-
-
Verfahren zum biologischen Reinigen
-
bzw. Beseitigen flüssiger, fester und schädlicher Abfallstoffe Bisher
werden Abfallstoffe unterschiedlicher Art, und zwar Abwässer, Feststoffabfälle,
wie Müll, sowie Schadstoffe, beispielsweise giftige Industrieabfälle, nicht nur
räumlich an teilweise oft weit voneinander entfernten Orten, sondern auch verfahrensmäßig
in vollkommen getrennten Anlagen mehr oder weniger unbefriedigend beseitigt.
-
So findet beispielsweise die Abwasserreinigung vollkommen unabhängig
von der Feststoffbeseitigung statt, und zwar wird die Abwasserreinigung in mechanischen,
biologischen und/oder chemischen Reinigungsanlagen durchgeführt, wobei
im
allgemeinen die mechanische Reinigungsanlage neuerdings immer mit einer biologischen
Anlage verbunden ist. Im Bereich der Industrieabwasseraufbereitung tritt als dritte
Stufe noch die chemische Reinigung hinzu. Das Ergebnis der Reinigung sind im allgemeinen
ein nur mehr oder weniger optisch gereinigtes Wasser, das an die Vorflut abgegeben
wird, und der vom Wasser abgeschiedene Schlamm sowie Rechengut und andere bei der
mechanischen Reinigung angefallene Bestandteile.
-
Bei den bekannten Abwasserreinigungsverfahren ist der Sauerstoffeintragungswirkungsgrad
äusserst gering. Unter Ansatz einer exakten ökol«pschen Bilanzierung befinden sich
diese Anlagen insofern in einem kritischen Bereich, als die ökologische Bilanz meistens
negativ ausfällt, und zwar insbesondere wegen des zu niedrigen Sauerstoffeintragungswirkungsgrades.
-
Die bekannten Verfahren zur Schlammaufbereitung haben einen schlechten
ökologischen Wirkungsgrad. Die Schlammfaulung ist selbst bei Ausnutzung der dabei
anfallenden Energie sehr teuer. So ist der durch die Abwärme erzeugte Strom um ein
Vielfaches teurer als der aus einem öffentlichen Netz entnommene Strom. Der Schlamm
selbst wird durch die Faulung keineswegs umweltfreundlicher, sondern büßt dabei
von seinen gefährlichen Agenzien nichts ein und muß deshalb einer weiteren Aufbereitungsstufe
zugeführt werden. Innerhalb dieser Aufbereitungsstufe ist ein wichtiger Bestandteil
die Schlammentwässerung. Diese Entwässerung muß unter Einsatz sehr aufwendiger Maschinen
und Apparaturen sowie unter
Verwendung großer Mengen Chemikalien,
überwiegend von Eisensalzen, durchgeführt werden. Dieses Schlammentwässerungsverfahren
isQzunächst sehr teuer und ausserdem bereitet der mit Eisensalzen präparierte Schlamm
bei der späteren biologischen Behandlung besondere Schwierigkeiten, weil die Anwesenheit
der großen Eisensalzmengen jede Form der biologischen Verarbeitung bremst.
-
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln,
das ein wirtschaftliches ökologisches Reinigen bzw. Beseitigen flüssiger, fester
und schädlicher Abfallstoffe unterschiedlichster Art ermöglicht.
-
Das zur Lösung dieser Aufgabe entwickelte Verfahren besteht erfindungsgemäß
darin, daß Klärschlamm und Müllkompost unter Auslassung einer Entwässerungsstufe
mengenmäßig so vermischt werden, daß das Gemisch einen Feuchtigkeitsgrad von etwa
fünfzig bis fünfundfünf zig Prozent erreicht, worauf das so entstandene Gemisch
durch dynamische und/oder statische Rottevorgänge kompostiert wird.
-
Das so eingedickte Klärschlamm-Kompost-Gemisch kann dann im Zuge der
anfallenden Mengen dem zu verarbeitenden Müll kontinuierlich wieder zugeschlagen
werden.
-
Da erfahrungsgemäß Klärschlamm und Feststoffabfälle etwa in gleicher
Menge anfallen und der Klärschlamm im Mittel einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa
fünfundneunzig Prozent hat, die Feststoffabfälle im Mittel aber nur einen solchen
von
etwa fünfunddreißig Prozent, wird das in der ersten Aufbereitungsstufe erzielte
Rottegut mindestens ein zweites Mal mit Klärschlamm so vermischt, daß das neue Gemisch
wiederum einen Feuchtigkeitsgehalt von fünfzig bis fünfundfünf zig Prozent hat,
worauf jeweils erneut eine Kompostierung durch dynamische und/oder statische Rottevorgänge
erfolgt.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber den bisher bekannten
und gebräuchlichen Verfahren zum Beseitigen von Abfallstoffen folgende Vorteile:
1. Der hohe Aufwand an maschinellen und apparativen Einrichtungen für die Schlammentwässerung
entfällt vollständig.
-
2. Es erübrigt sich der Einsatz sehr teurer Chemikalien zwecks Vorbereitung
der Schlammentwässerung.
-
3. Durch die Zugabe von Vollkompost oder Kompost wird von vornherein
für die biologische Verarbeitung des Schlammes ein ideales Stickstoff-Kohlenstoff-Gleichgewicht
hergestellt.
-
4. Der Klärschlamm kann in einer ideal lockeren Form dem Müll zugegeben
und dann in dem gemeinsamen biologischen Verwandlungsverfahren optimal biologisch
umweltfreundlich verwandelt werden.
-
5. Bei der Schlammaufbereitung entfällt der bisherige chemische Anteil,
nämlich die Zugabe von Eisensalzen zum
Zwecke der Flockung, die
den gesamten biologischen Prozeß der Klärschlamm-Müll-Verarbeitung erheblich abbremst.
-
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet man vorzugsweise
eine Anlage, die einen mit einem Vorzerkleinerer für Sperrmüll ausgestatteten Bunker
zur Aufnahme von Haus-, Industrie- und Sperrmüll aufweist, an den sich eine Kaskadenmühle
und eine Siebtrommel anschließen.
-
Ferner weist die Anlage mindestens eine Belüftungsplatte auf.
-
Der Klärschlamm wird der Anlage unmittelbar vor der Kaskadenmühle
zugeführt und in dieser mit dem Müll vermischt, und zwar erfindungsgemäß so, daß
das Gemisch einen Feuchtigkeitsgrad von etwa fünfzig bis fünfundfünfzig Prozent
erreicht. Dem Mischgut wird dann in der Siebtrommel Luft zugeführt. Nach dem Verlassen
der Trommel gelangt das Mischgut über eine Förderbahn auf eine Belüftungsplatte,
auf welcher es durch einen dynamischen oder statischen Rottevorgang kompostiert
wird.
-
Ds so erzielte Rottegut wird vorzugsweise noch ein zweites Mal der
Anlage zugeführt und darin mit Klärschlamm so vermischt, daß dasineue Gemisch wiederum
einen Feuchtigkeitsgehalt von fünfzig bis fünfundfünfzig Prozent hat, worauf sich
der beschriebene Durchlauf durch die Anlage wiederholt. Auf diese Weise ist es möglich,
etwa gleiche Mengen von Klärschlamm und Feststoffen in der Anlage zu veradmiten.
Am Ende entsteht ein hochwertiges Endprodukt,
das sich insbesondere
durch extrem hohe Feuchtigkeitsbinde- und Wärmebindeeigenschaften auszeichnet. Es
handelt sich also um ein ideales Material im Sinne der gesamten Filtertechnik und
überhaupt der gesamten Absorbtionstechnik.
-
Aus der Eigenschaft dieses Materials ergibt sich ferner die Möglichkeit,
mit dem Klärwerk und dem Kompostwerk eine dritte Hauptstufe direkt zu verbinden,
nämlich die sogenannte Neutralisationsdeponie als Beseitigungsstufe schwieriger
Abfälle, wie beispielsweise die gesamte komplexe Gruppe der Schadstoffe.
-
Ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren entstandener Kompost ist
insbesondere hinsichtlich seiner Absorberfähigkeit derartig qualifiziert, daß er
im allgemeinen pro Tonne bis zu zwanzig Kilogramm schwieriger Schadstoffe abnehmen
kann.
-
Für Schadstoffe leichterer Art gelten selbstverständlich andere Mengenverhältnisse.
Diese angegebenen Mengen gelten sowohl für gasförmige, flüssige als auch für feste
Schadstoffe.
-
Wenn die vorerwähnten drei Hauptstufen räumlich zusammengefaßt werden,
ergeben sich optimale ökologische, ökonomische und auch technische Werte. Naturgemäß
ist es auch möglich, die Stufen räumlich voneinander zu trennen, jedoch sinken dann
die ökonomischen Wirkungsgrade wegender zusätzlichen Transportaufwendungen. Der
durch den zusätzlichen Transportaufwand verminderte ökonomische Wirkungsgrad liegt
aber immer noch erheblich über dem Wirkungsgrad, der mit den bisher gebräuchlichen
Verfahren erzielbar ist.