DE272219C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
* 272219-KLASSE 85b. GRUPPE
CARL BAUMANN von FORST in DUSSELDORF.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 8. Dezember 1911 ab.
Die bisher bekannt gewordenen Vorrichtungen zum Ausscheiden von Kesselstein bildenden
Stoffen aus Betriebswässern zeigen möglichst nahe nebeneinander oder einander gegenübergestellte
Platten, welche abwechselnd an den positiven und den negativen Pol einer elektrischen Stromquelle angeschlossen sind.
Diese Anordnungen leiden unter verschiedenen Übelständen. Insbesondere ist die gegenseitige
ίο Nähe der verschiedenpoligen Platten eine ständige
Gefahr für das Entstehen von Kurzschluß, namentlich wenn die Platten durch Verbiegen usw. miteinander in Berührung
kommen oder leitende Fremdkörper zwischen sie gelangen. Ferner ist das Auseinandernehmen
und Wiederzusammensetzen der Plattenkörper zufolge des Vorhandenseins der Stromanschlüsse in solcher Zahl, wie Platten
vorhanden sind, umständlich und zeitraubend.
Die Erfindung vermeidet diese Mängel durch eine neue Anordnung der die Elektroden bildenden
Metallplatten sowohl zu dem Behälter, in dem die Ausscheidung der den Kesselstein
bildenden Stoffe erfolgt, als auch der Platten unter sich.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar in
Fig. ι als Längsschnitt und in
Fig. 2 als Querschnitt.
Der Behälter b, welcher zur Ausscheidung von Kesselstein des beispielsweise für den
Kondensator c bestimmten Betriebswassers dient und dieses von der Pumpe α durch die
Leitung I zugeführt bekommt, ist zwischen der Pumpe und dem Kondensator so angeordnet,
daß ihn das Wasser in der Längsrichtung von unten nach oben durchströmt. In dem Behälter
b sind einander gegenüberstehend Elektroden f und g angeordnet, von denen die
mittels des Zuleitungsdrahtes h an den positiven Pol einer elektrischen Stromquelle angeschlossene
Anode f zweckmäßig an dem Deckel b1 des Behälters b befestigt ist, während
die als Kathode wirkende Elektrode g im Boden ö2 des Behälters auf einem durch
die Leitung k mit dem negativen Pol der Stromquelle verbundenen Ring i aus Kupfer
o. dgl. aufsitzt. Beide Elektroden bestehen aus einzelnen Platten geeigneten Metalles,
welche strahlenförmig um eine gemeinsame Achse angeordnet sind und so, über den ganzen
Querschnitt des Behälters sich erstreckend, in Richtung des Wasserweges tunlichst große
Flächenausdehnung besitzen und in dieser Richtung aufeinander folgen, damit sie von
dem Wasserstrom während des Betriebes der ganzen Länge nach bestrichen werden. An
ihrem unteren Rande sind die Platten nach der Achse zu zwecks guter Wasserverteilung
außerdem etwas ausgeschnitten.
Bei der Inbetriebsetzung des Apparates wird der. elektrische Strom zunächst hauptsächlich
zwischen den einander gegenüberstehenden Kanten der Elektroden f, g übergehen. Die
Folge davon ist, daß sich diese Kanten rasch mit den aus dem Wasser auszuscheidenden
Stoffen, welche zu Kesselsteinbildung neigen
und schlechte Stromleiter sind, bedecken, so daß nunmehr auch ober- und unterhalb dieser
Kanten, also an voneinander entfernteren Stellen der Elektroden, Strom übergeht, wodurch
sich diese Stellen nach und nach mit den schlechten Stromleitern in entsprechender
Schichtstärke bedecken. Mit fortschreitender Bedeckung der Elektroden . wächst aber der
Durchgangswiderstand des Stromes, so daß
ίο schließlich auch die am weitesten voneinander
entfernt liegenden Stellen der Elektroden an der Ausscheidung mitwirken. Diese Vorgänge
wechseln in natürlicher Reihenfolge miteinander ab und regulieren sich in ihrer gegenseitigen
Wirkungsweise vollkommen selbsttätig, so daß in kurzer Zeit die vollen Flächen der
Elektroden sich gleichmäßig an der Reinigungsarbeit beteiligen, wobei jeweils der größere
Flüssigkeitswiderstand der voneinander entfernteren Elektrodenteile aufgewogen wird durch
geringeren Ein- und Austrittswiderstand der betreffenden Plattenteile.
Auf diese Weise wird selbsttätig eine ganz gleichmäßige Anteilnahme der gesamten Elektrodenflächen
an der Ausscheidungsarbeit erzwungen, genau so als ob die positiven und negativen Elektrodenflächen sich unmittelbar
gegenüberstünden, ohne daß die Nachteile dieser Anordnung mit in Kauf genommen
3u werden müssen. Indem jedes Wasserteilchen
beide Elektroden nacheinander in voller Höhe samt dem zwischen ihnen liegenden Stromweg
passiert, wird seine Reinigung von Kesselsteinbildnern äußerst gründlich.
Da ferner nur ein positiver und nur ein negativer Elektrodenkörper vorhanden ist und
jeder von ihnen infolge der strahlenförmigen Anordnung der wirksamen Metallplatten sich
über den ganzen Querschnitt des Behälters erstreckt, können die Elektroden nach Abnähme
des Deckels b1 aus dem Behälter b leicht entfernt, gereinigt und wieder eingesetzt
werden.
Das Hineinfallen von Fremdkörpern in den Behälter kann die Wirkung des Apparates
nicht nachteilig beeinflussen, weil solche Fremdkörper immer nur an dem einen Polkörper,
in der Regel dem unteren, anliegen können, wodurch der Eintritt von Kurzschluß unmöglich
gemacht ist.
Die an sich bekannte Anordnung der Elektrodenplatten in Strahlenbündelform ist zur
Erreichung des angestrebten Zieles natürlich nicht unbedingt erforderlich, bietet indes die
größte Nutzungsfläche.
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Ausscheiden von Kesselstein bildenden Stoffen aus Betriebswässern
unter Verwendung des elektrischen Stromes, dadurch gekennzeichnet, daß die über den ganzen Querschnitt des Behälters
sich erstreckenden Elektroden in Richtung des Wasserweges große Flächenausdehnung
besitzen und auch in dieser Richtung aufeinander folgen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Elektrode
aus Platten zusammengesetzt ist, die sich in an sich bekannter Weise strahlenförmig
um eine gemeinsame Achse gruppieren.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE272219C true DE272219C (de) |
Family
ID=528807
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT272219D Active DE272219C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE272219C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19911875A1 (de) * | 1999-03-17 | 2000-09-28 | Judo Wasseraufbereitung | Vorrichtung zur elektrolytischen Behandlung von Wasser bzw. wässrigen Lösungen |
-
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19911875A1 (de) * | 1999-03-17 | 2000-09-28 | Judo Wasseraufbereitung | Vorrichtung zur elektrolytischen Behandlung von Wasser bzw. wässrigen Lösungen |
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