DE2758221C2 - Verfahren zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen Blechen - Google Patents
Verfahren zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen BlechenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen Blechen mit
einem Kohlenstoffgehalt von etwa 0,08%, bei dem die Bleche In einer vierstufigen Wärmebehandlung unter
einer Entkohlungsatmosphäre in einem Durchlaufofen
- zunächst auf über 750° C erwärmt,
- bei dieser Temperatur zur Entkohlung und zum ausreichenden Kornwachstum geglüht,
25 - anschließend bis zur vollständigen Rekristallisation und
- schließlich unter Oxidschichtbildung auf der Blechoberfläche abgekühlt werden.
Bei einem bekannten Verfahren dieser Art werden auf der ersten Stufe der Behandlung die Bleche zwecks
Entkohlung in einer Entkohlungsatmosphäre, die 1% CO2, 15% Hr, 3% CO, Rest N2 enthält, mit einer Feuchtlgkeit,
die einem Taupunkt von +10 bis +35" C entspricht, erhitzt. Die Glühtemperatur beträgt 780°. Bei dieser
Temperatur werden die zu behandelnden Bleche während einer Zelt gehalten, die für die Bildung eines Korns
vorgegebener Größe ausreicht. Die Abhängigkeit der Korngröße von der Haltezelt wird empirisch ermittelt. Die
auf diese Welse behandelten Bleche werden danach bis zur vollständigen Rekristallisation abgekühlt und die
Abkühlung wird bis zur Bildung einer vorgegebenen Oxidschicht auf der Oberfläche der Bleche fortgesetzt.
Ein Hauptnachteil dieses Verfahrens besteht darin, daß die In dem bekannten Verfahren verwendete Atmosphäre
explosionsgefährdet Ist, weil sie 18% brennbare Komponenten (15% H2+ 3% CO) enthält, so daß spezielle
Schutzvorrichtungen, ein Verrlegelungssystem usw. zur Gewährleistung eines sicheren Ofenbetriebs vorgesehen
werden müssen, wodurch der Ofen kompliziert Im Aufbau und verteuert wird und folglich die Kosten der
Fertigerzeugnisse entsprechend hoch sind.
Die Glühbehandlung In einem Durchlaufofen, wie sie auch aus der DE-PS 9 54 607 vorgesehen Ist, unterscheidet
sich grundsätzlich von den Entkohlungsverfahren In einem Haubenofen, wie es beispielsweise aus der
DE-AS 12 53 740 bekannt 1st, wobei weder dort noch bei dem Verfahren nach der DE-PS 9 54 607 ein oxidierendes
Abkühlen vorgesehen ist.
Daß während der eigentlichen EntkohlungsglUhung eine bei Elektroblechen übliche Gefügeänderung abläuft,
Daß während der eigentlichen EntkohlungsglUhung eine bei Elektroblechen übliche Gefügeänderung abläuft,
45 ist aus der GB-PS 11 56 328 an sich bekannt
Der Erfindung Hegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen
Blechen mit einem Kohlenstoffgehalt von etwa 0,08% anzugeben, bei dem eine Entkohlungsatmosphäre verwendet
wird, die die Möglichkeit einer Explosion während der Wärmebehandlung ausschließt und die Möglichkeit
einer oxidierenden Abkühlung zur Oxidschichtbildung gewährleistet.
Dies wird bei einem Verfahren der eingangs erwähnten Gattung dadurch erreicht, daß die Entkohlungsatmosphäre
aus maximal 2% Co, 1,5 bis 4% H2 und Rest N2 besteht, wobei der Feuchtigkeitsgehalt
- in der Aufheizstufe einem Taupunkt von 7 bis 10° C,
- während der Glühdauer und dem Rekristalllsatlonsabkühlen einem Taupunkt von 30 bis 40° C und
- während der weiteren Abkühlung zur Oxidschichtbildung einem Taupunkt von 70 bis 80° C entspricht.
Ein Vorteil dieser technischen Lösung besteht darin, daß die Entkohlungsatmosphäre eine Gesamtsumme
brennbarer Komponenten enthält, die die untere Explosionsgrenze nicht überschreitet, wobei die für jede Stufe
angegebenen Werte der Taupunktstemperaturen eine genügende Entkohlung sichern. Bei der Verwirklichung
wi des erfindungsgemäßen Verfahrens kann also ein Ofen Verwendung finden, der keine Sondersysteme erfordert,
die einen explosionssicheren Betrieb gewährleisten.
Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Durchführungsbeispiels des Verfahrens zur Wärmebehandlung
von weichmagnetischen Blechen mit relativ hohem Kohlenstoffgehalt (etwa 0,08%) mit Bezug auf die Zeichnung
näher erläutert.
<>5 Die Zeichnung zeigt eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in schemailscher
Darstellung.
Die Einrichtung zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen Blechen stellt einen Durchlaufofen dar, der
eine Beschickungsvorkammer 1, eine Heizkammer 2, eine Haltekammer 3, eine Rekristallisationskühlkammer 4
zum Abkühlen bis zur vollständigen Rekristallisation, eine Oxidationskühlkammer 5, eine Austragvorkammer 6
und eine im Ofenlnnern befindliche Fördervorrichtung 7 enthält, auf der weichmagnetische Bleche 8 untergebracht
sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird mit Hilfe dieser Einrichtung wie folgt verwirklicht. Die Bleche 8
werden der Beschickungskammer 1 zugeführt. Mit Hilfe der Fördervorrichtung werden die Bleche der Reihe
nach in die Heizkammer 2, die Halfekammer 3, die Rekristallisationskühlkammer 4 und die Oxidationskühlkammer
5 überführt. Zur Wärmebehandlung der Bleche wird, wie Pfeil 13 zeigt, ein Gasgemisch mit folgender
Zusammensetzung: weniger als 2% CO, 1,5 bis 4% H2, Rest N2 der Ofenkammer zugeführt (nähere Angaben
über die Zusammensetzung der Atmosphäre sind aus der unten angeführten Tabelle zu ersehen). Zwecks
Vermeidung eines Lufteintritts in den Ofenraum wird, wit Pfeile 14 und 9 zeigen, ein ähnliches Gasgemisch
auch der Reschlckungsvorkanimer 1 und Austragvorkammer 6 zugeführt. Gleichzeitig wird Wasserdampf, wie
Pfeile 12, 11 und 10 zeigen, bis zur Erzeugung einer Feuchtigkeit in der Ofenatmosphäre, die einem Taupunkt
von 10, 35 bzw. 70° C entspricht, in die Heizkanimer 2, die Haltekammer 3 bzw. die Oxidationskühlkammer 5
geleitet.
In der Heizkanimer 2 erwärmen sich die Bleche bis auf eine Temperatur von 780° C, kommen danach in die
Haltekammer 3, werden bei einer Temperatur von 780° C im Laufe von 1,5 Stunden zur Gewährleistung der
erforderlichen Ferritkorngröße gehalten. Dann werden die Bleche in der Rekristallisationskühlkammer 4 bis auf
eine Temperatur von 650° C mit einer Geschwindigkeit von 70 k/h abgekühlt und in die Oxidationskühlkammer
5 überführt, wo sie bei einer Temperatur von 300° C mit einer Geschwindigkeit von 80 k/h abgekühlt werden,
wodurch eine Oxidationsschicht der erforlerlichen Größe entsteht. An dieser Stelle ist zu beachten, daß die
erwähnte Temperatur und Haltezeit für den Fall der Behandlung von weichmagnetischen Blechen mit einem
Kohlenstoffgehalt von 0,034 bis 0,08% angegeben sind. Ergebnisse der Behandlung von weichmagnetischen
Blechen unter verschiedenen Behandlungsverhältnissen sind In der unten angeführten Tabelle zusammengefaßt.
Probe- Stufe
stücknummer
stücknummer
Temperatur
Schutzgusrusammensetzung
Anilin/- Regel- Gas in %
Taupunktl'euchtigkeit, in 0C
CO II.. bei bei bei
Aufheizen Halten Abkühlung
3 4 5 6 7 8 9 10
und Halte- abkühltemperatur temperatur
Magnetische Eigenschaften
B:s*) Pi/so**) Pi.s/50 ***>
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 800 650
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 800 650
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 800 650
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 850 650
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 850 600
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 850 650
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 760 650
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 800 650
vor Wärmebehandlung
nach Wärmebehandlung 780 650
2,0 2,0 Rest K)
1,6 1,7 Rest 10
1,4 1,5 Rest 10
1.3 1,5 Rest 10 1,8 2,0 Rest 10
1.4 1,6 Rest 10 0 4 Rest 7 2,0 2,0 Rest 7
1.5 1,5 Rest 9
*) Bis - magnetische Induktion im Magnetfeld 25 Λ/cm feldstärke
**) Pi/5o ~ spezifische Verluste bei 0,1 T Induktion und 50 Hertz Wechsclstromfrequcnz
***) Pi.s/50 - spezifische Verluste bei 0,15 T Induktion und 50 Hertz Wechselstromfreiiuenz
35 75
35 80
35 75
35 75
35 80
35 75
40 70
30 70
32 70 W/kg
12
W/kg
13
Spezifischer Kohlenstoff-Widerstand, gehalt in in n/cm* Stufe, in %
14
15
| 1,56 | 6,77 | 12,32 | 0 | 0,034 | OO |
| 1,64 | 2,42 | 5,81 | über 1,0 | 0,007 | NJ SJ |
| 1,56 | 6,63 | 12,00 | 0 | 0,034 | 1—1 |
| 1,64 | 2,62 | 6,07 | über 1,0 | 0,012 | |
| 1,6 | 6,71 | 12,10 | 0 | 0,034 | |
| 1,63 | 2,64 | 5,96 | über 1,0 | 0,014 | |
| - | 6,79 | 12,36 | 0 | 0,034 | |
| 1,62 | 2,65 | 6,18 | über 1,0 | 0,007 | |
| _ | 6,70 | 12,37 | 0 | 0,034 | |
| 1,64 | 2.76 | 6,26 | über 1,0 | 0,005 | |
| _ | 6,71 | 12,11 | 0 | 0,034 | |
| 1,64 | 2,70 | 6,15 | über 1,0 | 0,009 | |
| 1,56 | 6,73 | 12,36 | 0 | 0,034 | |
| 1,6 | 2,7 | 6,29 | über 1,0 | 0,007 | |
| 1,56 | 6,77 | 12,32 | 0 | 0,034 | |
| 1.64 | 2,42 | 5,81 | über 1.0 | 0.008 | |
| 1,57 | 6,62 | 12,8 | 0 | 0,08 | |
| 1,64 | 2,7 | 6,3 | über 1,0 | 0,01 | |
Wie aus der oben angeführten Tabelle, in der die Ergebnisse der Behandlung von Blechen mit relativ hohem
Kohlenstoffgehalt (0,08%) nach dem erfindungsgemäßen Verfahren dargestellt sind, zu ersehen ist, nimmt der
Kohlenstoffgehalt bestenfalls bis auf 0,005% und ungünstlgenfalls bis auf 0,01496 ab, wodurch die erforderlichen
magnetischen Eigenschaften gewährleistet werden. Wie aus der Tabelle ebenfalls ersichtlich ist, ist der aufgrund
der Wärmebehandlung erreichte Prozentgehalt an Kohlenstoff von den Schwankungen der Taupunktstemperatur
und Zusammensetzung der Gasbestandteile innerhalb der erwähnten Grenzen praktisch unabhängig.
Wie während der durchgeführten Versuche festgestellt wurde, ist bei der Benutzung einer kontrollierten
Atmosphäre mit einem Feuchtigkeitsgehalt ■.lcr einem Taupunkt oberhalb der erwähnten Grenzen entspricht,
eine wesentlichere Oberflächenoxidation zu \ermerken, durch die nicht die erforderliche Güte der Oxidationsschicht erreicht wird. Bei Atmosphären mn Taupunkt unterhalb der erwähnten Grenzen nimmt der Entkohlungsgrad
ab, wodurch die erforderlichen magnetischen Eigenschaften nicht erzielt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Wärmebehandlung von welchmagnet'schen Blechen mit einem Kohlenstoffgehalt von etwa 0,08%, bei dem die Bleche In einer vierstufigen Wärmebehandlung unter einer Entkoblungsatmosphäre In einem Durchlaufofen- zunächst auf über 750° C erwärmt,- bei dieser Temperatur zur Entkohlung und zum ausreichenden Kornwachstum geglüht,- anschließend bis zur vollständigen Rekristallisation und- schließlich unter Oxidschichtbildung auf der Blechoberfläche abgekühlt werden,to dadurch gekennzeichnet, daß die Entkohlungsatmosphäre aus maximal 2% CO, 1,5 bis 4% H2 und Rest aus N2 besteht, wobei der Feuchtigkeitsgehalt- in der Aufheizstufe einem Taupunkt von 7 bis 10° C,- während der Glühdauer und dem Rekilstalllsationsabkühlen einem Taupunkt von 30 bis 40° C und- während der weiteren Abkühlung zur Oxidschichtbildung einem Taupunkt von 70 bis 80° C entspricht.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19772758221 DE2758221C2 (de) | 1977-12-27 | 1977-12-27 | Verfahren zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen Blechen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19772758221 DE2758221C2 (de) | 1977-12-27 | 1977-12-27 | Verfahren zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen Blechen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2758221A1 DE2758221A1 (de) | 1979-07-05 |
| DE2758221C2 true DE2758221C2 (de) | 1984-09-06 |
Family
ID=6027405
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19772758221 Expired DE2758221C2 (de) | 1977-12-27 | 1977-12-27 | Verfahren zur Wärmebehandlung von weichmagnetischen Blechen |
Country Status (1)
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Families Citing this family (2)
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|---|---|---|---|---|
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| DE1253740B (de) * | 1963-12-27 | 1967-11-09 | Armco Steel Corp | Verfahren zur Regelung des Volumen-verhaeltnisses von Wasserstoff/Wasserdampf einer wasserstoffhaltigen reduzierenden Atmosphaere in einem Gluehofen waehrend der Entkohlung von Stahlbunden |
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-
1977
- 1977-12-27 DE DE19772758221 patent/DE2758221C2/de not_active Expired
Also Published As
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| DE2758221A1 (de) | 1979-07-05 |
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