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Hellraumvergrößerungs- oder -kopiergerät
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Die Erfindung betrifft ein Hellraumvergrößerungs- oder -kopiergerät,
bei dem ein mit Hilfe eines Objektives projiziertes Bild durch Ausspiegelung auf
eine Betrachtungsfläche betrachtbar ist.
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Aus der DE-OS 23 22 112 ist ein Gerät dieser Art bekannt, bei dem
das über ein Objektiv mit veränderbarer Brennweite projizierte Bild durch einen
zur Kopierebene um 450 geneigten, in den Strahlengang einführbaren Spiegel zur Schärfen-,
Größen-und Ausschnittsbestimmung auf eine Mattscheibe lenkbar ist.
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Damit während einer solchen Betrachtung kein Licht auf das 4n der
Kopierebene angeordnete lichtempfindliche Material fallen kann, ist dieses durch
eine lichtdichte Klappe abdeckbar. Soll das vorher auf der Mattscheibe betrachtete
Bild kopiert werden, muß der Umlenkspiegel aus dem Strahlengang geklappt und die
Abdeckklappe vom lichtempfindlichen Material entfernt sein.
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Die Umstellung von der Betrachtung des Bildes zu einer Kopierbereitschaft
des Gerätes und umgekehrt ist umständlich und auch bei einer Motorisierung der Bewegungen
des Umlenkspiegels und der Abdeckklappe zeitaufwendig, da relativ große Massen zu
bewegen sind. Dies setzt der Kopiergeschwindigkeit des Gerätes gewisse Grenzen.
Andererseits ist es nicht bei jedem zu kopierenden Bild notwendig, eine Betrachtung
auf der Mattscheibe vorzunehmen, da beispielsweise der Vergrößerungsmaßstab für
eine Reihe zu kopierender Bilder unverändert bleibt.
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In einem solchen Falle würde es genügen, die Lage des zu kopierenden
Bildes innerhalb des Vorlagenträgers kontrollieren zu können.
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Bei automatischen Rollenkopiergeräten ist es bekannt, die Lage des
zu kopierenden Bildes innerhalb des Vorlagenträgers zu betrachten. Dazu wird beispielsweise
der Vorlagenträger mit dem Bild aus der Kopierlage herausgenommen und über eine
im Gerät vorgesehene Beleuchtungseinrichtung geschoben, mit deren Hilfe das Bild
betrachtbar ist. Eine geübte Bedienungsperson kann dabei nicht nur das Bild in der
Vorlagenhalterung richtig positionieren, sondern auch notwendige Dichte- oder Farbkorrekturen
feststellen. Diese Betrachtungseinrichtung hat jedoch den Nachteil, daß beim Wiedereinführen
des Vorlagenhalters in dessen Kopierlage die darin enthaltene Bildvorlage gegenüber
der betrachteten Lage durch Unachtsamkeit verschoben und somit ein nicht-erwünschter
Bildausschnitt kopiert werden kann.
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In einem anderen Rollenkopiergerät ist die Betrachtung der zu kopierenden
Bildvorlage möglich, ohne daß der Vorlagenträger aus seiner Kopierlage entfernt
werden muß. Dazu ist etwas unterhalb der Kopiervorlage außerhalb des Beleuchtungsstrahlengangs
ein Spiegel in einer zur Vorlagenebene parallelen Ebene angeordnet, dessen Bild
durch ein im Gerät angeordnetes Fenster betrachtbar ist. Aus konstruktiven Gründen
ist es bei dem bekannten Gerät jedoch nicht möglich, das gesamte zu kopierende Bild
sichtbar zu machen, so daß die Bildkontrolle sich auf einen Teilausschnitt beschränken
muß. Außerdem ist es für die
Bedienungsperson, die aufgrund der
Betrachtung die richtige Lage des Bildes feststellen und eventuell korrigieren muß,
sehr schwierig, diese Positionierung anhand einer spiegelbildlichen Darstellung
vorzunehmen, da die dazu notwendigen Bewegungen den sichtbaren Bewegungen entgegengesetzt
verlaufen müssen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Gerät der eingangs
genannten Art eine zusätzliche Betrachtungsmöglichkeit zu schaffen, bei der die
Bildvorlage nicht aus der Kopierlage herausbewegt werden muß und eine Betrachtung
des zu kopierenden Bildes in dessen tatsächlicher Orientierung möglich ist Die Aufgabe
wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Erfindung gelöst.
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Bei dem erfindungsgemäßen Gerät kann die Bedienungsperson zwischen
zwei Betrachtungsweisen wählen, wobei für eine genaue Festlegung des zu kopierenden
Bildausschnittes und zur Schärfenkontrolle das auf die Mattscheibe ausgespiegelte
Bild für die Betrachtung günstiger ist, während bei der Verarbeitung einer Serie
von Bildvorlagen, die beispielsweise auf einem Filmstreifen angeordnet sind, lediglich
die richtige Positionierung der einzelnen Bilder innerhalb des Vorlagenträgers kontrolliert
werden muß und somit der direkten Betrachtung der Vorzug gegeben werden kann, da
dabei eine höhere Kopiergeschwindigkeit erreichbar ist. Dies ist deshalb der Fall,
weil lediglich ein kleiner Umlenkspiegel betätigt werden muß, um von der Betrachtungs-
zur Kopierposition des Gerätes überzugehen.
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Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig.
1 eine schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Gerätes, bei dem
die beweglichen Teile einander so zugeordnet sind, daß eine Mattscheibenbetrachtung
möglich ist; Fig. 2 das Gerät nach Fig. 1 in Kopierstellung; Fig. 3 das Gerät nach
Fig. 1, bei dem die beweglichen Teile einander so zugeordnet sind, daß eine direkte
Betrachtung der Bildvorlage möglich ist; Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der
Erfindung in einer schematischen Schnittdarstellung, bei dem die beweglichen Teile
einander so zugeordnet sind, daß eine Betrachtung der Bildvorlage über eine Spiegelkombination
möglich ist.
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Innerhalb eines Gehäuses 1 ist eine Lichtquelle 2 mit angeformtem
Reflektor 3 angeordnet, dessen Lichtbündel 4 nach Durchgang durch einen Lichtleitschacht
4a eine zu kopierende Bildvorlage 5 durchsetzt, wobei das durch die Bildvorlage
modulierte Licht entweder auf einen beweglichen, beispielsweise um eine gerätefeste
Drehachse 6a schwenkbaren Spiegel 6 fällt und von diesem um einen Winkel von etwa
900 abgelenkt wird (Fig. 1) oder bei einer geänderten Lage dieses Spiegels 6 in
einen Betrachtungsraum 7 fällt (Fig. 3). In der in der Fig. 1 gezeigten Stellung
des Spiegels wird die Bildvorlage 5 über ein Objektiv 8, das beispielsweise ein
Objektiv mit variabler Brennweite sein kann, und einen weiteren Umlenkspiegel 9
auf eine Mattscheibe 10 projiziert. Die Ebene der zu projizierenden Bildvorlage
5 ist beim dargestellten Gerät in einem Winkel von etwa 900 gegenüber der Hauptebene
des Objektivs 8 ausgerichtet. Es sind jedoch auch andere Winkel zwischen diesen
Ebenen denkbar.
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Beispielsweise durch eine FresneBinse 11 kann das auf die Mattscheibe
10 geworfene Bild von der Bedienungsperson betrachtet werden.
Durch
Verschiebung der Bildvorlage, die normalerweise innerhalb eines Vorlagenhalters
(nicht gezeigt) angeordnet und zusammen mit diesem innerhalb eines im Gehäuse 1
vorgesehenen Schlitzes 12 beweglich ist, kann der gewünschte Bildausschnitt gewählt
werden. Durch Verstellung der Brennweite des Objektivs 8 sind verschiedene Vergrößerungen
der Bildvorlage herstellbar. Im Strahlengang hinter dem Umlenkspiegel 9 ist eine
Maske 13 vorgesehen, die durch eine Abdeckklappe 14 verschließbar ist. Bei Betrachtung
des vom Objektiv entworfenen Bildes auf der Mattscheibe ist die Abdeckklappe 14
geschlossen, so daß kein Licht in den hinter dieser befindlichen Raum eindringen
kann und das darin angeordnete lichtempfindliche Material 15 nicht belichtet wird.
Das lichtempfindlichelMaterial 15 ist in einer Projektionsebene angeordnet, deren
Entfernung vom Objektiv 8 der entlang der geknickten optischen Achse a gemessenen
Entfernung zwischen dem Objektiv und der Mattscheibe 10 entspricht. Durch diesertaßnahme
wird sichergestellt, daß das auf der Mattscheibe entworfene Bild in qleicher Weise
in der Kopierebene abgebildet wird. Soll ausgehend von der Betrachtung auf der Mattscheibe
das Bild auf das Kopiermaterial 15 projiziert werden, muß der Umlenkspiegel 9 aus
der in der Fig. 1 gezeigten Position in eine in der Fig. 2 dargestellte Lage geschwenkt
werden, in der er außerhalb des Strahlengangs zu liegen kommt und gleichzeitig den
Lichteinfall vom Außenraum durch die Mattscheibe hindurch auf das Kopiermaterial
verhindert. Außerdem muß die Abdeckklappe 14 die Offnung der Maske 13 freigeben
und somit in eine die Strahlenausbreitung nicht verhindernde Lage gebracht werden,
wie sie beispielsweise in Fig. 2 angedeutet ist. Vorzugsweise werden die Bewegung
des Umlenkspiegels 9 und der Abdeckklappe 14 in koordinierterweise über einen oder
zwei Stellmotoren erzeugt. In der in Fig. 2 dargestellten Stellung des Umlenkspiegels
und der Abdcckklappe kann die Belichtung des Kopiermaterials nach einer der bekannten
Belichtungsmethoden erfolgen. Beispielsweise ist die zu kopierende Bildvorlage ein
Farbnegativ und das Belichtungssystem ein additives Farbkopierverfahren bei dem
3 Einzelbelichtungen in den Grundfarben Rot, Grün und Blau hintereinander erfolgen.
Beispielsweise wird für jede dieser Einzelbelichtungen
ein Filter
in der entsprechenden Grundfarbe 16, 17, 18 in der Nähe der Lichtquelle in Richtung
des Pfeiles f in den Strahlengang eingeführt. In der Darstellung von Fig. 2 befindet
sich das Filter 16, das beispielsweise ein Rotfilter ist, im Strahlengang, während
das Grün- und Blaufilter, beispielsweise die Filter 17 und 18 sich außerhalb desselben
befinden. Nach Beendigung der Rotbelichtung wird das Filter 16 aus dem Strahlengang
entfernt und das Filter 17 in diesen eingeführt. Nach Beendigung der Grünbelichtung
wird das Filter 17 aus dem Strahlengang entfernt und das Filter 18 in diesen eingeführt.
Nach Beendigung der Blaubelichtung verbleibt das Filter 18 im Strahlengang und es
wird eines oder beide anderen Filter 16 und 17 in diesen eingeführt, so daß der
Strahlengang unterbrochen ist und praktisch kein Licht mehr zur Bildvorlage gelangt.
Nach der Belichtung werden der Umlenkspiegel 9'und die Abdeckklappe 14 wieder in
ihre ursprüngliche, in der Fig. 1 dargestellten Lage zurückgeschwenkt, so daß ein
neues Bild betrachtet und eingestellt werden kann. Dadurch, daß sowohl der Umlenkspiegel
als auch die Abdeckklappe eine relativ große Ausdehnung aufweisen und die Schwenkbewegungen
aus Gründen der Materialfestigkeit des Ablenkspiegels einerseits und zur Vermeidung
einer zu großen Geräuschbildung und von zu starken Abnützungen andererseits so durchgeführt
werden müssen, daß keine allzugroßen Beschleunigungen und Verzögerungen auftreten,
erfordert der Bewegungsablauf eine gewisse Zeitspanne, was die Kopierleistung des
Gerätes auf eine relativ geringe Anzahl von Bildern pro Zeiteinheit beschränkt.
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Eine Erhöhung dieser Kopierleistung kann dann erreicht werden, wenn
auf die Mattscheibenbetrachtung verzichtet und das zu kopierende Bild in direkter
Weise betrachtet wird. Dazu wird der Umlenkspiegel 6 in die in Fig. 3 gezeigte Lage
geschwenkt, wobei jeder Lichtdurchtritt zum Objektiv 8 verhindert wird.
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Durch eine öffnung 19, die beispielsweise durch ein durchsichtiges
Material abgedeckt ist, kann die Bedienungsperson das von unten durchleuchtete Bild
betrachten, ohne dabei den Vorlagenträger aus dessen Kopierlage nehmen zu müssen,
das zu
kopierende Bild in der gewünschten Weise positionieren und
auch beurteilen, ob für den Kopiervorgang Belichtungskorrekturen vorzunehmen sind.
Um von der Betrachtung der Bildvorlage zur Kopierbereitschaft des Gerätes überzugehen,
braucht lediglich der Spiegel 6 in seine ursprüngliche in den Fig. 1, 2 gezeigte
Lage zurückgeschwenkt werden, während der Umlenkspiegel 9 und die Abdeckklappe 14
sich schon bei der Betrachtung in Kopierstellung außerhalb des Strahlengangs befinden.
Diese Stellung braucht bei der Direktbetrachtung nicht geändert zu werden.
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Da bei dieser Betrachtungsweise lediglich der Umlenkspiegel 6, der
eine relativ geringe Masse aufweist, bewegt werden muß, benötigt man für den Übergang
von der Betrachtungs- zur Kopierposition des Gerätes und umgekehrt eine viel geringere
Zeit als bei der Mattscheibenbetrachtung. Die Kopierleistung kann dadurch in beträchtlichem
Maße erhöht werden. Da der Umlenkspiegel 6 direkt in den Kopierstrahlengang eingreift,
ist es zur Vermeidung von Unschärfen notwendig, daß während jeder Schwenkbewegung
die Lampe 2 abgeschaltet ist.
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In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Gerätes dargestellt, bei dem der optische Strahlengang zwischen der zu kopierenden
Bildvorlage 5' und der Projektionsfläche 15' beim Kopieren nicht umgelenkt wird,
die Ebene der zu projizierenden Bildvorlage 5' also zur Hauptebene des Objektivs
8' im wesentlichen parallel steht, wobei im Gegensatz zum vorherigen Ausführungsbeispiel
keine optischen Mittel im abbildenden Teil des Strahlenganges die Bildqualität beeinflussen
können. Dazu ist die Bildvorlage 5', die über einen geknickten Lichtleitschacht
20 durch eine Lichtquelle 2' beleuchtet wird, senkrecht in einem im Gehäuse 1' des
Gerätes vorgesehenen Schlitz 12' verschiebbar angeordnet. Wiederum ist der Vorlagenträger
aus Gründen der Klarheit der Darstellung nicht gezeigt. Eine Fixierung des Vorlagenhalters
innerhalb des Schlitzes 12' kann beispielsweise durch geeignete, am Vorlagenhalter
angebrachte Magneten erfolgen, die mit entsprechenden magnetisierbaren Teilen im
Schlitz 12'
zusammenwirken. Zwischen der Bildvorlage 5' und dem
Objektiv 8' ist ein um eine feste Drehachse 21a drehbarer Spiegel 21 in einem Winkel
von 450 zur optischen Achse a einschwenkbar. Über einen weiteren, feststehenden
Spiegel 22, der zum Spiegel 21 in seiner eingeschwenkten, mit durchgehenden Linien
gezeichneten Stellung normal ausgerichtet ist, ist die Bildvorlage von der Bedienungsperson
durch ein im Gehäuse 1' vorqesehenes durchsichtiqes Sichtfenster 23 betrachtbar.
In dieser eingeschwenkten Stellung deckt der Spiegel 21 das Objektiv 8' derart ab,
daß kein Licht auf das in der Projektionsebene angeordnete lichtempfindliche Material
15' fallen kann.
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Um das Gerät in Kopierbereitschaft zu versetzen, braucht lediglich
der Spiegel 21 aus dem Strahlengang in die gestrichelt dargestellte Lage geschwenkt
zu werden, bei der auch jeder Lichteinfall durch das Sichtfenster 23 verhindert
wird. Da der Spiegel 21 mit dem Spiegel 6 vergleichbare Ausmaße aufweist, ist der
beim ersten Ausführungsbeispiel angegebene Vorteil einer erreichbaren höheren Kopiergeschwindigkeit
auch in diesem Fall gegeben.
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Dazu kommen die weiteren Vorteile, daß die Bewegung des Spiegels 21
nicht die Schärfe des projizierten Bildes beeinflussen kann und daß dieser Spiegel
keine besondere Oberflächengüte aufweisen muß, da er sich während des Kopiervorganges
nicht im abbildenden Strahlengang befindet.
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Wie schon oben erwähnt, kann die Bewegung der verschiedenen beweglichen
Teile motorisch erfolgen. Die entsprechenden Stellmotoren und die dazu notwendige
Steuerung werden nicht beschrieben, da sie dem Stand der Technik entncmmen werden
können. Dasselbe gilt für die Steuerung des Belichtungsablaufs. Das in der Kopierebene
anzucrdnonde lichtompair.dliche Mate~ial 15, 15' kann auf die verschiedensten Weisen
in die Kopierlage gebracht und von dieser entfernt werden. Beispielsweise kann das
Papiermaterial in Blattform in einer Kassette angeordnet sein und mit dieser in
die Projektionsebene gebracht und von dieser entfernt werden.
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Es kann aber auch in Rollenform vorliegen und durch eine entsprechende
nicht
gezeigte Rollentransportvorrichtung in Kopierbereitschaft gebracht werden. In bekannter
Weise wird in einem solchen Fall nach Beendigung der Belichtung die Rolle des lichtempfindlichen
Materials um eine der Länge oder der Breite des ausgenützten Formats entsprechende
Strecke selbsttätig weitergeführt.