DE2739413A1 - Zuendkerze - Google Patents
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Description
Stuttgart 31.8.1977
11 Zündkerze "
Die Erfindung bezieht sich auf eine Zündkerze für Brennkraftmaschinen.
Kraftstoff-Luft-Gemische in Ottomotoren werden im allgemeinen
mittels einer Funkenentladung zwischen den Elektroden einer Zündkerze in einem für den Motorbetrieb optimalen Zeitpunkt
entflammt. Diese Funkenentladung wird aus einer geeigneten Zündanlage durch einen Hochspannungsimpuls gespeist. Konventionelle
Zündanlagen und Zündkerzen mit Elektrodenabatänden zwischen 0,7 und 1,5 nun entflammen Kraftstoff-Luft-Gemische
mit stöchiometrischem Mischungsverhältnis (Luftverhältnis
\ * l) bzw. geringem Kraftstoffüberschuß ("fetter" Dereich,
λ ^ l) problemlos.
Nun liegt der Arbeitsbereich für minimale Emission schädlicher
Abgase (CO1 NO , C H ) und für niederen spezifischen Kraftstoffverbrauch
nicht im Bereich der größten ZUndsicherheit, sondern im sogenannten "mageren" Dereich (Luftverhältnis λ
> 1). Der Betrieb des Motors in diesem an sich vorteilhaften Bereich
erfordert erhöhte ZUndsicherheit, um Entflammungsaussetzer zu
vermeiden.
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Dniin 11
G
ßen, βο daß zeitweise im Gebiet des heißen Funkenpiaemas kein
zündfähiges Gemisch vorhanden ist, wodurch Entflamniungsoussetzer
auftreten können. Die Wahrscheinlichkeit für derartige Erscheinungen steigt mit der Abmagerung des Kraftstoff-Luft-Gemisches.
In diesem Fall ist es naheliegend und üblich, das für den Entflammungsvorgang wesentliche Initialvolumen, das
vom Zündfunken erzeugt wird, zu vergrößern. Das geschieht im allgemeinen dadurch, daß der Elektrodenabstand (Länge des
Ziindf unkens) und/oder die pro Funkenereignis bereitgestellt«
Energie gesteigert werden. Der Vergrößerung des Elektrodenabstandes ist aus praktischen Gründen eine Grenze ( 1,5 mm) gesetzt,
weil der Zündspannungsbedarf zu hoch wird, um mit der
konventionellen Technik im Motorbereich problemlos beherrrscht werden zu können. Die dem Funken zuzuführende Energie wird im
allgemeinen erhöht, indem die Brenndauer des Funkens verlängert wird, so daß aufgrund der u.U. sehr heftigen Ladungsbewegung
im Brennraum die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, während des "brennenden" Funken« ein zündfähiges Gemisch in seinen Wirkungsbereich
zu führen.
Im zeitlichen Ablauf des Funkens lassen sich unterschiedliche
Stadien erkennen. Unter Verzicht auf Feinheiten unterscheidet man "Funkenkopf" und "Funkenschwanz".
Beim Funkenkopf handelt es sich um die Phase des Funkendurchbruche,
in der sich die Kapazitäten in der Nähe der Elektrode entladen. Der Funkenechwanz besteht aus einer Übergangsphase
und der daran anschließenden Glimmentladung.
Die Entladungsströme im Funkenkopf sind relativ hoch (Aniperebereich)
und können Spitzenwerte je nach Anordnung bis mehrere
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- 5 - Daim 11 651/'*
1OO A haben. Da vor allem in der Anfangephaee des Durchbruche
die Funkenspannung noch sehr hoch ist, werden dem Plasma hohe Energiebeträge zugeführt, die zunächst vorwiegend in Form
potentieller Energie (Dissoziation, Anregung und Ionisation in mehrfachen Stufen) gespeichert wird und später den expandierenden
Funkenkanal speist. Dagegen wird in den späteren Stadien der Entladung (Glimmphase) dem Funkenplasma Energie
auf unökoaonischere Art zugeführt, da Verlustprozesse zunehmen
und vor allem etwa die Hälfte der elektrisch zugeführten Leistung an den Elektroden abfällt und dort in Form von Wärme abgeführt
wird, die somit dem Plasma verloren geht. Da« allein von einem "normalen" Funkenkopf erzeugte Initialvoluiaen ist in
Ausdehnung und Temperatur für eine erfolgreiche Entflammung
ausreichend. Dieses Initialvolumen ist mit Zeiten in der Größenordnung von etwa 10 us eindeutig vom elektrisch erzeugten
heißen Plasmavolumen unterscheidbar, sofern in dieser Zeit ziindfähiges Gemisch im Dereich des Plasmavolumens vorhanden
war. Eine erhöhte Energiezufuhr in der Anfangephaee (Vergrößerung des Funkenkopfes) vergrößert das Initialvolumen des
Funkenplasma und beeinflußt die nachfolgende Entflammung, so daß auch die Wahrscheinlichkeit der Entflammung in dem Maße zunimmt
wie das aktivierte Volumen, das bis zum Einsetzen der exothermen Reaktion entstanden ist, vergrößert ist.
Nun können infolge der Ladungebewegung im Motorenraum Strömungsgeschwindigkeiten
auftreten, die ζ.Π. erst nach 1 ms wieder zündfähiges Gemisch in den Elektrodenbereich führen. Daher
kann es vorteilhaft sein, wenn der Funkenschwanz wenigstens in Form einer Glimmentladung noch andauert, um ein aktivierte·
Plasmavolumen aufrecht zu erhalten. Erzeugt man mit konventio-
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-C-
Daim 11 651/*l
nellen Zündanlagen einen verstärkten Punkenkopf durch Umverteilung
der im Zündsystem gespeicherten und damit vorgegebenen Energie, so kann u.U. infolge der verkürzten Energiezufuhr
(Funkendauer) der Gewinn wieder zunichte gemacht werden, weil zeitlich länger andauernde Zündbedingungen erforderlich wären.
Von großem Vorteil sind dann Zündanlagen, mit denen mehrere Funkenköpfe zeitlich hintereinander erzeugt werden können,
wobei die Anzahl und die Folgefrequenz eventuell den Motorbedingungen entsprechend angepaßt werden können. Die technischen
Voraussetzungen hierfür erfüllt die moderne Halbleiterelektronik, so daß Lösungen auch mit für die Praxis erträglichem
Aufwand realisierbar sind.
Da, wie weiter oben bereits erwähnt, auch ein kurzer Funkenkopf mit Zeiten um 10 us ein Volumen mit einem Durchmesser im
mm-Bereich und ausreichend hohen Temperaturen erzeugen kann, ist es wünschenswert, den Funkenkopf zeitlich möglichst kurz
zu gestalten.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die bekannte Ausführung gebräuchlicher Zündkerzen so umzugestalten, daß ein Zündfunke
mit kurzem Funkenkopf und möglichst kleinem oder keinem Funkenschwanz damit erzeugbar ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß wenigstens eine Funkenstrecke
vorgesehen ist und jede Funkenstrecke mit einer großen Impedanz an die Zündspannungsquelle angekoppelt ist.
Weitere Einzelheiten sind der nachfolgenden Beschreibung und Zeichnung eines Ausführungebeispiele zu entnehmen. Es handelt
sich dabei um eine Zündkerze mit drei Funkenstrecken.
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Fig. 2 eine Zündkerze im Grundriß und Schnitt.
Das Prinzipschaltbild Fig. 1 zeigt drei kapazitiv an die ZUndspannungsquelle
U angekoppelte Funkenstrecken. Die gestrichelt eingezeichneten Kapazitäten 1 sind die Elektrodenkapazitäten
und die mit 2 bezeichneten Kapazitäten stellen die Koppelkapazitäten dar, wobei die Koppelkapazität größer sein sollte als
die Elektrodenkapazität.
Fig. 2 zeigt im Grundriß und im Schnitt eine erfindungsgemäße Zündkerze. Das metallische Gehäuse 3 der Zündkerze ist in
seiner äußeren Form den Abmessungen üblicher Zündkerzen angepaßt. Eine der Zahl der Funkenstrecken in der Zündkerze entsprechende
Anzahl von Gegenelektroden k sind am Ende des Einschraubgewindes
5 in gewohnter Weise angebracht. Die ihnen jeweils
gegenüberstehenden Elektroden 6 sind elektrisch voneinander isoliert im Kerzenisolator 7 angebracht. Sie bilden im
oberen Teil des Isolators jeweils den Innenleiter eines koaxialen Kondensators 2, der durch ein Dielektrikum 8 von den
äußeren Elektroden 9 getrennt ist. Die äußeren Elektroden 9 sind mit einem gemeinsamen Anschluß 10 verbunden, der die Zuführung
zur Zündanlage in bekannter Veise darstellt.
Selbstverständlich ist es ohne weiteres auch denkbar, die Koppelkapazitäten getrennt von der Zündkerze in einen Kerzen-
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- 8 - Daim 11
stecker zu montieren und die Mehrfunken-Zündkerze mit einem
entsprechenden mehrpoligen Hochspannungnstecker zu kontaktieren.
In diesem Fall bleibt der in den Verbrennungsraum ragende Teil der Zündkerze gegenüber dem in Figur 2 unverändert.
Lediglich der obere Teil des Kerzenisolators ist derart gestaltet, daß eine mehrpolige Steckverbindung zum Kerzenstecker
entsteht. Das obere Ende jeder Elektrode ist dabei als Steckkontakt ausgeführt. Die Schaltelemente zur Entkopplung
der einzelnen Funkenstrecken einerseits und zur Ankopplung an die Zündanlage andererseits enthält dann der Kerzenstecker.
Diese Anordnung bietet gegenüber der in Figur 2 gezeigten den Vorteil, daß eine größere Variationemoglichkeit für die Schaltelemente
gegeben ist.
Anstelle eines Kondensators kann die Koppelimpedanz auch ein spannungsabhängiger Widerstand - VDR - sein.
Dei Untersuchungen mit derart gestalteten Zündkerzen im Labor * hat sich gezeigt, daß im Falle der Speisung beispielsweise mit
einer konventionellen Spulenzündung der Zündfunke an jedem Elektrodenpaar aus zeitlich aufeinanderfolgenden funkenkopfähnlichen
Entladungen besteht, deren Entstehungsmechanismus
ähnlich dem der bekannten Kippschwingungen ist. Die Gesamtdauer eines Funkenereignisses ist natürlich gegenüber dem
mit einer herkömmlichen Zündkerze verkürzt. Nun ist es aber ohne weiteres möglich, die Zahl der aufeinanderfolgenden Funkenköpfe
gezielt zu beeinflussen, wie oben in der Beschreibung bereits schon erwähnt wurde. Die Dauer des Funkenereignisses
kann damit wechselnden Motorbedingungen angepaßt werden.
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- 9 - Paim 11 651/fr
tung mit kapazitiver Ankopplung (hohe Impedanz, d.h. relativ kleine Kapazität) lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
1. Es entstehen kurze Funkenköpfe, die eine effektive Energieübertragung
an das Funkenplasma ermöglichen.
2. Bei willkürlich wählbarer (programmierbarer) Dauer des Funkenvorgangs (serielle Mehrfachfunken) bleibt der gesamte
Leistungsverbrauch der Anlage in Grenzen.
3. Es können mehrere geometrisch auseinanderliegende Funkenetrecken
gleichzeitig gezündet werden (parallele Mehrfachfunken) .
Damit können gleichzeitig mehrere Initialvolumina aktiviert werden, so daß die Zündsicherheit entsprechend erhöht wird
und auch "magerere" Gemische zuverlässiger gezündet werden.
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-AO-
Leerseite
Claims (6)
- Daimler-Benz Aktiengesellschaft Daim 11 651/frStuttgart 3I.8.77" Zündkerze "PatentansprücheZündkerze für Brennkraftmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Funkenstrecke (k, 6) vorgesehen ist und jede Funkenstrecke mit einer großen Impedanz an die Zündspannungsquelle angekoppelt ist.
- 2. Zündkerze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Impedanz ein Kondensator ist.
- 3· Zündkerze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensator als Zylinderkondensator ausgebildet ist.
- k. Zündkerze nach Anspruch 3· dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensator als koaxialer Kondensator (6, 9) ausgebildet ist, dessen Innenleiter (6) die eine Elektrode bildet, dessen Außenleiter mit dem ZUndkabelanschluß (10) verbunden ist und dessen Dielelektrikum (8) vom keramischen Material des Isolators (7) gebildet ist.
- 5« Zündkerze nach Anspruch 1, 2 oder 3· dadurch gekennzeichnet, daß die Impedanz im Zündkerzenstecker angeordnet ist.909810/0377ORfGINAL !- 2 - Daim 11
- 6. Zündkerze nach Anspruch 1, 2 oder 3i dadurch gekennzeichnet, daß die Impedanz ein spannungsabha'ngiges Widerstandselement - VDR - mit geeignet gewählter Durchbruchspannung ist.909810/0377
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