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Robert Bosch GmbH. Stuttgart
Steuergerät für hydraulische Arbeitsgeräte
Zusammenfassung
Es wird ein Steuergerät für hydraulische Arbeitsgeräte vorgeschlagen,
das als elektromagnetisch steuerbares Regelventil bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen einsetzbar ist. Das
Steuergerät umfaßt ein vorgesteuertes Umschaltventil sowie ein in den Druckmittelstrom zum Verbraucher geschaltetes
Sperrventil mit zugehörigem Entsperrkolben. Dabei übernimmt
das Sperrventil die Punktionen eines Rückschlagventils und eines Senk-Ventils und der Entsperrkolben zusätzlich die
Punktion einer Richtungssteuerung. Damit läßt sich bei verringertem
Bauaufwand die Dichtheit und die Punktionssicherheit des Steuergeräts erhöhen.
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Steuergerät für einen hydraulischen
Verbraucher nach der Gattung des Hauptanspruchs. Es ist schon ein derartiges Steuergerät bekannt (DT-08
22 32 857), bei dem ein Druckmittelstrom zu einem Verbraucher von einem durch ein Magnetventil vorgesteuertes Umschaltventil
gesteuert und über ein Rückschlagventil geführt ist. Zum
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Senken des Verbrauchers ist der Verbraucheranschluß durch ein zweites Sitzventil abgesichert, das von einem Vorsteuerventil,
ebenfalls in Sitzventilbauart, vorgesteuert wird. Nachteilig bei dieser Bauart ist, daß allein für das Arbeitsdruckmittel
zum und vom Verbraucher zwei Sitzventile und für die Vorsteuerung ein weiteres Sitzventil notwendig
wird. Dies erfordert relativ hohen Bauaufwand und erhöht die Gefahr einer Leckage in der Steuerung. Zudem birgt diese
Bauweise die Gefahr von Punktionsstörungen in sich. So kann bei niedrigen. Lastdrücken ein Senkvorgang nur langsam einsetzen;
auch besteht die Gefahr, daß ein Sitzventil noch nicht voll geschlossen ist bevor das andere öffnet, wodurch
es zu Störungen kommen.kann. Auch besteht die Gefahr, daß bei niederen Lastdrücken im Verbraucher und hohem Neutralumlaufdruck
ein unbeabsichtigtes Heben des Verbrauchers einsetzen könnte. Auch die Verwendung zweier verschiedener Vorsteuerventile
erhöht den Bauaufwand. Zudem läßt sich mit der bekannten Bauart bei schwierigen Bedingungen nicht immer eine
ausreichende Peinsteuerung erzielen.
Vorteile der Erfindung
Das erfindungsgemäße Steuergerät mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß bei verringertem Bauaufwand ein höheres Maß an Dichtheit
der Steuerung und an Punktionssicherheit erreicht wird.
So wird der Arbeitsstrom zum Verbraucher nur noch durch ein einziges Sitzventil abgesichert, über das der zum Verbraucher
fließende und der von ihm kommende Druckmittelstrom geleitet wird. Die Weichenfunktion ist vorteilhaft in den Entsperrkolben
verlegt, der das Sperrventil mit dem Umschaltventil oder mit dem Rücklauf verbinden kann. Dadurch werden nicht
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nur Störungen in der Punktion des Steuergeräts ausgeschaltet,
sondern es läßt sich auch der Bauaufwand für das Vorsteuerventil verringern, das nicht mehr als Sitzventil ausgebildet
sein muß. Auch ist damit die Gefahr eines ungewollten Hebens des Verbrauchers weitgehend vermieden. Weiterhin
läßt sich damit ein Senkvorgang auch bei niederen Lastdrükken schnell einleiten und sicher durchführen. Zudem arbeitet
das Steuergerät schwingungsarm und ermöglich eine gute Peinsteuerung.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des
im Hauptanspruch angegebenen Steuergeräts möglich, die das Steuergerät vor allem hinsichtlich Bauaufwand, Dichtheit
und Punktionssicherheit verbessern. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus der Beschreibung und der
Zeichnung.
Zeichnung
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Steuergerät in vereinfachter Darstellung in Stellung
Neutral, Pig. 2 und 3 dasselbe Steuergerät in den Stellungen Heben bzw. Senken und Pig. 4 einen Teil des Steuergeräts
in einer zusätzlichen Stellung.
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Beschreibung der Erfindung
Die Pig. 1 zeigt ein Steuergerät 10, das als elektromagnetisch steuerbares Regelventil zum Steuern eines Krafthebers
11 auf einem Schlepper verwendet wird. Das Steuergerät 10 besteht im wesentlichen aus einem Umschaltventil 12 mit
einem in seinem Umschaltschieber 13 angeordneten Kontrollschieber 14, einem in den Druckmittelstrom zum Kraftheber
11 geschalteten Sperrventil 15, das die Punktionen eines
Rückschlagventils und eines Senkventils übernimmt, einem dem Sperrventil zugeordneten Entsperrkolben 16 mit zusätzlicher
Steuerfunktion sowie einem ersten, dem Umschaltventil 12 zugeordneten Vorsteuerventil 17 und einem zweiten,
dem Entsperrkolben 16 zugeordneten Vorsteuerventil 18.
Das Umschaltventil 12 nimmt den Umschaltschieber 13 in einer Schieberbohrung 19 auf, die an ihren Enden zu einer ersten
(21) und einer zweiten Steuerkammer 22 erweitert ist. Zwischen diesen Kammern sind anschließend an die erste Steuerkammer
21 eine dritte Steuerkammer 23, eine Ablaufkammer 24, eine Zulaufkammer 25, eine Verbraucherkammer 26 und eine
Entlastungskammer 27 angeordnet. Die Zulaufkammer 25 steht über einen Zulaufkanal 28 und eine Leitung 29» in die
ein zusätzliches Wegeventil 31 mit Verbraucher 32 geschaltet ist, mit einer Pumpe 33 in Verbindung, die öl aus einem Tank
34 saugt. Vom Zulaufkanal 28 führt eine erste Steuerleitung
35 über eine Drossel 36 ohne Zwischenschaltung irgendwelcher Ventilmittel in die erste Steuerkammer 21. Die erste
bteuerleitung 35 ist ferner durch einen Steuerkanal 37, in dem ein den Zulaufkanal 28 absicherndes Rückschlagventil
liegt, mit der dritten Steuerkammer 23 verbunden, so daß Drossel 36 und Rückschlagventil 38 parallel zueinander liegen.
Der Zulaufkanal 28 ist ferner über ein Druckbegrenzunge-
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ventil 39 zur Entlastungskammer 27 hin abgesichert. Der
Umschaltschieber 13 weist drei Kolbenabschnitte 41,42,43 auf, von denen der zweite, mittlere, eine Peinsteuerfase
44 hat. Der zur ersten Steuerkammer 21 hin liegende erste Kolbenabschnitt 41 weist in seinem Innern eine koaxiale
Längsbohrung 45 auf, in der der Kontrollschieber 14 geführt ist. Über Aussparungen 46 im ersten Kolbenabschnitt 41 und
die Längsbohrung 45 hat die erste Steuerkammer 21 mit der dritten Steuerkammer 23 Verbindung, wobei diese Verbindung
vom Kontrollschieber 14 abeperrbar ist. Der Kontrollschieber
14 wird von einer Feder 47 in der gezeichneten Ruhestellung gehalten; dabei liegt die Feder 47 in einem Hohlraum
48 im Umschaltschieber 13, der über eine Bohrung 49 ständig
zur Ablaufkammer 24 entlastet ist. jiine in der zweiten Steuerkammer
2.2 angeordnete zweite Feder 51 betätigt den Umschaltschieber 13 in Richtung der ersten Steuerkammer 21.
Die Aussparungen 46 im Umschaltschieber 13 bilden zusammen mit dem Steuerkanal 37 und dem Rückschlagventil 38 Teile
einer zweiten Steuerleitung 52, die parallel zur ersten Steuerleitung 35 die erste Steuerkammer 21 mit dem·Zulaufkanal
25 verbindet. Von der Ablaufkammer 24 führt eine Ablaufleitung 50 zum Tank 34.
Der Entsperrkolben 16 ist in einer Längsbohrung 53 geführt, in der nebeneinander eine Dämpfungskammer 54, eine Auslaßkammer
55, eine Weiterlaufkammer 56, eine Einlaßkammer 57
sowie ein Steuerraum 58 ausgebildet sind. Von der üinlaßkammer 57 führt ein Verbraucherkanal 59 zur Verbraucherkammer
26 des Umschaltventils 12, dessen Entlastungskammer 27
über einen Entlastungskanal 61 mit der Auslaßkammer 55 dies
Entsperrkolbene 16 Verbindung hat, welche weiterhin durch eine Rücklaufleitung 62 zum Tank 34 entlastet ist. Der von einer
in der Dämpfungskammer 54Vzugewandten, ersten Kolbenabschnitt
64 und einen den Steuerraum 58 begrenzenden, zweiten Kolbenabschnitt 65. Der erste Kolbenabschnitt 64 steuert in der
angeordneten Feder 63 belastete Entsperrkolben 16 · «/6
hat einen der Dämpfungskammer 5Ί
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gezeichneten Ausgangsstellung des Entsperrkolbens 16
nicht nur eine Verbindung von der Dämpfungskammer 54 zur
Auslaßkammer 55 auf, sondern nimmt ein Drosselrückschlagventil 66 auf, das über eine Querbohrung 67 eine zusätzliche
Verbindung zwischen diesen beiden erwähnten Kammern 54,55 steuern kann. Außerdem ragt vom ersten Kolbenabschnitt 64
ein Stößel 68 mit einem Stift 69 zum Sperrventil 15.
Das Sperrventil 15 hat einen als Sitzventilkörper ausgebildeten, abgestuften Hauptventilkörper 71, der die Verbindung
zwischen einer ersten, mit einem Verbraucheranschluß 72 verbundenen Kammer 73 und einer zweiten, über eine Arbeitsleitung
74 mit der Weiterlaufkammer 56 des Sntsperrkolbens 16
verbundenen Kammer 75 steuert. Der Hauptventilkörper 71 ist hohl ausgebildet und nimmt in einem Raum 76 mit einem ersten
und zweiten Ventilsitz 77 bzw. 78 eine Kugel 79 als Schließglied auf; der Raum 76 ist über eine Axialbohrung 81 einerseits
mit der zweiten Kammer 75 und andererseits mit einem Federraum 82 verbunden, der über eine Drosselbohrung 83 mit
der ersten Kammer 73 Verbindung hat. Eine Feder 84 drückt der Hauptventilkörper 71 gegen seinen Sitz 85, wobei der
Stift 69 in die Axialbohrung 81 ragt, die einen Feinsteuerfasen tragenden Ansatz 80 durchdringt. Der Verbraucheranschluß
72 ist durch ein Druckbegrenzungsventil 86 zur Rücklaufleitung 62 hin abgesichert.
Die beiden Vorsteuerventile 17, 18 sind untereinander gleich und als 3Wege-2Stellungs-Ventile ausgebildet, deren federbelastete
Steuerschieber 87 bzw. 88 jeweils von einem Magneten 89 bzw. 91 betätigbar sind. Jedes Vorsteuerventil 17,18
hat einen Zulaufanschluß 92 bzw. 93, einen Verbraucheranschluß
94 bzw. 95 sowie einen gemeinsamen Rücklaufanschluß 96. Beide Zulaufanschlüsse 92, 93 sind über eine Leitung 97
mit der Zulaufkammer 25 und der Rücklaufanschluß 96 über
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eine Leitung 98 mit der Auslaßkammer 55 verbunden. Der Verbraucheranschluß 94 des ersten Vorsteuerventils 17 hat
über eine Leitung 99 mit der zweiten Steuerkammer 22 des
Umschaltventils 13und der Verbraucheranschluß 95 des zweiten
Vorsteuerventils 18 über eine Leitung 101 mit der Steuerkammer 58 des Entsperrkolbens 16 Verbindung.
Die Wirkungsweise des Steuergeräts 10 ist wie folgt:
Pig. 1 zeigt das Steuergerät 10 in einer Neutralstellung. Dabei ist keines der Vorsteuerventile 17, 18 betätigt, wodurch
die zweite Steuerkammer 22 des Umschaltventils 12 und der Steuerraum 58 des Entsperrkolbens 16 über ihre zugeordneten
Vorsteuerventile 17 bzw. 18, die Leitung 98, die Auslaßkammer 55 und die Rücklaufleitung 62 zum Tank 34 entlastet sind.
Die Feder 36 hält den Entsperrkolben 16 in der gezeichneten
Ausgangsstellung, der Druck im Kraftheber 11 hält den Hauptventilkörper
71 auf seinem Sitz 85 und die Kugel 79 auf dem
zweiten Ventilsitz 78, wodurch der Kraftheber 11 hydraulisch blockiert ist. Dabei schützt das Druckbegrenzungsventil 86
den Kraftheber 11 vor zu hohen Drücken z. B. infolge von Massenkräften beim Fahren über Bodenwellen. Das von der Pumpe
33 geförderte öl fließt über das nicht betätigte, vorgeschaltete Wegeventil 31, die Zulaufkammer 25, die Ablaufkammer
24 und die Ablaufleitung 50 zum Tank 34 zurück. Dabei
entsteht beim Übergang zur Ablaufkammer 24 ein Druckabfall, der sich in der Zulaufkammer 25 als Neutralumlaufdruck bemerkbar
macht und dessen Größe von der zweiten Feder 51 bestimmt wird. Dieser Druck wirkt über die erste Steuerleitung
35 auch in der ersten Steuerkammer 21 und hält den Umlaufschieber 13 gegen die Kraft der Feder 51 in dieser Neutralstellung,
in der öl weitgehend drucklos zum Tank abfliessen kann.
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Um einen Hebenvorgang am Kraftheber 11 einzuleiten, wird
das erste Vorsteuerventil 17 magnetisch betätigt. Wie Pig.2 näher zeigt, verbindet dabei dessen Steuerschieber 87 den
Verbraucheranschluß 94 mit dem Zulaufanschluß 92 und somit die zweite Steuerkammer 22 mit der Zulaufkammer 25. Dadurch
wirkt in der ersten und zweiten Steuerkammer 21, 22 der Neutralumlaufdruck
und der druckausgeglichene Umlaufschieber wild von der Feder 51 aus der in Pig.1 gezeigten Neutralstellung
heraus nach links (bezogen auf Pig. 1,2) gedrückt. Der Umlaufschieber 13 bewegt sich anfangs sehr schnell, da aus
der ersten Steuerkammer 21 Druckmittel ungedrosselt über die zweite Steuerleitung 52 und dem in Aufstellung befindlichen
Kontrollschieber 14 zur Zulaufkammer 25 und weiter zur Ablaufkammer 24 entweichen kann, wobei bis zur Zulaufkammer
25 hin der Neutralumlaufdruck wirksam ist. Beginnt nun bei dieser Linksbewegung des Umschaltschiebers 13 die Peinsteuerfase
44 die Verbindung von der Zulaufkammer 25 zur Ablaufkammer 24 einzuschnüren, so steigt der Druck in der Zulaufkammer
25 und damit auch in der ersten, zweiten und dritten Steuerkammer 21,22,23; mit zunehmender Linksbewegung steigt
der Druck also relativ rasch an. Erreicht er dabei einen bestimmten Wert bei dem die Feder 47 nachgibt und der Kontrollschieber
14 in die in Pig.2 gezeigte Sperrstellung geht, so wird die zweite Steuerleitung 52 unterbrochen. Druckmittel
kann aus der ersten Steuerkammer 82 nur gedrosselt über die erste Steuerleitung 35 entweichen. Dadurch wird die Bewegung
des UmschaltSchiebers 12 gebremst, er bewegt sich nur noch
langsam weiter nach links. Damit schließt die Feinsteuerfase 44 nicht mehr schlagartig, wodurch der Druck in der Zulaufkammer
25 sanfter ansteigt. Dieser Druck wirkt zugleich auch über die Verbraucherkammer 26, den Verbraucherkanal 59,
die üinlaßkammer 57, die Weiterlaufkammer 56 und die Arbeitsleitung 74 in der zweiten Kammer 75. Solange der von der
Last auf den Kraftheber 11 verursachte Druck größer ist als
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der Systemdruck in der zweiten Kammer 75, bleiben der Hauptventilkörper
71 und die Kugel 79 auf ihren Sitzen 85 bzw. Überwindet schließlich der von der Pumpe 33 erzeugte Systemdruck
den Lastdruck im Kraftheber 11, so wandert die Kugel 79 vom zweiten Ventilsitz 78 auf den ersten Ventilsitz 77.
Das Sperrventil 15 wirkt nunmehr als einfaches Rückschlagventil und der Hauptventilkörper 71 hebt vom Sitz ab, so daß
Öl zum Kraftheber 11 zu fließen beginnt. Zunächst geschieht dies mit einem Teil des von der Pumpe geförderten Druckmittelstroms,
der während einer Übergangsphase langsam ansteigt, bis der volle Strom bei geschlossener Feinsteuerfase 44 zum
Kraftheber 11 fließt. Der Umschaltschieber 12 hat dann seine
in Fig. 2 gezeigte linke Endlage erreicht. Um den Hebenvorgang zu beenden, wird der Magnet 17 abgeschaltet, wodurch
der federbelastete Steuerschieber 87 in seine Ausgangslage
(wie in Fig.1) zurückkehrt und die zweite Steuerkammer 22 wieder zum Tank 34 entlastet. Aus der Zulaufkammer 25
dringt nun Öl über die erste Steuerleitung 35 gedrosselt in die erste Steuerkammer 21 und drückt den Umschaltschieber
13 aus der in Fig. 2 gezeichneten Hebenstellung heraus gegen die Kraft der Feder 51 nach, rechts,bezogen auf Fig.2 .
Dabei ist anfänglich die Feinsteuerfase 44 imer noch zu, so daß der Kraftheber 11 noch gehoben wird. Die Drossel 36
sorgt nun dafür, daß der Umschaltschieber 13 trotz des nun relativ hohen Druckes nicht schlagartig in seine Neutralstellung
zurückgeführt wird, sondern eine gedämpfte Übergangsfunktion erreicht wird. Dabei bewirkt die Drossel 36
nach einer sogenannten Beschleunigungsphase des Umschaltschiebers 13 einen scharfen Druckabfall in der ersten Steuerkammer
21. Der in ihr verbleibende Druck wird nur noch von der zweiten Feder 51 verursacht und reicht aber nicht aus,
um den Kontrollschieber 14 geschlossen zu halten, wobei hierzu
die Kraft der Feder maßgebend ist. Daher öffnet der Kon trollschieber 14 seine zugeordnete Verbindung zwischen der
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ersten (21) und dritten Steuerkammer 23. Dieses Öffnen des Kontrollschiebers 14 hat jedoch keine nachteiligen Polgen,
da das Rückschlagventil 38 einen !«!gedrosselten Zugang von
der ersten Steuerleitung 35 zur dritten Steuerkammer 23 verhindert.Bei
der Rechtsbewegung des Umschaltschiebers 13 hat inzwischen die Peinsteuerfase 44 ebenfalls die Verbindung
zwischen der Zulaufkammer 25 und der Ablaufkammer 24 in zunehmendem Maße aufgesteuert. Dabei ist der von der Pumpe
erzeugte Systemdruck so weit gefallen, daß der Lastdruck im Kraftheber 11 überwiegt. Ist dies der Fall, so legt sich die
Kugel 79 im Sperrventil 15 wieder auf den zweiten Ventilsitz 78 und der Hauptventilkörper 71 auf den Sitz 85; das Sperrventil
15 arbeitet somit als reines Rückschlagventil. Der Hebenvorgang ist beendet und beim Steuergerät 10 stellt sich
wieder der in Fig. 1 gezeigte Zustand ein.
Soll nun ein Senkvorgang am Kraftheber 11 eingeleitet werden, so wird mit Hilfe des Magnets 91 der Steuerschieber
88 des zweiten Vorsteuerventils 18 gegen die Kraft seiner zugeordneten Feder in eine Arbeitsstellung gebracht, wie es
Pig. 3 zeigt. Nun ist die Steuerkammer 58 am lintsperrkolben 16 über die Leitung 101, das zweite Vorsteuerventil 18, den
Zulaufanschluß 93 und die Leitung 97 mit der Zulaufkammer verbunden. Der dort herrschende Neutralumlaufdruck baut sich
über die gesamte Verbindung in der Steuerkammer 58 auf und schiebt den Entsperrkolben 16 gegen die Kraft der Feder 63
aus seiner in Pig. 1 gezeigten Ausgangsstellung heraus in Richtung der Dämpfungskammer 54. Dabei steuert der zweite
Kolbenabschnitt 65 die Verbindung von der Einlaßkammer 57 zur Weiterlaufkammer 56 zu, bevor er die Verbindung von
letzterer zur Auslaßkammer 55 aufsteuert. Auf diese Weise wird verhindert, daß sich der in dem Verbraucherkanal 59
anstehende Neutralumlaufdruck abbauen könnte; er muß vielmehr für den weiteren Antrieb des Entsperrkolbens 16 er-
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halten bleiben. Bei dieser Linksbewegung des Entsperrkolbens dringt der das Drosselrückschlagventil 66 enthaltende
Portsatz des ersten Kolbenabschnittes 64 in die Dämpfungskarnmer
54 ein und verdrängt daraus Druckmittel über die vom ersten Kolbenabschnitt 64 noch aufgesteuerte Verbindung zur
Auslaßkammer 55. Ferner treibt der Entsperrkolben 16 den Stößel 68 mit Pinger 69 näher zu der Kugel 79 im Hauptventilkörper
71 hin. Bis hierher findet die Linksbewegung, abgesehen von dem geringen Widerstand der Feder 63, keinen
Widerstand. Erst wenn der erste Kolbenabschnitt 64 die Verbindung von der Dämpfungskammer 54 zur Auslaßkammer 55 zusteuert,
muß Druckmittel aus der Dämpfungskammer 54 über die Drossel des Drosselrückschlagventils 66 und die Querbohrung
67 zur Auslaßkammer 55 entweichen. Dies bewirkt, daß der Entsperrkolben 16 sich nur noch langsam nach links bewegt
und dabei die Kugel 79 vom zweiten Ventilsitz 78 abhebt, wobei das eigentliche Senken des Krafthebers 11 beginnt.
Über die Drosselbohrung 83, den Pederraum 82, die Axialbohrung 81, die Ventilsitze 77, 78 und vorbei an der
abgehobenen Kugel 79 bildet sich dabei ein Steuerstrom vom Kraftheber 11 in Richtung der zweiten Kammer 75 aus. Dieser
Steuerstrom bewirkt an der Drosselbohrung 83 eine Druckdifferenz
und damit eine Drucksenkung im Pederraum 82, wodurch der in der ersten Kammer 73 auf die wirksame Fläche des Hauptventilkörpers
71 wirkende Lastdruck letzteren gegen die Kraft der Feder 84 nach links bewegt und dabei vom Sitz 85 abhebt.
Beim Öffnen des Hauptventilkörpers 71 arbeiten der Hauptventilkörper 71 und der Entsperrkolben 16 nach Art einer Folgesteuerung
zusammen, wobei die Kugel 79 mit dem zweiten Ventilsitz 78 ebenfalls eine Drosselstelle bildet, um einen zum
Öffnen des Hauptventilkörpers 71 notwendigen Zwischendruck im Federraum 82 zu steuern. Zum öffnen des Hauptventilkörpers
71 genügt somit eine geringe Kraft des Stößels 68; seine öffnungsgeschwindigkeit läßt sich durch entsprechende
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Auslegung des Drosselrückschlagventile 66 im Entsperrkolben
16 bestimmen. Der zur zweiten Kammer 75 hin liegende
Ansatz 80 des Hauptventilkörpers 71 trägt Peinsteuernuten, mit denen beim Öffnen der zugeordneten Verbindung eine einwandfreie
Peinsteuerung möglich ist. Fig. 3 zeigt nun den Zustand beim Senken, bei dem der Entsperrkolben 16 seine
äußerste Arbeitsstellung einnimmt und der Hauptventilkörper 71 voll geöffnet ist. Dabei strömt öl aus dem Kraftheber
11 über das Sperrventil 15, die Arbeitsleitung 74, die Weiterlaufkammer 56, die Auslaßkammer 55 und die Rücklaufleitung
62 zum Tank 34 ab.
Um den Senkvorgang zu beenden, wird der Magnet 91 abgeschaltet, wobei der Steuerschieber 88 des zweiten Vorsteuerventils
18 unter Federeinwirkung in seine in Fig. 1 gezeichnete
Lage zurückgestellt wird. Dadurch wird der Steuerraum am Entsperrkolben 16 über die Leitung 101, den Verbraucheranschluß
95, den Rücklaufanschluß 96, die Leitung 98, die Ablaufkammer 55 und die Rücklaufkammer 62 zum Tank 34 entlastet.
Auch die Dämpfungskammer 54 ist über das Drosselrückschlagventil 66 und die Querbohrung 67 im ersten Kolbenabschnitt
64 zur Ablaufkammer 54 entlastet. Somit kann die Feder 40 den Entsperrkolben 16 nach rechts zurück in seine
Ausgangsstellung drücken. Diese Bewegung erfolgt schnell, da die Drossel durch das Rückschlagventil im Drosselrückschlagventil
66 umgangen wird. Der Hauptventilkörper 71 folgt dieser Bewegung und legt sich auf den Sitz 85, wäh*
rend die Kugel 79 unter dem Einfluß des Laetdrucks sich auf den zweiten Ventilsitz 78 legt. Damit ist der Senkvorgang
beendet; es stellt sich im Steuergerät 10 wieder der Zustand ein, wie es Fig. 1 zeigt.
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Steigt der Neutralumlaufdruck über das von der Feder 51
in der zweiten Steuerkammer 22 bestimmte Maß, so wandert der Umschaltechieber 13 aus der in Fig. 1 gezeigten Neutralstellung
nach rechts gegen die Kraft der Feder 51» bis er mit seinem stirnseitigen Ende des dritten Kolbenabschnitts
43 an der Wand der zweiten Steuerkammer 22 anschlägt(Fig.4).
In dieser Endlage sperrt der mittlere Kolbenabschnitt 22 die Verbindung von der Zulaufkammer 25 zur Verbraucherkammer
26. Da die Leitung 97 von der Zulaufkammer 25 abgeht,
kann auch in dieser ISndlage .des Umschaltschiebers 13 jederzeit
ein Heben- oder Senkvorgang eingeleitet werden. Über den mittleren Kolbenabschnitt 42 leckendes Öl gelangt
über den Entlastungskanal 61, die Auslaßkammer 55 und die Rücklaufleitung 62 zum Tank 34. Damit wird sichergestellt,
daß selbst, bei niedrigen Lastdrücken im Kraftheber 11 kein ungewollter Hebenvorgang eingeleitet wird.
Das Druckbegrenzungsventil 39 soll das Steuergerät 10 vor Überlastung sichern.
vorliegendem Steuergerät 10 ist somit trotz der sprungförmigen
Eingabe von insbesondere elektrischen Steuersignalen eine gedämpfte und auch schwingungsfreie Steuerung des
Krafthebers möglich, wobei es zudem noch darauf ankommt, bei relativ einfachem Aufwand eine Steuerung zu erhalten, die
sehr hohen Dichtheitsanforderungen genügt. Dabei wird gerade durch die Verwendung eines einzigen Sitzventils zum Absperren
des Krafthebers nicht nur die Dichtheit erhöht, sondern auch der Aufwand verringert, indem der ohnedies notwendige Entsperrkolben
des Sperrblocks zugleich eine Funktion der Richtungssteuerung übernimmt. Auch kann hierdurch keine Fehlsteuerung
auftreten, da der Entsperrkolben 16 zwischen Sperrventil 15
und Umschaltventil 12 geschaltet ist. Vorteilhaft ist auch bei niedrigen Lastdrücken ein schnelles Senken erreichbar.
Zudem wird kein Vorsteuerventil mehr in Sitzventilbauart benötigt.
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Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die gezeigte Bauart mit magnetisch betätigten Vorsteuerventilen beschränkt;
sie können auch auf andere Weise betätigt werden. Auch kann anstelle der Dämpfung mit Kontrollschieber im Umschaltventil
eine wegabhängig vom Umschaltschieber gesteuerte Dämpfung treten. Auch andere Varianten sind möglich, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen.
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