[go: up one dir, main page]

DE2704680A1 - Verfahren zur gewinnung von aromatischen dinitroverbindungen - Google Patents

Verfahren zur gewinnung von aromatischen dinitroverbindungen

Info

Publication number
DE2704680A1
DE2704680A1 DE19772704680 DE2704680A DE2704680A1 DE 2704680 A1 DE2704680 A1 DE 2704680A1 DE 19772704680 DE19772704680 DE 19772704680 DE 2704680 A DE2704680 A DE 2704680A DE 2704680 A1 DE2704680 A1 DE 2704680A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
nitric acid
concentration
mixture
nitration
column
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE19772704680
Other languages
English (en)
Inventor
Wolfgang Dr Auge
Bernd Dr Schroeder
Bernd Dipl Ing Thelen
Karl-Werner Dr Thiem
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
Priority to DE19772704680 priority Critical patent/DE2704680A1/de
Priority to GB4273/78A priority patent/GB1594563A/en
Priority to JP996878A priority patent/JPS5398931A/ja
Priority to FR7803148A priority patent/FR2379507A1/fr
Priority to BE2056660A priority patent/BE863597A/xx
Publication of DE2704680A1 publication Critical patent/DE2704680A1/de
Priority to US06/050,905 priority patent/US4261908A/en
Withdrawn legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C201/00Preparation of esters of nitric or nitrous acid or of compounds containing nitro or nitroso groups bound to a carbon skeleton
    • C07C201/06Preparation of nitro compounds
    • C07C201/16Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

Verfahren zur Gewinnung von aromatischen Dinitroverbindungen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von aromatischen Dinitroverbindungen.
Es ist bekannt, daß man bestimmte aromatische Dinitroverbindungen durch Nitrierung aromatischer Verbindungen mit hochkonzentrierter Salpetersäure erhalten kann. Beispielsweise ist die Herstellung von Dinitroanthrachinon aus Anthrachinon und/oder 1-Nitroanthrachinon oder Anthrachinon-Nitrierungs-Gemischen mit konzentrierter Salpetersäure (DT-OS 2 306 611) und von Dinitrobenzol aus Benzol bzw. Nitrobenzol mit konzentrierter Salpetersäure oder von Dinitrodiphenyl aus Diphenyl mit Salpetersäure der Dichte 1,45 bekannt (T.Urbanski, Chemistry and Technology of Explosives, Vol. I, Warschau 1964). Salpetersäure wird dabei im Überschuß eingesetzt.
Le A 16 567
809832/0221
sr die
Aus solchen Nitriergemischen kristallisieren entweder Dinitroverbindungen aus und können direkt durch Filtration abgetrennt werden, oder sie müssen durch besondere Operationen ausgefällt und dann abgetrennt werden.
Dies kann z.B. dadurch geschehen, daß man das Reaktionsgemisch mit größeren Mengen Eis oder Wasser verdünnt und die ausgefallenen Dinitroverbindungen isoliert. Die Salpetersäure fällt dabei in sehr verdünnter Form an und kann auf wirtschaftliche Weise nicht mehr so aufkonzentriert werden, daß sie für Nitrierungen mit hochkonzentrierter Salpetersäure wieder verwendet werden kann.
Aus der DT-OS 2 306 611 ist bekannt, daß man bei der Dinitrierung von Anthrachinon mit konzentrierter Salpetersäure durch Abdestillieren von Salpetersäure 1,5- und/oder 1,8-Dinitroanthrachinon kristallisieren kann.
Nachteilig wirkt sich generell bei diesem Verfahren aus, daß dabei im Verdampfer dieser Anlage das Gewichtsverhältnis von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Produkten andererseits sehr stark erniedrigt werden kann. Wenn sich dieses Verhältnis zu stark erniedrigt, können besondere verfahrenstechnische und sicherheitstechnische Maßnahmen erforderlich werden und somit unter Umständen erheblichen zusätzlichen Aufwand bedingen.
Bezüglich Dinitrierungen von anderen aromatischen Verbindungen als Anthrachinon mit hochkonzentrierter Salpetersäure und der Aufarbeitung solcher Nitriergemische liegt nur wenig Literatur vor. Solche Verbindungen, beispielsweise Benzol, Toluol, Naphthalin, Chlorbenzol, Dichlorbenzol und ähnliche werden meist mit Mischsäuren oder weniger konzentrierter Salpetersäure nitriert. Die Aufarbeitung von Mischsäuren in eine wieder verwendbare Form ist jedoch schwierig und aufwendig. Gegen die Verwendung von hochkonzentrierter Salpetersäure für die Nitrierung solcher Verbindungen besteht zudem ein Vorurteil, weil bekannt ge-
Le A 16 567 - 2 -
809832/0221
> 270A680
worden ist, daß in einer Anlage zur Nitrierung von Benzol mit 65 bis 70 %iger Salpetersäure eine Mischung von Nitrobenzol, Salpetersäure und Wasser detonierte (s. Chem. Eng. May 9, 1966, S. 163 und Chem. Eng. News Nov. 28, 1960, Seite 47).
Es wurde nun ein Verfahren zur Gewinnung von aromatischen Dinitroverbindungen aus durch Nitrierung von aromatischen Verbindungen mit Salpetersäure erhaltenen Nitriergemischen gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Nitriergemische, die bei der Nitrierung von aromatischen Verbindungen mit Salpetersäure einer Konzentration oberhalb der Konzentration der Azeotropsäure erhalten wurden, in den Rektifizierbereich einer Rektifizierkolonne einspeist, am Kopf konzentriertere Salpetersäure als die im Einsatzgemisch vorhandene abnimmt, im Sumpf der Kolonne eine Salpetersäure-Konzentration im Bereich von 66 bis 88 Gew.-%, jedoch eine niedrigere Salpetersäure-Konzentration als im Einsatznitriergemisch, aufrecht erhält, aus dem Sumpf der Rektifizierkolonne ein Gemisch von aromatischen Dinitroverbindungen und Salpetersäure entnimmt, aus dem die aromatischen Dinitroverbindungen abgetrennt werden, wobei man ein Einsatznitriergemisch verwendet, das eine Salpetersäure-Konzentration oberhalb der Azeotropsäure aufweist, und wobei man in der Rektifizierkolonne in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure ein Gewichtsverhältnis des Gemisches von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits im Bereich von 3,5 bis 25 bei Vorliegen von Azeotrop-Salpetersäure und im Bereich von 9 bis 25 bei Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure aufrechterhält.
Le A 16 567 - 3 -
809832/0221
* % 270A680
Unter Azeotropsäure wird im allgemeinen eine Salpetersäure mit einer Konzentration von 67,4 Gew.-% verstanden (vgl. Coil. Czech. Chem. Commun 2j3/ 579-582 (1960). Diese Konzentration gilt für 760 mm Hg. Sie kann jedoch je nach Druckverhältnissen zwischen 65 und 68 Gew.-% schwanken.
In das erfindungsgemäße Verfahren werden vorteilhafterweise solche Nitriergemische eingesetzt, in denen während der Nitrierung in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure bestimmte Gewichtsverhältnisse eines Gemisches aus Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits aufrecht erhalten werden. Das Gewichtsverhältnis ist wie folgt definiert: Man addiert das Gewicht der vorhandenen Salpetersäure, gerechnet als 100 %ige Salpetersäure, zu dem Gewicht des vorhandenen Wassers, das mit der Salpetersäure eingebracht und während der Nitrierung gebildet worden sein kann und dividiert diese Summe durch das Gesamtgewicht der vorhandenen organischen Bestandteile. Die organischen Bestandteile umfassen insbesondere die eingesetzte oder nicht umgesetzte aromatische Verbindung und die Nitrierprodukte der aromatischen Verbindung. Im folgenden wird unter dem Ausdruck "Gewichtsverhältnis" stets das zuvor definierte Gewichtsverhältnis verstanden.
Das Gewichtsverhältnis, das nicht unterschritten werden sollte, beträgt im Nitriergemisch beim vorliegen von Azeotrop-Salpetersäure 3,5 und beim Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure 9. Zwischen diesen beiden Säurekonzentrationen kann in erster Näherung eine lineare Abhängigkeit des nicht zu unterschreitenden Gewichtsverhältnisses von der Säurekonzentration angenommen werden. Bei exakter Betrachtung ist diese Abhängigkeit nicht streng linear, sondern bei höheren Säurekonzentrationen etwas stärker ausgeprägt als bei niedrigeren Säurenkonzentrationen.
Le A 16 567 - 4 -
809832/0221
Vorzugsweise arbeitet man so, daß im Nitriergemisch nicht die genannten Gewichtsverhältnisse, sondern etwas höhere Gewichtsverhältnisse vorliegen. Beispielsweise kann beim Vorliegen von 70 %iger Salpetersäure das Gewichtsverhältnis mindestens 4 und beim Vorliegen von 1OO %iger Salpetersäure mindestens 1O betragen und bei dazwischenliegenden Salpetersäurekonzentrationen bei entsprechenden Zwischenwerten liegen. Deshalb ist eine genaue Kenntnis der kleinen Abweichungen des nicht zu unterschreitenden Gewichtsverhältnisses und der Säurekonzentration nicht unbedingt notwendig. Die obere Grenze des Gewichtsverhältnisses ist nicht kritisch. Sie liegt im allgemeinen bei 25, was aus wirtschaftlichen Gründen angezeigt ist.
Die erfindungsgemäße Aufarbeitung des Nitriergemisches erfolgt in einer Rektifizierkolonne. Hierfür kann eine beliebig gestaltete Rektifizierkolonne verwendet werden. Beispielsweise eine Bodenkolonne, Füllkörperkolonne oder Rieselfilmkolonne. Insbesondere eignen sich solche Rektifizierkolonnen, wie sie üblicherweise für die Gewinnung von hochkonzentrierter Salpetersäure aus Salpetersäure einer Konzentration oberhalb 66 Gew.-% verwendet werden. Die Rektifizierkolonne wird so betrieben, daß man am Kopf eine höher konzentrierte Salpetersäure als diejenige im eingespeisten Nitriergemisch abnimmt. Es ist vorteilhaft, am Kopf der Rektifizierkolonne Salpetersäure einer solchen Konzentration abzunehmen, die für die Nitrierung der jeweiligen aromatischen Verbindung wieder verwendet werden kann. Es ist also vorteilhaft, die sich während der Nitrierung durch freiwerdendes Reaktionswasser verdünnende Salpetersäure in der Rektifizierkolonne wieder soweit aufzukonzentrieren, daß die Konzentration der am Kopf der Rektifizierkolonne abgenommenen Salpetersäure derjenigen der ursprünglich in die Nitrierung eingesetzten Salpetersäure entspricht. Man kann jedoch auch Salpetersäure einer höheren
Le A 16 567 - 5 -
809832/0221
Konzentration am Kopf der Rektifizierkolonne abnehmen. Die am Kopf der Rektifizierkolonne abgenommene Salpetersäure kann auch Stickoxide, wie Ν_Ος, N~0-, NO_ und/oder NO enthalten.
Die Anzahl der Böden der erfindungsgemäß zu verwendenden Rektifizierkolonne richtet sich nach der Säurekonzentration des eingespeisten Nitriergemisches und der gewünschten Konzentration der am Kopf abzunehmenden Salpetersäure. Im allgemeinen kann man'Rektifizierkolonnen verwenden, die 1-20 theoretische Böden besitzen. Vorzugsweise werden Rektifizierkolonnen mit 2-15 theoretischen Böden verwendet.
Die Einspeisstelle des Nitriergemisches in die Rektifizierkolonne richtet sich nach der Konzentration der Salpetersäure im Nitriergemisch und dem Konzentrationprofil in der Rektifizierkolonne. Wenn die am Kopf der Rektifizierkolonne abgenommene Salpetersäure für die gleiche Nitrierung wieder verwendet werden soll, ist im allgemeinen nur eine geringe Aufkonzentrierung der im Nitriergemisch vorhandenen Salpetersäure nötig. In diesen Fällen kann das Nitriergemisch auf einen der oberen Böden der Rektifizierkolonne, beispielsweise auf den obersten oder zweitobersten Boden der Rektifizierkolonne eingespeist werden. Sofern eine stärkere Aufkonzentrierung der im Nitriergemisch vorhandenen Salpetersäure erwünscht wird, erfolgt die Einspeisung des Nitriergemisches vorteilhafterweise an einer tieferen Stelle in den Rektifizierbereich der Rekt i fizierkolonne.
Die Rektifizierkolonne wird so ausgelegt und betrieben, daß im Sumpf eine niedriger konzentrierte Salpetersäure als im Nitriergemisch vorliegt, die Konzentration der Salpetersäure im Sumpf jedoch nicht unter 66 Gew.-% absinkt.
Le A 16 567 - 6 -
809832/0221
270A680
Es ist ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung, daß während der destillativen Aufarbeitung an allen Stellen der Rektifizierkolonne in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure Gewichtsverhältnisse von Gemischen aus Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits von 3,5 (beim Vorliegen Azeotrop-Salpetersäure und einkernigen aromatischen Verbindungen bzw. beim Vorliegen 75 Gew.-%iger Salpetersäure und mehrkernigen aromatischen Verbindungen) bis 9 (beim Vorliegen von 100 Gew.-%iger Salpetersäure und ein- oder mehrkernigen aromatischen Verbindungen) nicht unterschritten werden sollten, Die obere Grenze des Gewichtsverhältnisses ist für die erfindungsgemäße Aufarbeitung nicht wesentlich. Aus wirtschaftlichen Gründen ist ein Gewichtsverhältnis von 25 günstig. Dem Teil der Rektifizierkolonne, in dem die Aufkonzentrierung der Salpetersäure erfolgt, das ist der Teil zwischen der Zugabestelle des Nitriergemisches und dem Kopf der Rektifizierkolonne, muß dabei keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. In diesem Apparateteil stellen sich zwangsweise höhere Gewichtsverhältnisse als im Nitriergemisch ein. Unterhalb der Zugabestelle des Nitriergemisches, insbesondere im Sumpf der Rektifizierkolonne findet eine Anreicherung der organischen Bestandteile unter gleichzeitiger Abtreibung von Salpetersäure statt. Hier erniedrigt sich also das Gewichtsverhältnis.
Wenn im aufzuarbeitenden Nitriergemisch eine relativ verdünnte Salpetersäure, beispielsweise eine Salpetersäure im Konzentrationsbereich 70 bis 90 Gew.-% und ein relativ hohes Gewichtsverhältnis, beispielsweise ein Gewichtsverhältnis über 10 (bei Salpetersäurekonzentrationen im Bereich 70-80 Gew.-%) oder von über 15 (bei Salpetersäurekonzentration im Bereich 80-90 Gew.-%) vorliegt, sind im allgemeinen keine besonderen Maßnahmen erforderlich, um im unteren Bereich und im Sumpf der Rektifizierkolonne die zuvor angegebennen Gewichtsverhältnisse nicht zu unterschreiten.
Le A 16 567 - 7 -
809832/0221
270A680
Sind jedoch andere Nitriergemische aufzuarbeiten, beispielsweise Nitriergemische, in denen Salpetersäure einer Konzentration im Bereich 68 bis 85 Gew.-% und ein relativ niedriges Gewichtsverhältnis, beispielsweise ein Gewichtsverhältnis unter 10 vorliegen, oder Nitriergemische, in denen konzentriertere Salpetersäure, beispielsweise 85 bis 100 %ige Salpetersäure und ein Gewichtsverhältnis unter 15 vorliegen, so ist es im allgemeinen notwendig, besondere Maßnahmen zu ergreifen, damit im unteren Teil oder im Sumpf der Rektifizierkolonne die zuvor angegebenen Gewichtsverhältnisse möglichst nicht unterschritten werden. Wan kann in diesen Fällen ein zu starkes Absinken des Gewichtsverhältnisses vermeiden, indem man unterhalb der Zugabestelle des Nitriergemisches Wasser oder Salpetersäure einer Konzentration unterhalb derjenigen im Nitriergemisch zugibt. Dabei ist zu beachten, daß soviel Wasser oder Salpetersäure zugegeben wird, daß die zuvor angegebenen Gewichtsverhältnisse an keiner Stelle der Rektifizierkolonne unterschritten werden. Wenn Salpetersäure einer Konzentration oberhalb 66 Gew.-% zugegeben wird, ist die Menge der zugegebenen Salpetersäure nach oben nicht beschränkt. Wenn Wasser oder Salpetersäure einer Konzentration unter 66 Gew.-% zugegeben wird, ist darauf zu achten, daß die Summe aller Kolonnenzuläufe eine Mischung mit einer Salpetersäurekonzentration über 66 Gew.-% ergibt. Die Zugabe von Wasser oder Salpetersäure kann an beliebiger Stelle unterhalb der Zugabestelle des Nitriergemisches erfolgen, beispielsweise in den Sumpf der Rektifizierkolonne. Wenn die Zugabe in den Rektifizierbereich der Rektifizierkolonne erfolgen soll, ist es vorteilhaft, Salpetersäure einer Konzentration zuzugeben, die maximal um - 5 Gew.-% von der Konzentration der Salpetersäure abweicht, die ohne Zugabe der Salpetersäure an der Zugabestelle in der Rektifizierkolonne vorhanden ist. Auf diese Weise wird die Rektifikation in der Kolonne nicht allzusehr gestört.
Le A 16 567 - 8 -
809832/0221
Die Rektifizierkolonne kann unabhängig davon, ob zusätzlich Wasser oder Salpetersäure eingespeist wird oder nicht, bei Normaldruck, vermindertem Druck oder leicht erhöhtem Druck betrieben werden. Im allgemeinen arbeitet man bei Drucken im Bereich 50 bis 760 Torr, vorzugsweise bei Drucken im Bereich 50 bis 500 Torr. Die Temperaturen, bei denen die Rektifizierkolonne betrieben wird, richten sich nach dem Druck in der Rektifizierkolonne, nach der Konzentration der Salpetersäure im Nitriergemisch und nach der Konzentration der am Kopf der Rektifizierkolonne abgenommenen Salpetersäure.
Das Rücklaufverhältnis (Verhältnis von flüssigem Rücklauf zu Abnahme der konzentrierten Salpetersäure) der Rektifizierkolonne kann in weiten Grenzen variiert werden. Beispielsweise kann das Rücklaufverhältnis zwischen 0 und 5 betragen. Bevorzugt sind Rücklaufverhältnisse zwischen 0,1 und 1. Die Konzentration der gegebenenfalls rücklaufenden Salpetersäure kann höher oder gleich groß sein wie die Säurekonzentration auf dem Boden, auf den die rückgeführte Säure zurückläuft.
Die Abtrennung der aromatischen Dinitroverbindungen erfolgt aus dem Sumpfablauf der Rektifizierkolonne.
Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf die Gewinnung von Dinitroanthrachinonen, die durch Nitrierung von Anthrachinon und/oder 1-Nitroanthrachinon oder Anthrachinon-Nitrierungs-Gemischen mit Salpetersäure einer Konzentration im Bereich von 92 bis 100 Gew.-% erhalten wurde, kann so verfahren werden, daß
Le A 16 567 - 9 -
809832/0221
man das Nitriergemisch in den Rektifizierbereich einer Rektifizierkolonne einspeist, am Kopf konzentrierte Salpetersäure als die im Einsatzgemisch vorhandene abnimmt, im Sumpf der Kolonne eine Salptersäure-Konzentration im Bereich von 66 bis 88 Gew.-%, jedoch eine niedrigere Salpetersäure-Konzentration als im Einsatznitriergemisch, aufrechterhält, aus dem Sumpf der Rektifizierkolonne ein Gemisch aus Dinitroanthrachinon und Salpetersäure entnimmt, aus dem die Dinitroanthrachinone abgetrennt werden, wobei man in der Rektifizierkolonne in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure ein Gewichtsverhältnis des Gemisches von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits im Bereich von 3,5 bis 25 bei Vorliegen von Azeotrop-Salpetersäure und im Bereich von 9 bis 25 bei Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure aufrechterhält.
Bei einer technischen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens für die Gewinnung von Dinitroanthrachinonen wird wie folgt verfahren: Anthrachinon und/oder 1-Nitroanthrachinon oder Anthrachinon-Nitrierungs-Gemisch wird mit mindestens 92 %iger Salpetersäure nitriert. Dabei wird soviel Salpetersäure eingesetzt, daß das Gewichtsverhältnis von Salpetersäure und Wasser einerseits zu Anthrachinon andererseits zu Beginn der Nitrierung beim Einsatz 92 %iger Salpetersäure mindestens 10 und beim Einsatz 99,5 %iger Salpetersäure mindestens 13 beträgt. Die Nitrierung wird bei 20 bis 700C durchgeführt. Nach der Nitrierung wird das Nitriergemisch in die obere Hälfte einer Rektifizierkolonne eingespeist, die insgesamt 3 bis 15 theoretische Böden enthält. Die Rektifizierkolonne wird bei einem Druck im Bereich von 80 bis 300 Torr betrieben. Am Kopf der Kolonne wird Salpetersäure von der gleichen
Le A 16 567 - 10 -
809832/0221
Konzentration abgenommen, wie sie für die Nitrierung eingesetzt wird, oder Salpetersäure einer höheren Konzentration. Das Rücklaufverhältnis am Kopf der Kolonne beträgt zwischen 0,1 und 1. Durch Zugabe von Wasser oder Salpetersäure einer Konzentration unter 82 Gew.-% in den Sumpf der Rektifizierkolonne oder Zugabe vonSalpetersäure einer Konzentration im Bereich von 68 bis 90 Gew.-% in den Rektifizierbereich der Kolonne unterhalb der Zugabestelle des Nitriergemisches wird dafür gesorgt, daß man an keiner Stelle der Rektifizierkolonne (einschl. des Sumpfes) ein Gewichtsverhältnis von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits von 3,5 (beim Vorliegen 68 %iger Salpetersäure) und 9 (beim Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure) möglichst nicht unterschreitet. Die Zugabe von Wasser oder Salpetersäure und der Betrieb der Rektifizierkolonne wird dabei so gesteuert, daß sich im Sumpf eine Salpetersäurekonzentration im Bereich von 66 bis 88 Gew.-% einstellt, mindestens jedoch ein um 10 % absolut niedrigere Salpetersäurekonzentration als im Nitriergemisch. Der Sumpfablauf der Rektifizierkolonne wird auf 20 bis 400C gekühlt und die Dinitroanthrachinone werden durch Filtration oder Zentrifugation abgetrennt.
Bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Gewinnung von Dinitroderivaten des Benzols, Toluols, Naphthalins, Chlorbenzols, Dichlorbenzols und Diphenyls aus Nitriergemischen, die durch Nitrierung von Benzol, Toluol, Naphthalin, Chlorbenzol, Dichlorbenzol und Diphenyl mit Salpetersäure einer Konzentration im Bereich von 70 bis 100 Gew.-% gewonnen wurden, kann bevorzugt so gearbeitet werden, daß man das Nitriergemisch in den Rektifizierbereich einer Rektifizierkolonne mit 1 bis 20 theoretischen Böden einspeist, am Kopf konzentriertere Salpetersäure als
Le A 16 567 - 11 -
809832/0221
im Einsatzgemisch vorhandene abnimmt, im Sumpf der Kolonne eine Salpetersäure-Konzentration im Bereich von 66 bis 88 Gew.-%, jedoch eine niedrigere Salpetersäure-Konzentration als im Einsatznitriergemisch, aufrechterhält, aus dem Sumpf der Rektifizierkolonne ein Gemisch aus Dinitrobenzol, Dinitrotoluol, Dinitronaphthalin, Dinitrochlorbenzol oder Dinitrodiphenyl und Salpetersäure entnimmt, aus dem die zuvor angegebenen aromatischen Dinitroverbindungen abgetrennt werden, wobei man in der Rektifizierkolonne in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure ein Gewichtsverhältnis des Gemisches von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits im Bereich von 4 bis 2 5 bei Vorliegen von 70 %iger Salpetersäure und im Bereich von 11 bis 25 bei Vorliegen von 1OO %iger Salpetersäure aufrechterhält.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat folgende Vorteile: Besondere verfahrenstechnische oder sicherheitstechnische Maßnahmen können unterbleiben, obwohl in Gegenwart konzentrierter Salpetersäure gearbeitet werden kann. Die Aufarbeitung des Nitriergemisches kann in einer relativ einfachen Rektifizierkolonne erfolgen, in der die Einstellung geeigneter Bedingungen für die Abtrennung der aromatischen Dinitroverbindungen erreicht wird.
Es war überraschend, daß die Gewinnung von aromatischen Dinitroverbindungen entsprechend dem erfindungsgemäßen Ver- ■ fahren bei niedrigen Gewichtsverhältnissen von etwa 3,5 (beim Vorliegen von Azeotrop-Salpetersäure) und 9 (beim Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure) möglich ist. Damit sind die Gewichtsverhältnisse nahezu identisch mit denen,
Le A 16 567 - 12 -
8 09832/0221
die bei der Gewinnung aromatischer Mononitroverbindungen einzuhalten sind. Es war vielmehr zu erwarten, daß bei der Gewinnung von aromatischen Dinitroverbindungen bei niedrigen Gewichtsverhältnissen aufwendige verfahrenstechnische und sicherheitstechnische Maßnahmen erforderlich wären.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnenen aromatischen Dinitroverbindungen können als Zwischenprodukte zur Herstellung von Farbstoffen, Pflanzenschutzstoffen und Pharmazeutika (Lit.: Colour Index 654O5, 65415, 7051O; Chemistry and Technology of Explosives, Vol. I, T. Urbanski, Warschau 1964) verwendet werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders geeignet, kristallisierte Gemische aus 1,5- und 1,8-Dinitroanthrachinon herzustellen. Diese Gemische können entweder direkt als Zwischenprodukte für die Herstellung von Farbstoffen verwendet werden, es ist aber auch möglich, die Isomeren durch Kristallisation aus organischen Lösungsmitteln, beispielsweise aus SuIfolan, 1-Chlornaphthalin, Adipinsäuredinitril, Nitrobenzol, Nitrotoluol. Phenol, Pyridone, N-Methylpyrrolidon, in praktisch reines 1,5- und praktisch reines 1,8-Dinitroanthrachinon zu trennen, und die praktisch reinen Isomeren als Zwischenprodukte für die Herstellung von Farbstoffen zu verwenden.
Le A 16 567 - 13 -
809832/0221
Beispiel 1
5,OO kg Dinitroanthrachinon-Gemisch (bestehend aus 41,2 % 1,5-Dinitroanthrachinon, 39,6 % 1,8-Dinitroanthrachinan, 8,9 % 1,6-Dinitroanthrachinon, 9,5 % 1,7-Dinitroanthrachinon) strömen zusammen mit 49,O4 kg 97 gewichtsprozentiger Salpetersäure (Molverhältnis 45) mit ca. 55°C stündlich kontinuierlich auf den vierten Boden einer 5-bödigen Rektifizierkolonne. Am Kopf der Kolonne werden 29,65 kg/h 99 gewichtsprozentige Salpetersäure bei einem Rücklaufverhältnis von Rücklauf/Entnahme von O,4 abgezogen. Die Kolonne wird bei einem Kopfdruck von 2OO Torr betrieben, wobei sich die Kopftemperatür auf ca. 500C einstellt. In den Sumpf der Kolonne werden kontinuierlich 19,29 kg/h 70 gewichtsprozentige Salpetersäure mit einer Temperatur von ca. 70 C zugegeben. Am Sumpf der Kolonne wird das zu kristallisierende Dinitro-anthrachinon-Gemisch, in dem das Molverhältnis von Salpetersäure zu organischen Produkten 30 : 1 und die Salpetersäurekonzentration 82 Gewichtsprozent beträgt (Gewichtsverhältnis 7,7), bei einer Temperatur von ca. 70 C entnommen. Aus der so erhaltenen Mischung werden durch Abkühlen auf Raumtemperatur (25 bis 3O°C), Abtrennen des ausgefallenen Feststoffs durch Filtration und anschließendem Trocknen stündlich 3,8 kg eines Dinitroanthrachinon-Gemisches der Zusammensetzung 53,2 % 1,5-, 44,6 % 1,8-, 0,3 % 1,6- und 1,8 % 1,7-Dinitroanthrachinon gewonnen.
Beispiel 2
Man gibt 5,00 kg eines Dinitroanthrachinon-Gemisches (bestehend aus 39,0 % 1,5-Dinitro-anthrachinon, 35,5 % 1,8-Dinitroanthrachinon, 12,4 % 1,6-Dinitroanthrachinon, 12,1 %
Le A 16 567 - 14 -
809832/0221
1,7-Dinitroanthrachinon und 0,8 % 2,6-Dinitroanthrachinon) zusammen mit 49,04 kg 97 gewichtsprozentiger Salpetersäure (Molverhältnis 45) stündlich kontinuierlich auf den obersten Boden einer Rektifizierkolonne mit insgesamt 10 Böden. Die Kolonne wird bei einem Druck von 200 Torr und einem Rücklaufverhältnis von Rücklauf zu Entnahme von 0,5 betrieben. Am Kopf der Rektifizierkolonne werden 35,94 kg/h 99 gewichtsprozentige Salpetersäure abgezogen. Oberhalb des Sumpfes führt man 4 3,27 kg/h 70 gewichtsprozentige Salpetersäure zu. Am Sumpf der Kolonne, wird ein Produktgemisch abgezogen, das eine Salpetersäurekonzentration von 75 Gewichtsprozent und ein Molverhältnis von Salpetersäure zu organischen Produkten von 40 aufweist (Gewichtsverhältnis 11,3) Die dabei stündlich abgezogene Salpetersäuremenge beträgt 56,37 kg. Durch Abkühlen auf 25 bis 30°C, Filtration und Trocknung des Feststoffes gewinnt man stündlich 4,22 kg eines Gemisches aus 41,2 % 1,5-, 37,7 % 1,8-, 9,0 % 1,6- und 11,3 % 1,7-Dinitroanthrachinon.
Beispiel 3
5,00 kg Dinitroanthrachinon-Gemisch (Zusammensetzung wie in Beispiel 2) gibt man zusammen mit 59,81 kg 97,2 gewichtsprozentiger Salpetersäure (Molverhältnis 55) auf den dritten Boden einer 5-bödigen Rektifizierkolonne. Die Kolonne wird bei einem Kopfdruck von 200 Torr betrieben. Durch Entnahme von 39,78 kg/h 99 gewichtsprozentiger Salpetersäure am Kopf der Kolonne bei einem Rücklaufverhältnis von Rücklauf zu Entnahme von 0,4 und Zugabe von 25,4 5 kg/h 80 gewichtsprozentiger Salpetersäure in den Sumpf der Kolonne stellt man eine Salpetersäurekonzentration von 86 Gewichtsprozent und ein Molverhältnis von Salpetersäuren zu organischen Produkten von 37 (Gewichtsverhältnis 9,1) ein. Aus dem Sumpf gewinnt man stündlich nach
Le A 16 567 - 15 -
809832/0221
dem Abkühlen auf 25 bis 30 C und der Abtrennung und Trocknung des auskristallisierten Feststoffes 2,82 kg eines Dinitroanthrachinon-Gemisches der Zusammensetzung 60,2 % 1,5-, 39,2 % 1,8-, 0,2 % 1,6- und 0,4 % 1,7-Dinitroanthrachinon.
Beispiel 4
5,00 kg Dinitrierungsgemisch der Zusammensetzung 40,9 % 1,5-, 39,8 % 1,8-, 7,2 % 1,6- und 7,7 % 1,7-Dinitroanthrachinon gibt man zusammen mit 76,28 kg 97 gewichtsprozentiger Salpetersäure bei ca. 55°C stündlich kontinuierlich auf den vierten Boden einer 5-bödigen Rektifizierkolonne. Die Kolonne wird bei einem Kopfdruck von 200 Torr betrieben. Am Kopf der Kolonne werden 48,18 kg/h 99 gewichtsprozentige Salpetersäure bei einem Rücklaufverhältnis von Rücklauf/Entnahme von 0,2 entnommen. Die Kopftemperatur in der Kolonne beträgt ca. 50 C. In den Sumpf werden kontinuierlich 45,49 kg/h 70 gewichtsprozentige Salpetersäure von ca. 70 C zugegeben. Am Sumpf wird das zu kristallisierende Gemisch, in dem das Molverhältnis von Salpetersäure zu Dinitroanthrachinonen 55 und die Säurekonzentration 79 Gewichtsprozent (Gewichtsverhältnis 14,7) beträgt, bei einer Temperatur von ca. 70°C entnommen. Die dabei abgeführte Salpetersäuremenge beträgt 73,59 kg/h. Man läßt auf Raumtemperatur abkühlen, filtriert den auskristallisierten Feststoff ab und trocknet. Pro Stunde gewinnt man 3,70 kg eines Dinitroanthrachinon-Gemisches der Zusammensetzung 51,8 % 1,5-, 46,5 % 1,8-, 0,4 % 1,6- und 1,2 % 1,7-Dinitroanthrachinon.
Le A 16 567 - 16 -
809832/0221
270A680
Beispiel 5
Das zu kristallisierende Reaktionsgemisch bestehend aus 5,00 kg Dinitroanthrachinon (Zusammensetzung wie in Beispiel 2) und 76,28 kg 97 gewichtsprozentiger Salpetersäure (Molverhältnis 70) wird auf den 6. Boden einer 8-bödigen bei 200 Torr und einem Rücklaufverhältnis von 0,2 betriebenen Rektifizierkolonne aufgegeben. Am Kopf der Kolonne werden 55,52 kg/h 99 gewichtsprozentige Salpetersäure entnommen und zu dem Sumpf 46,01 kg/h Wasser zugeführt. Am Sumpf der Kolonne wird ein Produktgemisch abgezogen, das eine Salpetersäurekonzentration von 75 Gewichtsprozent und ein Molverhältnis von 18 (Gewichtverhältnis 5,1) aufweist. Durch Absenken der Temperatur auf 25 bis 30 C und Filtration des Feststoffes erhält man nach dem Trocknen 4,33 kg/h eines Produktgemisches der Zusammensetzung 40,8 % 1,5-, 37,2 % 1,8-, 10,2 % 1,6- und 11,9 % 1,7-Dinitro-anthrachinon.
Beispiel 6
Man gibt 5,00 kg eines Dinitroanthrachinon-Gemisches (Zusammensetzung wie Beispiel 2) zusammen mit 101,2 kg/h 94 gewichtsprozentiger Salpetersäure (Molverhältnis 90) auf den 4. Boden einer 13-bödigen Rektifizierkolonne, die bei einem Kopfdruck von 200 Torr und einem Rücklaufverhältnis von 0,6 betrieben wird. Am Kopf der Kolonne werden 83,33 kg/h 99,5 gewichtsprozentige Salpetersäure abgezogen. Am Sumpf der Kolonne wird das zu kristallisierende Dinitroanthrachinon-Gemisch, in dem das Molverhältnis von Salpetersäure zu organischen Produkten 12,5 und die Salpetersäurekonzentration 70 Gewichtsprozente (Gewichtsverhältnis 3,8) beträgt, entnommen. Aus der so erhaltenen Mischung wird durch Abkühlen auf 25 bis 30°C Filtration des ausgefallenen Feststoffes und anschließendem Trocknen das eingesetzte Dinitroanthrachinon-Gemisch nahezu quantitativ zurückgewonnen.
Le A 16 567 - 17 -
809832/0221
Beispiel 7
Eine Lösung von 100 g Dinitrobenzol ( ^--88 Gewichtsprozent 1,3-Dinitrobenzol, 10 Gewichtsprozent 1,2-Dinitrobenzol und 2 Gewichtsprozent 1,4-Dinitrobenzol) in 900 g 95 %iger Salpetersäure wird stündlich kontinuierlich mit ca. 55 C auf den vierten Boden einer 5-bödigen Rektifizierkolonne gegeben, in deren Sumpf kontinuierlich 276 g/h 70 gewichtsprozentige Salpetersäure eingespeist und aus der über Kopf 776 g/h 99 gewichtsprozentige Salpetersäure entnommen werden. Dem bei einer Temperatur von ca. 70°C austretenden Sumpfablauf werden 66,7 g/h Wasser zugespeist, so daß eine ca. 60 %ige Säure (Gewichtsverhältnis Säure / Feststoff: ^4,7) entsteht.
Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wird das nahezu quantitativ auskristallisierende Dinitrobenzol abgesaugt, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet.
Le A 16 567 - 18 -
809832/0221

Claims (9)

27Q4680 Patentansprüche
1)/ Verfahren zur Gewinnung von aromatischen Dinitroverbin-V J düngen aus durch Nitrierung von aromatischen Verbindungen mit Salpetersäure erhaltenen Nitriergemischen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Nitriergemische, die bei der Nitrierung von aromatischen Verbindungen mit Salpetersäure einer Konzentration oberhalb der Konzentration der Azeotropsäure erhalten wurden, in den Rektifizierbereich einer Rektifizierkolonne einspeist, am Kopf konzentriertere Salpetersäure als die im Einsatzgemisch vorhandene abnimmt, im Sumpf der Kolonne eine Salpetersäure-Konzentration im Bereich von 66 bis 88 Gew.-%, jedoch eine niedrigere Salpetersäure-Konzentration als im Einsatznitriergemisch, aufrechterhält, aus dem Sumpf der Rektifizierkolonne ein Gemisch von aromatischen Dinitroverbindungen und Salpetersäure entnimmt, aus dem die aromatischer. Dinitroverbindungen abgetrennt werden, wobei man ein Einsatznitriergemisch verwendet, das eine Salpetersäure-Konzentration oberhalb der Azeotropsäure aufweist, und wobei man in der Rektifizierkolonne in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure ein Gewichtsverhältnis des Gemisches von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits im Bereich von 3,5 bis 25 bei Vorliegen von Azeotrop-Salpetersäure und im Bereich von 9 bis 25 bei Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure aufrechterhält.
Le A 16 567 - 19 -
809832/0221
ORIGINAL INSPECTED
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in die Rektifizierkolonne unterhalb der Zugabestelle des Nitriergemisches Wasser oder Salpetersäure einer Konzentration unterhalb derjenigen im Nitriergemisch zugibt.
3) Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Wasser oder Salpetersäure mit einer geringeren Konzentration als diejenige im Nitriergemisch in den Sumpf der Rektifizierkolonne zugibt.
4) Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man in den Rektifizierbereich der Rektifizierkolonne unterhalb der Zugabestelle des Nitriergemisches Salpetersäure einer Konzentration zugibt, die maximal um + 5 Gew.-% von der Konzentration der Salpetersäure abweicht, die ohne Zugabe der Salpetersäure an der Zugabestelle in die Rektifizierkolonne vorhanden ist.
5) Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man am Kopf der Rektifizierkolonne Salpetersäure einer Konzentration abnimmt, die für die Nitrierung der jeweiligen aromatischen Verbindung wieder verwendet werden kann.
6) Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Rektifizierkolonne verwendet, die 1 bis 20 theoretische Böden aufweist.
7) Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Rektifizierkolonne bei einem Druck im Bereich 50 bis 760 Torr betreibt.
Le A 16 567 - 20 -
809832/0221
270A680
8) Verfahren zur Gewinnung von Dinitroanthrachinonen, die durch Nitrierung von Anthrachinon und/oder 1-Nitroanthrachinon oder Anthrachinon-Nitrierungs-Gemischen mit Salpetersäure einer Konzentration im Bereich von 92 bis 100 Gew.-% erhalten wurden, dadurch gekennzeichnet, daß man am Kopf konzentriertere Salpetersäure als die im Einsatzgemisch vorhandene abnimmt, im Sumpf der Kolonne eine Salpetersäure-Konzentration im Bereich von 66 bis 88 Gew.-%, jedoch eine niedrigere Salptersäure-Konzentration als im Einsatznitriergemisch aufrechterhält, aus dem Sumpf der Rektifizierkolonne ein Gemisch aus Dinitroanthrachinonen und Salpetersäure entnimmt, aus dem die Dinitroanthrachinone abgetrennt werden, wobei man in der Rektifizierkolonne in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure ein Gewichtsverhältnis des Gemisches von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits im Bereich von 3,5 bis 25 bei Vorliegen von Azeotrop-Salpetersäure und im Bereich von 9 bis 25 bei Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure aufrechterhält.
9) Verfahren zur Gewinnung von Dinitroderivaten des Benzols, Toluols, Naphthalins, Chlorbenzols, Dichlorbenzols und Diphenyls aus Nitriergemischen, die durch Nitrierung von Benzol, Toluol, Naphthalin, Chlorbenzol, Dichlorbenzol und Diphenyl mit Salpetersäure einer Konzentration im Bereich von 70 bis 100 Gew.-% gewonnen wurden, dadurch gekennzeichnet, daß man das Nitriergemisch in den Rektifizierbereich einer Rektifizierkolonne mit 1 bis 20 theoretischen Böden einspeist, am Kopf konzentriertere Salpetersäure als die im Einsatzgemisch vorhandene ab-
Le A 16 567 - 21 -
809832/0221
270A680
nimmt, im Sumpf der Kolonne eine Salpetersäure-Konzentration im Bereich von 66 bis 88 Gew.-%, jedoch eine
niedrigere Salpetersäure-Konzentration als im Einsatznitriergemisch aufrechterhält, aus dem Sumpf der Rektifizierkolonne ein Gemisch aus Dinitrobenzol, Dinitrotoluol, Dinitronaphthalin, Dinitrochlorbenzol oder Dinitrodiphenyl und Salpetersäure entnimmt, aus dem die
zuvor angegebenen aromatischen Dinitroverbindungen abgetrennt werden, wobei man in der Rektifizierkolonne
in Abhängigkeit von der Konzentration der jeweils vorliegenden Salpetersäure ein Gewichtsverhältnis des Gemisches von Salpetersäure und Wasser einerseits zu organischen Bestandteilen andererseits im Bereich von 4
bis 25 bei Vorliegen von 70 %iger Salpetersäure und im Bereich von 11 bis 25 bei Vorliegen von 100 %iger Salpetersäure aufrechterhält.
Le A 16 567 - 22 -
809832/0221
DE19772704680 1977-02-04 1977-02-04 Verfahren zur gewinnung von aromatischen dinitroverbindungen Withdrawn DE2704680A1 (de)

Priority Applications (6)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19772704680 DE2704680A1 (de) 1977-02-04 1977-02-04 Verfahren zur gewinnung von aromatischen dinitroverbindungen
GB4273/78A GB1594563A (en) 1977-02-04 1978-02-02 Process for isolating aromatic dinitro compounds
JP996878A JPS5398931A (en) 1977-02-04 1978-02-02 Separation method of aromatic dinitro compound
FR7803148A FR2379507A1 (fr) 1977-02-04 1978-02-03 Procede perfectionne pour isoler les composes aromatiques dinitres de melanges de nitration
BE2056660A BE863597A (fr) 1977-02-04 1978-02-03 Procede perfectionne pour isoler les composes aromatiques dinitres de melanges de nitration
US06/050,905 US4261908A (en) 1977-02-04 1979-06-21 Process for isolating aromatic dinitro compounds

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19772704680 DE2704680A1 (de) 1977-02-04 1977-02-04 Verfahren zur gewinnung von aromatischen dinitroverbindungen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE2704680A1 true DE2704680A1 (de) 1978-08-10

Family

ID=6000369

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19772704680 Withdrawn DE2704680A1 (de) 1977-02-04 1977-02-04 Verfahren zur gewinnung von aromatischen dinitroverbindungen

Country Status (6)

Country Link
US (1) US4261908A (de)
JP (1) JPS5398931A (de)
BE (1) BE863597A (de)
DE (1) DE2704680A1 (de)
FR (1) FR2379507A1 (de)
GB (1) GB1594563A (de)

Families Citing this family (11)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
SE431538B (sv) * 1979-09-27 1984-02-13 Bofors Ab Sett att framstella symmetrisk trinitrobensen
US4361712A (en) * 1980-05-19 1982-11-30 Air Products And Chemicals, Inc. Cyanide reduction in nitroaromatic process
US4642396A (en) * 1984-08-07 1987-02-10 Air Products And Chemicals, Inc. Process for separating nitroaromatic compounds from spent nitric acid
US5488187A (en) * 1988-06-22 1996-01-30 Olin Corporation Process for the production of dinitrobenzene and mononitrobenzene
US5354924A (en) * 1988-06-22 1994-10-11 Olin Corporation Process for the production of dinitrotoluene
US4918250A (en) * 1989-04-21 1990-04-17 Olin Corporation Process for the production of dinitrotoluene using an inorganic salt as a phase separation agent
US5006325A (en) * 1989-08-28 1991-04-09 Air Products And Chemical, Inc. Process for the recovery of nitric acid
WO1997038770A1 (en) * 1996-04-12 1997-10-23 Arco Chemical Technology, L.P. Removal of dinitrotoluene from process water
US5763696A (en) * 1997-03-26 1998-06-09 Arco Chemical Technology, L.P. Removal of dinitrotoluene from process water
FR2767318B1 (fr) * 1997-08-13 1999-10-29 Rhodia Chimie Sa Procede de recuperation d'acide nitrique compris dans un melange de composes aromatiques dinitres
CN111646905B (zh) * 2020-07-17 2023-05-05 四川北方红光特种化工有限公司 一种从混合二硝基苯中分离纯化间二硝基苯的工艺

Family Cites Families (10)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US1309577A (en) * 1919-07-08 Process of obtaining nitro compounds
US2739174A (en) * 1951-09-08 1956-03-20 Eastman Kodak Co Nitrating aromatic hydrocarbons with only nitric acid
US3065277A (en) * 1960-01-11 1962-11-20 Fundamental Res Company Preparation of heteronuclear nitronaphthalenes and derivatives
CH554302A (de) * 1971-04-30 1974-09-30 Sandoz Ag Verfahren und apparatur zur durchfuehrung von nitrierungen.
GB1395347A (en) * 1971-06-10 1975-05-21 Sandoz Ltd Nitration processes
US3780116A (en) * 1972-06-15 1973-12-18 Zaverchand & Co Method for nitration of aromatic hydrocarbon compounds
US4031116A (en) * 1973-08-31 1977-06-21 Bayer Aktiengesellschaft Process for preparing pure 1-nitroanthraquinone
DE2400164C3 (de) * 1974-01-03 1978-03-16 Bayer Ag, 5090 Leverkusen Verfahren zur Abtrennung von 1,5-Dinitroanthrachinon und 1,8-Dinitroanthrachinon aus Dinitro-anthrachinongemischen
US3928475A (en) * 1974-08-09 1975-12-23 Du Pont Azeotropic nitration of benzene
DE2521891B2 (de) * 1975-05-16 1980-02-28 Bayer Ag, 5090 Leverkusen Verfahren zum Abstoppen von Nitrierungen durch Destillation

Also Published As

Publication number Publication date
GB1594563A (en) 1981-07-30
BE863597A (fr) 1978-08-03
US4261908A (en) 1981-04-14
FR2379507A1 (fr) 1978-09-01
JPS5398931A (en) 1978-08-29

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP2168942B1 (de) Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Nitrobenzol
CH621327A5 (de)
EP2473477B1 (de) Verfahren zur herstellung von mononitrierten organischen verbindungen
DE2622313A1 (de) Verfahren zur herstellung von mononitroaromaten
DE2704680A1 (de) Verfahren zur gewinnung von aromatischen dinitroverbindungen
EP0597361B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol
DE69814776T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol unter Verwendung einer schwachen Säure
DE4309140C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol
EP2877442B1 (de) Verfahren zur herstellung von nitrobenzol durch adiabate nitrierung
EP1713756B1 (de) Verfahren zur herstellung von dinitrotoluol
DE2400164C3 (de) Verfahren zur Abtrennung von 1,5-Dinitroanthrachinon und 1,8-Dinitroanthrachinon aus Dinitro-anthrachinongemischen
DE4428459A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol
DE19958389A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Dinitronaphthalin-Isomerengemisches mit erhöhtem Anteil an 1,5-Dinitronaphthalin
EP0696569B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol
EP0696571B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol
DE69803854T2 (de) Verfahren zur aufarbeitung von säure und nitroverbindungen enthaltenden wässrigen lösungen
DE2637734C3 (de) Verfahren zur Aufarbeitung von Salpetersäure
DE2524747C3 (de) Verfahren zur Isolierung von 1,5-/1,8-Dinitroanthrachinon mit einem hohen Gehalt an a , a '-Duutroverbindungen
EP1015414B1 (de) Verfahren zur herstellung eines dinitronaphthalin-isomerengemisches mit hohem anteil an 1,5-dinitronaphthalin
DE19521614A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol
DE2620486C2 (de) Verfahren zur Herstellung und Gewinnung von aromatischen Mononitroverbindungen
DE1292642B (de) Verfahren zur Herstellung von Dinitrotoluol
DE2338479C3 (de) Verfahren zur Aufarbeitung von Nitrierungsprodukte enthaltender Salpetersäure
DE69802755T2 (de) Verfahren zur Rückgewinnung von Salpetersaüre in eine Mischung von aromatischen Dinitroverbindungen
DE1300567C2 (de) Verfahren zur reinigung von unzersetzt schmelzenden kristallisierbaren organischen stoffen

Legal Events

Date Code Title Description
8130 Withdrawal