DE2738394C2 - Verfahren zum Biegen von Rohren oder ähnlichen Werkstücken sowie Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Biegen von Rohren oder ähnlichen Werkstücken sowie Vorrichtung zum Durchführen des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Biegen von Rohren oder diesen ähnlichen Werkstücken, bei dem
das Rohr in Längsrichtung kontinuierlich einer Biegestelle zugeführt wird, an der das Rohr in einer Querzone
mit veränderbarer Temperaturverteilung erhitzt wird, sowie eine Vorrichtung zum Durchführen eines solchen
Verfahrens.
Beim Biegen von Rohren tritt in der Regel eine Verringerung der Wanddicke an der Außenseite der
Biegung und eine Vergrößerung der Wanddicke an der Innenseite auf. Das Maß der Änderung der Wanddicke
hängt stark von dem Biegeradius und der Art und Weise ab, mit der das Biegen durchgeführt wird.
Bei einem von altersher bekannten Biegeverfahren, bei dem der zu biegende Teil des Rohres, erhitzt oder
nicht erhitzt, um eine Schablone gebogen wird, ist die Verringerung der Wanddicke an der Außenseite sehr
groß. Bei einem bekannten Biegeverfahren der eingangs genannten Art, bei dem es sich um ein neueres
Verfahren handelt, vgl. US-PS 39 02 344, und bei dem die Biegung fortschreitend in einer schmalen, erhitzten
Querzone erfolgt, ist die Verringerung der Wanddicke an der Außenseite zwar demgegenüber beträchtlich
geringer, in der Regel aber dennoch weit größer, als es technisch oder ökonomisch tragbar ist. Außerdem ist die
Vergrößerung der Dicke an der Innenseite der Biegung dabei häufig größer, als es bei dem erwähnten
altbekannten Biegeverfahren der Fall ist
Eine Verringerung der Wanddicke an der Außenseite kann aus Festigkeitserwägungen nur in einem bestimmten
Ausmaß toleriert werden, und zwar am ehesten noch bei kleinen Werten des Verhältnisses R/D (Biegeradius/
Rohrdurchmesser). Eine Vergrößerung der Wanddicke an der Innenseite ist, wenn es sich um Festigkeitserwägungen
handelt, in gewissem Ausmaß sogar erwünscht Es gibt aber auch Instanzen, die vorschreiben, daß die
Wanddicke des gebogenen Rohrs an der dünnsten Stelle zumindest gleich der Nenn-Wanddicke des zu biegenden
Rohres ist Da in der Praxis, insbesondere bei Rohren, die Dickenverringerung an der außen liegenden
Wand am wichtigsten ist wird nachstehend hauptsächlich auf die Beherrschung der Wanddickenverringerung
der Außenwand eingegangen.
Soll eine Biegung hergestellt werden, bei der zu erwarten ist, daß die Dickenverringerung der Λ-ißenwand 15% wird, und ist dabei gefordert daß die Dickenverringerung nicht mehr als 5% der Nenn-Wanddicke sein darf, dann muß das Ausgangsrohr eine Wanddicke haben, die mit Sicherheit 10% größer als die Nenn-Wanddicke ist Nun werden in der Praxis meistens Standardrohre mit einer Wanddicke gewalzt, die 8 bis 10% größer als die Nenn-Wanddicke ist. Wird nun unter Anwendung des bekannten Verfahrens der eingangs genannten Art gebogen und hat man beim Biegen »Glück«, so kann es durchaus möglich sein, daß man bei Verwendung eines normalen Standardrohres innerhalb der erlaubten Toleranz bleibt. Daß ein brauchbares Ergebnis erhalten wird, ist jedoch nicht sicher. Wenn man sicher zu gehen wünscht, ist man gezwungen, im Walzwerk Speziairohre mit größerer Wanddicke herstellen zu lassen. Praktisch bedeutet dies, daß man Rohre beziehen muß, deren Wandstärke 25% bis 30% über der Nenn-Wanddicke liegt, wenigstens an der Stelle, die die Außenwand bei der Biegung bildet, falls Rohre mit exzentrischer Bohrung benutzt werden. Es ist ersichtlich, daß derartige Rohre wesentlich schwerer und teurer sind und daß derartige Rohre oftmals nur nach längeren Lieferfristen erhältlich sind.
Soll eine Biegung hergestellt werden, bei der zu erwarten ist, daß die Dickenverringerung der Λ-ißenwand 15% wird, und ist dabei gefordert daß die Dickenverringerung nicht mehr als 5% der Nenn-Wanddicke sein darf, dann muß das Ausgangsrohr eine Wanddicke haben, die mit Sicherheit 10% größer als die Nenn-Wanddicke ist Nun werden in der Praxis meistens Standardrohre mit einer Wanddicke gewalzt, die 8 bis 10% größer als die Nenn-Wanddicke ist. Wird nun unter Anwendung des bekannten Verfahrens der eingangs genannten Art gebogen und hat man beim Biegen »Glück«, so kann es durchaus möglich sein, daß man bei Verwendung eines normalen Standardrohres innerhalb der erlaubten Toleranz bleibt. Daß ein brauchbares Ergebnis erhalten wird, ist jedoch nicht sicher. Wenn man sicher zu gehen wünscht, ist man gezwungen, im Walzwerk Speziairohre mit größerer Wanddicke herstellen zu lassen. Praktisch bedeutet dies, daß man Rohre beziehen muß, deren Wandstärke 25% bis 30% über der Nenn-Wanddicke liegt, wenigstens an der Stelle, die die Außenwand bei der Biegung bildet, falls Rohre mit exzentrischer Bohrung benutzt werden. Es ist ersichtlich, daß derartige Rohre wesentlich schwerer und teurer sind und daß derartige Rohre oftmals nur nach längeren Lieferfristen erhältlich sind.
Äußerst wünschenswert ist es daher, über ein Biegeverfahren zu verfügen, mit dem man, ausgehend
von normalen Standardrohren, Biegungen herstellen kann, bei denen die Verringerung der Wanddicke
innerhalb der normalen zusätzlichen Wanddickenmarge bleibt, die man mit 8 bis 10% bei den normalen
to Standardrohren zur Verfügung hat. Dies bedeutet also,
daß beim Biegen die Forderung zu erfüllen wäre, daß die Verringerung der Wanddicke innerhalb von 8% bleibt,
wenn sichergestellt sein soll, dali die Wanddicke an der Außenbiegung mindestens gleich groß bleibt wie die
Nenn-Wanddicke oder noch größer ist als diese.
Der Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, ein Biegeverfahren anzugeben, bei dessen
Durchführung gewährleistet ist, daß beim Biegen die Verringerung der Wanddicke an der Außenseite des
Bogens ein bestimmtes Ausmaß, das man zu tolerieren gewillt ist, nicht überschreitet, daß insbesondere also
beim Biegen von Rohren die Wanddicke an der Außenseite des Rohrbogens einen vorbestimmten Wert
nicht unterschreitet.
fc5 Die Lösung dieser gestellten Aufgabe basiert auf dem
allgemeinen Gedanken, daß zum Beherrschen der Wanddickenänderungen in der Biegezone ein Zustand
geschaffen wird, bei dem die neutrale Linie (d. h. die
Linie, wo die Druck- und Zugspannungen im Werkstoff ineinander übergehen) so dicht wie möglich an der
Außenwand zu liegen kommt Liegt die neutrale Linie im »Herzen« der Außenwand, so wird die Außenwand
ihre ursprüngliche Wanddicke beibehalten. Liegt die neutrale Linie radial außerhalb des Herzens der
Außenwand, ζ. B. im Bereich der äußeren Wandoberfläche
oder noch weiter radial außen, so entsteht sogar eine Verdickung. Der Biegeprozeß muß daher derart
gesteuert werden, daß die neutrale Linie dort liegt, wo
sie im Interesse der Beherrschung der Wanddickenänderung am meisten erwünscht ist.
Bei einem Verfahren der eingangs genannten Gattung ist die erfindungsgemäße Lösung dieser
Aufgabe dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwin- is
digkeiten des Rohres vor sowie hinter der Biegestelle ermittelt werden und daß das Verhältnis der beiden
Geschwindigkeiten zum Verändern der Temperaturverteilung in der Querzone benutzt vird. Aus dem
Geschwindigkeitsvergleich resultiert unmittelbar die Größe einer gegebenenfalls eingetretenen Wanddikkenverringerung
oder, wenn man von einem bekannten Wert der Wanddicke ausgeht, den man vor dem Biegevorgang leicht messen (z. B. Ultraschallmessung)
oder den Herstellerangaben entnehmen kann, die Größe der in dem benachbarten Bereich nach dem
Biegen verbleibenden Wanddicke. Weicht dieser Wert von einem gewünschten Wert ab, wird die örtliche
Erhitzung der Querzone so verändert, daß die Abweichung vom Sollzustand einen gewünschten
Bereich nicht überschreitet.
Obwohl oben ausschließlich vom Biegen von Rohren die Rede war und auch nachstehend die Anwendung für
das Biegen von Rohren behandelt wird, und zwar Abstand hauptsächlich zur Beherrschung der Wanddickenverrin- 3">
gerung der Außenwand, ist das Verfahren nicht nur für das Biegen von Rohren anwendbar, sondern auch für
das Biegen anderer langgestreckter Gegenstände, z. B. X-Balken.
Die Änderung der Temperaturverteilung in der erhitzten Querzone kann durch quer zur Rohrlängsrichtung
erfolgendes Verstellen von die Wärme zur Querzone zuführenden Mitteln erfolgen, wobei sich eine
entsprechende Verschiebung der neutralen Linie ergibt. Bei dem bekannten Verfahren der eingangs genannten ιϊ
Art, das in der US-PS 39 02 344 aufgezeigt ist, ist zwar ebenfalls eine Verstellung der die beheizte Querzone
erhitzenden Wärmequelle und damit eine Veränderung der Temperaturverteilung in der Querzone vorgesehen.
Im Gegensatz zum erfindungsgemäßen Verfahren wird dabei jedoch lediglich im Hinblick auf das Vermeiden
von z'i hohen Temperaturen auf der Außenseite des Bogens und zu tiefen Temperaturen an der Innenseite
eine Voreinstellung der Lage der Wärmequelle relativ zum Rohr durchgeführt, die beim Biegevorgang v>
unverändert beibehalten wird. Von einer Verstellung der Wärmequelle während des Biegens ist jedoch keine
Rede, geschweige denn davon, eine Verstellung aufgrund bestimmter Messungen durchzuführen, wie
dies beim erfindungsgemäßen Verfahren der Fall ist. t>o
Durch die DE-OS 21 12 019 ist zwar bereits ein Rohrbiegeverfahren bekannt, bei dem während des
Biegevorgangs aufgrund von dabei vorgenommenen Messungen eine Verstellung einer das Rohr in einer
Querzone erhitzenden Wärmequelle vorgesehen ist. tv> Abgesehen davon, daß es sich dabei nicht um ein
Verfahren zum Beherrschen der Wanddicke des zu bieeenden Rohrs handelt, sondern um ein Verfahren
zum Beherrschen der Größe des Biegeradius, wird bei diesem bekannten Verfahren die Wärmequelle auch
nicht in quer zum Rohr verlaufender Richtung, sondern in Rohrlängsrichtung verschoben, so daß keine Änderung
der Temperaturverteiiung in der erhitzten Querzone bewirkt wird, sondern lediglich eine Längsverschiebung
dieser Querzone.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren gestaltet sich das Messen der Geschwindigkeit des Rohrs vor der
Biegestelle einfach, da diese Geschwindigkeit gleich der Geschwindigkeit ist, mit der das Rohr der Biegestelle
zugeführt wird. Die Messung der Geschwindigkeit hinter der Biegestelle gestaltet sich etwas schwieriger,
u. a. auch wegen der hohen Temperatur in der Nähe der Biegestelle. Optische Meßmethoden wären daher nicht
ohne weiteres anwendbar, da vorausgehend auf dem Rohr angebrachte Markierungsstriche unter Umständen
bei der Erhitzung beschädigt werden könnten oder gar verschwinden könnten. Beim Biegen des Rohres zu
einem Kreisbogen kann man jedoch die Geschwindigkeit eines bestimmten Wandteils aus dem Abstand des
Wandteils vom Krümmungsmittelpunkt und aus der Rotationsgeschwindigkeit des den betreffenden Wandteil
mit dem Mittelpunkt verbindenden Radius ableiten. Bei Anwendung eines Schwenkarms, an dem das
voreilende Ende des zu biegenden Rohres befestigt ist, ist diese Rotationsgeschwindigkeit der Drehgeschwindigkeit
des Schwenkarms gleichzustellen. Als Abstand zwischen der Drehachse des Schwenkarms und dem
betreffenden Wandteil kann man, wenn man große Genauigkeit zu erzielen wünscht, den Abstand zwischen
der Drehachse und dem Herzen des genannten Wandteils_ berücksichtigen. Dieses Herz liegt in einem
von der Mittellinie des Rohres, wobei D
D-S
der Rohrdurchmesser und S die Wanddicke sind. Die
Wanddicke kann erforderlichenfalls an dem kalten Rohr auf einfache Weise gemessen werden, z. B. mit
Ultraschall, in der Praxis genügt aber meistens die Einführung der Nenn-Wanddicke.
Wird die Geschwindigkeitsmessung auf diese Weise an der Außenwand des Rohrbogens ausgeführt, so muß
man darauf vertrauen können, daß der Biegeradius R des Bogens während des Biegens konstant bleibt. Mit
bekannten Verfahren kann man den Biegeradius sehr genau konstant halten, wobei außerdem die Ovalität des
gebogenen Rohrs vernachlässigbar klein bleibt. Dadurch liegt die Stelle des Herzens der Außenwand des
Rohrs an der Biegestelle genau fest. Diese Biegeverfahren sind daher äußerst geeignet, um als Basis bei der
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zu dienen.
Die Erfindung wird durch eine Vorrichtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens
weitergebildet. Diese Vorrichtung ist bei einer Rohrbiegemaschine, die eine Vorschubeinrichtung zum kontinuierlichen
Zuführen des Rohres, einen zum Erhitzen der Querzone vorgesehenen, das Rohr umgebenden Erhitzungsring,
wobei zum Verändern der Temperaturverteilung das Rohr und der Erhitzungsring relativ zueinander
quer zur Zuführrichtung des Rohrs durch eine Verstelleinrichtung verschiebbar sind, und einen das
Rohr an seinem vorderen Ende klemmenden Schwenkarm, der in der Ebene des Erhitzungsrings gelagert ist,
aufweist, erfindungsgemäß gelöst durch eine Meßeinrichtung zum Ermitteln der Geschwindigkeit des Rohrs
vor der Biegestelle bzw. dem Erhitzungsring und einer weiteren Meßeinrichtung zum Ermitteln der zu der
Geschwindigkeit des Rohrs nach der Biegestelle bzw. dem Erhitzungsring proportionalen Rotationsgeschwindigkeit
des Schwenkarms, durch ein das Verhältnis aus den gemessenen Geschwindigkeiten bildendes System
und durch einen Vergleicher, der bei Abweichen des gebildeten Verhältnisses von einem vorbestimmten
Wert die Verstelleinrichtung betätigt, wobei das relativ zueinander erfolgende Verschieben des Rohrs und des
Erhitzungsrings der Erhitzungsring ausführt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung im einzelnen erläutert, deren einzige Figur eine
schematisch vereinfachte Blockdarstellung eines Ausführungsbeispiels der Vorrichtung zum Durchführen des
Verfahrens zeigt.
In der Figur ist eine Rohrbiegemaschine mit dem zu biegenden Rohr 1 gezeigt, das an der Stelle 3 z. B. durch
Klemmung an dem Schwenkarm 2 befestigt ist. Durch eine Vorschubeinrichtung wird das Rohr fortschreitend
in der Richtung der Biegung nach links bewegt, wobei eine schmale Querzone durch einen das Rohr
umgebenden Erhitzungsring 4, z. B. einen Induktor, erhitzt wird, in welcher Zone die Verformung
beziehungsweise Biegung fortschreitend erfolgt. Eine Meßeinrichtung 6 mißt die Geschwindigkeit V, mit der
das Rohr vorgedrückt wird, eine Meßeinrichtung 5 mißt die Wanddicke S des noch ungebogenen Rohres auf
dem Wandteil, der beim Biegen an der Außenseite der Biegung zu liegen kommt, und eine weitere Meßeinrichtung
7 mißt die Rotationsgeschwindigkeit W des Schwenkarmes. In der Zeichnung sind ferner der
Biegeradius R und der äußere Rohrdurchmesser D sowie die Wanddicken S und Su beziehungsweise vor
und nach dem Biegen angegeben. Die von den Meßeinrichtungen 5, 6 und 7 erhaltenen Meßsignale
werden in ein logisches System 9 eingeführt, worin auch als konstante Werte der Biegeradius R und der äußere
Rohrdurchmesser D eingeführt werden. Die eingeführten Signale werden im System 9 gemäß der nachstehenden
Formel verarbeitet
worin Su die Wanddicke an der Außenwand der Biegung nach dem Biegen darsteiit. Bemerkt wird, daß
man bei dem Einführen von Sin das System 9, wenn die
Stelle der Messung verhältnismäßig weit von der Stelle der Biegung liegt und Streuungen von S über die Länge
des Rohres erwartet werden können, derart eine Verzögerung anwenden kann, daß der gemessene Wert
von S sich erst effektiv fühlbar machen wird, wenn die gemessene Stelle des Rohres die Stelle der Biegung
beinahe erreicht hat. Das Ausgangssignal—wird in einem Vergleicher 10 mit dem erwünschten Wert
— verglichen; bei Abweichung zwischen den beiden
κι Werten wird ein Signal nach der Verstelleinrichtung 11 für den Erhitzungsring 4 derart gesandt, daß dieser in
einer Richtung senkrecht zu der Längsachse des ungebogenen Rohres verschoben wird, bis das erwünschte
Verhältnis ^- erreicht ist. Diese Verstellung
kann selbstverständlich auch von Hand erfolgen. In der
sij
obigen Formel für das Verhältnis -— ist in dem rechten
obigen Formel für das Verhältnis -— ist in dem rechten
Teil angenommen, daß das Herz des Außenwandteiles in der Biegung sich in dem gleichen Abstand von der
Herzlinie des Rohres wie das Herz des noch ungebogenen Wandteiles befinden wird.
Statt der obengenannten Formel können auch andere
Formeln Anwendung finden, wenn man von mehreren gemessenen Größen ausgeht, wie der Geschwindigkeit
an der Außenseite (Außenwand) des gebogenen Wandteiles der Außenbiegung oder dem Abstand von
der Außenseite des gebogenen Wandteiles bis zum Mittelpunkt vom Biegeradius. Die Einführung von
j(i derartigen Größen kann bedeuten, daß das logische
System 9 das Verhältnis :— aus einer quadratischen
Gleichung ableiten muß. All diese Messungen basieren darauf, daß die Wanddickenänderung in der Außenbie-
ir, gung durch Messung der Verlängerung in axialer
Richtung bestimmt werden kann, die der Wandteil in der Außenbiegung während des Biegens erfährt. Das
Resultat dieser Bestimmung wird dann benutzt, um erforderlichenfalls den Spannungszustand in der erhitzen
ten Zone derart zu ändern, und zwar vorzugsweise durch Änderung des Erhitzungsmusters, daß dieser
Wandteil die erwünschte Dicke erhält.
Als Werkstück kann auch ein I-Balken Anwendung
finden, wenn man die Dicke von einer der beiden 5 Flanschen zu beherrschen wünscht. Es kann dabei
vorkommen, daß man gerade an der Innenseite der Biegung eine bestimmte Flanschenverdickung wünscht
— dies im Zusammenhang mit einer Belastung, welcher der gebogene Balken später unterworfen werden wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verfahren zum Biegen von Rohren oder diesen ähnlichen Werkstücken, bei dem das Rohr in
Längsrichtung kontinuierlich einer Biegestelle zugeführt wird, an der das Rohr in einer Querzone mit
veränderbarer Temperaturverteilung erhitzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeiten
des Rohrs vor sowie hinter der Biegestelle ermittelt werden und daß das Verhältnis
der beiden Geschwindigkeiten zum Verändern der Temperaturverteilung in der Querzone benutzt wird.
2. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einer Rohrbiegemaschine, die
eine Vorschubeinrichtung zum kontinuierlichen Zuführen des Rohres, einen zum Erhitzen der
Querzone vorgesehenen, das Rohr umgebenden Erhitzungsring, wobei zum Verändern der Temperaturverteilung
das Rohr und der Erhitzungsring relativ zueinander quer zur Zuführrichtung des Rohrs durch eine Verstelleinrichtung verschiebbar
sind, und einen das Rohr an seinem vorderen Ende klemmenden Schwenkarm, der in der Ebene des
Erhitzungsrings gelagert ist, aufweist, gekennzeichnet durch eine Meßeinrichtung (6) zum Ermitteln der
Geschwindigkeit (V) des Rohrs (1) vor der Biegestelle bzw. dem Erhitzungsring (4) und einer
weiteren Meßeinrichtung (7) zum Ermitteln der zu der Geschwindigkeit des Rohrs nach der Biegestelle
bzw. dem Erhitzungsring proportionalen Rotationsgeschwindigkeit (W)O^s Schwenkarms (2), durch ein
das Verhältnis aus den gemessenen Geschwindigkeiten (V, W) bildendes System (9) und durch einen
Vergleicher (10), der bei Abweichen des gebildeten Verhältnisses von einem vorbestimmten Wert die
Verstelleinrichtung (11) betätigt, wobei das relativ zueinander erfolgende Verschieben des Rohrs und
des Erhitzungsrings der Erhitzungsring ausführt.
Applications Claiming Priority (1)
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