sie nicht nach außen, sondern
sie wird innerhalb des Rohres 10 aufgefangen und solange darin gehalten, bis die Kugel 14 bei abgesenktem Flüssigkeitsspiegel
innerhalb des Gehäuses 2 und nachlassendem Druck von der Schließiringflache
12 abfällt.
Die Dichtfläche der kleinen Öffnung 8 ist ebenfalls mit
Hilfe eines O-Ringes 18 gebildet. Er wirkt jedoch bei diesem Abdichtorgan
nicht mit einer Kugel zusammen, sondern mit einem als Schwimmer ausgebildeten Zylinder 20, der am unteren Ende in einer
Halterung 22 und an seinem oberen Ende mit einem Führungsstift 24 geführt ist. Der Stift 24 befindet sich dabei unabhängig
von der jeweiligen Höhenlage des Zylinders 20 stets innerhalb der kleinen Öffnung 8, so daß die Führung an dieser Stelle niemals
verloren geht. An seinem unteren Ende weist der Stift 24 eine kegelstumpf artige Verdickung 26 auf, die bei aufschwimmendem Zylinder
20 die kleine Öffnung 8 gegen den O-Ring 18 abdichtet. Zur
Zentrierung des Zylinders 20 ist an dessen unterem Ende ein weiterer Führungsstift 28 angebracht, der im dargestellten Beispiel
als Rohrstutzen ausgebildet ist und mit ausreichendem Spiel in eine entsprechende Öffnung innerhalb der Halterung 22 eingreift.
Die Halterung dient außerdem zur Festlegung der untersten Lage des Zylinders 20.
Das aus der kleinen öffnung 8 entweichende Gas gelangt
nicht direkt ins Freie, sondern wird mit Hilfe einer Leitung mit dem oberen Teil des Rohres 10 verbunden. Dadurch wird sichergestellt,
daß irgendwelche durch die kleine öffnung 8 mitgeris- !
senen Flüssigkeitsteile in dem Rohr 10 gefangen werden und nur relativ trockenes, abgeschiedenes Gas ins Freie gelangt. Sowohl
das aus dem Rohr 10 als auch aus der Leitung 30 entweichende Gas strömt an einer Abdeckung 32 vorbei, die das Eindringen von
Schmutz und Regen in das Ventil 1 von außen verhindert.
Zur Einjustierung der Ansprechhöhe, also der Schwimmlage des Zylinders 2 0, ist an seiner Unterseite ein Stopfen 34 vorgesehen,
mit dessen Hilfe das Innere des Zylinders mit einem BaI-
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laststoff, vorzugsweise mit Wasser gefüllt werden kann. Wie weiter
unten noch nächer erläutert wird, kann damit das jeweils oberhalb des Flüssigkeitsspiegels innerhalb des Gehäuses 2 befindliche
Gaspolster bestimmt werden.
Der in Fig. 1 dargestellte Betriebszustand liegt vor Inbetriebnahme
z.B. einer zu entlüftenden Abwasserleitung vor. Sobald nach Förderbeginn Abwasser in das Gehäuse 2 eindringt,
steigt der Wasserspiegel, wobei die Kugel 14 entsprechend mit angehoben wird. In der Regel ist der Zulauf dabei so stürmisch,
daß nicht ein definierter Flüssigkeitsspiegel vorhanden ist, sondern innerhalb einer aufgewühlten Turbulenz läßt sich nur ein
mittlerer Flüssigkeitsspiegel definieren. Dieser liegt in der Regel höher als die tatsächliche Lage der Kugel 14. Das bedeutet,
daß unmittelbar nach dem Verschließen des Rohres 10 durch die Kugel 14 der Flüssigkeitsstand innerhalb des Gehäuses einige
Zentimeter oberhalb des O-Ringes 12 steht.
Zu diesem Zeitpunkt kann das in dem Gehäuse 2 eingeschlossene Gas (zunächst vornehmlich noch die ursprünglich in der Leitung
enthaltene Luft) nur noch durch die kleine Öffnung 8 entweichen, die wegen ihrer kleinen Querschnittsfläche das Abströmen
des Gases behindert. Dabei wirkt das verbleibende Gaspolster als Dämpfer gegen irgendwelche Druckwellen innerhalb der Wasser- j
säule, die bei bisher bekannten Ventilen zu erheblichen Druckspitzen innerhalb des Gehäuses geführt haben. Mit zunehmendem
Entweichen des Gases steigt der Wasserspiegel innerhalb des Gehäuses 2 soweit an, daß auch der Zylinder 20 aufschwimmt, und in
dem Augenblick, in dem sich die kegelstumpfartige Verdickung 26 an den O-Ring 18 anliegt, kann kein Gas nehr aus dem Gehäuse 2
entweichen.
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Wenn sich in diesem Betriebszustand nun weiteres Gas aus dem Abwasser abscheidet, sammelt es sich im oberen Teil des Gehäuses
2 und drückt den Wasserspiegel wieder stetig nach unten. Dadurch sinkt der Zylinder 20 mit dem Wasser wieder herab, bis
die kleine Öffnung 8 wieder freigegeben wird. Bei heftigem Gasanfall
stellt sich auf diese Weise selbsttätig eine intermittierende Entlüftung ein, d.h. Entlüftungsperioden und Gas-Sammelperioden
wechseln sich ab. Nur bei geringen Gasmengen ergibt sich innerhalb des Gehäuses 2 ein Druckglexchgewicht, das den
Zylinder 20 annähernd konstant in einer Höhe hält, in der eine stetige, geringe Gasmenge durch die kleine Öffnung 8 entweicht.
Je höher der Innendruck bei vorgegebener Querschnittsfläche der kleinen Öffnung 8 ist, desto weiter muß das Wasser
innerhalb des Gehäuses absinken, bis der Zylinder 20 die kleine Öffnung 8 freigibt. Dies ist schematisch anhand der Fig. 2 verdeutlicht.
In der Fig. 2A ist derjenige Zustand dargestellt, bei dem die Entlüftungsperiode beendet ist und der Wasserspiegel
durch nachströmendes Gas wieder abwärts gedrückt wird. Die Eintauchtiefe des Zylinders 20 in das Wasser entspricht seinem
Schwimmverhalten unter freien Verhältnissen. In dsr Fig. 2B ist der Wasserspiegel soweit abgesunken, daß im nächsten Augenblick
der Zylinder 20 aufgrund fehlenden Auftriebes die durch den Innendruck aufgebrachte Haltekraft überwindet und soweit
abfällt, wie es seiner natürlichen Schwimmlage innerhalb des jetzt vorhandenen Wasserspiegels entspricht.
Da der Zylinder 20 über den Stopfen 34 mit Wasser oder einem anderen Ballaststoff gefüllt werden kann, läßt sich sein
Schwimmverhalten sehr leicht an die jeweiligen Betriebsbedingungen anpassen. Wenn der Gehäuseinnendruck relativ zum Umgebungsdruck
sehr hoch werden kann, genügt es somit, den Zylinder 20 entsprechend zu beschweren. Das ist sehr viel einfacher als die
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theoretisch auch mögliche Maßnahme, die Querschnittsfläche der
kleinen Öffnung 8 zu vermindern. Zwar führt andererseits ein Beschweren des Zylinders 20 dazu, daß er erst bei höherem Wasserspiegel
aufwärts getragen wird, so daß die Abdichtung der kleinen Öffnung 8 erst entsprechend spät mit aufsteigendem Wasserspiegel
erfolgt. Das beeinflußt den laufenden Betriebszustand aber nicht nachteilig.
Eine alternative Ausführungsform, bei der die kleine
Öffnung 81 bei jeweils gleichen Wasserständen geöffnet bzw. verschlossen
wird, ist in Fig. 3 gestellt. Diese Ausführungsform
entspricht in ihrem grundsätzlichen Aufbau der Ausführungsform
: gemäß Fig. 1, so daß nachfolgend nur noch die Unterschiede zu Fig. 1 erläutert werden.
Der Zylinder 20' wirkt nicht mehr direkt zur Abdichtung
' der kleinen Öffnung 81, sondern indirekt über einen (z.B. induktiv
wirkenden) Näherungsschalter 40, der oberhalb eines an dem Zylinder angebrachten Zapfens 36 installiert ist. Der Zapfen 36 ist
dabei in einer Führung 38 gehalten; diese ist an der Oberseite des Gehäuses 2 befestigt und entspricht bezüglich der Führung
des Zylinders 20' der kleinen Öffnung 8 gemäß dem Ausführungs-
■ beispiel in Fig. 1. Da bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 der
Zylinder 20' vollkommen von dem Gehäuse 2 eingeschlossen ist,
wirken als Kräfte nur der Auftrieb und das Eigengewicht, so daß jegliche Beeinflussung durch den Differenzdruck zwischen dem
ι Gehäuseinneren und der äußeren Umgebung entfällt. Dies hat zur
Folge, daß der Zylinder 20' stets in einer gleichen Schwimmhöhe
relativ zu dem gerade vorhandenen Wasserstand verbleibt, wobei er an seiner durch die Änderung des Wasserstandes bewirkten Bewegung
durch die Halterung 22 bzw. durch das Anstoßen des Zapfens 36 an den Näherungsschalter 40 in einer Mittellage gehabten wird.
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Bei der Annäherung des Zapfens 36 an den Näherungsschalter 40 bewirkt eine an der Oberseite des Zapfens befindliche, nicht
dargestellte Metallplatte die Betätigung des Näherungsschalters, dessen Schaltsignal über einen Verstärker 42 einem Elektro-Magnet-Ventil
44 zugeführt wird. Das Ventil 44 wird dadurch geschlossen, so daß durch die kleine öffnung 8' über die Leitung 46 kein Gas
mehr aus dem Gehäuse 2 entweichen kann. Die weiter in das Gehäuse 2 einströmende Gasmenge sammelt sich im oberen Bereich des Gehäuses
und drückt den Wasserspiegel zunehmend nach unten. Dabei folgt der Zylinder 20' dem absinkenden Wasserstand ohne Beeinflussung
von außen bis zu der Höhe, bei der die Betätigung des Näherungsschalters 40 durch den absinkenden Zapfen 36 aufgehoben
wird. Durch diesen Schaltvorgang wird das Elektro-Magnet-Ventil 44 wieder geöffnet, so daß das oberhalb des Wassers in dem Gehäuse
2 angesammelte Gas nun wieder durch die kleine öffnung 81 und
die nachfolgende Leitung 46 entweichen kann. Eine vor der kleinen öffnung 8' angeordnete Abdeckung 48 sorgt dabei dafür, daß keine
Flüssigkeitsteilchen und keine Schmutzpartikel in die Leitung 46 gelangen können.
Abweichend von der zeichnerischen Darstellung kann in beiden Ausfuhrungsformen der Prallteller 5 als herabschraubbarer Ventildeckel
ausgeführt sein. Das empfiehlt sich immer dann, wenn während des Betriebes der an den Zulauf 4 angeschlossenen Leitung
Wartungsarbeiten an dem Ventil 1 vorgenommen werden müssen, was z.B. bei einer insgesamt abnehmbaren oder teilweise in Form
von Deckeln abnehmbaren Oberseite des Gehäuses 2 sehr leicht möglich ist.
Wr/dm/vf
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-A'
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Claims (7)
- 2600556EIKENBERG & BRÜMMERSTEDTPATENTANWÄLTE IN HANNOVERFa. Wilhelm Strate 446/9Patentansprüche :Ventil zur Entlüftung und Belüftung insbesondere einer Abwasserleitung, bestehend aus einem Gehäuse mit zwei darin innerhalb von Führungen gehaltenen, jeweils als Schwimmer ausgebildeten Schließkörpern zum Verschließen jeweils einer großen und einer kleinen Öffnung an der Oberseite des Gehäuses, wobei der zum Verschließen der großen Öffnung dienende Schließkörper als Kugel ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der großen Öffnung (6) und der zugehörigen Schließringfläche (12) für die Kugel (14) ein von oben in das Gehäuse (2) hineinragendes Rohr (10) eingefügt ist und der zum Verschließen der kleinen Öffnung (8) dienende Schließkörper (20) ein mit mindestens einem an seinem oberen Ende angeordneten, in eine buchsenartige Führung (8, 38) eingreifenden Führungsstift (24, 36) senkrecht geführter Hohlkörper ist, wobei die Schließringfläche (12) am unteren Ende des Rohres (10) unterhalb derjenigen Wasserstandshöhe in dem Gehäuse (2) angebracht ist, bei der der Schließkörper für die kleine Öffnung (8) diese infolge seines Aufschwimmens zu schließen beginnt.
- 2. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schließkörper für die kleine öffnung (3) als mit einem BaI-909828/0350ccüGfMAL inspected"laststoff füllbarer Zylinder (20) ausgebildet ist, der auch an seinem unteren Ende einen in eine buchsenartige Führung (22) eingreifenden Führungsstift (28) besitzt.
- 3. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Führungsstift (24) des Schließkörpers (20) unmittelbar in der kleinen öffnung (18) geführt ist und an seinem unteren Ende eine kegelstumpfartige Verdickung (26) zur eigentlichen Abdichtung der kleinen Öffnung aufweist.
- 4. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die kleine öffnung (81) mit Hilfe eines Elektro-Magnet-Ventils (44) verschließbar ist, welches nach Maßgabe eines berührungslosen Schalters (40) öffnet oder schließt, wobei der Schalter von dem oberen Führungsstift (36) am Schließkörper (20) für die kleine Öffnung nach Maßgabe der Wasserstandshöhe im Gehäuse betätigt ist.
- 5. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die kleine Öffnung (8) an eine Leitung (30) angeschlossen ist, deren anderes Ende oberhalb des Rohres (10) mündet.
- 6. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Zuleitung (4) in einem vorgegebenen Abstand innerhalb des Gehäuses (2) ein Prallteller (5) angeordnet ist.
- 7. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch j gekennzeichnet, daß die Schließringfläche für die Kugel (14) ,' bzw. für die kegelstumpfartige Verdickung (26) jeweils aus ei- ι nem O-Ring (14, 18) besteht. j903828/0350
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19782800556 DE2800556C3 (de) | 1978-01-07 | 1978-01-07 | Ventil zur Entlüftung und Belüftung insbesondere einer Abwasserleitung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19782800556 DE2800556C3 (de) | 1978-01-07 | 1978-01-07 | Ventil zur Entlüftung und Belüftung insbesondere einer Abwasserleitung |
Publications (3)
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|---|---|
| DE2800556A1 true DE2800556A1 (de) | 1979-07-12 |
| DE2800556B2 DE2800556B2 (de) | 1980-01-24 |
| DE2800556C3 DE2800556C3 (de) | 1980-09-25 |
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ID=6029084
Family Applications (1)
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| DE19782800556 Expired DE2800556C3 (de) | 1978-01-07 | 1978-01-07 | Ventil zur Entlüftung und Belüftung insbesondere einer Abwasserleitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2800556C3 (de) |
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4778595A (en) * | 1986-10-15 | 1988-10-18 | Anthony Industries, Inc. | Automatic valve assembly |
| US4844414A (en) * | 1986-10-15 | 1989-07-04 | Anthony Industries, Inc. | Valve improvements |
| US4901754A (en) * | 1986-10-15 | 1990-02-20 | Anthony Industries, Inc. | Valve improvements |
| US4917795A (en) * | 1986-10-15 | 1990-04-17 | Anthony Industries, Inc. | Automatic valve assembly |
| EP0661483A1 (de) * | 1993-12-08 | 1995-07-05 | STRATE GmbH MASCHINENFABRIK FÜR ABWASSERTECHNIK | Ventil zur Ent- und Belüftung einer Abwasserleitung |
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| DE202009016069U1 (de) * | 2009-11-26 | 2011-04-14 | Abu-Plast Kunststoffbetriebe Gmbh | Lüftungsvorrichtung zum wechselweisen Belüften und Entlüften eines Volumenkörpers |
Families Citing this family (1)
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| DE19810093C2 (de) * | 1998-03-10 | 2002-03-14 | Stefan Schiebold | Entlüftungsventil |
-
1978
- 1978-01-07 DE DE19782800556 patent/DE2800556C3/de not_active Expired
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| DE2800556C3 (de) | 1980-09-25 |
| DE2800556B2 (de) | 1980-01-24 |
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