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Legierungspulver, Verfahren zu seiner Herstellung und seine
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Verwendung zur Herstellung von gesinterten Formteilen Die Erfindung
betrifft ein Legierungspulver mit eisenhaltigen, komplexen Boridphasen, bei der
ein Teil des Eisenborids durch ein Borid eines Nichteisenmetalls oder durch eine
komplexe Boridphase mit beispielsweise Cr, Mo, W, Ti, V, Nb, Ta, Hf, Zr, Co und
Ni ersetzt ist; ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines
derartigen Legierungspulvers sowie die Verwendung dieses Legierungspulvers zur Herstellung
von gesinterten Formteilen.
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Hartmetalle oder metallische Hartstoffe, insbesondere als harte Phase
Wolframcarbid enthaltende Materialien, weisen eine große Härte und Festigkeit auf
und werden beispielsweise zur Herstellung von Metall-Schneidwerkzeugen und Metallformen
eingesetzt. Das als Hauptbestandteil bei Hartmetallen verwendete Wolfram wird zunehmend
seltener und damit teurer. Ferner ist das spezifische Gewicht dieser Hartmetalle
sehr hoch, beispielsweise 13 bis 15 g/cm3. Schließlich sind diese Hartmetalle sowohl
hinsichtlich ihrer Korrosions- als auch hinsichtlich ihrer Oxidationsbeständigkeit
bei hohen Temperaturen unbefriedigend. Stellite, d.h. Co-Cr-W-C(Fe)-Legierungen,
weisen eine hohe Korrosions- und Oxidationsbeständigkeit auf, sind jedoch hinsichtlich
ihrer Härte und ihrer Abriebfestigkeit schlecht.
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Um die Korrosions- und die Oxidationsbeständigkeit bei hoher Temperatur
zu verbessern, das hohe spezifische Gewicht zu erniedrigen und die hohen Kosten
des Ausgangsmaterials zu vermindern, wurde eine harte Metall-Legierung entwickelt,
die aus einem Eisenborid oder eisenhaltige, komplexe Boridphasen enthaltenden Legierungspulver
hergestellt worden ist,wobei ein Teil des Eisenborids durch ein Borid eines Nichteisenmetalls
oder durch eine komplexe Boridphase ersetzt ist; vgl.
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US-PS 3 999 952. Dadurch wurden eine verbesserte Korrosions-und Oxidationsbeständigkeit
bei hoher Temperatur, ein geringeres, spezifisches Gewicht und niedrige Kosten des
Ausgangsmaterials erreicht, doch wies die gesinterte Metall-Legierung nach der US-PS
3 999 952 nicht die Festigkeit der Hartmetalle auf. Dies ist hauptsächlich in den
Eigenschaften des Legierungspulvers begründet, die das wesentliche Ausgangsmaterial
für das gesinterte Produkt bildet.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Legierungspulver zu
schaffen, aus dem durch Sintern Formteile mit Hartmetallen vergleichbarer Festigkeit
erzeugt werden können. Ferner soll ein Verfahren zur Herstellung des Legierungspulvers
angegeben werden. Die Lösung dieser Aufgabe beruht auf dem Befund, daß die Aufnahme
von Borid-bildenden Elementen, wie Cr, Mo, W, V, Nb, Ta, Ti, Zr, Hf, Co und Ni,in
das bekannte Legierungspulver das gesinterte Formteil stärker und härter macht.
Durch Zugabe geringer Mengen von Al und C zum Legierungspulver macht dieses spröde,
so daß die gesinterte Metall-Legierung eine geringe Festigkeit aufweist.
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Gegenstand der Erfindung ist somit ein Legierungspulver, das gekennzeichnet
ist durch folgende Bestandteile: 3 bis 20 Gewichtsprozent Bor, weniger als 3 Gewichtsprozent
Aluminium, weniger als 5 Gewichtsprozent Silicium, weniger als 2,5 Gewichtsprozent
Sauerstoff,
mindestens ein Metell aus der Gruppe Cr, Mo, W, Ti,
V, Nb, Ta, Hf, Zr, Co und Ni, Rest mindestens 10 Gewichtsprozent Eisen.
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Bei den erfindungsgemäßen Verfahren wird dieses Legierungspulver durch
Zerstäuben einer geschmolzenen Metall-Legierung mit Hilfe von Wasser oder einem
Inertgas hergestellt.
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Die anliegende Zeichnung erläutert die Erfindung. Es zeigen Fig. 1
ein Diagramm zur Darstellung der Abhängigkeit der Vickers-Härte (unter 100 g Belastung)
verschiedener Proben von der Temperatur und Fig. 2 ein Diagramm zur Darstellung
der Abhängigkeit der Gewichtszunahme der Proben durch Oxidation von der Behandlungsdauer
bei 1OOO0C in Luft.
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Das Legierungspulver der Erfindung besteht im wesentlichen aus einem
Borid oder aus einer komplexen Boridphase als Härteträger und aus einem Metall oder
aus einer Legierung als Binderphase.
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Bei diesem Härteträger ist das Fe-Borid teilweise ersetzt durch mindestens
ein Metall aus der Gruppe Cr, Mo, W, Ti, V, Nb, Hf, Ta, Zr, Co und Ni.
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Das Borid hat entweder MB-oderdie M2B-Strukturw wobei M ein Metallelement
bedeutet; die komplexe Boridphase hat die MxNyB-Struktur, wobei M und N Metallelemente
bedeuten.
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Bor ist das Basiselement des Legierungspulvers der Erfindung, das
gemäß der vorstehenden Beschreibung das Borid oder die komplexe Boridphase als Härteträger
bildet.
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Der Bor-Anteil in dem Legierungspulver beträgt 3 bis 20 Gewichtsprozent,
vorzugsweise 5 bis 16 Gewichtsprozent.
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Wenn der Bor-Anteil 3 bis 12 Gewichtsprozent beträgt, so besteht das
Legierungspulver hauptsächlich aus einem Borid mit der M2B-Struktur und/oder aus
der komplexen Boridphase. Wenn der Bor-Anteil 12 bis 20 Gewichtsprozent beträgt,
so besteht das Legierungspulver hauptsächlich aus einem Borid mit der MB-Struktur
und/oder aus einer komplexen Boridphase.
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Das gesinterte Legierungspulver weist außerdem eine Binderphase auf,
die sich mit dem Härteträger verbindet und das gesinterte Produkt verfestigt.
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Der Binder besteht aus mindestens einem Metall aus der Gruppe Cr,
Fe, Mo, W, Ti, V, Nb, Ta, Hf, Zr, Co, Ni und Cu, aus Legierungen dieser Metalle
oder aus Legierungen, die hauptsächlich aus diesen Metallen bestehen.
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Wenn der Bor-Anteil unter 3 Gewichtsprozent beträgt, so erreicht die
Härte des Legierungspulvers bzw. der gesinterten Formteile nicht den gewünschten
hohen Wert. Daher liegt erfindungsgemäß die untere Grenze für den Bor-Anteil bei
3 Gewichtsprozent, vorzugsweise bei 5 Gewichtsprozent.
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Wenn dagegen der-Bor-Anteil zu hoch ist, so wird das Legierungspulver
bzw. das gesinterte Formteil spröde, was zu einer Verminderung der Biegebruchfestigkeit
führt; daher ist es schwierig, eine ausreichende Festigkeit zu erhalten. Daher liegt
erfindungsgemäß die obere Grenze für den Bor-Anteil bei 20 Gewichtsprozent, vorzugsweise
bei 16 Gewichtsprozent.
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Der Fe-Anteil beträgt bei dem erfindungsgemäßen Legierungspulver mindestens
10 Gewichtsprozent. Die Vickers-Härte für die Fe-Boride beträgt etwa 1300 bis 1700
für Fe2B und etwa 1800 bis 2000 für FeB. Da Fe eines der billigsten Metalle ist,
die Boride oder komplexe Boridphasen bilden, wird im Hinblick auf die Abriebbeständigkeit
und die Festigkeit des Legierungspulvers bzw. der gesinterten Formteile vorzugsweise
möglichst viel Eisen verwendet.
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Cr bildet stabile und harte Boride,und zwar mit einer Vickers-Härte
von etwa 1300 für Cr2B und etwa 1200 bis 2000 für CrB.
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Cr-Boride verbessern ferner die Korrosions- und Oxidationsbeständigkeit
vergleichbar der von Edelstahl oder hitzebeständigem Stahl; ferner wird die Härte
erhöht und diese sowie eine hohe Festigkeit können selbst bei hoher Temperatur aufrechterhalten
werden. Der bevorzugte Cr-Anteil beträgt 5 bis 35 Gewichtsprozent. Bei einem Cr-Anteil
von weniger -als 5 Gewichtsprozent ist der vorstehend erwähnte Effekt nicht ausgeprägt.
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Andererseits ist bei einem Cr-Anteil von über 35 Gewichtsprozent eine
Erhöhung des Effekts aufgrund des Cr-Anteils gering.
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Mound W bilden nicht nur bei Raumtemperatur sondern auch bei hoher
Temperatur stabile Boride, und darüberhinaus ist die Härte dieser Boride sehr hoch;
so beträgt beispielsweise die Härte Hv von Mo2B etwa 1660, von MoB etwa 1750 bis
2350, von W2B etwa 2420 und von WB etwa 3750. Wenn Mo und/oder W in dem Legierungspulver
enthalten sind, so weisen die erhaltenen gesinterten Formteile eine hohe Verschleißfestigkeit
auf.
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Wenn ferner W in diesem Legierungspulver enthalten ist, so wird die
gesinterte Legierung sehr hart vergleichbar den bekannten Hartmetallen. Die gesinderte
Legierung ist dann als Schneidwerkzeug bzw. Zerspanwerkzeug für JIS SNCM-2-Stahl
geeignet.
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Wenn Cr, W und Mo in dem erfindungsgemäßen Legierungspulver gleichzeitig
enthalten sind, so sind nicht nur die zerspanenden Eigenschaften gegenüber bekannten
Hartmetallen verbessert, sondern auch die Korrosions-, die Wärme- und die Oxidationsbeständigkeit.
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Der Mo-Anteil bei dem erfindungsgemäßen Legierungspulver beträgt 1
bis 35 Gewichtsprozent, vorzugsweise 5 bis 30 Gewichtsprozent.
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Bei einem Mo-Anteil von weniger als 1 Gewichtsprozent ist der vorstehend
erwähnte Effekt des Mo nicht bemerkenswert. Wenn dagegen der Mo-Anteil über 35 Gewichtsprozent
liegt, so nimmt die Hitze- und Oxidationsbeständigkeit ab.
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Der W-Anteil beträgt 0,5 bis 30 Gewichtsprozent. Bei einem W-Anteil
unter 0,5 Gewichtsprozent ist der vorstehend erläuterte Effekt des W nicht bedeutsam.
Da W teuerer ist als Mo und die natürlichen W-Vorräte abnehmen, würde eine Erhöhung
des W-Anteils in dem Legierungspulver dieses verteuern. Daher liegt der obere Grenzwert
für den W-Anteil bei 30 Gewichtsprozent, vorzugsweise bei 20 Gewichtsprozent, und
zwar im Hinblick auf eine Verbesserung des Wirkungsgrades, beispielsweise bezüglich
des Verschleißes, der Festigkeit und der Kosten.
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Bei Verwendung von Co bildet dieses in dem Legierungspulver stabile
Boride und/oder komplexe Boridphasen, so daß die Verschleißfestigkeit verbessert
wird. Der Co-Anteil beträgt in dem erfindungsgemäßen Legierungspulver weniger als
15 Gewichtsprozent.
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Bei zu hohem Co-Anteil wachsen während der Sinterung mit flüssiger
Phase die primären Kristalle sehr rasch, und daher verschlechtert sich die Festigkeit
der gesinterten Legierung.
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Der Einfluß von Ni ist ähnlich dem von Co; der Ni-Anteil beträgt weniger
als 15 Gewichtsprozent.
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Ti, V, Nb, Ta, Hf und Zr sind Metalle der IVa- bzw Va-Gruppe des Periodensystems
und bilden alle stabile Boride und/oder komplexe Boridphasen bei Verwendung in dem
erfindungsgemäßen Legierungspulver.
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Beispielsweise beträgt die Härte Hv von TiB etwa 2700 bis 2800 und
von VB2 etwa 2080 bis 2800. Wenn geeignete Mengen von Ti, V, Nb, Ta, Hf und Zr in
dem erfindungsgemäßen Legierungspulver enthalten sind, vorzugsweise weniger als
15 Gewichtsprozent, so sind die Verschleißfestigkeit und die Festigkeit der
gesinterten
Legierung nicht nur bei Raumtemperatur sondern auch bei hoher Temperatur verbessert.
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Bei der gesinterten Legierung ist neben dem Härteträger ein Binder
bzw. eine Binderphase vorhanden. Das Legierungspulver ist das Ausgangsmaterial für
den Härteträger; dagegen weist der Binder mindestens ein Metall aus der Gruppe Cu,
Ni, Co, Fe, Cr, Mo, W, Ti, Zr, V, Nb, Ta und Hf, und/oder Legierungen dieser Metalle
und/oder hauptsächlich aus diesen Metallen bestehende Legierungen auf.
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Cu oder Cu-Legierungen weisen einen relativ niedrigen Schmelzpunkt
auf und bilden daher kaum Cu-Boride. Cu oder eine Cu-Legierung liegt bei der Sintertemperatur
in geschmolzener Form vor und bildet eine flüssige Phase, die eine Erhöhung der
Dichte der erhaltenen, gesinterten Legierung bewirkt.
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Andere Binderelemente als Cu, Co, Fe und Ni weisen im allgemeinen
Schmelzpunkte auf, die über denen der Eisenboride liegen.
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Es wird jedoch angenommen, daß mit Erhöhung der Sintertemperatur die
Elemente eine eutektische Flüssigphase mit Eisenborid bilden und daher eine Sinterung
mit flüssiger Phase (Schmelzsinterung) ermöglichen. Folglich weist die erhaltene,
gesinterte Legierung kaum Poren auf und erreicht eine im wesentlichen optimale Dichte
von 100 % und wird so ausreichend dicht und kompakt.
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Obwohl die Volumenabnahme bei der Schmelzsinterung 10 bis 20 % erreicht,
kann ein gleichförmiger Schwund ohne Formverlust erreicht werden, indem die Sintertemperatur
und die Metallanteile gesteuert werden. Die gesinterte Metall-Legierung weist sowohl
einen Härteträger als auch eine Binderphase auf.
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Es hat sich herausgestellt, daß die Begrenzung der Anteile an Al,
Si, 0 und C in dem Legierungspulver außerordentlich wichtig ist, um der gesinterten
Metall-Legierung eine hervorragende Festigkeit zu geben.
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Das in dem erfindungsgemäßen Legierungspulver vorhandene Al scheint
während der Schmelzsinterung mit Bor und Sauerstoff eine Verbindung einzugehen,
was zu einer Verlangsamung der Geschwindigkeit der Schmelzsinterung führt. Daher
kann ein gleichförmiger Schwund oder eine optimale Dichte von 100 % nicht erreicht
werden, und die Festigkeit dieser gesinterten Metall-Legierung ist verschlechtert.
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Der Al-Anteil in dem erfindungsgemäßen Legierungspulver beträgt weniger
als 3 Gewichtsprozent, vorzugsweise weniger als 1 Gewichtsprozent.
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Wenn das erfindungsgemäße Legierungspulver Kohlenstoff enthält, so
verbindet sich dieses während der Schmelzsinterung mit Sauerstoff und bildet Kohlenmonoxid
oder Kohlendioxid, das dann in der gesinterten Metall-Legierung Mikroporen bildet.
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Daher soll der Kohlenstoffanteil in dem Legierungspulver weniger als
2 Gewichtsprozent, vorzugsweise weniger als 1 Gewichtsprozent, betragen.
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Al, C sowie andere Metalle, wie Cr, Ti, V und Nb, die in dem Legierungspulver
enthalten sind, verbinden sich mit Sauerstoff und bilden so Oxide. Durch diese Oxide
wird die gesinterte Legierung spröde. Daher muß der Sauerstoffgehalt in dem Legierungspulver
auf unter 2,5 Gewichtsprozent gehalten werden.
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Während Al die Geschwindigkeit der Schmelzsinterung verringert, wird
diese durch Si in dem Legierungspulver erhöht. Es wird angenommen, daß die Benetzbarkeit
und die Fließfähigkeit der Legierung während der Schmelzsinterung verbessert werden,
wenn Si in dem Legierungspulver enthalten ist. Bei einem Si-Anteil von weniger als
0,3 Gewichtsprozent ist der Einfluß des Si gering. Wenn dagegen der Si-Anteil mehr
als 5 Gewichtsprozent beträgt, so wird die gesinterte Metall-Legierung spröde. Daher
beträgt erfindungsgemäß der Si-Anteil weniger als 5 Gewichtsprozent, vorzugsweise
0,3 bis 5 Gewichtsprozent.
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Aus technischen Gründen ist es besonders vorteilhaft, das erfindungsgemäße
Legierungspulver nach dem sogenannten Wasser-oder Gaszerstäubungsverfahren herzustellen.
Bei diesen Verfahren wird zunächst eine geschmolzene Legierung, bestehend aus Fe,
Fe-Borid und aus gewünschten zusätzlichen elementaren Metallensgebildet. Danach
läßt man die geschmolzene Legierung aus kleinen Bohrungen nach unten heraustreten
und schließlich werden die feinen Strahlen der geschmolzenen Legierung durch unter
hohem Druck stehende Wasserstrahlen oder Gasstrahlen aus Argon oder Stickstoff zerstäubt,
die aus Düsen austreten.
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Ein weiterer Grund zur Herstellung des Legierungspulvers durch Wasser-
oder Gaszerstäubung liegt darin, daß Legierungsbestandteile, wie B, Cr, Mo, W oder
Ti gleichförmig verteilt werden.
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Gleichzeitig zeigt die Mikrostruktur des erhaltenen Legierungspulvers
eine sehr feine Korngröße.
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Ferner kann im Rahmen der Erfindung ein Verfahren angewandt werden,
bei dem die Legierung geschmolzen, danach die Legierung zur Bildung eines Barrens
aus einer Boridlegierung verfestigt und schließlich mechanisch pulverisiert wird,
ferner kann ein Verfahren angewendet werden, bei dem ein Ferroborpulver mit Nichteisenborid-Pulver
vermischt wird. Jedoch hat die gesinterte Metall-Legierung, die aus durch Wasser-
oder Gaszerstäubung hergestelltem Legierungspulver als Ausgangsmaterial hergestellt
worden ist, die beste Festigkeit und Härte.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des Legierungspulvers
umfaßt die Verfahrensschritte zur Herstellung des Ausgangsmaterials, bestehend aus
Eisen, Eisenborid (Ferrobor) und gewünschten Zusatzelementen. Dem Ausgangsmaterial
werden 3 bis 20 Gewichtsprozent Bor, bis zu 5 Gewichtsprozent Si und mindestens
ein Metall aus der Gruppe Cr, Mo, W, Ti, V, Nb, Ta, Hf, Zr, Co und Ni zugegeben;
bei Zugabe dieser letzteren Metalle beträgt ihr Anteil 5 bis 35 Gewichtsprozent
Cr, 3 bis 35 Gewichtsprozent Mo, 0,5 bis 30 Gewichtsprozent W, jeweils bis zu 15
Gewichtsprozent Ti, V, Nb, Ta, Hf, Zr, Co und/oder Ni, Rest im wesentlichen mindestens
10 Gewichtsprozent Eisen.
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Danach wird das Ausgangsmaterial unter einer Atmosphäre geschmolzen,
die höchstens 30 Volumenprozent, vorzugsweise 5 bis 30 Volumenprozent Sauerstoff
enthält. Es wird angenommen, daß das in dem Ausgangsmaterial enthaltene Al bevorzugt
oxidiert wird und an die Oberfläche der geschmolzenen Legierung als Schlacke steigt.
Die geschmolzene Legierung tritt aus kleinen Bohrungen nach unten in ein Schutzgas
aus, wie Stickstoff oder Argon, damit Bor und die gewünschten Metalle während der
Wasser- oder Gaszerstäubung nicht oxidiert werden.
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Durch den Wasser- oder Schutzgas-Vorhang werden aus der geschmolzenen
Legierung Tröpfchen gebildet. Das Wasser oder das Schutzgas stehen unter hohem Druck
und treffen auf den Strahl aus der geschmolzenen Legierung, um Tröpfchen zu bilden
oder den Strahl zu zerstäuben. Das Wasser oder das Gas wird gegen den Strahl- aus
geschmolzener Legierung unter einem Winkel von 10 bis 200 zur Vertikalen gerichtet.
Das zum Zerstäuben verwendete Wasser weist einen Druck von über 40 kg/cm2 auf. Für
das Wasser besteht kein maximaler Druckgrenzwert, und normalerweise beruht der maximale
Druck auf den verwendeten Pumpeinrichtungen.
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Das den Binder bildende Metallpulver wird mit dem so hergestellten
Legierungspulver vermischt, und das Gemisch wird unter Verwendung einer Kugelmühle
oder einer Vibrations-Kugelmühle feinkörnig zerrieben oder pulverisiert. Das erhaltene
Gemisch kann in einer entsprechenden Form mittels einer kalten isostatischen Presse
, zu Grünlingen verpreßt werden. Die Grünlinge werden unter vermindertem Druck oder
unter Wasserstoff-, Argon- oder Stickstoffgas gesintert, so daß in dem Grünling
lokal ein Teil einer Flüssigphase gebildet wird; dadurch kann die Dichte des Sinterkörpers
wesentlich bis auf nahezu 100 % erhöht werden.
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Ferner können Sinterkörper hoher Dichte unter Verwendung einer heißen,
isostatischen Presse erhalten werden, wobei die heiße Presse allein oder in Kombination
mit dem Schmelzsinter-Verfahren eingesetzt wird. Die unter Verwendung dieses er-
findungsgemäßen
Legierungspulvers hergestellte gesinterte Metall-Legierung weist im allgemeinen
eine Rockwell-A-Härte von 80 bis 94 und eine Biegebruchfestigkeit von 50 bis 280
kg/mm2 auf, gemessen nach der Prüfnorm JIS H5501 an den Enden einer Hartmetall-Legierung.
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Die unter Verwendung des erfindungsgemäßen Legierungspulvers hergestellte
gesinterte Metall-Legierung kann dort eingesetzt werden, wo bisher Schnellarbeitsstähle
und Hartmetalle verwendet wurden. Insbesondere kann diese gesinterte Metall-Legierung
zur Herstellung von Werkzeugen, Gesenken oder Stempeln zum Ziehen, Tiefziehen oder
Gesenkschmieden von Metallen bei Raumtemperatur oder bei höheren Temperaturen, als
Metallformen zur Kalt- oder Warmbearbeitung, für Schneidwerkzeuge und für bei hohen
Temperaturen eingesetzte, wärmebeständige Legierungsteile verwendet werden. Ferner
kann die Legierung eingesetzt werden, wo eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Rosten
und Oxidieren, eine hohe Härte und eine hohe Verschleißfestigkeit erforderlich sind.
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Insbesondere kann das erfindungsgemäße Legierungspulver zur Herstellung
von Verbundmetallen verwendet werden, indem das Legierungspulver auf andere Grundmetalle
aufgebracht oder aufgespritzt wird. Ferner kann das erfindungsgemäße Legierungspulver
zur Herstellung von Verbundmetallen verwendet werden, die dieses Legierungspulver
dann als dispergierte, harte Teilchen enthalten, wobei die Matrixphase aus einem
Metall oder aus einer selbstgehenden (selbstgängigen; self-fluxing) Legierung besteht.
Beispielsweise kann dieses dispergierte Verbundmaterial durch ein pulvermetallurgisches
Verfahren hergestellt werden, wobei das erfindungsgemäße Legierungspulver und das
Matrixmetall oder das Legierungspulver miteinander vermischt, danach in eine Form
gefüllt und schließlich erhitzt werden, bis das Matrixpulver verschmolzen ist. Beim
Erhitzen wird das Matrixpulver verschmolzen und umgibt das erfindungsgemäße Legierungspulver.
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Um das erfindungsgemäße Legierungspulver in dem dispergierten Verbundmaterial
zu entmischen, wird während des Erhitzens die Form mit hoher Geschwindigkeit herumgeschleudert,
um den Unterschied der spezifischen Gewichte des erfindungsgemäßen Legierungspulvers
und des Matrixpulvers auszunutzen. Das so erfindungsgemäß hergestellte, dispergierte
Verbundmaterial kann dort eingesetzt werden, wo hohe Widerstandsfähigkeit und Härte
erforderlich sind. Wenn das erfindungsgemäße Legierungspulver für dieses dispergierte
Verbundmaterial oder zum Aufspritzen verwendet wird, ist es wesentlich, daß der
Anteil an Al, O, C und Si an dem erfindungsgemäßen Legierungspulver einen großen
Einfluß auf die Eigenschaften, wie Festigkeit und Härte, des fertigen Produkts hat.
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Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beispiele näher erläutert.
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Beispiel 1 Für das harte Legierungspulver werden Ausgangsmaterialien
mit der nachstehenden Zusammensetzung in Gewichtsprozent einem HF-Induktionsofen
zugeführt: Ferrobor; B 20,0 %, Al 1,5-7,3 %, Si 0,9 -1,4 % elektrolytisches Chrom;
Cr 99,8 %, AlO,004 %, Si 0,003 % Wolfram; W 99,84%,C 0,01 %, Si 0,003 % Molybdän;
Mo-99,93 %, C 0,01 %, Al 0,004 % Ferrovanadium; V 83,53%,C 0,12 %, Si 1,15, Al 1,5
% Rest Fe elektrolytisches Eisen; C 0,001 %, Si 0,002 %, Rest Fe Silicium; Si 98,49
%, Al 0,26, C 0,03 %.
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Diese Materialien werden zur Bildung einer Legierungsschmelze geschmolzen;
der Ofenraum steht unter einer Atmosphäre von mit 20 Volumenprozent 02 vermischtem
Argon. Danach wird die Legierungsschmelze einem Zwischengefäß zugeführt, aus dem
sie aufgrund ihrer eigenen Schwere durch eine Auslaßdüse mit 12 mm Innendurchmesser
nach unten fließt. Zwei gegeneinander gerichtete Wasserstrahlen mit einem Neigungswinkel
von 150 bezüglich der Achse des Strahls der Legierungsschmelze treffen auf diesen
auf, um die Legierungsschmelze zu zerstäuben. Der Was-
serdruck
beträgt 70 kg/cm2, und die Atmosphäre unterhalb der Auslaßdüse besteht aus Stickstoffgas.
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Das erhaltene, zerstäubte Legierungspulver hat folgende Zusammensetzung
in Gewichtsprozent: Bor 8,4 % Chrom 8,8 % Molybdän 5,0 % Wolfram 14,8 % Vanadium
1,5 % Aluminium O;C2 d Silicium 0,77 % Sauerstoff 0,28 % Kohlenstoff 0,08 % Mangan
0,10 % Eisen Rest Hierbei handelt es sich um ein Legierungspulver mit M2B-Struktur.
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Ein anderes, nach dem vorstehenden Verfahren erhaltenes Legierungspulver
mit MB-Struktur hat folgende- Zus ammensetzung in Gewichtsprozent: 1 Bor 15,0 %
Chrom 5,6 % Wolfram 14,0 % Vanadium 1,52 % Aluminium 0,27 % Silicium l,87 % Sauerstoff
0,33 % Kohlenstoff 0,09 % Mangan 0,11 -% Eisen Rest
Die so erhaltenen
Legierungspulver werden mit Mo-Pulver, Ni-Pulver und 60 % Cr - 20 % V - Rest Fe
Legierungspulver vermischt. Das Mischungsverhältnis in Gewichtsprozent beträgt:
Legierungspulver mit MB-Struktur 40 % Legierungspulver mit M2B-Struktur 10 % Mo-Pulver
44 % Ni-Pulver 1% 60 % Cr - 20 % V - Rest Fe-Legierungspulver 5 % 168 Stunden Das
Gemisch wird in einer Kugelmühle/in Äthanol einer Naßmahlung unterworfen und danach
unter Stickstoff getrocknet.
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Das erhaltenen getrocknete Gemisch wird in einer Metallform mit den
Abmessungen 5,2 mm x 10,4 mm x 32 mm unter einem Formdruck von 1,5 t/cm2 zu Grünlingen
verpreßt (in den nachstehenden Beispielen haben die Grünlinge, falls nichts anders
angegeben, die vorstehende Größe). Die Grünlinge werden bei 12000C und 10 3 mmHg
während 30 Minuten schmelzgesintert.
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Es wird ein Formteil mit einer Biegebruchfestigkeit von 190 kg/mm2,
einer Rockwell-A-Härte (HRA) von 90,2 und mit einem spezifischen Gewicht von 7,96
g/cm3 erhalten.
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Beispiel 2 Unter Verwendung von Ferrobor, elektrolytischem Chrommetall,
Wolframmetall usw. als Ausgangsmaterialien werden zwei Arten von Legierungspulver
mit MB-Struktur nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren zerstäubt. Das erhaltene
Legierungspulver mit MB-Struktur hat die folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent.
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Bor 14,3 % Chrom 5,6 % Wolfram 14,0 X Aluminium 0,25 % Silicium 1,71
% Sauerstoff 0,30 % Mangan 0>12 % Kohlenstoff 0,08 % Eisen Rest Ein anderes Legierungspulver
mit MB-Struktur weist die folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent auf: Bor 14,0
% Chrom 7,8 % Vanadium 3,8 % Aluminium 0,22 % Silicium 1,30 % Sauerstoff 0,32 %
Kohlenstoff 0,10 % Mangan 0,09 % Eisen Rest Die erhaltenen Pulver werden mit Mo-Pulver,
Ni-Pulver und dem Legierungspulver mit M2B-Struktur gemäß Beispiel 1 vermischt.
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Das nachstehende Mischungsverhältnis in Gewichtsprozent wird verwendet:
15 % Legierungspulver mit MB-Struktur mit 14,3 % B -5,6 % Cr - 14,0 % W 10 % Legierungspulver
mit MB-Struktur mit 14,0 % B -7,8 % Cr - 3,8 % V
30 * Legierungspulver
mit M2B-Struktur mit 8,4 % B -8,8 % Cr - 5,0 % Mo - 14,8 % W - 1,5 % V 44 % Mo-Pulver
1,0% Ni-Pulver Das Gemisch wird in einer Kugelmühle 168 Stunden naßvermahlt und
sodann unter Stickstoff getrocknet und bei einem Formdruck von 1,5 t/cm2 zu Grünlingen
verpreßt.
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Die erhaltenen Grünlinge werden unter Vakuum bei 12250C während 30
Minuten gesintert; die erhaltenen gesinterten Formteile haben eine Biegebruchfestigkeit
von 198 kg/mm2, eine Rockwell-A-Härte (HRA) von 89,5 und ein spezifisches Gewicht
von 8,10 g/cm3.
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Beispiel 3 Legierungspulver mit MB- bzw. M2B-Struktur werden nach
dem in Beispiel l beschriebenen Verfahren zerstäubt. Das erhaltene Legierungspulver
mit MB-Struktur hat die nachstehende Zusammensetzung in Gewichtsprozent: Bor 16,4
% Chrom 11,0 % Aluminium 0,30 % Silicium 1,36 % Sauerstoff 0,45 % Kohlenstoff 0,07
% Mangan O,lO % Eisen Rest Das Legierungspulver mit M2B-Struktur hat die nachstehende
Zusammensetzung in Gewichtsprozent:
Bor 9,0 % Chrom 12,5 % Aluminium
0,27 % Silicium 0,95 % Sauerstoff 0,3i % Kohlenstoff 0,11 % Mangan 0,09 % Eisen
Rest Die erhaltenen Pulver werden mit Cr-, Mo- und Ni-Pulver vermischt. Das Mischungsverhältnis
in Gewichtsprozent beträgt: Legierungspulver mit MB-Struktur 43 % Legierungspulver
mit M2B-Struktur l6 Cr-Pulver 15 Mo-Pulver 25 Nu Pulver 1 Das Gemisch wird in einer
Kugelmühle 168 Stunden naßvermahlt und sodann unter Stickstoff getrocknet und unter
einem Formdruck von 1,5 t/cm2 zu Grünlingen verpreBt.
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Die erhaltenen Grünlinge werden unter Vakuum bei 1200"C während 30
Minuten gesintert; die erhaltenen gesinterten Formteile haben eine Biegebruchfestigkeit
von 126 kg/mm2 und eine Rockwell-A-Härte (HRA) von 91,1.
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Die Vickers-Härte (bei 100 g Belastung) der erhaltenen gesinterten
Formteile wird bei hoher Temperatur im Vakuum gemessen; zum Vergleich werden gleichzeitig
die entsprechenden Werte für das Hartmetall D-2 (WC-7 % Co) und das Hartmetall P-10
(65 % WC-9 % Co-28 % TiC + TaC) gemessen. Die Ergebnisse sind in Fig. 1 dargestellt.
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Beispiel 4 Ein Legierungspulver mit MB-Struktur wird nach dem in
Beispiel l beschriebenen Verfahren hergestellt. Das erhaltene Legierungspulver hat
folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent: Bor 14,0 % Chrom 10,0 % Wolfram 6,0
% Aluminium 0,35 % Silicium 1,72 % Sauerstoff 9,31 % Kohlenstoff 0,10 % Mangan 0,08
% Eisen Rest Dieses Legierungspulver wird mit Cr- und Mo-Pulver vermischt.
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Das Mischungsverhältnis in Gewichtsprozent beträgt: Legierungspulver
mit MB-Struktur t 55 % Or-Pulver 22,5 % Mo-Pulver 22,5 % Das Gemisch wird in einer
Kugelmühle während 168 Stunden naßvermahlt, unter Stickstoff getrocknet und unter
einem Formdruck von 1,5 t/cm2 zu Grünlingen verpreßt. Die erhaltenen Grünlinge werden
unter Vakuum bei 12250C während 30 Minuten gesintert; die erhaltenen gesinterten
Formteile haben eine Biegebruchfestigkeit von 122 kg/mm2 und eine Rockwell-A-Härte
(HRA) von 91,0.
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An den erhaltenen gesinterten Formteilen wird die Widerstandsfähigkeit
gegen Rostbildung bei hoher Temperatur und in der Umgebungsluft gemessen. Entsprechend
werden zum Vergleich das Hartmetall D-2, der wärmebeständige Stahl SUH-3 (C 0,4
%, Cr 11 %, Mo 0,1 %, Si 2,2 rest Fe) und Stellit Nr. 1 (C 2 %, Cr 30 %, W 12 %,
Rest Co) gemessen.
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Es wird die Gewichtszunahme durch Oxidation bestimmt, nachdem diese
Proben in Luft auf 10000C erhitzt worden sind.
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Figur 2 zeigt, daß die Formteile aus dem gesinterten Legierungspulver
nur eine geringe Gewichtszunahme durch Oxidation aufweisen.
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In Fig. 1 bedeuten Nr. 3 die Probe aus Beispiel 3, D2 das Hartmetall
D-2 (WC - 7 % Co), P10 das Hartmetall P-10 (63 % WC - 9 % Co - 28 % TiC - TaC).
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Die Probe des Beispiels 3 behält die größte Härte bei hoher Temperatur.
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In Fig. 2 bedeuten "A" die Probe des Beispiels 4, "B" den Stellit
Nr. 1 (2 % C - 30 % Cr - 12 % W - Rest Co), "C" der wärmebeständige Stahl SUH-3
(0,4 % C - 11 % Cr - 0,1 % Mo - 2,2 % Si - Rest Fe) und "D" das Hartmetall D-2 (WC
-7 % Co).