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Vorrichtung zur Herstellung von Ortsbrust-Bohrlöchern
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beim Vortrieb von bergbaulichen Strecken Die Erfindung bezieht sich
gattungsgemäß auf eine Vorrichtung zur Herstellung von Ortsbrust-Bohrlöohern beim
Vortrieb von bergbaulichen Strecken, von Tunnels u. dgl., - mit zum Anschluß an
eine Einschienenhängebahn eingerichtetem Plattform-Maschinengestell, zumindest einer
Lafette und
Bohrhammer, wobei die Lafette auf einem Lafettenträger
mittels Ausfahr-Zylinderkolbenanordnung ein- und ausfahrbar, zusammen mit dem Lafettenträger
mittels Radial-Verstellarm und Radial-Verstellzylinderkolbenanordnung um eine zur
Lafettenachse orthogonale Achse in bezug auf die Lafettenachse im wesentlichen radial
verstellbar sowie außerdem zusammen mit dem Lafettenträger mit Hilfe eines Schwenkantriebes
um eine zur Lafettenachse parallele Achse azimutal verschwenkbar ist, wobei ferner
der Bohrhammer auf der Lafette verfahrbar und ggf. mit der Lafette und dem Lafettenträger
zusätzlich schwenkbar ist. - Die Ausdrücke "radial verstellbar" und "azimutal verstellbar"
beziehen sich sogleich auf Koordinaten der Ortsbrust, in der die Ortsbrust-Bohrlöcher
einzubringen sind, wobei allerdings das Zentrum dieser Verstellbewegungen nicht
mit der Mitte der Ortsbrust der Strecke bzw. des Tunnels zusammenfallen muß. Der
Ausdruck "Plattrorm-Maschinengestell" meint, daß es sich um ein Maschinengestell
handelt, welches im montierten Zustand der Vorrichtung und bei horizontal verlaufender
Strecke sich im wesentlichen horizontal erstreckt, das Plattform-Maschinengestell
kann rahmenartig ausgeführt sein.
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Bei der (aus der Praxis) bekannten Vorrichtung der beschriebenen Gattung
ist die Lafette mit ihrem Radial-Verstellarm unmittelbar an das Plattform-Maschinengestell
angeschlossen. Ein Abstützarm erstreckt sich von der Rotationsachse im wesentlichen
radial nach außen, wobei an diesem Abstützarm eine Radial-Verstellzylinderkolbenanordnung
angeschlossen ist. Das beschränkt offenbar den Winkel der azimutalen Verstellbewegung
auf 1800 oder weniger, weil darüber hinaus die beschriebenen Bauteile mit Teilen
des Plattform-Muchinengestells kollidieren würden. Der Bohrhammer kann
folglich
in der Ortsbrust den Bereich nicht bedienen, der sich, projiziert auf die Ortsbrust,
gleichsam unter dem Plattform-Maschinengestell und unmittelbar senkrecht über dem
Plattform-Maschinengestell befindet. Diese Bereiche können auch dann von dem Bohrhammer
nicht bedient werden, wenn beidseits des Plattform-Maschinengestells in der beschriebenen
Weise eine Lafette mit Bohrhammer angeordnet ist, was regelmäßig der Fall ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung
so weiter auszubilden, daß der Bohrhammer die Ortsbrust in einem azimutalen Bereich
von weit über 1800 hinaus bis zum Beispiel etwa 3000 bearbeiten kann, so daß bei
Ausrüstung des Plattform-Muchinengestells mit zwei Lafetten und damit zwei Bohrhämmern
die Bohrhämmer die gesamte Ortsbrust bedienen können.
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Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß die Lafette mit
ihrem Radial-Verstellarm über einen Rotationsholm an das Plattform-Maschinengestell
angeschlossen ist, dessen Rotationsachse unterhalb des Plattrorm-Maschinengestells
angeordnet ist und der eine Länge aufweist, die etwa einem Drittel oder der Hälfte
der Breite des Plattform-Maschinengestells entspricht und daß die Lafette mit dem
Rotationsholm aus einer senkrecht nach oben weisenden Stellung des Rotationsholms
über dessen waagerecht abspreizende Stellung und über dessen senkrecht nach unten
weisende Stellung hinaus bis etwa waagerecht unter das Plattform-Maschinengestell
azimutal schwenkbar ist. Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist der
Rotationsholm darüber hinaus über die senkrecht nach oben weisende Stellung zur
Mitte des Plattform-Maschinengestells hin weiter schwenkbar, und zwar um
einen
Winkel von 10 bis 30 Grad. Um die beschriebene azimutale Schwenkbewegung des Rotationsholmes
zu ermöglichen, bestehen für die Lagerung des Rotationsholmes mehrere Möglichkeiten.
So kann das Plattform-Maschinengestell eine entsprechende Ausnehmung aufweisen.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Anordnung so zu treffen, daß das Plattform-Maschinengestell
seitliche Lagerböcke oder Lagertraversen aufweist, zwischen denen der Rotationsholm
angeordnet ist. Für den Rotationsholm ist ein Rotationsantrieb erforderlich. Der
Rotationsantrieb kann mit einem Hydraulik-Getriebemotor ausgerüstet sein, wobei
das Getriebe zweckmäßigerweise selbsthemmend ausgeführt ist, so daß durch die Reaktionskräfte,
die über den Bohrhammer, die Lafette und den Radialschwenkarm einfließen, keine
Rückstellung erfolgt. Ein anderer Vorschlag der Erfindung geht in diesem Zusammenhang
dahin, den Rotationsantrieb als Kurbeltrieb mit entsprechender Stellzylinderkolbenanordnung
auszuführen. Der Rotationsholm selbst nimmt alle Beanspruchungen dann am einfachsten
auf, wenn er im statischen Sinne als Kastentragwerk ausgeführt ist.
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Die erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung infolge der beschriebenen Anordnung des Rotationsholmes der Bohrhammer
mit den zugeordneten Maschinenaggregaten eine azimutale Schwenkbewegung von weit
über 1800 ausführen kann, ohne Schwierigkeiten eine azimutale Schwenkbewegung von
etwa 300°. Ist dann das Plattform-Maschinengestell an beiden Seiten mit Lafette
und Bohrhammer ausgerüstet, so können die Bohrhämmer die gesamte Ortes brust und
auch die Bereiche oberhalb des Plattform-Maschinengestells und unterhalb des Plattform-Maschinengestells
bedienen. Von besonderem Vorteil ist die Tatsache, daß der zusätzliche Bewegungsfreiheitsgrad,
den der Bohrhammer erfährt, mit sehr einfachen Bauteilen verwirklicht werden kann,
die
auch einfache Antriebe und für die zugeordneten hydraulischen
Aggregate die einfachen Steuereinrichtungen zulassen, die bei derartigen Maschinen
mit hydraulischen Einrichtungen üblich sind.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein AusfUhrungsbeispiel
darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert.
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Es zeigen in schematischer Darstellung Fig. 1 eine Seitenansicht einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung, Fig. 2 eine Draufsicht auf den Gegenstand nach Fig.
1, Fig. 3 einen Schnitt in Richtung A-A durch den Gegenstand nach Fig. 1, Fig. 4
in gegenüber den Fig. 1 bis 3 wesentlich vergrößertem Maßstab entsprechend der Fig.
3 und ausschnittsweise eine andere Aus führungs form einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
und Fig. 5 eine Draufsicht auf den Gegenstand nach Fig. 4.
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Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung dient zur Herstellung
von Ortsbrust-Bohrlöchern beim Vortrieb von bergbaulichen Strecken, von Tunnels
u. dgl. In den Fig. 1 und 2 ist die Ortsbrust 1 angedeutet worden. Die Vorrichtung
besteht in ihrem grundsätzlichen Aufbau zunächst aus einem zum Anschluß an eine
Einschienenhingebahn 2 eingerichteten Plattrorm-Muchinengestell 3
zumindest
einer Lafette 4 und einem Bohrhammer 5, wobei die Lafette 4 auf einem Lafettenträger
6 mittels Ausfahr-Zylinderkolbenanordnung 7 ein- und ausfahrbar, zusammen mit dem
Lafettenträger 6 mittels Radial-Verstellarm 8 und Radial-Verstellzylinderkolbenanordnung
9 um eine zur Lafette 4 orthogonale Achse 10 in bezug auf die Lafettenachse 11 im
wesentlichen radial verstellbar sowie außerdem zusammen mit dem Lafettenträger 6
mit Hilfe eines Schwenkantriebes 12 um eine zur Lafettenachse 11 parallele Rotationsachse
13 azimutal verstellbar ist. Außerdem ist jedoch die Anordnung so getroffen, daß
der Bohrhammer 5 auf der Lafette 4 verrahrbar und zusätzlich mit der Lafette 4 und
dem Lafettenträger 6 schwenkbar ist. - Diese verschiedenen Bewegungen sind in den
Fig. 1 bis 3 durch strichpunktierte Darstellungen der entsprechenden Maschinenteile
und eingezeichnete Schwenkradien bzw.
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Schwenkkreise verdeutlicht worden. Radial verschwenkbar meint dabei
die Schwenkbewegung, zu der die Schwenkradien 14, 15 gehören.
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Azimutal verstellbar meint die Schwenkbewegung, zu der die Schwenkkreise
16 gehören. Man entnimmt aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 1 bis 3 unmittelbar,
daß sich die Aussagen radial und azimutal dann auch auf die Ortes brust 1 selbst
beziehen.
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Die Lafette 4 ist mit ihrem Radial-Verstellarm 8 über einen Rotationsholm
17 an das Plattform-Maschinengestell 3 angeschlossen.
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Die Rotationsachse 13 dieses Rotationsholmes 17 ist unterhalb des
Plattform-Maschinengestells 3 angeordnet. Der Rotationsholm 17 weist eine Länge
L auf, die etwa einem Drittel oder der Hälfte der Breite B des Plrttform-Maochinengestells
3 entspricht.
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Insbes. aus der Fig. 3 entnimmt man, daß die Lafette 4 mit dem Rotationsholm
17 aus einer senkrecht nach oben weisenden Stellung des Rotationsholmes 17 über
dessen waagerecht abspreizende Stellung und über dessen senkrecht nach unten weisende
Stellung bis etwa waagerecht unter das Plattform-Maschinengestell 3 azimutal schwenkbar
ist.
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Zur Lagerung des Rotationsholmes 17 sind im Ausführungsbeispiel und
nach bevorzugter AusfUhrungsform der Erfindung Lagerböcke 18 oder Lagertraversen
19 an das Plattform-Maschinengestell 3 angeschlossen, zwischen denen der Rotationsholm
17 angeordnet ist.
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Bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 3 ist der Rotationsantrieb
20 mit einem Hydraulik-Getriebemotor ausgerüstet, der in dem Rotationsholm selbst
untergebracht ist. Bei der Ausführungs form nach den Fig. 4 und 5 ist in Abweichung
davon der Rotationsantrieb 20 als Kurbeltrieb 21 mit Stellzylinderkolbenanordnung
22 verwirklicht. Der Rotationsholm 17 selbst ist im Ausführungsbeispiel als Kastentragwerk
gestaltet.
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