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Verfahren und Vorrichtung zum Abdrehen von
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Bremsscheiben Die Erfindung betrifft nach einem ersten übergeordneten
Erfindungsgedanken ein Verfahren zum Abdrehen von Bremsscheiben von Kfz-ScheibenbremsenX
deren Bremsscheiben mit jeweils einem Paar in einem Bremssattel angeordneter, mittels
zugeordneter Bremszylinder betätigbarer Bremsklötze zusammenwirken, und bezieht
sich nach einem weiteren Erfindungsgedanken auf eine geeignete Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Arbeitsverfahrens.
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Auf Breis scheiben kot es infolge hier praktisch nicht zu verieidender
Verschiutzung, ungleichiäßigen Tragens der Bremsbeläge etc. oft zur Bildung von
Riefen, was im
Hinblick auf die erzielbare Bremsleistung unerwünscht
ist.
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Die Fachwelt steht daher häufig vor der Notwendigkeit, diese Riefen
zu beseitigen. Dies ist durch Überdrehen der Bremsscheibe möglich. Bisher wurde
daher hierzu die betreffende Bremsscheibe ausgebaut und auf einer Drehbank überdreht,
Der hierbei in Kauf zu nehmende Montageaufwand ist jedoch sehr hoch, da bei einer
Demontage der Bremsscheibe zuvor auch noch der Bremssattel demontiert werden muß.
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Außerdem besteht hierbei die Gefahr, daß die betreffende Bremsscheibe
mit Gewalt von ihrem Sitz gelöst und dabei verzogen wird. Ganz abgesehen davon erfordert
jedoch die Bereitstellung einer zum Überdrehen von Bremsscheiben geeigneten Drehbank
einen relativ hohen Einsatz, so daß nur in sehr wenigen Werkstätten solche Drehbänke
vorhanden sind.
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Man hat sich daher vielfach auch damit beholfen, daß die betreffenden
Bremsscheiben einfach gegen neue Ersatzteile ausgewechselt wurden. Hierbei entfällt
zwar ein Überdrehen dieser Bremsscheiben, der Montageaufwand zum Aus- und Einbau
dieser Bremsscheiben samt zugehörigen Bremssattel muß jedoch nach wie vor in Kauf
genommen werden. Außerdem ist davon auszugehen, daß nicht jede Werkstätte über das
notwendige Ersatzteillager verfügt, so daß vielfach auch ein nicht unerheblicher
Aufwand zur Ersatzteilbeschaffung hinzukommt.
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Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung unter
Vermeidung dieser Nachteile eine Möglichkeit zu schaffen, die es gestattet, Bremsscheiben
mit verhältnismäßig geringem Aufwand schnell und ohne Demontage zu überdrehen.
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Die Lösung dieser Aufgabe gelingt gemäß einem ersten übergeordneten
Erfindungsgedanken
in überraschend einfacher Weise dadurch, daß zunächst die Bremsklotzhalterung demontiert
und jeweils ein Bremsklotz aus seinem Sitz im Bremssattel herausgenommen wird, an
dessen Stelle dann ein mit mindestens einer Schnittleiste versehener Werkzeughalter
in den Bremssattel eingelegt wird, und daß anschließend die Bremsscheibe angetrieben
und der Werkzeughalter durch Betätigung der Bremszylinder zugestellt wird.
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Die Demontage der Bremsklötze stellt einen relativ einfachen Arbeitsgang
dar, der bei einer Überholung der Bremsanlage ohnehin anfallen würde, so daß bei
gleichzeitiger Anwendung der erfindungsgemäßen Maßnahmen praktisch überhaupt kein
zusätzlicher Montageaufwand anfällt, was die Bereitschaft zur Einhaltung der an
sich gewünschten Oberflächenqualität von Bremsscheiben sehr stark fördern und damit
insbesondere der Verkehrssicherheit dienen dürfte. Die mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Maßnahmen erzielbare Bearbeitungsgenauigkeit reicht für praktische Anwendungsfälle
vollkommen aus, da die Bremszylinder eine äußerst feinfühlige Zustellung erlauben.
Der hier notwendige Werkzeughalter stellt im Vergleich zu einer Drehbank ein verhältnismäßig
einfaches und billiges Bauteil dar, das leicht und zuverlässig in den den Bremsklötzen
jeweils zugeordneten Sitz eingelegt werden kann. Dadurch, daß jede Seite der Bremsscheibe
separat bearbeitet wird, kann einer unterschiedlichen Riefentiefe etc. voll Rechnung
getragen werden. Während die eine Bremsscheibenseite bearbeitet wird, dient dabei
der auf der gegenüberliegenden Seite zur Anlage kommende Bremsklotz als ausgezeichnetes
Gegenlager, so daß die zu bearbeitende Bremsscheibe nicht ausweichen kann. Die erfindungsgemäßen
Maßnahmen gestatten jedoch ersichtlich nicht nur eine Beseitigung von Oberflächenriefen,
sondern ermöglichen auch ein Richten leicht verzogener Bremsscheiben, die vielfach
Ursache
für einen unruhigen Lauf sind. Die erfindungsgemäßen Maßnahmen ermöglichen daher
die Lebensdauer von Bremsscheiben bei dennoch vorhandener hoher Verkehrssicherheit
nicht unwesentlich zu verlängern, was gesamtwirtschaftlich gesehen äußerst erwünscht
ist.
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Nach einem weiteren Erfindungsgedanken ist zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ein im Querschnitt in etwa einem Bremsklotz entsprechender Werkzeughalter
mit vorzugsweise etwa doppelter Bremsklotzlänge vorgesehen, der mit mindestens einer
über seine ganze Länge sich erstreckenden durchgehenden Schnittleiste versehen ist.
Die durchgehende Schnittleiste gewährleistet in vorteilhafter Weise eine gleichzeitige
Bearbeitung über dem gesamten Scheibenradius, was kurze Arbeitszeiten ergibt, Die
durchgehende Schnittleiste des Werkzeughalters wirkt beim Abdrehvorgang unter ähnlichen
Bedingungen mit der Bremsscheibe zusammen wie ein im normalen Betrieb hieran zur
Anlage bringbarer Bremsklotz, so daß dieser nach erfolgtem Abdrehvorgang sicher
mit seiner gesamten Fläche zum Tragen kommt. Ein weiterer Vorteil der vorstehend
genannten Maßnahmen ist darin zu sehen, daß mit einem derartigen Werkzeughalter
ohne weiteres beide Bremsscheibenseiten, die spiegelbildliche Verhältnisse ergeben,
bedienbar sind, Der mit einer durchgehenden Schnittleiste versehene Werkzeughalter
ist dabei jeweils lediglich mit seinem einen oder seinem anderen Ende in den Bremssattel
einzuschieben, bis im einfachen Fall sein jeweils vorderes Ende an der benachbarten
Nabe zur Anlage kommt. Bei entsprechender Länge des Werkzeughalters lassen sich
in vorteilhafter Weise Bremsscheiben aller gängigen Durchmesser bedienen und ergibt
sich gleichzeitig eine einfache Handhabung.
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Vielfach kann es sich auch als vorteilhaft erweisen, wenn
die
Seitenflanken des Werkzeughalters leicht keilförmig gegeneinander angestellt sind,
so daß sich beim Einschieben des Werkzeughalters ein sauberer Klemmsitz erreichen
läßt0 Gleichzeitig ergibt sich hierdurch eine Selbstanpassung des Werkzeughalters
an unterschiedliche Sitzweiteno In größerem Umfang läßt sich dies auch durch Auffüttern
seitlicher Paß stücke bewerkstelligen.
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Eine weitere zweckmäßige Maßnahme kann darin bestehen, daß die Schnittleiste
jeweils als in eine Nut des Werkzeughal ters einspannbarer Schneidstahl ausgebildet
ist. Hierdurch ist eine leichte Auswechselbarkeit sichergestellt. Zweckmäßigerweise
kann zur Bildung der Schnittleiste daher ein sogenannter Vierschneidenstahl Verwendung
finden, was hohe Betriebszeiten ohne die Notwendigkeit einer Werkzeugschärfung ermöglicht.
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In weiterer Fortbildung der Erfindung kann parallel zur Schnittleiste
jeweils eine Spanauffangnut vorgesehen sein, von der zur gegenüberliegenden Werkzeughalterseite
führende Spanabfuhrbohrungen abgehen. Diese Maßnahmen sichern eine saubere Spanabfuhr
und gewährleisten damit eine hohe Oberflächengüte und gleichzeitig eine ausgezeichnete
Sicht, Eine ganz besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kann darin bestehen,
daß jeweils zwei hintereinander angeordnete, vorzugsweise als Schrupp- bzw, Schlichtwerkzeug
ausgebildete Schnittleisten vorgesehen sind. Diese Maßnahmen gewährleisten nicht
nur ausgezeichnete Oberflächengüte sondern erbringen gleichzeitig auch eine zweimalige
Abstützung des Werkzeughalters an der jeweils zu bearbeitenden Bremsscheibe, so
daß auch bei relativ rauher Betriebsweise Kippbewegungen etc. nicht zu befürchten
sind,
Ein weiterer besonders bevorzugter Erfindungsgedanke im Zusammenhang
mit der Durchführung des übergeordneten Verfahrens kennzeichnet sich durch eine
Bremsscheiben-Antriebseinheit mit einem Getriebemotor, der abstriebsseitig mit einer
mit der Fahrzeugnabe kuppelbaren Lochscheibe versehen ist. Hiermit ist es möglich,
unabhängig vom Fahrzeugantrieb praktisch jede gewünschte Schnittgeschwindigkeit
zu bewerkstelligen. Eine Geschwindigkeit von 160 U/Min hat sich für viele Fälle
als besonders zweckmäßig erwiesen0 Die Lochscheibe kann mit an unterschiedliche
Fahrzeugtypen angepaßten Teilkreisen versehen sein, was in vorteilhafter Weise praktisch
universelle Verwendbarkeit gestattet.
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Eine bevorzugte Weiterbildung der vorstehend genannten Maßnahmen kann
darin bestehen, daß der mit einer Lochscheibe versehene Getriebemotor auf einem
fahrbaren Bock angeordnet ist, was die Handhabung wesentlich erleichtert.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung in Verbindung mit den
Ansprüchen.
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Hierbei zeigen: Figur 1 ein Anwendungsbeispiel der Erfindung anhand
eines teilweise im Schnitt dargestellten Bremssattels, Figur 2 ein erstes Ausführungsbeispiel
für einen Werkzeughalter im Schnitt, Figur 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel für
einen Werkzeughalter in einer der Fig. 2 entsprechenden Darstellung,
Figur
4 eine schematische Darstellung einer Antriebseinheit und Figur 5 eine Ansicht der
mit der Fahrzeugnabe kuppelbaren Lochscheibe.
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Der in Fig. 1 ausschnittsweise dargestellten, mit 1 bezeichneten Bremsscheibe
ist ein seitlich angeordneter, als Ganzes mit 2 bezeichneter Bremssattel zugeordnet,
der aus zwei miteinander verschraubten Hälften besteht, zwischen denen die Bremsscheibe
1 hindurchgeführt ist. In Fig. 1 ist nur die hintere Sattelhälfte dargestellt. Der
Sattel 2 ist mittels einer an die in Fig. 1 dargestellte Sattelhälfte angeformten
Halteleiste 3 am Gehäuse festelgbar. Jede Sattelhälfte nimmt einen Bremsklotz 4
auf, der üblicherweise aus einem mit einem Bremsbelag versehenen Stahlblech besteht.
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Zur Bewerkstelligung eines Bremseingriffs ist jedem Bremsklotz 4 ein
in Fig. 1 bei 5 angedeuteter, hydraulischer Bremszylinder zugeordnet, der über das
Bremspedal betätigbar ist. Zur Halterung der Bremsklötze sind im Sattel steg angeordnete
Stifte 6 vorgesehen, die an das Rückenblech der beiden Bremsklötze 4 jeweils angeformte
Laschen 7 durchsetzen. In der Regel sind die Bremsklötze 4 noch mittels einer hier
nicht näher dargestellten, an den Stiften 6 abgestützten Kreuzfeder-Anordnung verspannt.
Die Bremsklötze 49 die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen, sind einfach
durch Abnehmen der genannten Kreuzfeder-Anordnung und Herausziehen der Stifte 6
demontierbar.
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Zum Abdrehen der Bremsscheibe 1 wird jeweils ein Bremsklotz 4
aus
seinem Sitz in der zugeordneten Sattelhälfte herausgenommen und anstelle dieses
herausgenommenen Bremsklotzes ein vorzugsweise querschnittsgleicher, in Fig. 1 mit
strichpunktierten Linien angedeuteter Werkzeughalter 8 eingesetzt, Der Werkzeughalter
8 kann dabei einfach von der Nontageöffnung 9 des Bremssattels 2 her in diesen eingesteckt
werden, bis sein vorderes Ende an der benachbarten, hier bei 10 angedeuteten Nabe
zur Anlage kommt. Da bei unterschiedlichen Baugrößen und unterschiedlichen Typen
von Kraftfahrzeugen mit unterschiedlichem Nabendurchmesser gerechnet werden muß
und das aus dem Bremssattel 2 herausragende Ende des Werkzeughalters 8 eine zuverlässige
Handhabung gestatten soll, wird der Werkzeughalter 8 zweckmäßigerweise hinreichend
lang ausgeführt. Wie Versuche gezeigt haben, kommt man etwa mit im Vergleich zu
normalen Bremsklötzen doppelter Länge in praktisch allen Fällen aus. Der Vorschub
des Werkzeughalters 8 zur Bewerkstelligung eines Bearbeitungseingriffs mit der Bremsscheibe
1 wird auf einfache Weise wie der Vorschub der Bremsklötze 4 durch die Bremszylinder
5 bewerkstelligt, die mittels des Bremshebels äußerst feinfühlig betätigbar sind.
Die beiden Seiten der Bremsscheibe 1 werden zweckmäßigerweise nacheinander bearbeitet.
Hierdurch ist sichergestellt, daß jede Scheibenseite entsprechend der hier vorgefundenen
Riefentiefe etc. bearbeitet werden kann. Zweckmäßigerweise wird dabei so vorgegangen,
daß jeweils nur der Bremsklotz der gerade zur Bearbeitung anstehenden Seite aus
seinem Sitz herausgenommen wird. Der dem hier eingestellten Werkzeughalter 8 gegenüberliegende
Bremsklotz stellt somit eine ausgezeichnete Abstützung der Bremsscheibe während
des Drehvorgangs sicher. Anschließend wird der Werkzeughalter 8 auf die gegenüberliegende
Seite umgesetzt und die zuerst bearbeitete Seite zur Bewerkstelligung der vorher
erwähnten Abstützung mit einem entsprechenden Bremsklotz bestückt. Während des Drehvorgangs
muß die Bremsscheibe 1 angetrieben werden. Eine bevorzugte Art
dieses
Antriebs wird weiter unten beschrieben.
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Der Werkzeughalter 8 ist, wie insbesondere die Fig. 2 und 3 näher
erkennen lassen, zweckmäßig als massiver Rechteckblock ausgebildet, der auf seiner
Vorderseite mindestens eine über seine ganze Länge durchgehende Schnittleiste aufweist,
die beim Abdrehen der Bremsscheibe 1 in vorteilhafter Weise eine Fläche herstellt,
auf welcher der später hiermit zusammenwirkende Bremsbelag voll zum Tragen kommt.
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Der der Fig. 2 zugrundeliegende Werkzeugträger 8 ist mit einer Schnittleiste
11 bestückt, Wie Versuche gezeigt haben, lassen sich hiermit bereits ausgezeichnete
Arbeitsergebnisse erreichen. Zweckmäßigerweise befindet sich die Schnittkante 12
dieser Schnittleiste 11 etwa in Werkzeughaltermitte, so daß sich eine saubere Anlage
der Rückseite 13 des Werkzeughalters 8 am Bremszylinder 5 einstellt. Bei dem in
Fig0 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist seitlich neben der Schnittleiste 11
eine vorzugsweise federnd abgestützte Dämpfungskugel 14 angeordnet, die über die
Werkzeughalteroberfläche vorsteht und damit scheibenseitig eine doppelte Werkzeughalter-Abstützung
gewährleistet. Zweckmäßigerweise können etwa zwei auf die Länge des Werkzeughalters
verteilte Dämpfungskugeln 14 vorgesehen sein. Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
sind zwei hintereinander angeordnete Schnittleisten 15 und 16 vorgesehen. Die in
Arbeitsrichtung vordere Schnittleiste 15 kann dabei zweckmäßig als Schruppwerkzeug,
die dahinterliegende Schnittleiste 16 als Schlichtwerkzeug ausgebildet sein, was
eine besonders hohe Oberflächengüte erreichen läßt. Die beiden nebeneinander angeordneten
Schnittleisten 15 und 16 bewerkstelligen bereits eine zweimalige Abstützung des
zugehörigen Werkzeughalters, so daß hier zusätzliche Stützmittel wie die in Fig.
2 angedeuteten Dämpfungskugeln 14 etc. entfallen können.
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Die Schnittleisten 11 bzw. 15 bzw. 16 können an den jeweils zugehörigen
Werkzeughalter 8 angeformt sein. Im dargestellten, besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
sind die Schnittleisten 11 bzw. 15 bzw. 16 jeweils als vom zugehörigen Werkzeughalter
separater Schneidstahl ausgebildet, der in eine jeweils zugehörige Werkzeughalter-Nut
17 einspannbar ist. Der die Schnittleiste 11 bildende Schneidstahl ist, wie Fig.
2 anschaulich erkennen läßt, als im Querschnitt rechteckförmiger Vierschneidenstahl
ausgebildesto Der Nutgrund der zugeordneten Nut 17 fällt dabei zweckmäßigerweise
schräg nach hinten ab, so daß sich im Bereich der Schnittkante 12 der gewünschte
Schnitt- und Freiwinkel ergibt. Durch einfachen Wechsel der Schnittkante lassen
sich hierbei hohe Standzeiten erreichen, ohne daß zwischendurch ein Schärfvorgang
notwendig wäre0 Zum Spannen der Schnittleiste 11 können einfach hier durch ihre
Mittellinien angedeutete, parallel zum Nutgrund angeordnete Spannschrauben 18 vorgesehen
sein. Vielfach kann es sich dabei als zweckmäßig erweisen, die Schnittleiste 11
wie in Fig. 2 erkennbar ist, mittels einer durchgehenden Spannleiste 19 zu hinterlegen,
was eine gleichmäßige Verteilung der Spannkraft auf der gesamten Länge und gleichzeitig
eine höchst erwünschte Schonung der benachbarten Schnittkanten ergibt0 Die Schnittleisten
15 bzw. 16 nach Fig. 3 werden beispielsweise durch einfache Schneidstähle gebildet,
die vorzugsweise in normale Rechtecknuten einsetzbar sind. Zum Spannen dieser Schneidstähle
sind hier wiederum von der jeweils benachbarten Seitenfläche des zugehörigen Werkzeughalters
her einschraubbare Spannschrauben 20 vorgesehen, die hier der Einfachheit halber
ebenfalls lediglich durch ihre Mittellinien angedeutet sind. Die Köpfe der Spannschrauben
18 bzw. 20 sind zweckmäßigerweise versenkt, so daß sich saubere, ununterbrochene
Seitenflanken ergeben.
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Zur Bewerkstelligung einer sauberen Spanabfuhr sind in den
dargestellten
Ausführungsbeispielen jeweils parallel zu den Schnittleisten 11 bzw. 15 bzw. 16
verlaufende Spanauffangnuten 21 vorgesehen, von denen jeweils zur gegenüberliegenden
Werkzeughalter-Unterseite 13 führende Bohrungen 22 abgehen, über die die anfallenden
Späne nach hinten abgeführt werden. Die Achse dieser Bohrungen kann vorzugsweise
wie bei dem Beispiel nach Fig. 2 leicht fallend gelegt sein, was die Spanabfuhr
noch erleichtert, Vielfach kann es sich auch als zweckmäßig erweisen, die der jeweils
benachbarten Schnittleiste zugewandte Kante der Spanabfuhrnuten abzuschrägen, wie
in Fig. 3 bei 23 angedeutet ist.
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Hierdurch ergibt sich eine besonders sichere Spanaufnahme.
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Der einen Werkzeughalter 8 bildende Block wird zweckmäßigerweise in
bestimmten Standardmaßen hergestellt. Zur Anpassung an unterschiedliche Sitzweiten
im Bereich der Bremssättel unterschiedlicher Fahrzeugtypen können hierbei seitlich
aufzufütternde Paßstücke vorgesehen sein, wie in Fig. 2 bei 24 angedeutet ist. Diese
Maßnahme erlaubt eine starke Rationalisierung der Herstellung. Der in Fig. 1 angedeutete
Werkzeughalter 8 ist mit parallelen Seitenflanken versehen.
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Vielfach kann es sich aber auch als zweckmäßig erweisen, wenn die
Seitenflanken des Werkzeughalters leicht keilförmig gegeneinander angestellt sind,
wie in Fig. 3 bei 25 angedeutet ist. Hierdurch läßt sich beim Einschieben eines
derartigen Werkzeughalters in einen Bremssattel innerhalb eines weiten Toleranz
feldes ein strammer Sitz erreichen.
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Der Antrieb der Bremsscheibe 1 während der Dreharbeiten kann unter
Umständen über den vorhandenen Fahrzeugantrieb erfolgen. Im hier geschilderten Beispiel
soll hierzu eine in Fig.
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4 näher dargestellte, als Ganzes mit 30 bezeichnete Antriebseinheit
vorgesehen sein. Diese Antriebseinheit 30 besteht aus eines Elektromotor 31, dem
ein Untersetzungsgetriebe 32 nachgeordnet ist. Zweckmäßigerweise wird die Motordrehzahl
hiermit
so untersetzt, daß sich im Bereich der zu bearbeitenden Bremsscheibe eine Drehzahl
von 160 U/Min ergibt.
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Diese Geschwindigkeit hat sich bei Versuchen als optimal erwiesen.
Der Abtriebsstummel 33 des Untersetzungsgetriebes 32 ist, wie Fig0 4 weiter erkennen
läßt, mit einer Lochscheibe 34 versehen, die zum Antrieb der Bremsscheibe 1 mit
der dieser jeweils benachbarten Radnabe 35 zu verbinden ist.
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Die hierfür verwendeten Schrauben sind in Fig. 4 bei 36 angedeutet.
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Die Lochscheibe 34 ist, wie Fig. 5 näher erkennen läßt, zweckmäßigerweise
mit einer Anzahl auf die Naben verschiedener Fahrzeugtypen abgestimmter Lochkränze
47 versehen, was eine universelle Verwendbarkeit der Antriebseinheit 30 gestattet.
Zur Bewerkstelligung einer leichten Austauschbarkeit der Lochscheibe 34 ist diese
zweckmäßig abnehmbar auf dem Abtriebsstummel 33 angeordnet. Hierdurch ist es ohne
weiteres möglich, Lochscheiben mit veralteten Lochteilungen etc. auszutauschen.
In der Regel kommt man mit einer Lochscheibe aus. Es wäre aber auch ohne weiteres
denkbar, mehrere Wechsel-Lochscheiben auf Lager zu nehmen.
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Zweckmäßigerweise ist die komplette Antriebseinheit 30 auf einem fahrbaren
Bock 38 montiert. Hierdurch ergibt sich, wie Fig. 4 anschaulich erkennen läßt, eine
leichte Bedienbarkeit. Unter Umständen kann es vorteilhaft sein, auf dem Bock 38
einen hier nicht näher dargestellten Behälter zur Aufnahme von der Schnittstelle
etwa zuzuführendem Schmiermittel vorzusehen. In einer bevorzugten Ausführungsform
kann hierzu gleichzeitig eine Schmiermittelpumpe vorgesehen sein, die gegebenenfalls
ebenfalls über den Motor 31 anzutreiben ist.
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Die vorstehenden Ausführungen lassen erkennen, daß das erfindungsgemäße
Bremsscheiben-Abdrehverfahren
beim Wechsel verschlissener Bremsbeläge praktisch keinen zusätzlichen Montageaufwand
erfordert, Das betreffende Fahrzeug wird dabei wie zum Wechsel der Bremsklötze in
Stellung gebracht.
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Die Bremsscheibe 1 und der Bremssattel 2 brauchen hierzu, wie Fig.
4 anschaulich erkennen läßt, nicht demontiert zu werden0 Nach der Demontage der
Bremsklotzhalterung aus dem nicht zu demontierenden Bremssattel wird etwa die Antriebseinheit
30 in die der Fig. 4 zugrundeliegende Stellung gebracht, Danach wird ein erster
Bremsklotz aus seinem Sattelsitz herausgenommen und durch den erfindungsgemäßen
Werkzeughalter 8 ersetzt, während der gegenüberliegende Bremsklotz noch in Stellung
bleibt. Durch Inbetriebnahme der Antriebseinheit 30 und Betätigung der Bremszylinder
5 wird die erste Seite der zu bearbeitenden Bremsscheibe abgedreht. Eine Betriebsdrehzahl
von etwa 160 U/Min hat sich hierfür als besonders zweckmäßig erwiesen. Nach Beendigung
dieses Arbeitsgangs wird der gegenüberliegende Bremsklotz herausgenommen und der
Werkzeughalter auf diese Seite umgesetzt. Die durchgehende Schnittleiste erlaubt
dabei eine spiegelbildliche Anordnung, so daß die Drehrichtung beibehalten werden
kann.
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Gleichzeitig wird auf der bereits bearbeiteten Bremsscheibenseite
der hierfür vorgesehene neue Bremsklotz in Stellung gebracht. Darauf folgt die Bearbeitung
der zweiten Bremsscheibenseite und die anschließende Bestückung mit dem hierfür
vorgesehenen neuen Bremsklotz0
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