DE2760052C2 - Verfahren zur Herstellung einer Vorlagespule für Web- und Strickmaschinen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Vorlagespule für Web- und StrickmaschinenInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
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Description
45
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
einer Vorlagespule nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, vgl. z. B. US-PS 38 92 020.
Bisher war es erforderliche, nach dem Luftstrahlprinzip texturlerte und unmittelbar danach aufgewickelte Garne
zunächst noch einmal umzuspulen, da die In der Texturlermaschlne
hergestellten Fadenwickel so schlechte Abiaufeigenschaften aufwiesen, daß die Vorlage dieser
Spulen direkt auf einer Web- oder Strickmaschine wegen der bestehenden Fadenbruchgefahr nicht möglich war.
Auch die durch die bisherigen lufttexturlerten Garne hergestellten
Flächengebilde wiesen Nachtelle nicht nur hinsichtlich
Ihrer Instabilität und Ihres hohen Kochschrumpfes auf. Bemerkbar machte sich vielmehr auch
ein sog. „Kletteneffekf, der sich darin zeigt, daß die
Oberflächen der Flächengebllde aufeinander haften.
Ein weiterer Nachteil der nach dem konventionellen Lufttexturlerverfahren erzeugten Garne liegt In der
Ungleichmäßigkeit der Kräuselung. Diese Ungleichmäßigkeit ließ sich bisher nur teilweise dadurch vermindern,
daß dem Garn vor der Aufwicklung eine möglichst lange freie Lauflänge gewährleistet wurde.
Die vorbeschriebenen Nachtelle, insbesondere der Spulenwickel
sind auf Eigenschaften des Garnes - wie z. B. Instabilität und hoher Kochschrumpf - zurückzuführen,
die als unerwünschte Nebenwirkungen der bekannten Texturierverfahren in Kauf genommen werden mußten.
Die Luftstrahltexturlerung eines Fadens aus Endlosfasern
führt nämlich zu einer sehr geringen .Stabilität des Fadens. Die Stabilität eines lufttexturlerten Garnes wird
üblicherweise dadurch bestimmt, daß eine Probe des texturierten Garnes, die bei einer geringfügigen Grundbelastung
von ca. 1/100 Gramm pro denier eine Länge von 1 m hat, für die Dauer von 30 Sekunden einer Belastung von
/j Gramm pro denier des texturierten Garnes unterworfen
und sodann nach weiteren 30 Sekunden die Länge des bis auf '/ιοο Gramm pro denier wieder entlasteten
Fadenstücks gemessen wird. Die Instabilität kann sodann auf dem Zentimetermaßstab sofort in Prozent der
ursprünglichen Länge des texturierten Garnes abgelesen werden. Es war bisher nicht möglich, kleinere Instabilitäten
als 1% zu erreichen. Des weiteren war es wegen der Instabilität nicht möglich, niedrige Kochschrumpfwerte
für derartige Fäden zu erreichen. Bisherige Kochschrumpfwerte liegen bei mehr als 4%.
Nach dem aus der US-PS 38 92 020 bekannten Verfahren soll die Instabilität gegen mechanische Zugbelastung,
die bei der Luftstrahltexturlerung von Garn aus Endlosfasern entsteht, dadurch vermieden werden, daß das
Garn unmittelbar hinter der Texturierdüse einer Dehnungsbehandlimg
zum Zwecke der Stabilisierung zugeführt, sodann zu einem weichen, färbbaren Garnkörper
aufgewickelt und beim anschließenden Packfärben des Garnkörpers Wärmebehandlung von 60 bis 130° C unterworfen
wird. Nach dem Färben muß jedoch auch dieses Garn auf einen gebrauchsfertigen Garnkörper umgespult
werden, der der nachfolgenden Strick- oder Webmaschine vorgelegt werden kann.
Man hat ferner die Stabilität lufttexturierter Garne dadurch erhöht, daß man das aas der Luftstrahldüse
kommende Garn unter erhöhter Fadenspannung aufwlkkelt
(siehe US-PS 38 92 020 Sp. 1, Z. 34 Tf.). Auch hierbei entsteht ein ungleichmäßig ungekräuseltes Garn und
eine Spule mit schlechten Ablaufeigenschaften, die vor der Weiterverarbeitung in Web- oder Strickmaschinen
noch umgespult werden muß.
Aufgabe der Erfindung 1st es, ein Verfahren zur Herstellung
einer Vorlagespule der eingangs genannten Art bereitzustellen, welches die obengenannten Nachtelle
vermeldet, Insbesondere zu Spulen mit verbesserten Ablaufeigenschaften führt. Die Lösung dieser Aufgabe
ergibt sich aus den Merkmalen des Kennzeichens des Anspruchs 1.
Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, daß durch das Einfügen der gesonderten Stablllslerzone zwischen Texturlerzone
und Fixlerzone vor der anschließenden Aufwicklung die Qualität des Fadens Insbesondere Im Hinblick
auf die Spulenbildung entscheidend verbessert werden kann. Durch das Verfahren Ist es nun möglich,
sowohl In der Fixlerzone als auch In der Aufwickelzone
mit den jeweils optimalen Geschwlndlgkelts- und Spannungsverhältnissen
zu arbeiten. Es konnte die Stabilität wesentlich erhöht werden, der Kochschrumpf und der
Kletteneffekt wesentlich erniedrigt und der Überkopfabzug so weit verbessert werden, daß jetzt Ablaufspulen für
Spinnerei und Weberei mit fadenbruchfrelen Ablaufzelten
von mehreren Stunden direkt hergestellt werden können. Bei den nach dem Verfahren hergestellten Fäden
wurde keine Ungleichmäßigkeit in der Kräuselung festgestellt,
obwohl eine kürzere Lauflänge zwischen dem letzten Lieferwerk und der Aufwicklung vorhanden war.
Dabei machte sich als besonderer Vorteil bemerkbar, daß die Fadengestalt hinsichtlich Schiingenhäufigkeit und
Schiingenausbildung bereits vor der Wärmebehandlung und der dabei erfoigenden physikalischen Strukturierung
festgelegt wird.
Die Geschwindigkeltselnstellungen für das Garn in den verschiedenen Behandlungszonen des Verfahrens
sind von erheblicher Bedeutung für die Eigenschaften und das Ablaufverhalten des auf die Aufwickelspule
gewickelten Garnes. Die folgenden Geschwindigkeitsverhältnisse haben sich bei der Texturierung des Garnes als
besonders vorteilhaft erwiesen: Die Auslaufgeschwindigkeit des Garnes aus der Stabilisierzone Ist 2% bis 15% größer
als die Abzugsgeschwindigkeit aus der Texturlerzone, wobei die Abzugsgeschwindigkeit des Garnes aus der
Fixierzone 2% bis 10% kleiner ist als die Auslaufgeschwindigkeit
aus der Stablllslerzone. Dabei ist die Auf-Wickelgeschwindigkeit
kleiner als die Abzugsgeschwinuigkeit aus der Texturierzone.
Als Einsatzgarn ist ein multtfiles Chem!efasr:-garn aus
Polyäthylenterephthalat, das mit Spinngeschwindigkeiten schneller als 2500 m/min ersponnen und vor der Texturierbehandlung
einer Verstreckung Im Verhältnis 1 : 1,2 bis 1 :2 verstreckt wird, bevorzugt.
Im folgenden wird anhand der beigefügten Schemazeichnung
und anhand von Ausführungsbeispielen das Verfahren beschrieben, nach dem das Garn texturiert
und die erfindungsgemäße Vorlagespule gebildet wird.
In der Figur Ist schematisch die Anordnung der Lieferwerke 1, 2, 3, 4, der Aufwicklung 5, der Auflaufspule 6,
der Texturiereinrichtung 7 und der Heizeinrichtung 8,
die als beheiztes Röhrchen ausgebildet ist, dargestellt.
Die Lieferwerke bzw. die Aufwicklung werden jeweils mit den Umfangsgeschwindigkeiten von Vl bis ^5
betrieben.
In den Ausführungsbeispielen 1 bis VI wurde ein Faden aus Polyäthylenterephthalat 167 dtex F68 verwendet.
Im folgenden sind die Betriebsbedingungen tabellarisch festgehalten.
Den Beispielen I bis IV ist zu entnehmen, daß es für die Stabilisierung In der Stabllislerzone ein Optimum für
den Verzug gibt, welches jedenfalls über 2% Hegt und dadurch begrenzt ist, daß die Aufwickelgeschwindigkeit
VS die Geschwindigkeit VZ, mit der der Faden die Texturierzone
verläßt, nicht überschreiten sollte. Die Lage des Optimums ist im einzelnen von der Fadenbeschaffenheit
und vorhergehenden Vorbehandlung und insbesondere Texturlerbehandlung abhängig.
Wie Beispiel V zeigt, führt ein zu hoher Verzug in der Stabilisierzone zwar zu guten Stabf.-;ätswerten, jedoch
wird die in der Texturierzone eingebrach';· Kräuselung so
weit geschädigt, daß der Faden nicht mehr brauchbar ist.
Beispiel VI zeigt, daß eine gute Stabilität auch ohne
Stabilisierzone erreicht werden kann durch entsprechende Einstellung der Verfahrensparameter in der
Fixierzone und der Aufwicklung. Es muß dann jedoch eine erhebliche Zunahme des Kochschrumpfes in Kauf
genommen werden.
| Beispiel bzw. Vergleichsversuch |
V; | V2 | Fs, | Vs, | V3 | — | F3 | F4 | V4 | F5 | V5 | Inst. | KS |
| I | 625 | 500 | _ | 0 | 505 | 7 | 12 | 471 | 15 | 476 | 1,5 | 4,2 | |
| II | 625 | 500 | 8 | 1 | 520 | 3 | 8 | 476 | 15 | 481 | 1,3 | 4,2 | |
| III | 625 | 500 | 12 | 4 | 530 | 3 | 8 | 490 | 15 | 495 | 0,4 | 3 | |
| IV | 625 | 500 | 14 | 6 | 590 | 3 | 7 | 499 | 17 | 502 | 0,7 | 3 | |
| V | 625 | 500 | 20 | 18 | 3 | 4 | 555 | keine | ausreichende Bauschung, |
625 500
12 17
490
nicht brauchbar
15 495
15 495
C,4 4,5
V α
Fadenlaufgeschwindigkeit (m/min)
V4 —
Abzugsgeschwindigkeit
Bezugszeichenaufstellung
Lieferwerke
Aufwicklung
Ablaufspule, Vorlagespule Texturiereinrichtung, Texturlerdüse
Heizeinrichtung
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung einer Vorlagespule für Weg- und Strickmaschinen, bestehend aus einem Garn
aus multifilen Endlosfasern, bei dem das Garn durch Lufuexturierung mit nach dem Luftstrahlprinzip arbeitender
Texturlerdüse gekräuselt wird und mit einer Abzugsgeschwindigkeit V 2 aus der Texturierzone
abgezogen wird, die kleiner als die Zuführgeschwindigkelt
Vi ist, und bei dem das Garn unmittelbar nach dem Verlassen der Texturierzone In einer Stabilisierzone
ohne elastische oder plastische Verformungen erwärmungsfrei verzogen wird, bei dem ferner das
Garn einer Schrumpf- und Wärmebehandlung ausge- κ setzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schrumpf- und Wärmebehandlung vor der Garnaufwicklung unmittelbar Im Anschluß an die Stabilisierzone
in einer Fixlerzone bei Temperaturen bis zu
245° C eriolgt, daß die Abzugsgeschwindigkeit V4 aus
der Flxleisone kleiner als die Anlaufgeschwindigkeit
Vi aus der StabilIslerzone ist, und daß das Garn mit
einer vorbestimmbaren Fadenspannung und einer Aufwickelgeschwindigkeit VS, die kleiner ist als die
Zuführgeschwindigkeit Vl, aufgewickelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaufgeschwindigkeit V3 aus der
Stabilisierzone 2% bis 15% größer als die Abzugsgeschwindigkeit
Vl aus der Texturierzone ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abzugsgeschwindigkeit V4
aus der Fixlerzone 2* bis 10» kleiner als die Auslaufgeschwindigkeit
Vi aus deri»tabllls!erzone Ist.
4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzei hnet, daß die Aufwikkelgeschwlndigkelt
VS kleiner als die Abzugsgeschwindigkeit Vl aus der Texturlerzone ist.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es mit
einem schneller als 2500 m/min ersponnenen multifllen Chemlefasergarn aus Polyäthylenterephthalat
durchgeführt wird, welches vor der Texturlerbehandlung im Verhältnis 1 : 1,2 bis 1:2 verstreckt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19772760052 DE2760052C2 (de) | 1977-11-08 | 1977-11-08 | Verfahren zur Herstellung einer Vorlagespule für Web- und Strickmaschinen |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19772749867 DE2749867C2 (de) | 1977-11-08 | 1977-11-08 | Verfahren zum Herstellen eines gekräuselten Garns aus multifilen Endlosfasern |
| DE19772760052 DE2760052C2 (de) | 1977-11-08 | 1977-11-08 | Verfahren zur Herstellung einer Vorlagespule für Web- und Strickmaschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2760052C2 true DE2760052C2 (de) | 1983-09-22 |
Family
ID=25773045
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19772760052 Expired DE2760052C2 (de) | 1977-11-08 | 1977-11-08 | Verfahren zur Herstellung einer Vorlagespule für Web- und Strickmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2760052C2 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2962794A (en) * | 1954-03-29 | 1960-12-06 | Du Pont | Method of producing elastic yarn and product |
| US3892020A (en) * | 1973-12-14 | 1975-07-01 | Du Pont | Preparing a textured yarn package, for dyeing |
-
1977
- 1977-11-08 DE DE19772760052 patent/DE2760052C2/de not_active Expired
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2962794A (en) * | 1954-03-29 | 1960-12-06 | Du Pont | Method of producing elastic yarn and product |
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