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Tragrahmen von Lastfahrzeugen
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Die Erfindung betrifft einen Tragrahmen von Lastfahrzeugen, insbesondere
Anhängern, mit einem durch einen Außenrahmen eingefaßten Boden» der als einstückige
Platte aus Holz oder Kunststoff ausgebildet ist, und bei dem nur einige wenige Querträger
unter dem Außenrahmen angeordnet sind.
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Es ist bereits ein derartiger Tragrahmen bekannt, der den großen Vorteil
zeigt, daß die Fertigung wesentlich vereinfacht ist, ohne die Stabilität zu verringern,
Es entfällt nämlich die Fertigung zahlreicher Bretter wie nach dem vorbekannten
Stand der Technik mit der dafür erforderlichen spanabhebenden Bearbeitung. Es können
auch in Folge der erhöhten Stabilität die sonst üblichen Querträger zum größten
Teil entfallen. In der Regel ist hierbei eine durchgehende Sperrholzplatte vorgesehen,
durch die die Querträger zum größten Teil eingespart werden können. Es ergibt sich
auch eine entsprechende Gewichts- und Materialeinsparung (DT-GM 7 236 700).
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Auf diese Weise wurden somit Querträger in erheblichem Umfang eingespart,
jedoch waren zumeist hochprofilierte Längsträger erforderlich, die z.B. als durchgehende
Doppel-T-Längsträger ausgebildet waren und die Bodenhöhe des ganzen Fahrzeugs erheblich
vergrößert haben, so daß der Schwerpunkt des Fahrzeuges durch die Längsträger erheblich
nach oben verlegt wurde. Dadurch wird bekanntlich bei der Kurvenfahrt das Kipp-Moment
des gesamten Fahrzeugs erheblich vergrößert, Aus diesem Grund ist bei Lastfahrzeugen
ebenso wie bei allen anderen Straßenfahrzeugen ein möglichst niedriger Schwerpunkt
des gesamten Fahrzeugs erstrebenswert.
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Um dies zu erreichen war früher schon üblich, den - oder die - Haupt-Mittelträger
durchzustanzen und dann durchgehende Vierkantrohre oder O-Profilträger einzuziehen
und mit dem Mittelträger und den Außenträgern zu verschweißen.
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Hierzu war aber zunächst der Arbeitsgang des Durchstanzens des oder
der Längsträger erforderlich, außerdem ergibt sich hierdurch natürlich eine umständliche
Schweißarbeit und eine Schwächung des Längsträgers an der durchgestanzten Stelle.
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EB war auch üblich, zunächst Traversen im Mittelbereich einzuschweißen
und anschließend weitere Traversen rechts und
links von den Hauptträgern
zu den Außenträgern seitlich anzuschweißen. Auch hierdurch ergibt sich indessen
eine schwere und aufwendige Konstruktion, ferner ist die Schwierigkeit der Schweißarbeit
nicht reduziert.
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Schließlich war auch schon vorbekannt, von oben auf die Längsträger
Querträger anzuschweißen und dann in die Räume zwischen diese Querträger Querböden
einzulegen und mit ihnen zu verschrauben, Dabei sind Querträger sowohl von oben
als auch von unten an die Längsträger angeschweißt worden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Tragrahmen der eingangs
erwähnten Art so zu verbessern, daß die Längsträger ganz entfallen können.
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Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung besteht darin, daß der
Boden mit einer profilierten Einlage aus Stahl, Leichtmetall oder Kunststoff in
Fahrzeuglängsrichtung versehen ist.
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Auf diese Weise ist der Boden derart selbsttragend, daß die erwähnten
schweren Längsträger ganz entfallen können. Dadurch wird nicht nur das Gewicht des
Fahrzeugs insgesamt erheblich verringert, sondern es wird auch der Schwerpunkt
des
Fahrzeugs um die Höhe der bekannten schweren Längsprofilträger verringert und damit
das Kippmoment bei der Kurvenfahrt verkleinert.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die profilierte
Einlage im Schnitt quer zur Längsrichtung des Fahrzeugs wellenförmig ausgebildet
ist.
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Diese durchgehende wellenförmige Ausbildung hat sich als besonders
stabilisierend in Längsrichtung des Fahrzeugs erwiesen.
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Weiter ist vorteilhaft, daß die Einlage des Bodens in Schichtholz
oder Hartholz eingebettet ist.
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Oberes und unteres Holzprofil können dabei Je in einem einzigen Arbeitsgang
spanabhebend gefertigt werden, so daß der Aufwand verhältnismäßig gering ist.
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-Besonders bevorzugt ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung,
daß die Einlage mit Kunststoff umgossen ist.
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Dieses Umgießen mit Kunststoff kann in nur einem einzigen Arbeitsgang
erfolgen, so daß der Aufwand gegenüber der Verwendung von Holz noch erheblich verringert
ist,
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich
aus der nun folgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele unter Hinweis auf
die Zeichnung. In dieser zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht auf das gesamte Fahrzeug
mit dem erfindungsgemäßen Tragrahmen; Fig. 2 eine Stirnansicht, teilweise als Schnitt
quer zur Längsrichtung, auf einen Teil des Fahrzeugs nach Fig. 1 mit dem erfindungsgemäßen
Tragrahmen; Fig. 3 einen stark vergrößerten Schnitt durch den Tragrahmen quer zur
Längsrichtung und Fig. 4 einen Schnitt wie Fig. 3 bei einer weiteren Ausführungsform.
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In Fig. 1 sieht man einen Anhänger mit einem vorderen Drehgestell
7 a mit einer Deichsel 9, auf dem der erfindungsgemäße selbsttragende Boden 1 direkt
ohne die bekannte Zwischenschaltung von Längsträgern angeordnet ist. Es sind lediglich
einige wenige Querträger 6 sichtbar, die unterhalb des selbsttragenden Bodens 1
angebracht sind. Die Querträger 6 sind in einem Abstand von dem vorderen Drehkranz
7, 8,
siehe auch Fig. 2, gehalten, so daß vorn der Drehkranz 7 a
angeschraubt und hinten das bauart-gleiche Drehgestell 7 b, wie vorn» vorgesehen,
Jedoch mit dem selbsttragenden Boden 1 fest verbunden wird.
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Etwa in der Mitte ist ein Ausschnitt dargestellt, voraus ersichtlich
wird, daß es sich in diesem Falle um Schicht-oder Sperrholz handelt, aus welchem
Material der selbsttragende Boden 1 unter anderem besteht. Er ist von einem Außenrahmen
5 eingefaßt, wie besonders deutlich der Fig.
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2 entnommen werden kann.
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In der Fig. 2 sieht man, daß der Außenrahmen 5 ein besonderes Profil
aufweist. Es ist so ausgebildet, daß es sich um den Querträger 6 so weit wie möglich
kastenförmig herum legt. Ein solches Außenrahmen-Profil erhöht nicht nur die Steifigkeit
in Fahrzeuglängsrichtung, sondern, zumindest im Bereich des Außenrandes, auch die
Steifigkeit in Querrichtung, Im übrigen zeigt der Außenrahmen 5 genau die gleiche
Höhe wie der selbsttragende Boden 1, was bevorzugt ist, weil dadurch eine durchgehende
obere Fläche des Bodens 1 entsteht,
Gemäß der Erfindung ist eine
wellenförmige Einlage 2 aus Stahl, Feinkornstahl, Leichtmetall oder Kunststoff vorgesehen,
wie bereits in Fig. 2 angedeutet ist.
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Unter dem Querträger 6 sieht man wieder den vorn angeschraubten Drehkranz
8 auf dem Drehgestell 7 a. Wie schon erwähnt, ist das Drehgestell 7 a mit dem hinteren
Drehgestell 7 b gleichartig ausgebildet. Hinten entfällt somit der Drehkranz 8,
der in Fig. 2 dargestellt ist. Die Einzelheiten dieser Konstruktion sind dem Fachmann
bekannt.und müssen nicht im einzelnen dargestellt werden. Die Federschuhe lo a und
1o b sind hierbei in der dargestellten Form mit Befestigungswinkeln 11 a und 11
b versehen, die in Querrichtung verschiebbar sind, damit für verschiedene Spurkranzbreiten
immer der gleiche Drehkranz 8 Verwendung finden kann.
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Die Fig. 3 zeigt einen stark vergrößerten Schnitt durch die Ausführungsform
mit Schichtholz 3. Dieses ist zusammen mit der wellenförmigen Einlage 2 zu einem
Sandwich-Verband zusammengefügt. Dies bedeutet, daß das Schichtholz 3 nicht etwa
lose in die Zwischenräume eingelegt ist, sondern die Teile 2 und 3 sind mit einander
verklebt ebenso wie die Schichthölzer 3. Dadurch entsteht ein äußerst fester aber
dennoch ein wenig elastischer selbsttragender Boden 1. Die Bauhöhe a kann Je nach
der statischen Belastung geändert werden.
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Fig. 4 zeigt das gleiche mit Hartholz 4, in das die z.B.
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aus Stahl oder Leichtmetall bestehende Einlage 2 ebenso eingeklebt
ist. Zur leichteren Fertigung ist oben und unten Je eine Deckplatte 12 a und 12
b angeordnet, die mit den keilförmigen Hartholz-Teilen 4 ebenfalls verklebt sind.
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Bei einer weiteren nicht dargestellten Ausführungsform können an Stelle
der Holzteile 3, 4 gießbare Kunststoffe vorgesehen sein. Dies zeigt den Vorteil
der einfacheren Fertigung, weil die Einlage 2 in diesem Falle in dem Kunststofffachmann
bekannter Weise in einem Arbeitsgang umgossen werden können.
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Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen nach
den Fig. 3 und 4 beschränkt. Insbesondere besteht die Möglichkeit, daß die Einlage
2 an Stelle der gezeigten Wellen-Form eine andere Form annehmen kann, Bevorzugt
handelt es sich aber um eine durchgehende profilierte Einlage 2, Im Bedarfsfall
könnten vor der Ummantelung mit Holz oder Kunststoff verschiedene Einlage-Teile
miteinander verbunden, z.B. verschweißt werden, wie dem Fachmann ohne weiteres verständlich
ist.
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Durch die Erfindung entfällt der herkömmliche Fahrgestellrahmen vollständig.
Dadurch wird eine Gewichts- und gleichzeitig
eine Kosteneinsparung
erzielt, ganz abgesehen von dem erwähnten Vorteil des niedrigeren Schwerpunktes.
Es ist auch verständlich, daß ein leichteres Fahrzeug weniger Kraftstoff benötigt
und außerdem schneller beschleuneigt. Auch der Reifenverschleiß ist dadurch ganz
allgemein reduziert.
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Durch die Erfindung wird das Fahrzeug somit insgesamt gesehen leichter
und kompakter.