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Betätigungsschlüssige Doppelflügeltür.
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Türen bis zur Breite von ca. 1 m sind herkömmlich aus einem Türflügel
(Türblatt) ausgeführt. Türen können so stark begangen werden, daß eine Verbesserung
der Begehbarkeit eine teuere (;estehung lohnt.
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Der vorliegenden Erfindung liegt der Gedanke zugrunde Türen so zu
gestalten, dab sie schneller, mit geringerem Betätigungsaufwand begangen werden
können und weniger Platz bedürfen. Dies geschieht durch 2-Teilung des herkömmlichen
Türflügels symetrisch oder unsymetrisch. Wobei nur einer der beiden. Flügel betätigt
wird auf konventionelle Weise,z.F. mittels einer Türklinke. Die Betätigung des einen
Flügels betätigt den zweiten Flügel kraftschlüssig ,mechanisch mittels Gestänge
und Hebel, Kettentrieb, Seiltrieb usw. oder mittels Pneumatik, Hydraulik usw.
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Türen dieser Art sind nicht bekannt.
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Die schematischen Darstellungen Fig. 1 bis 9 zeigen im wesentlichen
die Möglichkeiten von Zweiflügeltüren.
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Fig. 1 : Zweiflügeltür symetrisch, Standardausführung, 18o° Schwenkbetätigung.
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Fig. 2 : Zueiflügeltür symetrisch so angeschlagen, daß die Flügel
je nach Flügelgröße und Wanddicke wenig oder garnicht in den Raum hineinragen. Schwenkbetätigung
ca.9o0.
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Fig. 3 : Zweifliigeltür symetrisch, um die Wanddicke schräg, mit kürzestem
Betätigungsweg und dekorativ.
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Fiv. 4 : Zweiflügeltür symetrisch, mit zweiseitiger Öffnungsrichtung.
mittels z.B. Klinke und Fallriegel, feststehend in Verschlußstellung, (keine Pendeltür).
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Besonders zügig begehbar, da sich die Tür in beiden Begehunqsrichtungen
öffnen läßt. In geschlossener Stellung mittels spezieller Elemente dicht. Sehr vorteilhaft
bei Brandgefahr. von egal welcher Seite. Geeignet für stark frequentierte Türen,
z.B. für öffentliche und gewerbliche Räume.
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Fig. 5 : Zueiflügeltür wie Fig. 1 jedoch unsymetrisch.
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Vorteilhaft bei gewissem Raummangel.
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Fig. 6 : Zweiflügeltür wie Fig. 2 jedoch unsymetrisch, indem der kleine
Flügel etwa der Wanddicke entspricht. Guter Zugang zum Lichtschalter, gleich hinter
der kleinen Flügelseite.
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Fig. 7 : Zweiflügeltür wie Fig. 4 jedoch unsymetrisch, mit den in
Fig. 4, 5 und 6 angesprochenen Vorteilen.
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Fig. 8 : Zweiflügeltür unsymetrisch für entsprechenden Raummangel.
Im übrigen wie Fig. 4 beschrieben.
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Fig. 9 : Zweiflügeltür symetrisch, mit entgegengesetzten Öffnungsrichtungen.
Vorteilhaft bei gewissem Raummangel.
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Kurzer Betätigungsweg, somit schnell begehbar.
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Bei den Systemen Fig. 1 bis 7 ist die Übersetzung 1 : 1 . Im System
Fig. 8 ca. 1:2. Im System Fig. 9 ist die Übersetzung ebenfalls 1:1 jedoch mit umgekehrtem
Urehsinn. Außer den 9 angeführten Systemen sind noch weitere, hinsichtlich Symetrie
Anschlag (Angelpunkt), Übersetzung (gleich Öffnungswinkel des einen gegenüber dem
anderen Flügel) und Schwenkrichtung, denkbar.
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Es sind lediglich die markanntesten angeführt, um nahezubringen
welche
Vielzahl von neuen Möglichkeiten eine "Betätigungsschlüssige Doppelflügeltür bietet.
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Die Fig. 1o ist das System einer bekannten einflügeligen Tür.
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Die Fig. 51, 12 und 13 entsprechen den Systemen der Fig. 1, 3 u.
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9. Daneben eine Tabelle mit Vergleichswerten. Die Fig. 1o bis 13 stellen
Türbreiten von 9o cm und Mauerstärken von 25 cm dar. Sie sind im Maßstab 1:20 dargestellt,
um auch einen optischen Vergleich zu bieten. Ein Tabellenvergleich zeigt die Vorteile
eindeutig.
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Die Fig. 14 zeigt ein komplettes Türelement nach dem System Fig. 1
. Die Türflügel sind mit konventionellen Anschlagfalzen ausgeführt. Ein Fallriegel
1 mittels einer Feder nach oben getrieben wird ebenfalls konventionell mit der Klinke
betätigt. Der zweite Flügel ist durch die Falzen des Klinkenflügels, in geschlossener
Stellung, geschlossen gehalten. Zwecks Schlüsselverschluß der Tür wird dieser Fallriegel
arretiert. Das Fallriegelende oben ist unzugängig abgedeckt. Weitere Verschlußmöglichkeiten
sind denkbar.
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Der Antrieb vom betätigten Klinkenflügel erfolgt über den mechanischen
Kegelradtrieb 3 . Der gegenüber der Türverkleidung etwas erhabene und mit z.B. Holz
verkleidete Antriebskasten wirkt gestalterisch vorteilhaft.
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Fig. 15 u. 16 zeigt einen Antrieb als Zahnradwinkeltrieb im Schnitt
u. Seitenansicht.
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Eine von oben in das Türblatt eingelassene Stahlleiste 4 geht über
die ganze Breite des Türblattes und führt am mittigen Türfalz zugleich den Fallriegel
1 . Diese Leiste ist mittels Schrauben 5 mit dem Türblatt verbunden. Ein Gelenk-und
Triebbolzen 6 sitzt.kerbverzahnt und drehfest in der Leiste 4 Dieser Gelenk und
Triebbolzen sitzt ebenfalls drehfest im vertikalen Kegelrad 8 . Das h.orizontale
Kegelrad 9 sitzt wiederum drehfest auf der Welle ?o . Die Welle 10,überträgt den
Antrieb
auf die andere Seite. Ein auf der anderen Seite befindlicher
ebensolcher Kegelradwinkeltrieb überträgt den Antrieb sinn fällig auf den anderen
Türflügel. Zum Aushängen der Türblätter ist der Gelenk-u. Triebbolzen 6 z.B. mittels
Schraubenzieher nach oben zu drücken. Damit die Tür, falls mit Schlüssel verschlossen,
nicht ausgehängt werden kann, ist die Sicherung des Gelenk-u.Triebbolzens 6 mit
einem Stift 11 vorgesehen. Der Stift 11 wird bei Montage eingeschlagen. Er sitzt
mit Pressitz in der Lagernabe.
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Die axiale Nut 12 ist im geschlossener Türflügelstellung 900 zum Stift
11 versetzt so, daß der Gelenk-u. Triebbolzen 6 nur in 9o offener Stellung des Türflügels,
wie zuvor beschrieben, nach oben gedrückt werden kann. In jeder anderen Stellung
des Türflügels, speziell in geschlossener und verschlossener Stellung, sichert der
Stift 11 mit Spiel in der umlaufenden Nut 13 gegen die Möglichkeit den Gelenk-u.
Triebbolzen 6 hochzudrücken. Die axiale Nut 12 hat die Länge zum Herausdrücken aus
der Stahlleiste 4 . Zur Demontage des Antriebs-u.Gelenkbolzens kann der Stift 19
lediglich in wiederum 900 offener Türflügelstellung in die im etwas größere Querbohrung
14 hineingeschlagen und der Gelenk-u.Triebbolzen nach oben hinausgedrückt werden.
Bei Montage ist der Stift 19 wieder verwendbar. Das untere Türgelenk 15, Fig. 14,
ist konventionell. Der untere Gelenkteil 16, läßt sich in 9 0 Stellung des Türflügels,
mit dem Türflügel um den geringen Winkel a drehen der erforderlich ist, um den.
Türflügel oben gegenüber dem Antriebskasten frei zu bekommen und auszuheben.
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Das kräfteaufnehmende Bauteil des Antriebskastens ist ein Abkant-U-Profil
17 Fig. 15 und 16. Das metallische U-Profil ist von unten mit Holz, geschraubt oder
geklebt, abgedeckt. Die Blende 18 ist eine Stirn-und Seitenseitige Abdeckung, welche
nur aufgesteckt wird. Sie ist in den Ausnutungen 19 geführt und gehaltert.
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Der Antriebskasten stellt mit dem Blendrahmen 20 eine kompackte Einheit
dar. Die Blechlasche 21 mit dem U-Profil 17 verschweißt ermöglicht z.B. mit Schrauben
22 eine feste Verbindung.
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Die Welle 1o kann in eifacher Ausführung durchgehend ausgeführt sein.
In diesem Falle müssen alle Triebteile so dimensioniert sein, daß sie ohne Bruch,selbst
bei gewisser Geualtandendung (Bubeleien) standhalten.
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Die Darstellungen Fig. 15 u. 16, im Maßstab 1:1 gezeichnet, entsprechen
einer Dimensionierung für eine Kraft an der Türklinke von 750 N u. Bruchfaktor 1:2
. Will man den Antriebskasten kleiner (zierlicher) gestalten, ist eine Drehmomentsicherung
auf der Welle lo erforderlich.
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Eine solche Sicherung kann nach Fig. 17 u. 18 in einfacher Weise ausgeführt
sein. Zwei Klemmstücke 22, mit ev. eingeklebtem Reibbelag 23, werden mittels einer
Schraube auf die in diesem Falle unterbrochenen Welle lo gepreßt. Die entsprechend
angezogene Schraube 24 bringt ein gewünschtes Drehmoment. Die Scheibe 25 hat den
Zweck, die Stirnseite der Wellenenden nicht gegen den Schraubenschaft anlaufen zu
lassen. Die Paßscheiben 26 ermöglichen die Einstellung des Kegelradeingriffes. Wird
eine für die Betätigung ausreichende Kraft an der Klinke von z.B. loo N durch eine
entsprechende Gegenkraft am getrieben Türflügel überschritten, rutscht die Drehmomentsicherung.
Die nun in der Stellung zueinander verstimmten Türflügel lassen sich wieder einfach
ausrichten indem die Türflügel, mit derselben Kraft, wieder zum Anschlag gedrückt
werden.
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Fig. 19 u. 20 stellen einen Türfeststeller dar. Ein Stellring 27,
auf der Welle lo sitzend, wird mittels Schraube 28 mit der Welle verstemmt Der Schraubenkopf
ist profiliert so, daß die Schraube mit den Fingern betätigt werden kann.
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Das in Fig. 14 dargestellte Türelement, wie schon beschrieben, ist
mit konventionellen Falzen im Türrahmen u. Türblatt, lediglich für die Systeme Fig.
1, 2, 3, 6, 8 u. 9 möglich.
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Ausführungen nach den Systemen Fig. 4 u. 7 sind z.B. nach Fig. 21,
22 u. 23 hinsichtlich Dichtung u. Fallriegel ausführbar.
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Das aus z.B. Kunststoff oder Pletall hergestellte Teil 29 Fig.21,
steht im Angelpunkt des Türflügels, von unten bis oben durchgehend. Die z.B. aus
Kunststoff, der guten Gleiteigenschaft wegen bestehende Gleitleiste 30, in einem
Führungsprofil 31 geführt und mittels Federlamelle 32 gegen Teil 29 gedrückt, dichtet
den Türflügel gegenüber der Türverkleidung ab. Die Falzung des einen gegenüber dem
anderen Türflügel, zeigt Fig. 22 . Ein stoßfestes metallisches Profil 33, ist zugleich
die Führung des Fallriegels 34 . Teil 35, eingeklebt, kann Filz oder Schaumgummi
sein. Es bewirkt, daß die Türflügel zueinander nicht schlottern, und dichten. Fig.
23 zeigt die obere Abdichtung der Türflügel mittels zwei Hohlprofilen 35, aus z.B.
elastischem, gleit und reibgünstigem Kunststoff. Der Fallriegel 34 besitzt eine
Anlaufschräge C entsprechend der Riegelkulisse 36, befestigt am Antriebskasten.
Der Gelenk-u. Triebbolzen 6 Fig. 15 kann, da er wegen Teil 29 nicht zugängig ist,
so konstruiert sein, daß er zum Aushängen des Türflügels von oberhalb des Antriebkastens
erfaßt werden kann. Der untere Gelenkpunkt kann am Boden zur Verkleidung hin befestigt
sein. Um den Türflügel, dem vorstehenden Antriebskasten wegen, beim Aushängen etwas
schräg halten zu können, kann der Zapfen des unteren Gelenkpunktes anstatt zylinderisch,
etwas kugelig sein.
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Türen werden oft falsch angegangen, indem sie entgegen der Öffnungsrichtung
zu öffnen versucht werden. Türen in mehr oder weniger dicken Wänden, geben durchdie
Türleibungen zu erkennen, daß es die zudrückende und die andere Seite gibt, durch
das erhabene Türblatt zu erkennen, daß es die zu ziehende Seite ist.
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Türen die einerseits keine Leibungen und anderweits kein erhabenes
Türblatt haben, wie Türen in dünnen Elementwänden, sind ärgerlich und schlecht bezüglich
zügigem Begehen. Bei starkem Verkehr müssen solche sogar bezeichnet werden, wie
" ziehen und drücken " . Solche Bezeichnungen sind für den Wohnungsbau unmöglich.
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Türen nach dem System Fig. 1, 3, 5, 8 können daher als gut begehbare
Türen angesehen werden. Die nach den Systemen Fig. 4 u.
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7 sind diesbezüglich ideal. Die Türen nach den Systemen 2,6 u.
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ev. 9 sind diesbezüglich eindeutig nachteilig.
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Dies kann jedoch durch eine MaOnahme nach Fig. 24 u. 25 behoben werden.
Ein Federstab 37, sitzt parallel zur Welle lo in der Lagerrippe, mittels Schraube
39 gehalten. Ein Mitnehmerstift 40, ist in den Stellring 41 eingepreßt und dieser
mittels Schraube 42 auf der Welle 1o drehfest verklemmt.
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Der Mitnehmerstift 40 biegt den Federstab 37, um den Wellenwinkel
f bis zur Stellung e . Die Stellung e ist zugleich die türgeschlossene Stellung.
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Wird die Tür geschlossen, wird der Federstab gespannt. Wird nun die
Tür geöffnet, wird wie üblich zunächst die Klinke heruntergedrückt (Entriegellung).
Sofort springt die Tür m den genannten Winkel auf. Dieser Effekt zeigt dem Gegeher
die Öffnungsrichtung an. Der Uegeher wird, ohne zu überlegen müssen (instinktiv),
die Tür in dieser Richtung weiter betätigen. Die zu betätigende Federkraft beim
Schließen, hat auch den vorteilhaften Effekt, daß diese Türen durch Wind nicht lärmend
zuschlagen. Es ist zu erwarten, daß dieser Effekt euch für die Türen der anderen
Systeme gewünscht wird. Die Federkraft und der Öffnungswinkel läßt sich, im Bereich
der zulässigen Federstabspannung, verändern, indem der Stellring in einem anderen
Winkel, oder in einer anderen Längsstellung auf der Welle verlemmt wird.
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Die Systeme Fig. 1 bis 8 zeigen, daß die Türklinken vorzugsweise an,
größeren Türflügel angebracht sind. Das System Fig. 9 ist diesbezüglich eine Ausnahme.
Wäre auch hier die Klinke nur an einemTüDflügel, käme von einer Seite begangen,
der andere Türflügel entgegen. Deshalb ist es bei diesem System sinnvoll an jedem
Flügel und zwar auf der zu ziehenden Seite, je eine Klinke anzubringen. Die Klinkenbetätigung
des einen Flügels, muß daher gleichzeitig die Klinke des anderen Flügels auslösen.
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Dies kann erreicht werden indem z.B. jede Klinke einen Fallriegel
nach oben zum Antriebskasten besitzt. Die Fallriegel liegen gleich neben den Falzen,
also nahe beieinander. In.der Schließkulisse der beiden Fallriegel befindet sich
ein gemeinsamer Fallriegel-Verdränger mit einer, der beiden Fallriegelfedern entgegengesetzten,
Federkraft. Hat z.B. jeder Fallriegel eine nach oben gerichtete Federkraft der Größe
1 und der Verdränger eine nach unten gerichtete Federkraft der Größe 1,5 , so ist
folgende Funktion gegeben Wird mittels der Klinke, des gleich welchen Türflügels,
die Doppeltür zugedrückt, werden zunächst beide Fallri-egel, durch die Riegelanlaufschrägen,
entgegen der Fallriegel-Schließfern.herunterqedrückt, um sofort hinter den Hiegelkulissen,
mit den Kraftgrößen 1 + 1 , den Verdränger, mit der Kraftgröße 1,5 nach oben drücken.
Beide Fallriegel fallen mit einer Differenzkraft von o,5 in die Kulisse.
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Wird zum Öffnen der Doppeltür mittels einer der beiden Klinken ein
Fall riegel entgegen seiner Schließkraftgröße 1 betätigt, folgt ohne Spiel der Verdränger
mit der Kraftgröße von 1,5 nach und verdrängt den anderen Fallriegel mit der noch
verbleibenden Federkraftgröße 1 ebenfalls aus seiner Kulisse. Beide Türflügel sind
frei zum Öffnen.
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Bei Türen mit Stichen und Bögen, kann der Antriebskasten in den Boden
eingesetzt werden0 Dies ist heutzutage ohne Rohbaumaßnahme möglich, da die sogenannten
"Schwimmenden Estriche" eine Mindestdicke von 6 cm aufweisen, in welche der Antriebskasten
Belagsgleich eingebaut werden kann.
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Türschließer die z.B. noch meist unschön sichtbar angebaut werden,
können im Antriebskasten Raum finden.
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