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Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Unterdrücken von Störimpulsen, die während der Synchronimpulse ein Videogerät, insbesondere einen Bildempfänger, erreichen.
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Synchronimpulse werden vom Sender zum Empfänger übertragen, um den frei schwingenden Bildkipp-Oszillator und den Zeilenfrequenzgenerator exakt auf die Frequenzen des Senders abzustimmen. Gelangen nun Störimpulse auf den Übertragungsweg in das (F)BAS-Signal, so können diese Störungen Nutzimpulse, insbesondere Synchronimpulse, vortäuschen und damit falsche Reaktionen des Videogerätes auslösen. So kann beispielsweise der Zeilenfrequenzgenerator außer Tritt fallen.
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Durch die DE-OS 24 49 535 ist eine digitale Synchronisierungseinrichtung bekannt, bei der innerhalb des Zeitbereiches, in welchem keine Synchronisierungssignale erwartet werden, die Verbindung der Integrierschaltung für die Vertikalablenkung unterbrochen wird und somit Störimpulse nicht wirksam werden können. Es wird also in den Pausen zwischen den Synchronimpulsen die Video-Signal- übertragung unterbunden.
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Damit wird jedoch eine Störung der Horizontalablenkung nicht behoben. Das gleiche gilt sinngemäß für eine durch die Zeitschrift "Radio Magazin Nr. 7, 1952, Seite 201 bis 203" bekannte Veröffentlichung.
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Aufgabe der Erfindung ist es deshalb eine Schaltungsanordnung anzugeben, mit deren Hilfe Störimpulse von den Auswerteeinrichtungen des Videogerätes ferngehalten werden.
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Erreicht wird das gemäß der Erfindung dadurch, daß in dem Gerät eine vom eintreffenden (F)BAS-Signal synchronisierte Kippschaltung enthalten ist, deren Taktzeiten nur geringfügig kürzer sind als die normalen Impulszeiten des (F)BAS-Signals, daß während der Zeit, in der der Bildinhalt übertragen wird, und/oder in der Zeit der Synchronimpulse ein Störungsdetektor das (F)BAS-Signal überwacht, ob in ihm Störungen enthalten sind, die den Synchronismus stören könnten, und daß im Falle des Vorhandenseins von derartigen Störungen an den Eingang des Amplitudensiebes des Gerätes, von der Kippschaltung in Verbindung mit einer Steuerung gesteuert, einzelne Ersatz- Synchronimpulse an das Amplitudensieb angelegt werden.
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Im Videogerät wird also untersucht, ob im ankommenden (F)BAS- Signal Störungen vorhanden sind, die den Synchronimpuls stören könnten. Falls eine solche Störung festgestellt wird, oder zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, so wird anstelle des normalen Synchronimpulses ein Ersatz- Synchronimpuls an das Amplitudensieb angeschaltet, so daß sich eventuell vorhandene Störungen an dieser Stelle der Schaltung nicht mehr auswirken können.
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Ein Beispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beschrieben, wobei in Fig. 1 ein Blockschaltbild gezeigt ist, das die im einzelnen benötigten Geräte enthält, und in Fig. 2 der Potentialverlauf an verschiedenen Stellen dieser Schaltung angedeutet ist.
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Gemäß Fig. 1 gelangt das BAS-Signal bei Schwarz-Weiß-Sendungen oder das FBAS-Signal bei Farbsendungen über einen normalerweise geschlossenen Schalter S 1 zu einem Amplitudensieb AS, in dem die Synchronimpulse von der Bildinformation getrennt werden. In einem nachgeschalteten Integrierer Int oder Differenzierer Diff werden dann in bekannter Weise die Zeilenimpulse von den Bildimpulsen getrennt und zu den entsprechenden Bildkippstufen geleitet.
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Die am Ausgang des Amplitudensiebes AS vorhandenen Synchronimpulse gelangen auch zu einer Kippschaltung KS, wo sie zwei Zeitglieder, beispielsweise monostabile Kippstufen, in Gang setzen. Die eine dieser Kippstufen mißt die Zeit ab, die bis zum Ende der Bildzeile und bis zum Beginn der vorderen Schwarzschulter vergeht, d. h., solange das Bildsignal übertragen wird. Dann wird der nächste negative Synchronimpuls erwartet.
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Da während dieser Bildzeile das Bildsignal im Amplitudensieb nicht benötigt wird und höchstens stört, veranlaßt die Kippschaltung KS, daß eine Steuerung ST den Schalter S 1 öffnet und stattdessen den Schalter S 2 schließt. Das Bildsignal wird also während der Übertragung des Bildsignals durch ein Ersatz-Bildsignal EB aus einer Spannungsquelle G 1 ersetzt.
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Bevor nun der nächste negative Synchronimpuls eintreffen müßte, schaltet der Schalter S 1 wieder die Leitung durch und trennt die Gleichspannungsquelle G 1 mit Hilfe des Schalters S 2 vom Eingang des Amplitudensiebs AS ab. Der nunmehr ankommende Synchronimpuls wird in gewohnter Weise vom Amplitudensieb AS und den nachfolgenden Stufen in gewohnter Weise ausgewertet.
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Gleichzeitig mit dem Synchronimpuls wird dann in der Kippschaltung KS eine zweite monostabile Kippstufe angeworfen, die solange gekippt bleibt, wie der Synchronimpuls andauert. In der Kippschaltung KS werden folglich zwei monostabile Kippstufen abwechselnd in Gang gesetzt, so daß diese parallel zu den am Amplitudensieb AS ankommenden Impulsen, von diesen synchronisiert, arbeiten.
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An den Eingang zum Amplitudensieb AS ist auch ein Störungsdetektor SD angeschlossen, welcher feststellt, ob sich im Bildsignal oder im Synchronimpuls Störungen befinden. Stellt dieser Detektor fest, daß eine vorgegebene Anzahl von Störimpulsen von einer gewissen Mindestgröße im Bildsignal auftaucht, so nimmt er an, daß auch ein oder mehrere Störimpulse im Synchronimpuls vorhanden sein werden. Er veranlaßt daraufhin, daß während des nächsten Synchronimpulses ein Schalter S 3 geschlossen wird, so daß ein negativer Ersatz-Synchronimpuls ES aus einerSpannungsquelle G 2 an den Eingang des Amplitudensiebes AS gelangt, während der Schalter S 1 geöffnet ist. Die Zeitdauer dieses Ersatz-Synchronimpulses wird von der zweiten monostabilen Kippstufe der Kippschaltung KS bestimmt.
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Da nicht angenommen werden kann, daß das (F)BAS-Signal über mehrere Zeilen hinweg gestört ist, wird eine eventuelle geringe Abweichung des Synchronismus bei dem nächsten Synchronimpuls wieder ausgeglichen.
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Sobald der Störungsdetektor SD das Bildsignal aber als störungsfrei erkennt, dafür aber einen positiven Störungsimpuls während des Synchronimpulses, der aus dem (F)BAS-Signal herrührt, bemerkt, so schaltet er sofort auf den Ersatz-Synchronimpuls um, indem wieder der Schalter S 1 geöffnet und der Schalter S 3 geschlossen wird. Auch in diesem Falle bestimmt die Kippschaltung KS das Ende dieses Impulses.
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Wie viele Störimpulse jeweils vorhanden sein müssen, um die Einblendung des Ersatz-Synchronimpulses durchzuführen, hängt von der Fangzeit des Horizontal-Oszillators ab, mit der dieser nach beendeter Störung den eingeschwungenen Zustand wieder erreicht hat.
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Da in jedem Videogerät ohnehin ein Oszillator zur Bildung der Zeilenfrequenz enthalten ist, können die Ersatz-Synchronimpulse auch notfalls von diesem Oszillator abgeleitet werden.
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In Fig. 2 zeigt die Kurve a) ein BAS-Signal, das aus Bildsignalen zweier Zeilen besteht, zwischen denen sich ein negativ gerichtetes Synchronimpuls befindet. In Kurve b) sind fünf Störimpulse eingezeichnet, von denen die Impulse 1 und 4 negativ und die Impulse 2, 3 und 5 positiv gerichtet sind. Negative Störimpulse wirken sich während des Synchronimpulses nicht aus, weil sie gleich gerichtet sind wie der Synchronimpuls, und weil die Synchronimpulse ohnehin auf eine einheitliche Größe abgeschnitten werden. Es gilt folglich nur, die positiven Störimpulse auszublenden.
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Die Kurve c) zeigt ein "Fenster", in dem der Synchronimpuls liegen muß. Dieses Fenster beginnt, wenn der Schalter S 1 zu Beginn der vorderen Schwarzschulter wieder schließt und der Schalter S 2 öffnet, damit das (F)BAS-Signal zum Amplitudensieb AS hindurchtreten kann. Dieses Signalgemisch ist in Kurve d) zu erkennen. Kurz nach dem Einsetzen der hinteren Schwarzschulter ist das Fenster wieder beendet.
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Bei der Differentation in einem Differenzierglied, das im Störungsdetektor SD enthalten ist, entstehen Nadelimpulse gemäß Kurve e).
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Hat der Störungsdetektor SD die Störungen 1, 2 und 3 in der Zeit zwischen dem Abschalten des Ersatz-Bildinhalts EB und dem Eintreffen des Synchronimpulses gemäß Kurve a) festgestellt, so wird der Ersatz-Synchronimpuls ES gemäß Kurve f) in seiner vollen Länge an das Amplitudensieb AS angelegt. Unter Berücksichtigung des Ersatz-Bildsignals EB entsteht dabei die Kurve g).
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Sind diese Störimpulse jedoch nicht vorhanden, so wird erst beim Eintreffen des Impulses 5 der Schalter S 1 geöffnet und der Schalter S 3 geschlossen, so daß nur ein Teil des Ersatz- Synchronimpulses ES gemäß Kurve h) zur Wirkung kommt. Der Impuls 4 stört nicht, er führt folglich auch zu keiner Schaltmaßnahme.
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Das Erfindungsbeispiel geht von einer Schaltungsanordnung aus, in der ein Ersatz-Bildsignal EB mit Hilfe eines Schalters S 2 an das Amplitudensieb AS angeschaltet ist. Die Erfindung ist auch anwendbar für Videogeräte die diese Einrichtung nicht besitzen.
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Bei entsprechender Abwandlung des Beispiels der Erfindung ist es auch möglich, Ersatz-Synchronimpulse ES nicht nur für Horizontal-Synchronimpulse vorzusehen, sondern auch für Vertikal-Synchronimpulse.
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Die Erfindung ist nicht nur für Bildempfänger verwendbar, sie kann auch bei allen anderen Videogeräten eingesetzt werden, z. B. bei Video-Leitungsverstärkern, Videoaufzeichnungsgeräten, Fernsehkameras usw., die eine niederohmige Video-Quelle oder -Senke aufweisen oder als hochohmige Quelle oder Senke entsprechend große Videospannungen zur Verfügung stellen.