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DE28745C - Verfahren und Vorrichtungen zur Entzündung von Schiefspulververladungen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtungen zur Entzündung von Schiefspulververladungen

Info

Publication number
DE28745C
DE28745C DENDAT28745D DE28745DA DE28745C DE 28745 C DE28745 C DE 28745C DE NDAT28745 D DENDAT28745 D DE NDAT28745D DE 28745D A DE28745D A DE 28745DA DE 28745 C DE28745 C DE 28745C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cartridge
powder
detonator
case
slanting
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT28745D
Other languages
English (en)
Original Assignee
CH. W. CURTIS in London, Lombard Street
Publication of DE28745C publication Critical patent/DE28745C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42BEXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
    • F42B3/00Blasting cartridges, i.e. case and explosive
    • F42B3/26Arrangements for mounting initiators; Accessories therefor, e.g. tools

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Portable Nailing Machines And Staplers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom la. December 1883 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, eine schnellere Entzündung von Sprengladungen aus Schiefspulver zu bewirken, um die Explosionskraft dieses Sprengstoffes derjenigen von Dynamit, Schiefsbaumwolle und anderen Explosionsstoffen näher zu bringen. Zu diesem Zweck kommt eine besondere Zündladung in Anwendung, die aus Schiefspulver gebildet wird, welches in einem starken Gehäuse (Kapsel, Hülse oder Rohr) enthalten ist und in welches die Zündschnur eingesetzt wird. Beim Abfeuern des Schusses nehmen dann die aus der Zündladung sich entwickelnden gasförmigen Explosionsproducte eine bedeutende Spannung an, die zur Zertrümmerung des Gehäuses führt und dabei ■ zur Folge hat, dafs der stark gespannte Feuerstrahl bis in das Innerste der Sprengladung eindringt und eine rapide Entzündung aller Theile derselben veranlafst.
Fig. ι beiliegender Zeichnung veranschaulicht eine Sprengpatrone meines Systems im Querschnitt. Die eigentliche Patrone A besteht aus einer mit Schiefspulver gefüllten Hülle aus wasserdichtem oder anderem geeigneten Stoff, und der in diese Patrone eingesetzte Zünder B ist aus einer Hülse aus Messing oder sonstigem Material gebildet, in welche ein aufgespaltenes Röhrchen C in der Hülsendecke schliefsend eingesteckt ist, während der im Innern der Hülse um das Röhrchen herum verbleibende Raum B1 mit Schiefspulver angefüllt ist. Bei Entzündung der in das Röhrchen C eingesteckten Zündschnur explodirt das Pulver in der Hülse B, so dafs der Boden derselben zertrümmert wird und die hochgespannten Gase mit aufserordentlicher Vehemenz in die Ladung der Patrone A dringen. Dadurch wird nicht nur die obere Schicht des in der Patrone enthaltenen Pulvers momentan entzündet, sondern deren ganzer Inhalt, so dafs eine plötzliche, heftige und vollständige Verbrennung erfolgt.
Bei der Modification der Sprengpatrone in Fig. 2 wird der Zünder aus einer längeren Röhre gebildet, die am oberen Ende bei D durch einen Wattepfropfen geschlossen, am unteren Ende, das ungefähr auf der Mitte der Patrone A liegt, aber offen ist. Entzündet man in diesem Falle die durch den Patronenhals eingeführte Zündschnur, so findet das Explosionsgas nach unten hin einen Ausweg, aber erst dann, wenn eine gewisse Spannung eingetreten ist. Es könnte übrigens der Zünder auch derart beschaffen sein, dafs er etwa die Mitte hält zwischen den Wirkungen der beiden vorbeschriebenen Zünder. Auch könnte man diesen Zünder in Verbindung mit wasserdichten oder anderen Sprengpatronen benutzen, die ohne das sonst übliche Loch für die Zündschnur hergestellt sind, um Eindringen von Wasser, Verderben der Patrone und die Gefahr zu verhüten, welche das Blofslegen des Pulvers bezw. das Verstreuen desselben in sich schliefst.
Nach dem Einsetzen der Patrone in das Bohrloch wird der Zünder mit der daran befestigten Zündschnur ebenfalls eingesetzt und nun das Bohrloch verschlossen. Beim Abfeuern des Schusses wird dann das Kopfende der Patronenhülle zertrümmert, so dafs die hochgespannten Feuergase in die Patrone eindringen und, wie schon bemerkt, in allen Theilen der Ladung plötzliche Explosion eintritt.
Der in Fig. 3 im Schnitt dargestellte Zünder ist für eine solche Verwendung und für solchen Zweck passend. Die Zündhülse ist cylindrisch ausgebildet, und ein gespaltenes Rohr C zur Aufnahme der Zündschnur führt durch die Decke der Hülse in das Innere derselben. Ich 'ziehe es vor, den Zünder mit der Pulverladung zusammen in derselben Patronenhülle unterzubringen, wie dies Fig. 4 darstellt, wo die Patrone A und am vorderen Ende derselben der Zünder B in der Umhüllung E angeordnet ist, was den Gebrauch der Patrone sehr erleichtert. Soll die Patrone benutzt werden, so wird das Kopfende der Hülle E geöffnet, dann der Zünder B herausgenommen, mit der Zündschnur versehen und nun wieder in die Umhüllung E eingebracht, wie dies Fig. 5 darstellt. Dann wird das Ganze in das Bohrloch eingesteckt, dieses verschlossen und die Zündschnur angezündet. Durch die Explosion des Pulvers im Zünder B wird dann der Boden in der Hülse desselben zertrümmert, und das gewaltsame Eindringen des Feuers in alle Theile der Ladung der Patrone A führt dann zur plötzlichen Entzündung aller ihrer Theile.
Fig. 6 zeigt eine andere Form der Combination der Patrone und des Zünders. ■ Hier ist die Umhüllung in einigem Abstande vom Kopf-,ende bei χ eingeschnürt, dann der Zünder B aufgelegt und über diesem wieder bei Y die Umhüllung zugeschnürt, wie in Fig. 4 angedeutet. Soll die Patrone benutzt werden, so wird die Verschnürung der Hülle bei Y gelöst, damit, wie beschrieben, die Zündschnur in den Zünder eingesteckt werden kann.

Claims (4)

Patent-An Sprüche:
1. Das Verfahren, eine Ladung Schiefspulver für Sprengzwecke zur Explosion zu bringen, darin bestehend, dafs die Explosionsgase eines Zünders zwecks Entwickelung einer sehr hohen Spannung in einem starken Gehäuse zurückgehalten werden, um bei der Zertrümmerung des Gehäuses ein rapides Eindringen der Feuergase in die Sprengladung und plötzliche Entzündung derselben zu veranlassen.
2. Der aus einer äufseren Hülse B zur Aufnahme von Schiefspulver und einem Röhrchen C zur Aufnahme der Zündschnur zusammengesetzte Zünder.
3. Das Verfahren, Sprengladungen aus Schiefspulver zur Explosion zu bringen, darin bestehend, dafs die Explosionsgase zur Entzündung der Sprengladung im Innern eines gegen das Patronen ende gelegten Gehäuses entwickelt und in diesem so lange eingeschlossen erhalten werden, bis sie eine derartige Spannung erreichen, dafs sie das Gehäuse zertrümmern, das Ende der Pulverpatrone durchdringen und mit starker Gewalt in die Sprengladung eindringen und diese entzünden.
4. Die Combination des Zünders und der Patrone, gekennzeichnet durch eine wasserdichte oder andere Hülle A und einen Zünder, der in der Patronenhülle derart angeordnet ist, dafs die Zündschnur in das Röhrchen C der Hülse B des Zünders von einem Ende der Patrone her eingeführt werden kann.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT28745D Verfahren und Vorrichtungen zur Entzündung von Schiefspulververladungen Active DE28745C (de)

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