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DE2621119A1 - Verfahren zur herstellung von einseitig verklebbaren ausgehaerteten schichtstoffbahnen - Google Patents

Verfahren zur herstellung von einseitig verklebbaren ausgehaerteten schichtstoffbahnen

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Publication number
DE2621119A1
DE2621119A1 DE19762621119 DE2621119A DE2621119A1 DE 2621119 A1 DE2621119 A1 DE 2621119A1 DE 19762621119 DE19762621119 DE 19762621119 DE 2621119 A DE2621119 A DE 2621119A DE 2621119 A1 DE2621119 A1 DE 2621119A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
resin
weight
laminate
melamine
cardboard
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE19762621119
Other languages
English (en)
Inventor
Toni Dipl Chem Eich
Gerhard Ing Grad Friedrichs
Martin Ing Grad Mittelmann
Klaus Dr Vogel
Manfred Ing Grad Walter
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Axalta Coating Systems Germany GmbH and Co KG
Original Assignee
Dr Kurt Herberts and Co GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dr Kurt Herberts and Co GmbH filed Critical Dr Kurt Herberts and Co GmbH
Priority to DE19762621119 priority Critical patent/DE2621119A1/de
Priority to AT622376A priority patent/AT353019B/de
Publication of DE2621119A1 publication Critical patent/DE2621119A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H27/00Special paper not otherwise provided for, e.g. made by multi-step processes
    • D21H27/18Paper- or board-based structures for surface covering
    • D21H27/22Structures being applied on the surface by special manufacturing processes, e.g. in presses
    • D21H27/26Structures being applied on the surface by special manufacturing processes, e.g. in presses characterised by the overlay sheet or the top layers of the structures
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H17/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its constitution; Paper-impregnating material characterised by its constitution
    • D21H17/20Macromolecular organic compounds
    • D21H17/33Synthetic macromolecular compounds
    • D21H17/46Synthetic macromolecular compounds obtained otherwise than by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D21H17/47Condensation polymers of aldehydes or ketones
    • D21H17/49Condensation polymers of aldehydes or ketones with compounds containing hydrogen bound to nitrogen
    • D21H17/51Triazines, e.g. melamine
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
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    • D21H17/46Synthetic macromolecular compounds obtained otherwise than by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D21H17/53Polyethers; Polyesters

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  • Laminated Bodies (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von einseitig verklebbaren aus-
  • gehärteten Schichtstoffbahnen.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von einseitig verklebbaren ausgehärteten Schichtstoffbalmen zur Oberflächenbeschichtung durch Imprägnieren eines Trägerkörpers mit Kunstharz, Trocknen und Aushärten.
  • Es ist bekannt, Papiere mit wasserlöslichen, duroplastischen Harzen zu imprägnieren und zu trocknen, mehrere imprägnierte Papiere zwischen Preßblechen aufeinander zu stapeln und in einer Etagenpresse unter dem Einfluß von Druck und- Wärme zu dekorativen Schichtpreßstoffplatten endgültig auszuhärten.
  • Solche Platten haben sich bewährt als Beschichtungsmaterial für Flächen und Kanten von Urägerplatten aus Holzspänen, Gipskarton und Asbestzement, besonders für Anwendungen, wo gleichzeitig hohe Anforderungen an gute optische Oberflächen und hohe Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit gestellt werden.
  • (*) Es ist auch bekannt, Schichtstoffe für ähnliche Anwendungen als bahnenförmige, fläche Materialien herzustellen, indem man flexible, imprägnierte Kartons mit ein oder zwei Lacken beschichtet und in konventionellen Lacktrocknern drucklos aushärtet. Mit diesen Verfahren werden allerdings Schichtstoffe erhalten, deren Oterfläche nicht die hohe optische Gleichmäßigkeit und die gute Beständigkeit gegen Chemikalieneinfluß und Abrieb haben, die von den dekorativen Hochdruck-Schichtpreßstoffplatten mit Nelaminharz-Oberflächen erreicht werden (DU-PS 1 287 00 und (**) ).
  • Weiter ist bekannt, Papierbahnen mit ungesättigten Polyesterharzen zu imprägnieren, aufeinander zu kaschieren und unter Luftabschluß (meist unter Verwendung spezieller Urennmedien) auszuhärten. Solche Polyesterbahnen zeigen optisch sehr gleichmäßige Oberflächen, erreichen aber wiederum die Chemikalienbeständigkeit und Abriebfestigkeit der Hochdruck-Schichtstofflaminate mit Melaminharz-Oberflächen nicht; daneben ist zu berücksichtigen, daß sie keine weite Vertreitung gefunden haben, weil ihnen der Geruch des bei der Polymerisation nicht voll eingebauten monomeren Styrols sehr lange anhaftet (*+*).
  • Es ist daher das Zicl der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren aufzuzeigen, bei dem die qualitativen Vorteile der dekorativen Schichtpreßstoffplatte wie sehr feine und gleichmäßige Oberfläche als getreues Abbild der verwendeten Preßbleche und hohe Beständigkeit gegen mechanischen Abrieb und Chemikalien mit den verarbeitungstechnischen Vorteilen einer in der Länge nicht begrenzten Warenbahn verbunden sind.
  • Diese Aufgabe kam überraschenderweise in einfacher Weise mit dem im Anspruch 1 definierten Verfahren gelöst werden.
  • Die wesentlichen Merkmale der Erfindung bestehen also darin, daß ein einseitig glatter Karton zunächst mit einer wässrigen Lösung von weichgeinachten duroplastischen Harzen imprägniert und gehärtet wird. Die Imprägnatbahn wird in einem zweiten Verfahrensschritt mit einem festkörperreichen, wasserhaltigen Decklack mit besonderen Absorptionseigenschaften im Infrarotbereich beschichtet und in einem Heizfeld mit besonderer Kennlinie einer Infrarot-Strahlung vorkondensiert, und anschließend erfolgt zwischen zwei beheizten Walzen eines Kalanders die schockartige Ausbildung der Oberfläche durch plastische Verformung und die gleichzeitige endgültige Vernetzung der Deckbeschichtung.
  • der Trägerkarton hat vorzugsweise ein Flächengewicht von mindesten etwa 200 g/m² und vorzugsweise höchstens von etwa 300 g/m2. Die Luftdurchlässigkeit beträgt vorzugsweise mindestens etwa 300 und höchstens etwa 500 cm3/(10 mbar. 10 cm2 . min). Die Saughöhe nach Klemm (vgl. Handbuch.der Werkstoffprüfung, Band 4, Berlin-Göttingen-Heidelberg 1953, Seite 2G9) beträgt vorzugsweise mindestens etwa 25 und vorzugsweise höchstens etwa 35 mm nach 10 min. Die Glätte der Oberseite des Kartons beträgt vorzugsweise mindestens 15 5.
  • Diese Eigenschaften sind so gewählt, daß Proben des Trägerkartons mit beispielsweise 200 gr/m2 Flächengewicht, die mit der rauhen Seite nach unten auf die erfindungsgemäße Imprägnierharzlösung aufgelegt werden, nach 2 s einen vollflächigen Itarzdurchschlag zeigen und nach einer Trockungszeit von 3 min im Ur.jlufttrockenschraiik bei 1300C eine Harzaufnehme von wenigsten 100 g/m² haben.
  • Es wurde gefunden, daß solche Kartons für das erfindungsgemäße Verfahren besonders geeignet sind, wenn sie eine hohe einseitige Glätte von über 15 s nach DIN 53 107 haben1 die bei der Herstellung auf einer Papiermaschine von einem innerhalb der Trockenpartie vorhandenen besonderen Glättzylinder erzeugt wird Es gelingt, diese einseitige Maschinen glätte nach an sich bekannten Verfahren so zu erzeugen, daß die hohe Glätte der dem Glättzylinder zugewandten Seite auch beim Imprägnieren mit der erfindungsgemäßen wasserhaltigen Imprägnierlösung erhalten bleibt oder noch gesteigert wird, während die Rauhigkeit der Rückseite mit großer spezifischer Oberfläche zur beständigen Verklebung des Endprodukte günstig beiträgt.
  • Diese vorteilhafte Oberflächeneigens-chaften des Trägerkartons könnten durchGlät Uung auf einem Papiersatinierkalander nicht erreicht werden, weil der Kalander den Karton zu hoch verdichten und damit das Imprägnierverhalten verschightern-würde und weil ein solcher Kalander auch die Rückseite in unerwünschter Weise glätten würde. Bevorzugt enthält der Karton Füllstoffe und/oder er ist bedruckt.
  • Der Trageskarton enthält vorzugsweise 2 bis 25 Gew.-% Füllstoffe, bevorzugt lichtechte, wärmebeständige und gut deckende Pigmente. Bei weißen Kartons werden entsprechende Weißpigmente verwendet; bei andersfarbigen Kartons werden geeignete farbige Pigmente ausgewählt Nach einer besonderen Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die glatte Seite des Kartons mit einem Holzmaserdekor oder einem beliebigen Fantasiedekor bedruckt werden.
  • Die Pigmentierung des Trägerkartons hat besondere Bedeutungfür das Deckvermögen des Endprodukts. Bei dunklen Farben ist die Pigmentierung des Trägerkartons für das Deckvermögen allein ausreichend, bei weißen oder weißnahen Farben gebot ein Teilbetrag zum DeckvelmögeIl von der weißen Pigmentierung des '2rägerkartons aus.
  • Es ist bekannt, Dekorpapiere mit wässrigen Melaminformaldehydharzlösungen zu imprägnieren, wobei das sprödharte mechanische Verhalten der Imprägnate dadurch verbessert werden kann, daß der IzlpDägnierlösung Plastifizierungsmittel beigemischt werden. Als Plastifizierungsmittel sind bekannt beispielsweise mehrwertige aliphatische Alkohole, verätherte Methylolmelamine oder Zucker. Der Zusatz erfolgt vorzugsweise in großen Mengen bis zu 50 Gewichtsteilen.
  • Er verändert dann aber den Laminatoberflächencharakter schon erheblich, weil die Bestandigkeitswer-te besonders hinsichtlich Abrieb und Kratzfestigkeit geschwächt werden.
  • Weiter ist bekannt, die mit Melaminfomaldehydharz imprägnierten Papierbahnen dadurch geschmeidiger zu machen, daß man der Nelaminharz-Imprägni erlösung sogenannte vernetzende Acryldispersionen mit einem Gewichtsanteil bis zu 50 % beimischt. Diese Lösung hat den Nachteil, daß während der Imprägnierung der Papierbahnen eine gewisse Entmischung der beiden Komponenten auftritt, wobei das Acrylharz sich auf beiden Oberflächen der Papierbahnen anreichert, während das Melaminharz bevorzugt in das IImere der Papierbahnen ein- -dringt. Das Imprägnat erhält dabei eine Art Sandwich-Struktur, bei der die elastischen Deckschichten von der sprödharten Innenphase leicht getrennt werden können. Weiter ist nachteilig, daß die bisher hierfür bekannten und verwendeten vernetzenden Copolyacrylate einen hohen thermoplastischen Eigenschaftsanteil behalten, was sich beim Einwirken von höheren Temperaturen durch bleibende Verformung und Klebrigkeit kenntlich macht. Weiter erschwert die auch an der Rückseite der Lmpragnatbahn angereicherte Acrylatharzschicht die anschließende Verklebung der Produkte.
  • Es wurde nun gefunden, daß die beschriebenen Nachteile vermieden werden können, wenn der Imprägnierlösung außer dem als Hauptbestandteil vorhandenen im Anspruch definierten Melaminharz, das durch eine Polykondensation härtet, ein im Anspruch definierter Polyester beigemischt wird. Die verschiedenen funktionellen Gruppen des Polyesters ermöglichen eine ellge Verrletzung des Harzsystems mit dem Melaminharz über Hauptvalenzen. Das damit erhaltene Imprägnat hat eindeutig duroplastischen Charakter. Die Polyester im System führen zu der notwendigen Geschmeidigkeit der Impragnate, die im Bereich der im Walzenspalt auftretenden hohen Temperaturen sich mechanisch durch eindeutig elastisches Verhalten auszeichnen.
  • Es ist bekannt, daß rein wässrige Imprägnierlösungen ein starkes Aufquellen der Papierfasern zur Folge haben und damit zu Imprägnaten führen, deren Oberflächen eine störende Unruhe und Wolkigkeit zeigen. Diese Nachteile konnten bekanntlich bisher nur vermindert werden, wenn der Imprägnierlösung größere Mengen an wassermischbaren Alkoholen oder ananderen hydrophilen Lösungsmitteln zugegeben wurden. Beispielsweise ist bekannt, daß der Zusatz von über 20 Gewichtstcilen Isopropanol zu wässrigen Imprägnierflotten mit beispielsweise 50 Gewichtsteilen Harnstoff- und/oder Melaminharz die Quellung der Papierfaser deutlich vermindert.
  • Diese Lösungsmittel werden bei der Trocknung wieder verdampft und führen zu einer erheblichen Umweltbelastung, die gemäß der vorliegenden ErfiIrdung vermieden werden kann.
  • Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß unter Verwendung des im Anspruch definierten durch Salzbildung an den Carboxylgruppen wassurlöslich gemachten Polyesters in Kombination mit speziellen wasserlöslichen, an den Methylolgruppen wenigsten partiell verätherten Melaminformaldehydharzen wässrige Impllgnierflotten erhalten werden, die auch online Zusatz der oben genannten Lösungsmittel die Imprägnierun von Zellulosebahnen unter Vermeidung einer schädlichen Anquellung ermöglichen. Zur Herstellung der Imprägnierlösung ist es manchmal vorteilhaft, die Viskosität des Polyesterharzes durch Zusatz von geringen Mengen wassermischbarer Lösungsmittel zu vermindern, die auf diese Weise in die Imprägnierflotte gelangen können. Die für diesen Zweck hinreichenden Mengen Lösungsmittel sind aber so gering, daß sie, auf den Gesamtharz-Gehalt der Imprägnierlösung bezogen, stets unter 3 Gewichtsteilen bleiben können.
  • Es ist bekannt, daß die viel verwendeten dekorativen Schichtpreßstoffplatte noxen ihrer großen Zahl von anwendungs- und verarbeitungstechnischen Vorteilen auch den Nachteil haben, daß die Haltbarkeit der Klebefugen nach der Verarbeitung mit den üblicherweise verwendeten Klebstoffen beim Einsatz im Temperaturbereich, der unterhalb des Gefrierpunktes liegt, deutlich an Klebkraft verlieren. Die Haltbarkeit der Klebefugen liegt dann unter den für einen praktischen Einsatz erforderlichen Werten. Dieser Mangel ist auf die bei tiefen Temperaturen erheblich reduzierte Adhäsion zwischen deri Kondensationsharzen in der Rückseitenschicht der Schichtpreßstoffplatten, die die Zellulose einhüllen, und den überwiegend verwendeten Klebern zurückzuführen. Um dem zu begegnen, muß man bisher in einem zusätzlichen Arbeitsgang die Rückseiten schleifen, um so die Oberfläche zu vergrößern und Zellulosefasern freizulegen.
  • Bei Anwendung der erfindungsgemäßen Mischung von Melaminharz mit speziellen Polyesterharzen in der Imprägnierlösung geling es, diesen Nachteil dadurch zu vermeiden, daß die speziellen Polyester bei der Herstellung in einer Weise kondensiert werden, die zu besonderen chemischen Strukturen führt, welche geeignet sind, besonders auch bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes eine dauerhafte Verbindung zwischen Imprägnatrückseite und den üblicherweise verwendeten Klebern zu bewirken. Unterstützt wird die gute Adhäsion noch durch die spezielle und entsprechend der erfindungsgemäßen Konzeption gewählte. rauhe Kartonrücl;seite, die eine besonders große spezifische Oberfläche gewährleistet.
  • Die Anwendung der erfindungsgemäßen wasserhaltigen Imprägnierlösung führt also zu Imprägnaten, die gleichzeitig schmiegsam und elastisch, in der Oberfläche glatt und eben, bezüglich der I?ü-ckeite besonders kleberfreundlich sind.
  • Die Imprägnierlösung enthält 30 bis 70, vorzugsweise etwa 60 Gew.-,o Wasser und hat zweckmäßig eine Viskosität gemessen nach DIN 53 211 im Auslaufbecher mit 4 mm Düse von 10 s bis 15 s, vorzugsweise etwa 12 s. Die Imprägnierlösung enthält (als Festharz berechnet) 10 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise etwa 30 Gew.-% Mclaminharze und 5 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise etwa 10 Gew.-°ó des erfindungsgemäß verwendeten Polyesterharzes. Der Imprägnierlösung können zusätzlich andere flilfsstoffe wie Netzmittel, Neutralisationsmittel, u.a. in Mengen von 0,05 bis maximal 3,0 Gewichts-%, vorzugsweise nicht mehr als 1,5 Gew.-% zugesetzt werden. Durch das Zufügen von an sich bekannten Katalysatoren kann die Reaktivität des Imprägnierharzes auf die Verarbeitungsbedingungen abgestimmt werden.
  • Die Ergebnisse der Tabelle 1 zeigen, wie durch das erfindungsgemäße Zufügen des Polyesterharzes zum Melaminharz die Flexibilität und die Oberflächenglätte des Imprägnats verbessert werden. Dazu wurde ein Karton mit einem Flächengewicht von 200 g/m und einer Glätte von 15 bis 18 s mit den Harzlösungen A, B und G imprägniert und getrocknet, wobei das Imprägnat etwa 80 g/cm2 Festharz enthielt. Die Mischungsverhältnisse von Melaminharz und Polyesterharz wurden entsprechend Tabelle 1 verändert.
  • Tabelle 1
    Harzlösung Anteile Biegesteifigkeit Glätte
    Melamin- Polyester- in p cm in s
    harz harz
    A 2 2 309 . 30-35
    B 3 1 336 25-27
    C -ZF 0 355 10-13
    Dabei wurden die Biegesteifigkeit nach Schlenker (vgl.Handbuch der Werkstoffprüfung, 2.Auflage, Band 4, Berlin-Göttingen-Heidelberg 193, S. 223) und die Glätte nach DIN 53 107 bestimmt.
  • Der Karton wird bis zu einer Trockengewichts-Harzaufnahme von etwa 30 bis 50 Gew.-% imprägniert, d.h. es wird mit einer solchen Menge imprägniert, daß 100 g Karton nach dem -Imprägnieren und Trocknen etwa 130 bis 150 g wiegen. Die Trocknung erfolgt derart, daß der imprägnierte Karton einen Wassergehalt von höchstens etwa 2 Gew.-% aufweist. Dabei wird das Kunstharzgemisch ausgehärtet.
  • Anschließend wird die Imprägnatbahn in einem zweiten Verfahrensschritt mit einem Decklack beschichtet, der anschließen gehärtet wird. Das Auftragen des Decklackes kann in an sich bekannten Beschichtungsmaschinen erfolgen. Beispielsweise kann ein Walzenauftragswerk mit Dosierrakel verwendet werden.
  • Mit besonderem Vorteil wird für den erfindungsgemäßen Decklack ein Walzenauftragswerk benutz, bei dem die Auftragswalze ein Hachuren-Rastor als Oberfläche hat und einen sehr gleichmaßigen Auftrag des Decklacks ermöglicht. Das beschichtete Imprägnat wird dann einem Infrarot-Strahler-Feld zugeführt, in welchem die Infrarot-Strahler nur auf die mit Decklack versehene Oberseite einwirken. Die spektrale Verteilung der Infrarot-Strahlung ist erfindungsgemäß so auf die spektrale Absorption der Harze im Decklack abgestimmt, daß die Bereichc maximaler Enunission der Strahler und maximaler Absorption des Decklacks hinsichtlich ihrer Wellenlänge optimiert sind. Damit wird bezweckt, daß die Wirkung der Wärmestrahlung innerhalb der Decklackschicht konzentriert wird, daß andererseits die Strahlung kaurn in imprägnierten Träger eindringt und die Zellulosefasern nicht erreicht und daher auch zu keiner Schädigung der Zellulosefasern führen kann. Diese erfindungsgemäße Abstimmung hat eine ungleichmäßige Temperaturverteilung im beschichteten Trägermaterial zur Folge, derart, daß am Ende der Heizstrecke die beschichtete Oberfläche mit einer Temperatur von 110 bis 1500C, vorzugsweise mit etwa 130°C austritt, während die Temperatur an der Rückseite des Tägermaterials um 50 bis 1000C niedriger liegt.
  • Hinter dem Heisfeld sind die flüchtigen Bestandteile des Decklacks verdampf und die Harze durch Kondensationsreaktionen soweit vernetzt, daß der Decklack sich in einem noch nicht vollständiL vernetzten, plastischen Zustand befindet.
  • Nach der Vorkondensation erfolgt die Ausbildung der Oberfläche und die endgültige Härtung der Deckgbeschichtung im Walzenspalt eines Zwei-Walzenkalanders. Beide Walzen sind getrennt heisbar und werden im Gleichlauf betrieben. Die Oberfläche der oberen Kalanderwalze kann eben und hochglänzend oder matt sein, wenn eine ebene hochglänzende oder matte Schich tsto ffbahn-0berfläche gewünscht wird.
  • Sie kann auch eine Struktur aufweisen, die spiegelbildlich und kontinuierlich auf die Oberfläche des Decklacks übertragen wird. Für eine besondere Ausbildungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Oberwalze des Kalanders auch Erhöhungen tragen, die im ausgehärteten Decklack die Nachbildung von Holzporen oder von anderen dekorativen Strukturen erzeugen. Es werden damit an der fertigen Schichtstoffbahn die gleichen in sich sehr homogenen, glänzenden oder matten Oberflächeneffekte erreicht, wie sie von dekorativen Schichtpreßstoffplatten mit Melamin-Bormaldehyd-Harzoberflächen bekannt sind.
  • Der Kalander wird mit einem Liniendruck von 3 x 104 bis 15 x 104 N/m, vorzugsweise von etwa 8 x 104 N/m betrieben.
  • Die Temperaturen der beheizten Kalanderwalzen werden so gewählt, daß die Oberwalze, welche mit dem Decklack in Berührung kommt, um etwa 15 bis 40°C, vorzugsweise um etwa 25°C wärmer ist als die Unterwalze, welche mit der Rückseite des Schichtstoffs in Berührung kommt. Dabei beträgt die Oberflächentemperatur der Oberwalze 220 bis 3000C, vorzugsweise etwa 250 bis 2800C.
  • Die Bahngeschwindigkeit im Kalander beträgt etwa 3 bis 15 m/m vorzugsweise mindestens etwa 6 und höchstens etwa 10 m/min.
  • Bekanntlich neigen unsymmetrisch aufgebaute Schichtstoffe dazu, nach der Härtung nicht plan und eben zu liegen, sondern sich um eine gedachte Achse zu verwerfen, welche mit der Laufrichtung zusammenfällt. Dieses Verwerfen wird erfindungsgemäß durch die zuvor betriebene Steuerung der-Temperaturdifferenz vermieden, bei der ein von oben nach unten, d.h. vom Deckharz zur Rückseite des Imprägnats verlauf endes Temperaturgefälle im Heizfeld und im Kalander eingestellt wird. Einen weiteren wesentlichen Beitrag zur Vermeidung des Verwerfens der Bahn liefert auch die erfindungsgemäße Konzeption, nach der auf dem ohnehin planliegenden Imprägnat wesentliche Anteile des Härtungsvorgangs des Decklacks, welche mit einem S:hrumpfen des Materials verbunden sind, bereits im IIeizfeld durch den Einfluß der Infrarot-Strahlung vorab erfolgen. Erfindungsgemäß wird dann dem Walzenspalt ein ßchichtstoff zugeführ-t, bei dem der Träger sich in einem elastischen Zustand und der Decklack in einem plastischen Zustand befindet, wobei die Uberführung des Deckharzes vom plastischen in den elastischen, d.h. duroplastischen Zustand kontinuierlich und in sehr kurzer Zeit, nahezu schockartig unter dem Einfluß von hoher Wärme und hohem Druck im Walzenspalt erfolgt, und wobei dem Schichtstoff durch die Temperaturdifferenz eine die Verwerfung verhindernde Orientierung mitgegeben wird. Die SchichtstoffbalLn wird dann über Kühlwalzen geführt und aufgewickelt.
  • Hauptbestandteil der Bindemittel im Decklack sind elastifizierte Melaminharze. Die Elastifizierung der Melaminharze ist erforderlich, weil bekanntlich nicht verstärkte oder nicht weichgemachte Melaminharze rißanfällig sind und auch keine guten filmbildenden Eigenschaften haben. Zur Weichmachung der Melaminharze werden hier wiederum nicht die an sich bekannten, nur äußerlich weichmachenden Mittel wie beispielsweise mehrweritge Alkohole, verätherte Nethylolmelamine oder Zucker verwendet, weil sie für den anschließenden Härtungsvorgang nicht geeignet sind und in der erforderlichen hohen Mengenzugabe die Gebrauchseigenschaften des fertigen Produktes aucli kaum verbessern können. Es wird vielmehr erfindungsgemäß beim Herstellungsgang der Meiaminharze Nethacrylsäureamid einkondensiert, welches zu einer guten inneren Weichmachung der Melaminharze führt. Für das erfindungsgemäße Verfahren hat'das einkondensierte Methacrylsäureamid daiiiber hinaus den Vorteil, daß es im Wellenlängenbereich der eingestrahlten Infrarot-Energie eigene Absorptionsbanden hat, welche neben den Absorptionsbanden der Melaminharze liegen oder diese verstärken. Es wird damit der Wirkungsgrad der eingestrahlten Infrarot-Energie verbessert und die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens erhöht.
  • Die lacktechnisch en Eigenschaften der Deckbeschichtung wie Verlauf und Fälle werden erfindungsgemäß dadurch optimiert, daß als zweites Bindemittel innerhalb des Decklacks ein durch Neutralisation wasserlöslicher und melaminharzverträglicher Polyester verwendet wird. Weiter werden Obertlächenspannung und Viskosität des Decklacks durch geringe Mengen.
  • zugefügter Lackhilfsstoffe beeinflußt. Zur Anpassung der Verlaufseigenschaften können zusätzlich ausgewählte Verlauf smittel in kleinen Mengen zugegeben werden. Solche Verlaufsmitte]. werden wenigstens zum Teil bei der im Heizfeld und im Walzenspalt erfolgellden Molekülvergrößerung der Harze chemisch mit gebunden. Bevorzugt werden als Verlaufsmittel wasserlösliche Glylvole.Durch Zusatz saurer Katalysatoren kann die Reaktionsgeschwindigkeit auf den Prozeß abgestimmt werden.
  • Der Decklack enthält 6(> bis 90 Gew.-°,o, vorzugsweise etwa 70 bis 80 Gew.-% Kunstharze bezogen auf die Summe des Gewichts von Kunstharz und Lösungsmittel. Seine Viskosität, bestimmt im Auslaufbcher nach DIN 53 211 mit 4 mm.Düse, liegt nach der Katalysierung zwischen 50 und 120 s, vorzugsweise bei etwa 60 bis 85 s.
  • Der Decklack enthält (berechnet als Festharz) 40 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise etwa 60 Gew.-% Melaminharz und 2 bis 20 Gew.-,b, vorzugsweise etwa 6 Gew.-% Polyesterharz. Er enthält neben Wasser 2 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise nicht mehr als 5 Gew.-%ó eines Glykols zur Steuerung der Verlaufseigenschaften und weitere Lackhilfsmittel, beispielsweise Netzmittel, Entschäumer und Mattierer in kleinen Mengen von 0,05 bis maximal 2,0 Gew.-%, vorzugsweise nicht mehr als 0,8 G.
  • Zur Herstellung einfarbringer Schichtstoffe enthält der Decklack auf jeweils 100 Gewichtsteile nichtpigmentierten Decklack zusätzlich ? bis 50 Gewichtsteile lichtechte, wärmebeständige, gut deckende Pigmente.
  • Bei einfarbiger Oberfläche des erfindungsgemäßen Schichtstoffs wird das hier vorteilhafte, besonders hohe Deckvermögen durch das Zusammenwirken von zwei Teilkomponenten erreicht. Ein Teilbetrag zum Deckvermögen geht von der Pigmentierung des Trägerkartons aus. Ein zweiter Teilbetrag wird vom pigmentierten Decklack gegeben, wobei die Pigmentierungshöhe relativ niedrig gehalten ist, so daß der Decklack für sich allein in der angewendeten Schichtdicke nicht zu ausreichendem Deckvermögen führen würde. Die niedrige Pigmentierung ilat aber den Vorteil, daß alle Pigmentteilchen gut vom Bindemittle umschlossen sind und auch beim Kratzen an der Oberfläche nicht freigelegt werden. - Wird auf einem weiß pigmentierten Träger ein im wesentlichen weiß pigmentiertcr Decklack verwendet, so ist es zur Erzeugung von hellgrauen, hellgelben oder hellblauen, d.h. im allgemeinen dem Weiß nahen Farben vollkommen ausreichend, nur dem Decklack die entsprechenden farbgebenden Pigmente beizufügen. Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt daher die Herstellung einer breiten Palette von verschiedenen.
  • Farben, wobei der gleiche imprägnierte Träger verwendet werden kann und nur der Decklack verändert werden muß.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren erweist sich hier als besondes wirtschaftlich, weil eine wenig differenzierte Lagerhaltung schon eine sehr variantenreiche Fertigung erlaubt.
  • Die Ergebnisse in Tabelle 2 zeigen, wie durch das Zufügen eines speziellen Polyesterharzes zum weichgemachten Melaminharz im gleichen pigmentierten Decklack die Rißan- -fälligkeit und die Fleckenanempfindichkeit der Oberfläche verbessert werden. (Prüfungen nach DIN 53 799, Bewertungen der Fleckenunempfindlichkeit nach DIN 53 230).
  • Tabelle 2 Melaminharz Gew.-Teile 69 73 Polyesterharz Gew.-Teile 4 0 Rißanfälligkeit 0 2 Fleckenunempfindlichkeit, Verfahren B Graphit 1 - 2 5 Tinte 1-2 5 HCL, 3 % 1 5 KOH, 5 % 0 0 Aceton ° 0 Der noch nicht vollständig vernetzte, plastische Zustand eines erfindungsgemäß aus speziellem Melaminharz und aus speziellem Polyesterharz bestehenden Decklacks nach Verlassen des IR-Heizfeldes-und vor der Behandlung im Kalander kann näher besehrieben werden durch eine Fließzahl und durch seine Fleckenunempfindlichkeit.
  • Zur Bestimmung der Fließzahl wird das Prüfverfahren gemäß Literaturstelle (1) benutzt, wobei eine Temperatur von 160°C, ein Druck von 6 # 106 N/m² und eine Preßzeit von 5 min eingehalten werden, aber keine Rückkühlung angewendet wird. Der plas-tische Zustand des Decklacks ist dann gekennzeichnet durch eine Fließzahl von wenigstens 4 %.
  • Bei der Prüfung der Fieckenunempfindlichkeit nach DIN 53 799, Verfahren A, treten keine Veränderungen im nicht vollständig vernetzten Zustand bei Verwendung von Lösungsmitteln wie beispielsweise Aceton, Äthylacetat oder Dimethylformamid auf, während die Anwendung von 3 %-iger Salzsäure nach etwa 40 bis 100 s eine deutlich erkennbare Anquellung des Decklacks bewirkt. - Erst nach der Kalanderhärtung werden die Werte gemaß Tabelle 2 erreicht.
  • Beispiel. 1 Ein einseitig glatter, weiß pigmentierter, saugfähiger Karton mit einem Flächengewicht von 200 g/m², einer Luftdurchlässigkeit von 400 cm³/min, einer Saughöhe von 32 bis 34 mm und einer Glätte von 15 bis 18 s wird mit einer wasserhaltigen Imprägnierharzlösung, bestehend aus 3 Teilen Melaminharz (trocken), 1 Teil Polyesterharz (trocken), imprägniert und getrocknet. Man erhält ein Imprägnat mit einem Flächengewicht von 280 g/m², einer Glätte von 25 s, einer Luftdurchlässigkeit von 150 cm3/min und einer Restfeuchte von nicht mehr als 2%. Das Imprägnat wird mit einem wasserhaltigen, katalysierten Decklack, bestehend aus 11 Teilen eines weichgemachten Melaminharzes (trocken), 1 Teil Polyesterharz (trocken) und 7 Teilen Titandioxid, beschichtet, im IR-Heizfeld vorkondensiert und im Walzenspalt des Kalanders gehärtet, wobei die Oberwalze eine Temperatur von 280°C, die Unterwalze von 2500C hat, ein Liniendruck von 8 . 104 N/cm aufgebracht wird und eine Bahngeschwindigkeit von 7 m/min eingestellt wird.
  • Man erhält ohne zusätzliches Schleifen der Rückseite einen gut verleimbaren Schichtstoff mit einem Flächengewicht von 320 gAn2 und einer Dicke von etwa 0,3 mm, dessen Oberfläche hinsichtlich ihres Aussehens und ihrer Eigenschaften den bekannten dekorativen Hockdruck-Schichtpreßstoffen mit -Melaminformaldehydharz-Oberfläche vorgleichbar ist.
  • Beispiel 2 Das Beispiel 1 wie unter Verwendung eines Kartons mit 300 g/cm² Flächengewicht, einer Luftdurchlässigkeit von 350 cm3/min, einer Saughöhe von 30 bis 32 mm und einer Glätte von 15 bis 18 s wiederholt. Man erhält ein Imprägnat mit einem Flächengewicht von 420 g/cm². Nach der, wie in Beispiel 1 beschrieben, ausgeführten Beschichtung, Vorkondensierung und Kalandrierung wird ein Schichtstoff mit einem Fächengewicht von 460 g/cm² und einer Dicke von 0,45 mm erhalten, der gleich gut verklebbar ist und gleich gute Oberflächeneigenschaften wie im Beispiel 1 hat, aber ein verbessertes Überspannvermögen auf unruhigen Unterlagen zeigt.
  • Beispiel 3 Ein einseitig glatter, farbig pigmentierter, mit Holzmaserdekordruck versehener, saugfähiger Karton mit einem Flächengewicht von 250 g/m2, , einer Luftdurchlässigkeit von 400 cm3/min, einer Saugliöhe von 28 bis 30 mm und einer Glätte von 18 bis 20 s wird mit der in Beispiel 1 beschriebenen Impträgnierharzlösung imprägniert und getrocknet. Man erhält ein Imprägnat mit einem Flächengewicht von 350 g/m² einer Glätte von 28 s, einer Luftdurchlässigkeit von 120 cm³/min und einer Restfeuchte von nicht mehr als 2 %.
  • Das Imprägnat wird mit einem wasserhaltigen, katalysierten -Decklack, bestehend aus 15 Teilen eines weichgemachten Melaminharzes (trocken) und 1 Teil eines Polyesterharzes (trocken), beschichtet und wie in Beispiel 1 beschrieben vorkondensiert und im Walzenspalt gehärtet, wobei die obere Kalanderwalze oberflächlich so ausgebildet ist, daß auf dem fertigen Schichtstol.f die Oberflächenstruktur einer Holzmaserung entsteht. Der Schichtstoff hat ein Flächengewicht von 380 gAn2 und eine Dicke von etwa 0,35 mm.
  • Als Melaminharz für den Decklack kann in den Beispielen ein wie folgt hergestelltes Harz verwendet werden: Ein beeiu?net;£ Melamin-Formaldehyd-Harz erhält man durch Umsetzung von 1'C Melamin (1 Mol) mit 140 g Paraformaldehyd 91%-ig (4,2 Mol), 96 g Methanol (3 Mol), 135,2 g Äthylenglykolmonoäthyläther (1,5 Mol), 25,5 g Methacrylamid (0,3 Mol) bei 75°C unter Rückflußkühlung. Zwecks Stabilisierung des Methacrylamids enthält das Reaktionsgemisch 0,005 % Hydroxichinolin. Man kondensiert bei 75°C, bis 2 g der gebildeten llarzlösung mit 15 ml destilliertem Wasser eine deutliche Trübung ergeben. Danach setzt man 10 g Wasser und 0,5 g Triäthylamin hinzu und kondensiert 1 Stunde bei 75°C weiter. Nach dem Abkühlen erhält man eine ca. 60%-ige Harzlösung mit einer Viskosität von ca. 60 bis 80 m Pas und einem pH-Wert von 9 bis 10. Die Haltbarkeit beträgt mehr als 6 Monate.
  • Das in den Beispielen verwendete Polyesterharz wurde wie folgt hergestellt: Man erhält ein Polyesterharz mit 16,7 % überschüssigen Hydroxylgruppen und einer Säurezahl von 50 mg KOH/g durch Verseterung von 768,5 g Trimellithsäureanhydrid (4 Mol) und 1023 g Adipinsäure (7 Mol) mit 1071,5 g Trimethylolpropan-diallyläther (5 Mol), 402,5 g Trimethylolpropan (3 Mol) und 434,5 g Äthylenglykol (7 Mol) bei 1800C bis zum Erreichen einer Säurezahl von 70 nig KOII/g. Die Veresterung erfolgt in Gegenwart von Xylol, welches nach Erreichen der vorgeschenen Säurezahl mittels Vakuumdestillation wieder r aus dem Reaktionsgemisch entfernt wird.
  • Die Säurezahl siilkt dabei weiter auf etwa 50 mg KOH/g.
  • Das so gewonnene Polyesterharz wird bei 90°G mit einer auf die Säurezahl berechneten Menge eines Alkyl- oder Alkanolamines in Gegenwart einer gewichtsgleichen Menge an Wasser versetzt. Die dabei resultierende Harzlösung wird mit Wasser auf einen Feststoffgehalt von 70 % und dem verwendeten Alkyl- bzw. Alkanolamin auf einen pH-Wert von 8,0 bis 8,5 eingestellt.
  • Ähnliche Effekte wie mit dem zuvor genannten Polyester werden auch erhalten, wenn als allylgruppenhaltige, veresterbare Verbindungen beispielsweise benutzt werden: Trimethylolpropan-monoallyläther, Monopentaerythrit-triallyläther, Dipentaerythrit -triallyläther, Pentaerythritdiallyläther, alpha-Glycerin-allyläther, Sorbittetraallyläther.
  • Die Herstellung solcher Harze ist an sich bekannt und beispielsweise beschrieben in der GB-PS 1 061 641, GB-PS 1 083 520 und DT-OS 1 20 686; wobei die Anwendung solcher Harze für Schichtstoffe in der beanspruchten Weise neu ist.
  • (*) 1. König, H.-J., Kunststoffe 48 (1958) 5.513 bis 522 2. Weißler, E.P., Kunststoffe 2 (1969), S.610 bis 611 (**) Paulitsch, M., v.Bismarck, G. und Stürmer, R., -Holz-Zentralblatt 101 (1975), S.767 ff und 5.1253 ff.
  • (***) Steinmetz, O., Adhäsion (1968), S. 295 bis 299 Patentansprüche

Claims (2)

  1. Patentansprüche 1. Verfahren zur Herstellung von einseitig verklebbaren ausgehärteten Schichtstoffbahnen zur Oberflächenbeschichtung durch Imprägnieren eines Trägerkörpers mit Kunstharz, Trocknen und Aushärten, d.a d u r c h g e k e n nz e i c h n e t, daß man kontinuierlich a) einen Trägerkarton mit einem Flächengewicht von 150 bis 350 g/m², einer Luftdurchlässigkeit nach DIN 53 120 von 250 bis 600 cm³/( 10 mbar . 10 cm2 . min) und einer Saughöhe nach Klemm von 20 bis 45 mm nach 10 min, der an der Oberfläche eine Glätte von mindestens 12 s nach DIN 53 107 und an der zu verklebenden Fläche eine Glätte von unter 5 s aufweist b) mit einer wässrigen Lösung enthaltend -bezogen auf das Gewicht von Lösungsmittel plus Kunstharz-10 bis 60 Gew.-0/o partiell mit einwertigen Alkoholen verätherte Methylol-Melaminharze und 5 bis 30 (Tew.-% mit hydroxyfunktionellen Allyläthern modifizierte Polyesterharze mit einer Säurezahl von 30 bis 50 und einer OH-Funktionalität von 50 bis 100 Imprägniert bis zu einer Trockengewichts-Harzaufnahme von 30 bis 50 Gew.-%, c) die imprärnierte Bahn bis zu einem Wassergehalt von höchstens etwa 2 Gcw.-% trocknet, d) anschließend die Oberfläche mit einer wässrigen Lösung enthaltend -bezogen auf das Gewicht von Lösungsmittel plus Eunstharz-40 bis 80 Gew.-% Methanol-Glykoläther-mischverätherte Methylolmelaminharze, die mit Methacrylsäureamid modifiziert sind, 2 bis °O Gew.-% mit hydroxifunktionellen Allyläthern modifizierte Polyester mit einer Säurezahl von 30 bis 50 und einer OH-Funktionalität von 50 bis 100, wobei die Gesamtmenge an Kunstharz 60 bis 90 Gew.-% bezogen auf das Gewicht von Lösungsmittel und Eunstharz beträgt, bis u 10 Gew.- % Verlaufsmittel, vorzugsweise wasserlösliche Glykole in einer solchen Menge beschichtet, daß 25 bis 50 g/m² Kunstharz-Trockengewicht aufgetragen werden, wobei das Harzgemisch eine besonders hohe Absorptionsfähigkeit für von Infrarot-Dunkelstrahlern emittierte Energie hat, e) die Oberfläche mit Infrarot-Dunkelstrahlern bestrahlt, wobei Infararot-Absorptionsfähigkeit und -Bestrahlung so ausgewählt sind, daß die Oberfläche noch eine Fließfähigkeit hat, die durch eine Fließzanl von wenigstens 4 % gekennzeichnet ist, und daß bei der nachfolgenden Behandlung im Kalander Aushärtung des Kunstharz es eintritt, f) die Schichtstoffbahn mit einer Geschwindigkeit von 3 bis 15 m/min durch den Walzenspalt eines Kalanders mit einem Liniendruck von 3 . 104 bis 15 . 104 Newton/m leitet, wobei die Oberwalze eine Temperatur von 220 bis 300°C besitzt und die Unterwalze 15 bis 40°C kälter als die Oberwalze ist, und g) die Schichtstoffbahn kühlt und aufwickelt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Trägerkarton Füllstoffe enthält und/oder bedruckt ist.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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FR2399499A1 (fr) * 1977-08-01 1979-03-02 Goldschmidt Ag Th Bande support revetue de resine thermodurcissable, notamment pour habillage de panneaux
EP0763387A1 (de) * 1995-09-18 1997-03-19 Werzalit Ag + Co. Verfahren zur Herstellung einer als Oberflächenschutzschicht auf einem Profilkörper geeigneten Folie
WO2013091798A3 (de) * 2011-12-22 2013-11-28 Neenah Gessner Gmbh Imprägnierte schleifrohpapiere und daraus hergestellte schleifpapiere

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