DE2636034A1 - Verfahren zum laden gasdichter akkumulatoren - Google Patents
Verfahren zum laden gasdichter akkumulatorenInfo
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Description
EAP-Ksr/Mar 2836034
VARTA Batterie Aktiengesellschaft 3000 Hannover 21, Am Leineufer 51
Verfahren zum Laden gasdichter Akkumulatoren
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Laden gasdichter Akkumulatoren bis zu einer vorgegebenen Grenzladespannung.
Zur Ladung von Akkumulatoren sind die verschiedensten Ladeverfahren
bekannt, wobei das Ladeverfahren insbesondere auch der jeweiligen Bauart des Akkumulators angepaßt ist. Beispielsweise werden gasdichte Akkumulatoren mit Sinterelektroden üblicherweise entweder mit konstantem Strom geladen (I-Kennlinie) oder mit fallendem Strom (tü-Kennllnie). Der konstante Strom liegt dabei meistens im Bereich van I,„
bia 10 I„. Bei der Ladung mit abfallendem Strom fällt der Strom beispielsweise von 1,5 I10 auf 0,9 I10. (Unter I10 ist dabei der Stro;n
zu verstehen, mit dem der vollgeladene Akkumulator bei Normaltemperatür in 10 Stunden entladen wird. Bei einem Akkumulator mit der Nennkapazität 15 Ah beträgt I10 daher 1,5 A).
Die Beendigung dea Ladens erfolgt ebenfalls nach den verschiedensten
Verfahren anhand eines oder mehrerer Parameter, die vom Akkumulator abgeleitet werden. Beispielsweise wird Über die Akkumulatorenspannung, Ober den Anstieg der Akkumulatorenspannung oder Ober besondere
Hilfselektroden im Akkumulator eine Steuerung zur Beendigung des Ladens vorgenommen oder es werden mit dem Akkumulator Kapazitätszähler
verbunden oder es erfolgt eine zeitliche Begrenzung des Ladens bei manueller überwachung,
Am stärksten verbreitet ist die Steuerung des Ladens Ober die Ladsapannung. Dabei erfolgt das Laden bis zu einer Ladegrenzspannung, die
so festgelegt 1st, daß eine unzulässige Gaaung des Akkumulators und
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damit Druckaufbau und überhitzung vermieden wird. Diese Ladegrenzspannung muß außerdem stets unterhalb der Spannung liegen, bei der eine
lüasserstoff entwicklung im Inneren der Zelle auftritt. Diese Spannungsgrenze liegt üblicherweise bei gasdichten, alkalischen Nickel/Cadmium-Akkumulatoren in prismatischer Ausführung mit Sinterelektroden bei
normaler Raumtemperatur knapp unter 1,6 U/Zelle.
Der LadeprozeB eines Akkumulators ist von der Reaktionsgeschwindigkeit
der umzuwandelnden Massen in den Elektroden abhängig; die Höhe des
Stromes und die Betriebstemperatur der Zellen sind hierfür von ausschlaggebender Bedeutung·
Bei Raumtemperatur um 20° C und nur geringfügig höheren Zellentemperaturen lassen sich mit Ladeströmen im Bereich von J5 bis 3.Q bei Anwendung von Ladefaktaren 1,2 bis 1,4 gute Ladeergebnisse erzielen, d.h.
die Nennkapazität wird bei der nachfolgenden Entladung von der Zelle erbracht. Die Ladezeiten liegen hierbei zwischen 7h (beim Laden mit Jg)
und 14h (beim Laden mit J1Q)(Ladefaktor 1,4).
Erhöht man bei Raumtemperatur den Ladestrom merklich über J5 hinaus,
so wird unter Umständen bereits vor dem Einladen der Nennkapazität die
oben beschriebene Spannungsgrenze von 1,6 U/Zelle erreicht und das Laden muß daher vorzeitig abgebrochen werden, d.h. man erreicht nur- eins
Teilladung und beim anschließenden Entladen liefert die Zelle dementsprechend weniger als die Nennkapazität·
Bei Temperaturen unterhalb 20° C steigt bei Ladeströmen in der Größenordnung J5 bis J1Q die Zellspannung umso schneller an, je niedriger
die Temperatur ist. Die Spannungsgrenze van 1,6 U/Zelle wird dann bei
-10° C beispielsweise schon erreicht, wenn nur eine Teilladung von ca.
BD % erreicht ist. Umgekehrt uird beim Laden mit den gleichen Strömen
bei hohen Temperaturen, beispielsweise +40° C, eine Spannung van ca.
1,45 UoIt auch bei unbegrenzt fortgesetztem Laden nicht überschritten.
Aus diesen Gründen wird bei den genannten Ladeströmen bei -IG C die
Ladung bei einer Ladegrenzspannung knapp unter 1,6 U/Zelle und bei +4O0 C-bei einer Ladsgrenzspannung von weniger als 1,45 U/Zelle abgebrochen. Die durch diese beiden Eckpunkte verlaufende Garade hat eine
Neigung von »3,75 bis -3,33 mV/grd, d.h. die Abschaltspannung ernie-
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drigt sich bei steigender Temperatur.
Da bei hohen Temperaturen der Ladungsspannungsanstieg der Akkumulatoren
gegen Ende des Ladens nur noch undeutlich hervortritt, ist eine erniedrigte Abschaltspannung zur sicheren Abschaltung notwendig. Dies
bedeutet jedoch mit Sicherheit, daß bei hohen Temperaturen das Laden vorzeitiger beendet uiird. Dahsr ist die eingeladene Strommenge bei höherer
Umgebungstemperatur immer niedriger als bei normaler Temperatur.
Hinzu kommt, daB bei Laden im höheren Temperaturbereich bei Ladeströmen
von J5 bis J1Q der Lsdeuirkungsgrad bzuu das Ladungsaufnahmevermögen
(Verhältnis von zugeführter Ladungsmenge : elektrochemisch gespeicherter Ladungsmenge) zunehmend schlechter wird, uias zu einer weiteren
Temperaturerhöhung der Zelle und damit zu weiter vorgezogener Abschaltung der Ladung beiträgt«,
Generell gilt, daß verminderter Ladewirkungsgrad und damit einhergehende
Temperaturerhöhung eine l/erschuiEndung an elektrischer Energie bedeuten
und daß sie außerdem die Lebenserwartung der Zellen herabsetzen. Ein aptimaler Ladeuirkungsgrad, etua bei 0,9 liegend, ist daher stets
erstrebenswert.
Eine Verschlechterung des Ladeuilrkungsgrades unter 0,9 tritt stets in
der Endphase des Ladens auf. Sie äußert sich in dem obengenannten Anstieg der Zellentemperatur. Man nutzt diesen Temperatureffekt dementsprechend
such zur Ladekontrolle aus, indem man den Zellen Temperaturfühler
zuordnet, die bei bestimmten Grenztemperaturen den Ladestrom reduzieren oder abschalten. Durch die Ladestromreduktion kann die Ladung
zuiar waiter fortgesetzt werden, jedoch, wie die Erfahrung gelehrt
hat, nur unter Verschlechterung des Ladeuiirkungsgrades und zwar abgeschwächtem,
jedoch fortgesetztem Anstieg der Zellentemperatur· Des weiteren führt eine auf diese bJeise fortgesetzte Ladung nur zu einer Teilnutzung
der Zellenkapazität· Auch bekannte Verfahren, die über Temperaturfühler
die Änderungsgeschbiindigkeit der Zellentemperatur messen und
solange mit konstanten Schnelladestrom laden, bis diese Anderungsge-Hchuindigkeit
einen vorgegebenen Grenzwert erreicht, um dann den Ladestrom durchzuschalten oder zu verringern, tragen nicht den Bedürfnissen
der Zellen Rechnung und führen nur zu Teilladungen.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur beschleunigten Ladung zu entwickeln, welches bei hohem Ladewirkungsgrad
zu einer vollständigen Ladung des Akkumulators führt, und zwar in einem weiten Temperaturbereich, Insbesondere in einem Temperaturbereich
von beispielsweise -10° C bis +*»5D C.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Ladestrom mit der Zellentemperatur gleichsinnig geändert wird, wobei er
mit steigender Temperatur ansteigt und mit fallender Temperatur absinkt.
Die vorgegebene Grenzladespannung bzw. Abschaltspannung ist abhängig
von der Bauart des verwendeten Akkumulators. Sie liegt wie üblich in jedem Falle unterhalb der Spannung, bei der eine Wasserstoffentwicklung auftreten würde, und vorteilhafterweise im Bereich von ca. 1,55 V.
Selbstverständlich ist es auch möglich, in an sich bekannter Weise die
Grenzladespannung bzw. Abschaltspannung ebenfalls mit steigender Temperatur mit einem negativen Temperaturkoeffizienten zu kompensieren.
Die Ladung erfolgt gemäß der Erfindung somit derart, daß bei Normaltemperatur ein Ladestrom festgelegt wird, der zur beschleunigten Ladung des Akkumulators geeignet ist, d.h. ein Strom, der den Akkumulator in ca. 3 bis 5 Stunden lädt, z.B. mit einem Strom, der beispielsweise zwischen 3,5 und 2 I*Q liegt. Die Abschaltung der Ladung erfolgt
über die Festlegung der Ladegrenzspannung, Der Ladestrom wird erfindungsgemäß bei erhöhter Zellentemperatur erhöht und bei niedriger Zellentemperatur erniedrigt. Der Betrag, um den der Strom bei einer bestimmten Erhöhung der Zellentemperatur erhöht werden muß, ergibt sich
aus dem Kennlinienfeld des Akkumulators und er wird empirisch für die
Akkumulatorentype ermittelt.
Zur Ermittlung dieses liiertes werden beispielsweise die Ladespannungsverläufe U|_ in Abhängigkeit von der eingeladenen Kapazität bei verschiedenen Strömen und konstanter Temperatur aufgezeichnet. Figur 1
zeigt dementsprechend die Ladespannung U, (V) in Abhängigkeit von der
eingeladenen Ladungsmenge C in Ah für einen gasdichten alkalischen Akkumulator mit Sinterplattenelektroden einer Nennkapazität von 15 Ah.
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Neben den KapazitStsuierten ist die jeueilig erreichte prozentuale Nenn
kapazität (NK) aufgetragen. Geladen uiird dieser Akkumulator mit verschiedenen
Strömen 11 bis i4, beispielsweise 10 A, 3 A1 1,5 A, 075 A1
bei konstanter Temperatur von 1^= -10° C.
Es zeigt sich, daS bei einer Ladung bis zu einer Abschaltspannung LL
von 1,55 V bei einem hohen Strom von 11 = 10 A nur ca. 50 SS der Ne nnkapazität
eingeladen uerden, daß bei einem Strom von 13 = 1,5 A ca. 60 % der Nennkapazität eingeladen uerden (dieser Strom entspricht dem
Gblichen Ladestrom von I10) und daß bei einem darUberhinaus verringerten
Strom van ik — 0,75 A 110 % der Nennkapazität eingeladen uerden
können.
Figur 2 zeigt das gleiche Kennlinienfeld für eine Ladung bei einer konstanten
Temperatur von *+Q C. Es zeigt sich, daß mit den üblichen Strömen
auch bei sehr langdauernder Ladung die Abschaltspannung nicht erreicht uird, während bei einem erhöhten Strom von i1 = 10 A und einer
Abschaltspannung wan 1,55 U ca. 120 % der Nennkapazität erreicht uerden.
üierden ähnliche Kennlinien noch für andere Temperaturen aufgezeichnet,
und jeueils der Stromuert ermittelt, bei dem sich bei einer Abschaltspannung
(U-) von 1,55 1//ZeIIe eine eingeladene Kapazität von ca. 110
bis 120° der Nennkapazität ergibt, so läßt sich aus diesen liierten die Abhängigkeit des Ladestromes I, (A) von der Temperatur (**) darstellen,
uie sie Figur 3 zeigt. Diese Abhängigkeit des Ladestromes von der Temperatur
ist dann Im Ladegerät zu berücksichtigen. FQr eine gasdichte
Sinterplattenzelle mit einer Nennkapazität von 15 Ah ergibt sich ein
Temperaturkoeffizient von ungefähr +0,18 A/grd.
blird ein Akkumulator nach diesem Verfahren geladen, so ergibt sich, uie
in Figur h dargestellt, bei einer von 0° auf ca. <tO° ansteigenden Temperatur
ein nahezu kontinuierlich mit der Temperatur ansteigender Strom i = f (t) und es uird in einer Zelt, die bei ca. 3,5 Stunden liegt, eine
Kapazität von ca. 120 % der Nennkapazität erreicht. Die Ladespannung LJ. zeigt den gewünschten steilen Anstieg zu Ende des Ladens.
In Figur 5 sind die entsprechenden Kurven bei einem Temperaturverlauf
iratur von ca. 40°
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dargestellt, wobei die Temperatur van ca. 40° C auf ca. -5° C abfällt
und dann kontinuierlich wieder ansteigt· Auch hier wird in einer kurzen
Ladezeit von ca. 3 Stunden eine Kapazität von etwa 120 % der Nennkapazität erreicht·
Ähnliche Kurvenverläufe und ähnliche Ladungsmengen ergeben sich auch
bei zuerst steigender und dann wieder fallender Temperatur oder auch bei ständig fallender Temperatur des Akkumulators beim Laden. Es ist
somit möglich, trotz starker Änderung der Umgebungstemperatur bzw. der Zellentemperatur in kurzer Zeit eine beschleunigte Ladung vorzunehmen
und dabei den Akkumulator in einen guten Ladungszustand zu bringen. Es hat Bich damit überraschenderweise gezeigt, daß eine verbesserte Ladung
des Akkumulatora bei erhöhter Temperatur durch eine Erhöhung des Ladestromes und bei niedriger Temperatur durch eine Verringerung des Ladestromes erzielt werden kann. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird
erreicht, daß die Ladung des Akkumulators bis zu einer festen oder nur
sehr wenig mit steigender Temperatur sinkenden Abschaltspennung fortgesetzt werden kann. Außerdem wird eine optimale Ausnutzung der Zellenkapazität im gesamten Temperaturbereich möglich. Ein überschreiten der
oberen Ladespannungsgrenze vor vollständiger Aufladung des Akkumulators wird vermieden. Dies führt zu einer vollen Ausnutzung der Zellenkspazität über den gesamten Temperaturbereich. Gegen Ende des Ladevorganges
tritt stets ein signifikanter Spannungsanstieg auf und es steht somit ein eindeutiges Signal für die Beendigung der Ladung zur Verfügung. Es
ist möglich, mit einer festen Ladegrenzspannung zu arbeiten und dadurch wird ein vorzeitiges Abschalten der Ladung bei älteren Zellen infolge
zu niedriger Ladegrenzspannung vermieden. Die Ladung erfolgt beim erfindungagemäßen Verfahren bis zum Erreichen der Abschaltspannung mit
einem Wirkungsgrad, der über 90 % liegt, so daß keine unnötige Erwärmung der Zellen auftritt und ein schonender Batteriebetrieb erreicht
wird. Es kann darauf verzichtet werden, mit Ladefaktaren über 1,1 zu arbeiten. Dadurch wird ebenfalls die lilärmeproduktion in den Zellen vermindert und Energie eingespart.
Es ist beim erfindungsgemäßen Verfahren nicht unbedingt erforderlich,
mit einem kontinuierlichen Ladastrom zu arbeiten, aondern der Ladestrom kann dem Akkumulator auch in Form von Ladeatrompulsen zugeführt
werden.
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Im folgenden ist schematisch anhand der Figur 6 das Blockschaltbild eines
Ladegerätes zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ladeverfahrsns
erläutert.
Dabei liegen im Stromkreis der Batterie 1 sin Stromsteiler 2 und sine
Stromistuerterfassung 3 sowie ein Schalter kB der durch die Abschalteinrichtung
5 betätigbar 1st. Der Istwert des Stromes uiird Qber die Regeleinrichtung
6 mit einsr Sollwertvorgabe 7 verglichen. Diese Sollwertvorgabe
erfolgt über den Temperaturfühler 8. Die Abschaltung erfolgt
über die Spannungaistwerterfassung 9 und die Abschalteinrichtung k, 5,
wobei jedoGh gegebenenfalls der Spannungssolluert durch eine Spannungsaolluiertvorgabe
1DS die durch den Temperatursensor 8 gesteuert uird, in
an sich bekannter bJeise beeinflußt werden kann.
«· Patentansprüche -
8QS807/Q136
3 .
Leerseife
Claims (2)
1. j l/erfahren zum Laden gasdichter Akkumulatoren bis zu einer vorgegebenen Ladegrenzspannung, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ladestrom mit der Zellentemperatur gleichsinnig geändert uiird,
faiobei er mit steigender Temperatur ansteigt und mit fallender
Temperatur absinkt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daB die Ladsgrenzspannung temperaturunabhängig ist.
8Q88Q7/Q138 ORIGINAL INSPECTED
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