-
Aus der FR-PS 8 47 443 sind verstärkte ebene Platten, also im wesentlichen
zweidimensionale Gebilde, bekannt, bei denen die die sichtbare Oberfläche bildende
Platte aus einem wenig wiederstandsfähigen Material, beispielsweise Glas, Porzellan
oder anderen durchsichtigen oder durchscheinenden Materialien besteht. Diese sichtbare
Platte kann auch aus Holz oder Metall bestehen. Sie ist auf der Rückseite in jedem
Falle mit einer Verstärkung versehen, um die notwendige Festigkeit zu erreichen.
Zu diesem Zweck wird auf die Rückseite der sichtbaren Platte mit Hilfe einer klebenden
Substanz eine Armierung aus gitterartig angeordneten Rippen aufgeklebt, wobei die
Rippen schwalbenschwanzförmigen Querschnitt aufweisen, um auf diese Weise einen
Raum zu bilden, der mit Beton ausgegossen werden kann. Als klebende Substanz kann
beispielsweise
in Verbindung mit einer durchsichtigen Glasplatte eine Email-Schmelze oder andere
dekorative Kleber eingesetzt werden. Die zunächst angebrachten Rippen der Armierung
können aus Stahl oder anderen widerstandsfähigen Materialien bestehen. Es kommt
auch das identische Material der sichtbaren Platte in Frage. Zur Verbesserung der
Verbindung zwischen der klebenden Substanz und dem eingegossenen Beton können Haftbrücken
bildende Kieselsteine, Splitt od. dgl. eingesetzt werden.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Treppenstufe der eingangs
beschriebenen Art derart weiterzubilden, daß sie bei Beibehaltung der Verwendung
einer billigen Füllmasse aus zementgebundenem Beton mit den Möglichkeiten der leichten
Einbringung einer Armierung die dekorativen Vorteile einer Oberfläche aus Holz aufweist.
Die Verwendung des bisher erforderlichen relativ teuren kunststoffgebundenen Beton
soll entbehrlich sein und es soll die Möglichkeit geschaffen werden. Treppenstufen
mit dem Aussehen von Holz als vollwertige statische Bauteile zu berechnen und einzusetzen,
wie dies bei Treppenstufen aus armierten Natur- oder Kunststein möglich ist.
-
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die verlorene Schalung
aus Holz besteht und zwischen der den Innenraum begrenzenden Oberfläche der Holzschalung
und dem Beton eine Verbindungs- und Trennschicht aus Kunstharz vorgesehen ist, mit
der zugleich die Holzschalung im Bereich der Gehrungsstöße verklebt ist. Durch die
Verwendung der Verbindungs- und Trennschicht aus Kunstharz wird es erstmals möglich,
zementgebundenen Beton in Verbindung mit einer Oberfläche aus Holz einzusetzen,
weil die Verbindungs- und Trennschicht mit ihrer Funktion der Trennung verhindert,
daß das in dem Beton enthaltene Wasser beim Aushärten in das Holz eindringt; die
Gefahr der Zerstörung des Holzes und der Zerstörung der Bindung zwischen der Holzschalung
und dem Beton ist damit beseitigt. Die Verbindungs- und Trennschicht übt dabei auch
ihre zweite Funktion, nämlich die Herstellung der Verbindung zwischen der verlorenen
Schalung und dem Beton aus. Ein dritter Vorteil der Verbindungs- und Trennschicht
ist darin zu sehen, daß durch ihre Anordnung im Bereich der Gehrungsstöße eine Verstärkung
und Versteifung gerade an dieser empfindlichen Stelle der Treppenstufe erreicht
wird, die beispielsweise auch die Kante bildet, die an der späteren Treppe begangen
wird und damit einer Beeinträchtigung ausgesetzt ist. Die Gehrungsflächen werden
durch das Kunstharz miteinander verbunden und ausgesteift, so daß besonders beanspruchunggerecht
ausgebildete Kanten an der Stufe entstehen.
-
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der neuen Treppenstufe besteht
darin, daß sie ohne weiteres von Fachleulen hergestellt und eingebaut werden kann,
weil die Verwendung von zementgebundenem Beton für die damit tätigen Fachkreise
keinerlei Besonderheiten darstellt oder spezielle Kenntnisse erfordert. Die verlorene
Schalung mit der Immunisierung der Verbindungs- und Trennschicht aus Kunstharz läßt
sich zentral in großen Stückzahlen herstellen, während die Weiterverarbeitung, insbesondere
die Einbringung der Armierung und das Ausgießen mit Beton dezentral am Verarbeitungsort
geschehen kann.
-
Die Treppenstufe kann sowohl zur Bildung freier Stufen aus einer
verlorenen Holzschalung aus 4 oder 5 einzelnen Platten zusammengesetzt werden, wobei
bei nicht-wandseitigem Einbau auch noch die dem Einbrin-
gen der Füllmasse dienende
Öffnung der Holzschalung durch eine Holzplatte od dgl. verschlossen werden kann.
Es ist aber auch möglich, daß die Holzschalung aus mindestens zwei Platten zusammengesetzt
ist.
-
Mit besonderem Vorteil besteht die Holzschalung aus außen furniertem
Holz, so daß für die übrigen Teile bzw.
-
Schichten der Holzschalung Spanplatten, Tischlerplatten od dgl. eingesetzt
werden können, die gegenüber natürlichem Massivholz den Vorteil der Verzugsfreiheit
haben. Durch die Verwendung von außen furniertem Holz ist eine große gestalterische
Freiheit gegeben, so daß die verschiedenen dekorativen Wirkungen der jeweiligen
Holzart voll zur Geltung kommen können.
-
Die Verbindungs- und Trennschicht kann aus Polyester-, Acryl-, Epoxydharz
od. dgl. bestehen. Wesentlich ist ein Kunstharz, welches wasserundurchlässig ist,
so daß die verlorene Holzschalung wirksam gegen den Wasserangriff des Betons geschützt
ist.
-
Die Trennschicht aus Kunstharz kann als Haftbrükken zwischen dem
Beton und der Holzschalung mit ihr verbundene Kieselsteine, Splitt od. dgl. aufweisen.
Bei diesen Kieselsteinen, Splitt od. dgl. handelt es sich um relativ grobkörniges
Material, also etwa innerhalb der Größenordnung von 1 bis 10 mm. Dieses Material
wird auf das Kunstharz aufgestreut. Auch ein Besandungsvorgang ist denkbar. Sobald
das Kunstharz abgebunden hat und damit die Kieselsteine, der Splitt od. dgl. fest
verankert ist, kann die Füllmasse aus Beton, auch Leichtbeton, eingegossen werden,
so daß die Kieselsteine, der Splitt od. dgl. von dem Beton teilweise umformt werden,
so daß auf diese Weise die Haftbrücken hergestellt sind und eine noch bessere Haftung
durch Vergrößerung der Oberfläche erzielt wird. Es ist aber auch möglich, daß die
einzelnen Platten der verlorenen Holzschalung zur besseren Verankerung mit dem Beton
auf der Innenseite angeordnete, Hinterschneidungen aufweisende Ausnehmungen, insbesondere
schwalbenschwanzförmige Nuten, aufweisen, die von der Verbindung- und Trennschicht
aus Kunstharz überdeckt sind.
-
Diese Maßnahme kann allein angewendet werden oder aber auch in Verbindung
mit einer Besandung od. dgl. Es ist auch möglich, in die schwalbenschwanzförmigen
Nuten Halter einzuschieben, die sich andererseits beim Eindringen des Betons in
diesem verankern. Die Halter können als Kunststoffspritzteile ausgebildet sein.
-
Die Gehrung an den einzelnen Platten der verlorenen Holzschalung
ist mit einem größeren Winkel als 45" vorzugsweise mit 46,50 geschnitten, damit
eine wesentliche Aussteifung im Bereich dieser Kante erzielt wird, andererseits
aber der sichtbare, mit Kunstharz ausgefüllte Spalt an der äußeren Oberfläche möglichst
klein bleibt. Es ist auch ohne weiteres eine Nachbearbeitung der Stufen an der äußeren
Oberfläche im Bereich dieser Kanten möglich.
-
Derartige Treppenstufen können auf verschiedene Weise hergestellt
werden. Ein besonders vorteilhaftes Herstellungsverfahren kennzeichnet sich dadurch,
daß die verlorene Schalung aus einzelnen Platten aus Holz gebildet wird und diese
einzelnen Platten in abgewickeltem Zustand auf der späteren Außenseite der Treppenstufe
mit geringfügigem gegenseitigen Abstand im Bereich der Gehrungsstöße durch ein Klebeband
verbunden und zugleich abgedichtet werden und daß die Gehrungsflächen und die den
Innenraum begrenzende Oberfläche der Holzschalung mit einer Verbindungs-und Trennschicht
aus Kunstharz versehen werden. Der Einsatz des Klebebandes geschieht in abgewickeltem
Zustand der einzelnen Platten, d. h. die einzelnen Platten
werden
in der erforderlichen Zuordnung nebeneinander auf eine ebene Unterlage gelegt und
mit einem Klebeband untereinander verbunden. Stoßen drei Platten im Bereich einer
Ecke einer Stufe zusammen, so empfiehlt es sich, eine dieser Kanten erst während
eines späteren Zeitpunktes des Herstellungsvorganges mit den Klebeband zu sichern
und abzudichten. Die Gehrungsflächen und die den Innenraum begrenzende Oberfläche
der Holzschalung werden mit dem Kunstharz versehen, also beispielsweise bestrichen
oder bespritzt. Dann kann die Holzschalung aufgerichtet und unter winkelgetreuer
Positionierung der einzelnen Platten das Kunststoffharz zur Aushärtung gebracht
werden. Anschließend wird die Armierung eingebracht und der Innenraum der Holzschalung
- eventuell unter Einsatz einer Hilfsschalung - mit zementgebundenem Beton ausgegossen
und zur Aushärtung gebracht. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Gehrungsstöße
im Bereich der Gehrungsflächen durch das Kunstharz verbunden und ausgesteift sind,
so daß hier eine einwandfreie Kante an der Trittstufe gebildet wird.
-
Auch die Anbringung einer Phase wirkt sich nicht störend aus.
-
Auch die dem Einbringen der Füllmasse dienende Öffnung der Holzschalung
kann nach dem Aushärten der Füllmasse durch eine Holzplatte abgedeckt werden, so
daß auf diese Weise Treppenstufen entstehen, die sechs sichtbare Oberflächen aufweisen.
Werden die Treppenstufen in eine Wand eingebunden, dann ist diese Abdeckung nicht
erforderlich.
-
Die Erfindung wird anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
weiter beschrieben. Es zeigt F i g. 1 eine perspektivische Ansicht der Treppenstufe,
F i g. 2 einen Schnitt gemäß der Linie ll-ll in Fig. 1, F i g. 3 eine Draufsicht
auf einen Teil der verlorenen Schalungsplatte von innen gemäß der Linie 111-111
in Fig.2, F i g. 4 die Darstellung einer Ecke der Treppenstufe gemäß F i g. 2 in
vergrößernder Darstellung, F i g. 5 die Darstellung einer Ecke der Treppenstufe
in einer anderen Ausführungsform, F i g. 6 eine schematische Ansicht der beiden
Platten für eine Trittstufe in einem ersten Verfahrensschritt, F i g. 7 die Platten
gemäß F i g. 6 in einem weiteren Verfahrensschritt, F i g. 8 die Platten in einem
noch weiter fortgeschrittenen Herstellungsstadium und Fig*9 eine Ansicht einer Kellertreppe,
belegt mit Trittstufen gemäß F i g. 6 bis 8 und Setzstufen.
-
Die Treppenstufe 1 weist eine verlorene Holzschalung 2 auf, die die
nach außen sichtbare Oberfläche der Treppenstufe bildet. Die Holzschalung 2 ist
gemäß Fig. 2 aus verschiedenen auf Gehrung geschnittenen Platten 3 zusammengesetzt.
In der Regel werden für die Herstellung freier Stufen fünf Platten verwendet. Wenn
die Treppenstufe 1 vollkommen geschlossen sein soll, findet noch eine sechste Platte
Anwendung.
-
Die aus den Platten 3 bestehende verlorene Schalung 2 ist auf ihrer
inneren Oberfläche und im Bereich der Gehrungsstöße an den Gehrungsflächen mit einer
Trenn- bzw. Verbindeschicht 4 aus Kunstharz versehen.
-
In diese Trennschicht 4 im Bereich der inneren Oberfläche sind Kieselsteine,
Splitt od. dgl. 5 eingebettet bzw. verankert, und zwar derart, daß ihre wesentliche
Oberfläche aus der Trennschicht 4 herausragt. Auf diese Art werden Haftbrücken zwischen
den Platten 3 und dem Beton gebildet. Das Kunstharz verbindet die Gehrungsflächen
der Platten 3 miteinander.
-
In den so gebildeten Innenraum 6 wird eine Armierung 7, beispielsweise
aus einer Stahlmatte, positionsgerecht und unverschiebbar eingebracht. Der verbleibende
Raum wird mit zementgebundenem Beton 8, auch Leichtbeton, ausgegossen, so daß die
Armierung 7 umschlossen wird und der Beton auch die Kieselsteine, den Splitt od.
dgl. 5 einformt. Das in dem zementgebundenem Beton 8 beinhaltete Wasser kann infolge
der Anordnung der Trennschicht 4 aus Kunstharz die verlorene Holzschalung 2 nicht
angreifen bzw. negativ beeinflussen.
-
F i g. 3 zeigt eine Teilansicht einer Platte 3, der verlorenen Schalung
2, auf der die Trenn- und Verbindungsschicht 4 aufgebracht ist, welche die Kieselsteine,
den Splitt od. dgl. 5 fest verankert hält. Die Kieselsteine, der Splitt od.dgl.
besitzen eine Größenordnung von etwa 1 bis 10 mm.
-
Fig. 4 zeigt eine vergrößernde Darstellung zwecks Verdeutlichung.
Die Platten 3 der verlorenen Schalung 2 sind auf Gehrung von 46,5° geschnitten.
Auf ihrer Innenseite und im Bereich der Gehrungsflächen ist die Trennschicht 4 aufgebracht,
die die Kieselsteine, den Splitt od. dgl. 5 fest verankert hält. Von dem Beton werden
diese Kieselsteine, Splitt od. dgl. 5 wie auch die Armierung 7 fest umschlossen,
so daß damit eine durchgehende Haftung erzielt wird.
-
F i g. 5 zeigt eine Möglichkeit, wie aristelle oder zusätzlich zu
den die Haftbrücken bildenden Kieselsteinen, Splitt od. dgl. 5 in den einzelnen
Platten auf den Innenseiten Hinterschneidungen aufweisende Ausnehmungen vorgesehen
sein können, die insbesondere in den Eckbereichen eine einwandfreie Verbindung zu
dem Beton garantieren. Als Ausnehmungen haben sich schwalbenschwanzförmige Nuten
9 bewährt. Auch andere Formen sind denkbar.
-
Die F i g. 6 bis 8 verdeutlichen die Herstellung einer Stufe am Beispiel
einer Trittstufe. Es soll sich hier um eine Trittstufe handeln, die keine Stirnflächen
aus Holz aufzuweisen braucht, die also beispielsweise zwischen zwei Wänden auf die
Rohtreppe einer Kellertreppe aufgesetzt werden sollen. Es sind also nur die beiden
Platten 3 erforderlich. Diese werden zunächst an der gemeinsamen Kante jeweils auf
Gehrung geschnitten, so daß die Gehrungsflächen 11 entstehen. Diese beiden Platten
werden dann mit ihrer späteren Außenseite nach oben zeigend auf einer ebenen Unterlage
mit geringfügigem gegenseitigen Abstand zueinander positioniert und mit einem Klebeband
10 entlang der gemeinsamen Kante miteinander verbunden. Sodann wird das Gebilde
aus den beiden Platten 3 umgedreht und in die Position gemäß F i g. 6 gebracht.
wobei die Verbindungs- und Trennschicht 4 aus Kunstharz so aufgebracht wird, daß
die Oberfläche der Platten 3, die den Innenraum später bilden soll wie auch die
Gehrungsflächen 11 und die schwalbenschwanzförmigen Nuten 9 von dem Kunstharz erreicht
bzw.
-
abgedeckt werden. Anschließend wird die eine der beiden Platten 3
senkrecht aufgerichtet, wie dies F i g. 7 zeigt. Über Hilfs- und Haltemittel 12,
die nur schematisch wiedergegeben sind, wird der Winkel von 90" eingehalten und
das Kunstharz zur Aushärtung gebracht. Damit werden die Platten 3 winkelgetreu und
fest miteinander verbunden. Anschließend gelangt diese Holzschalung 2 in eine Hilfsschalung
13, wo die Armierung 7 eingelegt wird und das Ausgießen mit dem Beton 8 bzw. mit
Leichtbeton erfolgt. Der Beton 8 stellt auch gleichzeitig in den schwalbenschwanzförmigen
Nuten 9 die Haftbrücken her. Zusätzlich können noch
Halter 14 vor
dem Einfüllen des Betons 8 in die schwalbenschwanzförmigen Nuten 9 eingeschoben
werden, wie dies aus F i g. 9 ersichtlich ist.
-
F i g. 9 zeigt eine Anwendung der Trittstufe 17 gemäß den F i g.
6 bis 8 in Verbindung mit Setzstufen 18, bei denen nur eine einzige Platte 3 angewendet
wird. Diese Platte 3 muß nicht auf Gehrung geschnitten werden.