DE2731999C2 - Zuspanneinrichtung einer druckmittelbetätigten Vollbelag-Scheibenbremse - Google Patents
Zuspanneinrichtung einer druckmittelbetätigten Vollbelag-ScheibenbremseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Zuspanneinrichtung einer druckmittelbetätigten Voilbelag-Scheibenbremse gemäß
dem Oberbegriff der Patentansprüche 1.2.3.
Durch die DE-OS 25 10 193 ist eine Kombination von druckmittelbetätigten Scheibenbetriebsbremsen mit
Federspeicher-Feststellbremsen bekanntgeworden, welche gleichzeitig die vom Gesetzgeber geforderte
Funktion einer in der Bremswirkung abstufbaren
jo Hilfsbremse erfüll*, und welche gemeinsam im Gehäuse
der Scheibenbremse untergebracht ist. Durch die DE-OS 25 08 771 sind Zuspanneinrichtur.gen der eingangs
genannten Arten bekannt.
Die Nachstellung besteht hier aus einer Sprci/cinriehtung.
welche sich aus zwei über Schrägfläehen miteinander kraftschlüssig. in Verbindung stehenden
Nachstcllringen und aus einem im Ringkolbcn gelagerten Druckring zusammensetzt.
Der Gesetzgeber schreibt nim nicht nur die
abstiifbare Hilfsbremswirkung vor. sondern auch die Möglichkeit bei mittels Federspeichern betätigten
llilfsbremsen. diese mit Hilfe einer l.ösecinrichtung —
bei Ausfall der normalen Bremslösclunktion — lösen zu können.
4') In der DE-OS 25 08 771 sind zwar Mittel vorgesehen,
mit deren Hilfe zwecks Neubelegen der Bremse die kraftschlüssige Verbindung zwischen den Nachstellringcn
bzw. deren Schragflächen aufgehoben werden kann, so daß man diese Mittel auch /ur Lösung der
j» Federspeicher ver\senden könnte. Diese Methode ist
jedoch sehr umständlich und zeitraubend und erfordert cli«_ Verwendung von Spczialwcrkzeugcn.
Aus der DE-OS 21 24 658 ist eine Zuspanneinrichtung
für eine kombinierte Teilbelagscheibenbremse mit
>5 vereinfachter Lösecinrichtung für den Federspeicher
bekannt. Zur Lösung des Federspeicher s bei Ausfall der normalen Druckmittelversorgung wird in diesem Fall
über einen außenliegenden Sechskarit mittels eines
entsprechenden Werkzeugs eine Hohlwelle oder eine
en Spindel verdreht, welche über ein Gewinde in den
Kraftfluß der Zuspannkraft des Federspeichers eingeschaltet ist. wobei das Gewinde auch Bestandteil der
Nachstelleinrichtung ist. Durch das Verdrehen der Hohlwelle oder der Spindel wird der Kraitfiull im
"'> Gewinde aufgehoben und der Federspeicher gelost. Bei
einer Voilbelag-Scheibenbremse müßt-.:n mehrere derartige
Zuspanncinrichtiingen auf dem Umfang \ erteilt werden, was eine aufwendige und schwer bedienbare
Losung ware.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, eine Zuspanneinrichtung der eingangs
genannten Art auf einfache Weise so zu verbessern, daß der Federspeicher bei Ausfall der normalen Lösefunktion
mit einfachen Mitteln aus der Bremsstellung gelöst werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil der Ansprüche 1, 2, 3 aufgeführten
Merkmale gelöst
Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dem Unteranspruch zu entnehmen.
In vorteilhafter Weise können dabei zur Reibungsminderung bzw. zur Reibwertstabilisierung zwischen
Ringkolben oder Ringzylinder und Spreizeinrichtung Kugeln oder Rollen angeordnet werden.
Das Einbeziehen der automatischen Verschleißnachstellung
in die Überlegungen führte erfindungsgemäß zu Löseeinrichtungen, welche einfach zu betätigen sind und
deren Aufbau und Funktion nachfolgend in ausführlicher Form anhand von Abbildungen beschrieben
werden. Es zeigt
F i g. 1 eine Zuspanneinrichtung, bei der der Federspeicher
mittels eines Hebels lösbar ist,
Fig. la eine perspektivische Darstellung der Hebel-Löseeinrichtung
gemäß Fig. 1,
Fig.2 eine Zuspanneinrichtung. bei der der Federspeicher
mittels eines Ritzels lösbar ist.
Fig.3 eine Zuspanneinrichtung. bei der der Federspeicher
mittels eines Nockens lösbar ist.
Anhand der Fig. 1 werden zunächst Aufbau und Funktion der Scheibenbremse sowie deren automatische
Nachstellung näher erläutert.
Die nicht dargestellte Achse eines Fahrzeuges trägt auf Lagern die Nabe 1, an der mittels Radbolzen und
Radmutiern das Rad 2 befestigt ist. Schrauben 3 verbinden das aus Brenisscheiben 4 und 4;; bestehende
Gehäuse mit der Nabe I. Zwischen den Bremsscheiben 4
und 4.7 sind Bremsbelagträger 5 und 5,7 mit Belägen 6
und 6.7 angeordnet, die sich über Fonsätze aufTriigcrn 7
abstützen, die mittels nicht dargestellter Schrauben mit dem Achsrohr 8 verbunden sind. Zwischen den
Bclagtriigern 5 und 5.7 befindet sich die ringförmige Spreizeinheit, bestehend aus dem Ringzylinder 9. aus
dem als Ringkolben ausgebildeten Bremskolben 10 der Betriebsbremse. aus dem als Ringkolben ausgebildeten
Bremskolben 11 der Feststellbremse und aus der
automatischen Nachstelleinrichtung, welche sich aus den Nachstellringen 12 und 13. dem Reibelement 14, der
Feder 15 und dem Sicherungsring 16 zusammensetzt. Die zwischen Ringzylinder 9 und der Stirnfläche des
Bremskolbens 10 befindliche Kammer 17 steht als Betriebsbremskammer über deren Anschluß 17a mit
einem nicht dargestellten Bremsventil in Verbindung, während die von inneren Flächen des Bremskolbens 10
und des Bremskolbens 11 gebildete Kammer 18 als Fcsistellbremskammer über deren Anschluß 18a Verbindung
zu einem ebenfalls nicht dargestellten Handbremsventil hat. Eine spannungsmäßig dem Druck in
der Kammer 18 entgegenwirkende Feder 19 ist zwischen der Stirnfläche des Bremskolbens U und der
in Wirkverbindung zum Bremskolben 10 stehenden Fläche angeordnet. Eine Feder 20 isi mit ihrem nicht
dargestellten Ende mit dem Bremskolben 10 und mit dem anderen Ende iiiit dem Nachstellring 12 verbunden,
weicher mit Schrägf'ächen versehen ist. die an komplementär ausgebildeten Schrägflächen des Nachstellringes
13 anliegen. In die Wirkverbindung zwischen Bremskolben 11 und Nachstellring 12 sind zur
Minderung der Reibung Kugeln 21 oder Rollen eingefügt. Am Bremskolben 10 befinden sich rippenartige
Vorsprünge 23. die als Anlage für einen in einer Ausnehmung 24 des Nachstellringes 12 eingeführten
Hebel zwecks Verdrehung des Nachstellringes 12 in tangentialer Richtung dient. Solange die Bremse nicht
betätigt ist, liegt der Nachstellring 12 mit seinen Schrägflächen infolge der Verdrehkraft der Feder 20 an
ίο den Schrägflächen des Nachsicilringes 13 an.
Die Funktion der Scheibenbremse und deren automatische Lüftspieleinrichtung ist wie folgt:
Bei Betätigung der Betriebsbremse wird die Kammer 17 über deren Anschluß 17a belüftet. Der RinL-'zylinder9
wirkt direkt auf den Belagtrüger 5a der einen Seite,
während der Bremskolben 10 die Reaktionskraft über den Bremskolben 11 und die Ku.-'e! 21 auf die über
Schrägflächen verbundenen Nai hstellringe 12, 13 übertrag·, die auf den anderen BeUigträger 5 wirkt. Die
Feststellbremse wird durch Entlü! *.n der Kammer 18
über deren Anschluß ISa ausgelöst. Die Feder 19 spreizt
den Bremskolben 10 gegenüber dem Bremskolben 11 und dtr bei einer Betriebsbremsung beschriebene
Vorgang wiederholt sich.
Da? Reibelement 14 der automatischen Liiftspielcinstellung
bewegt sich in gleicher Richtuni: mit dem Nachstellring 13. bis es sich am Sicherungsring 16 anlegt.
Die Feder 15 wird hierbei gespanni. Bei Verschleiß der Bremsbeläge 6 und 6a wird beim Betätigen der Bremse
zunächst das Lüftspiel »u« überwunden und der Kolben
macht zur Aufrechterhaltung der Bremskraft einen enisprechend größeren Hub, wobei sich der Nachstellring
13 gegenüber dem Reibelement 14 um den Betrag des Verschleißes nach rechts verschiebt. Beim Lösen der
Bremse und der somit eingeleiteten Driickscnkniig in
Kammer 17 entspannt sich die Feder 15 um das Lii ispiel
»;/« und überträgt diese Bewegung über die Rcibv ^rbindungaufdcn
Nachstellring 13. Der Hub. den des Kolben 10 infolge Belagverschleiß durchführen mußte, fchli
dem Kolben 10 zum völligen Rückhub in die Ausgangsstellung. Die Feder 20. die /wischen den
Kolben 10 und den Naehstellring 12 gespanni ist. kann jetzt den in diesem Zustand von dcv Bremskraft
entlasteten Nachstellring 12 drehen. Auf den Scliragllächen
des infolge Reibkraft durch Reibelement 14 stehenbleibenden Nachstellringes 13 gleiten infolge der
Drehbewegung die Schrägflächen des Nachsicilringes 12 derart, daß eine Spreizung zwischen Teil 13 und 12
stattfindet. Diese Spreizung bewirkt über die reibungsmindernden Kugeln 21 und Fesistellbremskammer 18
ein Zurückstellen des Kolbens 10 in dessen Ausgangsstellung.
Bei einer erneuten Beaufschlagung der Kar. iv.er 17 brauch! der Kolben 10 bis zum Anlegen der
Beläge 6,6a nur das Lüftspiel »a« auszuführen.
Die beschriebene Lüftspieleinstcllung vollzieht sich in
derselben Form bei einer FeststellbreniMing mittels Hub
der Tellerfeder 19. Die stufenlose Nachstellung des Lüftspiels »:i«ior^[ gleichermaßen für einen konstanten
Federhub und folglich für eine gleichbleibende Feclerkraft.
Fällt nun der Festsiellbreimkreis a".s. el. h. die
Kammer 18 kann zur Lösung der Feststellbremse nicht belüftet werden, so wird ein Hebel von außen in die
Ausnehmung 24 des Nachstellringes 12 gesteckt und in tangentialer Richtung geschwenkt, wobei die Vorsprünge
23 des drehgesicherten Kolbens 10 als Gegcnlager bei der Schwenkbewegung des Hebels dienen. Auf diese
Art wird der Nachstellring 12 gegenüber dem auf dem
27 3] 999
Bremsträger 7 drehfest gelagerten Bremskolben IO in
Löserichtung gedrehi. Der Nachstellung 12 kann bis
zum vollständigen Lösen der Bremse gedreht werden, indem der Hebe! jeweils an einer der nächstfolgenden
Rippen 23 angesetzt wird.
Bei der in F i g. 2 dargestellten Lösung greift eine auf dem Nachstellring 12 vorgesehene Verzahnung 25 in ein
Rilzel 26 ein. das über eine mit einem auDenliegenden Profil 27 versehene, in einem Fortsatz 28 des
Achsrohrcs 8 gelagerten Welle 29 mit Hilfe eines handelsüblichen Schlüssels zwecks Lösens der Bremse
gedreht wird.
In einer weiteren in F i g. 3 dargestellten Lösung wird
ebenfalls eine Welle 29</ mit Hilfe eines handelsüblichen Schlüssels gedreht, deren Ende 30 als Nocken
ausgebildet ist. Der Nocken 30 spreizt dabei zwei mit diesem in Eingriff stehende hebelartige Verlängerungen
12.1 und 13.-/der Nachstellringe 12 und 13 derart, daß die
Spieizbewegung eine gegenläufige Drehbewegung der Nachstellringe überträgt und die durch den Federspeicher
in Bremsstellung gehaltene Bremse gelöst wird.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Zuspanneinrichtung einer druckmittelbetätigten, einen Federspeicher-Feststell- bzw. Hilfsbremsteil
enthaltenden Voilbelag-Scheibenbremse. deren Ringkolben und Ringzylinder sich an Bremsringen
abstützen, mit einer aus zwei Nachstellringen bestehenden, zwischen dem Ringkolben und dem
vom Ringkolben betätigten Bremsring und/oder zwischen dem Ringzylinder und dem vom Ringzylinder
betätigten Bremsring angeordneten Spreizvorrichtung, die eine durch Bremsbelagverschleiß
hervorgerufene Hubvergrößerung der Anordnung Ringkolben/Ringzylinder durch Verdrehung der
Nachstellringe über Schrägflächen kompensiert, wobei einer der Nachstellringe mittels einer Feder
mit dem Ringkolben oder mit dem Ringzylinder verbunden ist und ein als Ausnehmung ausgebildetes
Widerlager aufweist, in welches ein entsprechend ausgebildetes Werkzeug einseizbar ist, um die
Verdrehung der Nachstel'lringe ruckgängig zu machen, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ringkolben (10) oder der Ringzylinder (9) am Innenradius mit zahnartigen Vorsprüngen (23)
versehen ist. die mit dem Widerlager (24) radial deckungsgleich sind und daß das Werkzeug ein sich
auf den Vorsprüngen (23) abstützender Hebel ist.
2. Zuspanneinrichtung einer druckmittelbetätigten, einen Federspeicher-Festsiell- bzw. Hilfsbremsteil
enthaltende Voilbelag-Scheibenbremse. deren Ringkolben u.id Ringzylinder sich an Bremsringen
abstützen, mit einer aus .vei Nachstellringen bestehenden, zwischen 'Jcm Ringkolben und dem
vom Ringkolben betätigten S smsring und/oder /wischen dem Ringzylinder und dem vom Ringzylinder
betätigten Bremsring angeordneten Spreizvorrichtung, die eine durch Bremsbelagverschleiß
hervorgerufene Hubvergrößerung der Anordnung Ringkolbcn/Ringzylinder durch Verdrehung der
Nachstellringe über Schrägflächen kompensiert, wobei einer der Nachstellringe mittels einer Feder
mit dem Ringkolben oder mit dem Ringzylindc? verbunden ist. dadurch gekennzeichnet, daß der
Innenradius des mittels einer Feder (20) mit dem Ringkolbcn (10) oder mit dem Ringzylinder (9)
verbundenen Nachstcllringes (12) mit einer Verzahnung
(25) verschen ist. welche mit einem auf einer im Achsrohr (7) verdrehbar gelagerten Welle (29)
angeordneten Ritzel (26) in Eingriff steht, wobei durch eine Drehbewegung der Welle (29) mit Hilfe
eines an einem ajßenliegenden Profil (27) der Welle (29) eingreifenden Werkzeugs die aufeinander sich
über die Schrägflächen abstützenden Nachstellringe (12, 13) über die Verzahnung (25) und das Ritzel (26)
"crdrchbar sind.
3. Zuspanneinrichtung einer druckmittelbetätigten, einen Fcderspeicher-Feststell- bzw. Hilfsbremsteil
enthaltenden Voilbelag-Scheibenbremse. deren Ringkolben und Ringzylinder sich an Bremsringen
abslüt/on. mit einer aus zwei Nachsiellringen
bestehenden, zwischen dem Ringkolbcn und dem vom Ringkolben betätigten Bremsring und/oder
zwischen dem Ringzylinder und dem vom Ringzylinder betätigten Bremsring angeordneten Spreizvorrichtung,
die eine durch Bremsbelagverschleiß hervorgerufene Hubvergrößerung der Anordnung
Ringkolben/Ringzylinder durch Verdrehung der Nachstellritige über Schi'iigflaehen komp nsien.
wobei einer der Nachstellringe mittels einer Feder mit dem Ringkolben oder mit dem Ringzylinder
verbunden ist. dadurch gekennzeichnet, daß die Nachstellringe (12, 13) mit hebelartigen Verlängerungen
(12a, Ma) versehen sind, welche mit einem als Nocken (30) ausgebildeten Ende einer im Achsrohr
(7) gelagerten Welle (29aj derart in Eingriff stehen, daß diese bei einer Drehbewegung der Welle (29aj
bzw. des Nockens (30) gespreizt werden, wobei die Nachstellringe (12, 13) über die durch den Nocken
(30) verursachte Spreizbewegung verdrehbar sind.
4. Zuspanneinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem Ringkolben (10) oder dem Ringzylinder (9) und der Spreizvorrichtung in an sich
bekannter Weise Kugeln (21) oder Rollen angeordnet sind.
Priority Applications (5)
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Legal Events
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| OD | Request for examination | ||
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Owner name: WABCO WESTINGHOUSE FAHRZEUGBREMSEN GMBH, 3000 HANN |
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