DE2629211B2 - Selbstverstärkend wirkende Vollscheibenbremse, insbesondere der naßlaufenden Bauart - Google Patents
Selbstverstärkend wirkende Vollscheibenbremse, insbesondere der naßlaufenden BauartInfo
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- F16D55/00—Brakes with substantially-radial braking surfaces pressed together in axial direction, e.g. disc brakes
- F16D55/24—Brakes with substantially-radial braking surfaces pressed together in axial direction, e.g. disc brakes with a plurality of axially-movable discs, lamellae, or pads, pressed from one side towards an axially-located member
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine selbstverstärkend wirkende Vollscheibenbremse der im Oberbegriff des
Anspruches 1 beschriebenen Bauart.
Eine derartige Bremse ist bereits bekannt (vergleiche US-PS 29 22 495).
Bei in öl laufenden Scheibenbremsen muß nach jedem Bremsvorgang wieder ein ausreichendes Lüftspiel
zwischen der bzw. den Bremsscheiben und der bzw. den Druckscheiben erreicht werden, um unerwünschte
Restmomente zu vermeiden. Bei naßlaufenden Scheibenbremsen mit hochviskosem öl muß daher
ein vergleichsweise großes Lüftspiel vorhanden sein. Das vergleichsweise große Lüftspiei erfordert jedoch
insgesamt größere Betätigungswege und damit eine größere Betätigungsenergie. Es hat sich herausgestellt,
daß in solchen Fällen eine einwandfreie Bremswirkung ohne zusätzliche Energie nicht mehr erreicht werden
kann. Man ist daher dazu übergegangen, in solchen Fällen die Scheibenbremsen mit Bremskraftverstärkern
auszurüsten. Diese mit Fremdenergie betriebenen, viel Einbauraum beanspruchenden Bremskraftverstärker
sind aber steuertechnisch und somit kostenmäßig recht aufwendig.
ι»
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine selbstverstärkend wirkende Vollscheibenbremse der
eingangs genannten Bauart so auszubilden, daß auch bei extrem ungünstigen Bedingungen, wie sie beim Betrieb
mit hochviskosem öl vorliegt, ein vergleichsweise großes Lüftspiel und ohne Fremdenergie ein einwandfreies
Abbremsen erreicht wird.
Bei der im Oberbegriff beschriebenen Vollscheibenbremse wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung
dadurch gelöst, daß jedes Abstützelement einen Schaftteil aufweist, der sämtliche Druckscheiben in
ihrem äußeren Umfangsbereich axial durchdringt und drehfest miteinander kuppelt.
Durch Anordnung des Abstützelementes in der erfindungsgemäßen Weise wird der besondere Vorteil
erreicht, daß die von dem Bremsmoment herrührenden Kräfte von allen Scheiben über die Schaftteile, die
rampenartigen Ausnehmungen und die Wälzkörper am Bremsgehäuse abgestützt und somit die Kräfte von allen
Reibflächen zwischen den Bremsscheiben und den Druckscheiben auf das Bremsgehäuse übertragen
werden. Zugleich wird von allen Druckscheiben im Zusammenwirken mit den Bremsscheiben bei einer
geringfügigen Verdrehung der Druckscheiben die gewünschte Servowirkung erzielt. Dadurch läßt sich mit
einer vergleichsweise niedrigen Gesamtübersetzung und somit verhältnismäßig geringen Pedalwegen
auskommen, ohne daß eine zusätzliche Fremdenergie erforderlich ist.
Rampenförmige Ausnehmungen und Wälzlager in Gestalt von Kugeln, über die beispielsweise im Falle der
US-PS 29 22 495 die Kraft am Bremsgehäuse abgestützt und zugleich auch eine Servowirkung erzielt werden
kann, sind bekannt Doch kann dort nur die zwischen einem Paar benachbart zueinander angeordneter
Scheiben auftretende Reibkraft und folglich nur ein Teil der insgesamt auftretenden Kräfte auf das Gehäuse
übertragen werden. Hingegen müssen die übrigen, zwischen den umlaufenden Scheiben angeordneten
Druckscheiben an anderer Stelle im Gehäuse festgehalten werden. Diese Ausführung führt insbesondere bei
einer naßlaufenden Scheibenbremse zu unbefriedigenden Ergebnissen, da dort der Reibungskoeffizient
zwischen den einzelnen Scheiben wesentlich geringer ist.
Eine weiter aus der US-PS 33 26 333 bekannte Bremse kann deshalb zum Vergleich mit der erfindungsgemäßen
Lösung nicht herangezogen werden, weil dort nicht mehrere Druckscheiben über gemeinsame Ab-Stützelemente
miteinander gekuppelt und auch keine Druckbolzen vorhanden sind. Die dort an einem
besonders gestalteten Gehäuse angebrachten Zapfen dienen lediglich der Führung der verstellbaren Bremsscheibe.
Deshalb ist auch dort weder das von der Erfindung angesprochene Problem, noch eine hierauf
Bezug nehmende Lösung vorhanden.
In bevorzugter Ausführung erstrecken sich bei der Lösung gemäß der Erfindung die Schaftteile jeweils
durch axiale Bohrungen der Druckscheibe und haben einen auf der den Wälzkörpern zugewandten Seite
gelegenen, verdickt ausgebildeten und die rampenartige Ausnehmung aufweisenden Kopf. Auf diese Weise
benötigt man für die Scheibenbremse nach der Erfindung nicht nur wenig Raum, sondern sie läßt sich
auch sehr einfach montieren. Die Anzahl der Abstützelemente und damit der Wälzkörper regelt sich nach der
Größe der Scheibenbremse. Zweckmäßig liegen die Schaftteile der Abstützelemente und die rampenartigen
Ausnehmungen mit den als Kugeln ausgebildeten Wälzkörpern in radialer Richtung versetzt zueinander.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden
näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen teilweisen Längsschnitt durch eine hydraulische Scheibenbremse nach der Erfindung und
F i g. 2 einen Schnitt nach der Linie II —II der Fig I.
Wie aus F i g. 1 hervorgeht, ist zwischen einem Getriebegehäuse 1 und einem Zwischenflansch 2 ein
Bremsgehäuse 3 angeordnet In dem Bremsgehäuse 3 ist eine Weile 4 drehbar gelagert. Auf einer Keilverzahnung
5 der Welle 4 sind Bremsscheiben 6 drehfest angeordnet, jedoch axial verstellbar. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind zwei Bremsscheiben 6 vorhanden, wobei die eine Bremsscheibe 6 dem Zwischenflansch
2 zugewandt ist, während sich beiderseits der anderen Bremsscheibe 6 je eine Druckscheibe 7 und 8
erstreckt. In radialer Richtung erstrecken sich die Druckscheiben 7 und 8 über die Bremsscheiben 6 hinaus.
Auf der der Bremsscheibe 6 gegenüberliegenden Seite der einen Druckscheibe 8 ist ein Betätigungskolben 9
angeordnet, der in einer Druckkammer 11 liegt, die über
eine nicht dargestellte Leitung von einer gleichfalls nicht dargestellten Druckflüssigkeitsquelle mit Druckflüssigkeit
gespeist und dadurch der Betätigungskolben 9 beaufschlagt werden kann. An der Innenseite des
Betätigungskolbens 9 ist eine Nachstelleinrichtung 12 angeordnet, die sicherstellt, daß selbst bei Verschleiß an
den Bremsscheiben 6 stets ein gleichbleibendes Lüftspiel, d.h. ein gleichbleibender Abstand zwischen
den Bremsscheiben 6 und den Druckscheiben 7 und 8 aufrechterhalten wird. In den äußeren Randteilen der
Druckscheiben 7,8 sind, wie auch aus F i g. 2 hervorgeht, Bohrungen 13,14 angeordnet, durch die sich jeweils der
Schaftteil 15 von Abstützelementen oder Bolzen 16 erstreckt, deren verdickt ausgebildete Köpfe 17 auf der
Außenseite der einen Druckscheibe 8 angeordnet sind. In den Köpfen 17 der Bolzen 16 sind rampenartige
Ausnehmungen 18 angeordnet, in denen als Kugeln ausgebildete Wälzlager 19 gelagert sind, die sich
ihrerseits in kalottenartigen Ausnehmungen 21 im Bremsgehäuse 3 abstützen. Die Druckscheibe 7 besitzt
versetzt zu den Ausnehmungen 13, 14 liegende Bohrungen 22 und die Druckscheibe 8 und der
Zwischenflansch 2 entsprechende Sackbohrungen 23 und 24. Durch die Bohrungen 22 der Druckscheibe 7
erstreckt sich jeweils eine Druckfeder 25, die sich mit ihren Enden in den Sackbohrungen 23, 24 der zweiten
Druckscheibe 7 und des Zwischenflanschs 2 abstützt.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Scheibenbremse ist wie folgt:
Es sei angenommen, daß sich die Welle 4 im Uhrzeigersinn dreht. Hierdurch werden die Bremsscheiben
6 umlaufend angetrieben. Zum Abbrensen wird der
Druckraum 11 mit Druckflüssigkeit beaufschlagt, so daß
der Betätigungskolben 9 gemäß F i g. 1 nach links verschoben wird. Dadurch werden die Druckscheibe 8
und über die mittlere Bremsscheibe 6 auch die weitete Druckscheibe 7 und damit die andere Bremsscheibe 6
nach links in Richtung auf den Zwischenflansch 2 zu bewegt. Aufgrund des Ineinandergreifens der einzelnen
Scheiben erfolgt in bekannter Weise das Abbremsen. Schon zu Beginn des Abbremsens haben die Druckscheiben
7, 8 aufgrund ihrer geringen Anlage an den Bremsscheiben 6 die Tendenz, sich in Drehrichtung
mitzudrehen. Beim Abbremsvorgang wird die Bremsreaktionskraft über die Bolzen 16 und die Kugeln 19 an
das Bremsgehäuse 3 abgegeben, d.h. die Bremskraft wird abgestützt. Gleichzeitig wird dabei aufgrund der
relativen Verschiebung der Ausnehmungen 18 in den Köpfen 17 der Bolzen 16 gegenüber den Kugeln 19 nach
dem sogenannten Kugelauflaufprinzip eine selbstverstärkte Aktionskraft zur Erzielung einer Servowirkung
auf die Bolzen 16 ausgeübt, da diese durch die Relativbewegung und die dadurch bedingte Axialbewegung
nach links bewegt werden. Dabei werden die Druckfedern 25 zusammengedrückt. Die Relativbewegung
ist so gering, daß die Gesamtfunktion der Scheibenbremse nicht beeinträchtigt wird.
Nach dem Abbremsen, d. h. wenn der Druck aus dem Druckraum 11 abgelassen wird, kehren der Betätigungskolben 9 und damit auch die Brems- und Druckscheiben
unter der Wirkung der Druckfedern 25 wieder in ihre Ausgangslage zurück, die in F i g. 1 dargestellt ist.
Wenn der Schaftteil zum Koppeln der Druckscheiben und die rampenartigen Ausnehmungen 18 mit den
Kugeln 19 in radialer Richtung versetzt zueinanderliegen, nämlich die Ausnehmungen mit den Kugeln radial
innerhalb der Schaftteile, gibt dies die Möglichkeit, die Servowirkung beträchtlich zu erhöhen.
Gemäß dem Vorschlag nach der Erfindung lassen sich bei üblichen Winkeln der rampenartigen Ausnehmungen
18 bei einer naßlaufenden Scheibenbremse Selbst-Verstärkungsfaktoren
in der Größenordnung 1,5 bis 2 erreichen.
Es versteht sich, daß die Erfindung nicht nur auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt ist, sondern
im Rahmen der Ansprüche auch Abänderungen zuläßt. So brauchten die Abstützelemente nicht
unbedingt als in Bohrungen der Druckscheiben eingesetzte Bolzen ausgebildet zu sein, vielmehr könnten sie
grundsätzlich auch als flacher Ring ausgebildet sein, der in geeigneter Weise an der einen Außenseite der
Druckscheibe befestigt, beispielsweise angeschraubt ist und mit den rampenartigen Ausnehmungen zum
Zusammenwirken mit den Kugeln versehen ist. Auch wäre es grundsätzlich möglich, die Bolzen einstückig mit
der einen Druckscheibe auszubilden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Selbstverstärkend wirkende Vollscheibenbremse, insbesondere der naßlaufenden Bauart, mit in
einem Bremsgehäuse mit zwei gegenüberliegenden radialen Wänden umlaufenden, auf einer abzubremsenden
Welle drehfest sitzenden, axial verschiebbaren Bremsscheiben, zwischen den Bremsscheiben
angeordneten, relativ zueinander drehfesten, ebenfalls axial verschiebbaren Druckscheiben und mit
einer Betätigungsvorrichtung, die die Druck- und Bremsscheiben axial gegeneinander und gegen die
eine Wand preßt, wobei die Brems- und Druckscheiben nach jedem Bremsvorgang durch Federwirkung
um das Maß eines vorbestimmten Lüftspiels voneinander zurückbewegbar sind, weiterhin mit
einer Reihe von am Umfang verteilten Wälzkörpern, die in axialer Richtung jeweils mit rampenartigen
Ausnehmungen zusammenwirken, die zum einen in der die Betätigungsvorrichtung aufnehmenden
Wand des Bremsgehäuses und zum anderen in von der dieser Wand unmittelbar benachbarten Druckscheibe
getragenen Abstützelementen angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Abstützelement (16) einen Schaftteil (15) aufweist,
der sämtliche Druckscheiben (7,8) in ihrem äußeren Umfangsbereich axial durchdringt und drehfest
miteinander kuppelt.
2. Vollscheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaftteile (15) sich jeweils
durch axiale Bohrungen (13, 14) der Druckscheiben (7,8) erstrecken und einen auf der den Wälzkörpern
(19) zugewandten Seite gelegenen, verdickt ausgebildeten und die rampenartige Ausnehmung (18)
aufweisenden Kopf (17) haben.
3. Vollscheibenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaftteile (15) der
Abstützelemente (16) und die rampenartigen Ausnehmungen (18) mit den als Kugeln ausgebildeten
Wälzkörpern (19) in radialer Richtung versetzt zueinander liegen.
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