DE2625395A1 - Verfahren zur verbesserung des elektrischen kontaktes zwischen isolierendem bildtraeger und leitfaehiger unterlage bei elektrographischen aufzeichnungsverfahren - Google Patents
Verfahren zur verbesserung des elektrischen kontaktes zwischen isolierendem bildtraeger und leitfaehiger unterlage bei elektrographischen aufzeichnungsverfahrenInfo
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Description
AGFA-GEVAERTAG
PATENTABTEILUNG
LEVERKUSEN
G3 /AB
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3. Juni !976
Verfahren zur Verbesserung des elektrischen Kontaktes zwischen isolierendem Bildträger und leitfähiger Unterlage
bei elektrographischen Aufzeichnungsverfahren
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung des elektrischen Kontakts zwischen einem isolierenden Bildträger
und der leitfähigen Unterlage während der Entwicklung des elektrostatischen Ladungsbildes in elektrographischen
Aufzeichnungsverfahren.
Die Entwicklung elektrostatischer Ladungsbilder in der Elektrophotographie und Elektrographie durch die Abscheidung
geladener Pigmentteilchen auf der Oberfläche des Aufzeichnungsträgers ist bekannt. Das elektrostatische Ladungsbild
wird im allgemeinen auf einem Aufzeichnungsträger erzeugt,
der aus 2 Schichten, einer hoch isolierenden Schicht und einer leitfähigen Schicht/besteht.
In elektrographischen Aufzeichnungsverfahren, die als Aufzeichnungs-
oder Bildträger ausschließlich hoch isolierende Folien, also keine Doppelschichten erfordern, treten in
der Bildentwicklung völlig neue Probleme auf. Aufzeichnungsverfahren
dieser Art werden z.B. in den britischen Patentschriften 1 285 995, 1 397 650 oder der belgischen Patentschrift
828 368 beschrieben.
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Die genannten Probleme bestehen z.B. darin, daß bei der Trennung der Folie mit dem fertig entwickelten Bild von
der Unterlage die Tonerteilchen im noch nicht fixierten Zustand durch elektrische Kräfte in starken, beim Trennvorgang
entstehenden Streufeldern verschoben werden und damit Verwaschungen im Bild erzeugen. Ferner ist der elektrische
Kontakt einer Isolierfolie, die auf eine ebene, metallisch leitende Unterlage aufgelegt ist, so lückenhaft, daß in der
Entwicklung Fehler auftreten und die Qualitätsanforderungen für ein Halbtonbild nicht erfüllt werden.
Da es sich bei elektrographischen Verfahren vorzugsweise um Schnellverfahren handelt, steht für die notwendige, zeitlich
begrenzte Kontaktierung der Rückseite des Aufzeichnungsträgers mit der Unterlage, im Entwicklungsabschnitt eines
kontinuierlich ablaufenden Aufzeichnungs- und Entwicklungsvorganges nur relativ wenig Zeit zur Verfügung. Dadurch
sind langwierige Kontaktierungsmaßnahmen, wie z.B. Ansaugen der Trägerfolie an eine Metallplatte durch Evakuieren des
Zwischenraumes oder Bedampfen mit einer Metallschicht technisch nicht durchführbar.
Bessere Lösungen des Kontaktproblems werden z.B. in der GB-PS 1 397 650 beschrieben. In diesem Falle wird die Rückseite
des Aufzeichnungsträgers mit elektrisch leitfähigen Flüssigkeiten
benetzt, die damit eine Leitfähigkeitsschicht erhält, die einen lückenlosen Kontakt zur Unterlage liefert.
Bei der Trennung von Aufzeichnungsträger und Unterlage nach der Entwicklung des Bildes bleibt zunächst die Rückseite des
Aufzeichnungsträgers mit Flüssigkeit benetzt und damit hinreichnend leitfähig, um Bildverwaschungen durch elektrische
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Kräfte zu verhindern.
Bei Verwendung eines bandförmigen Aufzeichnungsträgers in kontinuierlicher Verfahrensweise treten jedoch auch hier
Nachteile auf, die im apparativen Aufwand für die Pumpvorrichtung, die Antragsvorrichtung für die Kontaktflüssigkeit
und für weitere Einrichtungen zur Entfernung der Kontaktflüssigkeit von Aufzeichnungsträger nach dem Durchlaufen
der Entwicklungszone liegen.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, durch ein besseres Kontaktierungsverfahren diese komplizierten Einrichtungen
entbehrlich zu machen.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Verbesserung des elektrischen Kontaktes zwischen dem
isolierenden Aufzeichnungsträger und der leitfähigen Unterlage
für den Entwicklungsvorgang gelöst, wobei ein latentes
elektrostatisches Ladungsbild auf dem isolierenden Bildträger durch geladene Pigmentteilchen sichtbar gemacht wird. Das Verfahren
ist dadurch gekennzeichnet, daß eine gasdurchlässige, elektrische leitfähige Unterlage verwendet wird, durch die Gasionen
an die Rückseite des Aufzeichnungsträgers herangeführt werden, während an der Bildseite der Entwicklungsvorgang abläuft.
Als Auflage für den isolierenden Aufzeichnungsträger während
der Entwicklung des latenten Ladungsbildes wird erfindungsgemäß eine gasdurchlässige, elektrisch leitfähige Unterlage
in Form einer dünnen Schicht formfesten Materials verwendet, an die von der freien Seite her ein ionisiertes
Gas herangeführt wird und durch die gasdurchlässige Unterlage hindurch Gas-Ionen an die Rückseite des Aufzeichnungsträgers
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herangebracht werden. Aus praktischen Gründen, z.B. zur Verbesserung
der Führung eines bandförmigen Aufzeichnungsträgers oder zur besseren Haftung von Einzelproben kann der Aufzeichnungsträger
durch Druckverminderung an der Grenzfläche zur Unterlage an diese angedrückt werden. Grundsätzlich ist
eine direkte Berührung aus Kontaktgründen nicht erforderlich, wenn der elektrische Kontakt erfindungsgemäß durch
Gasionen erzeugt wird. Die Anordnung der leitfähigen, gasdurchlässigen Schicht zwischen Ionenquelle und Aufzeichnungsträger
ist jedoch unbedingt erforderlich, da nur über diese Schicht das für die Bildentwicklung notwendige Potential
vorgegeben werden kann. Beim Fehlen der Zwischenschicht würde sich die Rückseite des Aufzeichnungsträgers völlig
Undefiniert aufladen und es käme im Extremfall zu einer völligen Schwärzung der Bildseite, statt zur Erzeugung eines
sichtbaren Bildes.
Als Kontaktgas ist im allgemeinen Luft ausreichend. In Sonderfällen kann aber auch vorteilhaft ein Gas geringerer
Elektronenaffinität, z.B. Stickstoff oder eines der Edelgase verwendet werden.
Als gasdurchlässige Schicht eignen sich Drahtgitter oder Siebgewebe
aus leitfähigem Material. Die Maschenzahlen können
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im Bereich von 100 Maschen/cm bis 50000 Maschen/cm liegen.
Die Polarität der Gasionen wird so gewählt, daß ihre Ladung das entgegengesetzte Vorzeichen zu dem Vorzeichen der für
die Entwicklung des Ladungsbildes verwendeten geladenen Pigmentteilchen trägt. Soll beispielsweise ein aus negativen
Ladungen gebildetes Ladungsbild auf dem Aufzeichnungsträger
durch positive Pigmentteilchen sichtbar gemacht werden, so müssen negative Gasionen durch die Unterlage an die Rück-
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seite des Aufzeichnungsträgers herangeführt werden. Für
die Entwicklung der Ladungsbilder in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eignen sich die auf dem Gebiet
der Elektrophotographie oder Elektrographie für diesen Zweck bekannten Entwickler, wie sie z.B. in dem Band "Elektrophotography"
von R.M.Schaffert, The Focal Press London/New
York im Abschnitt 'Image Development' eingehend beschrieben worden.
Im folgenden soll das Verfahren der Erfindung in Verbindung mit
einem sogenannten Flüssigentwickler erläutert werden.
Das Verfahren wird in Fig. 1 und Fig. 2 näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung für die Bildentwicklung unter Verwendung einer Entwicklerflüssigkeit im Wirbelbett und einer
Spitzen-Korona für die Ionenerzeugung.
Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung für einen bandförmigen Aufzeichnungsträger,
wobei die Entwicklerflüssigkeit über Antragwalzen strömt und die Gasionen in einer Anordnung von
Sprühdrähten erzeugt werden.
Nach Fig. 1 wird der Aufzeichnungsträger 1 , der aus einer
isolierenden Folie, z.B. aus Polycarbonat besteht, durch geringen Unterdruck in dem Entladungsraum 2 an der Gitterelektrode
3 festgehalten. Die Bildseite liegt nach unten und wird von der Entwicklerflüssigkeit 4 bespült. Den Unterdruck im Entladungsraum
2 erzeugt ein Ventilator 5, der über die Rohrleitung 6 Luft aus dem Entwicklungsraum 2 absaugt. Durch
eine Korona-Entladung an der Spitzenelektrode 7 entstehen Gasionen, die sich von der Spitze weg zur Gitterelektrode 3
und zur Wand des Entladungsraumes 2 hin bewegen und dort entladen. Ein Teil dieser Ionen gelangt durch die Maschen
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der Gi t t cn'h'kl rode 3 hindurch und neutralisiert die Stellen
dc:; Au f ze iehnunqstrügors, die während des EntwicklungsvorqanqoK
Pol entialwerte annehmen, die von dem Potential der Gi I torelektrode 3 verschieden sind. Die Spitzenelektrode
ist über den Isolator 8 von der leitfähigen Wand des Entladuncjsraumos
2 isoliert und mit der Spannungsquelle 9 verbunden, die eine Gleichspannung in der Höhe von einigen kV
liefert. Im unteren Teil der Zeichnung ist ein Wirbelbett für die Kntwicklerflüssigkeit dargestellt, das aus den
Zuleitungsrohrcn 10, dem Metallgitter 11 und dem trichterförmigen
Flüssigkeitsbehälter 12 gebildet wird. Zur gleichmäßigen Belieferung der Entwicklungszone muß die Entwicklerflüssigkejt
4 im Kreisstrom aus einem Vorratsbehälter über ein Pumpsystem zur Entwicklungsstelle und wieder zurückgeführt
werden (in der Abbildung nicht sichtbar). In der Entwicklungszone LriLL die Flüssigkeit aus den Spaltöffnungen 13 an
der Oberseite der Zuleitungsrohre 10 aus, strömt durch das Metallgitter 11 und bespült dabei den Aufzeichnungsträger
Der Rückstrom verteilt sich auf die Randzonen des Flüssigkeitsbehälters und die Zwischenräume der Zuleitungsrohre 10,
wonach der Abfluß durch die Verengung im unteren Teil des trichterförmigen Flüssigkeitsbehälters 12 erfolgt.Ein
elektrostatisches Bild auf dem Aufzeichnungsträger 1 kannso
bei einer Verweilzeit von beispielsweise 1-2 see. im Entwicklungsraum sichtbar gemacht werden. In dieser Vorrichtung
ist nicht nur die Entwicklung auf einem vorübergehend ortsfest angeordneten Aufzeichnungsträger möglich, die
Bildentwicklung kann auch bei kontinuierlicher Bewegung eines Aufzeichnungsträgerbandes durch die Entwicklungszone erfolgen.
Vorzugsweise für die Verwendung bewegter, bandförmiger Aufzeichnungsträger
eignet sich eine Vorrichtung nach Fig. 2, in der der Aufzeichnungsträger 1 um eine Führungstrommel 14 ge-
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OHfGiNAL INSPECTED
schlungen und mit der rotierenden Führungstrommel durch die
Entwicklungszone 15 geführt wird- Die Auflage für das
Aufzeichnungsband bildet das Metallgitter 16. Der Ionenstrom für die Bildung des vollständigen Kontaktes zwischen
Aufzeichnungsträger 1 und Metallgitter 16 wird durch eine Anordnung von Sprühdrähten 17 vor einer Schirmelektrode
erzeugt. Die Sprühdrähte sind mit der Spannungsquelle 19 verbunden,
die zwischen Sprühdrähten und Schirmelektroden die für die Erzeugung des Koronastromes notwendige Spannung aufrecht
erhält. Für die Bildentwicklung wird die Entwicklerflüssigkeit 4 aus dem Behälter 21 über eine Rohrleitung 22 in die Entwicklungszone
15 gepumpt, wo sie über rotierende Antragwalzen 20 mit der Oberfläche des Bildträgers in innigen
Kontakt gebracht wird und dann in den Behälter 21 zurückströmt. Für die Aufrechterhaltung des Kreislaufes der
Entwicklerflüssigkeit ist eine Pumpe 23 eingesetzt. Zur Entfernung
der in der Bewegung des Aufzeichnungsträgers mitgeführten Entwicklerflüssigkeitsschicht ist die Schlitzdüse
so hinter dem Behälter 4 angeordnet, daß durch einen scharfen Luftstrom aus der Düse der größte Teil der Flüssigkeitsschicht in den Behälter zurückgedrückt wird und der Bildträger
die Entwicklungszone im vorgetrockneten Zustand verläßt.
Die Art der Kontaktierung der Aufzeichnungsträgerrückseite
durch Gasionen beschränkt das Verfahren nicht auf flüssige Entwickler, es sind in ähnlicher Weise Aerosole und pulverartige
Entwickler verwendbar.
Die Ionenkontaktierung ist überall dort anwendbar, wo elektrostatische
Ladungsbilder auf nicht leitendem oder schlecht leitendem Trägermaterial entwickelt werden.
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Leerseite
Claims (7)
1. Verfahren zur Verbesserung des elektrischen Kontaktes
zwischen einem isolierenden Bildträger und einer leitfähigen Unterlage während eines elektrographischen Entwicklungsvorganges,
bei dem ein latentes elektrostatisches Ladungsbild auf dem isolierenden Bildträger durch geladene
Pigmentteilchen sichtbar gemacht wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine gasdurchlässige elektrische leitfähige
Unterlage verwendet wird, durch die Gasionen an die Trägerrückseite herangeführt werden, während an
der Bildseite der Entwicklungsvorgang abläuft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Unterlage ein Metallgitter verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasionen durch Korona-Entladunge η in der Umgebung der gasdurchlässigen
elektrische leitfähigen Unterlage erzeugt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung der Korona-Entladung spitzenförmige Entladungselektroden verwendet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung der Korona-Entladung drahtförmige Entladungselektroden verwendet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 3-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Korona-Entladungen mit Gleichspannung erzeugt werden,
wobei das Vorzeichnen der abgesprühten Ladungsträger verschieden ist von dem Vorzeichen der zur Entwicklung des
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latenten elektrostatischen Ladungsbildes verwendeten geladenen Pigmentteilchen.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bildträger durch Druckverminderung an der Grenzfläche
zur Unterlage an diese angedrückt wird.
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